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Karriere: Bescheidenheit hilft beim Aufstieg

Ist Bescheidenheit eine Zier, ohne die – Wilhelm Busch zum Trotz – zumindest Berufsanfänger schlecht auskommen? Eine Studie von Forschern der Universität Bonn deutet zumindest darauf hin.

Ein weißes Sprossenfenster mit einem dünnen Baum davor.

Karriere: Bescheidenheit hilft beim Aufstieg
Bonn, 13.05.2009 (idw) - Ist Bescheidenheit eine Zier, ohne die - Wilhelm Busch zum Trotz - zumindest Berufsanfänger schlecht auskommen? Eine Studie von Forschern der Universität Bonn deutet zumindest darauf hin. Berufseinsteiger, die bescheiden auftreten, finden demnach leichter einen Mentor, der sie unterstützt. Diese Unterstützung führt im Schnitt zu einem höheren Einkommen und einem schnelleren Aufstieg innerhalb des Unternehmens. In die Studie gingen Daten von 340 Fachhochschul- und Universitäts-Absolventen ein.

Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Bonner Mentoring-Studie hat junge Nachwuchskräfte in ihren ersten fünf Berufsjahren begleitet. »Wir haben uns dafür interessiert, wie weit Nachwuchskräfte kommen, wenn sie selbst ihre Mentoren suchen«, erläutert Professor Dr. Gerhard Blickle. Der Bonner Psychologe hat die Untersuchung mit seinen Mitarbeitern Paula B. Schneider und Alexander Witzki durchgeführt. »Außerdem wollten wir herausfinden, wie Berufsanfänger auftreten sollten, um das Wohlwollen höherer Führungskräfte zu finden.« Zusätzlich sollte die Studie die Frage beantworten, wie sich die Unterstützung durch Mentoren auf den beruflichen Erfolg auswirkt. Als Erfolgskriterien dienten das Einkommen und die nach fünf Jahren erreichte hierarchische Position. Ergebnis: Wer aktiv nach Mentoren sucht, die ihn unterstützen, kommt im Berufsleben schneller voran. Das gilt auch für Arbeitnehmer mit nur durchschnittlicher Intelligenz und sozialer Herkunft aus der Mittelschicht. Gute »Networker« sind bei der Mentorensuche im Vorteil: Wer schnell Kontakte knüpft und diese auch pflegt und nutzt, findet schneller jemanden, der ihn unterstützt.

»Das Maß der Unterstützung hängt dann sehr stark vom Auftreten des Berufseinsteigers ab«, sagt Professor Blickle. Normalerweise soll man Gutes tun und dann darüber reden - für die Protegé-Mentor-Beziehung allerdings ist das offensichtlich anders: Je bescheidener der Neuling auftrat - bei allerdings für alle erkennbar guten Leistungen -, desto stärker fiel die Unterstützung durch den Höherrangigen aus. Da hatte Wilhelm Busch also Unrecht: Bescheidenheit scheint doch eine Zier zu sein, mit der man weiter kommt als ohne. Wichtig für eine gute Beziehung zu Mentoren ist auch die Bereitschaft, über eigene Fehler und Ängste zu reden »Diese Offenheit des Berufseinsteigers gegenüber einem potenziellen Mentor muss allerdings situationsgerecht sein. Ohne soziale Kompetenz der Nachwuchskraft kann dies leicht aus dem Ruder laufen.«. Durch diese Offenheit wachsen dann die wechselseitige Sympathie und das Vertrauen zwischen Mentor und Nachwuchskraft.

Den Bonner Forschern ging es aber nicht nur um den objektiven Karriereerfolg, also ein hohes Einkommen und eine einflussreiche Position. Sie fragten auch nach dem »subjektiven« Erfolg, das heißt danach, wie zufrieden die Berufseinsteiger mit ihrem Beruf und der erreichten Stufe auf der Karriereleiter waren. Dabei zeigte sich: »Diejenigen Berufseinsteiger, die durch einen Mentor unterstützt wurden, waren deutlich zufriedener mit dem Erreichten. Mentoring führt also nicht nur zu objektiver, sondern auch zu deutlich mehr subjektiver Karrierezufriedenheit«, so Blickle. Denn die Beziehung zu einem Mentor hilft Nachwuchskräften dabei, sich darüber klar zu werden, wohin sie beruflich wirklich wollen, und warum dies für sie persönlich wichtig ist.
 

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