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Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

Heyho,

Bin Student und peile Wirtschaftsprüfung als Karriereziel an.
In letzter Zeit kam aber die Frage auf, ob man in diesem Job glücklich wird?

Auf der Pro Seite steht für mich folgendes:

  • sinnvolle Tätigkeit
  • hohes soziales Prestige
  • sicherer Job
  • hohes Gehalt

Contra:

  • immer skeptisch sein zu müssen -> negative Lebenseinstellung?
  • hoher Druck

Wär cool, wenn jemand der im Audit tätig ist oder jemanden kennt, hierzu von seinen Erfahrungen berichtet.

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

Die Glücklichen sind diejenigen, die auf Partner-Level anzutreffen sind. Das sind nämlich die, die es auch fachlich wirklich interessiert. Die Unglücklichen führen die Pros und Cons wie oben auf. In meiner Zeit waren das diejenigen, die morgens um 9 reinkamen und schon froh waren, dass ein paar Minuten vom Tag wegwaren.

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Big4 Auditor

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

WiWi Gast schrieb am 27.01.2021:

Heyho,

Bin Student und peile Wirtschaftsprüfung als Karriereziel an.
In letzter Zeit kam aber die Frage auf, ob man in diesem Job glücklich wird?

Auf der Pro Seite steht für mich folgendes:

  • sinnvolle Tätigkeit
  • hohes soziales Prestige
  • sicherer Job
  • hohes Gehalt

Dem würde ich in diesem Vierklang zustimmen, wobei man bedenken sollte, dass "hohes Gehalt" perspektivisch zu betrachten ist und ich die Liste zumindest immer um ein "sehr gute und planbare Perspektive" ergänze.

Contra:

  • immer skeptisch sein zu müssen -> negative Lebenseinstellung?
  • hoher Druck

Wär cool, wenn jemand der im Audit tätig ist oder jemanden kennt, hierzu von seinen Erfahrungen berichtet.

"Hoher Druck" ist sicherlich nicht völlig von der Hand zu weisen, aber ich würde es "große Verantwortung" nennen, was eben Hand in Hand mit einer sinnvollen Tätigkeit geht. Um das so aufzunehmen, ist vielleicht eine entsprechende Persönlichkeit erforderlich, aber ich unterscheide stark zwischen "äußerem Druck", den z.B. der Mandant und "innerem Stress", den ich selbst in Folge dessen habe.

Nicht jeder äußere Druck muss 1 zu 1 in innerem Stress münden. "Der Mandant macht Druck" und "ich habe viel Druck" ist nicht dasselbe. Manchmal ist es auch einfach eine diplomatische Herausforderung, einer überzogenen Forderung höflich und konstruktiv zu widersprechen. Persönlich komme ich damit ganz gut klar. Am Ende des Tages stirbt niemand auf dem Operationstisch.

Immer skeptisch sein zu müssen, bedeutet nicht, immer negativ sein zu müssen. Der Skeptiker hinterfragt die Welt danach, wie sie tatsächlich ist. Jeder Wissenschaftler ist ein Skeptiker.
Der Skeptiker sagt nicht "das Glas ist bestimmt halbleer" und er Recht nicht "das Glas wird garantiert leer sein", sondern "Könnten Sie mir bitte das Glas zeigen?".

Tatsächlich gehört es auch zu meiner grundsätzlichen Lebenseinstellung Dinge zu hinterfragen und gerade bestätigte Dinge umso mehr zu schätzen. Und wenn das Glas dann eben leer war, dann muss es eben aufgefüllt werden - das ist kein Weltuntergang.

Also nein: Die negative Lebenseinstellung kann nicht nicht bestätigen.

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

"hohes soziales Prestige" - ich glaubs auch. Die Häkchenmacher haben definitiv kein Prestige, erst recht nicht nach den ständigen Skandalen. Vielleicht bei irgendwelchen Grundschullehramtmausis auf Tinder, die denken, dass du Restauranttester bist.

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Ceterum censeo

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

Da der Vorposter mir schon ordentlich den Wind aus den Segeln genommen hat, in aller Kürze: Ja, ich bin (u. a.) WP und (!) glücklich. Eine besonders negative Lebenseinstellung würde ich mir jedoch nicht attestieren. Lediglich diesen schrecklichen Drang zur Besserwisserei kann ich nicht leugnen. ;-)
Liebe Grüße

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

Puh, wo soll man anfangen.

Absolviere doch erstmal ein Praktikum (mind. 6 Monate) um Einblicke in die Branche zu bekommen. Die Auflistung von Pro's und Contra's ist m.E. nicht zielführend, wenn dir der Job keinen Spaß macht.

Der Weg zum Titel ist auch nicht ganz einfach, das beißt sich auch mit deiner Aufzählung.
Als Einsteiger ist das Gehalt vergleichsweise eher niedrig. Das "soziale Prestige" hat leider schwer gelitten, dank Causa Wirecard und der Aufmerksamkeit der Medien.

Hoher Druck ist relativ...

Ein WP ist darüber hinaus nicht skeptisch, er hat eine kritische Grundhaltung zu wahren. Warum man deshalb eine negative Lebenseinstellung haben sollte, erschließt sich mir nicht.

Das schöne an dem Job ist wechselnde Einsätze vor Ort bei verschiedenen Mandanten zu haben und mit diesen auf Augenhöhe zu kommunizieren. Bei komplexen Fragestellungen gebraucht zu werden und immer wieder neue Aufgaben und Themen zu bearbeiten.

Auch Einblicke in verschiedene Branchen zu haben und sich alles zeigen zu lassen.

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

WiWi Gast schrieb am 29.01.2021:

Puh, wo soll man anfangen.

Absolviere doch erstmal ein Praktikum (mind. 6 Monate) um Einblicke in die Branche zu bekommen. Die Auflistung von Pro's und Contra's ist m.E. nicht zielführend, wenn dir der Job keinen Spaß macht.

Der Weg zum Titel ist auch nicht ganz einfach, das beißt sich auch mit deiner Aufzählung.
Als Einsteiger ist das Gehalt vergleichsweise eher niedrig. Das "soziale Prestige" hat leider schwer gelitten, dank Causa Wirecard und der Aufmerksamkeit der Medien.

Hoher Druck ist relativ...

Ein WP ist darüber hinaus nicht skeptisch, er hat eine kritische Grundhaltung zu wahren. Warum man deshalb eine negative Lebenseinstellung haben sollte, erschließt sich mir nicht.

Das schöne an dem Job ist wechselnde Einsätze vor Ort bei verschiedenen Mandanten zu haben und mit diesen auf Augenhöhe zu kommunizieren. Bei komplexen Fragestellungen gebraucht zu werden und immer wieder neue Aufgaben und Themen zu bearbeiten.

Auch Einblicke in verschiedene Branchen zu haben und sich alles zeigen zu lassen.

Kann meinem Vorposter nur zustimmen. Das schöne an der WP ist einfach, dass du einerseits mit der Zeit Experte in vielen verschiedenen Themen wirst und anderseits deine Arbeit dadurch interessant wird. Bin selbst WP und glüclick :-)
Das Gehalt zum Anfang ist durchschnittlich - überdurchschnittlich. Nur in Trainee Programmen, IB oder UB kann man Anfangs deutlich mehr verdienen. Dennoch arbeiten wir dafür auch keine 60-80h durchgängig und haben noch ein Privatleben. Mit WP steigt das Gehalt natürlich stark an und nach 3-4 Jahren WP ist der Grenznutzen des Verdienst auch schon fast erreicht ;)
Würde immer wieder den Weg wählen, da er sicher, gut bezahlt und sehr planbar ist. Kein Vergleich zum PPP basteln in IB und UB

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

WiWi Gast schrieb am 27.01.2021:

  • hohes soziales Prestige

In deiner Wiwi-Rechnungswesen-Blase, aber nicht in der Allgemeinbevölkerung. Da bist du irgend ein langweiliger Wirtschafts-Verwalter. Berufe mit hohem Sozialprestige: Arzt,..., Richter, Anwalt, Krankenschwester, Lehrer, Polizist,..., Ingenieure und Informatiker.

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

Als WP schaust du quasi hauptberuflich die Sendung mit der Maus. Kann es etwas glücklicheres geben?!

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

WiWi Gast schrieb am 29.01.2021:

  • hohes soziales Prestige

In deiner Wiwi-Rechnungswesen-Blase, aber nicht in der Allgemeinbevölkerung. Da bist du irgend ein langweiliger Wirtschafts-Verwalter. Berufe mit hohem Sozialprestige: Arzt,..., Richter, Anwalt, Krankenschwester, Lehrer, Polizist,..., Ingenieure und Informatiker.

Wär mir neu, dass Informatiker in der Öffentlichkeit so hohes Prestige genießen :D :D
Deine Aufstellung ist mindestens genauso subjektiv

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

Ich bin auch WP und mit 30 Jahren noch relativ jung. Um dir nicht den Wind aus den Segeln zu nehmen, sagen wir es mal so. Vergiss das soziale Prestige und den Nutzen deiner Arbeit. 95% der Bevölkerung haben keine Ahnung was du tust und wenn dann wegen Wirecard. Ob die Welt jetzt besser durch die Arbeit eines WPs wird, naja.

Auf der Habenseite würde ich zuerst das Gehalt sehen, das ist wirklich ganz gut, besonders bei den Big4 mit Examen und bis 120k p.a. auch sehr planbar. Ansonsten sehe ich mich eher als externe Qualitätssicherung. Gezielten Betrug kann man als WP eh selten aufdecken, deswegen habe ich auch nichts für WPs übrig, die sich teilweise wie die letzten Betriebsprüfer aufführen. Zumindest bei uns im Banking pflegen wir wirklich gute Beziehungen zu den Mandanten und können dementsprechend beim AR auch regelmäßig mit zusätzlichen Dienstleistungen überzeugen.

Ich denke wenn man da das gesunde Mittelmaß zwischen kritischer Grundhaltung und sympathische Zusammenarbeit findet, wird man sogar in der Abschlussprüfung langfristig zufrieden sein. Unabhängig davon ist bei uns der Bereich sehr flexibel und man hat problemlos die Möglichkeit, von Tax, Audit und Consulting relativ frei zu wechseln, falls man mal was anderes sehen möchte.

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

WiWi Gast schrieb am 29.01.2021:

"hohes soziales Prestige" - ich glaubs auch. Die Häkchenmacher haben definitiv kein Prestige, erst recht nicht nach den ständigen Skandalen. Vielleicht bei irgendwelchen Grundschullehramtmausis auf Tinder, die denken, dass du Restauranttester bist.

Im Gegensatz zu den sonstigen Wiwi Berufen haben Wirtschaftsprüfer in der allgemeinen Bevölkerung tatsächlich ein ziemlich gutes Standing

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

WiWi Gast schrieb am 28.01.2021:

Die Glücklichen sind diejenigen, die auf Partner-Level anzutreffen sind. Das sind nämlich die, die es auch fachlich wirklich interessiert. Die Unglücklichen führen die Pros und Cons wie oben auf. In meiner Zeit waren das diejenigen, die morgens um 9 reinkamen und schon froh waren, dass ein paar Minuten vom Tag wegwaren.

Partner sind glücklich, weil sie das Oberste Glied der Kette sind und mit Geld zugeschmissen werden, nicht weil es sie fachlich interessiert. Die meisten Partner sind Typus Autoverkäufer, da deren Job die Akquise bzw. Umsatzgenerierung ist! Das fachliche läuft nebenbei, jedoch halten sich dort auch viele zurück.

Eins kann ich euch sagen: Partner wird man heute nicht mehr weil man fachlich der Beste ist oder jeden Tag 14h arbeitet.... Dann werdet ihr SM oder mit Glück Director.

Partner werden die, die das Zeug zum verkaufen haben. Dein Förderer will ja schließlich, dass du für ihn mitverdienst und nicht er für dich, damit du fachlich brillierst.

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

WP ist fast sowas wie Notar. Ein sehr sicherer, krisenfester Job ohne Jugendwahn. Bei Ingenieuren und Informatikern ist es zwar nicht ganz so krass wie im Profisport, aber fast. Mit 50 ist man auf dem Arbeitsmarkt gefragt wie ein Profisportler mit 35.. Am schlimmsten ist, wenn man auch noch Experte für eine speziele Technologie ist. Wenn diese nicht mehr so gefragt ist und man über 50 ist, sieht es ganz übel aus. Die Firmen halten einen oft zu alt noch was anderes lernen zu können, dafür nehmen die lieber Jüngere. Das alles kann einem WP so nicht passieren und sein Job kann auch nicht so leicht in Länder mit günstigeren Lohnkosten verlagert werden. Für manche Manger sind Ingenieure und Informatiker nur etwas bessere Fabrikarbeiter, die sowieso viel zu teuer sind.

Negative Grundhaltung: in vielen Bereichen der Entwickung muss man mega genau arbeiten. Da macht ein einzelnes Zeichen ein Riesenunterschied. Gerade bei sicherheitskritischen Entwicklungen muss man immer ultra negativ denken und auch noch an das unwahrscheinlichste Ereignis denken, was eigentlich gar nicht passieren dürfte.

antworten
WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

Dafür kann man den job in Zukunft zunehmend automatisieren. So sicher wie ihr tut ist der Job nicht.

WiWi Gast schrieb am 30.01.2021:

WP ist fast sowas wie Notar. Ein sehr sicherer, krisenfester Job ohne Jugendwahn. Bei Ingenieuren und Informatikern ist es zwar nicht ganz so krass wie im Profisport, aber fast. Mit 50 ist man auf dem Arbeitsmarkt gefragt wie ein Profisportler mit 35.. Am schlimmsten ist, wenn man auch noch Experte für eine speziele Technologie ist. Wenn diese nicht mehr so gefragt ist und man über 50 ist, sieht es ganz übel aus. Die Firmen halten einen oft zu alt noch was anderes lernen zu können, dafür nehmen die lieber Jüngere. Das alles kann einem WP so nicht passieren und sein Job kann auch nicht so leicht in Länder mit günstigeren Lohnkosten verlagert werden. Für manche Manger sind Ingenieure und Informatiker nur etwas bessere Fabrikarbeiter, die sowieso viel zu teuer sind.

Negative Grundhaltung: in vielen Bereichen der Entwickung muss man mega genau arbeiten. Da macht ein einzelnes Zeichen ein Riesenunterschied. Gerade bei sicherheitskritischen Entwicklungen muss man immer ultra negativ denken und auch noch an das unwahrscheinlichste Ereignis denken, was eigentlich gar nicht passieren dürfte.

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

WiWi Gast schrieb am 30.01.2021:

WP ist fast sowas wie Notar. Ein sehr sicherer, krisenfester Job ohne Jugendwahn. Bei Ingenieuren und Informatikern ist es zwar nicht ganz so krass wie im Profisport, aber fast. Mit 50 ist man auf dem Arbeitsmarkt gefragt wie ein Profisportler mit 35.. Am schlimmsten ist, wenn man auch noch Experte für eine speziele Technologie ist. Wenn diese nicht mehr so gefragt ist und man über 50 ist, sieht es ganz übel aus. Die Firmen halten einen oft zu alt noch was anderes lernen zu können, dafür nehmen die lieber Jüngere. Das alles kann einem WP so nicht passieren und sein Job kann auch nicht so leicht in Länder mit günstigeren Lohnkosten verlagert werden. Für manche Manger sind Ingenieure und Informatiker nur etwas bessere Fabrikarbeiter, die sowieso viel zu teuer sind.

Negative Grundhaltung: in vielen Bereichen der Entwickung muss man mega genau arbeiten. Da macht ein einzelnes Zeichen ein Riesenunterschied. Gerade bei sicherheitskritischen Entwicklungen muss man immer ultra negativ denken und auch noch an das unwahrscheinlichste Ereignis denken, was eigentlich gar nicht passieren dürfte.

Bist du Entwickler? Oder woher nimmst du die Erfahrungswerte, um die Aussage bezüglich "negativer Grundhaltung" zu treffen?

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AaronLambert

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

Vielen herzlichen Dank für all eure Beiträge!

Da war echt viel neues bei, was mir ein klareres Bild des Berufes an sich gibt.
Vor allem die Aspekte, dass man Wege finden kann den äußeren Druck nicht auf sich selbst zu übertragen und man als WP jedes Jahr praktisch jedes Jahr wertvoller wird, waren mir so nicht bekannt und lassen den Beruf nochmal attraktiver erscheinen.
Dass das soziale Prestige wohl in einigen Teilen der Bevölkerung nicht so hoch ist wie man vermuten könnte stimmt wohl. Aber dann muss man sich halt überlegen, welche Priorität das für einen hat, zumal die Alternativen mit BWL in dieser Hinsicht auch nicht rosiger sind, wie auch erwähnt wurde.

Ihr habt mir sehr geholfen!

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

WiWi Gast schrieb am 30.01.2021:

WP ist fast sowas wie Notar. Ein sehr sicherer, krisenfester Job ohne Jugendwahn. Bei Ingenieuren und Informatikern ist es zwar nicht ganz so krass wie im Profisport, aber fast. Mit 50 ist man auf dem Arbeitsmarkt gefragt wie ein Profisportler mit 35.. Am schlimmsten ist, wenn man auch noch Experte für eine speziele Technologie ist. Wenn diese nicht mehr so gefragt ist und man über 50 ist, sieht es ganz übel aus. Die Firmen halten einen oft zu alt noch was anderes lernen zu können, dafür nehmen die lieber Jüngere. Das alles kann einem WP so nicht passieren und sein Job kann auch nicht so leicht in Länder mit günstigeren Lohnkosten verlagert werden. Für manche Manger sind Ingenieure und Informatiker nur etwas bessere Fabrikarbeiter, die sowieso viel zu teuer sind.

Negative Grundhaltung: in vielen Bereichen der Entwickung muss man mega genau arbeiten. Da macht ein einzelnes Zeichen ein Riesenunterschied. Gerade bei sicherheitskritischen Entwicklungen muss man immer ultra negativ denken und auch noch an das unwahrscheinlichste Ereignis denken, was eigentlich gar nicht passieren dürfte.

Bist du Entwickler? Oder woher nimmst du die Erfahrungswerte, um die Aussage bezüglich "negativer Grundhaltung" zu treffen?

Ich war mal Entwickler, aber bin schon länger Projektleiter und Business Analyst. Viel besser angesehen und auch jobsicherer. Wie mein Chef mich vor dem gehobenen Management vorstellte: Schauen Sie, der Herr ... war früher nur Entwickler, jetzt hat er sich zum Projektleiter hochgearbeitet. Ebenso hört man aus solchen Kreisen oft Sprüche wie "ach sind ja nur Entwicklerressourcen, die kriegt man im Zweifel immer", wenn es um Projektengpässe geht. Die Realität sieht oft anders aus, aber so wird leider von manchen Managern gedacht.

WPs und Automatisierung: allein schon wegen den ganzen gesetzlichen Vorschriften etc. kann man wahrscheinlich vieles gar nicht automatisieren, weil da immer noch ein Mensch mit WP Tittel unterschreiben muss. Eben wie beim Notar, was man theoretisch auch automatisieren könnte, aber die Juristen sitzen in der Politik und sorgen schon dafür, dass es immer Gesetzte und Regeln gibt, dass denen die Arbeit nicht ausgeht. Im Zweifel ist dann beim Notar oder WP alles automatsiert, aber für den prüfenden Blick des Notars/WPs und seine Unterschrift wird immer noch eine hohe Summe fällig.

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

WiWi Gast schrieb am 30.01.2021:

Dafür kann man den job in Zukunft zunehmend automatisieren. So sicher wie ihr tut ist der Job nicht.

Ich wünschte man könnte bei uns mehr automatisieren. Dann hätte ich als WP mehr vom knapp kalkulierten Honorar und meine Mitarbeiter müssten nicht jedes mal 40-120 Stichproben manuell zu Rechnung, Lieferschein und Zahlungseingang/ausgang abstimmen. Leider ist weder der Berufsstand, noch die Mandantschaft annähernd soweit.

Abgesehen davon wird >der< Wirtschaftsprüfer nie automatisiert, denn der unterschreibt das Testat, vertritt die Prüfung vor GF/Vorstand und Aufsichtsrat und übt neben der Prüferrolle auch eine Beratungskomponente aus. Zusätzlich werden die Prüfungsleiter auch nicht ersetzt, denn einer muss die Prüfung "managen", da der WP ja nicht nur ein Mandat, sondern zeitgleich 3, 4, 6 oder mehr Mandate betreut. Das Reporting für ein Package oder der Prüfungsbericht kann auch nicht von einer Maschine erstellt werden.

Das ganze Thema Digitalisierung, Automatisierung etc wird dauernd von der Presse und irgendwelchen ITlern hochgespielt. Bis wir aber tatsächlich dort in der Praxis sind, wie sich Entwickler das in der Theorie vorstellen, vergehen 30-50 Jahre.
Und selbst wenn. Dann prüfen auf meinen Mandaten neben dem Prüfungsleiter halt nur noch 2 Leute statt 3 oder 4. Der Bedarf wird sich nicht radikal verkleinern, dafür gibt es einfach noch zu viele manuelle Komponenten und Themen zu beurteilen, die eine KI einfach nicht entscheiden kann.

antworten
WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

WiWi Gast schrieb am 30.01.2021:

Ich wünschte man könnte bei uns mehr automatisieren. Dann hätte ich als WP mehr vom knapp kalkulierten Honorar und meine Mitarbeiter müssten nicht jedes mal 40-120 Stichproben manuell zu Rechnung, Lieferschein und Zahlungseingang/ausgang abstimmen. Leider ist weder der Berufsstand, noch die Mandantschaft annähernd soweit.

Bei mir im Unternehmen lassen sich die Wirtschaftsprüfer alle Stichproben raussuchen und auf dem Präsentierteller servieren.
Heißt das, das kann man eigentlich gar nicht vom Mandanten verlangen, dass er stundenlang Belege raussucht und abstimmt, um sie dem Prüfer dann untertänigst und auf Knien vorzulegen? :[

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

WiWi Gast schrieb am 27.01.2021:

Heyho,

Bin Student und peile Wirtschaftsprüfung als Karriereziel an.
In letzter Zeit kam aber die Frage auf, ob man in diesem Job glücklich wird?

Auf der Pro Seite steht für mich folgendes:

  • sinnvolle Tätigkeit
  • hohes soziales Prestige
  • sicherer Job
  • hohes Gehalt

Contra:

  • immer skeptisch sein zu müssen -> negative Lebenseinstellung?
  • hoher Druck

Wär cool, wenn jemand der im Audit tätig ist oder jemanden kennt, hierzu von seinen Erfahrungen berichtet.

Zu Deinen Pros: sei Dir bewusst, dass ein „hohes Gehalt“ erst später eintritt. Wirtschaftsprüfung an sich ist, verglichen mit den Alternativen, nicht als hochbezahlt bekannt.
Das sozial Prestige sehe ich ebenfalls nicht als übermäßig hoch an.

antworten
WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

WiWi Gast schrieb am 30.01.2021:

Heyho,

Bin Student und peile Wirtschaftsprüfung als Karriereziel an.
In letzter Zeit kam aber die Frage auf, ob man in diesem Job glücklich wird?

Auf der Pro Seite steht für mich folgendes:

  • sinnvolle Tätigkeit
  • hohes soziales Prestige
  • sicherer Job
  • hohes Gehalt

Contra:

  • immer skeptisch sein zu müssen -> negative Lebenseinstellung?
  • hoher Druck

Wär cool, wenn jemand der im Audit tätig ist oder jemanden kennt, hierzu von seinen Erfahrungen berichtet.

Zu Deinen Pros: sei Dir bewusst, dass ein „hohes Gehalt“ erst später eintritt. Wirtschaftsprüfung an sich ist, verglichen mit den Alternativen, nicht als hochbezahlt bekannt.
Das sozial Prestige sehe ich ebenfalls nicht als übermäßig hoch an.

Wieso spät? Als Manager im zweiten Jahr liegt man bei PwC bei ~100k. Das ist eine Position die man nach 6 Jahren hat.

Bei den vor dir genannten Alternativen, arbeitet man aber auch mindestens >70h, teilweise auch eher >80h.
Als WP eher gute 50 im Jahresdurchschnitt.

Verglichen mit anderen BWLer Jobs haben WPs und StBs sehr hohes Sozialprestige. Der WP schlägt da doch jeden Controller oder Einkäufer im Konzern und die Banker und Berater sowieso.

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

Natürlich muss das jetzt noch ein Mensch machen, aber seid doch mal ehrlich. Der Job ist sehr monoton.
Ich verstehe nicht wieso so viele Menschen die Augen davor verschließen. Wir werden in der Zukunft zwangsläufig viele Jobs automatisieren müssen.

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

Welche Themen kann eine KI nicht entscheiden?
Wenn deine Prüfer nach klaren Regeln handeln warum sollen die nicht auch von Algorithmen befolgt werden können?
Ich verstehe ja dass es komplex wird. Aber das sollte kein Hindernis sein?

WiWi Gast schrieb am 30.01.2021:

WiWi Gast schrieb am 30.01.2021:

Dafür kann man den job in Zukunft zunehmend automatisieren. So sicher wie ihr tut ist der Job nicht.

Ich wünschte man könnte bei uns mehr automatisieren. Dann hätte ich als WP mehr vom knapp kalkulierten Honorar und meine Mitarbeiter müssten nicht jedes mal 40-120 Stichproben manuell zu Rechnung, Lieferschein und Zahlungseingang/ausgang abstimmen. Leider ist weder der Berufsstand, noch die Mandantschaft annähernd soweit.

Abgesehen davon wird >der< Wirtschaftsprüfer nie automatisiert, denn der unterschreibt das Testat, vertritt die Prüfung vor GF/Vorstand und Aufsichtsrat und übt neben der Prüferrolle auch eine Beratungskomponente aus. Zusätzlich werden die Prüfungsleiter auch nicht ersetzt, denn einer muss die Prüfung "managen", da der WP ja nicht nur ein Mandat, sondern zeitgleich 3, 4, 6 oder mehr Mandate betreut. Das Reporting für ein Package oder der Prüfungsbericht kann auch nicht von einer Maschine erstellt werden.

Das ganze Thema Digitalisierung, Automatisierung etc wird dauernd von der Presse und irgendwelchen ITlern hochgespielt. Bis wir aber tatsächlich dort in der Praxis sind, wie sich Entwickler das in der Theorie vorstellen, vergehen 30-50 Jahre.
Und selbst wenn. Dann prüfen auf meinen Mandaten neben dem Prüfungsleiter halt nur noch 2 Leute statt 3 oder 4. Der Bedarf wird sich nicht radikal verkleinern, dafür gibt es einfach noch zu viele manuelle Komponenten und Themen zu beurteilen, die eine KI einfach nicht entscheiden kann.

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

WiWi Gast schrieb am 30.01.2021:

WiWi Gast schrieb am 30.01.2021:

Ich wünschte man könnte bei uns mehr automatisieren. Dann hätte ich als WP mehr vom knapp kalkulierten Honorar und meine Mitarbeiter müssten nicht jedes mal 40-120 Stichproben manuell zu Rechnung, Lieferschein und Zahlungseingang/ausgang abstimmen. Leider ist weder der Berufsstand, noch die Mandantschaft annähernd soweit.

Bei mir im Unternehmen lassen sich die Wirtschaftsprüfer alle Stichproben raussuchen und auf dem Präsentierteller servieren.
Heißt das, das kann man eigentlich gar nicht vom Mandanten verlangen, dass er stundenlang Belege raussucht und abstimmt, um sie dem Prüfer dann untertänigst und auf Knien vorzulegen? :[

Das schon alles abgestimmt ist und perfekt passt kann er nicht erwarten, wohl aber eine gewisse Vorsortierung.

Das heißt dass alles für Stichprobe 1 in einem Ordner ist, alles für Stichprobe 2 in einem Ordner etc. und nicht Stichproben 1+3 in Anhängen von vier E-Mailketten aufgeteilt sind und auf Nachfrage noch Stichprobe 2+4 aufgeteilt auf 10 Exceldateien nachgeliefert wird. Wenn letzteres der Fall ist wird bei größeren Mandanten auch gerne nachberechnet.

antworten
WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

WiWi Gast schrieb am 30.01.2021:

WiWi Gast schrieb am 30.01.2021:

Ich wünschte man könnte bei uns mehr automatisieren. Dann hätte ich als WP mehr vom knapp kalkulierten Honorar und meine Mitarbeiter müssten nicht jedes mal 40-120 Stichproben manuell zu Rechnung, Lieferschein und Zahlungseingang/ausgang abstimmen. Leider ist weder der Berufsstand, noch die Mandantschaft annähernd soweit.

Bei mir im Unternehmen lassen sich die Wirtschaftsprüfer alle Stichproben raussuchen und auf dem Präsentierteller servieren.
Heißt das, das kann man eigentlich gar nicht vom Mandanten verlangen, dass er stundenlang Belege raussucht und abstimmt, um sie dem Prüfer dann untertänigst und auf Knien vorzulegen? :[

Keine Buchung ohne Beleg. Natürlich hat der Mandant grundsätzlich die Pflicht seine Buchungen auch zu belegen, wie soll eine Prüfung deiner Meinung nach sonst ablaufen? Abstimmen tut der Mandant da außerdem gar nichts für den Prüfer, sondern höchsten für sich selbst.

Wenn der Prüfer keinen eigenen Zugang zum System des Mandanten hat, muss der Mandant eben selber mit dem angeforderten Stoff rum kommen. Außerdem ist das ja wohl für jede geübte Buchhaltung mit vernünftigem ERP-System das geringste Problem schnell Belege rauszusuchen. Wenn das nicht der Fall ist, müsste man sich schon ernsthafte Gedanken machen, ob da die richtigen Leute mit dem richtigen System arbeiten.

Keiner erwartet, dass die Belege untertänigste auf den Knien serviert werden. Was man aber erwarten kann ist, das die Leute ihre eigene Buchhaltung im Griff haben und es keine 2 Wochen dauert, 20 Belege rauszusuchen und wenn eben doch, dann muss man eben etwas an den Prozessen verbessern.

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

WiWi Gast schrieb am 30.01.2021:

Natürlich muss das jetzt noch ein Mensch machen, aber seid doch mal ehrlich. Der Job ist sehr monoton.
Ich verstehe nicht wieso so viele Menschen die Augen davor verschließen. Wir werden in der Zukunft zwangsläufig viele Jobs automatisieren müssen.

monoton ist vieles aber die Arbeit eines WP gehört sicherlich nicht dazu.

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

WP ist ein langer Weg...
Du arbeitest weniger als die M&A Jungs aber doch deutlich mehr als in vielen BWL berufen. Einstiegsgehalt ist auch nicht top, eher Durchschnitt. Mit entsprechenden Weiterbildungen (was der WP ist) und Karrierewillen kannst du genau so viel in der Industrie verdienen (wie der WP) mit vermutlich weniger Arbeitsaufwand.

Würde auch nicht nach Prestige gehen. Ich bspw (tätig in einer Bank) wusste nicht, dass der WP prestige hat...

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

Und wenn die Fachkräfte aus der Wirtschaftsprüfung "Belege" zu irgendwelchen automatisierten SAP-Standard-Buchungen erfragen?

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

Das sozial Prestige sehe ich ebenfalls nicht als übermäßig hoch an.

Wieso spät? Als Manager im zweiten Jahr liegt man bei PwC bei ~100k. Das ist eine Position die man nach 6 Jahren hat.

Bei den vor dir genannten Alternativen, arbeitet man aber auch mindestens >70h, teilweise auch eher >80h.
Als WP eher gute 50 im Jahresdurchschnitt.

Bin der Ex-Entwickler, heute Projektleiter von oben. Ja 100k nach gerade mal 6 Jahren wäre für viele Entwickler ein absolutes Top Gehalt!! das erreichen viele bis zum Karriereende nicht mal. Ich selbst habe das mal woanders geschrieben. Ich kenne da so einen Typ "Kevin", mittelmässige Realschule, mittelmässiges Fachabi, mittelmässiger BWL Bachelor an einer Dorf FH mit viel Auswendiglernen, kein super gutes wirtschaftswissenschaftliches Verständnis, aber jemand der "gut kann" mit den Leuten und sehr gut ist, im einfach stumpf Regeln anzuwenden. Er ist mit gerade mal um die 30 Manager und muss wohl 80-100k ca. verdienen. Das bekommt ein Entwickler nur bei den "Großen", wo es sehr schwer ist rein zu kommen. Normalo Entwickler kommt normalerweise kaum an solche Gehälter ran. Bei den WPs scheint es ja nicht so schwer zu sein. Dazu stell ich mir vor, ist Belege raussuchen lassen und prüfen doch deutlich weniger komplex, als z.B. komplexe IT Business Landschaften zu designen und zu programmieren. Auch ein Grund, warum ich kein Entwickler mehr bin. Selbst der Job als Projektleiter und Business Analyst ist weniger stressig, besser angesehen, weniger geistig fordernd und besser bezahlt.

antworten
WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

WiWi Gast schrieb am 30.01.2021:

Das sozial Prestige sehe ich ebenfalls nicht als übermäßig hoch an.

Wieso spät? Als Manager im zweiten Jahr liegt man bei PwC bei ~100k. Das ist eine Position die man nach 6 Jahren hat.

Bei den vor dir genannten Alternativen, arbeitet man aber auch mindestens >70h, teilweise auch eher >80h.
Als WP eher gute 50 im Jahresdurchschnitt.

Bin der Ex-Entwickler, heute Projektleiter von oben. Ja 100k nach gerade mal 6 Jahren wäre für viele Entwickler ein absolutes Top Gehalt!! das erreichen viele bis zum Karriereende nicht mal. Ich selbst habe das mal woanders geschrieben. Ich kenne da so einen Typ "Kevin", mittelmässige Realschule, mittelmässiges Fachabi, mittelmässiger BWL Bachelor an einer Dorf FH mit viel Auswendiglernen, kein super gutes wirtschaftswissenschaftliches Verständnis, aber jemand der "gut kann" mit den Leuten und sehr gut ist, im einfach stumpf Regeln anzuwenden. Er ist mit gerade mal um die 30 Manager und muss wohl 80-100k ca. verdienen. Das bekommt ein Entwickler nur bei den "Großen", wo es sehr schwer ist rein zu kommen. Normalo Entwickler kommt normalerweise kaum an solche Gehälter ran. Bei den WPs scheint es ja nicht so schwer zu sein. Dazu stell ich mir vor, ist Belege raussuchen lassen und prüfen doch deutlich weniger komplex, als z.B. komplexe IT Business Landschaften zu designen und zu programmieren. Auch ein Grund, warum ich kein Entwickler mehr bin. Selbst der Job als Projektleiter und Business Analyst ist weniger stressig, besser angesehen, weniger geistig fordernd und besser bezahlt.

Nicht böse gemeint aber man merkt, das du keine Vorstellung von dem Beruf eines WP hast... das ist schon ein anspruchsvoller Beruf.

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

Schon wieder du mit deinem Kevin, hast du eigentlich iwie Probleme mit deinem Selbstwertgefühl als dass du hier ständig die selbe Geschichte schreiben musst? Denk dir mal was neues aus.

WiWi Gast schrieb am 30.01.2021:

Das sozial Prestige sehe ich ebenfalls nicht als übermäßig hoch an.

Wieso spät? Als Manager im zweiten Jahr liegt man bei PwC bei ~100k. Das ist eine Position die man nach 6 Jahren hat.

Bei den vor dir genannten Alternativen, arbeitet man aber auch mindestens >70h, teilweise auch eher >80h.
Als WP eher gute 50 im Jahresdurchschnitt.

Bin der Ex-Entwickler, heute Projektleiter von oben. Ja 100k nach gerade mal 6 Jahren wäre für viele Entwickler ein absolutes Top Gehalt!! das erreichen viele bis zum Karriereende nicht mal. Ich selbst habe das mal woanders geschrieben. Ich kenne da so einen Typ "Kevin", mittelmässige Realschule, mittelmässiges Fachabi, mittelmässiger BWL Bachelor an einer Dorf FH mit viel Auswendiglernen, kein super gutes wirtschaftswissenschaftliches Verständnis, aber jemand der "gut kann" mit den Leuten und sehr gut ist, im einfach stumpf Regeln anzuwenden. Er ist mit gerade mal um die 30 Manager und muss wohl 80-100k ca. verdienen. Das bekommt ein Entwickler nur bei den "Großen", wo es sehr schwer ist rein zu kommen. Normalo Entwickler kommt normalerweise kaum an solche Gehälter ran. Bei den WPs scheint es ja nicht so schwer zu sein. Dazu stell ich mir vor, ist Belege raussuchen lassen und prüfen doch deutlich weniger komplex, als z.B. komplexe IT Business Landschaften zu designen und zu programmieren. Auch ein Grund, warum ich kein Entwickler mehr bin. Selbst der Job als Projektleiter und Business Analyst ist weniger stressig, besser angesehen, weniger geistig fordernd und besser bezahlt.

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

Themen die keine KI prüfen/ entscheiden kann sind z.B. der Umgang mit gesetzlichen Änderungen / Neuerungen. Bewusste (manuelle) Bilanzierungsentscheidungen bei denen der Mandant Rechnungslegungsnormen auslegt....
Themen z.B. ob der Ansatz/ Höhe bestimmter Rückstellungen (Restrukutrierungsrückstellungen...) zulässig ist, Goodwillimpairmenttests von CGUs.... wirst du nicht in einer KI abbilden können, zum einen weil die notwendigen Daten in der Regel gar nicht in der IT einfach verfügbar sind, zum anderen weil solche Auslegungsfragen immer eine Spannbreite an möglichen Ergebnissen haben, die auch im Gesamtkontext zu beurteilen sind (ISA540 als Stichwort).
KI lässt sich sehr gut bei Massentransaktionen / Daten anwenden, dort versucht man es ja auch schon einzuschätzen - Problem ist hier aber auch, dass viele Mandanten nicht daruaf vorbereitet sind, bzw. im regulierten Bereich viele Abfragen auch gar nicht zulassen / nur in Teilen

WiWi Gast schrieb am 30.01.2021:

Welche Themen kann eine KI nicht entscheiden?
Wenn deine Prüfer nach klaren Regeln handeln warum sollen die nicht auch von Algorithmen befolgt werden können?
Ich verstehe ja dass es komplex wird. Aber das sollte kein Hindernis sein?

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

Ich wollte mit diesem "Kevin" Beispiel nur mal einige entkräften, die meinen, ITler würden ja so leicht super Top Gehälter verdienen. In anderen Threads wurde ja mal behauptet, wie leicht doch Informatiker einfach bei FAANG anfangen und super Gehälter abstauben könnten. Für den Durchschnitt ist WP dann doch einfacher zu erreichen. Die Realität ist eher, dass viele studierte Informatiker im Mittelstand landen ohne Tarif und bei max. 60k vielleicht 70k landen, wenn überhaupt. Ab 45 gilt man dann oft schon als zu alt, mit 50 ist man für manche Arbeitgeber gar schon scheintot. Diese Probleme haben WPs nicht in der Form.

Selber sehe ich das mit KI und WP sehr skeptisch. Für Massendaten kann es durchaus unterstützend sein, aber für vieles nicht. Ausserdem ist so vieles gesetzlich geregelt, das wird aus juristischen Gründen gar nicht so leicht automatisierbar sein.

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

Wer denkt, dass sich WP nahezu ausschließlich mit Belegen herumschlagen, hat von diesem Beruf nicht ansatzweise eine Ahnung.

Und an den ITler von oben: Mein Job besteht u.a. AUCH darin, genau solche Prozesse, die Auswirkungen auf das Rechnungswesen haben, komplett aufzunehmen, Kontrollen und Schwachstellen zu identifizieren, diese Kontrollen zu prüfen und aufbauend auf diesen Erkenntnissen weitere Prüfungshandlungen durchzuführen. Wenn man einen Mandanten mit über 400 Mio (!) Journalzeilen prüft, geht das auch nicht anders.

PS: Die Digitalisierung kann die Arbeit eines WP niemals ersetzen, sondern allenfalls erleichtern. Dafür wäre ich auch äußerst dankbar.

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

Die ach so tolle KI kann noch nicht mal richtig Buchen, geschweige denn einen Berufsträger ersetzen.

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

WiWi Gast schrieb am 27.01.2021:

Heyho,

Bin Student und peile Wirtschaftsprüfung als Karriereziel an.
In letzter Zeit kam aber die Frage auf, ob man in diesem Job glücklich wird?

Auf der Pro Seite steht für mich folgendes:

  • sinnvolle Tätigkeit
  • hohes soziales Prestige
  • sicherer Job
  • hohes Gehalt

Contra:

  • immer skeptisch sein zu müssen -> negative Lebenseinstellung?
  • hoher Druck

Wär cool, wenn jemand der im Audit tätig ist oder jemanden kennt, hierzu von seinen Erfahrungen berichtet.

Habe selbst nur 6 Moante in der WP FS gearbeitet. Meine 60h Woche durchgezogen und das Team nicht im Stich gelassen. Leider sind die 5-6 Tage 10h Arbeit + Anfahrt nichts für mich. Wenn du keinen Wert auf Privatleben legst, beste Entscheidung. Du lernst sehr viel, hast sehr motiverte Kollegen und eine steile Karriere wenn du dich gut machst.

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

Wie wird sich den der Fachkraeftemangel auf die WP Branche durschlagen? Welche Auswirkungen hat es fuer WPs und moegliche Berufsanfanenger?

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

WiWi Gast schrieb am 28.05.2022:

Wie wird sich den der Fachkraeftemangel auf die WP Branche durschlagen? Welche Auswirkungen hat es fuer WPs und moegliche Berufsanfanenger?

Man kann da recht viel spekulieren.

Für die gesamte Branche ist mein Erwartung ist, die Honorare werden mittelfristig wieder steigen weil man sich nur noch die Aufträge annimmt die sich wirklich lohnen mit dem Personalstamm.

Im Hinblick auf die Tätigkeiten sieht man jetzt schon, dass an Technologien gearbeitet wird die Routinetätigkeiten übernehmen (z.B. Vergleich Rechnungsbeträeg mit Stichprobenbeträge...), man an Tools arbeitet um Massendaten besser analyiserne zu können.. -> bedeutet für Einsteiger das die stumpfen repetitiven Tätigkeiten weniger werden und mehr in Richtung Verständnis von Prozessen / Abläufen und auch mehr IT-Kompetenz verlangt wird. Insgesamt glaube ich wird das Anforderungsprofil höher werden, aber auch spannender für Einsteiger.

Ob das aber wirklich so kommt sieht man in 3-5 Jahren.

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

WiWi Gast schrieb am 29.01.2021:

"hohes soziales Prestige" - ich glaubs auch. Die Häkchenmacher haben definitiv kein Prestige, erst recht nicht nach den ständigen Skandalen. Vielleicht bei irgendwelchen Grundschullehramtmausis auf Tinder, die denken, dass du Restauranttester bist.

Danke für diesen Lacher, der war echt gut
In meiner Blase haben WP auch nicht mehr Prestige als jeder andere Akademikerjob.

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

Das positive am Wirtschaftsprüfer ist, gerade wenn man im Mittelstand unterwegs ist, ist dass man viele Jobs sieht, die man noch weniger gerne machen würde :D

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

ich kanns mir nicht so wirklich vorstellen um ehrlich zu sein. Arbeite bald seit 8 Monaten als Praktikant/Werkstudent bei einer Big4 und die Manager / Seniors knechten teilweise noch am Wochenende... Ob man da wirklich glücklich ist. I doubt it

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

Denke das ganze System funktioniert da man den Leuten etwas von Karriere und Partner Laufbahn erzaehlen kann. Glueklich sind dabei glaub nur die wenigsten. Gerade in Zeiten in denen die Karriere immer unattraktiver wird, die Gehealter trotz Inflation noch auf dem Niveau von 2010 stehen und es attraktive Einstiegsmoeglichkeiten in Konzernen gibt bekommt man einfach nicht mehr die Leute...

... und dann sitzt der SM am Wochenende im Office da er die Verantwortung traegt und weiter auf der Partner Laufbahn bleiben moechte.

antworten
WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

WiWi Gast schrieb am 31.05.2022:

Denke das ganze System funktioniert da man den Leuten etwas von Karriere und Partner Laufbahn erzaehlen kann. Glueklich sind dabei glaub nur die wenigsten. Gerade in Zeiten in denen die Karriere immer unattraktiver wird, die Gehealter trotz Inflation noch auf dem Niveau von 2010 stehen und es attraktive Einstiegsmoeglichkeiten in Konzernen gibt bekommt man einfach nicht mehr die Leute...

... und dann sitzt der SM am Wochenende im Office da er die Verantwortung traegt und weiter auf der Partner Laufbahn bleiben moechte.

Das ist letztendlich das Konzept von allen Kanzleien/UBs/WPs/IBs etc -> relativ planbare Karriere mit schnellen Aufstiegen um die Motivation trotz mieser W/L balance aufrecht zu erhalten. Sobald man auf einem Level stagniert, ist kaum jemand "glücklich", sondern sucht den Exit (obwohl ich tatsächlich Einzelfälle kenne, die z.B. auf SM Ebene langfristig geblieben sind).

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

WiWi Gast schrieb am 31.05.2022:

Denke das ganze System funktioniert da man den Leuten etwas von Karriere und Partner Laufbahn erzaehlen kann. Glueklich sind dabei glaub nur die wenigsten. Gerade in Zeiten in denen die Karriere immer unattraktiver wird, die Gehealter trotz Inflation noch auf dem Niveau von 2010 stehen und es attraktive Einstiegsmoeglichkeiten in Konzernen gibt bekommt man einfach nicht mehr die Leute...

... und dann sitzt der SM am Wochenende im Office da er die Verantwortung traegt und weiter auf der Partner Laufbahn bleiben moechte.

Stimme dir zu. Die wenigsten Leute sind WP aus intrinsischer Motivation, sondern weil sie Karriere = viel Geld machen wollen.

Die Laufbahn ist bei WP (und bei Beratern) noch am transparentesten von allen Berufen, die mir gerade einfallen. Daher ist es durchaus eine rationale Entscheidung, WP zu werden wenn man Karriere machen will.

Nur schaffen es auch hier wie von dir erwähnt die allerwenigsten, Partner zu werden. Die Frage ist nur, ob der große Rest dann glücklich ist mit dem Posten des Senior Associate oder wo man auch immer hängenbleibt.
Oder allgemeiner gesagt sollte man noch die Alternativen betrachten:

  • wie glücklich ist der angestellte Anwalt in einer kleinen Kanzlei, der es nicht zum Partner in der Großkanzlei geschafft hat
  • wie glücklich ist der Dr. habil. in einem Institut der es nie zum Prof. geschafft hat
  • wie glücklich ist der Berater, der es nie zum Partner in der Beratung geschafft hat
  • wie glücklich ist der angestellte Controller im Konzern, der es nie zum CFO oder auch nur Teamleiter geschafft hat

Man sollte sich wirklich Gedanken machen, was eigentlich passiert, wenn der eigene Lebensplan (in einigen Punkten zumindest) scheitern wird. Hat man sich dann selbst ins Aus manövriert oder ist man mit der "gescheiterten" Alternative eigentlich auch ganz glücklich.

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

Es gibt viele die auf dieser Ebene verweilen da die SM Gehälter durchaus sehr gut sein können und mit einem Exit nicht mehr erzielt werden.

Was ich bei den Big4 kritisch sehe sind die Einstiegsgehälter. Während du in Kanzleien, UB's, IB's wenigstens von Anfang an ordentlich Geld machst bekommst du als frischer WP mit 5 Jahren Erfahrung immer noch nicht die Gehälter der Analysten in den oben genannten Branchen.

Big4 als Ausbildung für die ersten 2-5 Jahre ist meiner Meinung nach wirklich top.
Langfristig jedoch keine Karriere die sich auszahlt (wenige Partner ausgenommen). Vor allem wenn man betrachtet wie viel Zeit man die ersten Jahre in die WP Prüfungen stecken muss.

Eine positive öffentliche Wahrnehmung ist nach den unzähligen Skandalen auch nicht mehr wirklich vorhanden. Schade meiner Meinung nach.

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

WiWi Gast schrieb am 31.05.2022:

Denke das ganze System funktioniert da man den Leuten etwas von Karriere und Partner Laufbahn erzaehlen kann. Glueklich sind dabei glaub nur die wenigsten. Gerade in Zeiten in denen die Karriere immer unattraktiver wird, die Gehealter trotz Inflation noch auf dem Niveau von 2010 stehen und es attraktive Einstiegsmoeglichkeiten in Konzernen gibt bekommt man einfach nicht mehr die Leute...

... und dann sitzt der SM am Wochenende im Office da er die Verantwortung traegt und weiter auf der Partner Laufbahn bleiben moechte.

Das ist letztendlich das Konzept von allen Kanzleien/UBs/WPs/IBs etc -> relativ planbare Karriere mit schnellen Aufstiegen um die Motivation trotz mieser W/L balance aufrecht zu erhalten. Sobald man auf einem Level stagniert, ist kaum jemand "glücklich", sondern sucht den Exit (obwohl ich tatsächlich Einzelfälle kenne, die z.B. auf SM Ebene langfristig geblieben sind).

Gilt das nur fuer die Big4 oder auch fuer kleinere Einheiten.

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

WiWi Gast schrieb am 31.05.2022:

Denke das ganze System funktioniert da man den Leuten etwas von Karriere und Partner Laufbahn erzaehlen kann. Glueklich sind dabei glaub nur die wenigsten. Gerade in Zeiten in denen die Karriere immer unattraktiver wird, die Gehealter trotz Inflation noch auf dem Niveau von 2010 stehen und es attraktive Einstiegsmoeglichkeiten in Konzernen gibt bekommt man einfach nicht mehr die Leute...

... und dann sitzt der SM am Wochenende im Office da er die Verantwortung traegt und weiter auf der Partner Laufbahn bleiben moechte.

Das ist letztendlich das Konzept von allen Kanzleien/UBs/WPs/IBs etc -> relativ planbare Karriere mit schnellen Aufstiegen um die Motivation trotz mieser W/L balance aufrecht zu erhalten. Sobald man auf einem Level stagniert, ist kaum jemand "glücklich", sondern sucht den Exit (obwohl ich tatsächlich Einzelfälle kenne, die z.B. auf SM Ebene langfristig geblieben sind).

Gilt das nur fuer die Big4 oder auch fuer kleinere Einheiten.

Das hat gar nichts mit dem Konzept oder Big4 zu tun sondern liegt vor allem an den Menschen die dort arbeiten. Niemand geht in die WP/Beratung ohne einen gewissen Ehrgeiz. Da ist es völlig egal ob der Typ im KMU, Konzern oder eben in der Beratung ist. Die Leute sind hungrig und wollen etwas erreichen. Logischerweise sind sie entsprechend frustriert wenn es dann nicht klappt.

Ich bin selbst Advisory Manager bei einer Big4 und natürlich wäre ich frustriert wenn es mit dem Senior Manager nicht klappt. In einem Konzern würde ich aber genauso ehrgeizig sein und Beförderungen suchen. Davon abgesehen ist der Job einfach interessanter als was mir ein Konzern bieten könnte. Sehe das jeden Tag bei meinen Kunden und ich würde mich von keinem einzigen abwerben lassen (auch nicht für 30k mehr pro Jahr..).

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

Ich glaube das Problem, dass der Fragesteller wie auch der der Großteil der User hier im Forum haben ist es, dass sie den StB/WP/(u.a. auch RA) mit normalen Jobs vergleichen. Das ist es eben nicht, 80%+ der StBs/WPs sind selbstständig und eben keine Angestellten. Die Mentalität ist einfach eine Ganz anderes. Des Weiteren ist man als StB/WP/RA eben Berater für Firmen und sitzt nicht häufig auch in diversen Aufsichtsratspositionen. Wer Unternehmertum, Firmen & Wirtschaft lebt und liebt, und vielleicht auch noch nicht ganz blöd in der Akquise neuer Mandate ist, der ist in diesen Berufsfeldern perfekt aufgehoben. Die meisten arbeiten auch nicht 60/70 Stunden die Woche, weil sie es müssten (kenne genug selbstständige Steuerberater, die max. 40 Stunden schieben), sondern weil der Beruf zum Hobby wird und da vermischt man halt Privates/Arbeit/Hobby usw. Kann der Coporate-Karrierist natürlich absolut nicht nachvollziehen, aber wie schon gesagt, andere Mentalität.

antworten
WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

Interessanter Blickwinkel.

Wie kommt man im mittelständischen Bereich am besten an AR Positionen? Das klingt mir nach einem langen Weg. Bin für Einblicke hierzu sehr dankbar.

WiWi Gast schrieb am 17.06.2022:

Ich glaube das Problem, dass der Fragesteller wie auch der der Großteil der User hier im Forum haben ist es, dass sie den StB/WP/(u.a. auch RA) mit normalen Jobs vergleichen. Das ist es eben nicht, 80%+ der StBs/WPs sind selbstständig und eben keine Angestellten. Die Mentalität ist einfach eine Ganz anderes. Des Weiteren ist man als StB/WP/RA eben Berater für Firmen und sitzt nicht häufig auch in diversen Aufsichtsratspositionen. Wer Unternehmertum, Firmen & Wirtschaft lebt und liebt, und vielleicht auch noch nicht ganz blöd in der Akquise neuer Mandate ist, der ist in diesen Berufsfeldern perfekt aufgehoben. Die meisten arbeiten auch nicht 60/70 Stunden die Woche, weil sie es müssten (kenne genug selbstständige Steuerberater, die max. 40 Stunden schieben), sondern weil der Beruf zum Hobby wird und da vermischt man halt Privates/Arbeit/Hobby usw. Kann der Coporate-Karrierist natürlich absolut nicht nachvollziehen, aber wie schon gesagt, andere Mentalität.

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

Das größte Problem für die Berufsgruppe wird aber tatsächlich die Digitalisierung sein, auch wenn das viele nicht hören wollen. Steuerberater oder WP bei den Big4 werden natürlich nicht aussterben, aber die kleinen Kanzleien werden es dann doch auf mittelfristige Sicht (20 Jahre) eher schwer haben, da viele Routinetätigkeiten wegfallen. Daher wird der Anteil der Selbständigen auf mittelfristige Sicht eher deutlich weniger werden. Aber abgesehen davon natürlich trotzdem ein sehr cooler und spannender Beruf.

WiWi Gast schrieb am 17.06.2022:

Ich glaube das Problem, dass der Fragesteller wie auch der der Großteil der User hier im Forum haben ist es, dass sie den StB/WP/(u.a. auch RA) mit normalen Jobs vergleichen. Das ist es eben nicht, 80%+ der StBs/WPs sind selbstständig und eben keine Angestellten. Die Mentalität ist einfach eine Ganz anderes. Des Weiteren ist man als StB/WP/RA eben Berater für Firmen und sitzt nicht häufig auch in diversen Aufsichtsratspositionen. Wer Unternehmertum, Firmen & Wirtschaft lebt und liebt, und vielleicht auch noch nicht ganz blöd in der Akquise neuer Mandate ist, der ist in diesen Berufsfeldern perfekt aufgehoben. Die meisten arbeiten auch nicht 60/70 Stunden die Woche, weil sie es müssten (kenne genug selbstständige Steuerberater, die max. 40 Stunden schieben), sondern weil der Beruf zum Hobby wird und da vermischt man halt Privates/Arbeit/Hobby usw. Kann der Coporate-Karrierist natürlich absolut nicht nachvollziehen, aber wie schon gesagt, andere Mentalität.

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

Hier haut halt leider die Angestellten-Mentalität durch von jemandem, der entweder noch nie Selbstständig war bzw. ein Unternehmen gegründet hat oder jemand der eine Kanzlei noch nie von innen gesehen hat (ich meins nicht böse ;D ).

Frage: Was verkaufen wir in der (mittelständischen) Steuerberatung? Beratung? FiBu? Nah? Kommst drauf?

Wir verkaufen in erster Linie Bequemlichkeit und Sicherheit. Nicht mehr und nicht weniger.

Weil der 08/15-Unternehmer sein Unternehmen führen will, sein Produkt oder was auch immer verkaufen möchte, und sich eben nicht mit der Buchhaltung und dem ganzen Zeug beschäftigen will, aber gesetzlich MUSS.

Erklär mir bitte, wie du deine Buchhaltung vollautomatisieren willst.

Solange keine Buchung ohne Beleg gilt und du die MwSt ziehen willst, musst du deine Buchhaltung in einer ganz bestimmten Form haben. Klar funktionieren Dinge wie z.B. Unternehmen Online von Datev immer besser, aber es muss immer irgend jemand den Beleg hochladen/kontieren/abgleichen.

Jetzt kann 1) der Unternehmer das selbst machen, 2) Er stellt jemanden dafür ein, der die Buchführung intern schon vorbereitet oder 3) er gibt es dem Steuerberater. So oder so.

Und vergessen wir nicht die ganzen steuerlichen Regelungen, wie innergemeinschaftlicher Erwerb, §13b UStG, usw. die man bei seiner Buchhaltung berücksichtigen muss.

In mittelständischen Kanzleien entfällt 90+% der Tätigkeit auf Gründungsbegleitung, FiBu und Jahresabschluss, Steuererklärungen und Prüfung der Steuerbescheide sowie Korrespondenz mit dem Finanzamt.

Könntest theoretisch auch alles selber machen, aber - hoffe du hast es noch nicht vergessen, wir verkaufen Bequemlichkeit und Sicherheit ;)

Da wird sich auch in 20 Jahren nichts daran ändern.

PS: Ja, intern werden die Prozesse besser/schneller und wir können über digitale Schnittstellen usw. mehr Mandate abarbeiten, unsere Rechnungen werden deshalb aber nicht niedriger ;D

WiWi Gast schrieb am 17.06.2022:

Das größte Problem für die Berufsgruppe wird aber tatsächlich die Digitalisierung sein, auch wenn das viele nicht hören wollen. Steuerberater oder WP bei den Big4 werden natürlich nicht aussterben, aber die kleinen Kanzleien werden es dann doch auf mittelfristige Sicht (20 Jahre) eher schwer haben, da viele Routinetätigkeiten wegfallen. Daher wird der Anteil der Selbständigen auf mittelfristige Sicht eher deutlich weniger werden. Aber abgesehen davon natürlich trotzdem ein sehr cooler und spannender Beruf.

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WiWi Gast

Sind Wirtschaftsprüfer glücklich?

Man kennt wen, der jemanden kennt...

Wie schon gesagt, ihr müsst euch als StB/WP/RA von dieser Schulmentalität lösen, wo man von der ersten in die zweite Klasse kommt usw. Das hat mit realer Wirtschaft absolut nichts zu tun. Ein langer Weg für was? Ich kenne z.B. einen Aufsichtsrat, der hockt im Prinzip als Stellvertreter für den Investor-/Haupteigentümer, weil er der Einzige ist, dem der Haupteigentümer vertraut. Und das ist auch der Hauptzweck eines Aufsichtsrats. Und nicht wie bei DAX-Konzernen, wo man irgendwelche Ex-Vorstände hin befördert, weil die internen Altersregeln umgangen werden sollten oder weil man irgendwelchem Politiker/Matchmaker noch nebenbei "legal" ein Euro zufließen lassen möchte.

WiWi Gast schrieb am 17.06.2022:

Interessanter Blickwinkel.

Wie kommt man im mittelständischen Bereich am besten an AR Positionen? Das klingt mir nach einem langen Weg. Bin für Einblicke hierzu sehr dankbar.

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