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Soziale Selektion beim Hochschulzugang „erschreckend“

Wie aus der 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks hervorgeht, studieren von 100 Akademiker-Kindern 77; von 100 Kindern aus Familien ohne akademischen Hintergrund schaffen nur 23 den Sprung an eine Hochschule.

Ein Spinnennetz mit Tau an einem grünen Busch.

Soziale Selektion beim Hochschulzugang „erschreckend“
Berlin, 06.07.2013 (dsw) - Für den Präsidenten des Deutschen Studentenwerks, Prof. Dr. Dieter Timmermann, ist die soziale Selektivität beim Zugang zum deutschen Hochschulsystem „erschreckend“ stabil. Wie aus der neuen, 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks hervorgeht, studieren von 100 Akademiker-Kindern 77; von 100 Kindern aus Familien ohne akademischen Hintergrund schaffen nur 23 den Sprung an eine Hochschule.

Bei der Vorstellung der Studie heute in Berlin sagte Timmermann: „Die Bildungsbiografie eines Menschen hängt in Deutschland noch immer entscheidend von der Bildungsherkunft seiner Familie ab. Diese grundlegende und seit Jahren unveränderte soziale Selektivität müsste die Verfechter von sozialer Gerechtigkeit und Chancengleichheit mächtig und nachhaltig erschrecken, uns jedenfalls erschreckt sie.“

Timmermann: „Dagegen hat die deutsche Bildungspolitik bislang weder Rezept noch Konzept. Ich plädiere mit Nachdruck dafür, dass wir anfangen, ein Konzept politisch zu entwickeln.“

Laut Timmermann seien die hochschulpolitischen Schlüsselbegriffe unserer Zeit Exzellenz, Elite, Autonomie. „Von sozialer Gerechtigkeit und Chancengleichheit ist kaum die Rede. Auch wir wollen Exzellenz, aber Exzellenz in Forschung und Lehre, in der Spitze und in der Breite sowie Exzellenz in der sozialen Infrastruktur, das Ganze aber auf dem Fundament von sozialer Gerechtigkeit und Chancengleichheit“, erklärt Timmermann.

20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks
Alle drei Jahre werden die Studierenden in Deutschland im Rahmen der Sozialerhebungen des Deutschen Studentenwerks zu ihrer wirtschaftlichen und sozialen Lage befragt. Finanziert wird die repräsentative Studie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, wissenschaftlich durchgeführt vom HIS-Institut für Hochschulforschung. An der jüngsten, 20. Sozialerhebung nahmen im Sommer 2012 15.128 Studierende von 227 Hochschulen teil.

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