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Krippenplätze für wissenschaftliche Karriere wichtiger als Frauenquote

Immer noch ist deutschlandweit nur rund jede fünfte Professur von einer Frau besetzt, obwohl Frauen unter den Studierenden und auch den Absolvent(inn)en mittlerweile in der Mehrheit sind. Über tausend Professorinnen und Professoren der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer wurden aktuell nach den Gründen für diese Unterrepräsentanz von Frauen auf Professuren gefragt.

Mehrere gemalte, fröhliche Kinder unterschiedlicher Nationen auf einer Wand.

Krippenplätze für wissenschaftliche Karriere wichtiger als Frauenquote
Gütersloh, 30.04.2012 (che) - Immer noch ist deutschlandweit nur rund jede fünfte Professur von einer Frau besetzt, obwohl Frauen unter den Studierenden und auch den Absolvent(inn)en mittlerweile in der Mehrheit sind. Auch in den Naturwissenschaften entspricht der sehr geringe Anteil an Professorinnen nur in Ausnahmefällen dem Anteil der Frauen unter den Studierenden. Über tausend Professorinnen und Professoren der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer wurden aktuell nach den Gründen für diese Unterrepräsentanz von Frauen auf Professuren gefragt.

Professoren und Professorinnen waren sich einig, dass Frauen auf Professuren vor allem deshalb unterrepräsentiert seien, weil sich Familie und wissenschaftliche Karriere schlecht miteinander vereinbaren ließen. Entsprechend hoch liegt mit über 80 Prozent der Anteil der Befragten beiderlei Geschlechts, der den Ausweg aus der Misere darin sieht, die Wissenschaftlerinnen zu entlasten, indem mehr Kinderbetreuungsmöglichkeiten geschaffen werden. „Solange nicht jeder Habilitandin ein 12h offener Hort in 10 min Fußnähe zur Verfügung gestellt wird und dumme Sprüche unterbleiben, wird sich nichts ändern“, antwortete u.a. eine Professorin.

Doch sehen Professoren wie auch Professorinnen zum Teil auch eine geringere Motivation bei Frauen als bei Männern, eine Professur anzustreben. Ein Professor schrieb: „Meine vielen Versuche, gute Mitarbeiterinnen zum Berufsziel Professor zu ermutigen, sind leider nicht erfolgreich gewesen. Die Einstellung war oft: ‚Mittelbau sehr gern, aber Professorin, das ist nichts für mich‘, aus meiner Sicht sehr schwer verständlich.“

Stark unterschiedliche Einschätzungen von Männern und Frauen zeigen sich dagegen bei eher subtileren Hindernissen für die weibliche Wissenschaftskarriere. Während die Professoren beispielsweise meinen, dass das Vorhandensein „informeller Strukturen und Entscheidungsprozesse bei Einstellungen“ keinen bis wenig negativen Einfluss auf die Karrierechancen von Frauen haben, sehen Professorinnen teilweise durchaus einen Einfluss.

Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der geschlechtsspezifischen Wahrnehmung der Faktoren, die für die Unterrepräsentanz von Frauen auf Professuren verantwortlich sind, schlagen sich dann auch in den vorgeschlagenen Maßnahmen und Instrumenten nieder, die nach Einschätzung der Befragten die Chancengerechtigkeit erhöhen könnten. Neben der von beiden Geschlechtern geforderten besseren Kinderbetreuung für Hochschulangehörige sehen insbesondere Professorinnen Mentoringprogramme und Coachingangebote mehrheitlich als sinnvoll an, um Frauen den Weg zu einer Professur zu erleichtern. Maßnahmen wie feste Richtlinien für Berufungsverfahren, die Verankerung von Chancengleichheit in Zielvereinbarungen befürwortet jeweils noch rund die Hälfte der Professorinnen aber jeweils nur ein Viertel der Professoren. Geschlechterspezifische Quotenregelungen werden ebenfalls von fast der Hälfte der Professorinnen (46 Prozent) jedoch nur von 17 Prozent der Professoren als wirkungsvolles Instrument zur Beseitigung der Unterrepräsentanz von Frauen auf Professuren angegeben.

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