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Corona- ich kann nicht mehr

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WiWi Gast

Corona- ich kann nicht mehr

nette Floskeln von Leuten, die denken sie wären früher anders gewesen bzw. teilweise das halbe Vordiplom verpennt haben.

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WiWi Gast

Corona- ich kann nicht mehr

Ich glaube niemand unterstellt hier, das eine ganze Generation so tickt, aber wenn gesamtgesellschaftliche Phänomene diskutiert werden muss man ein bisschen abstrahieren.

Und ich glaube auch, dass der durchschnittliche aktuelle Student weniger gut mit Rückschlägen umgehen kann als der durchschnittliche Student von vor 10, 15 Jahren es konnte. Dummerweise ist das eine wichtige Fähigkeit fürs Leben.

Jeder darf aktuell meckern, und jeder wird einen Grund dafür haben. Aber ein verpasstes Praktikum im Ausland oder ein Jahr ohne Party wird euer Leben nicht zerstören. Es macht es vielleicht ein bisschen schlechter, aber das gehört dazu und wird noch häufiger passieren. Aufstehen, Krone richten, weiter machen.

Und es ist eine elementare Fähigkeiten, sich an geänderte Rahmenbedingungen anpassen zu können. Man kann also die Zeit jetzt nutzen um sich genau diese Fähigkeit anzueignen. Wer nur unter idealen Bedingungen zufrieden ist, wird im Berufsleben keine guten Chancen haben.

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WiWi Gast

Corona- ich kann nicht mehr

WiWi Gast schrieb am 18.02.2021:

Ich glaube niemand unterstellt hier, das eine ganze Generation so tickt, aber wenn gesamtgesellschaftliche Phänomene diskutiert werden muss man ein bisschen abstrahieren.

Und ich glaube auch, dass der durchschnittliche aktuelle Student weniger gut mit Rückschlägen umgehen kann als der durchschnittliche Student von vor 10, 15 Jahren es konnte. Dummerweise ist das eine wichtige Fähigkeit fürs Leben.

Jeder darf aktuell meckern, und jeder wird einen Grund dafür haben. Aber ein verpasstes Praktikum im Ausland oder ein Jahr ohne Party wird euer Leben nicht zerstören. Es macht es vielleicht ein bisschen schlechter, aber das gehört dazu und wird noch häufiger passieren. Aufstehen, Krone richten, weiter machen.

Und es ist eine elementare Fähigkeiten, sich an geänderte Rahmenbedingungen anpassen zu können. Man kann also die Zeit jetzt nutzen um sich genau diese Fähigkeit anzueignen. Wer nur unter idealen Bedingungen zufrieden ist, wird im Berufsleben keine guten Chancen haben.

wenn du dir die Threads von 2009 raussuchst, dann wirst du sehen, dass es damals genauso klang. Die vorherige Generation denkt immer, sie wäre klüger, robuster und ist weniger wehleidig.

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Voice of Reason

Corona- ich kann nicht mehr

Nein, ich gehöre ja selbst zu einer Generation an Leuten, die ohne jegliche Sorgen aufgewachsen sind, die keine wirklichen Krisen jemals erlebt haben.
Meine Generation ist aber von Leuten erzogen worden, die tatsächlich Krisen erlebt haben. Darauf wollte ich hinaus.

Leute, die keine schwierigen Zeiten erlebt haben, können nachvollziehbarer Weise nur sehr schwerlich die nachfolgende Generation darauf vorbereiten, dass es Krisen geben wird.

Freut euch, wenn ihr in 12 Monaten alle wieder Latte-schlürfend im Cafe sitzt und auf das hier als einen "Blip" in eurem Leben zurückschauen werden, werdet ihr zumindest eine Erfahrung haben, die ihr euren Kindern weitergeben könnt.

Nämlich: ja, es gibt schwierige Zeiten, ja es wird euch in dem Moment wie eine totale Katastrophe vorkommen und ihr werden glauben, dass euer Leben für alle Zeiten ruiniert ist. Ihr werdet in Scharen zum Psychologen rennen, Threads in anonymen Internetforen aufmachen.
Und doch werdet ihr danach erkennen, dass das alles komplett überzogen war, weil die Ups und Downs des Lebens nun einmal einfach dazugehören.

WiWi Gast schrieb am 18.02.2021:

Voice of Reason schrieb am 18.02.2021:

Das tut aber keinen Abbruch daran, dass die Gen Z (also der Großteil von euch) eine Generation seid, die ein wahnsinniges Talent darin hat, sich selbst Krisen herbeizureden, sich in Selbstzweifeln zu ergeben (ohne ernsthafte Gründe) und einfach grundsätzlich sehr fragil seid.

Wow, es gibt wirklich noch Leute, die diese Generations-Pauschalisierungen (Boomer, Gen X/Y/Z) für voll nehmen und Millionen junge Menschen bezüglich Leistungsbereitschaft, Konfliktfähigkeit, Stressresistenz, Fähigkeiten etc. in eine Schublade stecken?

Denkst du echt, dass du mit solchen Verallgemeinerungen junge Leute motivierst, die sich oft genug von älteren anhören dürfen, dass "damals ja alles so viel schwerer" war und "wir uns ja glücklich schätzen sollen".

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WiWi Gast

Corona- ich kann nicht mehr

Wieso regt ihr euch über Dinge auf, die ihr nicht ansatzweise ändern könnt? Das führt doch genau zu euren "Krisen". Meine Devise: Das beste draus machen, es gibt nicht nur schöne Zeiten. Jeder ist in der Lage selbst selbst für sein Glück/Unglück verantwortlich, auch in der aktuellen Situation.

Im meinem Studium war ich nie an der Uni und mein Freundeskreis hatte auch meist nichts mit der Uni zu tun - ich bin zu den Prüfungen aufgetaucht und habe ordentlich performed und bin nach Hause. Corona wäre wohl super für mich gewesen (Unis besser auf eine Remote-Welt ausgerichtet).
Und wenn ich so was höre, wie "ich kann mich nicht motivieren" - ganz ehrlich - dann studiert ihr das falsche. Das hat absolut nichts mit der aktuellen Situation zu tun, sondern mit eurem Mindset. Jetzt habt íhr die Zeit euch ausgebiet mit den Themen zu beschäftigen, die euch wirklich liegen und euch mental zu entwickeln. Seht das Ganze doch als Chance, mehr Zeit zu haben oder müsst ihr unbedingt im Vorlesungssaal hocken, sodass euch ein unmotivierter Prof die Inhalte vorkotzt - ein Großteil von euch hockt doch sowieso ab Tablet/Laptop und beschäftigt sich mit anderen Themen.

Klar wäre es mich auch lieber, ich könnte wieder uneingeschränkt Reisen, mit meiner Frau oder Freunden essen gehen und unseren Hobbies nachgehen. Wir haben aber in der aktuellen Zeit gute Alterantiven gefunden und zwar alles remote:

  • Feierabend Bier mit meinen Freunden, zwei mal die Woche
  • Spieleabende mit Freunden (PC-Spiele, Quizzes)
  • Cocktail-Abende oder gemeinsames Kochen
  • Einfach gemeinsam in Discord/Teams/Zoom über Gott und Welt reden mit Freunden
    Das macht alles Laune und schon scheint die aktuelle Situation garnicht mehr so schlimm.

Jetzt aber das große ABER: Habt ihr keinen ECHTEN Freundeskreis mit ECHTEN Freunden oder einen Partner wird das natürlich schwierig. Wenn in der aktuellen Situation plötzlich alle Kontakte wegbrechen, tja ich sage es ungern, waren diese Kontakte eher Bekanntschaften als Freunde.

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WiWi Gast

Corona- ich kann nicht mehr

Achso und deine Einschätzung basiert worauf?
Ich glaube, dass nur die wenigsten aufgrund der Folgen der aktuellen Krise irgendwie einen Nervenzusammenbruch, eine Lebenskrise o.ä. bekommen. Trotzdem kann man aber doch anerkennen, dass es einfach schade ist, dass ganze Jahrgänge aktuell bestimmte Erfahrungen verpassen (z.B. Studienbeginn, Auslandssemester etc), die sie so nicht nachholen können. Gibt es schlimmeres als das? Ja natürlich. Trotzdem ist es aber einfach ne beschissene Situation für die Leute, über die sie sich natürlich auch beschweren dürfen.

WiWi Gast schrieb am 18.02.2021:

Und ich glaube auch, dass der durchschnittliche aktuelle Student weniger gut mit Rückschlägen umgehen kann als der durchschnittliche Student von vor 10, 15 Jahren es konnte. Dummerweise ist das eine wichtige Fähigkeit fürs Leben.

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Bergerer

Corona- ich kann nicht mehr

Voice of Reason schrieb am 18.02.2021:

Freut euch, wenn ihr in 12 Monaten alle wieder Latte-schlürfend im Cafe sitzt und auf das hier als einen "Blip" in eurem Leben zurückschauen werden, werdet ihr zumindest eine Erfahrung haben, die ihr euren Kindern weitergeben könnt.

Nämlich: ja, es gibt schwierige Zeiten, ja es wird euch in dem Moment wie eine totale Katastrophe vorkommen und ihr werden glauben, dass euer Leben für alle Zeiten ruiniert ist. Ihr werdet in Scharen zum Psychologen rennen, Threads in anonymen Internetforen aufmachen.
Und doch werdet ihr danach erkennen, dass das alles komplett überzogen war, weil die Ups und Downs des Lebens nun einmal einfach dazugehören.

Vielleicht könnte der Leser hier auf den Gedanken kommen, dass die sozialen Bedürfnisse des Studierenden Anfang 20 andere sind als des hier begeistert kommentierenden Mittvierzigers, der in seiner Linie von „no hate - ernstgemeinte Frage“ (08.02.) auf pauschale Verurteilungen ganzer Altersgruppen gewechselt hat.

Selbst die Erkenntnis, dass im ersten Moment einschneidend wirkende Ereignisse vielleicht doch nicht so einschneidend sind, wird niemandem durch Einträge in Internetforen im Stile von „Stell dich nicht so an“ beigebracht werden können.

Ich bin jedenfalls heilfroh, jetzt kein Student zu sein und kann alle geäußerten Sorgen und Bedenken sehr gut nachvollziehen.

Bis die Lage sich bessert, und das wird sie irgendwann, das muss man sich vor Augen halten, kann gezielte Bewegung aus meiner Sicht helfen. Ich zum Beispiel habe seit neuestem einen Personal Trainer, was weniger teuer ist, als ich dachte. Unter Auflagen und je nach Bundesland sind solche oder andere Formen des Sports über das reine Joggen/Radfahren etc. hinaus erlaubt — eine Recherche im Netz kann da helfen!

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ExBerater

Corona- ich kann nicht mehr

Diese "Generations-Pauschalisierung" kommt ja nicht von ungefähr sondern basiert ja a) auf Vielzahl persönlicher Eindrücke aber auch b) bestätigt in soziologischen Studien.

Es geht auch nicht darum "früher war alles besser" oder "wir waren damals härter im Nehmen". Aber es gibt schon erkennbare Trends und Unterschiede.
Übrigend erlebe ich das täglich GERADE ALS Führungskraft. Damit muss ich leben. Nicht immer leicht, aber meine alte Generation ist ja anpassungsfähig ;-)

Ich persönlich habe schon so meine Theorien warum das heute so ist.
Es ist eine Kombination aus

  • Erziehung (wie oben beschrieben: Eltern die selbst keine Krise mitgemacht haben, Helikopter-Elterntum, dem Versprechen "du kannst alles erreichen"),
  • einem gesellschaftlichen Umfeld was vor lauter political correctness kein Verlieren, keine Rückschläge oder keine Abstufungen mehr zulässt (Verlierer bekommen eine Medaille, gegen eine schlechte Note wird geklagt, alle haben auf ein mal ein 1er Abi, wenn man aufgrund von was auch immer nicht eingestellt wird ist erst mal der AG Schuld),
  • und auch technologischen Trends die dazu geführt haben, dass vor allem heute scheinbar alles zu jeder Zeit kostenlos und allgegenwärtig verfügbar ist.

Den letzten Punkt finde ich dabei super wichtig.
Wir haben heute Flats für alles (Handy, Filme, Serien, Musik Kaffee, Essen,...). Dadurch gehen viele heute wie selbstverständlich davon aus, dass alles immer verfügbar sein muss - sozusagen alles nach ihrer Pfeife tanzen muss, alles immer planbar ist. Man braucht gar keine Pläne weil ja eh immer alles geht.

Und dann kommt Corona. Viele verstehen es nicht, sie können nichts dagegen tun. Da kann man noch so sehr Heulen, die Mama kommt nicht und kann auch niemanden Verklagen. Meine Mama hätte früher gesagt "ist halt so".

Aber glaubt uns "alten Leuten": Alles wird gut, ihr werdet noch genug Spaß haben, ihr habt auch keinen Nachteil weil es gerade allen gleich geht.

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WiWi Gast

Corona- ich kann nicht mehr

Die Einschätzung beruht ausschließlich auf eigener Erfahrung mit Praktikanten und Co in jetzt ca. 10 Jahren sowie Berichten befreundeter Uni-Dozenten zur Häufigkeit von Tränenausbrüchen bei Studenten. Also ohne Anspruch auf volle Repräsentationsfähigkeit aber auch nicht an den Haaren herbeigezogen.

Ansonsten gibst du aber ganz meine Meinung wieder: Es ist schade, man darf sich auch beschweren, aber es bricht keine Welt zusammen.

WiWi Gast schrieb am 18.02.2021:

Achso und deine Einschätzung basiert worauf?
Ich glaube, dass nur die wenigsten aufgrund der Folgen der aktuellen Krise irgendwie einen Nervenzusammenbruch, eine Lebenskrise o.ä. bekommen. Trotzdem kann man aber doch anerkennen, dass es einfach schade ist, dass ganze Jahrgänge aktuell bestimmte Erfahrungen verpassen (z.B. Studienbeginn, Auslandssemester etc), die sie so nicht nachholen können. Gibt es schlimmeres als das? Ja natürlich. Trotzdem ist es aber einfach ne beschissene Situation für die Leute, über die sie sich natürlich auch beschweren dürfen.

WiWi Gast schrieb am 18.02.2021:

Und ich glaube auch, dass der durchschnittliche aktuelle Student weniger gut mit Rückschlägen umgehen kann als der durchschnittliche Student von vor 10, 15 Jahren es konnte. Dummerweise ist das eine wichtige Fähigkeit fürs Leben.

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WiWi Gast

Corona- ich kann nicht mehr

WiWi Gast schrieb am 18.02.2021:

Ich glaube niemand unterstellt hier, das eine ganze Generation so tickt, aber wenn gesamtgesellschaftliche Phänomene diskutiert werden muss man ein bisschen abstrahieren.

Und ich glaube auch, dass der durchschnittliche aktuelle Student weniger gut mit Rückschlägen umgehen kann als der durchschnittliche Student von vor 10, 15 Jahren es konnte. Dummerweise ist das eine wichtige Fähigkeit fürs Leben.

Jeder darf aktuell meckern, und jeder wird einen Grund dafür haben. Aber ein verpasstes Praktikum im Ausland oder ein Jahr ohne Party wird euer Leben nicht zerstören. Es macht es vielleicht ein bisschen schlechter, aber das gehört dazu und wird noch häufiger passieren. Aufstehen, Krone richten, weiter machen.

Und es ist eine elementare Fähigkeiten, sich an geänderte Rahmenbedingungen anpassen zu können. Man kann also die Zeit jetzt nutzen um sich genau diese Fähigkeit anzueignen. Wer nur unter idealen Bedingungen zufrieden ist, wird im Berufsleben keine guten Chancen haben.

wenn du dir die Threads von 2009 raussuchst, dann wirst du sehen, dass es damals genauso klang. Die vorherige Generation denkt immer, sie wäre klüger, robuster und ist weniger wehleidig.

Gerade deshalb kann man sich doch von denen, die die Finanzkrise mitgemacht haben sagen lassen, dass es im Nachhinein alles halb so wild war und man den Kopf nicht in den Sand stecken soll.

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WiWi Gast

Corona- ich kann nicht mehr

Zum Generationenbashing, Aussagen wie "die heutigen Studenten sind zu weich", usw. fällt mir eigentlich nur folgendes ein:

"Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer."
-Sokrates, ca. 2400 Jahre vor unserer Zeit.

Insofern ist damit doch alles gesagt. Die Generation meiner Eltern schimpfte auf die "faulen" Jugendlichen, welche nur noch am Rechner/Playstation hingen. Nun schimpft die Generation danach eben auf die derzeitige Generation 20+- und sagt [...] "die sind alle zu weich". Man könnte den Spieß auch umdrehen und statt zu behauptet, dass die heutige Jugend wegen jeder Lapalie zum Psycho Doc rennt lieber froh sein, dass Offenheit hinsichtlich Druck und psychischer Probleme kein Tabuthema mehr ist und, insbesondere im Raum US/UK, sich inzwischen immer mehr Achtsamkeit für das Thema etabliert.

Aber für derartige Diskussionen sind wir hier wohl im falschen Forum. Dies ist der Ort der Highperformer, welche ja quasi gezielt nach Herausforderungen suchen. Da kommt Corona ja fast gelegen, damit die 12h Lern-Session nicht unnötigerweise durch den Besuch der Vorlesung unterbrochen werden muss sondern stattdessen bequem am Samstag Abend nachgeschaut werden kann. Was, du kannst dich seit Monaten nicht mehr in Person mit deinen Freunden treffen? Sieh es doch positiv, immerhin sparst du jetzt schließlich jede Woche 20€ die du sonst völlig unnötigerweise für Spaß und andere unnötige Dinge ausgegeben hättest...

Leute, niemand behauptet, dass es nur -> den einen <- Weg gibt im Leben Freude zu haben. Mir ist klar, dass die Studienzeit für viele eben nicht das Ideal darstellt, dass manch einer sogar von der derzeitigen Lage profitiert. Es ist aber schlichtweg ignorant die Sorgen der anderen nun kleinzureden, da man selber besser damit umgehen kann. Wer nicht erkennen möchte, dass die derzeitige Situation extrem belastend sein kann!, disqualifiziert sich meiner Meinung nach für jede weitere Diskussion.

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WiWi Gast

Corona- ich kann nicht mehr

WiWi Gast schrieb am 18.02.2021:

WiWi Gast schrieb am 18.02.2021:

Ich glaube niemand unterstellt hier, das eine ganze Generation so tickt, aber wenn gesamtgesellschaftliche Phänomene diskutiert werden muss man ein bisschen abstrahieren.

Und ich glaube auch, dass der durchschnittliche aktuelle Student weniger gut mit Rückschlägen umgehen kann als der durchschnittliche Student von vor 10, 15 Jahren es konnte. Dummerweise ist das eine wichtige Fähigkeit fürs Leben.

Jeder darf aktuell meckern, und jeder wird einen Grund dafür haben. Aber ein verpasstes Praktikum im Ausland oder ein Jahr ohne Party wird euer Leben nicht zerstören. Es macht es vielleicht ein bisschen schlechter, aber das gehört dazu und wird noch häufiger passieren. Aufstehen, Krone richten, weiter machen.

Und es ist eine elementare Fähigkeiten, sich an geänderte Rahmenbedingungen anpassen zu können. Man kann also die Zeit jetzt nutzen um sich genau diese Fähigkeit anzueignen. Wer nur unter idealen Bedingungen zufrieden ist, wird im Berufsleben keine guten Chancen haben.

wenn du dir die Threads von 2009 raussuchst, dann wirst du sehen, dass es damals genauso klang. Die vorherige Generation denkt immer, sie wäre klüger, robuster und ist weniger wehleidig.

Gerade deshalb kann man sich doch von denen, die die Finanzkriese mitgemacht haben sagen lassen, dass es im Nachhinein alles halb so wild war und man den Kopf nicht in den Sand stecken soll.

Das ist aber jetzt nicht gerade eine neue Erkenntnis aus der Zeit der Finanzkrise. Auch nach der Wirtschaftskrise nach der BotCom Bubble ging das Leben schon weiter und nach allen Krisen davor auch schon. Hätten die sich ja auch schon 2008 nicht so anstellen brauchen.

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WiWi Gast

Corona- ich kann nicht mehr

"Stell dich nicht so an, du kannst ja noch immer ein virtuelles Pubquiz mit den Kommilitonen aus England machen" ist in etwa so schlau wie dem arbeitsunfähigen Frührentner zu erzählen, dass seine Situation ja eigentlich gar nicht so schlimm ist, da er in Teilen Afrikas vermutlich gar nicht mehr Leben würde.

Übrigens:
Mir macht momentan weniger die Situation zurzeit sondern viel mehr der Ausblick auf das "Danach" Sorge:

  • a) Wann ist Covid wirklich "besiegt" / kommen wir überhaupt jemals wieder zu einem Zustand der annährend der Lage vor Anfang 2020 gleicht? Ich habe viele Vorzüge der Welt pre-Covid genossen, dazu gehören Reisefreiheit, Festivals, usw. Kommt das jemals wieder so zurück?

  • b) Welche langfristigen Auswirkungen haben die derzeitigen spalterischen Dynamiken in unserer Gesellschaft auf das gemeinsame Miteinander? In den USA erleben wir wozu "zu viel" Spaltung, zu viel Schwarz/Weiß-Denken führt. Wollen wir tiefgründig verfeindete Lager in unserer Gesellschaft? Es geht hier nicht um Impfgegner vs. Rest sondern u. a. auch wirtschaftliche Verlierer der Pandemie (bis hin zum Totalverlust) vs. eindeutige "Gewinner", das deutlich schwindene Ansehen von Politikern und deren Glaubwürdigkeit, usw.

  • c) Wie sehen die tatsächlichen wirtschaftlichen Folgen aus? Bisher erleben wir ja nur einen Bruchteil der eigentlichen Krise, welche defintiv kommen wird. Der große Arbeitsplatzabbau ist bisher dank Kurzarbeit & Co. verschoben – er ist aber nicht aufgehoben. Wir nehmen unfassbare Rekordsummen an Schulden auf. Wir haben Jahre lang auf wichtige Investitionen zugunsten der "Schwarzen Null" verzichtet. Ein fast lächerlicher Fliegenschiss – mit viel Schmerz verbunden damals – im Vergleich zu den neuen Kosten. Der Staat wird drastisch sparen müssen und gleichzeitig Gelder auftreiben. D. h. noch weniger Rente, weniger Investitionen, weniger Förderung auch für Studenten bei steigenden Steuern, Abgaben, etc. Ich weiß nicht, ob das jedem bewusst ist. Ich bin mir ebenso unsicher, wie derartige Dynamiken sich wiederum auf die Gesellschaft auswirken. Bleibt die EU so bestehen? Was passiert mit den nationalistischen Tendenzen?

Viele offene Fragen, welche mir über Lockdown & Co. hinaus viel Kopfzerbrechen bereiten.

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WiWi Gast

Corona- ich kann nicht mehr

WiWi Gast schrieb am 18.02.2021:

Zum Generationenbashing, Aussagen wie "die heutigen Studenten sind zu weich", usw. fällt mir eigentlich nur folgendes ein:

"Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer."
-Sokrates, ca. 2400 Jahre vor unserer Zeit.

Insofern ist damit doch alles gesagt. Die Generation meiner Eltern schimpfte auf die "faulen" Jugendlichen, welche nur noch am Rechner/Playstation hingen. Nun schimpft die Generation danach eben auf die derzeitige Generation 20+- und sagt [...] "die sind alle zu weich". Man könnte den Spieß auch umdrehen und statt zu behauptet, dass die heutige Jugend wegen jeder Lapalie zum Psycho Doc rennt lieber froh sein, dass Offenheit hinsichtlich Druck und psychischer Probleme kein Tabuthema mehr ist und, insbesondere im Raum US/UK, sich inzwischen immer mehr Achtsamkeit für das Thema etabliert.

Aber für derartige Diskussionen sind wir hier wohl im falschen Forum. Dies ist der Ort der Highperformer, welche ja quasi gezielt nach Herausforderungen suchen. Da kommt Corona ja fast gelegen, damit die 12h Lern-Session nicht unnötigerweise durch den Besuch der Vorlesung unterbrochen werden muss sondern stattdessen bequem am Samstag Abend nachgeschaut werden kann. Was, du kannst dich seit Monaten nicht mehr in Person mit deinen Freunden treffen? Sieh es doch positiv, immerhin sparst du jetzt schließlich jede Woche 20€ die du sonst völlig unnötigerweise für Spaß und andere unnötige Dinge ausgegeben hättest...

Leute, niemand behauptet, dass es nur -> den einen <- Weg gibt im Leben Freude zu haben. Mir ist klar, dass die Studienzeit für viele eben nicht das Ideal darstellt, dass manch einer sogar von der derzeitigen Lage profitiert. Es ist aber schlichtweg ignorant die Sorgen der anderen nun kleinzureden, da man selber besser damit umgehen kann. Wer nicht erkennen möchte, dass die derzeitige Situation extrem belastend sein kann!, disqualifiziert sich meiner Meinung nach für jede weitere Diskussion.

Amen!

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WiWi Gast

Corona- ich kann nicht mehr

Ganz ehrlich, die Leute die hier schreiben dass sich die Jungen nicht so anstellen sollen wegen corona sind für mich die unterste Schublade...

Ich selbst würde mich weder als unmotiviert noch verweichlicht sehen (einer der jahrgangsbesten im Bsc sowie 6 Monate beim Heer verbracht (komme aus Ö)). Trotzdem komme ich mit der derzeitigen Situation nur schwer zurecht. Meine Leistung sowie meine Motivation ist, vor allem in den letzten Monaten, am absoluten Tiefpunkt angelangt. Ich brauche einfach meinen Alltag und das gemeinsame lernen in der Bibliothek, ohne dem habe ich mir schon immer schwer getan effektiv zu lernen.

Klar die Generation 40+ die sowieso nie Bock hatte ins Büro zu fahren, jetzt mehr Freizeit hat im homeoffice und in der 120qm Wohnung sitzt hat da jetzt weniger ein Problem damit als der 21 Jährige student in seinem 12 qm Zimmer. Finde es aber lächerlich das darauf zu schieben dass die Jungen verweichlicht sind. Mein Praktikum im homeoffice war deutlich entspannter als das studieren jetzt.

Meiner Meinung nach ist es deutlich einfacher klare Aufgaben im homeoffice abzuarbeiten als sich hinter eine Masterarbeit zu setzen und eigenständig eine komplexe Materie zu erarbeiten. Und wenn jetzt jemand kommt mit arbeiten ist oft genauso komplex/fordernd wie ein master in einem quantitativen fach..nein ist es nicht (für die BWLer unter uns) und ich habe sowohl in einer UB als auch im M&A gearbeitet.

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Bergerer

Corona- ich kann nicht mehr

ExBerater schrieb am 18.02.2021:

Es geht auch nicht darum "früher war alles besser" oder "wir waren damals härter im Nehmen". Aber es gibt schon erkennbare Trends und Unterschiede.
Übrigend erlebe ich das täglich GERADE ALS Führungskraft. Damit muss ich leben. Nicht immer leicht, aber meine alte Generation ist ja anpassungsfähig ;-)

Ich fasse das mal zusammen: „Ich möchte ‚früher war alles besser‘ nicht aussprechen, weil das klingt wie Opa auf der Parkbank, aber im Prinzip meine ich genau das.“

Die genannten „Trends und Unterschiede“ weisen die ganze Klaviatur mentaler Biases auf, und es mischt sich vermeintlich Objektives mit subjektiven Eindrücken. Das beste Beispiel ist die am Schluss der Passage genannte Anpassungsfähigkeit, die die Generation der Boomer angeblich auszeichnet, während zwei Bullets später die gleiche Eigenschaft bei der jüngeren Generation als Sprunghaftigkeit angesehen wird. Dabei ist es in den vorab zitierten soziologische Studien Konsens wie fast nichts anderes, dass die Anpassungsfähigkeit der jüngeren Generation schon biografisch bedingt deutlich höher ist als in der älteren Generation. Das kann ich auch aus meinem Projekt Alltag bestätigen: diejenigen, die mit Veränderungen die größten Probleme haben, sind fast immer Carsten und Annette, und fast nie Stella und Yannick.

Auch der Vergleich zur Dotcom-Blase 2000, als auch zur Finanzkrise einige Jahre später ist irreführend: damals waren zwar das Wirtschaftsleben und die Berufsaussichten kurzfristig eingeschränkt, aber das soziale Leben lief normal weiter. Das ist jetzt zum ersten Mal nicht der Fall. Hier urteilen also Menschen, die eine solche Situation nie erlebten, über Menschen, die jetzt darin stecken. Dass Einschränkungen für Studenten im 23. Lebensjahr momentan härter sind als für Familienväter im 43. Lebensjahr, ist dagegen offensichtlich.

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WiWi Gast

Corona- ich kann nicht mehr

Findet ihr es nicht eigenartig dass der Thread eig. eine ganz andere Message hatte und die Millenials schlagartig das Thema in "Generation Z ist verweichlicht" umschwenkt? Fraglich wer hier wirklich rumheult.

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WiWi Gast

Corona- ich kann nicht mehr

Bergerer schrieb am 18.02.2021:

ExBerater schrieb am 18.02.2021:

Es geht auch nicht darum "früher war alles besser" oder "wir waren damals härter im Nehmen". Aber es gibt schon erkennbare Trends und Unterschiede.
Übrigend erlebe ich das täglich GERADE ALS Führungskraft. Damit muss ich leben. Nicht immer leicht, aber meine alte Generation ist ja anpassungsfähig ;-)

Ich fasse das mal zusammen: „Ich möchte ‚früher war alles besser‘ nicht aussprechen, weil das klingt wie Opa auf der Parkbank, aber im Prinzip meine ich genau das.“

Die genannten „Trends und Unterschiede“ weisen die ganze Klaviatur mentaler Biases auf, und es mischt sich vermeintlich Objektives mit subjektiven Eindrücken. Das beste Beispiel ist die am Schluss der Passage genannte Anpassungsfähigkeit, die die Generation der Boomer angeblich auszeichnet, während zwei Bullets später die gleiche Eigenschaft bei der jüngeren Generation als Sprunghaftigkeit angesehen wird. Dabei ist es in den vorab zitierten soziologische Studien Konsens wie fast nichts anderes, dass die Anpassungsfähigkeit der jüngeren Generation schon biografisch bedingt deutlich höher ist als in der älteren Generation. Das kann ich auch aus meinem Projekt Alltag bestätigen: diejenigen, die mit Veränderungen die größten Probleme haben, sind fast immer Carsten und Annette, und fast nie Stella und Yannick.

Auch der Vergleich zur Dotcom-Blase 2000, als auch zur Finanzkrise einige Jahre später ist irreführend: damals waren zwar das Wirtschaftsleben und die Berufsaussichten kurzfristig eingeschränkt, aber das soziale Leben lief normal weiter. Das ist jetzt zum ersten Mal nicht der Fall. Hier urteilen also Menschen, die eine solche Situation nie erlebten, über Menschen, die jetzt darin stecken. Dass Einschränkungen für Studenten im 23. Lebensjahr momentan härter sind als für Familienväter im 43. Lebensjahr, ist dagegen offensichtlich.

Gut, dass wenigstens noch einer hier zeigt, dass nicht alle Berater so eindimensional und unreflektiert denken

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ExBerater

Corona- ich kann nicht mehr

Sehe nicht so ganz wo ich das gesagt habe - aber OK.

OK, es ist alles nicht so wie wir das hier sehen.
Aber was auffällt

  • die Studenten weinen über die ach so schlimmer Zeit
  • die alten Böcke sagen "ihr weint zu viel"
  • die Studenten sagen "stimmt ja gar nicht, dass wir so viel weinen" oder "wir haben ja auch jedes Recht zu weinen"

Noch mal: Kann verstehen, dass es nicht ideal ist, einige leiden sich an der Isolation. Aber es betrifft uns alle, und ich bin mir sehr sicher (mit der Gelassenheit meines Alters) dass wir in einem Jahr darauf zurückblicken und sagen "jo, da war was. Aber jetzt holen wir alles auf"

Bergerer schrieb am 18.02.2021:

ExBerater schrieb am 18.02.2021:

Es geht auch nicht darum "früher war alles besser" oder "wir waren damals härter im Nehmen". Aber es gibt schon erkennbare Trends und Unterschiede.
Übrigend erlebe ich das täglich GERADE ALS Führungskraft. Damit muss ich leben. Nicht immer leicht, aber meine alte Generation ist ja anpassungsfähig ;-)

Ich fasse das mal zusammen: „Ich möchte ‚früher war alles besser‘ nicht aussprechen, weil das klingt wie Opa auf der Parkbank, aber im Prinzip meine ich genau das.“

Die genannten „Trends und Unterschiede“ weisen die ganze Klaviatur mentaler Biases auf, und es mischt sich vermeintlich Objektives mit subjektiven Eindrücken. Das beste Beispiel ist die am Schluss der Passage genannte Anpassungsfähigkeit, die die Generation der Boomer angeblich auszeichnet, während zwei Bullets später die gleiche Eigenschaft bei der jüngeren Generation als Sprunghaftigkeit angesehen wird. Dabei ist es in den vorab zitierten soziologische Studien Konsens wie fast nichts anderes, dass die Anpassungsfähigkeit der jüngeren Generation schon biografisch bedingt deutlich höher ist als in der älteren Generation. Das kann ich auch aus meinem Projekt Alltag bestätigen: diejenigen, die mit Veränderungen die größten Probleme haben, sind fast immer Carsten und Annette, und fast nie Stella und Yannick.

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WiWi Gast

Corona- ich kann nicht mehr

Bin der Vorposter, der das geschrieben hat. Du urteilst über eine Situation (kein Sozialleben während der Studienzeit), die du selbst nie erlebt hast und sagst die betroffenen Personen sollen sich mal gefälligst nicht so anstellen. Das ist ziemlich herablassend und ja, GENAU DAS hat was mit mangelnder sozialer Intelligenz zu tun.

Voice of Reason schrieb am 18.02.2021:

Und der Post etwas später, der ja auch mich persönlich direkt anspricht:
"Wirklich unfassbar mit wie wenig Empathie und sozialer Intelligenz hier viele argumentieren, vor allem wenn man bedenkt, dass diese zum Teil Führungskräfte in der Wirtschaft sind (KPMGler, Ex-Berater...)"

Das hat nichts mit sozialer Intelligenz oder fehlender Empathie zu tun, sondern damit, dass ich täglich mit genau dieser Zerbrechlichkeit der jungen Kollegen konfrontiert werde und mich ernsthaft dafür interessiere (und ernsthaft verstehen will), wo das auf einmal herkommt?!?

antworten
WiWi Gast

Corona- ich kann nicht mehr

Dieses Schubladen Denken zwischen "Millenials" und "Generation Z" führt nur dazu das Menschen kategorisiert werden, damit man sich selber leichter zurechtfindet obwohl man es besser wissen sollte. Im Endeffekt ist jeder ein Individuum.

antworten
WiWi Gast

Corona- ich kann nicht mehr

Ich will mich nicht großartig in diese geniale Debatte einmischen, aber 1 Punkt brennt mir dann doch auf der Seele..
"Die heutigen Studenten heulen alle rum, daher ist Generation Y/Z/whatever verweichlicht".

Die psychischen Probleme der heutigen Studenten begannen mit der Bologna-Reform, es hat schlicht gar nichts mit Generation A/B/C zu tun.
Euer altes Diplom war ein Luxus, bessere Studienbedingungen, mehr Zeit, mehr Freiheit, weniger Konkurrenz und weniger Leistungsdruck. Ich gönne jedem sein/ihr altes Diplom, aber anstatt euch einfach darüber zu freuen dass ihr es besser hattet macht ihr abwertende Kommentare zu Menschen die unter faktisch schlechteren Bedingungen studieren müssen als ihr.

Ich weiß dass jede Generation gerne in Versuchung verfällt über die nachfolgende zu lästern (wie auch bei meiner Generation), aber etwas Bodenhaftigkeit schadet nicht.

antworten
WiWi Gast

Corona- ich kann nicht mehr

ExBerater schrieb am 18.02.2021:

Sehe nicht so ganz wo ich das gesagt habe - aber OK.

OK, es ist alles nicht so wie wir das hier sehen.
Aber was auffällt

  • die Studenten weinen über die ach so schlimmer Zeit
  • die alten Böcke sagen "ihr weint zu viel"
  • die Studenten sagen "stimmt ja gar nicht, dass wir so viel weinen" oder "wir haben ja auch jedes Recht zu weinen"

Noch mal: Kann verstehen, dass es nicht ideal ist, einige leiden sich an der Isolation. Aber es betrifft uns alle, und ich bin mir sehr sicher (mit der Gelassenheit meines Alters) dass wir in einem Jahr darauf zurückblicken und sagen "jo, da war was. Aber jetzt holen wir alles auf"

Es ist sehr naiv zu glauben, dass es in einem Jahr rum ist. Wir werden jetzt dauerhaft den ach-so-aggressiven Mutanten hinterherlaufen, gegen die die Impfstoffe bald schon nicht mehr wirken (die mediale Drohkulisse wird gerade aufgebaut). Du Zukunft besteht aus einem Wechsel aus Lockdown und "Lockerungen". In den nächsten Jahren wird in den kalten Monaten ein großer Teil des Landes dicht sein.

Ich selbst bin berufstätiger Single in einer Stadt, in der ich praktisch niemanden kenne, und darf mich dank der Regierung meiner neuen Heimat Baden-Württemberg noch immer abends einsperren lassen. Ich drehe langsam aber sicher durch.

In der Medizin spricht man auch immer von "QALY", Quality Adjusted Life Years. Das, was man momentan noch hat, ist doch kein lebenswertes Leben mehr. Ist es es wirklich wert, die gesamte Bevölkerung auf Jahre einzusperren, damit die durchschnittliche Verweildauer in den Pflegeheimen nicht von 2 auf 1,75 Jahre sinkt?

Es reicht. Grundrechte sind nicht verhandelbar. Ich habe mich nie den politischen Rändern zugeneigt gefühlt, aber ich werde bei den anstehenden Wahlen eine Partei wählen, die verspricht, mich aus dem Lockdown zu holen. Und nein, nicht die politischen Schaumschläger von der FDP.

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WiWi Gast

Corona- ich kann nicht mehr

Deine Argumentation ist mindestens genauso voreingenommen wie du es den anderen vorwirfst.

Ich kann auch nicht komplett objektiv berichten, zähle aber weder zur einen, noch zur anderen Gruppe. Bin gerade aus der Uni raus und habe noch keine Kinder. Ich habe aber in beiden von dir genannten Gruppen Freunde. Und zumindest bei denen trifft es die 40er mit Kindern deutlich härter als die Studenten. Letztere kämpfen damit ihren Tag strukturiert zu bekommen, ihre Motivation nicht ganz zu verlieren und noch ein bisschen soziale Interaktion zu haben. Erstere gehen auf dem Zahnfleisch weil sie seit Monaten irgendwie versuchen müssen ihre unausgeglichenen Kinder zu betreuen während sie die Abende mit arbeiten verbringen und hoffen nicht in Kurzarbeit geschickt zu werden.
Ich glaube trotzdem, dass beide Gruppen unter der Situation leiden, aber nicht dass die Studenten hier besonders hervorstechen.

Und auch beim Vergleich mit Dotcom-, Finanz- oder Sonstwas-Krise geht es ja nicht darum, dass es exakt so war wie jetzt, sondern um die generelle Erfahrung, dass das Leben auch mal ein A****loch ist und einem Steine in den Weg wirft. Diese Erfahrung macht die Studentengeneration gerade zum ersten mal. Dummerweise mit etwas größeren Steinen als vor 13 Jahren, aber das ändert nichts am Grundproblem.

Veränderungen sind übrigens in der breiten Masse in keiner Altersschicht beliebt. Du vergleichst aber Äpfel mit Birnen, schau mal in die Literatur, gerade zu Change Management. Es stimmt dass jüngere gerade technische Änderungen besser annehmen und umsetzen können. Genauso reagieren sie aber auf gezwungene Änderungen labiler.

Bergerer schrieb am 18.02.2021:

ExBerater schrieb am 18.02.2021:

Es geht auch nicht darum "früher war alles besser" oder "wir waren damals härter im Nehmen". Aber es gibt schon erkennbare Trends und Unterschiede.
Übrigend erlebe ich das täglich GERADE ALS Führungskraft. Damit muss ich leben. Nicht immer leicht, aber meine alte Generation ist ja anpassungsfähig ;-)

Ich fasse das mal zusammen: „Ich möchte ‚früher war alles besser‘ nicht aussprechen, weil das klingt wie Opa auf der Parkbank, aber im Prinzip meine ich genau das.“

Die genannten „Trends und Unterschiede“ weisen die ganze Klaviatur mentaler Biases auf, und es mischt sich vermeintlich Objektives mit subjektiven Eindrücken. Das beste Beispiel ist die am Schluss der Passage genannte Anpassungsfähigkeit, die die Generation der Boomer angeblich auszeichnet, während zwei Bullets später die gleiche Eigenschaft bei der jüngeren Generation als Sprunghaftigkeit angesehen wird. Dabei ist es in den vorab zitierten soziologische Studien Konsens wie fast nichts anderes, dass die Anpassungsfähigkeit der jüngeren Generation schon biografisch bedingt deutlich höher ist als in der älteren Generation. Das kann ich auch aus meinem Projekt Alltag bestätigen: diejenigen, die mit Veränderungen die größten Probleme haben, sind fast immer Carsten und Annette, und fast nie Stella und Yannick.

Auch der Vergleich zur Dotcom-Blase 2000, als auch zur Finanzkrise einige Jahre später ist irreführend: damals waren zwar das Wirtschaftsleben und die Berufsaussichten kurzfristig eingeschränkt, aber das soziale Leben lief normal weiter. Das ist jetzt zum ersten Mal nicht der Fall. Hier urteilen also Menschen, die eine solche Situation nie erlebten, über Menschen, die jetzt darin stecken. Dass Einschränkungen für Studenten im 23. Lebensjahr momentan härter sind als für Familienväter im 43. Lebensjahr, ist dagegen offensichtlich.

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WiWi Gast

Corona- ich kann nicht mehr

Sehr spannende Diskussion.

Es ist doch eigentlich ganz einfach. Die Pandemie betrifft Leute schlichtweg in Abhängigkeit von den Lebensumständen und Persönlichkeitszügen. Für den Abiturienten ist es eben das 'gap year' das fehlt, für den Studenten das Wunsch zum Auslandsaufenthalt, für den jungen Manager der Zwang mehr Zeit mit den eigenen Kindern verbringen zu müssen und wieder andere betrifft die Krise absolut überhaupt nicht, weil sie schon vor der Krise wenig Kontakte zur Außenwelt gepflegt haben und ihr Arbeitsplatz nicht ortsgebunden ist. Und selbst innerhalb der verschiedenen 'Typen' mag es Leute geben für die eine Welt zusammenbricht, während andere die veränderte Umwelt mit einem lächeln wegstecken. Imho ist das ein Fakt.

Deswegen halte ich es auch für höchstproblematisch die verschiedenen Meinungen über die Einschränkung der persönlichen Entscheidungsfreiheit und Individualität (und das ist die Kernkonsequenz von Covid-19) zu bewerten. Das zeigt einmal nur wieder: jeder ist sich selbst am nächsten und baut seine Meinung einzig auf der eigenen Lebensrealität auf. Natürlich kann es dem 40-jährigen Manager mit Frau und 2 Kindern im frisch gekauften Haus egal sein, ob der Abiturient nun in Afrika Lehmhäuser baut oder nicht. Und dem 25 jährigen Subway Sandwich Artist (ja so heißt das im UK) ohne Schulabschluss und Familie ist es herzlich egal ob Kitas nun offen sind, oder nicht. Muss es aber nicht. Wichtig ist doch, dass man in dieser Zeit einfach mal ein bisschen Empathie mitbringt.

In diesem Sinne: versucht positive zu bleiben. Covid-19 ist (jedenfalls für die Meisten) nicht das Ende, sondern höchstens ein roadblock in einem langen Lebensweg.

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Bergerer

Corona- ich kann nicht mehr

WiWi Gast schrieb am 18.02.2021:

Deine Argumentation ist mindestens genauso voreingenommen wie du es den anderen vorwirfst.

Ich gebe dir vollkommen recht: Auch ich kann das nicht objektiv und für alle gleichermaßen beurteilen. Aber schau: Es macht für mich einen Unterschied, ob man jemanden auf einer solchen Basis verurteilt, oder ob man auf einer solchen Basis Verständnis äußert. Benefit of the doubt, und so.

Deshalb möchte ich auch nicht die Anstrengungen des Familienvaters gegen die Anstrengungen des Studenten aufrechnen. Mein Eindruck ist nur: in der aktuellen Situation sind fehlende echte soziale Kontakte ein Problem.
Während der Familienvater eben immerhin noch seine Familie um sich hat, haben das manche Studenten nicht. Hätte ich keine stabile Beziehung und keinen Job der mich täglich fordert, was ich als Student beides nicht hatte, dann wäre ich damals vermutlich nach spätestens zwei Wochen Lockdown zu meinen Eltern gefahren und wieder in mein Kinderzimmer eingezogen. Glücklich gemacht hätte mich das wahrscheinlich nicht.

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WiWi Gast

Corona- ich kann nicht mehr

Ich kann mir vorstellen, dass das Ganze schon hart ist, vor allem auch für Studenten, die ein Auslandssemester oder sowas machen wollten. Ich bin schon aus der Uni raus und im Berufsleben, aber mich hat es letztes Jahr härter erwischt. Job ist zum Glück sicher, aber psychisch war es nicht so gut. Leider komme ich aus schwierigen Familienverhältnissen und bin Single. Wenn man da niemanden hat, ist es schon wirklich schwer. Wenn ich jetzt sogar noch Student wäre und kein Geld hätte...

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WiWi Gast

Corona- ich kann nicht mehr

WiWi Gast schrieb am 18.02.2021:

In diesem Sinne: versucht positive zu bleiben. Covid-19 ist (jedenfalls für die Meisten) nicht das Ende, sondern höchstens ein roadblock in einem langen Lebensweg.

Es werden uns halt nur mehrere Jahre unseres Lebens geraubt, die wir sinnvoll hätten verbringen können, und zahllose Existenzen zerstört, damit die Regierung Symbolpolitk betreiben kann. Aber hey, bleiben wir positiv...

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WiWi Gast

Corona- ich kann nicht mehr

Natürlich ist die Situation Mist und jeder hat das Recht, mal zu motzen. Aber ich mache mir auch klar, dass es eine Menge Leute gibt, denen es deutlich mieser geht als mir.

Nicht jeder 30-60jährige hockt ohne Geldsorgen mit einer intakten Familie im eigenen Haus. Wenn jetzt jemand mit 50 sein Geschäft oder Job verliert, dann ist bei vielen einfach nicht mehr die Zeit, das aufzuholen. Und ältere Arbeitnehmer haben selbst in guten Zeiten keine tollen Chance auf dem Arbeitsmarkt.

Viele Familien mit Kindern sitzen in kleinen Wohnungen. Wenn da noch Faktoren wie finanzielle Sorgen dazu kommen, dann ist es nicht überraschend, dass die häusliche Gewalt massiv ansteigt.

Oder Alleinerziehende, die versuchen ein Job mit der Betreuung der Kinder auf die Reihe zu kriegen und dabei noch von schlechten Gewissen zerfressen werden, dass sie ihren Kindern nicht die Möglichkeiten bieten können, die andere Kinder haben.

Oder Leute mit Vorerkrankungen, die sich seit Beginn der Pandemie wirklich völlig abschotten und immer Angst haben, wenn sie mal aus der Wohnung müssen.

Bei der Liste kann man noch lange weiter machen. Mich kotzt es auch an, aber meiner Ansicht muss man in einer solchen Krise auch die eigene Situation im Vergleich zu anderen einordnen.

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WiWi Gast

Corona- ich kann nicht mehr

Provokante These:
Es geht vielen Leuten schlecht die sich vorher nur mit Aktionismus und Konsum betäubt haben.

Jetzt ist man gezwungen sich mit sich selbst auseinander zu setzen und zu realisieren worum es wirklich geht.
Hat auch an mir gezerrt, aber war mal ein reality check.

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WiWi Gast

Corona- ich kann nicht mehr

WiWi Gast schrieb am 18.02.2021:

Provokante These:
Es geht vielen Leuten schlecht die sich vorher nur mit Aktionismus und Konsum betäubt haben.

Jetzt ist man gezwungen sich mit sich selbst auseinander zu setzen und zu realisieren worum es wirklich geht.
Hat auch an mir gezerrt, aber war mal ein reality check.

Bist wohl introvertiert. Geht mir genauso, ich kann mich auch sehr gut alleine beschäftigen. Aber es gibt viele Leute, die einfach Action und viele Sozialkontakte brauchen und ansonsten depressiv werden. Das hat nichts mit betäuben zu tun, sondern ist ein ganz normaler Charaktertyp der wohl auf die Mehrheit der Bevölkerung zutrifft.

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WiWi Gast

Corona- ich kann nicht mehr

WiWi Gast schrieb am 18.02.2021:

Bei der Liste kann man noch lange weiter machen. Mich kotzt es auch an, aber meiner Ansicht muss man in einer solchen Krise auch die eigene Situation im Vergleich zu anderen einordnen.

Wenn ich eines in meiner Psychotherapie gelernt habe, was ich anderen mitgeben möchte, ist es, dass genau sowas total problematisch ist. Was ändert es an der persönlichen Lage wenn jemand einem sagt, dass andere es noch schlimmer haben? Das führt oft dazu, dass man sich so fühlt, als ob die eigene Situation nicht ernst genommen wird. Also bitte bitte bitte lasst solche Vergleiche in derartigen Situationen!

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SarahSayonara

Wir können alle nicht mehr

Ich finde die Diskussion gerade wenig förderlich. Es macht einfach keinen Sinn zu vergleichen, wer gerade am Meisten leidet und verzweifelt ist. Ob man nun Student ist und in Einführungszeichen NUR psychisch an der Isolation in einer fremden Stadt und ohne Kontakte leidet oder die Menschen die ein kleines Business haben und jetzt vor dem Ende ihrer Existenz stehen. Das geht weiter über die alten Menschen die gerade alleine sterben, weil sie nicht besucht werden dürfen. Das geht weiter über die Kinder die gerade massiv traumatisiert werden weil sie halt verdammt nochmal Kinder sind und wie Schwerverbrecher eingesperrt und von ihren Freunden abgeschnitten werden und teilweise auch keine Rückzugsorte haben wo sie in Ruhe lernen können. Im Endeffekt sitzen wir gerade alle im selben Boot.

Aber diese Leute in der Zivilgesellschaft zählen halt im Endeffekt nicht. Für die Beamten die den Staat am Laufen halten kommt das Geld doch pünktlich und in rauen Mengen - egal wie es gerade in der Wirtschaft läuft und unabhängig davon ob eine nennenswerte Arbeitsleistung erbracht wurde oder nicht. Und da liegt das eigentliche Problem. Die Leute die in diesem Land an wichtigen Schaltstellen sitzen, haben überhaupt keinen Bezug mehr zur Realität und müssen sich auch nicht mit ihr auseinandersetzen.

Statt daraus einen Wettbewerb zu machen wem es hier am schlechtesten geht, sollte man lieber mal darauf schauen wem es gerade verhältnismäßig am Besten geht. Und das sind dann auch genau die Leute die am wenigsten intrinsisch motiviert sind zu normalen Zuständen zurückzukehren.

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WiWi Gast

Corona- ich kann nicht mehr

auch ohne Corona würde ich die Krise bekommen in einer kleinen Stadt, in der Großstadt ist anders

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WiWi Gast

Corona- ich kann nicht mehr

WiWi Gast schrieb am 18.02.2021:

Sehr spannende Diskussion.

Es ist doch eigentlich ganz einfach. Die Pandemie betrifft Leute schlichtweg in Abhängigkeit von den Lebensumständen und Persönlichkeitszügen. Für den Abiturienten ist es eben das 'gap year' das fehlt, für den Studenten das Wunsch zum Auslandsaufenthalt, für den jungen Manager der Zwang mehr Zeit mit den eigenen Kindern verbringen zu müssen und wieder andere betrifft die Krise absolut überhaupt nicht, weil sie schon vor der Krise wenig Kontakte zur Außenwelt gepflegt haben und ihr Arbeitsplatz nicht ortsgebunden ist. Und selbst innerhalb der verschiedenen 'Typen' mag es Leute geben für die eine Welt zusammenbricht, während andere die veränderte Umwelt mit einem lächeln wegstecken. Imho ist das ein Fakt.

Deswegen halte ich es auch für höchstproblematisch die verschiedenen Meinungen über die Einschränkung der persönlichen Entscheidungsfreiheit und Individualität (und das ist die Kernkonsequenz von Covid-19) zu bewerten. Das zeigt einmal nur wieder: jeder ist sich selbst am nächsten und baut seine Meinung einzig auf der eigenen Lebensrealität auf. Natürlich kann es dem 40-jährigen Manager mit Frau und 2 Kindern im frisch gekauften Haus egal sein, ob der Abiturient nun in Afrika Lehmhäuser baut oder nicht. Und dem 25 jährigen Subway Sandwich Artist (ja so heißt das im UK) ohne Schulabschluss und Familie ist es herzlich egal ob Kitas nun offen sind, oder nicht. Muss es aber nicht. Wichtig ist doch, dass man in dieser Zeit einfach mal ein bisschen Empathie mitbringt.

In diesem Sinne: versucht positive zu bleiben. Covid-19 ist (jedenfalls für die Meisten) nicht das Ende, sondern höchstens ein roadblock in einem langen Lebensweg.

Sehr schöner, ausgeglichener Kommentar. Gibt zu wenige davon hier im Forum!

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WiWi Gast

Corona- ich kann nicht mehr

WiWi Gast schrieb am 18.02.2021:

Provokante These:
Es geht vielen Leuten schlecht die sich vorher nur mit Aktionismus und Konsum betäubt haben.

Jetzt ist man gezwungen sich mit sich selbst auseinander zu setzen und zu realisieren worum es wirklich geht.
Hat auch an mir gezerrt, aber war mal ein reality check.

Gegenthese:
Für viele Leute waren soziale Kontakte der eigentliche Kern des "Lebens" – aus soziologischer Sicht betrachtet übrigens auch eine spannende Forschungsrichtung. Die momentanen Maßnahmen schlagen in genau jenen Wesenskern vieler Menschen und treffen uns dort, wo es am meisten weh tut. Das sind die Kinder, welche ihre Freunde nicht mehr treffen können, Studenten, welche statt mit den Kommilitonen gemeinsam in der Uni zu hocken nun im Elternhaus vereinsamen, die 30-jährigen Singles, allein im 100qm Apartment, oder auch die verwitwete Omi, welche nun weder von den Enkeln, noch vom sozialen Dienst Besuch bekommt.

Da geht es dann weniger um das "Betäuben" von irgendwelchen Unzufriedenheiten sondern viel mehr dem Nachgehen des eigentlichen "Sinn des Lebens" (übertrieben gesprochen).

Zudem ist dies für uns alle das erste Mal:
Wirtschaftskrisen hat die Generation ü30 bereits hinter sich, die Generation ü40 sogar gleich zwei Mal. Erzwungene Isolation kombiniert mit einer ständigen Drohkulisse, dass jeglicher menschliche Kontakt tötliche Folgen haben könnte, ist hingegen neu.

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WiWi Gast

Corona- ich kann nicht mehr

WiWi Gast schrieb am 18.02.2021:

Leute die beste Zeit eures Lebens soll das Studium sein?

Bei mir und meinem Freudeskreis war es 14-18, da wurden die wildestens Parties gefeiert und Alkohl floss in Strömen. Muskelkater vor lachen, Schei*e gebaut ohne Ende. Wir fühlten uns wie Könige!

Im Studium hingegen ist alles schon auf Spiesser Erwachsenen Leben getrimmt und der Spass wohldosidert. Die nachhechelei nach Praktikum, Ausland, Noten, etc. Von Freiheit und go for it im ggs. Zu 14-18 keine Spur.

Das wird dann mit dem Job noch krasser. Aber die Studentenzeit als beste des Lebens... da habt ihr eure Adoleszenz nicht richtig ausgelebt oder halt eure Eltern.

Das war früher anders. Vielleicht ist es außerhalb dieses Forums auch heute noch anders. Die Zeit von 14 bis 18 ging damals (2006-2011 bei mir) nahtlos weiter. Verkatert in die Prüfung, kaum Vorlesungen besucht, 3-4x Ausgehen pro Woche usw. - war eigentlich sogar öfters als in der Schule. Da konnte man nicht einfach die ersten zwei Doppelstunden schwänzen und 11 Uhr verkatert in der letzten Reihe sitzen. Nicht, dass wir das nicht auch gemacht hätten.

Ich hatte damals ein Praktikum gemacht, mich um Noten nicht geschert und trotzdem einen Top-Job im Konzern bekommen.

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WiWi Gast

Wir können alle nicht mehr

SarahSayonara schrieb am 18.02.2021:

Ich finde die Diskussion gerade wenig förderlich. Es macht einfach keinen Sinn zu vergleichen, wer gerade am Meisten leidet und verzweifelt ist. Ob man nun Student ist und in Einführungszeichen NUR psychisch an der Isolation in einer fremden Stadt und ohne Kontakte leidet oder die Menschen die ein kleines Business haben und jetzt vor dem Ende ihrer Existenz stehen. Das geht weiter über die alten Menschen die gerade alleine sterben, weil sie nicht besucht werden dürfen. Das geht weiter über die Kinder die gerade massiv traumatisiert werden weil sie halt verdammt nochmal Kinder sind und wie Schwerverbrecher eingesperrt und von ihren Freunden abgeschnitten werden und teilweise auch keine Rückzugsorte haben wo sie in Ruhe lernen können. Im Endeffekt sitzen wir gerade alle im selben Boot.

Aber diese Leute in der Zivilgesellschaft zählen halt im Endeffekt nicht. Für die Beamten die den Staat am Laufen halten kommt das Geld doch pünktlich und in rauen Mengen - egal wie es gerade in der Wirtschaft läuft und unabhängig davon ob eine nennenswerte Arbeitsleistung erbracht wurde oder nicht. Und da liegt das eigentliche Problem. Die Leute die in diesem Land an wichtigen Schaltstellen sitzen, haben überhaupt keinen Bezug mehr zur Realität und müssen sich auch nicht mit ihr auseinandersetzen.

Statt daraus einen Wettbewerb zu machen wem es hier am schlechtesten geht, sollte man lieber mal darauf schauen wem es gerade verhältnismäßig am Besten geht. Und das sind dann auch genau die Leute die am wenigsten intrinsisch motiviert sind zu normalen Zuständen zurückzukehren.

Ich bin etwas verwundert, wie du von deinem ersten reflektierten Absatz in haltloses Beamten-Bashing übergehst.

Abgesehen davon dass es sehr wenige Beamte im Vergleich zur Gesamtbevölkerung gibt, und die somit gar keine wirklich nennenswerte Übermacht darstellen können, sind es ja wie du selbst schreibst gerade die, die den Staat am Laufen halten.

Zum Thema Geld pünktlich (selbstverständlich, so wie bei den meisten anderen auch) und in rauen Mengen. In den meisten anderen Threads, in dem das Thema Beamtenbesoldung angeschnitten wird, sind sich die meisten einig, dass sie für die paar müden Kröten nichtmal aufstehen würden. Sobald sich aber irgendeine Krise andeutet, kriechen alle Selbständigen oder sonst Risikoaffinen, welche für den freien Mark plädieren und niemals im ÖD arbeiten wollen würden raus und schimpfen auf die bösen Beamten. Warum?! By the way, wenn es der Wirtschaft und dem Staatshaushalt nicht gut geht, wird weniger Geld in den Beamtenapparat in Form von z. B. Löhnen gepumpt als bei florierender Wirtschaft.

Die Leute, die in diesem Land an den wichtigen Schaltstellen sitzen, sind die Politiker, die großen CEO´s die durch Lobbyismus Druck auf die Politik ausüben und von mir aus die Bild-Chefredakteure aber keine (hochrangingen) Beamten. Die sind meist zu feige iwelche Entscheidungen zu treffen.

Glaubst du wirklich, dass die Beamten gerne in diesem Zustand verweilen würden? Das schreibst du nämlich in deinem letzten Absatz.

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WiWi Gast

Corona- ich kann nicht mehr

WiWi Gast schrieb am 18.02.2021:

ExBerater schrieb am 18.02.2021:

Sehe nicht so ganz wo ich das gesagt habe - aber OK.

OK, es ist alles nicht so wie wir das hier sehen.
Aber was auffällt

  • die Studenten weinen über die ach so schlimmer Zeit
  • die alten Böcke sagen "ihr weint zu viel"
  • die Studenten sagen "stimmt ja gar nicht, dass wir so viel weinen" oder "wir haben ja auch jedes Recht zu weinen"

Noch mal: Kann verstehen, dass es nicht ideal ist, einige leiden sich an der Isolation. Aber es betrifft uns alle, und ich bin mir sehr sicher (mit der Gelassenheit meines Alters) dass wir in einem Jahr darauf zurückblicken und sagen "jo, da war was. Aber jetzt holen wir alles auf"

Es ist sehr naiv zu glauben, dass es in einem Jahr rum ist. Wir werden jetzt dauerhaft den ach-so-aggressiven Mutanten hinterherlaufen, gegen die die Impfstoffe bald schon nicht mehr wirken (die mediale Drohkulisse wird gerade aufgebaut). Du Zukunft besteht aus einem Wechsel aus Lockdown und "Lockerungen". In den nächsten Jahren wird in den kalten Monaten ein großer Teil des Landes dicht sein.

Ich selbst bin berufstätiger Single in einer Stadt, in der ich praktisch niemanden kenne, und darf mich dank der Regierung meiner neuen Heimat Baden-Württemberg noch immer abends einsperren lassen. Ich drehe langsam aber sicher durch.

In der Medizin spricht man auch immer von "QALY", Quality Adjusted Life Years. Das, was man momentan noch hat, ist doch kein lebenswertes Leben mehr. Ist es es wirklich wert, die gesamte Bevölkerung auf Jahre einzusperren, damit die durchschnittliche Verweildauer in den Pflegeheimen nicht von 2 auf 1,75 Jahre sinkt?

Es reicht. Grundrechte sind nicht verhandelbar. Ich habe mich nie den politischen Rändern zugeneigt gefühlt, aber ich werde bei den anstehenden Wahlen eine Partei wählen, die verspricht, mich aus dem Lockdown zu holen. Und nein, nicht die politischen Schaumschläger von der FDP.

Sehe ich genauso. Ich bin auch der Meinung, dass sich die Politik (nahezu weltweit) verlaufen hat. War einfach nicht die schlauste Taktik, die Bevölkerung in Panik zu versetzen und eine moralisierende Debatte zu führen. Jetzt sind sie halt an einem Punkt, an dem sie nicht einfach sagen können: „Jo, alles wieder auf Start“. Man müsse sich nur vorstellen, wie die Öffentlichkeit dann selbst die „Menschenleben sind das höchste Gut“ oder „Wie können sie Menschen ersticken lassen“ Karte spielen würde - zu Recht.

Mittlerweile weiß wahrscheinlich jeder informierte Politiker, dass die vermeintliche „Medizin“ (lockdown) mehr Schaden verursacht als das böse Virus je hätte anrichten können.

Also wenn die Politik das in den nächsten Monaten nicht in eine andere Richtung lenkt, werde ich mein Kreuzchen dieses Jahr auch an anderer Stelle setzen. Mit anderer Richtung meine ich nicht etwa Lockerungen, sondern eine ausgeglichenere Debatte, die auch Kritiker zu Wort kommen lässt. Weiss bis heute nicht, warum man Prof Homburg nicht zu Wort kommen lässt. Wenn seine Forschungen doch so unwissenschaftlich sind, könnte man sie doch ganz leicht widerlegen.

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WiWi Gast

Corona- ich kann nicht mehr

WiWi Gast schrieb am 18.02.2021:

Provokante These:
Es geht vielen Leuten schlecht die sich vorher nur mit Aktionismus und Konsum betäubt haben.

Jetzt ist man gezwungen sich mit sich selbst auseinander zu setzen und zu realisieren worum es wirklich geht.
Hat auch an mir gezerrt, aber war mal ein reality check.

Unsinn. Mein Privatleben bestand bis Corona aus meinen Hobbys (Teamsport) und meinen Sozialkontakten. Ich war oft nur zum Schlafen daheim und habe mich fast jeden Tag mit irgendjemanden getroffen - ohne übermäßigen "Konsum". Momentan sitze ich nur noch daheim und frage mich, wie lange das alles noch gehen soll. Voraussichtlich ja leider für immer, wenn man 1 und 1 zusammenzählen kann.

Wenn man zu der Fraktion gehört, für die Netflix ohnehin den einzigen Feierabendinhalt darstellt, macht einem das alles natürlich nichts aus.

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WiWi Gast

Wir können alle nicht mehr

WiWi Gast schrieb am 19.02.2021:

SarahSayonara schrieb am 18.02.2021:

Ich finde die Diskussion gerade wenig förderlich. Es macht einfach keinen Sinn zu vergleichen, wer gerade am Meisten leidet und verzweifelt ist. Ob man nun Student ist und in Einführungszeichen NUR psychisch an der Isolation in einer fremden Stadt und ohne Kontakte leidet oder die Menschen die ein kleines Business haben und jetzt vor dem Ende ihrer Existenz stehen. Das geht weiter über die alten Menschen die gerade alleine sterben, weil sie nicht besucht werden dürfen. Das geht weiter über die Kinder die gerade massiv traumatisiert werden weil sie halt verdammt nochmal Kinder sind und wie Schwerverbrecher eingesperrt und von ihren Freunden abgeschnitten werden und teilweise auch keine Rückzugsorte haben wo sie in Ruhe lernen können. Im Endeffekt sitzen wir gerade alle im selben Boot.

Aber diese Leute in der Zivilgesellschaft zählen halt im Endeffekt nicht. Für die Beamten die den Staat am Laufen halten kommt das Geld doch pünktlich und in rauen Mengen - egal wie es gerade in der Wirtschaft läuft und unabhängig davon ob eine nennenswerte Arbeitsleistung erbracht wurde oder nicht. Und da liegt das eigentliche Problem. Die Leute die in diesem Land an wichtigen Schaltstellen sitzen, haben überhaupt keinen Bezug mehr zur Realität und müssen sich auch nicht mit ihr auseinandersetzen.

Statt daraus einen Wettbewerb zu machen wem es hier am schlechtesten geht, sollte man lieber mal darauf schauen wem es gerade verhältnismäßig am Besten geht. Und das sind dann auch genau die Leute die am wenigsten intrinsisch motiviert sind zu normalen Zuständen zurückzukehren.

Ich bin etwas verwundert, wie du von deinem ersten reflektierten Absatz in haltloses Beamten-Bashing übergehst.

Abgesehen davon dass es sehr wenige Beamte im Vergleich zur Gesamtbevölkerung gibt, und die somit gar keine wirklich nennenswerte Übermacht darstellen können, sind es ja wie du selbst schreibst gerade die, die den Staat am Laufen halten.

Zum Thema Geld pünktlich (selbstverständlich, so wie bei den meisten anderen auch) und in rauen Mengen. In den meisten anderen Threads, in dem das Thema Beamtenbesoldung angeschnitten wird, sind sich die meisten einig, dass sie für die paar müden Kröten nichtmal aufstehen würden. Sobald sich aber irgendeine Krise andeutet, kriechen alle Selbständigen oder sonst Risikoaffinen, welche für den freien Mark plädieren und niemals im ÖD arbeiten wollen würden raus und schimpfen auf die bösen Beamten. Warum?! By the way, wenn es der Wirtschaft und dem Staatshaushalt nicht gut geht, wird weniger Geld in den Beamtenapparat in Form von z. B. Löhnen gepumpt als bei florierender Wirtschaft.

Die Leute, die in diesem Land an den wichtigen Schaltstellen sitzen, sind die Politiker, die großen CEO´s die durch Lobbyismus Druck auf die Politik ausüben und von mir aus die Bild-Chefredakteure aber keine (hochrangingen) Beamten. Die sind meist zu feige iwelche Entscheidungen zu treffen.

Glaubst du wirklich, dass die Beamten gerne in diesem Zustand verweilen würden? Das schreibst du nämlich in deinem letzten Absatz.

Ich habe mitbekommen, wie das sogenannte Home-Office (Telearbeit) bei manchen (!) Beamten im Moment aussieht. Ich kenne es aus einem Landesministerium, Beamter im höheren Dienst (also A13 oder höher, Referendar als Bezeichnung).

Da es keine technische Infrastruktur gibt, wurde er ohne Laptop nach Hause geschickt und nimmt 1-2x am Tag an Telefonkonferenzen teil. Das war es. Sicherlich nicht der Normalfall, aber auch so geht es in manchen (!) Landesbehörden im Moment zu.

Bezüge werden natürlich nicht gekürzt. Ist für Beamte gar nicht möglich.

Und jetzt die andere Seite. Bei Softwareentwicklern ist heutzutage ein tägliches Scrum Meeting Standard. In diesem Meeting muss jeder Softwareentwickler Rechenschaft darüber ablegen, was er seit dem letzten Scrum-Meeting getan hat. Also seit gestern. Natürlich ist das ein fancy Teamevent usw. und es gibt einen Obstkorb - aber trotzdem muss dort täglich der Fortschritt nachgewiesen werden.

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WiWi Gast

Wir können alle nicht mehr

Ich habe mein Abi 2006 gemacht und bin daher die Generation davor.
Trotzdem kann ich den Missmut der aktuellen Studenten sehr gut verstehen. Gerade in dieser Zeit werden viele soziale Kontakte fürs Leben geschlossen und neu entdeckt. Später im Leben beschränkt sich die soziale Interaktion eher auf ein bestehendes Freundschaftsnetzwerk. Gerade als Single konnte man in der Zeit viele Frauen kennenlernen, da man mit Leuten zusammenkam, die ähnlich alt und in der gleichen Lebenssituation waren.

Ein Auslandssemester zur Selbstfindung kann man nicht mit der selbstkritischen Auseinandersetzung seiner Selbst zur Hause ausgleichen.
Der aktive Austausch vor Ort an der Hochschule hat mir das Lernen damals enorm vereinfacht, da Dinge schnell greifbar wurden. Online Session leider ein dürftiger Ersatz.

Nur weil man an der Lage aktuell nichts ändern kann, finde ich es aber umso wichtiger darüber zu reden und das Thema nicht einfach zu untergraben mit dem Kredo "alle Krisen gehen irgendwann vorbei". Die Lage ist auch so belastend, weil kein Ende in Sicht ist.

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WiWi Gast

Wir können alle nicht mehr

Ein sehr interessanter Thread. Allerdings kann ich nur mit dem Kopf schütteln, wenn hier ernsthaft vertreten wird, die Studenten wären diejenigen, die am schlimmsten von Corona betroffen wären. Leute gehts noch? Schon mal an all die Selbstständigen gedacht, deren Existenz gerade den Bach runter geht, an die alten Leute in den Pflegeheimen, die gerade sterben wie die Fliegen? An die Eltern, die rotieren? An die Leute, die monatlich Ihre Raten fürs Haus zahlen müssen?

Und da beschwert IHR Euch über ein ausgefallenes Auslandssemester und weniger Saufgelage? Really??

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WiWi Gast

Corona- ich kann nicht mehr

ExBerater schrieb am 18.02.2021:

Diese "Generations-Pauschalisierung" kommt ja nicht von ungefähr sondern basiert ja a) auf Vielzahl persönlicher Eindrücke aber auch b) bestätigt in soziologischen Studien.

Es geht auch nicht darum "früher war alles besser" oder "wir waren damals härter im Nehmen". Aber es gibt schon erkennbare Trends und Unterschiede.
Übrigend erlebe ich das täglich GERADE ALS Führungskraft. Damit muss ich leben. Nicht immer leicht, aber meine alte Generation ist ja anpassungsfähig ;-)

Ich persönlich habe schon so meine Theorien warum das heute so ist.
Es ist eine Kombination aus

  • Erziehung (wie oben beschrieben: Eltern die selbst keine Krise mitgemacht haben, Helikopter-Elterntum, dem Versprechen "du kannst alles erreichen"),
  • einem gesellschaftlichen Umfeld was vor lauter political correctness kein Verlieren, keine Rückschläge oder keine Abstufungen mehr zulässt (Verlierer bekommen eine Medaille, gegen eine schlechte Note wird geklagt, alle haben auf ein mal ein 1er Abi, wenn man aufgrund von was auch immer nicht eingestellt wird ist erst mal der AG Schuld),
  • und auch technologischen Trends die dazu geführt haben, dass vor allem heute scheinbar alles zu jeder Zeit kostenlos und allgegenwärtig verfügbar ist.

Den letzten Punkt finde ich dabei super wichtig.
Wir haben heute Flats für alles (Handy, Filme, Serien, Musik Kaffee, Essen,...). Dadurch gehen viele heute wie selbstverständlich davon aus, dass alles immer verfügbar sein muss - sozusagen alles nach ihrer Pfeife tanzen muss, alles immer planbar ist. Man braucht gar keine Pläne weil ja eh immer alles geht.

Und dann kommt Corona. Viele verstehen es nicht, sie können nichts dagegen tun. Da kann man noch so sehr Heulen, die Mama kommt nicht und kann auch niemanden Verklagen. Meine Mama hätte früher gesagt "ist halt so".

Aber glaubt uns "alten Leuten": Alles wird gut, ihr werdet noch genug Spaß haben, ihr habt auch keinen Nachteil weil es gerade allen gleich geht.

Aha und wie viele der "soziologischen Studien" hast du gelesen und auf welche beziehst du dich genau und warum?

Für mich verliert ein Beitrag in der Regel jede Glaubwürdigkeit, wenn zu Beginn ganz allgemein mit "Studien haben bewiesen" argumentiert wird. Das wirkt im ersten Moment immer als hätte sich der Verfasser wissenschaftlich mit dem Thema auseinandergesetzt und in der Realität hat er auf dem Weg zur Arbeit mal von einer Studie im Radio gehört.

Ansonsten sehe ich hier doch auch viele Vorurteile in deinem Beitrag, z.B. bin ich der Ansicht das Kinder heute eher mehr Wettbewerb ausgesetzt sind als früher aber gut (3 ist keine akzeptable Note mehr, selbst in der Kita wird chinesisch unterrichtet) aber gut, man muss ja auch nicht immer einer Meinung sein.

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WiWi Gast

Wir können alle nicht mehr

WiWi Gast schrieb am 19.02.2021:

Ein sehr interessanter Thread. Allerdings kann ich nur mit dem Kopf schütteln, wenn hier ernsthaft vertreten wird, die Studenten wären diejenigen, die am schlimmsten von Corona betroffen wären. Leute gehts noch? Schon mal an all die Selbstständigen gedacht, deren Existenz gerade den Bach runter geht, an die alten Leute in den Pflegeheimen, die gerade sterben wie die Fliegen? An die Eltern, die rotieren? An die Leute, die monatlich Ihre Raten fürs Haus zahlen müssen?

Und da beschwert IHR Euch über ein ausgefallenes Auslandssemester und weniger Saufgelage? Really??

Wirklich. Ich bin jeden Tag froh, im Moment noch am Studieren zu sein - meiner Meinung nach ist das im Moment eine der komfortabelsten Situation, die man überhaupt haben kann!

Merken nur viele nicht, weil sie in ihrem überaus komfortablen Leben noch nie in einer Situation waren, die eventuell etwas unangenehm ist weil (um Gottes Willen) nicht alles sofort machen können was sie gerne würden.

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WiWi Gast

Wir können alle nicht mehr

WiWi Gast schrieb am 19.02.2021:

Ein sehr interessanter Thread. Allerdings kann ich nur mit dem Kopf schütteln, wenn hier ernsthaft vertreten wird, die Studenten wären diejenigen, die am schlimmsten von Corona betroffen wären. Leute gehts noch? Schon mal an all die Selbstständigen gedacht, deren Existenz gerade den Bach runter geht, an die alten Leute in den Pflegeheimen, die gerade sterben wie die Fliegen? An die Eltern, die rotieren? An die Leute, die monatlich Ihre Raten fürs Haus zahlen müssen?

Und da beschwert IHR Euch über ein ausgefallenes Auslandssemester und weniger Saufgelage? Really??

Meine Worte. Aber es passt glaube ich gut in unsere individualistische Zeit. Es zählt nur noch was ich fühle, nicht wie sich das im Gesamtzusammenhang darstellt.

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WiWi Gast

Wir können alle nicht mehr

WiWi Gast schrieb am 19.02.2021:

Ein sehr interessanter Thread. Allerdings kann ich nur mit dem Kopf schütteln, wenn hier ernsthaft vertreten wird, die Studenten wären diejenigen, die am schlimmsten von Corona betroffen wären. Leute gehts noch? Schon mal an all die Selbstständigen gedacht, deren Existenz gerade den Bach runter geht, an die alten Leute in den Pflegeheimen, die gerade sterben wie die Fliegen? An die Eltern, die rotieren? An die Leute, die monatlich Ihre Raten fürs Haus zahlen müssen?

Und da beschwert IHR Euch über ein ausgefallenes Auslandssemester und weniger Saufgelage? Really??

Alte Leute sterben, weil sie alt sind.

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WiWi Gast

Wir können alle nicht mehr

Ihr seid aber auch nicht die einzigen, denen es während der Corona-Zeit nicht besonders gut geht. Viele sind arbeitslos geworden oder stecken gerade in der Kurzarbeit, nicht wegen Corona sondern aufgrund politischer Entscheidungen.

Ich kann schon nachvollziehen, dass es es vielen Lernenden nicht besonders gut geht in der Isolation und die ganzen Softskills und Bildung flöten geht, aber es gibt trotzdem noch Menschen, die es härter getroffen hat, alle Selbstständigen. Die wirklich fleissigen Menschen in Deutschland.

Und wenn es euch wirklich so schlecht geht, dann könnt ihr euch im Herbst für die vielen tollen Entscheidungen und die schöne Corona-Zeit bei den Verursachern dieser Krise bedanken, indem ihr die ganzen anderen Parteien aus dem Bundestag wählt, die in der Krise null Einbussen zu verzeichnen hatten, sich die Diäten noch erhöht und das Volk unmündig gemacht haben.

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WiWi Gast

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WiWi Gast schrieb am 19.02.2021:

Ein sehr interessanter Thread. Allerdings kann ich nur mit dem Kopf schütteln, wenn hier ernsthaft vertreten wird, die Studenten wären diejenigen, die am schlimmsten von Corona betroffen wären. Leute gehts noch? Schon mal an all die Selbstständigen gedacht, deren Existenz gerade den Bach runter geht, an die alten Leute in den Pflegeheimen, die gerade sterben wie die Fliegen? An die Eltern, die rotieren? An die Leute, die monatlich Ihre Raten fürs Haus zahlen müssen?

Und da beschwert IHR Euch über ein ausgefallenes Auslandssemester und weniger Saufgelage? Really??

Darum geht es doch gar nicht. Keiner behauptet hier, dass es den Studenten am schlechtesten geht, sondern dass diese auch von der Krise betroffen sind und man sehr wohl seinen Unmut darüber äußern kann.

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WiWi Gast

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WiWi Gast

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Gehe auch schon an die 40 und muss sagen, dass die Studienzeit einer der schönsten im Leben ist. Den ganzen Tag in der Uni innerhalb einer großen Community Abwechseln zwischen Vorlesung, Mittagessen, Bibliothek, Kaffee trinken oder zum nächsten Supermarkt was kaufen gehen. Ich kann die Beschwerden zu 100% nachvollziehen. Das sage im Bewusstsein dessen, dass es mir und Menschen wie mir um ein vielfaches schlimmer ging, während der ganzen Lockdowns. Mit zwei Kindern im Homeoffice, wenn der Kindergarten dazu aufruft, die Kinder Zuhause zu betreuen. Die Kinder müssen bis zum Nachmittag zuhause Zeit verbringen, während die Eltern neben ihnen arbeiten.

Wer keine Kinder hat, (ja auch die, die gelegentlich mal auf die Nachbarskinder aufgepasst haben) hat nicht Mal eine Vorstellung davon, was das für eine Herausforderung ist. Unter diesen Umständen sind Kinder wie ein Dauerwecker der neben dem lauten Rumgeschreie auf dich klettert, deine Sachen wegnimmt und versteckt, dein Laptop vom Tisch stößt und wenn du die Tür abschließt, ohne zu ermüden über ne Stunde an die Tür hämmern und schreien kann. Und das ganze im Doppelpack. Während du Kundengespräche oder Teamsitzungen hast oder Arbeit verrichtest, die fehlerfrei sein muss. Übersetzt für den Studenten:

Du musst unter den oben beschriebenen Bedingungen schriftliche und mündliche Prüfungen fehlerfrei bestehen, sonst droht die Kündigung!

Aber: Ich habe nahezu täglich über die Situation gejammert und geschimpft und mich manchmal so gefühlt, als würde ich unter der Last zusammenbrechen. Habe dennoch durchgehalten und bin nun einfach nur unglaublich glücklich darüber, dass ich wieder ins Büro kann.

Daher kann ich die Studenten sehr gut verstehen. Es sind auch schwere Zeiten für sie und etwas jammern und sich austauschen wirkt häufig wie ein Ventil und erleichtert die Situation. Nur weil es Leute gibt, denen es noch schlechter geht, bedeutet es ja nicht, dass man kein Recht hat sich zu beklagen. Menschen die kein Brot finden und sich daher beklagen vorzuwerfen, dass es Menschen gibt die kein Wasser finden, ist einfach falsch und rücksichtslos. Aus diesem Grund sollten wir die Studenten sich untereinander austauschen lassen und sie nicht mit unserer Bürde oder den vorheriger Generationen aufbinden.

Das Arbeitsleben nimmt immer mehr Normalität an. Ich wünsche den Studenten, dass nach den Semesterferien alles wieder beim Alten ist.

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WiWi Gast

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Corona war arbeitstechnisch einfach super. Endlich 100% Home Office. Meine Frau ist im gleichen Konzern, da haben wir es sehr gut ausgehalten im heimischen Büro. Mittags gemütlich eine Folge Netflix. Manchmal passt auch der Mittagsschlaf noch rein vor dem 2 Uhr Meeting. Danach dann in den Sportverein oder zum Joggen - einfach herrlich. Und das ganze bei vollem Gehalt und weniger Ausgaben. Das Depot dankt (und freut sich über den wahnsinnigen Aufschwung seit dem "Crash").

Viele Grüße aus dem IGM Disneyland.

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WiWi Gast

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"Und wenn es euch wirklich so schlecht geht, dann könnt ihr euch im Herbst für die vielen tollen Entscheidungen und die schöne Corona-Zeit bei den Verursachern dieser Krise bedanken, indem ihr die ganzen anderen Parteien aus dem Bundestag wählt, die in der Krise null Einbussen zu verzeichnen hatten, sich die Diäten noch erhöht und das Volk unmündig gemacht haben."

Bei den Verursachern der Krise? Seit wann darf man denn die Chinesen bei der BTW wählen? Oder ist Merkel jetzt an Corona und einem weltweiten Lockdown schuld?

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WiWi Gast

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Tut mir Leid, kann ich nicht nachvollziehen.

Jemand der sich selbststädnig macht unterliegt gewissen Risiken und Chancen. Natürlich war Corona nicht vorherzusehen, aber so läuft das eben wenn man selbstständig ist und sich sich nicht anpassen kann. Klingt etwas hart, aber der Staat hilft darüberhinaus ja auch.

Ebenso gilt das für die Flutopfer. Ein Haus in einem Hochwassergebiet zu haben ist natürlich nicht ganz optimal. Wenn die Versicherung da exteme Prämien verlangt, dann muss man entweder mit dem Risiko leben oder wegziehen. Natürlich klingt es im Nachhinein einfach das zu sagen und Familien dort bereits seit Generationen leben und das Hochwasserrisiko gering ist, dann fällt so ein drastischer Schritt sicherlich nicht leicht.

Aber da wurde (bestenfalls) abgewogen und man muss mit den Konsequenzen leben. In Anbetracht der Spendierhosen der BRD bezüglich Flughafen/Flüchtlinge etc, stehe ich den staatlichen Hilfen aber nicht entgegen sondern begrüße sie ganz herzlich.

Zum Ursprünglichen Thema gilt noch hinzuzufügen, dass Probleme immer relativ zur betreffenden Person sind und sind wir mal ehrlich? Jeder denkt doch immer er hätte es am schlimmsten, beschwert sich und wenn er dann nur einen Moment aus seinem Selbstmitleid rauskommt und reflektiert, dann merkt man ganz schnell, dass wir es gar nicht schlecht haben. Studenten verpassen womöglich die beste Zeit ihres Lebens, Häuselbauer können ihre Kreditraten nicht bezahlen, Eltern versinken im purem Stress und Extrovertierte werden derpressiv. Aber ausschließlich Ich habe es am Schlimmsten!!!

So lange der Mensch Mitleid mit Empathie verwechselt, wird es niemals eine Solidaritätsgemeinschaft geben. Ich hoffe ihr wisst, was ich damit sagen will.

LG stay healthy

WiWi Gast schrieb am 19.02.2021:

Ein sehr interessanter Thread. Allerdings kann ich nur mit dem Kopf schütteln, wenn hier ernsthaft vertreten wird, die Studenten wären diejenigen, die am schlimmsten von Corona betroffen wären. Leute gehts noch? Schon mal an all die Selbstständigen gedacht, deren Existenz gerade den Bach runter geht, an die alten Leute in den Pflegeheimen, die gerade sterben wie die Fliegen? An die Eltern, die rotieren? An die Leute, die monatlich Ihre Raten fürs Haus zahlen müssen?

Und da beschwert IHR Euch über ein ausgefallenes Auslandssemester und weniger Saufgelage? Really??

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Corona zeigt doch was im Leben wirklich wichtig ist. Familie und ein Haus mit Platz und Garten. Zusätzlich noch Home Office und alles ist schön. Ich kann mir vorstellen wie grausam es ist für jemanden ab 30 der in einer kleinen Wohnung lebt und Tag ein Tag aus vor sich hinvegetiert. Einsamkeit ist das schlimmste was es gibt und die nächsten Jahre werden für diese Menschen schlimmer. Deshalb versucht jemanden zu finden mit dem ihr eine Familie gründen könnt und dann noch ein Haus kaufen um der Einsamkeit und dem Platzmangel zu entgehen.

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WiWi Gast

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So sehr du mit der Kernaussage deines Posts recht haben magst, dieser Abschnitt hat darin nichts zu suchen und ist einfach deplaziert. Nicht nur ist das Thema meilenweit von dem entfernt, worum es im vorigen Kommentar ging, sondern ist es argumentativ einfach wertlos.

Wer zudem denkt, dass der Schaden mit einer Versicherung für die Flutopfer easy zu bewältigen wäre, den beneide ich um seine Naivität. "Hättet ihr mal eine Elementarversicherung, ihr wusstet doch, wo ihr wohn!" - ja, und dann? Erwecken die Großeltern dann wieder zum Leben? Tauchen dann wieder die emotional wertvollen Familienerbstücke auf? Wird das Maiherz von der Jugendliebe dann wieder repariert? Ist das Trauma, das man davon trägt, dass man seine Nachbarn in die Fluten brechen sehen hat, therapiert? Wird damit die Frage geklärt, ob man überhaupt wieder dort bauen darf? Wird damit die lang gehegte Privatbibliothek mit 40.000 Büchern im Keller wieder restauriert? Können damit die Schüler zum Schulstart wieder in die altbekannten Klassenräume zurück? Ist damit die Zugverbindung wieder repariert, so dass man auch ohne Auto und 2 Stunden Mehraufwand Familie besuchen kann?

Diese Kurzsichtigkeit , die manche in der Diskussion an den Tag legen ist absoluter Luxus. Aber es freut mich, dass es immerhin genug Leute gibt, denen es so gut geht. Nur etwas ironisch, dass du selber von Mitleid und Empathie sprichst.

Back to topic, unabhängig vom Vorposter, es ist absolut sinnlos das Leid von großen Gruppen miteinander zu vergleichen. Der eine Student leidet mehr, als der eine Selbstständige, wohingegen es genauso Selbstständige gibt, die eine größerre Existenzkrise haben, als mancher Student. Fakt ist, dass Studenten unvergleichlich allein gelassen/ ignoriert wurden, und sie in der allgemeinen Debatte einfach untergehen. Nichts desto trotz war die Debatte über die anderen Gesellschaftsgruppen auch wichtig. Aber es wäre wünschenswert gewesen, das besser zu kombinieren.

WiWi Gast schrieb am 10.08.2021:

Ebenso gilt das für die Flutopfer. Ein Haus in einem Hochwassergebiet zu haben ist natürlich nicht ganz optimal. Wenn die Versicherung da exteme Prämien verlangt, dann muss man entweder mit dem Risiko leben oder wegziehen. Natürlich klingt es im Nachhinein einfach das zu sagen und Familien dort bereits seit Generationen leben und das Hochwasserrisiko gering ist, dann fällt so ein drastischer Schritt sicherlich nicht leicht.

Aber da wurde (bestenfalls) abgewogen und man muss mit den Konsequenzen leben. In Anbetracht der Spendierhosen der BRD bezüglich Flughafen/Flüchtlinge etc, stehe ich den staatlichen Hilfen aber nicht entgegen sondern begrüße sie ganz herzlich.

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WiWi Gast

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Also bei "Platz" und "Garten" kann ich dir ja noch zustimmen, aber bei "Home Office + Familie" hast du mich verloren. Es sind gerade die Arbeitskollegen mit kleinen Kindern, die mir seit Beginn der Pandemie erzählen wie beschissen ihr Leben geworden ist, weil sie sich plötzlich mal selber um die kleinen Racker kümmern müssen. Wenn du also Jemanden bemitleiden willst, spar dir das lieber für die armen Eltern mit 2+ Kindern auf.

WiWi Gast schrieb am 10.08.2021:

Corona zeigt doch was im Leben wirklich wichtig ist. Familie und ein Haus mit Platz und Garten. Zusätzlich noch Home Office und alles ist schön. Ich kann mir vorstellen wie grausam es ist für jemanden ab 30 der in einer kleinen Wohnung lebt und Tag ein Tag aus vor sich hinvegetiert. Einsamkeit ist das schlimmste was es gibt und die nächsten Jahre werden für diese Menschen schlimmer. Deshalb versucht jemanden zu finden mit dem ihr eine Familie gründen könnt und dann noch ein Haus kaufen um der Einsamkeit und dem Platzmangel zu entgehen.

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