DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
Karriere im AuslandExpat

Langfristige Auslandsentsendungen nehmen deutlich zu

Die Gesamtanzahl von Expatriates, also von Angestellten, die von ihren Arbeitgebern ins Ausland entsendet werden, ist in den letzten Jahren relativ stabil geblieben. Hinsichtlich der Dauer der Entsendungen haben sich die Zahlen seit 2009 jedoch deutlich verschoben.

Der Ausschnitt einer Weltkarte mit Stecknadel.

Langfristige Auslandsentsendungen nehmen deutlich zu
Frankfurt, 03.09.2012 (mercer) - Die Gesamtanzahl von Expatriates, also von Angestellten, die von ihren Arbeitgebern ins Ausland entsendet werden, ist in den letzten Jahren relativ stabil geblieben. Hinsichtlich der Dauer der Entsendungen haben sich die Zahlen seit 2009 jedoch deutlich verschoben: Während sich der Anteil der Langzeit-Expatriates (Dauer der Entsendung über fünf Jahre) fast verdoppelt hat (von 21 auf 40 Prozent), ist der Prozentsatz bei den Kurzzeit-Entsendungen (Dauer unter einem Jahr) von 17 auf 11 Prozent gefallen. Auch der Anteil der Entsendungen über einen Zeitraum zwischen einem und fünf Jahren ist gesunken (von 56 Prozent auf 39 Prozent). Bei den Mitarbeitern, die für ihr Unternehmen von Land zu Land ziehen (Dauer der Entsendung variabel), ist dagegen ein Anstieg zu verzeichnen (10 Prozent gegenüber 6 Prozent).

Dies sind die Ergebnisse einer neuen Studie des internationalen Beratungsunternehmens Mercer, im Rahmen derer 288 multinationale Unternehmen mit insgesamt 119.000 Expatriates befragt wurden.

Die Studie zeigt, dass die Anforderung, weltweit neue Talente für Führungspositionen zu entwickeln sowie die Zunahme von Auslandsprojekten dem Thema Global Mobility Aufwind verschafft haben. „Kompetente Mitarbeiter, die internationale Erfahrung und tiefgreifendes Know-how aus verschiedenen Unternehmenseinheiten mitbringen, werden für Multinationals immer mehr zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Umgekehrt beobachten wir, dass die Unternehmen Auslandserfahrungen als Voraussetzung dafür betrachten, dass Talente auf der Karriereleiter nach oben klettern können“, so Mercer-Expertin Petra Lück.

Eines der Themenfelder, das Unternehmen im Zusammenhang mit Auslandsentsendungen am meisten beschäftigt, ist das der betrieblichen Nebenleistungen. Der Studie nach bieten inzwischen 98 Prozent der Unternehmen ihren Expatriates eine private Krankenversicherung an, 2005 waren es nur 57 Prozent.

„Die Qualität und der Standard der medizinischen Versorgung variieren von Land zu Land sehr stark. Die Herausforderung für Unternehmen besteht darin, ihren Expatriates weltweit angemessene Leistungen anzubieten und dabei den vorgegebenen Kostenrahmen einzuhalten. Einen sinnvollen Lösungsansatz stellt die Entwicklung und Etablierung eines internationalen medizinischen Versorgungsplans dar“, erklärt Petra Lück. Doch auch dabei steht die Frage, wie Kosten eingespart werden können, im Fokus. Über ein Drittel der Unternehmen mussten bei der letzten Anpassung ihrer internationalen medizinischen Versorgungspläne Prämiensteigerungen um 6 Prozent oder mehr hinnehmen. Bei 20 Prozent der Unternehmen lagen die Steigerungen sogar zwischen 11 und 15 Prozent. Hintergrund ist neben der Komplexität bei der Administration der Pläne die Inflation bei der medizinischen Versorgung, wie sie zum Beispiel im Nahen Osten, in Indien und China sowie in Lateinamerika (und damit in Regionen, in die derzeit sehr viele Entsendungen) erfolgen, zu beobachten ist.

Bei der betrieblichen Altersversorgung ihrer Expatriates verfolgen die meisten Unternehmen den Ansatz, den Anspruch im Heimatland aufrechtzuerhalten. 63 Prozent aller Expatriates, bei denen die Dauer der Entsendung bei über einem Jahr liegt, werden in den Pensionsplänen in ihrem Heimatland gehalten. Hintergrund ist die Annahme, dass die meisten Expatriates in ihrer Heimat in Rente gehen.

„Bei Mitarbeitern, die für ihr Unternehmen von Land zu Land ziehen, besteht die Möglichkeit, dass die Versorgung über den heimischen Pensionsplan aus verschiedenen Gründen nicht aufrechterhalten werden kann. Daher suchen viele Unternehmen nach alternativen flexibleren Lösungen“, sagt Petra Lück. Eine Möglichkeit ist die Etablierung eines internationalen Pensionsplans, wie ihn aktuell allerdings nur 12 Prozent der Unternehmen eingerichtet haben. Als wichtigster Grund, der gegen einen internationalen Pensionplan spricht, wurde eine unzureichende Anzahl an Mitarbeitern für die erforderliche Rechfertigung der Kosten genannt (38 Prozent). 17 Prozent der Unternehmen gaben jedoch an, sich noch nicht mit der Möglichkeit eines internationalen Pensionplans bzw. mit den damit verbundenen Vorteilen befasst zu haben.

Im Forum zu Expat

3 Kommentare

Arbeiten im Ausland

WiWi Gast

Hallo zusammen, ich war für ein Austausch-Semester und später im Rahmen eines Traineeprogramms jeweils ein halbes Jahr im Ausland und die beiden Perioden waren bisher die besten meines Lebens. Ich spi ...

14 Kommentare

UB - Wechsel in Auslandsoffice

WiWi Gast

Ich habe einige Angebote verschiedener UBs, allerdings wurde mir nie genau gesagt was die Konditionen und Ablauf eines (vorübergehenden) Wechsels in ein Auslandsbüro (z.B. Sao Paulo oder Shanghai) abl ...

15 Kommentare

Big Four - Wechsel von Deutschland in die USA

WiWi Gast

Ich spiele mit dem Gedanken mich langfristig in den USA niederzulassen. Von Siemens ist mir bekannt, dass man relativ problemlos innerhalb des Konzerns das Land wechseln kann, sofern denn die Qualifik ...

5 Kommentare

Wie als Expat nach Asien oder Südamerika? Erfahrungen?

WiWi Gast

Hallo Leute, wie erhöhe ich meine Chancen auf eine Position als Expat, sprich angestellt in europ. Firma und Einsatz im Ausland (bei mir vorzugsweise Asien oder Südamerika)?! Meine Vermutungen wäre ...

11 Kommentare

Agentur für Einstieg als Expat

OverFlow

Cheers Leute, folgende Situation: bin nächstes Jahr mit dem Master fertig und bewerbe mich derzeit auf verschiedenste Graduate-Programme im Supply Chain Management und Einkauf hauptsächlich. Grund is ...

14 Kommentare

Expat-Erfahrungen

WiWi Gast

Hallo, ich überlege mich auf intern auf eine Stelle im Ausland zu bewerben. Das Thema Expat gibt's hier ja kaum, aber ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass es keine Leute gibt, die dami ...

16 Kommentare

Zeit bis zum Expat (DAX30) nach Berufseinstieg

WiWi Gast

Hallo Forum Wie lange muss man im Durchschnitt als Berufseinsteiger in einem DAX Unternhmen arbeiten bis man entsandt werden kann? 2 Jahre? Ich denke die Unternehmen wolle nerst einen gewissen " ...

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema Expat

Weiteres zum Thema Karriere im Ausland

Beliebtes zum Thema Karriere

Ein schwarzer Kompass mit einem weißen Zifferblatt und grünen Richtungsanzeigern.

Moderne Managementtechniken sichern Unternehmenserfolg

Die aktuellen Managementtechniken sind meist langfristige Wachstumsstrategien. In Deutschland sind Kundenmanagement, Outsourcing und Benchmarking die meistgenutzten Managementinstrumente. Neue Werkzeuge wie Big-Data-Analyse oder die digitale Transformation werden von deutschen Managern seltener als in anderen Ländern eingesetzt. Eine wachsende Komplexität, Cyber-Attacken und die abnehmende Kundenloyalität sind weltweit große Herausforderungen.

Frau, Boss, Chefin, Führungskraft, Managerinnen,

Führungskräfte-Monitor 2017: Mehr Managerinnen jedoch mit Gehaltsnachteil

Der Frauenanteil unter den Führungskräften ist in den Jahren von 1995 bis 2015 um rund zehn Prozentpunkte auf etwa 30 Prozent gestiegen. Aktuell nimmt der Frauenanteil bei den Führungskräften allerdings nur noch langsam zu. Der Gehaltsnachteil von Managerinnen beträgt durchschnittlich 23 Prozent, so der „Führungskräfte-Monitor 2017“ des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung.

New-York, Freiheitsstatur,

CEO Challenge 2017: Die Sorgen der Chefs

Die unsichere politische Lage rund um den Globus ist aus Sicht deutscher Unternehmen derzeit die größte Herausforderung. Das geht aus einer gemeinsamen Umfrage von IW Consult und The Conference Board hervor. Sorgen vor einer globalen Rezession sind bei hiesigen Managern dagegen weniger verbreitet als in anderen Ländern.

Eltern mit zwei Kindern auf den Schultern am Strand. Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Mehr Müttern und Vätern gelingt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Die Voraussetzungen für erwerbstätige Mütter haben sich in Deutschland verbessert. Aus der OECD-Studie „Dare to Share“ zur Partnerschaftlichkeit in Familie und Beruf geht hervor: 70 Prozent der Mütter sind erwerbstätig, davon arbeiteten mit 39 Prozent überdurchschnittlich viele Mütter in Deutschland in Teilzeit. Die hohe Teilzeitquote bei Müttern zeigt jedoch, dass eine wirklich ausgeglichene Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit innerhalb von Familien noch nicht die Regel ist.

Markus Thomas Münter

Professor des Jahres 2016: Volkswirt Markus Thomas Münter siegt in Wirtschaftswissenschaften

Prof. Dr. Markus Thomas Münter von der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes gewinnt im Rennen um den Titel "Professor des Jahres 2016" in den Wirtschaftswissenschaften. Auf den 2. Platz wurde Prof. Dr. Marcus Labbé von der Hochschule Augsburg gewählt. Platz drei belegt die Professorin für Allgemeine Betriebswirtschafslehre Michaela Hönig von der Hochschule Frankfurt.

Feedback +/-

Feedback