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Studienabbrecher - Der Fehler liegt im System

28 Prozent der Bachelorstudenten brechen ihr Studium ab. Leistungsprobleme, fehlende Motivation und Finanzierungsschwierigkeiten sind die Hauptgründe dafür. Sollte die Regierung deshalb die Studienplätze verknappen? Nein, denn es studieren keinesfalls zu viele junge Menschen. Das zeigen die geringen Arbeitslosenquoten und guten Gehälter in Deutschland – übrigens auch für Bachelorabsolventen. Der Fehler liegt vielmehr in den finanziellen Fehlanreizen im Hochschulsystem – und in der Abkehr von Studiengebühren.

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Studienabbrecher - Der Fehler liegt im System
Köln, 05.05.2015 (iw) - Ein Blick zurück in die Zeiten, als es noch weniger Studienanfänger als Azubis gab, zeigt: Bereits von jenen, die 1992 ihr Studium aufnahmen, warfen 27 Prozent das Handtuch. Der Instrumentenkasten, um die Abbrecherquote zu reduzieren, ist dementsprechend schon lange bekannt: Mehr Studienberatung in den Schulen, Brückenkurse, um Wissenslücken zu schließen, eine bessere Betreuung und eine Didaktik, die Theorievermittlung mit Anwendungsbeispielen verknüpft.

Mehr Praxisbezug in der Theorievermittlung hilft im Übrigen nicht nur gegen Studienabbrüche, sondern auch dabei, dass das Studium besser auf den späteren Beruf vorbereitet. Schließlich beklagen die Unternehmen nicht erst seit Bologna, dass es die Absolventen viel zu selten schaffen, die theoretischen Kenntnisse in die Praxis umzusetzen – fast die Hälfte der Unternehmen hatte sich schon zu Diplom-Zeiten aus diesem Grund von einem akademischen Berufsanfänger getrennt.

Warum in Sachen Lehrqualität und Betreuung in den vergangenen Jahrzehnten dennoch so wenig passiert ist, hängt zentral damit zusammen, dass die Finanzierungsanreize in der Hochschullehre bislang nicht stimmen: Im Hochschulpakt fließt das Geld für jeden Studienanfänger. Ab 2016 soll nachgesteuert werden und immerhin 10 Prozent der Mittel sollen erst für erfolgreiche Absolventen vergeben werden. Eine überfällige Korrektur.

Allerdings werden mit diesem Geld die Mehrkosten für eine individuellere Betreuung und bessere Didaktik noch nicht finanziert. Hier gab es schon einmal bessere Zeiten: Rund 870 Millionen Euro konnten die staatlichen Hochschulen im Jahre 2008 zusätzlich einnehmen, als noch sieben Bundesländer Studiengebühren verlangten. Damals – das zeigen Evaluierungsberichte, die das Deutsche Studentenwerk zusammengestellt hat – gab es spürbare Verbesserungen der Ausstattung und der Lehrqualität an den Unis und FHs des Landes. Aber bevor diese Effekte langfristig wirken konnten, waren die Studiengebühren schon wieder Geschichte.

Im Forum zu Studienabbruch

4 Kommentare

Abgebrochenes Studium problematisch für Trainee?

WiWi Gast

Hast gute Chancen, bewirb dich einfach :D

10 Kommentare

Wie mit Studienabbruch im Lebenslauf umgehen?

WiWi Gast

Mach dir keinen Kopf. Du hast noch einen Amlntritt. Jetzt wirklich alles geben und durchbeißen. Du schaffst das.

8 Kommentare

Abgebrochenes Studium

WiWi Gast

Ich für meinen Teil bin auch in der Statistik, hab (kein bwl) an einer FH abgebrochen (1. Semester) und bin dann an eine Target gegangen

3 Kommentare

Zweitstudium abbrechen, BWL-Master anstreben?

WiWi Gast

Zieh die letzten 3 Semester noch durch und dann kannst du immer noch einen feinen WInfo-Master drauf packen oder einen BWL-Master und den Berufseinstieg wagen. Den zweiten Bachelor nimmt dir keiner üb ...

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Gilt Zeit nach abgebrochenem 2. Bachelor noch als Gap Year?

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Hau es als Gap year in den CV und gut ist. Dann ab ins Praktikum.

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WiWi Gast schrieb am 04.03.2019: 3,5 statt 3 in der Regel. Dafür hat man halt meist einen top Berufseinstieg, wenn man bei einem vernünftigen Unternehmen studiert hat. Muss halt jeder selb ...

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Duales Studium abbrechen?

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 15.10.2018: Du solltest dich von dem Gedanken freimachen, dass du jetzt deinen weiteren Lebensweg bestimmen musst. Wie du schon richtig schreibst, wer kann schon von s ...

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