DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
Berufs- & Studienwahl Bildungschancen

Informationen zum Studium fördern die Studienabsichten von Nichtakademiker-Kindern

Wer in der Schule Informationen zum Nutzen und zur Finanzierung eines Studiums erhält, will nach dem Abitur eher studieren. Studienberechtigte die besser informiert sind, bewerben sich nach dem Abitur zudem tatsächlich häufiger auf Studienplätze. Dieser Effekt gilt insbesondere bei Abiturienten, deren Eltern keinen Hochschulabschluss haben. Das zeigt erstmals das Studienberechtigten-Panel „Best Up“ in einer Langzeit-Befragung von mehr als 1.500 Berliner Schülern.

Informationen zum Studium fördern die Studienabsichten von Nichtakademiker-Kindern
Berlin, 29.08.2016 (diw) - Mit einer Langzeit-Befragung von mehr als 1.500 Berliner Schüler und Schüler und Schülerinnen untersuchen DIW Berlin und WZB erstmals kausale Zusammenhänge zwischen Informationen über Nutzen und Finanzierungsmöglichkeiten eines Studiums, Studienabsichten und Uni-Bewerbungen.

Wer in der Schule Informationen zum Nutzen und zur Finanzierung eines Studiums erhält, will nach dem Abitur eher studieren. Das zeigt sich insbesondere bei Nichtakademiker-Kindern, deren Eltern selbst keinen Hochschulabschluss haben: Bei diesen Abiturenten und Abiturentinnen erhöhen die bereitgestellten Informationen die Wahrscheinlichkeit, sich auf Studienplätze zu bewerben oder in zulassungsfreie Studiengänge einzuschreiben, um zwölf Prozentpunkte. Das sind erste zentrale Ergebnisse einer neuen Langzeitstudie, für die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) mehr als 1.500 angehende Berliner Abiturenten und Abiturentinnen seit 2013 begleitet haben. So kann mit dem Berliner-Studienberechtigten-Panel „Best Up“ zum ersten Mal für Deutschland in kausaler Weise nachvollzogen werden, ob bessere Informationen das Verhalten von Schüler und Schülerinnen wirklich beeinflussen.

Erste Auswertungen zeigen: „Detaillierte und wissenschaftlich basierte Informationen über den Nutzen und die Finanzierungsmöglichkeiten eines Studiums können auf den familiären Bildungshintergrund zurückgehende Unterschiede bei der Studienabsicht reduzieren“, sagt C. Katharina Spieß, Leiterin der Abteilung Bildung und Familie am DIW Berlin und dortige Leiterin des Projekts.

Die Autorinnen empfehlen daher, Jugendlichen noch in der Schule genau diese Informationen zum Studium bereitzustellen. „Besonders deutlich wurde, dass gerade für Kinder aus Nichtakademiker-Haushalten Informationen zur Finanzierung und zum Nutzen eines Studiums wichtig sind“, unterstreicht Heike Solga, Direktorin der Abteilung Ausbildung und Arbeitsmarkt am WZB und dortige Projektleiterin.

Schüler und Schülerinnen schätzen Nutzen eines Studiums nach Workshop realistischer ein
Ein Team von Bildungsforscher und Bildungsforscherinnen am DIW Berlin und am WZB konnte im Rahmen des von der Einstein Stiftung Berlin über die Freie Universität Berlin geförderten Best-Up-Projekts erstmals für Deutschland untersuchen, inwiefern die Bereitstellung von Informationen in Schulen mit der Studienabsicht zusammenhängt.

Dafür befragten die Forscher und Forscherinnen zwischen 2013 und 2016 wiederholt Schüler und Schülerinnen an 27 Berliner Schulen. Aber nur in einigen zufällig ausgewählten Schulen wurden Schüler und Schülerinnen in einem Workshop detaillierte Informationen zu Nutzen und Finanzierungsmöglichkeiten eines Studiums zur Verfügung gestellt. Um herauszufinden, wie der Workshop wirkt, verglichen die Studienautorinnen die Schulen mit und ohne Infoworkshop miteinander. Die Untersuchung basiert auf den ersten drei Befragungen des Best-Up-Projekts, in deren Rahmen Schüler und Schülerinnen unter anderem nach ihrer Studienabsicht und Einschätzung zum Nutzen eines Studiums gefragt wurden.

Dabei zeigte sich, dass die vermittelten Informationen von den Schülern und Schülerinnen verarbeitet werden: Zwei bis drei Monate nach dem Workshop schätzten 79 Prozent der Teilnehmer und Teilnehmerinnen die Aussichten auf einen gut bezahlten Job mit einem Studienabschluss höher ein als mit einem beruflichen Abschluss. Unter den Abiturenten und Abiturentinnen, die nicht an einem Workshop teilnahmen, teilten diese Einschätzung nur 70 Prozent. Ein ähnliches Bild ergab sich bei der Frage nach dem Arbeitslosigkeitsrisiko mit und ohne Hochschulabschluss. Zudem wussten die Workshopteilnehmer und Workshopteilnehmerinnen besser über Möglichkeiten der Studienfinanzierung Bescheid.

Informationen veranlassen vor allem Nichtakademiker-Kinder, eher studieren zu wollen
Diese veränderten Nutzen-Kosten-Vorstellungen sowie das erweiterte Wissen zur Studienfinanzierung scheinen zur Anpassung der Studienabsicht beizutragen. So ergaben die Befragungen zwei bis drei Monate und ein Jahr nach dem Workshop, dass die Workshopteilnehmer und Workshopteilnehmerinnen eher studieren wollen als ihre Mitschüler und Schülerinnen, die nicht an einem Workshop teilnahmen. Das zeigt sich vor allem bei Abiturenten und Abiturentinnen, deren Eltern keinen Hochschulabschluss haben. In dieser Gruppe lag der Anteil derjenigen mit einer Studienabsicht zwei bis drei Monate nach dem Workshop um gut acht Prozentpunkte und ein Jahr nach dem Workshop sogar um zwölf Prozentpunkte höher. Die bereitgestellten Informationen tragen vor allem dazu bei, dass Studienberechtigte aus nicht-akademischen Familien, die bereits im letzten Schuljahr vorhatten zu studieren, ihre Studienabsicht beibehalten und diese in Studienplatzbewerbungen und Einschreibungen umsetzen.

Bei angehenden Abiturenten und Abiturentinnen aus akademischem Elternhaus sinkt die Studienabsicht nach dem Workshop kurzfristig sogar – insbesondere bei solchen mit schlechteren schulischen Leistungen. Vermutlich sind diese kurzfristigen Änderungen auf die Gegenüberstellung des Nutzens eines Studienabschlusses und eines beruflichen Abschlusses zurückzuführen. Schon ein Jahr später ist der Effekt aber nicht mehr vorhanden. Es scheint, dass bei Schüler und Schülerinnen aus akademischen Elternhäusern der Einfluss der Eltern mittelfristig überwiegt – sie wollen oft nicht, dass ihre Kinder einen niedrigeren Bildungsabschluss anstreben als sie selbst.

Download [PDF, 20 Seiten - 569 KB]
Berliner Studienberechtigten-Panel (Best up)

Im Forum zu Bildungschancen

6 Kommentare

Abi und was jetzt?

WiWi Gast

Guten Tag WiWi-Treff, ich bin 17 und werde im Dezember 18, im Sommer werde ich mein Abitur abgeschlossen haben mit den Leistungsfächern Mathe und Englisch. Nach derzeitigem Kenntnisstand würde ich sa ...

8 Kommentare

sinnfrage und berufszukunft, koch - bwl ?

WiWi Gast

moin, eigentlich wollte ich ibwl in wien studieren, doch momentan kommen bei mir wieder ein paar zweifel auf. auch wenn es komisch klingen mag, so denke ich auch über eine kochausbildung nach. ich ha ...

10 Kommentare

Bestmöglicher Weg zu einer Top Karriere?

E.c.m

Hey alle zusammen, ich interessiere mich sehr für BWL und VWL. Möchte gerne eine Karriere in einem internationalen Unternehmen gerne machen nur ist das Problem dass ich jtz nicht weiß was ich genau s ...

170 Kommentare

Statistik:Abischnitt ->Schnitt Bachelor-/Master/Diplom

WiWi Gast

Abischnitt: 1.6 Fach: WING Aktueller Schnitt: 2,3 [Bsc]

1 Kommentare

Automobilwirtschaft NC & Erfahrungen?

WiWi Gast

Hallo, ich bin momentan sehr daran interessiert Automobilwirtschaft zu studieren. 1.Wollte von euch mal wissen, was ihr für Erfahrungen im Bezuge auf Automobilwirtschaft gemacht habt ? 2. Wie es mit ...

4 Kommentare

2 Ausbildungsangebote.. wie würdet Ihr entscheiden

WiWi Gast

Hallo, Ich habe 2 Ausbildungsangebote bekommen, von 2 Firmen, beide für den gleichen Ausbildungsberuf. Jedoch fällt mir die entscheidung etwas schwer. Vielleicht könntet Ihr mir etwas helfen? Ich we ...

4 Kommentare

Erst Lehre dann studieren?!?

WiWi Gast

Hallo, habe die Möglichkeit jetzt nach meinem Abi bei dem wohl besten deutschen Unternehmen eine Lehre zu Industriekaufmann zu machen! Habe allerdings vor danach zu studieren ! Oder sollte ich gleic ...

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema Bildungschancen

Bundesministerin für Bildung und Forschung Prof. Dr. Johanna Wanka

Flüchtlingen den Zugang zum Studium ermöglichen

Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge, die derzeit nach Deutschland kommen, ist unter 25 Jahre alt - also in einem Alter, in dem sie eine Ausbildung benötigen. Denjenigen, die studieren möchten und hierfür ausreichende Qualifikationen mitbringen, soll der Zugang zum Studium ermöglicht werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung wird die Hochschulen in den kommenden Jahren bei der Integration der Flüchtlinge mit rund 100 Millionen Euro unterstützen.

Weiteres zum Thema Berufs- & Studienwahl

Der Kopf einer Frau mit einer Pagenfrisur.

Lebenseinkommen: Wirtschaftsstudium bringt Männern 529.000 Euro mehr als Ausbildung

Mit einem Universitätsabschluss steigt das Lebenseinkommen um durchschnittlich etwa 390.000 Euro und mit einem Fachhochschulabschluss um 270.000 Euro gegenüber einer Ausbildung. Durch ein Wirtschaftsstudium wächst das Lebenseinkommen bei Männern um durchschnittlich gut 529.000 Euro und bei Frauen um knapp 248.000 Euro. Ein Studium schützt zudem besser vor Arbeitslosigkeit. So lauten die Ergebnisse der aktuellen Bildungsstudie 2017 vom Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung.

Online-Studienführer studieren-ohne-abitur.de

Online-Studienführer »studieren-ohne-abitur.de«

Es gibt so viele Hochschulabsolventen ohne Abitur wie noch nie. Die Anzahl der Studierenden ohne Abitur und Fachhochschulreife hat sich seit 2007 auf 45.900 in 2013 nahezu verdreifacht. Mit 4.400 Absolventen haben 2013 so viele Studierende ohne Abitur wie noch nie erfolgreich ihr Studium beendet. Über 6.500 solcher Studiengänge verzeichnet der Online-Studienführer »studieren-ohne-abitur.de«.

Beliebtes zum Thema Studienwahl

Header Bilder der Wiwi-Studiengänge / Betriebswirtschaftslehre BWL

Wirtschaft studieren: Das Studium Betriebswirtschaftslehre (BWL)

Das Studium der Betriebswirtschaftslehre ist mit Abstand am beliebtesten in Deutschland. Nicht ohne Grund, denn BWL-Absolventen haben im Gesamtvergleich beste Job-Aussichten. Im Jahr 2013 haben 72.700 Studienanfänger und damit sechs Prozent mehr ein BWL-Studium begonnen. Dabei ist Betriebswirtschaftslehre bei Frauen und Männern gleichermaßen beliebt: Beinahe die Hälfte der Studienanfänger war weiblich. Insgesamt waren 222.600 Studierende in BWL eingeschrieben und rund 42.400 Abschlussprüfungen wurden in 2013 erfolgreich abgelegt. Mehr als zwei Drittel bestanden die Bachelor-Prüfung in BWL. Der Anteil der Masterabsolventen lag in BWL bei 21 Prozent.

HHL Leipzig Graduate School of Management

Wirtschaft studieren: Das BWL-Studium an privaten Hochschulen

Private Hochschulen sind für ihren Innovationsgeist im deutschen Hochschulsystem bekannt. Als nichtstaatliche Hochschulen setzen private Hochschulen auf einen starken Praxisbezug und eine internationale Ausrichtung. In enger Zusammenarbeit mit Kooperationen aus Wirtschaft und Industrie wird Studenten der Berufseinstieg schon im Studium erleichtert. Damit wächst der Attraktivitäts-Index von privaten Hochschulen für Studieninteressierte, besonders für die Studiengänge Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre und andere Management-Fächern. Mehr als 60 Prozent der privaten Hochschulen bieten aktuell Studiengänge in den Wirtschaftswissenschaften an.

Wirtschaft studieren: Das BWL-Studium an der Fachhochschule (FH)

Ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an einer Fachhochschule ist in Deutschland sehr gefragt. Der anhaltende Aufwärtstrend an einer Fachhochschule (FH) ein Studium aufzunehmen, hat vor allem einen Grund: der anwendungsbezogene Lehrunterricht. Derzeit studieren rund 63.089 Studenten an Fachhochschulen in Studiengängen aus den Fächern Recht-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften.

Wichtige Branchen für Wirtschaftswissenschaftler

Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsingenieurwesen: Absolventen mit Abschlüssen in einem wirtschaftswissenschaftlichen Studienfach stehen fast alle Branche in Deutschland offen, um den Berufseinstieg zu schaffen. Einige Branchen in Deutschland sind dabei umsatzstärker als andere oder haben bessere Renditen. Es bieten sich zahlreiche Berufsfelder und Jobs an, die es zu entdecken gilt.

Screenshot Homepage freie-studienplaetze.de

freie-studienplaetze.de - Offizielle Studienplatzbörse bis Ende Oktober 2017 geöffnet

Die bundesweite Studienplatzbörse »freie-studienplaetze.de« ist seit dem 1. August 2017 wieder online. Sie informiert Studieninteressierte tagesaktuell über noch verfügbare Studienplätze für ein Bachelorstudium oder Masterstudium in Deutschland für das Wintersemester 2017/18. Das Angebot umfasst Studienplätze in zulassungsbeschränkten Fächern, die noch im Losverfahren vergeben werden und in zulassungsfreien Fächern, die einfach frei geblieben sind.

Der Kopf einer Frau mit einer Pagenfrisur.

Lebenseinkommen: Wirtschaftsstudium bringt Männern 529.000 Euro mehr als Ausbildung

Mit einem Universitätsabschluss steigt das Lebenseinkommen um durchschnittlich etwa 390.000 Euro und mit einem Fachhochschulabschluss um 270.000 Euro gegenüber einer Ausbildung. Durch ein Wirtschaftsstudium wächst das Lebenseinkommen bei Männern um durchschnittlich gut 529.000 Euro und bei Frauen um knapp 248.000 Euro. Ein Studium schützt zudem besser vor Arbeitslosigkeit. So lauten die Ergebnisse der aktuellen Bildungsstudie 2017 vom Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung.

Die bunt angeleuchtete Oper von Sydney.

Deutsch-australischer Doppel-Abschluss Bachelor of Business Management

An der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) profitieren Studierende von dem Double Degree-Austauschprogramm mit dem International College of Management Sydney (ICMS). Während des Studiums gehen Studierende für drei Semester nach Sydney in Australien und erlangen neben dem Bachelor of Arts an der FHWS, an der ICMS den Bachleor of Business Management (BBM).

Feedback +/-

Feedback