DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
Karriere im AuslandExpat

Auslandsentsendungen im Job nehmen zu

Auslandsentsendungen gewinnen weiter an Bedeutung. Nach einer aktuellen Studie von Mercer erwarten über 70 Prozent der Unternehmen für 2013 eine Zunahme der kurzfristigen Auslandsentsendungen, 55 Prozent rechnen auch mit einem Anstieg der langfristigen Entsendungen.

Das Bild zeigt eine gelbe Weltkarte.

Auslandsentsendungen im Job nehmen zu

Länder mit dem größten Zuwachs an Entsendungen Prozent der Unternehmen
USA 55
Brasilien 43
China 41
Australien 39
UK 28
Mexiko 28
VAE 23
Russland 23

Frankfurt, 14.05.2013 (mercer) - Auslandsentsendungen gewinnen weiter an Bedeutung. Nach einer aktuellen Studie von Mercer erwarten über 70 Prozent der Unternehmen für 2013 eine Zunahme der kurzfristigen Auslandsentsendungen, 55 Prozent rechnen auch mit einem Anstieg der langfristigen Entsendungen. Als wichtigste Zielländer werden China, die USA, Brasilien, UK und Australien genannt.

Der Studie zufolge sind die fünf meistgenannten Gründe für Entsendungsprogramme:

Zukünftig erwarten 62 Prozent der Befragten eine Zunahme der kurzfristigen technisch ausgerichteten Entsendungen, wohingegen 55 Prozent mit einem Anstieg der Entsendungen zum Zwecke der Talententwicklung rechnen.

„Entsendungsprogramme sind vielfältiger geworden. Zwar zählt die Bereitstellung von spezifischen Fähigkeiten in Projekten vor Ort noch immer zu den wichtigsten Faktoren, doch zunehmend rücken auch Karriereplanung, Talent Management und -Entwicklung sowie das Schaffen von Anreizen für Spitzenkräfte in den Fokus. International ausgerichtete Unternehmen bieten deshalb heute meist eine Auswahl unterschiedlicher Programme je nach Zweck der Entsendung an, um diesen komplexen Anforderungen gerecht zu werden“, so Mercer-Expertin Christa Zihlmann.

Die durchschnittliche Dauer langfristiger Entsendungen verringert sich
Die Studie zeigt, dass sich die durchschnittliche Dauer von langfristigen Entsendungen verringert. So erstreckt sich eine langfristige Entsendung heute im Schnitt auf etwas weniger als 3 Jahre (2 Jahre, 10 Monate). Das Durchschnittsalter der Expatriates beträgt dabei zwischen 35 und 55 Jahre. Bei kurzfristigen Entsendungen liegt die Durchschnittsdauer bei 8 Monaten, während das Alter dieser Mitarbeiter zu gleichen Teilen auf die Bereiche „unter 35“ und „35 bis 55“ verteilt ist. „Im globalen Vergleich entsenden Unternehmen im deutschsprachigen Raum deutlich mehr jüngere Expats. Dies zeigt, dass Trainings- und Entwicklungentsendungen immer wichtiger werden. Zudem sehen wir auch einen starken Anstieg von Commuter Assignments. Dabei handelt es sich um keine Entsendung im engeren Sinne, der Mitarbeiter pendelt vielmehr für einen bestimmten Zeitraum zwischen Heimatland und Ausland“, ergänzt Zihlmann.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Expatriate weiblich ist, hat sich im Vergleich zu 2011 um lediglich drei Prozent erhöht und liegt bei 13 Prozent. Dabei ist der Anteil an weiblichen Expatriates aus kulturellen Gründen in Europa und den USA höher als in Lateinamerika und Asia-Pacific. Familiäre Angelegenheiten wie z. B. die Sorge um die Schulbildung der Kinder im Gastgeberland zählen dabei weiterhin zu den wichtigsten Hinderungsgründen für die Mobilität der Mitarbeiter. Als zweitwichtigste Hürde nannten die Befragten in Europa eine mangelnde Attraktivität des Angebotspakets.

Internationale Unternehmen entsenden nach wie vor die meisten ihrer Expatriates (57 Prozent) aus dem Stammland und ordnen sie einer ausländischen Niederlassung zu. Allerdings sehen mehr als die Hälfte der weltweit Befragten (51 Prozent) und 61 Prozent der europäischen Unternehmen eine Zunahme der Entsendungen zwischen ausländischen Niederlassungen, was darauf hindeutet, dass sich die Kompetenzen der Mitarbeiter in den Niederlassungen weiterentwickeln. Deutsche Untenehmen entsenden 56 Prozent ihrer Expatriates vom Stammsitz und 35 Prozent von Niederlassung zu Niederlassung.

Nur wenige Unternehmen evaluieren ihre Programme anhand von Kennzahlen
Zwei von drei Unternehmen (65 Prozent) nutzen, abgesehen von Excel und Word, keine Tools zur Nachverfolgung und Steuerung ihrer Auslandsentsendungen und der damit verbundenen Kosten. Nur 16 Prozent der europäischen Unternehmen nutzen spezielle Tools und In-House-Applikationen, während sich Organisationen in den USA eher auf externe Dienstleister verlassen (25 Prozent). Dieser mangelnde Einsatz von geeigneten Werkzeugen für das Management von Entsendungsprogrammen ist vermutlich ein Grund dafür, dass so wenige Unternehmen ihre internationalen Entsendungen anhand von Kennzahlen evaluieren. Nur 6 Prozent der Firmen erfassen und nutzen entsprechende Daten, wie z. B. die Zahl der Expatriates, die vor Abschluss einer Aufgabe rückgeführt wurden. So gaben auch 63 Prozent der Befragten an, dass ihr Unternehmen keine Statistiken zur Fluktuation ihrer rückgeführten Expatriates erstellt. Trotzdem gehen 39 Prozent der Befragten davon aus, dass Mitarbeiter mit internationaler Erfahrung schneller befördert werden. Weltweit verfügen 62 Prozent der Unternehmen über eine detaillierte Kostenprojektion, die Steuern und Sozialversicherungsabgaben einschließt, jedoch vergleichen 56 Prozent der Firmen diese projizierten nicht mit den tatsächlichen Kosten.

Im Forum zu Expat

3 Kommentare

Arbeiten im Ausland

WiWi Gast

Bin seit einem Jahr als Expat in den USA. Meine Erfahrung: Wenn man wirklich ins Ausland will, dann trifft man automatisch Entscheidungen, welche die Chancen erhöhen. Die Möglichkeit besteht öfter als ...

14 Kommentare

UB - Wechsel in Auslandsoffice

WiWi Gast

Der Bearing Point Witz war ja schonmal ganz nett. Wenn du noch ein bisschen an deinem Umgang arbeitest, wird es ja vielleicht auch was bei MBB und nicht nur bei Berger. Gib es nicht auf! Lerne normale ...

15 Kommentare

Big Four - Wechsel von Deutschland in die USA

WiWi Gast

Um auf diesen Betrag mal mit etwa der selben Polemik zu antworten: Die Freiheit in den USA beschränkt sich ja im Wesentlichen darauf, dass man aufgrund eines gebrochenen Beines Bankrott anmelden darf, ...

5 Kommentare

Wie als Expat nach Asien oder Südamerika? Erfahrungen?

WiWi Gast

Bei uns (DAX30) hat es ein Kollege direkt im Anschluss an das Trainee Programm geschafft. Er hat keine skills, die vor Ort gefragt wurden (spricht allerdings die Sprache), sondern war einfach zur rich ...

11 Kommentare

Agentur für Einstieg als Expat

WiWi Gast

Schonmal daran gedacht wie Du an ein Arbeitsvisum kommen willst? In der Regel brauchst Du für sowas einen Deutschen Anstellungsvertrag, wo die Probezeit - wenn nicht 1 jahr vorbei ist.

14 Kommentare

Expat-Erfahrungen

WiWi Gast

Einstieg im Ausland halte ich für problematisch. Man sollte erst ein Netzwerk hier haben und sich ein gewisses Standing erarbeitet haben, das auch in ein paar Jahren bei Rückkehr noch hält. Insgesamt ...

16 Kommentare

Zeit bis zum Expat (DAX30) nach Berufseinstieg

WiWi Gast

Knapp 100% über Deutschland. Davon kommen ca 40% aus Mehrarbeit (also Anpassung der Arbeitszeit ggü. 35 Stunden Vertrag in D). Außerdem noch Kaufkraftausgleich, Funktionszulage, Incentive für Auslands ...

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema Expat

Weiteres zum Thema Karriere im Ausland

Beliebtes zum Thema Karriere

Ein schwarzer Kompass mit einem weißen Zifferblatt und grünen Richtungsanzeigern.

Moderne Managementtechniken sichern Unternehmenserfolg

Die aktuellen Managementtechniken sind meist langfristige Wachstumsstrategien. In Deutschland sind Kundenmanagement, Outsourcing und Benchmarking die meistgenutzten Managementinstrumente. Neue Werkzeuge wie Big-Data-Analyse oder die digitale Transformation werden von deutschen Managern seltener als in anderen Ländern eingesetzt. Eine wachsende Komplexität, Cyber-Attacken und die abnehmende Kundenloyalität sind weltweit große Herausforderungen.

Frau, Boss, Chefin, Führungskraft, Managerinnen,

Führungskräfte-Monitor 2017: Mehr Managerinnen jedoch mit Gehaltsnachteil

Der Frauenanteil unter den Führungskräften ist in den Jahren von 1995 bis 2015 um rund zehn Prozentpunkte auf etwa 30 Prozent gestiegen. Aktuell nimmt der Frauenanteil bei den Führungskräften allerdings nur noch langsam zu. Der Gehaltsnachteil von Managerinnen beträgt durchschnittlich 23 Prozent, so der „Führungskräfte-Monitor 2017“ des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung.

New-York, Freiheitsstatur,

CEO Challenge 2017: Die Sorgen der Chefs

Die unsichere politische Lage rund um den Globus ist aus Sicht deutscher Unternehmen derzeit die größte Herausforderung. Das geht aus einer gemeinsamen Umfrage von IW Consult und The Conference Board hervor. Sorgen vor einer globalen Rezession sind bei hiesigen Managern dagegen weniger verbreitet als in anderen Ländern.

Eltern mit zwei Kindern auf den Schultern am Strand. Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Mehr Müttern und Vätern gelingt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Die Voraussetzungen für erwerbstätige Mütter haben sich in Deutschland verbessert. Aus der OECD-Studie „Dare to Share“ zur Partnerschaftlichkeit in Familie und Beruf geht hervor: 70 Prozent der Mütter sind erwerbstätig, davon arbeiteten mit 39 Prozent überdurchschnittlich viele Mütter in Deutschland in Teilzeit. Die hohe Teilzeitquote bei Müttern zeigt jedoch, dass eine wirklich ausgeglichene Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit innerhalb von Familien noch nicht die Regel ist.

Markus Thomas Münter

Professor des Jahres 2016: Volkswirt Markus Thomas Münter siegt in Wirtschaftswissenschaften

Prof. Dr. Markus Thomas Münter von der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes gewinnt im Rennen um den Titel "Professor des Jahres 2016" in den Wirtschaftswissenschaften. Auf den 2. Platz wurde Prof. Dr. Marcus Labbé von der Hochschule Augsburg gewählt. Platz drei belegt die Professorin für Allgemeine Betriebswirtschafslehre Michaela Hönig von der Hochschule Frankfurt.

Feedback +/-

Feedback