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Wirtschaft studieren: Das Duale Studium BWL an einer Berufsakademie

Ein duales Studium in Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik oder Wirtschaftsingenieurwesen zu beginnen, ist eine alternative Studienmöglichkeit zur universitären Ausbildung. Studieninteressierte, die gern praktisch arbeiten wollen, finden in Berufsakademien passende Studiengänge in den Wirtschaftswissenschaften. Eine Vielzahl an Spezialisierungen in wirtschaftswissenschaftlichen Fächern ermöglicht bereits ab dem Bachelor eine Vertiefung. Nach dem dualen Studium werden viele BWL-Absolventen von ihrem Praxispartner übernommen oder nutzen im Anschluss die Möglichkeit für einen dualen Master oder für einen Master an einer Hochschule mit Promotionsrecht.

Studenten im Hörsaal

Duale Studienstruktur an Berufsakademien
Das Studium an einer Berufsakademie verfolgt das Prinzip der Dualität: Es besteht zu gleichen Teilen aus Vorlesungen an staatlichen Berufsakademien und praktische Tätigkeiten im Betrieb. Die theoretischen Vorlesungszeiten sowie die berufspraktischen Arbeitszeiten wechseln sich ab und finden in Blöcken zu jeweils einigen Wochen oder sogar Monaten statt. Der Abiturient ist zum einen Auszubildender in einem Betrieb und zum anderen Studierender an einer Berufsakademie. Dabei sind die Studienabschnitte inhaltlich und organisatorisch aufeinander abgestimmt. Die Berufsakademie vermittelt wissenschaftlich-theoretische und praxisorientierte Studieninhalte. Beim Praxispartner erhalten die Studierenden anwendungsorientierte Wissensvermittlung und erlangen berufspraktische Erfahrungen. Das duale Studium wird in kleinen Seminargruppen zwischen 20 und 30 Studenten absolviert. Nach sechs Semestern, also drei Jahren, kann das Berufsakademie-Studium mit dem Bachelorabschluss beendet werden. In dieser Zeit haben die Studenten von akkreditierten Studiengängen 180 ECTS-Punkte gesammelt. Ausnahmen sind die Berufsakademie Berlin und die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW): Dort erhalten Studenten den Abschluss bei 210 ECTS-Leistungspunkten.

Das Duale Studium in Wirtschaftswissenschaften
Wer BWL als duales Studium anstrebt, muss sich von Anfang an spezialisieren. Die Studiengänge in Betriebswirtschaftslehre an Berufsakademie sind stark ausgerichtet. Die Auswahl an Schwerpunktsetzungen im Fach BWL kann von Tourismus, über Industrie, bis hin zu Wirtschaftsförderung und vielen weiteren sein. 221 duale Studiengänge in Betriebswirtschaftslehre werden aktuell in Deutschland angeboten. Für ein duales Studiumin Wirtschaftsinformatik sind 67 duale Studiengänge in der Datenbank vom Hochschulkompass verzeichnet. In Zeiten der Digitalisierung sind viele Wirtschaftsinformatik-Studiengänge auf den Bedarf in der Wirtschaft ausgerichtet und bieten sowohl in Theorie als auch in Praxis neue Fächer wie Software Engineering. Im Fach Wirtschaftsingenieurwesen finden sich 81 duale Studiengänge auf Hochschulkompass.de. Im dualen Studium Wirtschaftsingenieurwesen können sich Studieninteressierte auf nachgefragte Fachgebiete in der Wirtschaft oder auf Internationales Wirtschaftsingenieurwesen spezialisieren.

Prüfungen und Abschluss an Berufsakademien
Um einen Abschluss an einer Berufsakademie zu erlangen, zählen alle Prüfungsleistungen aller Vorlesungs- und Praxismodule, sowie bei akkreditierten Studiengängen die Abgabe einer Bachelorarbeit. Alle Bachelor- und Masterabschlüsse sind seit dem europäischen Bologna-Prozess gleichgestellt. Das heißt, dass alle Abschlüsse an Berufsakademien den anderen Hochschulabschlüssen gleichgestellt sind. Je nach Studiengang und Fakultät erhalten die Studierenden mit ihrem Abschluss den akademischen Grad eines:

Berufliche Perspektiven mit einem Abschluss einer Berufsakademie
Die Chancen im Anschluss eines Bachelorstudiums einen Arbeitgeber zu finden, sind sehr hoch. Die Masse der Absolventen wird von ihrem Ausbildungspartner nach dem Abschluss übernommen. Durch die hochschulrechtliche Gleichstellung der Abschlüsse können Absolventen von Berufsakademien auch einen Masterabschluss an einer Hochschule anstreben. Jedoch sind in diesem Fall die Voraussetzungen von Hochschule zu Hochschule sehr unterschiedlich. Mit einem Masterabschluss von einer Hochschule mit Promotionsrecht wird die Möglichkeit geschaffen, auch eine wissenschaftliche Hochschullaufbahn anzustreben.

Studenten der Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein

Bildquelle: Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein

  1. Seite 1: Wirtschaft studieren: Das Duale Studium BWL an einer Berufsakademie
  2. Seite 2: Wirtschaft studieren: Bewerbung und Zulassung an Berufsakademien
  3. Seite 3: Wirtschaft studieren: Studienaufbau und Abschluss an Berufsakademien
  4. Seite 4: Wirtschaft studieren: Liste von Berufsakademien

Leser-Kommentare

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WiWi Gast

Re: Das Wirtschaftsstudium an den Berufsakad

Ein duales Studium verzahnt theoretisches und praktisches Wissen optimal.Da i.d.R. an zwei ganzen Tagen Vorlesungen besucht werden,die Semesterferien entfallen u auch innerbetrieblich auf Fortbildung gesetzt wird ist das theoretische Wissen enorm u kann vor allem umgesetzt werden.Neben dem bachelor legt der Absolvent auch noch eine Prüfung vor der IHK z.B. als Industriekaufmann ab u ist damit bestens gerüstet um im Unternehmen Karriere zu machen,Leistungsbereitschaft u gute Noten vorausgesetzt.

Das duale Studium ist aber nur eine gute Nische,da das Auswahlverfahren der Unternehmen für die meisten Bewerber eine zu hohe Hürde darstellt.Viele BWLer hatten sich vor dem Studium vergeblich um ein duales Studium bemüht und mußten erfahren,dass es dafür nicht reicht.Während Uni-Absolventen sich nach dem Studium im Markt durchsetzen müssen oder billige Praktika absolvieren kann ein dualer Student nach dem Studium meist durchstarten wie die Zahlen belegen.Der Sprung in Führungspositionen erfolgt dabei statistisch belegt wesentlich früher.Die Arbeitslosigkeit tendiert gegen Null.Offensichtlich hat sich die Qualität des dualen Studium
in den Personalabteilungen herum gesprochen.Fast jeder Absolvent hat noch vor dem Abschluss ein oder mehrere Stellenangebote.

Das Studium in kleinen Gruppen von ca.30 Studenten ist auch wesentlich intensiver u effektiver als der Besuch einer Massenveranstaltung an der Uni.natürlich kommt es auch auf das Unternehmen an.Wer die Chance erhält in einem Konzern ausgebildet zu werden hat meist eine intensivere Ausbildung als in einem Kleinbetrieb u entsprechend bessere Berufschancen. Die Studienplätze sind leider sehr rar und hart umkämpft.

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WiWi Gast

Re: Das Wirtschaftsstudium an den Berufsakad

Also nochmal zur Klarstelleung:

Das bisherige BA - DIPLOM stellt keinen akademischen Grad dar, auch nicht in BW. Es handelt sich um eine Abschlussbezeichnung.

Die neue Duale Hochschule verleiht akademische Grade. Der Stoffinhalt ist definitv nicht mit einem Uni-Abschluss vergleichbar. Bei vielen Unis ist es schwierig, mit einem BA-Abschluss einen Uni-Master zu machen.

So ist die Lage, ganz nüchtern aufgenommen.

Fernet ist ebenfalls anzumerken, dass hier im Board ein erhebliches Halbwissen vorliegt. Man kann nicht unbedingt sagen, dass ein BA-Abschluss schlechtere Chancen in Zukunft bietet - jedoch auch nicht bessere. Es zählt nur die Arbeitsleistung sowie die Kontakte. Egal welchen Abschluss man hat.

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WiWi Gast

Re: Das Wirtschaftsstudium an den Berufsakad

in meinem Unternehmen sitzt ein ehemaliger BA Student im Vorstand. Es handelt sich um eines der größten DAX Unternehmen. Soviel dazu. Habe selbst an der Uni studiert. Wenn ich das im Nachhinein vergleiche wäre BA nicht schlecht für mich gewesen. 6 statt 10 Semester hat schon was für sich. Nach ein paar Jahren im Job interessiert es eigentlich kein mehr ob man BA Diplom oder Uni Diplom hat. In BW ist die BA recht gut anerkannt.

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WiWi Gast

Re: Das Wirtschaftsstudium an den Berufsakad

Ganz einfach: Porsche Vorstand hat ein BA-Studium absolviert...

Und so zur Info: Deine Rechnung ist mir leider nicht ganz schlüssig, denn ein Uni-Student hat ungefähr genau so viel Semesterferien, wie die BA-Studenten in ihren Betrieben sitzen, das bedeutet ja also, dass die nur nicht so viel frei haben...

Darüber hinaus kommt jetzt noch hinzu, dass seit März zumindest in BaWü die Berufsakademien zur Dualen Hochschule umgewandelt worden sind. Somit eine Hochschule darstellen.

Desweiteren werden DH (Duale Hochschule)- Absolventen mit 210 Credit-Points akkreditiert und FH-Studenten hingegen nur mit 180, das zeigt ja auch, dass das Studium an der DH ein Intensiv-Studium darstellt.

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WiWi Gast

Re: Das Wirtschaftsstudium an den Berufsakad

Aus der IBM-Studie ergibt sich, das BA- Absolventen höhere Einkommen als Uni-Absolventen erzielen und in Führungspositionen wesentlich stärker vertreten sind.

HAHAHAHA.
Zeig mir mal die BA-Vorstände. Von den Einkommen gar nicht mal angefangen.

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WiWi Gast

Re: Das Wirtschaftsstudium an den Berufsakad

ba's sind gesetztlich zwar gleichgestellt, aber das ist auch schon alles. wenn man ein bisschen mathematik betreibt komme ich auf folgende rechnung: ba: 3 jahre "studium", davon sind effektiv nur 1,5 jahre, sprich 3 volle semester theorie.

die vielzitierte ibm studie ist die einzige studie, die ba'lern einen vorteil einräumt. eine andere quelle scheint nicht zu existieren. ich kenne genug ba'ler und der hier zitierte leistungsdruck ist nonexistent. höhere einkommen als uni-absolventen? ähm, nein, das ist so nicht richtig. nicht einmal ansatzweise.

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WiWi Gast

Re: Das Wirtschaftsstudium an den Berufsakad

Das duale Studium bietet viele Vorteile.

Die gute Verzahnung von Wissenschaft und Praxis.

Kleine Studiengruppen ermöglichen effektives Studieren.
Nach dem Studium sind die Karriere-Chancen gut, wie die IBM-Studie
umfassend belegt.

Absolventen der BA werden auch nicht in zahllosen Praktika verschlissen, da Ihnen oft schnell in jungen Jahren Verantwortung übertragen wird.

Schwierig ist allerdings, eine Firma zu finden, die ausbildet. Das Auswahlverfahren ist schwierig und anstrengend.

Es sollte sich auch nur jemand bewerben, der bereit ist mehr zu leisten, als durschnittlich gefordert.
Ein Zuckerschlecken ist das Studium nicht. Dafür macht es aber viel Spass und bringt auch für die Persönlichkeitsbildung eine Menge.
Oft bewerben sich mehr als 200 Abiturienten auf eine Stelle.
Das ist natürlich auch bei Personalverantwortlichen bekannt, so dass
Absolventen schnell eine interessante Stelle finden.
BA-Absolventen gelten als leistugsstark, gut ausgebidet und belastbar. Aus der IBM-Studie ergibt sich, das BA- Absolventen höhere Einkommen als Uni-Absolventen erzielen und in Führungspositionen wesentlich stärker vertreten sind.
Die Berufsakademien sind gesetzlich den Hochschulen und Fachhochschulen gleich gesetzt, was aufgrund der effektiven Ausbildung auch nicht überrascht.
Wer allerdigs lange Semesterferien und weniger Belastung, einer guten Berufsperspektive vorzieht, ist mit dem klassischen Uni-Studium besser bedient.

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