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Berufseinstieg im AuslandExpat

Expat Gehalt vs. lokaler Vertrag

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martin83

Expat Gehalt vs. lokaler Vertrag

Ich habe einige Fragen. Wird ein wenig mehr Text.
Ich brauche eine (betriebswirtschaftliche) Betrachtungsweise für den Vergleich zwischen einem Expat und einem Deutschem, der direkt bei einer deutschen Firma einen Job sucht. In diesem Fall China.

Ort ist eine 8 Millionenstadt, wirtschaftlich stark, vergleichsweise hohe Lebenshaltungskosten (bei vergleichsweisen niedrigen Löhnen). Ca. 100 deutsche Firmen vor Ort, größtenteils technologie-orientiert.

Ich bin der Deutsche, der vor Ort ist (ein halbes Jahr) und beschlossen hat, sich hier LANGFRISTIG beruflich zu engagieren. Gründe sind vielfältig. Ich bin hergekommen, um nach meinem Bachelor vor dem Master ein wenig andere Luft zu schnuppern. Jetzt suche ich Arbeit. Überall höre ich, dass ich nur miese Bezahlung kriege. Ca. 1/3-1/2 von dem Gehalt, das ich in Deutschland bekommen würde. Davon kann man überleben, es sogar deutlich mehr, als die meisten studierten Chinesen bekommen.
Aber der notwendige Lebensstandart gerecht zu werden (hier muss man zeigen, dass man Geld hat, sonst bist du nichts, aber lange Geschichte). Ganz zu schweigen davon, dass man in einer unsicheren und verranzten Wohnung wohnt, keinerlei Altersvorsorge hat, keine andere Versicherung, sich sehr selten mal ein Theaterbesuch, Hefeweizen und andere Annehmlichkeiten leisten kann. Von einem Auto und einer guten Mittelklasseschule für die Kinder ganz zu schweigen. Dazu noch zu sagen, dass ich nicht nur frisch von der Uni komme. Meine Berufserfahrung (Praktika, 3/4 Job neben dem Studium, Selbständigkeit) summiert sich auf 5 Jahre. Ich bin 27. Ich habe einen Bachelorabschluss als Wirtschaftsingenieur (2,1, beste 10% ganz knapp verpasst). Überschlagen brauche ich hier um als Single einen 50%-igen westlichen Standard zu leben ca. 15000RMB netto (ca. 1700Euro). Gute Wohnungen sind teurer als in München, Qualitätsartikel jeglicher Art (Auto, Kleidung, Technik, Nahrung, einfach alles) sind aus vielfältigen Gründen rund 30% teurer als in Europa. Da komm ich nun, will hier langfristig arbeiten und deutsche Firmen wollen mich mit 10000RMB oder weniger brutto abspeisen. Sie könnten ja auch lokale Kräfte für noch weniger einstellen. Dies ist eine direkte Lüge. Jeder westliche Manager, und davon habe ich einige kennengelernt, flucht über die Unfähigkeit von Chinesen selber zu denken (ich sehe das ein wenig differenzierter). Ständig hört man, „Ach hätte ich doch mehr deutsch Denkende um mich, ich bin am verzweifeln, etc.“. Sogar chinesische Manager fluchen über die Unfähigkeit der meisten chinesischen Absolventen einen eigenen Gedanken zu fassen. Und andere fadenscheinige Gründe werden angeführt, kein Geld, kein Bedarf (warum zeigt man dann Interesse in erster Instanz?), etc.

Dann haben wir den Expat. Der hat 1-5 Jahre Berufserfahrung und gegebenenfalls schon die ein oder andere Gehaltserhöhung hinter sich. Er bekommt als Gehalt 150-200% seines deutschen Gehaltes. Er kommt hier her für 2-5 Jahre und übernimmt in einem ihm völlig fremden Umfeld von heute auf morgen Managementaufgaben. Er spricht die Sprache meist nicht, er ist isoliert in seinem Reichenghetto und kommt in den meisten Fällen privat nur mit anderen Expats in Berührung. Seine Sichtweise auf die Ganze ist mir nicht verständlich. Warum ist er hier? Ich habe viele Deutsche von Chinesen direkt als niedere Menschen sprechen hören. Es besteht kein Interesse die Kultur zu verstehen, es bleibt immer der Touristenblick auf das Ganze, weil er die finanziellen Mittel hat, besser als in Deutschland zu leben; und dabei zusammen mit anderen Deutschen isoliert vom Geschehen. Nichtsdestotrotz wird er ein halbwegs guter Manager sein (sonst wär er nicht hier, hoffentlich), er wird seinen Job mehr oder minder gut machen und nach einiger Zeit ein gewisses lokales Know-How haben. Aber nach 2 bis 5 Jahren geht er wieder. Und wieder muss jemand mit 150-200% kommen, sich einleben, seine Kinder, seine Frau. Und wieder und wieder. Die Kosten und der Know-How-Verlust sind enorm, gigantisch.

Dann komme ich. Ich brauche ja kein Expatgehalt (wollen schon, aber ich geb mich halt auch mit weniger zufrieden). Aber ich will eine Familie ernähren können, einen halbwegs westlichen Lebensstandart führen können, will ein wenig Sicherheit. Und dabei biete ich mit meinen Fähigkeiten für weniger Geld als ein Expat DAUERHAFT an. Kein Know-How-Verlust, Wunsch nach langfristiger Bindung ans Unternehmen, willens die Kultur zu verstehen, etc.

Da kommt ihr: Können die nicht rechnen oder habe ich einfach was übersehen? Wenn ja: Wo sind meine Fehler in der Gegenüberstellung? Welche Argumentationsmöglichkeiten seht ihr?

Dank und Gruss,
Martin

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WiWi Gast

Re: Expat Gehalt vs. lokaler Vertrag

Die Zeit der Expats mit übertrieben hohen Gehältern ist definiv vorbei.
Meist sind dies dann aber sehr erfahrene Leute, die es für weniger Geld schlichtweg nicht machen würden. Dass einer mit einem Jahr Berufserfahrung in eine komplett fremde Kultur und Umgebung geschickt wird und eine große Verantwortung trägt nehme ich dir nicht ab.
In China ist es vermutlich so, dass ein massiver Arbeitskräfteüberschuss besteht. Also eher schlechte Karten für dich.
Dass du deine Arbeitskraft dauerhaft anbieten willst entspringt deiner anfänglichen Faszination für dieses Land, aber ob du nach 2 Jahren immer noch so denkst sei dahingestellt.
Konkrete Tipps kann ich leider nicht geben, außer eventuell den Weg dich in Deutschland bei den Firmen zu bewerben, eine gewisse Zeit zu arbeiten und dich dann selbst nach China entsenden zu lassen. Das ist aber zeitaufwendig und mühsam.

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WiWi Gast

Re: Expat Gehalt vs. lokaler Vertrag

bewirb dich aus Deutschland

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WiWi Gast

Re: Expat Gehalt vs. lokaler Vertrag

  1. Ein Expat hat mehr als ein Jahr Berufserfahrung und im Regefall Diplom oder Master.

  2. Die Jobs für du dich bewerben kannst und die Jobs, die ein Expat machen, haben keine Überschneidungen.

  3. Expats sind im Regelfall 1-3 Jahre, typischerweise 2 Jahre in einem anderen Land.

  4. Das ganze ist auch Teil des Mitarbeiterentwicklungsprogramms. Das höhere Gehalt rechtfertigt sich auch dadurch, dass der Mitarbeiter im Regelfall wieder zurück kommt und dann neue Sichtweisen, etc. mitbringt.

  5. Du betrachtest das völlig falsch. Die Unternehmenssichtweise ist aus Deutschland heraus zu betrachten.
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WiWi Gast

Re: Expat Gehalt vs. lokaler Vertrag

Was in deiner Rechnung nicht enthalten ist:

  • jeder Einstieg in einen neuen Beruf erfordert Einarbeitung und Betreuung

Welches Unternehmen zahlt einem Expat 150-200% Gehalt wie du es schreibst, um dann einen Deutschen einzuarbeiten, der das Unternehmen besser noch in Deutschland kennen lernen könnte?

  • Expats kommen entweder als Führungskräfte oder als Wissensträger.

Beides erfordert tiefe Kenntnisse, entweder der Firmenkultur und der entsprechenden Führungsphilosophie, die das deutsche Unternehmen nach China bringen möchte, oder der entsprechenden (technischen?) Fachkenntnisse, die du in Deutschland bei deinem Arbeitgeber unter Beweis gestellt hast.

Natürlich hast du auch die genannten Argumente auf deiner Seite, durch einen 7-monatigen China-Aufenthalt kann ich dir allerdings auch sagen, dass es eine große Anzahl sehr gut ausgebildeter Chinesen gibt (z.B. durch Auslandsaufenthalte), die deine Arbeit nicht viel schlechter machen würden, dafür aber fließend Chinesisch sprechen.

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DAX Einkäufer

Re: Expat Gehalt vs. lokaler Vertrag

Kenne China aus eigener Arbeitserfahrung und kann Dir in allen Punkten Deiner Beschreibung zunächst mal zustimmen. Auch den von Dir überschlagenen Finanzbedarf halte ich für realistisch, wenn nicht sogar etwas zu gering, denn man möchte vielleicht auch ein paar Euros in "harter" Währung ansparen für die Zeit nach dem Reich der Mitte.

Deine Gegenüberstellung hakt - und zwar an einem entscheidenden Punkt. Der Expat wird nicht etwa deshalb nach China gesendet, weil es vor Ort keine Arbeitskräfte gäbe. Arbeitskräfte gibt es genug, weißt Du ja selbst. Nein, der Expat wird nach China gesendet, damit

a) das Hauptquartier vor Ort einen Insider hat, der die Lage beobachtet und in der Sprache des Hauptquartiers Bericht erstatten kann; meistens Leute, die im Hauptquartier Vertrauen genießen und nicht gefährdet sind, sich auf die Seite der Vorort-Manager ziehen zu lassen und womöglich geschönt zu berichten (der Begriff "Vertrauen" wird an dieser Stelle sehr wichtig!);

b) das Unternehmen vor Ort jemanden hat, der die internationalen Standards des Unternehmens kennt und in China durchsetzen kann.

Das Unternehmen ist deshalb bereit, für einen Expat mit Heimatlanderfahrung sehr viel Geld zu bezahlen, denn er kann die Prozesse des Unternehmens vor Ort reproduzieren und somit eine funktionierende China-Einheit schaffen. Wer hingegen ohne Berufserfahrung einfach so in die China-Filiale einsteigt, hat keine Ahnung vom Mutterkonzern und wird somit "nur" ein paar pragmatische Problemlösungen hinbekommen, die aber nicht den Standard der Muttergesellschaft befriedigen.

Ich habe übrigens selbst Leute kennen gelernt, die für mehrere Jahre dort gelebt haben, und fast alle waren summa summarum nicht begeistert. Die meisten machen sowas wegen des Geldes.

Auf dem normalen Wege kommst Du nicht an eine gut bezahlte Position. Expatstellen bekommt man erst nach jahrelanger Erfahrung im Heimatland des Unternehmens. Lokale Stellen werden natürlich auch an Deutsche vergeben, aber zu Hungerlöhnen - wieso sollte man auch mehr zahlen? Der Depp WILL doch nach China, da muss ihm doch das lokale Existenzniveau reichen. Und man sieht sehr oft, dass man damit auch Leute findet. Für die Firma gibt es also überhaupt keinen Grund, mehr zu zahlen.

Ich kann Dir deshalb nur empfehlen, es über Vitamin B zu versuchen. Könntest Du nicht für Deine Hochschule ein kleines Vor-Ort Forschungsprojekt zu irgend einem Thema durchführen, in dessen Zusammenhang Du dann mit einigen China-Filialen internationaler Unternehmen in Kontakt kommst? Und dort vielleicht Leute kennen lernen, die für Dich mehr als den üblichen Hungerlohn zahlen? Der Vorteil Deines Plans könnte sein, dass manche Unternehmen den Weg nach China verpasst haben und nun mit aller Kraft in Kürze funktionierende Strukturen auf die Beine stellen wollen (bzw. müssen), so dass manchmal für Sonderprojekte die Budgets nicht so stark gedeckelt sind. Wenn die Sache China eine hohe Priorität beim Management genießt, dann ist vielleicht auch mehr Gehalt möglich, wenn das Jemand für Dich beantragt. Diesen Jemand musst Du finden und überzeugen.

Trotzdem muss ich schmunzeln, weil ich selbst auch mal über diese Frage nachgedacht habe, als ich in China war. Manche Ausprägungen multinationaler Konzerne kann man wirklich erst nach vollziehen, wenn man selbst in einem arbeitet. Dann plötzlich versteht man haargenau, wieso das Unternehmen so handelt.

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WiWi Gast

Re: Expat Gehalt vs. lokaler Vertrag

bewirb dich in den HQs in Deutschland!!!

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martin83

Re: Expat Gehalt vs. lokaler Vertrag

Nein, nicht überall: 150-200% sind definitiv bei einigen Firmen noch drin (ich weiss es). Und nein, diese Leute sind oft nicht sehr erfahren. Anfang bis Ende 30 ist die Regel. Nicht jeder der Expats ist in sehr hoher Position.

Auch der Arbeitskräfteüberschuss: Fehlanzeige, die Leute kaufen sich die Leute nicht von der Uni sondern aus den Unternehmen. Die Unis spucken zwar viel aus, dass reicht aber bei weitem nicht um den Bedarf an qualifiziertem Nachwuchs zu decken.

Hmm, die anfängliche Faszination. Ja, was soll ich dazu sagen? Ich habe mich intensiv mit dieser Thematik auseinandergesetzt. Mir ist seit vielen Jahren bewusst, dass ich nicht in Deutschland leben will. China ist auch nicht mein erstes fremdes Land. Ich bin überzeugt. Es ist keine Kurzschlussentscheidung. Auch, wenn es mein erster Aufenthalt ist.

Erst in Deutschland zu arbeiten, ist ein Problem. Es gibt in Deutschland nichts, was auf mich wartet. Hier schon. Ich habe keine Familie und meine engen Freunde wohnen schon auch nicht mehr in Deutschland. Was soll ich da? Ich mag es nicht.

Und selbst wenn ichs mache, es irgendwie nach 2 Jahren schaffe nach China (und dann auch noch in diese Stadt) geschickt zu werden, dann ist es auch nur befristet.

Ich bin immer noch nicht überzeugt.

Achja, ich vergaß noch einen wichtigen Grund gegen das Entsenden von Expats zu nennen. Die Zahlungen an chinesische Frauen für ‚Abfindungen‘ für einen Schwangerschaftsabbruch sind für einige Firmen jährlich einfach unvorstellbar. Ist der Mann verheiratet? Um so besser! Einige Männer sind so unglaublich naiv und dumm. Ich kenne kaum einen, der hier gerne mal eine mitnimmt, der tatsächlich bezweifelt, dass die Schönheit, die jede Woche einen anderen Ausländer abschleppt, wirklich die Pille nimmt. Ich habe einen überzeugenden Grund, warum das mit mir wahrscheinlich nicht passieren wird (nein, nicht Homosexualität ~~).

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DAX Einkäufer

Re: Expat Gehalt vs. lokaler Vertrag

"Achja, ich vergaß noch einen wichtigen Grund gegen das Entsenden von Expats zu nennen. Die Zahlungen an chinesische Frauen für ‚Abfindungen‘ für einen Schwangerschaftsabbruch sind für einige Firmen jährlich einfach unvorstellbar."

Ein Super-Argument für die Gehaltsverhandlung! Ich wäre zu gern dabei, wenn Du denen sagst: "Geben Sie das Geld lieber mir, ich tue wenigstens was dafür!" LOL

"Hmm, die anfängliche Faszination. Ja, was soll ich dazu sagen? Ich habe mich intensiv mit dieser Thematik auseinandergesetzt. Mir ist seit vielen Jahren bewusst, dass ich nicht in Deutschland leben will. China ist auch nicht mein erstes fremdes Land. Ich bin überzeugt. Es ist keine Kurzschlussentscheidung. Auch, wenn es mein erster Aufenthalt ist."

Nun gut, so sei es. Mit 27 ist man vielleicht noch abenteuerlustig. Es mag sogar sein, dass der deutsche Michel und seine Ideale bei Dir niemals richtig rauskommen werden. Bei mir hingegen war's so. Mit Mitte 20 in China dachte ich auch "Wow, hier ist's mal richtig cool!" Heute hingegen möchte ich mit niemandem tauschen, der dort dauerhaft festsitzt. Ich wünsche dir, dass Du dich da richtig entscheidest.

Dennoch wundere ich mich, dass Du um jeden Preis den europäischen Lebensstandard einforderst. Damit gehörst Du in China zu den oberen Zehntausend. Natürlich ist so eine Perspektive sehr reizvoll. Warum jedoch solltest Du in China mit Mitte 20 einen Lebensstandard der oberen Zehntausend haben, während Du hier für einen üblichen Berufseinsteigerlohn arbeiten müsstest? Reizt dich die herausragende gesellschaftliche Position, die Du mit einem europäischen Lebensstandard in China hast?

Löhne sind unter anderem durch die Produktivität definiert, und die ist standortabhängig. Ein Deutscher ist nicht an jedem Ort der Welt so produktiv wie im Heimatland.

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WiWi Gast

Re: Expat Gehalt vs. lokaler Vertrag

Finde ich gut!!!
Gut, dass es hier doch noch ein paar vernünftige Menschen gibt, die bodenständig und vernünftig argumentieren und sich normal mit anderen Teilnehmern austauschen.
Danke....!

Löhne sind unter anderem durch die Produktivität definiert,
und die ist standortabhängig. Ein Deutscher ist nicht an
jedem Ort der Welt so produktiv wie im Heimatland.

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WiWi Gast

Re: Expat Gehalt vs. lokaler Vertrag

Was genau gefällt dir so gut in China? Du hast da keinen Wurzel und du kennst China erst seit ein halbes Jahr. Wie gut ist dein Chinesisch und in wie weit bist du schon integriert? Es ist wohl irgendwo verständlich, dass du mit deinen prakt. "Erfahrungen" während Studium und deinen Deutschkenntnissen für ein Unternehmen in China nicht so viel mehr an Benefit bringst als ein Chinese. Wieso sollte man jemand mit deinen Quali auch mehr zahlen als Chinesen. Wenn du tatsächlich glaubst, dass angeblich deutsche besser denken können als Chinese, dann bist du echt in China auf dem falschen Platz. Deine Einstellung zeigt ehrlich gesagt, dass du am besten in Deutschland bleiben sollst unter den "intelligenten" Köpfen. So eine Intoleranz, Arroganz. Wenn Chinesen wirklich so assi stroh dumm sind, wie schaffen die dann so ein Wirtschaftswachstum??? Dazu gehört auf jeden Fall der große Markt, aber auch von Leistungen der Menschen, die etwas aufgebaut haben und mit Elan, Ehrgeiz und ja auch Intelligenz (und tut mir leid, es hängt dabei nicht maßgeblich von Existenz von deutschen Firmen ab). Wenn du auch in Deutschland mit deinem Bachelor noch nicht gleich in die Chefetage schaffst, dann bilde es dir nicht ein, dass du es in China schaffst. Vielleicht will man es dir bloß nicht ins Gesicht sagen. Aber wenn ich in einem internationalen Team jemand wie dich antreffe, der so eine Einstellung hat, würd ich es ihm schon gerne direkt sagen. Lieber zurück in die gute Heimat, in einem Kleinbetrieb und nicht raus in die weite Welt! Auch dein Wunsch nach westlichen Standards sind nicht angemessen für das was du drauf hast. Da du dich mit den chinesischen Standards nach allen möglichen Gesichtspunkten sowieso nicht klar kommst, kann ich echt nicht verstehen, was dich so aufregt. Überleg dir bitte was anderes, aber eine realistische Welt wie China ist nichts für dich.

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WiWi Gast

Re: Expat Gehalt vs. lokaler Vertrag

hmmm nettes Thema!
Alles was über Expats beschrieben wurde kann ich aus meiner Erfahrung/Gesprächen bestätigen. Die Zweiklassen Mentalität ist leider Gottes sehr stark integriert in Asien. Ich habe einige Zeit in China verbracht und in der Stadt wo ich war, kam ich oft zuhören wie schwer es doch ist qualifiziertes chinesisches Personal zu finden (bzgl. englischer Sprache). Arbeitskräfte für Maschinen kann man anlernen zumal TüV auch vor Ort ist und "Kurse" anbietet. Graduierte gibt es genug (knappe 3 mio pro jahr....) aber wie gesagt mit dem unerwünschten Nebeneffekt wenig/bis gar kein englisch zu sprechen. Nun den Punkt mit dem "Chinesen seien unfähig einen Gedankengang zu führen", damit kann ich nichts anfangen, bzw sehe ich das nicht so. Das kann im Prinzip auch nur westler (uns) einfallen sowas zu behaupten...
Versteht man die Kultur und Kommunikationsweise nicht so kommt womöglich zur obrigen Aussage.

Was das Gehalt angeht...nun ja 8 mio Stadt...und dir reichen keine 10K RMB?
15K ist optimal und es wird hier beschrieben als gering???
Zu aller erst sehen weder chinesen noch deutsche Praktika,Job als Arbeitserfahrung...mit der Selbstständigkeit ists anders.

Weiter: Ich lebte in einer "grosstadt" mit nur 7 mio, auch an der Küste (nehme an du bist an der Küste) und zahlte in einer sehr guten Gegend (NICHT EXPAT GEGEND) 1800RMB für eine 40qm wohnung auf hohem standard, nur die weisse ware war nicht wirklich vorhanden. So wie in china üblich ist ein Ofen in der Wohnung eine Seltenheit... nun rechne ich 3000RMB für eine 70qm wohnung in der selben gegend (man muss nur suchen, bzw jemanden haben der dir hilft) da du arbeitest brauchst kein mittagessen zahlen (kantine?).

von 10k bleiben also 7k übrig, für rechnungen vielleicht mal versicherungen...
(krankenversicherung = vernünftig, arbeitnehmerunfallversi.= unnütz)
Rechnungen in der Stadt waren spottbillig (ich bin nicht so der umweltschützer wenns um elektrizität geht...) im Prinzip sage ich mal 5k bleiben über. Davon muss Nahrung besorgt werden, (wenn dir chinesische Küche nicht bekommt, dann lassen wirs den dann geht die rechnung nicht auf...) bin jeden Tag ins restaurant (100% chin natürlich) und hab dort gegessen. Wenns billiger sein sollte in eins der kleinen familliengeführten.

Also damals dachte ich ich bleib such mirn job und wenn man mir 10k anbietet = her damit!! Der einzige Grund warum ich es nicht getan hatte, war weil ich wusste nach 3-5 Jahren in china werde ich es überst schwer haben in DEU wieder fuss zu fassen (ich zeige hierbei auf verschiedene Artikel die oft wiederhohlt publiziert werden, Stern, Focus, Karriere, Wiwo, Handelsblat).
Das war der einzige Grund, ich war nicht bereit mein Leben auf China einzuplanen. Den geschwaffel den man von vielen Expats höhrt, das ist reine werbemache/verarsche von den Firmen. Den die Tatsache bleibt: hast du keinen engeren Kontakt zur Zentrale, bleibst du auf der Strecke und musst bei der Rückkehr sehr stark aufpassenn ob du nicht gegangen wirst oder die Position einfach stagniert!

Damals war ich auf vielen Wochenend "sauferein" mit Expats. Sie kamen von allen Herren Ländern und waren GM bei vielen sehr sehr namhaften Unternehmen (forbes 500, Dax 30) war das was besonderes? Nein! Und warum? Solche "General Management" Positionen in China sind oft Abstellgleise wo man die Leute hinverfrachtet. Nun ja ich würde nciht meckern wenn man mir nen 7-19 Uhr job gibt mit 40.000RMB und Haus/Schule/500RMB Spesen pro Tag zur Verfügung stellt...sch**** aufs abstellgleis. Solche Posis sind aber zu rar.

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martin83

Re: Expat Gehalt vs. lokaler Vertrag

Danke für die vielen langen und sinnvollen Beiträge!
Mein letzter Beitrag hat einige davor nicht berücksichtigt (wird jeder Beitrag einzeln geprüft oder woran liegt die Verzögerung?)

@alle LGs: Meine weiteren Ausführungen gehen in gewisser Weise auch auf alles ein, was ihr beigetragen habt. Danke.

@DAX Einkäufer

Betreffend Schwangerschaftsabbruch: Ich finde, dass ist ein gutes Argument :P Werds aber leider nicht einmal als Goodbye nach Scheitern von Verhandlungen nutzen können... Man sieht sich ja immer zweimal ;)

Was das Mitte zwanzig an geht. Nunja, mein Leben lief ein wenig anders. Ich bin auf mich alleine gestellt, seit ich 16 bin. Ab 15 keine Familie, mit 16 eigene Wohnung. Bin nicht wie die meisten Studenten erst mit 19-22 von zuhause weg. Bin nicht mehr so abenteuerlustig. Was das dauerhaft festsitzen angeht: Wer weiß, wie ich in 10 Jahren drüber denke? Vielleicht werde ich aber auch in 10 Jahren mit Nervenzusammenbruch bedauern, dass ich in Deutschland geblieben bin. Und das sehe ich eher kommen.

Was den Lebensstandart angeht: Letztendlich schreibe ich oben, was ich hier brauche um meinen Studentenstandart in Deutschland zu halten. Explizit geschrieben: Ohne Luxus, ohne Auto, ohne Versicherung, ohne was weiß ich. Und die reichen Leute sind hier (in den wirtschaftlich entwickelten Regionen, besonders hier in der Stadt) um einiges reicher als in Europa. In dieser Stadt wohnen 8 Millionen Menschen von denen sehr viele als reich einzustufen sind. Es vergehen keine 5min auf der Straße, in denen man nicht min. eine S-Klasse, 2 7er, 1 Porsche und schlimmeres gesehen hat. Die Quadratmeterpreise sind unglaublich hoch (was niemanden daran hindert zu kaufen, oft mit einem EK von 80-100%)), der Lebensstandart für diese reichen Menschen ist (zumindest dort WO sie leben) um einiges höher als in Deutschland. Klar, es betrifft in den wirtschaftlich Starken Regionen auch nur einen "kleinen" Teil, ganz China betrachtet nur einen winzigen. Aber der Standard der oberen 10.000 ist ein ganz anderer, was das Schwelgen in Luxus angeht. Ich umgebe mich hier mit Menschen aller 'Schichten' und habe, zumindest mehr als andere Ausländer die ich hier kenne und die schon länger hier sind, mittlerweile einen guten Eindruck davon (für die kurze Zeit). Ich persönlich brauche diesen Luxus nicht (sich für 200.000RMB Frauen im KTV für ihre reine Anwesenheit zu kaufen ist für manchen hier normal), ich brauche keine Luxuskarre (ein Fiat Punto tuts auch, wenn ich nicht wegen Job zwangsläufig eine Schwanzverlängerung brauche, was langfristig hier passieren kann), keine Rolex, kein Loft, etc. Eine Wohnung ala Altbau Dresden Neustadt, Hamburg St. Pauli oder jedes beliebige Studentenviertel Deutschlands ist genug für mich (abgesehen wäre davon ist für diesen Punkt hier vorgesorgt).

Zur Produktivität: Recht hast du. Und es ist schwierig jemanden davon zu überzeugen, der mich noch nicht kennt, dass ich was das angeht, anders bin. Meine Stärke ist, dass ich mich in die meisten Situation blitzschnell rein finden kann, diese nach kurzer Analyse richtig einschätze und schnell mit einem Ergebnis komme. Dies hat mich nicht nur meine bisherige Projektarbeit gelehrt und ich kann mich hierbei sicher gut einschätzen. Aber: Das ist hier nicht der Punkt, ich verstehe hier voll und ganz die Sicht eines Arbeitgebers, der einen nicht kennt. Da kann jeder kommen und von sich erzählen, wie toll er ist. Mein chinesischer Chef will mich behalten, aber der kann nicht eine 50%-deutscher-Standard-Stelle dauerhaft zahlen.

Ich roll das Ganze grad von hinten auf, also zu deinem ersten Beitrag:

Sign. Sehe ich auch alles so. Mit einem Unterschied. Der Abzug des Expats zurück in die Heimat ist betriebswirtschaftlich Schwachsinn. Der Know-How-Gewinn fürs Heimatland ist, verglichen mit dem Verlust im Entsendungsland, meiner Einschätzung nach ein Witz. Mal abgesehen von Artikeln in einschlägigen 'Fachmagazinen' (z.B. MM :P) und Fachliteratur zu diesem Thema, habe ich das Glück gehabt in meinem Umfeld (einige meiner Professoren, Eltern von Freunden, Geschäftskontakte) so manchen ehemaligen Expat gehabt zu haben. Fazit: Nach Rückkehr gibt es tatsächlich meist automatisch eine Beförderung und die neue Tätigkeit hat kaum bis keine Verbindung zum Auslands-Know-How; oder eben bei zu schlechter Performance: Exit. Ich persönlich kann mir vorstellen, dass es sinnvoll ist, sich lokal jemanden mit Heimatkenntnissen aufzubauen. Langfristig kann das eigentlich nur eine gute Investition sein. Aber: Wenn man einen nicht kennt…

Was Deine Tipps betreffend Vitamin B, etc. angeht:
Ich habe mir schon vor Deinem Beitrag diesbezüglich Gedanken für eine Strategie gemacht. Es ist betriebswirtschaftlich gesehen Schwachsinn für mich hierzubleiben. Ich habe meinen Master in Deutschland auf mich warten, der fertig gemacht werden will und nachdem die TU9 den Dipl.-Ing. für deren Master wieder einführen wollen, ist dies wohl die sinnvollste Investition in meine Zukunft :P Meine verbleibende Zeit in China werde ich dazu nutzen meine Kontakte hier auszubauen, schon heute über eine Thesis zu sprechen und gezielt mein China-Know-How während meiner Studienzeit auszubauen und vielleicht sogar, wie von dir vorgeschlagen, eine China-bezogene kleine Forschungsarbeit durchführen. Parallel werde ich weiter als AP für Deutschland für meine bisherige Firma tätig sein und somit permanent Kontakt zu technisch orientieren Firmen aus Deutschland mit Chinaambitionen haben (aber SME). Sollte ich nach meiner Thesis immer noch keinen Job direkt hier finden, werde ich eben den Weg als Expat nehmen (hoffentlich mit minimaler Zeit im Heimathafen, hoffentlich gar nicht). Und danach sollte ich hier dauerhaft einen guten Job bekommen.

Danke für deine Meinung, ich lese hier schon lange ab und zu mal mit und deine Beiträge haben zumeist einen gewissen Tiefgang.

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WiWi Gast

Re: Expat Gehalt vs. lokaler Vertrag

Ich finde, dass deine Erwartungen überzogen sind. Du hast zwar 5 Jahre Erfahrungen. Hand aufs Herz, was sind es für Erfahrungen, die du während deines Studiums gesammelt hast. In Praktika lernst du ein paar nette Sachen kennen. Aber die wirkliche Verantwortung hast du nur wenn du fest eingestiegen bist und mit der Zeit die Prozesse, etc. verstehst. Solche Erfahrungen zählen nicht wirklich. Vor allem nicht, wenn du dich als relativ frischer Bachelorabsolvent mit einem Expat, der seit einigen Jahren bei dem Unternehmen vergleichen willst. Das Unternehmen kennt den Expat seit einiger Zeit und kennt ihn und sein Leistungspotential. Wie oben beschrieben kann der Expat direkt etwas umsetzen, was auch so von der Mutter erwünscht ist. Was kannst du denn bitte schön mehr, was dich hervorhebt von anderen (chinesischen) Absolventen/Berufseinsteiger??? Außer dein Deutsch??? Deine Erfahrungen waren evtl. nützlich als Eintrittskarte für ein EINSTIEGSJOB, das wissen die Personaler weltweit und du sollst es eigentlich auch wissen. Und glaubst du wirklich, allein die Tatsache, dass du Deutsch sprichst, macht dich dort unentbehrlich? Sorry, dort spricht man nun mal Chinesisch. Sind deine Vorstellungen, quasi als Absolvent/Berufseinsteiger gleich einen Lebensstandard zu erreichen, den man dort nur vielleicht die obere „10.000“ (symbolisch, gibt bestimmt mehr) hat, gerechtfertigt? Wenn du den Lebensstandard dort generell nicht so akzeptieren kannst bzw. du erst zu der „Oberklasse“ gehören musst, um dich pudelwohl zu fühlen, glaubst du nicht, dass deine Vorstellungen total daneben sind? Du musst schon ackern, wenn du was erreichen willst, egal wo du bist und wer du bist. Ich kenne Deutsche und Chinesen. Und bin nicht der Meinung, dass Chinesen nicht den eigenen Kopf haben und ja, wie du von anderen gehört hast, die Deutschen so viel besser denken können. China hat in den letzten Jahrzehnten viel erreicht und es beruht ganz klar erst auf einem großen Markt, aber die Wirtschaftserfolge beruhen auch auf die Leistungen der Menschen. Schätze, es beruht mehr auf die Leistungen und Intelligenz der Chinesen. Ok lass uns nicht von den Big bosses reden. Gehen wir auf die Ebene von Berufseinsteiger. Einige Manager sollten schimpfen, dass Chinesen nicht eigenständig denken?! Sie sind wohl auch ein paar Jahre jünger als 27? Als du auch so jung warst, was hast du gemacht? Studium und Praktika oder dein ¾ Job, und bei den Praktika hast du auch keine Guidance mehr nötig??
Und du schreibst selbst, dass die Expats, die diese hohen gehälter bekommen, Anfang 30 bis Ende 30 sind. Sie haben wohl mehr Erfahrungen, die auch für eine gewisse Verantwortung, die die Gehälter mit sich bringen, nötig sind.
Sorry, meinst du nicht, dass ein Chinese, der die Sprache auch beherrscht, „deinen“ Job eigentlich besser machen kann?? Außer, dass du deutsch sprichst, welchen Mehrwert bringst du dem Unternehmen? Braucht man soviel Deutsch? Vielleicht, wenn man mal ganz unter sich sind, aber nicht auf einem Markt wie China. Deutsch braucht man nur als zwischenzeitliche „kulturelle Brücke“ oder du bist Knowhow-Träger, der den Chinesen hinsichtlich technischer Kenntnisse (noch!) überlegen ist.
Was sind deine wirklichen Gründe nach China zu gehen?? Du willst den Lebensstandard, den du in China entsprechend deiner Leistungen nun mal verdient hast, nicht annehmen. Aber du willst dort langfristig leben und dich integrieren?!
Ich an deiner Stelle würde gar nicht auswandern. Du bleibst besser daheim und schau zu, dass du GLEICH genau so schnell wie du es in China auch vor hast, erst in der Heimat aufzusteigen, dass du gesellschaftlich auch den Rang hast, wie du es dir in China wünschen würdest. Du hast davon nicht geschrieben. Wenns dir nicht darum geht, warum nimmst du nicht den dortigen Lebensstandard an und ackerst dich dann weiter nach oben? Es sind viele Menschen mit dir, die auch so „wenig“ verdienen? Und schaffst du es in D?? Nein, wieso soll es in China dann einfacher sein?! Wie auch in D gibt es in China viele Menschen, die erfahrener und realistischer sind. Und bring bitte nicht das Argument, Chinesen haben nicht so ein Köpfchen wie du.
Für deine 27 Jahre und dafür, dass du sogar vor Ort bist, bist du sehr nett gesagt „naiv“.

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WiWi Gast

Re: Expat Gehalt vs. lokaler Vertrag

ist der Klassiker, lass mich raten Du hast eine Chinesin kennegelernt die ganz anders ist als der Rest und bist hoffnungslos verliebt. Nun versuchst Du dementsprechend mit dem Status mitzuhalten....nur als Tipp, was Du vorhast zu heiraten leg schon mal die Kohle für den Wohungskauf beiseite!

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WiWi Gast

Re: Expat Gehalt vs. lokaler Vertrag

Ich hab jetzt nicht alles gelesen.

Ich hab aber das gleiche versucht, Berufseinstieg nach dem Diplom in Asien. Ich hab vieles versucht auch über Networking, bei Deutschen, Westlichen aber auch Asiatischen Unternehmen. Nach ca. 50 Bewerbungen bekam ich 2 Angebote, über die Anfangs schlechte Bezahlung hätte ich noch hinweg kucken können aber die Aufgaben wären in etwa das gewesen was in Deutschland ein Azubi/Praktikant macht.

In Asien ist das was am meisten zählt: Erfahrung, Erfahrung, Erfahrung! (Praktika und deutsche Berufsausbildung zählen als 0 Berufserfahrung) so wurde mir auch in einem Vorstellungsgespräch gesagt: "PhD counts a @!#$ here". Und die ausländischen Unternehmen, incl. der Deutschen sehen das genauso. Zum Größtenteil sind deren Personalverantwortlichen für nicht Expatposten auch Asiaten. Einen guten Job in Asien ohne Berufserfahrung bekommt man entweder durch Vitamin B (Networking reicht nicht), oder ein MBA von einer angelsächsischen Elite-Uni.

Wenn das Unternehmen und die Aufgabe interessant sind und Zukunftsperspektiven versprechen, kann es sich jedoch durchaus lohnen niedrig einzusteigen, das Gehalt verdoppelt sich (bei entsprechender Leistung) in der Regel ca. alle 2 Jahre.

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WiWi Gast

Re: Expat Gehalt vs. lokaler Vertrag

Zu allert erst... bin ich verheiratet mit einer chinesin und das mehrere Jahre. Desweiteren leben wir in deu, siehe meinen obigen Text wür den Grund. Ich kenne so "leutchen" wie euch die mal ne kurze zeit in china sind und glauben "a bissel kultur action muss sein, aber bitte Frühstück = deutsch, Job= deutsch, Chinesen sollten deutsch/english sprechen, und der unschlagbare Klassiker = sich benehmen wie ein proll weil man mal am Abend 500RMB ausgegeben hat....

Naja was solls. Leider sind mir keine expats bekannt die wirklich wissen wie chinesen denken....da werde 1000de ausgegeben für Kurse bücher etc...im endeffekt ist man dennoch stammgast in den 5sterne hotels und isst jeden tag nach western art und umgibt sich meisstens nur mit westener.

Jedem das Seine!!! Aber Überheblichkeit hat niemanden wirklich geholfen...

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WiWi Gast

Re: Expat Gehalt vs. lokaler Vertrag

Hallo erst mal

nachdem ich den Bericht hier gelesen habe musste ich zuerst lachen, dann aber wurde es mir zuviel. Zu meiner Person 5 Jahre Vietnam als GD einer dieserTypen mit Auto und durchaus vernünftigen Lebenstandard.
Junger Mann : Deine Aussagen hören sich für mich sehr frustriert an. In jedem zweiten Abschnitt berichten Sie von irgendwelchen KTV, Prostitution, dicken Autos oder schlimmerres. ( was ist den schlimm an einem schicken Wagen wenn man ihn sich leisten kann )
Ein Typ von mir als Geschäftsführer der die Firma von grund auf aufgebaut hat.
1.Mal den ganzen Neid und die Missgunst über Bord werfen.
2.Das Studium beenden
3.Sich nichts mehr darauf einbilden Deutsch zu sein und damit Qualifiziert für jeden gut bezahlten Job in Asien.

Solche Bürschen wie Sie habe ich ab und zu als Praktikanten und als solche bekommen sie einen Praktikantengehalt. Sie haben gelinde gesagt , keine Ahnung vom Geschäftsleben wollen aber in eine Gehaltsstufe eintreten die eben Menschen mit Erfahrung, meist abgeschlossenen Studium (sprich durchhaltevermögen gezeigt) und oft langjäriger Betriebszugehörigkeit im Mutterhaus absolviert haben. Die Gabe zu reden ob Deutsch oder eine andere Sprache wird vorrausgestzt und nicht bezahlt. Sorry ich musste das jetzt loswerden

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WiWi Gast

Re: Expat Gehalt vs. lokaler Vertrag

Du redest von Suzhou, nicht wahr?

ich bin als Expat hier, wir koennen uns gerne mal unterhalten.

Nuertingen2@gmx.de

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WiWi Gast

Re: Expat Gehalt vs. lokaler Vertrag

martin, ich kann deinen gedankengaengen folgen - ich war 2007 in der gleichen situation wie du. gerade frisch von der uni, auslandssemestern in china, den kopf voller ideen, keine "richtige*" berufserfahrung und freude an land und leuten.

aber zu dieser diskussion:
bei vielen die hier schreiben hoert man raus, dass sie selber expads sind, waren oder gerne waeren. schnell kommt die rechtfertigung fuer hohe loehne usw. auf. aber betrachten wir es nuechtern: spielt es eine rolle was die anderen verdienen, warum sie in china sind und ob sie einen zweck in china erfuellen? die antwort ist mehr als einfach. so lange firmen ihre leute mit diesen konditionen und qualifikationen ins ausland schicken, werden die schon ihre gruende und rechtfertigungen haben - aber das ist ja nicht gegenstand dieser diskussion

die frage ist, wie kommst du an einen job in china der dir dein wunschgehalt zahlt.

bevor ich weiter aushole, das wesentliche vorweg: das was du suchst gibt es nicht.
ich selber habe es damals (2007) versucht mit den gleichen qualifikationen wie du heute einen job zu finden. (ich kann mich echt in deinem beitrag wiedererkennen)
schluss endlich habe ich es geschafft ein jobangebot bei einem schweizer unternehmen zu bekommen. 7000RMB, unterkunft im dorm, mittagessen, 100RMB fuers handy. schluss endlich hatte ich auch die vorstellung das sie mir mindestens 15'000RMB oder mehr zahlen muessten und habe den job nicht angenommen.

aber, sind wir mal ehrlich respektive selbstkritisch (ich weiss wie es schmerzt, ich habe es mir selber eingestehen muessen).

  1. du hast nichts in der hand was solch einen hohen lohn rechtfertigt - die kreativitaet, die denkweise und was du dir sonst noch auf die fahnen schreibst kann jedes unternehmen in china mit 3 chinesen kompensieren und die sind immernoch guenstiger als du.
  2. nach einem halben jahr sprichst, liest und schreibst du sicherlich kein chinesisch in dem umfang wie es ein job in china verlangt.
  3. kulturverstaendis, selbststaendigkeit und das "ueberleben im ausland" sind keine strategischen erfolgspositionen sondern basisqualifikationen die einfach mal jeder mitbringt der im laenger ausland lebt und arbeitet. oder kommst du auf die idee einem deutschen arbeitgeber in deutschland zu erzaehlen, dass du es sogar schaffst in deutschland zu leben....?

das wesentliche ist erfahrung, das haben meine vorredner schon geschrieben. ist sicherlich richtig, aber selbst das reicht heute nicht mehr. die chinesen haben auch erfahrung, uniabsolventen gibt es von der stange (qualifikation sei dahingestellt) und sie werden dich preislich immer unterbieten.
das wesentliche in deinem fall ist die sprache und dein westliches gesicht. wenn du nur taxi-chinesisch kannst (also sagen kannst wo du hinwillst) , gerade mal die schriftzeichen fuer ??????????? und ? kennst und die Standardfloskeln ???????/??????????beherscht, bist du einfach mal auf dem sprachlichen level eines 2 jaehrigen - wenn ueberhaupt.

nun will ich dich nicht entmutigen! auch ich versuche derzeit "das feld von hinten aufzurollen" nur moechte ich mal behaupten das ich schon einen schritt (3 jahre) weiter bin. ich habe meine "diplomierte berufserfahrung" fuer knapp 2 jahre gesammelt und habe mich obendrein noch 1.5 jahre mit chinesischen zeichen gequaelt. heute spreche ich fliessend, lese artikel, wohne und lebe mit chinesen zusammen und muss dennoch auf mein glueck hoffen einen guten job zu finden. einfach wird es nicht!

du solltest in betracht ziehen, wenn du es wirklich ernst meinst, bei einer chinesischen firma anzuheuern. sicher werden die dir keine 15'000RMB pro monat zahlen, aber auf 10'000 kannst du es schon bringen.
dabei kommt es auf dein verkaufsargument an: biete westliches gesicht zu marketing, verhandlungs und prestige zwecken. chinesische firmen haben ein wesentliches problem heute: keiner vertraut ihnen mehr. die ganzen geschichten von technologie-klau, skandal um babynahrung, minderwertige qualitaet, giftstoffe in plastik etc. pp. bieten dir die moeglichkeit als bruecke in den westen zu arbeiten. ein westlicher kunde einer chinesischen firma wird immer mehr vertrauen fassen wenn er ebenfalls mit einem westler redet - das ist deine chance.
nur musst du das erstmal einem chinesen so verkaufen ohne das er sich beleidigt fuehlt - aber mit deinem kulturverstaendnis wirst du das sicher gut meistern :)

wuensch dir viel glueck und halte uns hier mal auf dem laufenden.

???

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WiWi Gast

Re: Expat Gehalt vs. lokaler Vertrag

China???
Ich bin in Jakarta und es ist besser hier.

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WiWi Gast

Re: Expat Gehalt vs. lokaler Vertrag

interessante diskussion!
wuerde mich sehr interessieren, wo der Martin knapp ein Jahr nach seinem ersten Beitrag sich befindet...

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WiWi Gast

Re: Expat Gehalt vs. lokaler Vertrag

WiWi Gast schrieb am 17.08.2010:

Die Zeit der Expats mit übertrieben hohen Gehältern ist definiv vorbei.

Interessant dass man das vor 10 Jahren auch schon gesagt hat :D

Wann war denn die Zeit der expats? In den 80ern ?

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