DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
Leitfaden BachelorarbeitWissenschaftliches Arbeiten

Regeln für gutes wissenschaftliches Arbeiten

Nach den jüngsten Plagiatsaffären haben der Allgemeine Fakultätentag (AFT), die Fakultätentage und der Deutsche Hochschulverband (DHV) gemeinsame, für alle Wissenschaftsdisziplinen geltende Grundsätze guter wissenschaftlicher Praxis für das Verfassen wissenschaftlicher Qualifikationsarbeiten formuliert.

Regeln für gutes wissenschaftliches Arbeiten
Nach den jüngsten Plagiatsaffären haben der Allgemeine Fakultätentag (AFT), die Fakultätentage und der Deutsche Hochschulverband (DHV) gemeinsame, für alle Wissenschaftsdisziplinen geltende Grundsätze guter wissenschaftlicher Praxis für das Verfassen wissenschaftlicher Qualifikationsarbeiten (Bachelorarbeit, Masterarbeit, Dissertation und Habilitationsschrift) formuliert. Diese Grundsätze sind als Handreichungen für Prüfer und Prüflinge, Wissenschaftler und Studierende konzipiert und beziehen fachspezifische Besonderheiten und Belange mit ein.

„Die digitale Revolution erleichtert einerseits das Plagiat, andererseits aber auch seine Entdeckung“, schreiben die Verfasser des Grundsatzpapiers zum Plagiieren in Zeiten des Internets.

Für die Definition und Einhaltung wissenschaftlicher Standards, so die unterzeichnenden Institutionen, trage nicht der Staat, sondern die Gemeinschaft der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Verantwortung. Insbesondere den Professoren als Betreuern und Prüfern obliege es, allgemeine Regeln guter wissenschaftlicher Praxis zu formulieren und in ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit in Forschung und Lehre anzuwenden. „Wissenschaftliches Fehlverhalten beschädigt nicht nur den Ruf des Täters, sondern auch den der Universitäten und der Wissenschaft insgesamt“, schreiben die Verfasser des Grundsatzpapiers.

AFT, DHV und Fakultätentage betonen, dass Originalität und Eigenständigkeit die wichtigsten Qualitätskriterien jeder wissenschaftlichen Arbeit sind. Die Güte einer wissenschaftlichen Qualifikationsarbeit bemesse sich – insbesondere in den Geistes- und Sozialwissenschaften – auch nach der Fähigkeit des Autors, fremden Gedankengängen und Inhalten aus wissenschaftlichen Vorarbeiten vor dem Hintergrund eigener Erkenntnis einen eigenen sprachlichen Ausdruck zu verleihen. Insbesondere in den Natur- und Ingenieurwissenschaften beweise sich Originalität und Eigenständigkeit im experimentellen Design, der kritischen Analyse und Wertung erhobener Daten und der Fähigkeit, in differenzierender Weise erhobene Ergebnisse in den wissenschaftlichen Kontext einzubinden.

Alle Qualifikationsarbeiten erforderten grundsätzlich ein korrektes und sorgfältiges Recherchieren und Zitieren bzw. Verweisen. Durchgängig und unmissverständlich müsse für den Leser erkennbar sein, was an fremdem geistigem Eigentum wörtlich übernommen oder gedanklich entlehnt wurde. Lediglich das tradierte Allgemeinwissen einer Fachdisziplin müsse nicht nachgewiesen werden.

Das Plagiat, also die wörtliche und gedankliche Übernahme fremden geistigen Eigentums ohne entsprechende Kenntlichmachung, aber auch die Manipulation von Daten stellten einen Verstoß gegen die Regeln korrekten wissenschaftlichen Arbeitens dar und seien im Regelfall prüfungsrelevante Täuschungsversuche. Das „Selbstplagiat“, also die Übernahme eigener Arbeiten und Texte, laufe den Regeln guter wissenschaftlicher Praxis zuwider, wenn diese Übernahme in einer Qualifikationsarbeit nicht belegt werde.

Als schwerwiegender Verstoß gegen die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis gilt das Zusammenwirken des Verfassers mit einem Dritten, der Texte oder Textteile zu einer Qualifikationsarbeit beisteuert, die der Autor mit dem Einverständnis des Ghostwriters als eigene Leistung ausgibt. Bei gemeinschaftlichen Veröffentlichungen müsse der eigene Anteil des jeweiligen Autors deutlich gemacht werden. Niemand dürfe als Autor genannt werden, der selbst keinen ins Gewicht fallenden Beitrag zu einer Arbeit geleistet habe.

Ehrenautorschaften oder Autorschaften kraft einer hierarchisch übergeordneten Position ohne eigenen substantiellen Beitrag seien grundsätzlich wissenschaftliches Fehlverhalten. Hochschulverband und Fakultätentage bezeichnen des zudem als „sinnvoll“, die Förderung eines Werkes durch Stipendien, Drittmittel oder wirtschaftliche Vorteile kenntlich zu machen.

AFT, Fakultätentage und DHV heben hervor, dass für die Einhaltung der Grundregeln wissenschaftlichen Arbeitens in erster Linie der Verfasser der Qualifikationsarbeit verantwortlich ist. Aber auch Betreuer und Prüfer stünden persönlich in der Pflicht. Wie der Betreuer rechtzeitig die entsprechenden Regeln vermitteln müsse, so müsse der Prüfer jedem Zweifel an ihrer Einhaltung konsequent nachgehen.

Download [PDF, 7 Seiten, 50 KB]
Das Grundsatzpapier: "Gute wissenschaftliche Praxis für das Verfassen wissenschaftlicher Qualifikationsarbeiten"

Im Forum zu Wissenschaftliches Arbeiten

13 Kommentare

Eigene Meinung in der Bachelorarbeit?

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 13.12.2019: Keinesfalls ist eigene Leistung immer nur die eigene Meinung. Wenn man bspw. empirisch arbeitet, ist die empirische Auswertung die Eigenleistung. Die Zeit und de ...

5 Kommentare

Methodik in der Bachelorarbeit richtig machen?

WiWi Gast

Richtig. Wäre das doch so richtig: Das Ziel der Arbeit besteht darin, aufzuzeigen, welche Prozess im im betrieblichen management der wichtigste ist. Um den besten Prozess aufzuzeigen, sollen die ...

9 Kommentare

Wissenschaftliches Arbeiten - Methodik

WiWi Gast

Besorg dir eine Bachelorarbeit mit der Note 1.0 /1.3 von deinem Lehrstuhl und schau dir die an.

4 Kommentare

Sprache in wissenschaftlicher Arbeit

WiWi Gast

Hallo, wissenschafliche Arbeit ist keine Erzählung oder Beschreinung. Eine wissenschaftliche Arbeit ist ein systematisch gegliederter Text, in dem ein oder mehrere Wissenschaftler das Ergebnis seiner ...

2 Kommentare

Bachelorarbeit: Grundlagenteil, 1 Seite = 1 Quelle?

WiWi Gast

Wenn du mit Fußnoten arbeitest bezieht sich die Fußnote immer nur auf einen Satz, eventuell auf zwei Sätze wenn es aus dem Kontext hervorgeht, allerdings auf keinen Fall auf eine ganze Seite. Wenn ...

5 Kommentare

Bachelorarbeit zum Thema Kryptowährungen

WiWi Gast

"Eine empirische Untersuchung zur Bedeutung von Kryptowährung in Unternehmen " schnelle Antwort: Keine. Unternehmen benutzen Kryptowährungen kaum bis eher gar nicht, außerdem wird es für das Thema e ...

4 Kommentare

Persönliche Mitteilung (E-Mail) richtig zitieren?

Ceterum censeo

Das ist durchaus möglich, du solltest die E-Mail aber in den Anahng deiner Arbeit aufnehmen. Dann zitierst du vorne: Vgl. PN/E-Mail (mittlerweile ist der Begriff durchaus gängig) von Max Mustermann am ...

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema Wissenschaftliches Arbeiten

WiWi-Ratgeber Formale Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten.

Kostenloser Ratgeber - Formale Gestaltung wirtschaftswissenschaftlicher Bachelorarbeiten

Eine praktische Arbeitshilfe zur Erstellung von wirtschaftswissenschaftlichen Arbeiten hat Prof. Dr. Fred G. Becker vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Bielefeld entwickelt. Der Ratgeber "Zitat und Manuskript - Erfolgreich recherchieren, Richtig zitieren, Formal korrekt gestalten" kann als PDF-Dokument kostenlos heruntergeladen werden. Der Ratgeber befasst sich mit den formalen Kriterien zur korrekten Abfassung wirtschaftswissenschaftlicher Hausarbeiten, Seminararbeiten, Bachelorarbeiten und Masterarbeiten.

Weiteres zum Thema Leitfaden Bachelorarbeit

Screenshot Homepage duden.de

Gratis Online-Wörterbuch »Duden online«

Das Bibliographisches Institut hat die Website von Duden.de neu strukturiert und gibt sein Online-Wörterbuch Duden online ab sofort zur kostenlosen Nutzung frei. Sogar ganze Texte lassen sich mithilfe der Duden-Rechtschreibprüfung automatisch korrigieren.

Notizbuch-Unterschift

Online-Notizbuch »Memonic« zum wissenschaftlichen Arbeiten

Das Online-Notizbuch erleichtert das wissenschaftliche Arbeiten durch eine einfache Literaturverwaltung von Internetquellen und Fachliteratur.

Ein Lektorat einer Masterarbeit oder die Korrektur einer Bachelorarbeit von Studenten an einem Notebook.

Interview: Lektorat und Korrektur für Diplomarbeit, Masterarbeit & Co.

Immer mehr Absolventen lassen ihre Abschlussarbeiten (Diplomarbeit, Masterarbeit, Magisterarbeit oder Dissertation) vor der Abgabe von Fachleuten prüfen oder nehmen ein Coaching in Anspruch. WiWi-TReFF befragte einen Experten zu diesem Thema.

Screenshot Homepage stepmap.de

Surf-Tipp: Kostenlose Landkarten-Erstellung mit »StepMap.de«

Kostenlose Landkarten-Erstellung: Ob für Nachrichten oder Online-News, ob für Firmen, Hobby oder Sport - in vier einfachen Schritten kann jeder Nutzer ohne Vorkenntnisse eine personalisierte Karte erstellen und individuell mit Ortspunkten oder eigenen Symbolen versehen.

Screenshot Homepage pons.de

»pons.eu« - Deutsche Rechtschreibung und 7 Online-Wörterbücher

Neben der Deutschen Rechtschreibung bietet das Sprachenportal www.pons.eu sieben zweisprachige Online-Wörterbücher mit aktuell 4,5 Millionen Wörtern und Wendungen.

Cover Duden 24. Auflage

Literaturtipp: Der neue Duden

Der Rechtschreib-Duden erscheint mittlerweile in der 24. Auflage. Diesen Duden können wir empfehlen, denn er wird im Gegensatz zu seinen Vorgängern längere Zeit gültig bleiben.

Leitfaden Bachelorarbeit 1: Wissenschaftliches Arbeiten

Die Serie Leitfaden Bachelorarbeit umfasst 13 Teile, in denen einzelne Schritte zur Anfertigung einer Abschlussarbeit vorgestellt und zahlreiche Tipps für wissenschaftliches Arbeiten gegeben werden. Teil 1 gibt eine ausführliche Einleitung in wissenschaftliches Arbeiten in den Wirtschaftswissenschaften.

Beliebtes zum Thema Studium

Campus der Universität von Oxford in England.

KI-Forschung: Blackstone-CEO spendet Eliteuni Oxford 170 Millionen Euro

Die Eliteuniversität Oxford erhält vom US-Milliardär und Blackstone-CEO Stephen A. Schwarzman eine Rekordspende von fast 170 Millionen Euro. Die Universität Oxford kündigt damit beispiellose Investitionen in die Geisteswissenschaften und ein Institut für Ethik in der Künstlichen Itelligenz (KI) an. Um interdisziplinärer zu forschen, werden die Fachbereiche Geschichte, Linguistik, Philologie und Phonetik, Sprachen, Musik, Philosophie, Theologie und Religion zusammen untergebracht.

Das neue WiWi-Stipendium von e-fellows.net bietet eine finanzielle Unterstützung von 600 Euro für ein Semester.

WiWi-Stipendium von e-fellows.net

e-fellows.net bietet in Zusammenarbeit mit Unternehmen und WiWi-TReFF.de ein Stipendium für Studierende der Wirtschaftswissenschaften an. Das WiWi-Stipendium beinhaltet Geldstipendien über 600 Euro für ein Semester. Wirtschaftsstudierende können sich bis zum 18. November 2019 auf die Stipendien bewerben.

Weg durch einen Tunnel in China: Die Studienstiftung des deutschen Volkes vergibt 2019/2020 zehn Stipendien für einen Aufenthalt in China.

Zehn Stipendien für ein Studienjahr in China

Die Studienstiftung des deutschen Volkes vergibt in Kooperation mit der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung auch in diesem Jahr wieder zehn Stipendien für einen Aufenthalt in China. Die finanzielle Förderung umfasst ein monatliches Stipendium in Höhe von 1.000 Euro, sowie Vorbereitungs- und Reisekostenpauschalen. Bewerbungsfrist für den Jahrgang 2020/2021 ist der 30. April 2019.

Osteuropa-Stipendien der Studienstiftung: Nachtaufnahme vom Krantor in Danzig

Studienstiftung: Stipendienprogramm Osteuropa

Die Studienstiftung vergibt im Jahr 2019 bis zu neun Vollstipendien für Studienaufenthalte in Osteuropa. Gefördert werden Aufenthalte in den Ländern Osteuropas, Mittelost- und Südosteuropas beziehungsweise des postsowjetischen Raums, die mindestens sieben Monate und längstens vier Semester dauern. Das Stipendium im Rahmen des Programms „Metropolen in Osteuropa“ ermöglicht Forschungsaufenthalte oder Studienaufenthalte. Bewerbungsschluss ist der 1. März 2019.

Barmer-Arztreport 2018: Depressiver Student in einem Hörsaal

Studienstress durch Leistungsdruck: Fast 500.000 Studierende sind psychisch krank

Jeden sechsten Studierenden macht das Studium psychisch krank. Rund 470.000 Studentinnen und Studenten leiden bereits unter dem steigen Zeit- und Leistungsdruck im Studium. Zudem belasten finanzielle Sorgen und Zukunftsängste die angehenden Akademiker. Das Risiko an einer Depression zu erkranken, steigt bei Studierenden mit zunehmendem Alter deutlich an, wie der aktuelle Arztreport 2018 der Barmer Krankenkasse zeigt.

studienabbruch-und-dann.de - Portal für Zweifler und Studienabbrecher

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat das Onlineportal »studienabbruch-und-dann.de« gestartet. Das Portal informiert Studienzweifler und Studienabbrecher über Wege und zielgerichtete Hilfsangebote, um ihr Hochschulstudium erfolgreich abschließen zu können.

Deutschlandstipendium: Plakat-Tandem "Förderin und Stipendiat"

Deutschlandstipendium: 26.000 Studierende in 2017 gefördert

Im vergangenen Jahr 2017 erhielten 25.947 Stipendiatinnen und Stipendiaten ein Deutschlandstipendium. Private Förderer steuerten 26,9 Millionen Euro zu den Deutschlandstipendien bei. Beim Deutschlandstipendium werden talentierte Studierende mit 300 Euro im Monat unterstützt. Die Hälfte tragen davon private Förderer, die andere Hälfte der Bund.