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Studienerfolg: Parties verhindern Studienabbruch

Hohe Studienabbrecherzahlen sind immer noch ein Problem. Studierende, die gut in das Studienleben integriert sind, brechen seltener das Studium ab. Das zeigt eine aktuelle CHE-Studie des Centrum für Hochschulentwicklung. Die Erstsemesterparty nützt dem Studienerfolg demnach ebenso wie der Brückenkurs.

Studienerfolg: Parties verhindern Studienabbruch
Gütersloh, 11.08.2017 (che) - 29 Prozent der Studienanfänger steigen laut einer Erhebung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung ohne Abschluss aus dem Studium aus. Gründe gibt es viele, am häufigsten werden Leistungsprobleme genannt. Hochschulen versuchen mit Vorkursen und Hilfsangeboten in der Studieneingangsphase derartigen Problemen zu begegnen.

An zweiter Stelle wird von den befragten Studienabbrechern jedoch eine mangelnde Studienmotivation genannt. Warum die Lust am Studium schwindet, lässt sich aus der Erhebung nicht erkennen. Hier bietet jedoch das von CHE Consult entwickelte Befragungstool QUEST einen Ansatz für Erklärungen und mögliche Lösungen. Es erfasst Studienerfolgswahrscheinlichkeit einzelner Studierender mittels psychometrischer Daten. Schon bevor die Entscheidung zu einem Studienabbruch gefallen ist, lassen sich damit potenzielle Studienzweifler erkennen.

Eine aktuelle CHE-Studie untersucht die Wechselwirkungen zwischen Studierenden, ihren Kompetenzen, ihrer Motivation und den Angeboten an der Hochschule. Die Autor(inn)en beschreiben dafür das Konstrukt „Soziale Adaption“. Die soziale Adaption wird als hoch eingestuft, wenn die Studierenden regelmäßig soziale Kontakte zu ihren Kommiliton(inn)en und Lehrenden haben sowie Hilfsangebote der Hochschule kennen und im Bedarfsfall bereit sind, diese zu nutzen. Es zeigt sich, dass eine gelungene soziale Adaption die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass ein Studium erfolgreich abgeschlossen wird.

Die Auswertungen zeigen: Studierende ohne akademischem Bildungshintergrund der Eltern oder mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung weisen an Universitäten durchschnittlich eine geringere soziale Adaption auf, gleiches gilt für Studierende mit eigener oder elterlicher Einwanderungsgeschichte. Das sind gerade die Gruppen, die schon im Vorfeld seltener an die Hochschulen kommen. An Fachhochschulen gelingt die soziale Adaption bei allen drei Gruppen demnach etwas besser als an den Universitäten.

Wenn also etwas gegen Studienabbruch und gleichzeitig für mehr Chancengerechtigkeit getan werden soll, dann reicht es nicht aus, sich allein auf Hilfen zu den Fachinhalten zu beschränken. Neben einer guten Studienberatung und Brückenkursen brauchen Studienanfänger(innen) ebenso Gelegenheiten für soziale Begegnungen auf dem Campus. Ein buntes Campusleben, Räume für studentische Arbeitsgruppen und niedrigschwellige Angebote für gemeinschaftliche Aktivitäten etwa durch projektorientiertes Arbeiten zum Studieneinstieg sind möglicherweise ebenso hilfreich dafür, dass aus Studienzweiflern nicht Studienabbrecher werden.

Download »Diversitaet und Studienerfolg« [PDF, 53 Seiten - 388 KB]
http://www.che.de/downloads/CHE_AP_198_Diversitaet_und_Studienerfolg.pdf

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