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Überstunden - wo ist die Grenze?

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WiWi Gast

Überstunden - wo ist die Grenze?

Hallo,
bin seit ca. 1,5 Jahren in einem mittelständischen Unternehmen.
Wir sind eine kleine Firma <50 (holding), haben jedoch in Gruppe weit über
1000 MA.
Bei uns macht irgendwie jeder Überstunden (erst nach 18 Uhr darf man gehen).
Weder finanziell noch per zusätzlichen Urlaub wird das angepasst.
Im letzten Jahr hab ich ca. 70 Überstunden gemacht, in diesen Jahr werden es
wohl um die 110h sein.

Ich denke mal, normal ist das nicht? ich frage mich, wieso das bei uns sich
alle gefallen lassen (sogar die nicht-akademiker).

wie kann man sich diplomatisch (wegen der kommunikation) ggü. dem chef
verhalten?

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JDK

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

"Weder finanziell noch per zusätzlichen Urlaub wird das angepasst."
Das heißt also ihr bekommt die Stunden in keinster Weise vergütet und dürft sie auch nicht abfeiern?

Offiziell ist das natürlich nicht normal. In vielen Unternehmen wird das auch tatsächlich nicht normal sein. Überstunden werden überall gemacht, aber in der Regel darf man diese abfeiern oder sich auszahlen lassen.

70 Überstunden im Jahr (!) ist nicht sehr viel, aber trotzdem würde ich das nicht mitmachen. Gibt es einen Betriebsrat?

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

Reden wir von 110 Überstunden PRO JAHR?
In diesem Rahmen würde ich die Bälle mal ganz flach halten - diese Zeit "verschwendest" du bestimmt schon ganz locker durch Kaffee holen, WC, Internet und so weiter.
Was natürlich auch noch eine Frage wäre: Habt ihr wenigstens so viel zu tun oder ist das nur "absitzen"?

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

110 Überstunden bei sagen wir mal 220 Arbeitstagen im Jahr macht 30min Mehrarbeit pro Tag, also ich persönlich finde das ist noch verkraftbar.
Wenn dir das nicht passt mach deine Arbeit vernünftig innerhalb deiner regulären Arbeitszeit und geh dann nach Hause, wo ist das Problem?

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

Du beschwerst dich über 110 Überstunden ? Wie meinst du das mit finanziell angepasst, bekommst du sie bezahlt oder wirklich komplett nicht ? Ich als Montagewerker hatte im letzten Jahr 250 Überstunden. Egal ob 250 oder 110, ich bin der Meinung, dass man so gut wie es geht ohne Überstunden auskommen sollte, auch wenn das bei Führungskräften fast unmöglich ist.

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

Zeit verschwenden durch diverse WC-Gänge!?

Lounge Gast schrieb:

Reden wir von 110 Überstunden PRO JAHR?
In diesem Rahmen würde ich die Bälle mal ganz flach halten -
diese Zeit "verschwendest" du bestimmt schon ganz
locker durch Kaffee holen, WC, Internet und so weiter.
Was natürlich auch noch eine Frage wäre: Habt ihr wenigstens
so viel zu tun oder ist das nur "absitzen"?

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

Ich kenne ein solches Problem.

Habe den Arbeitgeber gewechselt. Im Arbeitsvertrag steht was von 40h, mir wurde aber gesagt es seien realistisch 45-50 Stunden / Woche. Damals sage ich, ich hätte damit kein Problem.

Mittlerweile bin ich häufig von 8 bis 22 Uhr auf der Arbeit, Mittagspause max. 45 Minuten.
Der Chef meint nur, dass das normal ist in "Stressphasen" (durch selbst auferlegte Deadlines). Diese Phase dauert nun schon 8 Monate, mittlerweile wird gelegentlich auch am WE gearbeitet.

Kleines Unternehmen, kein Betriebsrat ---> Arschkarte

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

Das geht ja noch. In meinem Arbeitsvertrag steht explizit drin, dass Überstunden mit dem (lächerlichen) Bruttogehalt abgegolten sind, solange es weniger als 30 Stunden im Monat sind. Das macht auf das Jahr dann gerechnet 360 Überstunden. Das finde ich unnormal, aber leider habe ich mir eine sehr unmenschliche Branche ausgesucht.

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

Gesetzliche Grenze ist 10 Std./Tag. Heißt aber auch nicht, dass die Reglung "Überstunden sind mit dem Bruttogehalt abgegolten" der Freifahrtschein für den Chef ist, dich 10 Stunden am Tag arbeiten zu lassen.

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

Lounge Gast schrieb:

Ich kenne ein solches Problem.

Habe den Arbeitgeber gewechselt. Im Arbeitsvertrag steht was
von 40h, mir wurde aber gesagt es seien realistisch 45-50
Stunden / Woche. Damals sage ich, ich hätte damit kein Problem.

Mittlerweile bin ich häufig von 8 bis 22 Uhr auf der Arbeit,
Mittagspause max. 45 Minuten.
Der Chef meint nur, dass das normal ist in
"Stressphasen" (durch selbst auferlegte Deadlines).
Diese Phase dauert nun schon 8 Monate, mittlerweile wird
gelegentlich auch am WE gearbeitet.

Kleines Unternehmen, kein Betriebsrat ---> Arschkarte

Spiegelt 1:1 auch meine Situation wider. Es hieß, mit 45 Std. sollte man schon rechnen, manchmal wären es aber auch mal 50 Std. Nun sind es im Jahr ca. 400 Überstunden und häufig bis 22.00 im Büro. Und was mich am allermeisten stört, es sind zu min. 80 % selbst auferlegte Deadlines.

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

70 überstunden im JAHR ...das ist doch völlig ok !!! d.h. du arbeitest pro Woche 1,5 h länger

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

Man muss auch schauen was rechtlich erlaubt ist. Richtig ist, dass der Gesetzgeber die wöchentliche Höchstarbeitszeit auf 48 h festgelegt hat, dabei geht er aber von 6 Werktagen aus. Und wie gesagt es handelt sich um die zulässige Höchstarbeitszeit. Wenn euer Arbeitsvertrag 38h vorsieht dann gilt dieser.

Zudem muss man überlegen ob es 1 oder 1000 Stunden sind, ist letztendlich egal. Der Arbeitgeber spart damit eine Menge Geld. Das muss man halt leisten liest man hier. Warum? Man hat einen Vertrag wo gleichberechtigte Parteien die Bedingungen abgesteckt haben. Jetzt verlegt der AG diese einseitig zu sich, als ob ein Über/Unterordnungsverähltnis besteht, ist aber nicht so. Wer hat denn schon erlebt, ach kommen Sie, sie sind dieses Jahr 100 h zu wenig dagewesen. Schreiben sie sich trotzdem die volle Anwesenheit auf.

Nächster Punkt. Abgeltung der Überstunden. Kleine Differenzierung Mehrarbeit ist, wenn man die täglich Stundenzahl VON 8h überschreitet! (Siehe oben 48h bei 6 Tagewoche).

Überstunden sind die Stunden, die man über die vertraglich vereinbarte Zeit arbeitet. Hier ist der Fall klar und abschließend mehrfach durch das BAG bestätigt. Diese MUSS entlohnt werden, wenn man unter dem monatlichen Einkommen liegt was einen von der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht befreit (Beitragsbemessungsgrenze). Diese ist aktuell bei ca 7500? West bzw 6500? Ost. Wer hat das schon ;)

Pauschale Abgeltungen sind UNWIRKSAM! Diese Klauseln kann man in die Tonne treten. Aber toller Arbeitgeber dass er es trotzdem macht.

Ich finde es persönlich echt schlimm und nicht nachvollziehbar, wie man sich als ArbN so ausnutzen lässt. Wie viel Geld der ArbG spart, rechnet euren Stundenlohn aus und nehmt das mal die Überunden des gesamten UN, da kommt sehr sehr viel zusammen. Das schenkt ihr quasi eurem ArbG bzw entsprechend verringert sich eigentlich euer Stundenlohn. Mehr arbeiten bei gleichem Geld... Macht nichts was der Arbeitgeber nicht auch für euch machen würde ;) aber in einigen Bereichen sieht der ArbG es als selbstverständlich an, dass man länger macht als mit ihm vertraglich vereinbart. Schlimm

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

Die Klausel "Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten" ist unwirksam. Wichtig: Arbeitszeiten nachhalten und im Fall des Falles rausholen und Bezahlung einfordern. Dein Gehalt beziehst du für eine 40-Stunden-Woche. Überstunden sollen die Ausnahme darstellen. Fallen diese Überstunden jedoch regelmäßig an, besteht auch Anspruch auf entsprechender Entlohnung. Und mal ehrlich: Wenn der Chef irgendwann mal Personal freisetzt, werden dir die Überstunden nicht gedankt.

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Clutch

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

Wenn du mal 180 in 4 Monaten gemacht hast, kannst du dich beschweren.

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

Bin seit 4 Monaten in meinem neuen Job.
38h iGM
Tatsächlich 140 Überstunden nach 4 Monaten . Laut Vertrag darf man maximal 40 Überstunden im Jahr nehmen. Rest wird verschenkt.
-> absolute Unzufriedenheit!

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

WiWi Gast schrieb am 20.12.2018:

Bin seit 4 Monaten in meinem neuen Job.
38h iGM
Tatsächlich 140 Überstunden nach 4 Monaten . Laut Vertrag darf man maximal 40 Überstunden im Jahr nehmen. Rest wird verschenkt.
-> absolute Unzufriedenheit!

Tarif? Bin in einem IGBCE-Vertrag und wir können uns zweimal im Jahr Überstunden auszahlen lassen.

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

Sind hier manche komplett von der Katze befallen? Wie kommt man auf sowas wie WC-Gänge usw? Der Threadstarter hat über 110 Überstunden im Jahr. Das ist mehr als einen halben Monat, den er für nichts gearbeitet hat. Das ist nicht vertretbar. Entweder mit Chef sprechen oder keine Überstunden mehr machen oder kündigen.

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

Ja, allerdings!! ;-)
Es gibt Menschen, die machen anderen ein schlechtes Gewissen und ruhen sich auf den Überstunden andrerer aus. Begründung: "WC-Aufenthalte kompensieren" bzw. passend dazu "Geld wird überschätzt, ist eh nur ein Hyghienefaktor". Ich würde Bewerbungen schreiben.

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

Bei mir waren es knapp zwei Jahre lang 60-70 Überstunden pro Monat. Laut Arbeitsvertrag 160 Stunden pro Monat, tatsächlich aber immer so zwischen 220 und 230 Stunden pro Monat. Gearbeitet habe ich nach meinem Bachelorstudium bei einem kleineren Handelsunternehmen in der Warenwirtschaft.

Die Überstunden wurden auf einem "Arbeitszeitkonto" gesammelt. Ich konnte mir aber weder Geld auszahlen lassen noch Stunden abbauen. Ich habe dann den Arbeitgeber gewechselt und musste mir die Vergütung vor Gericht erklagen. Habe auch gewonnen und mein alter Arbeitgeber musste mir das Geld für knapp 1500 Stunden nachzahlen.

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

WiWi Gast schrieb am 26.12.2018:

Bei mir waren es knapp zwei Jahre lang 60-70 Überstunden pro Monat. Laut Arbeitsvertrag 160 Stunden pro Monat, tatsächlich aber immer so zwischen 220 und 230 Stunden pro Monat. Gearbeitet habe ich nach meinem Bachelorstudium bei einem kleineren Handelsunternehmen in der Warenwirtschaft.

Die Überstunden wurden auf einem "Arbeitszeitkonto" gesammelt. Ich konnte mir aber weder Geld auszahlen lassen noch Stunden abbauen. Ich habe dann den Arbeitgeber gewechselt und musste mir die Vergütung vor Gericht erklagen. Habe auch gewonnen und mein alter Arbeitgeber musste mir das Geld für knapp 1500 Stunden nachzahlen.

Hattest du mit deinem Chef gesprochen? 60-70 Überstunden?? Das ist krank!

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

2bis3 tsd für den Anwalt weil Arbeitsgericht+Stress+Arbeitsplatzwechsel/Jobverlust dh auch Einkommenverlust + immer Prozessrisiko wegen Beweislast. Ok Jobverlust war für dich nicht bedrohlich, alle anderen werden aber am Nasenring durch die Manege geführt. Gesetze gibts schon viele, sie werden aber nicht umgesetzt. Es gibt auch viele zahnlose Vorschriften zum Arbeitnehmerschutz.

WiWi Gast schrieb am 26.12.2018:

Habe auch gewonnen und mein alter Arbeitgeber musste mir das Geld für knapp 1500 Stunden nachzahlen.

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

Bin in einem igm Konzern (automobil, nicht OEM) und kam 2018 auf dem Papier auf 400 Überstunden. Inoffiziell dürften es aber eher 600h sein, da stunden nach 10h arbeit nicht erfasst werden können. Ebenso wenig wie Wochenendarbeit.

Ich habe den Großteil meines Urlaubs als gleitzeit genommen und nehme jetzt 20 urlaubstage mit ins neue Jahr. Der Rest der Überstunden verfällt zum Jahresende. Der Resturlaub dann im Frühling nächsten Jahres, wenn ich ihn nicht genommen habe.

Da ich auf dem weg zum AT bin (entsprechende Prozesse bereits durchlaufen, jetzt muss nur noch die Stelle angepasst werden), möchte ich das so schnell wie möglich erreichen. Gehalt würde sich dann nämlich mit einem Schwung um 30% erhöhen.

Fühle mich aber wie der Esel, der der kleinen Karotte nach läuft. Bin ich wahrscheinlich auch.

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

Das du bei Überstunden mit einer Klage weit kommst, kannst du vergessen. Ab einer bestimmten Einkommenshöhe ist laut Gesetz alle Überstunden abgegolten. Da werden hier 90-95% drüber liegen. Man darf halt nicht jedem AG bei leeren Versprechen vertrauen sondern muss selber den Unterschied wissen.

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

Stimmt nicht. Das muss zum einen vertraglich vereinbart sein und das Einkommen muss zum anderen die Beitragsbemessungsgrenze überschreiten und dann auch noch über dem marktüblichen liegen. Selbst dann ist das mit den Überstunden aber nicht so einfach und die gesetzlichen Grenzen (nicht mehr als 10 pro Tag und keine 10 pro Tag im Schnitt über einen längeren Zeitraum) sind sowieso einzuhalten.

WiWi Gast schrieb am 26.12.2018:

Das du bei Überstunden mit einer Klage weit kommst, kannst du vergessen. Ab einer bestimmten Einkommenshöhe ist laut Gesetz alle Überstunden abgegolten. Da werden hier 90-95% drüber liegen. Man darf halt nicht jedem AG bei leeren Versprechen vertrauen sondern muss selber den Unterschied wissen.

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

WiWi Gast schrieb am 26.12.2018:

die gesetzlichen Grenzen (nicht mehr als 10 pro Tag und keine 10 pro Tag im Schnitt über einen längeren Zeitraum) sind sowieso einzuhalten.

Die Gesetze sind quasi unverbindlich weil die Sanktion genauer der Vollzu einer Sanktion vermieden wird. Wer sich beschwert hört nur: keiner zwingt Sie hier zu arbeiten.

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

WiWi Gast schrieb am 26.12.2018:

Stimmt nicht. Das muss zum einen vertraglich vereinbart sein und das Einkommen muss zum anderen die Beitragsbemessungsgrenze überschreiten und dann auch noch über dem marktüblichen liegen. Selbst dann ist das mit den Überstunden aber nicht so einfach und die gesetzlichen Grenzen (nicht mehr als 10 pro Tag und keine 10 pro Tag im Schnitt über einen längeren Zeitraum) sind sowieso einzuhalten.

Es gibt genug Gerichtsurteile, wonach das Arbeitszeitgesetz ab der Beitragsbemessungsgrenze keine Anwendung mehr finden muss. Genauer gesagt, es wird ab diesem Verdienst impliziert, der betreffende Mitarbeiter sei Führungskraft im Sinne des Arbietszeitgesetz. Damit ist das Überstundenthema genauso vom Tisch wie die 10h Grenze.
Entweder das Gesetz gilt, oder es gilt nicht, einzelne Punkte entfallen da nicht. Genauso wenig kann man vertraglich etwas vereinbaren, das gegen das Gesetz verstößt. Irgendeine vertragliche Vereinbarung wie oben geschrieben ist damit nicht nötig, im Gegenteil, sie wäre wenn man damit das Gesetz aushebeln wollte sowieso nichtig.

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

WiWi Gast schrieb am 26.12.2018:

Stimmt nicht. Das muss zum einen vertraglich vereinbart sein und das Einkommen muss zum anderen die Beitragsbemessungsgrenze überschreiten und dann auch noch über dem marktüblichen liegen. Selbst dann ist das mit den Überstunden aber nicht so einfach und die gesetzlichen Grenzen (nicht mehr als 10 pro Tag und keine 10 pro Tag im Schnitt über einen längeren Zeitraum) sind sowieso einzuhalten.

WiWi Gast schrieb am 26.12.2018:

Das du bei Überstunden mit einer Klage weit kommst, kannst du vergessen. Ab einer bestimmten Einkommenshöhe ist laut Gesetz alle Überstunden abgegolten. Da werden hier 90-95% drüber liegen. Man darf halt nicht jedem AG bei leeren Versprechen vertrauen sondern muss selber den Unterschied wissen.

Wenn man in der Rechtsvorlesung nicht geschlafen hätte, wüsste man dass Vertragsklauseln nicht das Gesetz aushebeln können. Überstunden sind über der BBG immer abgegolten.

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

Mach dich nicht lächerlich. In meiner Kanzlei sind eigentlich alle über der Beitragsbemessungsgrenze. Deshalb sind sie noch lange keine "Führungskraft im Sinne des Arbeitszeitgesetzes".

WiWi Gast schrieb am 27.12.2018:

Stimmt nicht. Das muss zum einen vertraglich vereinbart sein und das Einkommen muss zum anderen die Beitragsbemessungsgrenze überschreiten und dann auch noch über dem marktüblichen liegen. Selbst dann ist das mit den Überstunden aber nicht so einfach und die gesetzlichen Grenzen (nicht mehr als 10 pro Tag und keine 10 pro Tag im Schnitt über einen längeren Zeitraum) sind sowieso einzuhalten.

Es gibt genug Gerichtsurteile, wonach das Arbeitszeitgesetz ab der Beitragsbemessungsgrenze keine Anwendung mehr finden muss. Genauer gesagt, es wird ab diesem Verdienst impliziert, der betreffende Mitarbeiter sei Führungskraft im Sinne des Arbietszeitgesetz. Damit ist das Überstundenthema genauso vom Tisch wie die 10h Grenze.
Entweder das Gesetz gilt, oder es gilt nicht, einzelne Punkte entfallen da nicht. Genauso wenig kann man vertraglich etwas vereinbaren, das gegen das Gesetz verstößt. Irgendeine vertragliche Vereinbarung wie oben geschrieben ist damit nicht nötig, im Gegenteil, sie wäre wenn man damit das Gesetz aushebeln wollte sowieso nichtig.

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

WiWi Gast schrieb am 26.12.2018:

Hattest du mit deinem Chef gesprochen? 60-70 Überstunden?? Das ist krank!

Ich hatte schon sehr früh meinen Chef darauf angesprochen. Er meinte aber immer, dass es eine Zeit lang etwas mehr Arbeit geben würde und es sich von der Arbeitszeit wieder legen würde. Als ich dann gekündigt hatte weigerte er sich mir die Überstunden auszuzahlen.

Ich verdiente 3100€ brutto und habe rund 29000€ für die Überstunden nachgezahlt bekommen. Dazu musste mein alter Arbeitgeber die Kosten für das Verfahren tragen und ein Bußgeld wegen der hohen Arbeitszeiten bezahlen. Das Unternehmen ist danach auch einer Überprüfung unterzogen worden. Es gab aber nur kleinere Mängel. Scheinbar war nur ich es, der so viel mehr arbeiten musste.

Traurig ist auch, dass es der Firma wirtschaftlich sehr gut ging und man ohne weiteres noch jemanden hätte einstellen können.

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

Einfach Rechtsschutzversicherung abschliessen, dann hast du keine Kosten.

WiWi Gast schrieb am 26.12.2018:

2bis3 tsd für den Anwalt weil Arbeitsgericht+Stress+Arbeitsplatzwechsel/Jobverlust dh auch Einkommenverlust + immer Prozessrisiko wegen Beweislast. Ok Jobverlust war für dich nicht bedrohlich, alle anderen werden aber am Nasenring durch die Manege geführt. Gesetze gibts schon viele, sie werden aber nicht umgesetzt. Es gibt auch viele zahnlose Vorschriften zum Arbeitnehmerschutz.

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WiWi Gast

Überstunden - wo ist die Grenze?

110h mehr im Jahr, bei sagen wir mal 12€ Stundenlohn sind 1320€ Brutto!
Ich persönlich würde auf das Geld nicht verzichten!
Bei uns wird jede Überstunden bezahlt, anders würde ich das auch garnicht mitmachen!

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WiWi Gast

Überstunden - wo ist die Grenze?

Ich denke man muss das auch individuell beurteilen. Habe ich viele Überstunden, weil ich langsam arbeite und öfter mal Pause mache oder habe ich wirklich viele Überstunden, weil die Arbeit die Kompetenz einer einzelnen durchschnittlichen Person eigentlich übersteigt. Ansonsten gebe ich dir vollkommen recht, es hört sich auf dem Papier nicht viel an, ist aber im Endeffekt eine Leistung die man erbringt. Dein Friseur schneidet dich ja auch nicht jedes 15 mal umsonst, weil er ein netter Kerl ist. Ein Arbeitsvertrag ist der Tausch von Arbeitsleistung gegen Geld und beide Parteien können nicht ohne den anderen

WiWi Gast schrieb am 20.08.2022:

110h mehr im Jahr, bei sagen wir mal 12€ Stundenlohn sind 1320€ Brutto!
Ich persönlich würde auf das Geld nicht verzichten!
Bei uns wird jede Überstunden bezahlt, anders würde ich das auch garnicht mitmachen!

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WiWi Gast

Überstunden - wo ist die Grenze?

Welches geringe Selbstwertgefühl und Respekt muss man gegenüber sich haben, damit man unvergütet Überstunden macht.

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

WiWi Gast schrieb am 27.12.2018:

Stimmt nicht. Das muss zum einen vertraglich vereinbart sein und das Einkommen muss zum anderen die Beitragsbemessungsgrenze überschreiten und dann auch noch über dem marktüblichen liegen. Selbst dann ist das mit den Überstunden aber nicht so einfach und die gesetzlichen Grenzen (nicht mehr als 10 pro Tag und keine 10 pro Tag im Schnitt über einen längeren Zeitraum) sind sowieso einzuhalten.

Es gibt genug Gerichtsurteile, wonach das Arbeitszeitgesetz ab der Beitragsbemessungsgrenze keine Anwendung mehr finden muss. Genauer gesagt, es wird ab diesem Verdienst impliziert, der betreffende Mitarbeiter sei Führungskraft im Sinne des Arbietszeitgesetz. Damit ist das Überstundenthema genauso vom Tisch wie die 10h Grenze.
Entweder das Gesetz gilt, oder es gilt nicht, einzelne Punkte entfallen da nicht. Genauso wenig kann man vertraglich etwas vereinbaren, das gegen das Gesetz verstößt. Irgendeine vertragliche Vereinbarung wie oben geschrieben ist damit nicht nötig, im Gegenteil, sie wäre wenn man damit das Gesetz aushebeln wollte sowieso nichtig.

Selten so einen Blödsinn gelesen. In der Industrie ist man sowas von schnell über der Grenze, für die alle soll das Gesetz nicht gelten? Wo hast du das gelesen? In der Apothekenumschau?
Zitiere bitte mal die Gerichtsurteile.

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

Wie ist das denn bei UB und IB? Die haben ja vermutlich auch nur 40h im Vertrag🤣

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

WiWi Gast schrieb am 21.08.2022:

Wie ist das denn bei UB und IB? Die haben ja vermutlich auch nur 40h im Vertrag🤣

Da schreibt aber auch keiner mehr als 8h am Tag auf und damit gibt es auf dem Papier kein Problem ;)

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

WiWi Gast schrieb am 21.08.2022:

Wie ist das denn bei UB und IB? Die haben ja vermutlich auch nur 40h im Vertrag🤣

Wo kein Kläger da kein Richter.

Außerdem werden die ganzen Überstunden dort ohnehin nicht dokumentiert.

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

WiWi Gast schrieb am 21.08.2022:

Stimmt nicht. Das muss zum einen vertraglich vereinbart sein und das Einkommen muss zum anderen die Beitragsbemessungsgrenze überschreiten und dann auch noch über dem marktüblichen liegen. Selbst dann ist das mit den Überstunden aber nicht so einfach und die gesetzlichen Grenzen (nicht mehr als 10 pro Tag und keine 10 pro Tag im Schnitt über einen längeren Zeitraum) sind sowieso einzuhalten.

Es gibt genug Gerichtsurteile, wonach das Arbeitszeitgesetz ab der Beitragsbemessungsgrenze keine Anwendung mehr finden muss. Genauer gesagt, es wird ab diesem Verdienst impliziert, der betreffende Mitarbeiter sei Führungskraft im Sinne des Arbietszeitgesetz. Damit ist das Überstundenthema genauso vom Tisch wie die 10h Grenze.
Entweder das Gesetz gilt, oder es gilt nicht, einzelne Punkte entfallen da nicht. Genauso wenig kann man vertraglich etwas vereinbaren, das gegen das Gesetz verstößt. Irgendeine vertragliche Vereinbarung wie oben geschrieben ist damit nicht nötig, im Gegenteil, sie wäre wenn man damit das Gesetz aushebeln wollte sowieso nichtig.

Selten so einen Blödsinn gelesen. In der Industrie ist man sowas von schnell über der Grenze, für die alle soll das Gesetz nicht gelten? Wo hast du das gelesen? In der Apothekenumschau?
Zitiere bitte mal die Gerichtsurteile.

Ich kenne es eher andersherum. Zum einen geht es beim Arbeitszeitgesetz nicht um Führungskräfte, sondern um leitende Angestellte. Das ist ein wichtiger Unterschied. Zum anderen gibt es einige Urteile in der Richtung, dass viele Personen, die Firmen als leitende Angestellte einstufen, noch keine leitenden Angestellte im Sinne von Arbeitszeitgesetz und Betriebsverfassungsgesetz sind.

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

WiWi Gast schrieb am 21.08.2022:

Wie ist das denn bei UB und IB? Die haben ja vermutlich auch nur 40h im Vertrag🤣

Und wenn da mal jemand genauer hingucken würde, hätten die auch richtig Probleme. Aber das ist wohl ein typischer Fall von "wo kein Kläger, da kein Richter".

antworten
WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

WiWi Gast schrieb am 21.08.2022:

Wie ist das denn bei UB und IB? Die haben ja vermutlich auch nur 40h im Vertrag🤣

Und wenn da mal jemand genauer hingucken würde, hätten die auch richtig Probleme. Aber das ist wohl ein typischer Fall von "wo kein Kläger, da kein Richter".

Außerdem zahlen die im Zweifelfall lieber eine Strafe, als etwas an ihrer Kultur (und damit ihrer Profitmaschine) zu ändern.

Die großen Banken mit ihren IB Abteilungen zahlen so schon jedes Jahr hunderte Millionen an Strafen für Fehlverhalten, Betrug etc. Da macht etwas Arbeitszeitbetrug die Sache auch nicht mehr schlimm.

antworten
WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

Ich habe vor Jahren mal in einer Firma in der Buchhaltung (keine Führungsposition)
angefangen, da waren laut meinem Arbeitsvertrag 37,5 Stunden pro Woche vorgesehen.
So hieß es auch im Vorstellungsgespräch. Und alle Überstunden wären mit dem Gehalt abgegolten.

Die erste Woche war dann noch recht "ruhig" mit knapp 50 Stunden. Ansonsten immer zwischen 60 und 70 Stunden pro Woche inklusive dem Samstag Vormittag.

Hatte zum Glück eine sechsmonatige Probezeit und habe nach drei Monaten gekündigt.
Das Geld für die Überstunden habe ich auch bekommen. Unter der Zuhilfenahme meiner Rechtsschutzversicherung.

antworten
WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

Finde es ja unterhaltsam, wie hier Sprüche nach dem Motto "Bei 110h würde ich aber den Ball flach halten" kommen.
Das sind umgerechnet knapp 14 Arbeitstage, die man ansonsten an Überstunden abfeiern könnte. Oder fast ein Bruttomonatsgehalt.

Finde ich ja faszinierend, wie bescheiden hier einige drauf sind. Das sind dann wahrscheinlich auch die, die im IB 60h+ kloppen und ihr Gehalt "voll gut" finden.

antworten
WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

WiWi Gast schrieb am 22.08.2022:

Finde es ja unterhaltsam, wie hier Sprüche nach dem Motto "Bei 110h würde ich aber den Ball flach halten" kommen.
Das sind umgerechnet knapp 14 Arbeitstage, die man ansonsten an Überstunden abfeiern könnte. Oder fast ein Bruttomonatsgehalt.

Finde ich ja faszinierend, wie bescheiden hier einige drauf sind. Das sind dann wahrscheinlich auch die, die im IB 60h+ kloppen und ihr Gehalt "voll gut" finden.

Für diese Stundenanzahl könnte ich drei 35 Stunden-Jobs nebenher laufen lassen :D - solche Leute sollten sich mal den Stundenlohn ausrechnen.
Ich verstehe nicht, wie man seine Lebenszeit (auch noch in jungen Jahren!) so vergeuden kann.

antworten
WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

Naja Überstundengrenze kann hoch sein, sofern sie ausgezahlt werden oder abgefeiert werden können.
Wenn ich nicht absolute Not hätte, würde ich auch nirgendwo mehr arbeiten wo Überstunden abgegolten sind.
Lebenszeit kann man sich nicht kaufen.

antworten
WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

WiWi Gast schrieb am 22.08.2022:

Naja Überstundengrenze kann hoch sein, sofern sie ausgezahlt werden oder abgefeiert werden können.
Wenn ich nicht absolute Not hätte, würde ich auch nirgendwo mehr arbeiten wo Überstunden abgegolten sind.
Lebenszeit kann man sich nicht kaufen.

Ehrlich gesagt nicht. Wirf mal einen Blick ins Arbeitszeitgesetz. Wenn du nicht unter die leitenden Angestellten oder einige andere Ausnahmen fällst, gilt folgendes:

  • Die werktägige Arbeitszeit darf 8 h nicht überschreiten
  • Die werktägige Arbeitszeit kann bis auf 10 h verlängert werden, wenn sie innerhalb von 6 Monaten durchschnittlich 8 h/Tag nicht übersteigt
  • über 10 h sind quasi nicht möglich
  • Zwischen zwei Arbeitstagen müssen mindestens 11 h ununterbrochene Ruhepause liegen.

Im Prinzip sind deine Überstunden also auf 2 pro Tag (bei 8 h Tag) limitiert. Alles darüber ist eigentlich nicht erlaubt und auch wenn du die 11 h Ruhepause nicht einhältst, kann das schon teuer werden.

antworten
WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

Ich arbeite in Korea, bei einer großen koreanischen Firma.

Ich mach so 270h Überstunden im Jahr.
Arbeite ca 48h die Woche also alles im Rahmen (gesetzliche Höchstarbeitszeit ist 52h pro Woche...mein Vertrag hat 40h)
Habe 23 Urlaubstage im Jahr.

Klingt jetzt für deutsche Verhältnisse nicht so gut, aber im Vergleich zu den USA oder anderen Ländern ist es im Rahmen.

Verdiene aber natürlich auch deutlich mehr als in D und finde es daher gerechtfertigt und bin zufrieden. Keine Personalverantwortung und einigermaßen ruhiger Job nur die Meetings mit Europa machen die Arbeitszeit länger an 1-2 Tagen die Woche.

-170k + ~50% Bonus (~250k)
-Apartment (Miete 3300 Euro wird bezahlt)

  • private KV (10k)
    • Flüge für mich und Familie (10k)
  • Completion Bonus (Für jedes gearbeitete Jahr bekomme ich 1 Monatsgehalt wenn ich aufhöre) also circa 15k

Als Ausländer habe ich eine Flat Tax dh 20% Steuern egal wieviel ich verdiene.
Also so 330k bei 20% Steuern und noch gut Zeit für die Familie dafür mach ich die paar Überstunden gerne. Bin seit 2014 in Korea mit kurzer Unterbrechung

antworten
WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

WiWi Gast schrieb am 24.11.2022:

Ich arbeite in Korea, bei einer großen koreanischen Firma.

Ich mach so 270h Überstunden im Jahr.
Arbeite ca 48h die Woche also alles im Rahmen (gesetzliche Höchstarbeitszeit ist 52h pro Woche...mein Vertrag hat 40h)
Habe 23 Urlaubstage im Jahr.

Klingt jetzt für deutsche Verhältnisse nicht so gut, aber im Vergleich zu den USA oder anderen Ländern ist es im Rahmen.

Verdiene aber natürlich auch deutlich mehr als in D und finde es daher gerechtfertigt und bin zufrieden. Keine Personalverantwortung und einigermaßen ruhiger Job nur die Meetings mit Europa machen die Arbeitszeit länger an 1-2 Tagen die Woche.

-170k + ~50% Bonus (~250k)
-Apartment (Miete 3300 Euro wird bezahlt)

  • private KV (10k)
    • Flüge für mich und Familie (10k)
  • Completion Bonus (Für jedes gearbeitete Jahr bekomme ich 1 Monatsgehalt wenn ich aufhöre) also circa 15k

Als Ausländer habe ich eine Flat Tax dh 20% Steuern egal wieviel ich verdiene.
Also so 330k bei 20% Steuern und noch gut Zeit für die Familie dafür mach ich die paar Überstunden gerne. Bin seit 2014 in Korea mit kurzer Unterbrechung

Hut ab, dann noch Zeit in einem Forum für Studenten und Berufsanfänger zu schreiben.

antworten
WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

Ich arbeite nicht eine Stunde unbezahlt / unkompensiert durch Freizeit.
Bin jetzt bei IGM, aber auch vorher nicht mich auf solche Spässchen eingelassen.
Performe allerdings auch ziemlich gut, so dass sich kein Chef erlauben würde, mich länger als vereinbart am Platz zu lassen. Denn dann sinkt die Performance plötzlich ganz schnell ab und es wird im Schneckentempo getippt.

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

Ja.
Möchte auch ein bisschen aufzeigen was es noch für Möglichkeiten gibt, für Leute die abenteuerlustig.
Ich bin 35 und denke für manchen 25 jährigen könnte sowas interessant sein (natürlich nicht für jeden).
Aber vor 10-15 Jahren war mein Horizont noch begrenzter und ich war mir damals nicht bewusst was für unterschiedliche Lebenswege es geben kann.
In Deutschland war ich bei einem der großen OEMs im IGM was auch seine guten Seiten hat, aber nicht das war was ich wollte (Action, Abenteuer, andere Kulturen und Erfahrungen und mehr Geld)

WiWi Gast schrieb am 24.11.2022:

WiWi Gast schrieb am 24.11.2022:

Ich arbeite in Korea, bei einer großen koreanischen Firma.

Ich mach so 270h Überstunden im Jahr.
Arbeite ca 48h die Woche also alles im Rahmen (gesetzliche Höchstarbeitszeit ist 52h pro Woche...mein Vertrag hat 40h)
Habe 23 Urlaubstage im Jahr.

Klingt jetzt für deutsche Verhältnisse nicht so gut, aber im Vergleich zu den USA oder anderen Ländern ist es im Rahmen.

Verdiene aber natürlich auch deutlich mehr als in D und finde es daher gerechtfertigt und bin zufrieden. Keine Personalverantwortung und einigermaßen ruhiger Job nur die Meetings mit Europa machen die Arbeitszeit länger an 1-2 Tagen die Woche.

-170k + ~50% Bonus (~250k)
-Apartment (Miete 3300 Euro wird bezahlt)

  • private KV (10k)
    • Flüge für mich und Familie (10k)
  • Completion Bonus (Für jedes gearbeitete Jahr bekomme ich 1 Monatsgehalt wenn ich aufhöre) also circa 15k

Als Ausländer habe ich eine Flat Tax dh 20% Steuern egal wieviel ich verdiene.
Also so 330k bei 20% Steuern und noch gut Zeit für die Familie dafür mach ich die paar Überstunden gerne. Bin seit 2014 in Korea mit kurzer Unterbrechung

Hut ab, dann noch Zeit in einem Forum für Studenten und Berufsanfänger zu schreiben.

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

Wie hast du den Weg nach Korea genau gefunden?

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

Und wie bist du dazu gekommen? Einfach in Südkorea beworben? Oder Entsendung durch einen Konzern? Konntest/kannst du koreanisch? Was für ein Job ist das?

WiWi Gast schrieb am 24.11.2022:

Ja.
Möchte auch ein bisschen aufzeigen was es noch für Möglichkeiten gibt, für Leute die abenteuerlustig.
Ich bin 35 und denke für manchen 25 jährigen könnte sowas interessant sein (natürlich nicht für jeden).
Aber vor 10-15 Jahren war mein Horizont noch begrenzter und ich war mir damals nicht bewusst was für unterschiedliche Lebenswege es geben kann.
In Deutschland war ich bei einem der großen OEMs im IGM was auch seine guten Seiten hat, aber nicht das war was ich wollte (Action, Abenteuer, andere Kulturen und Erfahrungen und mehr Geld)

WiWi Gast schrieb am 24.11.2022:

WiWi Gast schrieb am 24.11.2022:

Ich arbeite in Korea, bei einer großen koreanischen Firma.

Ich mach so 270h Überstunden im Jahr.
Arbeite ca 48h die Woche also alles im Rahmen (gesetzliche Höchstarbeitszeit ist 52h pro Woche...mein Vertrag hat 40h)
Habe 23 Urlaubstage im Jahr.

Klingt jetzt für deutsche Verhältnisse nicht so gut, aber im Vergleich zu den USA oder anderen Ländern ist es im Rahmen.

Verdiene aber natürlich auch deutlich mehr als in D und finde es daher gerechtfertigt und bin zufrieden. Keine Personalverantwortung und einigermaßen ruhiger Job nur die Meetings mit Europa machen die Arbeitszeit länger an 1-2 Tagen die Woche.

-170k + ~50% Bonus (~250k)
-Apartment (Miete 3300 Euro wird bezahlt)

  • private KV (10k)
    • Flüge für mich und Familie (10k)
  • Completion Bonus (Für jedes gearbeitete Jahr bekomme ich 1 Monatsgehalt wenn ich aufhöre) also circa 15k

Als Ausländer habe ich eine Flat Tax dh 20% Steuern egal wieviel ich verdiene.
Also so 330k bei 20% Steuern und noch gut Zeit für die Familie dafür mach ich die paar Überstunden gerne. Bin seit 2014 in Korea mit kurzer Unterbrechung

Hut ab, dann noch Zeit in einem Forum für Studenten und Berufsanfänger zu schreiben.

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

Ok, ich versuche es mal kurz beschreiben. Manches ist sehr individuell aber manches durchaus "planbar".
Ich habe NaWi studiert und auch promoviert und während meines Studiums zunächst ein 3monatiges DAAD Forschungsstipendium in Seoul.

Anschließend bin ich in Deutschland eingestiegen in einem Bereich der sehr zukunftsorientiert war (z.B. Halbleiter, E Mobility, AI sowas in der Art).
Korea ist dort weltweit führend daher habe ich mich nach 3-3.5 Jahren dort beworben, da wir eh schon Projekte mit einer der Firmen hatten (natürlich nicht wirklich geglaubt da wird was draus haha)
Aber nach 2 Monaten hatte ich ne Einladung zum Interview mit dem President der F&E.
Hab den Job bekommen um auch die Kundenperspektive in die Produktentwicklung zu bringen.
Dann war ich 3-3.5 Jahre in meiner ersten Firma. Während der Zeit Manager gewurden und Lust gehabt nochmal MBA zu machen (da ich ja kompleet aus der Technik komme). Was ich niemals auf dem Schirm hatte (da ich ja auch schon PhD gemacht hatte und vielen meinen ja hier im Forum das sei dumm. Für mich war es ein guter Schritt)

Also dieser Teil bis hier ist alles nicht so sehr planbar da man Experte sein muss und gewisse Dinge mitbringen muss den nicht jeder x-beliebige Koreaner auch besitzt, aber für das was ich heute mache ist das nur nur zum Teil relevant...

Also habe ich einen MBA Vollzeit gemacht an einer der Top 15 Programme weltweit mit einem guten Scholarship sodass ich keine Schulden habe deswegen (aber jetzt nicht Harvard oder so eher Insead, LBS, IESE, IMD Level)

Jetzt hat meine koreanische Firma eine Straregieabteilung wo man speziell internationale Leute holt um die globale Strategie zu machen aud dem HQ in Seoul heraus. Firma ist eine der großenTechnologiefirmen, aber rekrutiert da fast alle Backgrounds (Finance, Engineering, Wiwi, Consulting etc).
Da wurde ich dann geholt besonders da ich ein technischer Spezialist war mit strategischer Erfahrung und somit sehr gut alle Projekte aus meinem früheren Spezialistenbereich machen konnte
Dieser Schritr ist schon in gewisser Weise planbar (guten MBA machen und es dort probieren).

Nun konkurrieren wir bei Talenten mit den FANGS und MBBs dieser Welt daher ist das Gehalt sehr gut plus anderer Benefits.
Nach paar Jahren kann man dann auch in einen einfachen Line Job wechseln (Marketing, Sales, M&A, Produktplanung etc) und behälst alle deine Benefits so lange du in Korea lebst und arbeitest.

Joa also machbar für ambitionierte und abenteuerlustige Leute. Bei mir har natürlich geholfen, dass ich schon vorher in Korea gearbeitet habe um mich von den Leuten hervorzuheben (Leute kommen von HBS, Stanford, Kellogg, Wharton, LBS, Insead etc.)

Aber pay und vor allem Sparrate ist schon extrem gut:)
Jetzt bin ich seit ein paar Jahren in der Line in dem Bereich den ich schon früher immer gemacht habe (damals als Entwickler) und mache Kundenprojekte und probiere neue Projekte zu generieren soweie Produktplanung. Aber mit einem extrem guten Gehalt.
Jede Firma hat und Kultur hat ihre macken. Ich spreche mittlerweile einigermaßen koreanischen zumindest verstehe ich viel, aber bei mir läuft fast alles auf Englisch und mit den Kunden sowieso.
Exit Opps sind sehr gut, da die Firma einer der Weltmarkführer ist und die Industrie stark wächst auch in den USA und Europa. Aber es geht einem hier finanziell sehr gut was achwer macht zu wechseln.
In D müsste ich >450k machen um auf die Sparrate zu kommen.
Hoffe der kleine Exkurs war hilfreich.
Vll versucht es ja wer:)

WiWi Gast schrieb am 24.11.2022:

Und wie bist du dazu gekommen? Einfach in Südkorea beworben? Oder Entsendung durch einen Konzern? Konntest/kannst du koreanisch? Was für ein Job ist das?

Ja.
Möchte auch ein bisschen aufzeigen was es noch für Möglichkeiten gibt, für Leute die abenteuerlustig.
Ich bin 35 und denke für manchen 25 jährigen könnte sowas interessant sein (natürlich nicht für jeden).
Aber vor 10-15 Jahren war mein Horizont noch begrenzter und ich war mir damals nicht bewusst was für unterschiedliche Lebenswege es geben kann.
In Deutschland war ich bei einem der großen OEMs im IGM was auch seine guten Seiten hat, aber nicht das war was ich wollte (Action, Abenteuer, andere Kulturen und Erfahrungen und mehr Geld)

Ich arbeite in Korea, bei einer großen koreanischen Firma.

Ich mach so 270h Überstunden im Jahr.
Arbeite ca 48h die Woche also alles im Rahmen (gesetzliche Höchstarbeitszeit ist 52h pro Woche...mein Vertrag hat 40h)
Habe 23 Urlaubstage im Jahr.

Klingt jetzt für deutsche Verhältnisse nicht so gut, aber im Vergleich zu den USA oder anderen Ländern ist es im Rahmen.

Verdiene aber natürlich auch deutlich mehr als in D und finde es daher gerechtfertigt und bin zufrieden. Keine Personalverantwortung und einigermaßen ruhiger Job nur die Meetings mit Europa machen die Arbeitszeit länger an 1-2 Tagen die Woche.

-170k + ~50% Bonus (~250k)
-Apartment (Miete 3300 Euro wird bezahlt)

  • private KV (10k)
    • Flüge für mich und Familie (10k)
  • Completion Bonus (Für jedes gearbeitete Jahr bekomme ich 1 Monatsgehalt wenn ich aufhöre) also circa 15k

Als Ausländer habe ich eine Flat Tax dh 20% Steuern egal wieviel ich verdiene.
Also so 330k bei 20% Steuern und noch gut Zeit für die Familie dafür mach ich die paar Überstunden gerne. Bin seit 2014 in Korea mit kurzer Unterbrechung

Hut ab, dann noch Zeit in einem Forum für Studenten und Berufsanfänger zu schreiben.

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

Ich fuehle mich gezwungen welche zu machen, da ich sonst meine Arbeit nicht schaffe und keine Karriere mache.

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

Super Karriere und interessantes Leben. Schön mal was anderes zu lesen im WiWi Treff.
Das Gehalt ist natürlich schon Wahnsinn.
Aber vermisst du manchmal D und die Arbeitsvedingungen?

Ich selbst mache gut 50h die Woche und plane mich im nächsten Jahr auf meine MBA Bewerbung vorzubereiten. Dann werde ich versuchen die Stunden ein bisschen zu reduzieren (GMAT, Toefl, Referenzen, Essays werden viel Zeit in Anspruch nehmen). Aber das ist schon eine gute Inspiration.

Meine Grenze liegt bei 65h die Woche und das vll auch nur über 2-3Monate mehr krieg ich nicht hin")

WiWi Gast schrieb am 25.11.2022:

Ok, ich versuche es mal kurz beschreiben. Manches ist sehr individuell aber manches durchaus "planbar".
Ich habe NaWi studiert und auch promoviert und während meines Studiums zunächst ein 3monatiges DAAD Forschungsstipendium in Seoul.

Anschließend bin ich in Deutschland eingestiegen in einem Bereich der sehr zukunftsorientiert war (z.B. Halbleiter, E Mobility, AI sowas in der Art).
Korea ist dort weltweit führend daher habe ich mich nach 3-3.5 Jahren dort beworben, da wir eh schon Projekte mit einer der Firmen hatten (natürlich nicht wirklich geglaubt da wird was draus haha)
Aber nach 2 Monaten hatte ich ne Einladung zum Interview mit dem President der F&E.
Hab den Job bekommen um auch die Kundenperspektive in die Produktentwicklung zu bringen.
Dann war ich 3-3.5 Jahre in meiner ersten Firma. Während der Zeit Manager gewurden und Lust gehabt nochmal MBA zu machen (da ich ja kompleet aus der Technik komme). Was ich niemals auf dem Schirm hatte (da ich ja auch schon PhD gemacht hatte und vielen meinen ja hier im Forum das sei dumm. Für mich war es ein guter Schritt)

Also dieser Teil bis hier ist alles nicht so sehr planbar da man Experte sein muss und gewisse Dinge mitbringen muss den nicht jeder x-beliebige Koreaner auch besitzt, aber für das was ich heute mache ist das nur nur zum Teil relevant...

Also habe ich einen MBA Vollzeit gemacht an einer der Top 15 Programme weltweit mit einem guten Scholarship sodass ich keine Schulden habe deswegen (aber jetzt nicht Harvard oder so eher Insead, LBS, IESE, IMD Level)

Jetzt hat meine koreanische Firma eine Straregieabteilung wo man speziell internationale Leute holt um die globale Strategie zu machen aud dem HQ in Seoul heraus. Firma ist eine der großenTechnologiefirmen, aber rekrutiert da fast alle Backgrounds (Finance, Engineering, Wiwi, Consulting etc).
Da wurde ich dann geholt besonders da ich ein technischer Spezialist war mit strategischer Erfahrung und somit sehr gut alle Projekte aus meinem früheren Spezialistenbereich machen konnte
Dieser Schritr ist schon in gewisser Weise planbar (guten MBA machen und es dort probieren).

Nun konkurrieren wir bei Talenten mit den FANGS und MBBs dieser Welt daher ist das Gehalt sehr gut plus anderer Benefits.
Nach paar Jahren kann man dann auch in einen einfachen Line Job wechseln (Marketing, Sales, M&A, Produktplanung etc) und behälst alle deine Benefits so lange du in Korea lebst und arbeitest.

Joa also machbar für ambitionierte und abenteuerlustige Leute. Bei mir har natürlich geholfen, dass ich schon vorher in Korea gearbeitet habe um mich von den Leuten hervorzuheben (Leute kommen von HBS, Stanford, Kellogg, Wharton, LBS, Insead etc.)

Aber pay und vor allem Sparrate ist schon extrem gut:)
Jetzt bin ich seit ein paar Jahren in der Line in dem Bereich den ich schon früher immer gemacht habe (damals als Entwickler) und mache Kundenprojekte und probiere neue Projekte zu generieren soweie Produktplanung. Aber mit einem extrem guten Gehalt.
Jede Firma hat und Kultur hat ihre macken. Ich spreche mittlerweile einigermaßen koreanischen zumindest verstehe ich viel, aber bei mir läuft fast alles auf Englisch und mit den Kunden sowieso.
Exit Opps sind sehr gut, da die Firma einer der Weltmarkführer ist und die Industrie stark wächst auch in den USA und Europa. Aber es geht einem hier finanziell sehr gut was achwer macht zu wechseln.
In D müsste ich >450k machen um auf die Sparrate zu kommen.
Hoffe der kleine Exkurs war hilfreich.
Vll versucht es ja wer:)

WiWi Gast schrieb am 24.11.2022:

Und wie bist du dazu gekommen? Einfach in Südkorea beworben? Oder Entsendung durch einen Konzern? Konntest/kannst du koreanisch? Was für ein Job ist das?

Ja.
Möchte auch ein bisschen aufzeigen was es noch für Möglichkeiten gibt, für Leute die abenteuerlustig.
Ich bin 35 und denke für manchen 25 jährigen könnte sowas interessant sein (natürlich nicht für jeden).
Aber vor 10-15 Jahren war mein Horizont noch begrenzter und ich war mir damals nicht bewusst was für unterschiedliche Lebenswege es geben kann.
In Deutschland war ich bei einem der großen OEMs im IGM was auch seine guten Seiten hat, aber nicht das war was ich wollte (Action, Abenteuer, andere Kulturen und Erfahrungen und mehr Geld)

Ich arbeite in Korea, bei einer großen koreanischen Firma.

Ich mach so 270h Überstunden im Jahr.
Arbeite ca 48h die Woche also alles im Rahmen (gesetzliche Höchstarbeitszeit ist 52h pro Woche...mein Vertrag hat 40h)
Habe 23 Urlaubstage im Jahr.

Klingt jetzt für deutsche Verhältnisse nicht so gut, aber im Vergleich zu den USA oder anderen Ländern ist es im Rahmen.

Verdiene aber natürlich auch deutlich mehr als in D und finde es daher gerechtfertigt und bin zufrieden. Keine Personalverantwortung und einigermaßen ruhiger Job nur die Meetings mit Europa machen die Arbeitszeit länger an 1-2 Tagen die Woche.

-170k + ~50% Bonus (~250k)
-Apartment (Miete 3300 Euro wird bezahlt)

  • private KV (10k)
    • Flüge für mich und Familie (10k)
  • Completion Bonus (Für jedes gearbeitete Jahr bekomme ich 1 Monatsgehalt wenn ich aufhöre) also circa 15k

Als Ausländer habe ich eine Flat Tax dh 20% Steuern egal wieviel ich verdiene.
Also so 330k bei 20% Steuern und noch gut Zeit für die Familie dafür mach ich die paar Überstunden gerne. Bin seit 2014 in Korea mit kurzer Unterbrechung

Hut ab, dann noch Zeit in einem Forum für Studenten und Berufsanfänger zu schreiben.

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

WiWi Gast schrieb am 25.11.2022:

Ich fuehle mich gezwungen welche zu machen, da ich sonst meine Arbeit nicht schaffe und keine Karriere mache.

Hamsterrad in a nutshell.

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

Hab dieses Jahr 140 Überstunden, letztes Jahr waren es um die 80.
10 Überstunden pro Monat sind mit dem Lohn abgegolten.
In diesen Überstunden stecken aber auch persönliche Fortbildungen.
Deshalb sehe ich meine Überstunden nicht als dermaßen kritisch an.

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

Du bist also bei Samsung?

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WiWi Gast

Re: Überstunden - wo ist die Grenze?

WiWi Gast schrieb am 25.11.2022:

Ok, ich versuche es mal kurz beschreiben. Manches ist sehr individuell aber manches durchaus "planbar".
Ich habe NaWi studiert und auch promoviert und während meines Studiums zunächst ein 3monatiges DAAD Forschungsstipendium in Seoul.

Anschließend bin ich in Deutschland eingestiegen in einem Bereich der sehr zukunftsorientiert war (z.B. Halbleiter, E Mobility, AI sowas in der Art).
Korea ist dort weltweit führend daher habe ich mich nach 3-3.5 Jahren dort beworben, da wir eh schon Projekte mit einer der Firmen hatten (natürlich nicht wirklich geglaubt da wird was draus haha)
Aber nach 2 Monaten hatte ich ne Einladung zum Interview mit dem President der F&E.
Hab den Job bekommen um auch die Kundenperspektive in die Produktentwicklung zu bringen.
Dann war ich 3-3.5 Jahre in meiner ersten Firma. Während der Zeit Manager gewurden und Lust gehabt nochmal MBA zu machen (da ich ja kompleet aus der Technik komme). Was ich niemals auf dem Schirm hatte (da ich ja auch schon PhD gemacht hatte und vielen meinen ja hier im Forum das sei dumm. Für mich war es ein guter Schritt)

Also dieser Teil bis hier ist alles nicht so sehr planbar da man Experte sein muss und gewisse Dinge mitbringen muss den nicht jeder x-beliebige Koreaner auch besitzt, aber für das was ich heute mache ist das nur nur zum Teil relevant...

Also habe ich einen MBA Vollzeit gemacht an einer der Top 15 Programme weltweit mit einem guten Scholarship sodass ich keine Schulden habe deswegen (aber jetzt nicht Harvard oder so eher Insead, LBS, IESE, IMD Level)

Jetzt hat meine koreanische Firma eine Straregieabteilung wo man speziell internationale Leute holt um die globale Strategie zu machen aud dem HQ in Seoul heraus. Firma ist eine der großenTechnologiefirmen, aber rekrutiert da fast alle Backgrounds (Finance, Engineering, Wiwi, Consulting etc).
Da wurde ich dann geholt besonders da ich ein technischer Spezialist war mit strategischer Erfahrung und somit sehr gut alle Projekte aus meinem früheren Spezialistenbereich machen konnte
Dieser Schritr ist schon in gewisser Weise planbar (guten MBA machen und es dort probieren).

Nun konkurrieren wir bei Talenten mit den FANGS und MBBs dieser Welt daher ist das Gehalt sehr gut plus anderer Benefits.
Nach paar Jahren kann man dann auch in einen einfachen Line Job wechseln (Marketing, Sales, M&A, Produktplanung etc) und behälst alle deine Benefits so lange du in Korea lebst und arbeitest.

Joa also machbar für ambitionierte und abenteuerlustige Leute. Bei mir har natürlich geholfen, dass ich schon vorher in Korea gearbeitet habe um mich von den Leuten hervorzuheben (Leute kommen von HBS, Stanford, Kellogg, Wharton, LBS, Insead etc.)

Aber pay und vor allem Sparrate ist schon extrem gut:)
Jetzt bin ich seit ein paar Jahren in der Line in dem Bereich den ich schon früher immer gemacht habe (damals als Entwickler) und mache Kundenprojekte und probiere neue Projekte zu generieren soweie Produktplanung. Aber mit einem extrem guten Gehalt.
Jede Firma hat und Kultur hat ihre macken. Ich spreche mittlerweile einigermaßen koreanischen zumindest verstehe ich viel, aber bei mir läuft fast alles auf Englisch und mit den Kunden sowieso.
Exit Opps sind sehr gut, da die Firma einer der Weltmarkführer ist und die Industrie stark wächst auch in den USA und Europa. Aber es geht einem hier finanziell sehr gut was achwer macht zu wechseln.
In D müsste ich >450k machen um auf die Sparrate zu kommen.
Hoffe der kleine Exkurs war hilfreich.
Vll versucht es ja wer:)

Und wie bist du dazu gekommen? Einfach in Südkorea beworben? Oder Entsendung durch einen Konzern? Konntest/kannst du koreanisch? Was für ein Job ist das?

Ja.
Möchte auch ein bisschen aufzeigen was es noch für Möglichkeiten gibt, für Leute die abenteuerlustig.
Ich bin 35 und denke für manchen 25 jährigen könnte sowas interessant sein (natürlich nicht für jeden).
Aber vor 10-15 Jahren war mein Horizont noch begrenzter und ich war mir damals nicht bewusst was für unterschiedliche Lebenswege es geben kann.
In Deutschland war ich bei einem der großen OEMs im IGM was auch seine guten Seiten hat, aber nicht das war was ich wollte (Action, Abenteuer, andere Kulturen und Erfahrungen und mehr Geld)

Ich arbeite in Korea, bei einer großen koreanischen Firma.

Ich mach so 270h Überstunden im Jahr.
Arbeite ca 48h die Woche also alles im Rahmen (gesetzliche Höchstarbeitszeit ist 52h pro Woche...mein Vertrag hat 40h)
Habe 23 Urlaubstage im Jahr.

Klingt jetzt für deutsche Verhältnisse nicht so gut, aber im Vergleich zu den USA oder anderen Ländern ist es im Rahmen.

Verdiene aber natürlich auch deutlich mehr als in D und finde es daher gerechtfertigt und bin zufrieden. Keine Personalverantwortung und einigermaßen ruhiger Job nur die Meetings mit Europa machen die Arbeitszeit länger an 1-2 Tagen die Woche.

-170k + ~50% Bonus (~250k)
-Apartment (Miete 3300 Euro wird bezahlt)

  • private KV (10k)
    • Flüge für mich und Familie (10k)
  • Completion Bonus (Für jedes gearbeitete Jahr bekomme ich 1 Monatsgehalt wenn ich aufhöre) also circa 15k

Als Ausländer habe ich eine Flat Tax dh 20% Steuern egal wieviel ich verdiene.
Also so 330k bei 20% Steuern und noch gut Zeit für die Familie dafür mach ich die paar Überstunden gerne. Bin seit 2014 in Korea mit kurzer Unterbrechung

Hut ab, dann noch Zeit in einem Forum für Studenten und Berufsanfänger zu schreiben.

Danke für den Einblick. Ich hab selber NaWi mit Promotion gemacht und arbeite in Deutschland bei nem IGM. Ausland ist für mich aus persönlichen Gründen nie wirklich in Frage gekommen, aber schön zu lesen was möglich ist. Viel Erfolg dir weiterhin :)

Zur Thema Überstunden im Allgemeinen: Ich finde Überstunden in Ordnung wenn die Kommunikation transparent ist und man dem Deal bewusst zustimmt.

Also z.B.

  • OK: Job mit 40h Vertrag und Überstunden werden per Gleittage abgebaut
  • OK: Job mit 40h Vertrag und jegliche Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten

  • NICHT OK: Job mit 40h Vertrag und Überstunden sollten per Gleittagen abbaubar sein. Chef verlangt aber im Nachhinein, dass man Minimum 200h Gleitzeit im Jahr aufbaut und verfallen lässt, wenn der jährliche Cut der Überstunden kommt, wo alles über 50 Stunden ersatzlos gestrichen wird. Bei so einer Firma war ich mal. Das ist einfach unschön vor allem deshalb, weil es nicht vorab kommuniziert wurde sondern erst hinterher.
    Möglichkeiten sind dann keine Überstunden aufzubauen was zu "Mobbing" vom Chef führte oder den Anwalt einzuschalten (Betriebsräte waren hier Marionetten der GF) oder sich eine anderer Firma zu suchen. Habe mir eine andere Firma gesucht.
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