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Hochschulrankings – was hat es damit auf sich?

Die Qualitätsbewertung von Hochschulen und Studium hat in Deutschland und weltweit Tradition. Jedes Jahr erscheinen aktuelle Hochschulrankings, die Studieninteressierten die Auswahl vom richtigen Studienfach an der passenden Hochschule erleichtern sollen. Das Problem: Alle Hochschulrankings werden anhand verschiedenen Methoden erstellt und lassen sich schwer miteinander vergleichen. WiWi-TReFF stellt daher die wichtigsten Hochschulrankings vor, was sie unterscheidet und welche Auskunft sie geben.

Hochschulrankings – was hat es damit auf sich?
Hochschulrankings sind beliebter, denn je. Durch die stets steigende Anzahl an Studiengängen und der wachsenden Anzahl von Studienanfänger sind Hochschulrankings ein beliebtes Hilfsmittel, um die passende Hochschule ausfindig zu machen. Allerdings haben Hochschulrankings ihre Tücken und sollten lediglich als Orientierungshilfe dienen. Die Aussagekraft der Rankings ist begrenzt und bezieht sich immer auf bestimmte Kriterien. Während einige Rankings ihren Fokus auf Forschungsdaten legen (CWTS Leiden Ranking), beziehen sich andere auf Themenbereich wie Internationalität, Fördermöglichkeiten oder Forschung (THE). Bei der Betrachtung von Rankings ist es wichtig, zu unterscheiden, welche gesammelten Daten verwertet werden. Ist der Wunsch nach einer gefragten Universität unter Personalern groß, könnten Rankings wie von der Wirtschaftswoche interessant sein. Kein einzelnes Ranking kann eine vollständige Aussage über die Leistungen einer Hochschule abbilden. Jedes hat seine Stärken und Schwächen – das sollte bei der Betrachtung von Hochschulrankings beachtet werden.

Zusätzlich können Rankings auch unterschieden werden in:

Hochschulrankings in Deutschland

CHE Ranking
Das CHE Ranking ist seit 1998 das größte Hochschulranking in Deutschland. In Zusammenarbeit mit der ZEIT CAMPUS wird eine jährliche Einschätzung ausgewählter Studienfächer veröffentlicht. Die Daten für das CHE Ranking werden alle drei Jahre aktualisiert, sodass jedes Jahr nur bestimmte Studiengänge folgen. Studienfächer in Rechts- und Wirtschaftswissenschaften wurden zuletzt 2014 erneuert. Ein neu überarbeitetes CHE-Ranking für BWL, VWL & Co. wird 2017 erwartet.

Rund 80 Prozent aller Studiengänge an deutschen Hochschulen werden abgebildet. Die Studienfächer werden in Ranggruppen dargestellt, nicht in einzelnen Rangplätzen. Es gibt eine Spitze- (grün), eine Mittel- (gelb) und eine Schlussgruppe (blau). Dieses fachbezogene Hochschulranking wird gewählt um zu verdeutlichen, dass jede Hochschule Schwächen und Stärken hat und Hochschulen nicht immer direkt miteinander vergleichbar sind. Durch die Datenerhebung anhand von Studierendenbefragungen, Professorenbefragung, Fachbereichsbefragung, Befragung der Hochschulverwaltung und Analysen über die Publikationstätigkeiten ist das CHE Ranking mehrdimensional. Diese mehrdimensionale Erhebung lässt subjektive und objektive Perspektiven zu.

Weitere Informationen
http://www.che-ranking.de/cms/?getObject=42&getLang=de
http://ranking.zeit.de/che2016/de/


Förderatlas
Seit 1996 gibt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) den Förderatlas heraus. Der Förderatlas vergleicht alle deutschen Hochschulen anhand ihres Drittmittel-Aufkommens. Drittmittel können Hochschulen durch die DFG, durch Bundesministerien oder durch Geldgeber aus der Privatwirtschafts beziehen. Der jährlich erscheinende Förderatlas zeigt lediglich alle öffentlichen Drittmittel-Förderungen auf. Darin fließen mit ein: Förderungen der DFG, des Bundes, der EU sowie Personenförderungen der Alexander von Humboldt-Foundation (AvH), des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und des Europäischen Forschungsrates (ERC). Im Förderranking sind alle Hochschulen enthalten, die von 2011 bis 2013 Fördermittel erhalten haben. Dabei wird nach Wissenschaftsbereichen und Fachgebieten unterschieden.

Weitere Informationen
http://www.dfg.de/sites/foerderatlas2015/index.html
 

Gründungsradar
Der Gründungsradar vom Stifterverband der Deutschen Wissenschaft untersucht, inwieweit deutsche Hochschulen zum Aufbau der Gründungsförderung beitragen, sowie Unterstützungsleistungen für Gründungsvorhaben anbieten. Dabei besteht die Methodik für den Gründungsradar aus zwei Säulen: Hochschulbefragung und Gründerbefragung. Hochschulen werden nach den vier Bausteine, Gründungsverankerung, Gründungssensibilisierung, Gründungsunterstützung und Gründungsaktivitäten, untersucht. In diesen vier Hauptkategorien werden die Hochschulen in 36 Indikatoren verglichen. Die Gründerbefragung gibt Aufschluss darüber, wie gut Hochschulen den oder die Gründer vorab ausgestattet haben. Mit gezielten Fragen auch zur Nachgründungsphase wird erschlossen, ob und wie erfolgreich Gründungen am Markt waren.

Weitere Informationen
http://www.stifterverband.com/gruendungsradar/index.html
 

Nationale Hochschulrankings für Deutschland


FAZ-Ökonomenranking
Das FAZ-Ranking mit den einflussreichsten Ökonomen aus Deutschland, Österreich und Schweiz ist im engeren Sinn kein Hochschulranking. Das FAZ-Ökonomenranking ist für Studieninteressierte dennoch sehr interessant, weil es zeigt, an welchen Universitäten die wichtigsten Wirtschaftswissenschaftler und Wirtschaftswissenschaftlerinnen lehren. Dabei untersucht die Frankfurter Allgemeine Zeitung, welche Person am meisten Gewicht in den Medien, in der Politik und in der Forschung hat.

Für das FAZ-Ranking 2016 im Bereich Medien untersuchte das Schweizer Institut Media Tenor International, wie häufig welche Ökonomen zwischen dem August 2015 und Juli 2016 mit ihren fachlichen Einschätzungen genannt wurden. Wer für seine politische Arbeit am meisten geschätzt wird, untersucht die Universität Düsseldorf zusammen mit Econwatch und der Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften. Dafür wurden Parlamentarier und Führungskräfte in Bundesministerien und Landesministerien befragt. Um den Einfluss der Ökonomen zwischen 2012 bis 2016 zu messen, wurden Zitate aus der Forschungsdatenbank Scopus berechnet. In der Gesamtwertung werden alle Ökonomen berücksichtigt, die mindestens fünfmal zitiert wurden, fünf Medienzitate aufweisen und fünf Politik-Punkte haben.

Weitere Informationen
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftswissen/f-a-z-oekonomenranking-2016-die-methode-14417819.html


Wirtschaftswoche Uniranking
Das Wirtschaftsmagazine Wirtschaftswoche (WiWo) macht seit vielen Jahren eine geheime Sache um ihre Methodik für das Uniranking. Laut eigenen Angaben befragt die Wirtschaftswoche rund 500 Personaler zu der Ausbildung von Studenten deutscher Hochschulen nach ihren Bedürfnissen. Daneben werden Fragen zu den Fähigkeiten der Absolventen gestellt und ob Absolventen von privaten oder staatlichen Hochschulen nachgefragter sind. Das Ranking wird in Zusammenarbeit mit der Beratungsgesellschaft Universum und mit dem Personaldienstleister access KellyOCG erstellt. Die zehn besten Universitäten und Fachhochschulen nach Studiengang werden in einer Rangfolge von 1 bis 10 platziert. Dabei können Hochschule denselben Rangplatz erlangen.

Weitere Informationen
http://www.wiwo.de/erfolg/campus-mba/uni-ranking-die-methode/6476064.html
 

Übersicht zum FAZ Ökonomenranking und dem Wirtschaftswoche Uniranking


Hochschulrankings in Europa

CHE-Excellence Ranking
Das CHE-Excellence Ranking ist das europäische Ranking für ausgewählte Hochschulen in der EU. Das Ranking wurde geschaffen, damit Studieninteressierte leichter passende Hochschulen für das Masterstudium oder die Promotion finden. Zum ersten Mal wurden die Ergebnisse 2007 veröffentlicht. Es wurden Naturwissenschaften und Mathematik verglichen. Im Jahr 2009 folgten Volkswirtschaftslehre, Politikwissenschaften und Psychologie. 2010 wurden erneut Naturwissenschaften und Mathematik untersucht. Die Methodik beruht auf derselben wie beim deutschlandweitem CHE-Ranking.

Weitere Informationen
http://www.che-ranking.de/cms/?getObject=485&getName=CHE-ExcellenceRanking&getLang=


Erasmus-Ranking der Europäischen Kommission
Welche Universität schickt die meisten Studierenden ins Ausland? Das jährlich erschienene Erasmus-Ranking der Europäischen Kommission zeigte auf, welche europäische Hochschule die meisen Studierenden mit einem Erasmus-Stipendium ins Ausland geschickt hat. Anhand der Anzahl der Studierenden wurde ein Top 500 Ranking erstellt. In Europa belegte die spanische Universidad de Granada Platz eins, deutschlandweit betrachtet war die Technische Universität München von 2013-2014 die Nummer eins. Das Erasmus-Programm ist seit 2014 in das weiterführende Modell Erasmus+ integriert. Wann und ob neue Rankings erstellt werden, scheint noch unklar.

Weitere Informationen
http://ec.europa.eu/dgs/education_culture/repository/education/library/statistics/2014/erasmus-sending-institutions_en.pdf


Hochschulrankings weltweit

U-Multirank
Das multidimensionale Ranking wird von CHE Deutschland und CHEPS Niederlanger herausgegeben. Wie auch im CWTS Leiden Ranking wird ein Ranking für einzelne Indikatoren veröffentlicht. In fünf Kategorien werden viele verschiedene Einzelindikatoren aufgeführt: Studium & Lehre, Forschung, Internationale Orientierung, Regionales Engagement, Wissenstransfer.

Weitere Informationen
http://www.umultirank.org
 

THE World University Ranking
Das internationale „Times Higher Education World University Ranking“ des britischen Magazins Times Higher Education wurde das erste Mal 2004 erhausgegeben. Nach der Zusammenarbeit mit QS, hat das Magazin seine Methodik geändert und veröffentlicht seit 2010 sein eigenes Hochschulranking. In den fünf Hauptkategorien

werden 13 Indikatoren für die Rangplatzierung berücksichtigt. Die Indikatoren werden unterschiedlich gewichtet und durch Befragungen von Akademikern, Statistiken von Universitäten und der Anzahl von Zitaten in Fachzeitschriften gefüllt.

Weitere Informationen
https://www.timeshighereducation.com/news/ranking-methodology-2016


CWTS Leiden Ranking
Das CWTS Leiden Ranking wird vom Center for Science and Technologie Studies (CWTS) die niederländischen Universität Leiden seit 2007 veröffentlicht. Es untersucht mehr als 800 Universitäten weltweit und beruft sich ausschließlich auf bibliometrische Daten. In diesem Publikationsranking wird nicht nur ein Ranking veröffentlicht, sondern für jeden einzelnen Indikator. Als wichtigsten Indikator wird der PPtop 10% ausgewiesen. Neben den Impact indicators, werden Collaboration indicators und core publications genannt. In die Collaboration indicators wird die Zusammenarbeit von mehreren Universitäten für Publikationen bemessen. Core publications sind Publikationen in internationalen Wissenschaftszeitschriften, welche für Zitationsanalysen geeignet sind.

Weitere Informationen
http://www.leidenranking.com


QS Ranking
Quacquarelli Sysmonds (QS) hat zwischen 2004 und 2009 zusammen mit Times Higher Education das Ranking „Times Higher Education Supplement (THES Ranking)“ herausgegeben. Nach der Trennung von Times Higher Education führt das QS Ranking die Methodik weiter. Zum einen werden Wissenschaftler und Arbeitsgeber zu ihren Reputationen befragt, zum anderen werden selbstgelieferte Daten von den Universitäten miteinbezogen. Zusätzlich werden Personalchefs von international tätigen Unternehmen über die Eignung der Hochschulabsolventen interviewt. Die sechs Indikatoren fließen mit unterschiedlicher Wertigkeit in das Ranking ein.

Weitere Informationen
http://www.topuniversities.com/


Global Employability Survey and Ranking
Das deutsche Forschungsinstitut Trendence in Zusammenarbeit mit der französischen Beratungsgesellschaft Emerging bewertet seit 2011 Universitäten weltweit. Mehr als 4.500 Personaler aus mehr als 20 Ländern werden zu Hochschulen und ihren Absolventen befragt. Dabei werden besonders die praktischen Fähigkeiten, die „ready-for-work“-Einsatzmöglichkeiten der Absolventen, untersucht. Zum einen werden Personalverantwortliche, zum anderen Geschäftsführer von international tätigen Unternehmen befragt. Daraus ergibt sich die Top 150 der Universitäten weltweit.

Weitere Informationen
http://emerging.fr/rank_en.html
http://media.wix.com/ugd/663eee_39a0c722e3e34bd7a38416143d5049e6.pdf

Im Forum zu Hochschulranking

7 Kommentare

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WiWi Gast schrieb am 27.05.2019: Danke

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WiWi Gast

Uni Mannheim! Der WInfo-Master dort hat mir sehr gut gefallen, kann ich definitiv empfehlen.

12 Kommentare

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WiWi Gast

Nimm z.B. mal USA. Die weltbesten UNIs sind dort, aber das schlechteste College dort ist mit Sicherheit nochmal deutlich unterhalb der schlechtesten deutschen BA. Schau mal in der anabin Datenbank, w ...

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