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Frauen im Management: Schlecht bezahlt und selten vertreten

Frauen in Geschäftsführungspositionen verdienen in deutschen Unternehmen durchschnittlich 20 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Weibliche Führungskräfte der ersten und zweiten Ebene werden durchschnittlich 13 Prozent geringer vergütet.

Eine attraktive Frau, mit durch die Haare halb verdecktem Gesicht, schaut in die Kamera.

Frauen im Management: Schlecht bezahlt und selten vertreten
Gummersbach, 18.05.2008 (kb) - Frauen in Geschäftsführungspositionen verdienen in deutschen Unternehmen durchschnittlich 20 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Weibliche Führungskräfte der ersten und zweiten Ebene werden durchschnittlich 13 Prozent geringer vergütet. Zudem sind nur fünf Prozent der deutschen Geschäftsführungen mit Frauen besetzt, unter den Führungskräften der ersten und zweiten Ebene unterhalb der Geschäftsführung liegt die »Frauenquote« bei zehn Prozent. Dabei stellen Frauen rund die Hälfte aller Erwerbstätigen. Das sind Ergebnisse der aktuellen Kienbaum-Studien zur Vergütung von Geschäftsführern und Leitenden Angestellten in Deutschland. Die Managementberatung Kienbaum hat dazu insgesamt 859 Unternehmen mit 5634 Positionen erfasst. »Trotz unzähliger Förderprogramme, Absichtserklärungen und Appelle der Politik dringen Frauen kaum in Top-Positionen vor. Diese Benachteiligung von Frauen bei Beförderungen und der Bezahlung sind in hohem Maße fahrlässig«, sagt Christian Näser, Vergütungsexperte bei Kienbaum. »Damit werden große Potentiale verschenkt - und das in Zeiten eines zunehmenden Fachkräftemangels. Unternehmen, die langfristig erfolgreich sein möchten, sollten ihre Personalentwicklung auf die Förderung und angemessene Bezahlung von Frauen ausrichten.«

Je nach Position variiert der Anteil weiblicher Führungskräfte erheblich: In der Personalentwicklung und im Verkaufsinnendienst sind Frauen mit rund einem Drittel am häufigsten vertreten. Auch in den Bereichen Rechnungswesen, Werbung und Marketing sowie Recht liegt der Anteil weiblicher Führungskräfte über dem Durchschnitt von zehn Prozent. In der Bilanzbuchhaltung sind es beispielsweise 31 Prozent, in Werbung und Öffentlichkeitsarbeit 22 Prozent und in der Leitung des Finanz- und Rechnungswesens gibt es 16 Prozent Frauen. Dagegen sind Frauen in technischen Funktionen so gut wie gar nicht vertreten. Auf der Geschäftsführungsebene ist der Anteil der Frauen sogar nur halb so hoch wie auf den beiden Ebenen darunter: Lediglich jede zwanzigste Geschäftsführungsposition ist mit einer weiblichen Führungskraft besetzt. Hinzu kommt, dass Frauen überwiegend die Geschäfte kleinerer Unternehmen führen, vorzugsweise solcher, an denen sie selbst beteiligt sind. Hier liegt ihr Anteil mit neun Prozent oberhalb des Gesamtdurchschnitts. Kleinere Unternehmen zahlen jedoch im Schnitt schlechter, so dass das Gehalt von Geschäftsführerinnen um durchschnittlich 20 Prozent  unter dem ihrer männlichen Kollegen liegt.

In Europa werden Geschäftsführerinnen fast durchgängig schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen. Dabei ist der prozentuale Abschlag in manchen Ländern sogar größer als in Deutschland: Tschechische Geschäftsführerinnen erhalten beispielsweise Jahresgesamtbezüge in Höhe von durchschnittlich 65.800 Euro - knapp 20.000 Euro beziehungsweise rund ein Viertel weniger als ein Mann in vergleichbarer Position. In der Slowakei geht die Gehaltsschere ebenfalls weit auseinander: Frauen in Geschäftsführungen verdienen im Durchschnitt rund 27 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. In Italien, Portugal und Frankreich sind die geschlechtsspezifischen Gehaltsunterschiede dagegen geringer. Das Beispiel Ungarn zeigt hingegen, dass auch Frauen es in höchstdotierte Positionen schaffen können: In den für die Kienbaum-Studie analysierten Unternehmen werden Geschäftsführerinnen sogar besser entgolten als ihre männlichen Kollegen. Während ein Geschäftsführer durchschnittlich 84.800 Euro verdient, kommt seine Kollegin auf 94.500 Euro. »Allerdings sind derzeit nur rund neun Prozent der Geschäftsführungen in Ungarn mit Frauen besetzt«, sagt Näser.

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