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Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

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WiWi Gast

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

Hallo zusammen,

ich bin Medizinstudent, werde das Studium im Herbst 2021 abschließen, und erwäge, mich in den großen Unternehmensberatungen zu bewerben. Dabei stellt sich mir die Frage nach der langfristigen Karriere- und Gehaltsentwicklung.

Während die Beiträge hier im Forum sowohl die Themen "Einstieg in die UB als Arzt" (möglich) als auch "Exit allgemein" abdecken, bin ich zu meiner eigentlichen Frage - nämlich wie sich die Karriereentwicklung für Ärzte nach 3 - 8 Jahren in der Beratung darstellt - nicht fündig geworden.

Ich kenne zwei Studienfreunde von mir, die vor Kurzem diesen Schritt gewagt haben, und habe dadurch ein sehr gutes Bild von den Gehältern, die am Anfang der UB-Karriere stehen, sofern man mit Promotion einsteigt. Da ich aus einer Ärztefamilie komme bin ich mir auch über die Gehaltsentwicklung in der Medizin sehr gut im Klaren (und kann über die Phantasiezahlen, die hier teilweise gepostet werden, nur staunen). Zusammengefasst kann man sagen, dass ich das Gehalt, das ich am Anfang bei "MBB" bekäme, in der Medizin erst nach 5 - 10 Jahren harter Arbeit erreichen würde (je nach Fach, Haus und Glück). Auch der Weg in die Niederlassung ist erst nach einigen Jahren wirklich lukrativ, weil die Übernahme einer gutlaufenden Praxis gerne mal einen mittleren sechsstelligen Betrag kosten kann, wobei die Niederlassung aufgrund unseres planwirtschaftlichen Gesundheitssystems (Stichwort Kassensitze) stark reglementiert ist.

Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es einem als Arzt stets "gut" gehen wird. In der Unternehmensberatung scheint hingegen rigoroses Up-or-out zu herrschen, weswegen man eigentlich nicht damit rechnen kann, dass man in diesem Job länger als 3 - 5 Jahren bleiben kann. Wenn man hier im Forum schaut bekommt man den Eindruck, gute Exits seien sehr schwer bzw. deutlich schwerer geworden. Teilweise ist von Gehaltseinbußen von 30-40% die Rede, manch einer behauptet, nach mehreren Jahren in den großen Beratungen käme man anderswo auf ein Gehalt von gerade einmal 60-90 TEUR pro Jahr.

Deshalb die Quintessenz: Wie verhält sich das bei studierten Medizinern/Ärzten? Wie sehen da die Exitoptionen aus? Was machen eurer Erfahrung nach die Ärzte, die einige Jahre in der Unternehmensberatung gearbeitet haben, danach?

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WiWi Gast

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

Puh also als Arzt steht man da meistens im UB etwas blöder da, als die Kommilitonen. Dein einziger sinnvoller Exit ist die Industrie(Pharma), alles andere lohnt sich nicht. Wenn du wieder in der Klinik den Exit suchst nach 5 Jahren musst du als Assi starten während deine Kollegen bereits den Facharzt haben. Hast dann quasi einfach 5 Jahre Verlust. m.M.n lohnt sich UB nur für einen Mediziner, wenn man da auch bleiben will.
Grüße,
ein anderer Medi

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WiWi Gast

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

WiWi Gast schrieb am 02.12.2020:

Hallo zusammen,

ich bin Medizinstudent, werde das Studium im Herbst 2021 abschließen, und erwäge, mich in den großen Unternehmensberatungen zu bewerben. Dabei stellt sich mir die Frage nach der langfristigen Karriere- und Gehaltsentwicklung.

Während die Beiträge hier im Forum sowohl die Themen "Einstieg in die UB als Arzt" (möglich) als auch "Exit allgemein" abdecken, bin ich zu meiner eigentlichen Frage - nämlich wie sich die Karriereentwicklung für Ärzte nach 3 - 8 Jahren in der Beratung darstellt - nicht fündig geworden.

Ich kenne zwei Studienfreunde von mir, die vor Kurzem diesen Schritt gewagt haben, und habe dadurch ein sehr gutes Bild von den Gehältern, die am Anfang der UB-Karriere stehen, sofern man mit Promotion einsteigt. Da ich aus einer Ärztefamilie komme bin ich mir auch über die Gehaltsentwicklung in der Medizin sehr gut im Klaren (und kann über die Phantasiezahlen, die hier teilweise gepostet werden, nur staunen). Zusammengefasst kann man sagen, dass ich das Gehalt, das ich am Anfang bei "MBB" bekäme, in der Medizin erst nach 5 - 10 Jahren harter Arbeit erreichen würde (je nach Fach, Haus und Glück). Auch der Weg in die Niederlassung ist erst nach einigen Jahren wirklich lukrativ, weil die Übernahme einer gutlaufenden Praxis gerne mal einen mittleren sechsstelligen Betrag kosten kann, wobei die Niederlassung aufgrund unseres planwirtschaftlichen Gesundheitssystems (Stichwort Kassensitze) stark reglementiert ist.

Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es einem als Arzt stets "gut" gehen wird. In der Unternehmensberatung scheint hingegen rigoroses Up-or-out zu herrschen, weswegen man eigentlich nicht damit rechnen kann, dass man in diesem Job länger als 3 - 5 Jahren bleiben kann. Wenn man hier im Forum schaut bekommt man den Eindruck, gute Exits seien sehr schwer bzw. deutlich schwerer geworden. Teilweise ist von Gehaltseinbußen von 30-40% die Rede, manch einer behauptet, nach mehreren Jahren in den großen Beratungen käme man anderswo auf ein Gehalt von gerade einmal 60-90 TEUR pro Jahr.

Deshalb die Quintessenz: Wie verhält sich das bei studierten Medizinern/Ärzten? Wie sehen da die Exitoptionen aus? Was machen eurer Erfahrung nach die Ärzte, die einige Jahre in der Unternehmensberatung gearbeitet haben, danach?

Werde Arzt, du hast den Staat/ mich eine Viertelmillionen gekostet und mMn auch eine gewisse Verpflichtung der Gesellschaft gegenüber.

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DerMediziner

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

WiWi Gast schrieb am 03.12.2020:

Puh also als Arzt steht man da meistens im UB etwas blöder da, als die Kommilitonen. Dein einziger sinnvoller Exit ist die Industrie(Pharma), alles andere lohnt sich nicht. Wenn du wieder in der Klinik den Exit suchst nach 5 Jahren musst du als Assi starten während deine Kollegen bereits den Facharzt haben. Hast dann quasi einfach 5 Jahre Verlust. m.M.n lohnt sich UB nur für einen Mediziner, wenn man da auch bleiben will.
Grüße,
ein anderer Medi

Richtig, das ist das Problem.
Nur gibt es halt in der Beratung ein rigoroses Up-or-out. Und da habe ich dann schon die Befürchtung, dass man nach 5 Jahren die nächste Beförderung nicht packt und dann "auf der Straße steht" und gesenkten Hauptes in die Medizin zurückkehren - wo man dann mit Anfang - Mitte 30 seinen Facharzt anfangen darf, mit allen unangenehmen Begleiterscheinungen, wie Gehaltseinbruch und der Tatsache, dass man sich eine ordentliche Karriere in der Medizin verbaut hat.

Wenn man bedenkt, dass 4/5 Beratern auf dem Weg nach "oben" die Kündigung nahelegt wird - die Tätigkeit eines Partners erfordert ja auch nochmal ein gänzlich anderes Skillset - klingt der Schritt in die Beratung nach einer ziemlich dummen Idee.

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WiWi Gast

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

Werde Arzt, du hast den Staat/ mich eine Viertelmillionen gekostet und mMn auch eine gewisse Verpflichtung der Gesellschaft gegenüber.

+1
Studier BWL oder Medtech oder sonst was aber nicht Medizin wenn du sowieso in die UB willst

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WiWi Gast

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

Werde Arzt, du hast den Staat/ mich eine Viertelmillionen gekostet und mMn auch eine gewisse Verpflichtung der Gesellschaft gegenüber.

+1 Mediziner in der UB sind eine Verschwendung

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WiWi Gast

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

Für mich wäre die Frage weshalb die UB willst? Bzw. warum möchtest du kein Arzt sein?
UB ist für die meisten nicht das Ende der Reise sondern, so ähnlich wie die Facharztausbildung eine Durchgangsstation. Die meisten bleiben selten langfristig in der UB. Daher würde ich mich an deiner Stelle Frage was du langfristig machen willst.
Ich glaube der Vorschlag Pharma ist sicherlich interessant. Oder by the way: Rückversicherer suchen auch immer wieder Mediziner. Langfristig wird du glaube ich aber eher mit Medizin mehr verdienen.

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WiWi Gast

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

WiWi Gast schrieb am 03.12.2020:

WiWi Gast schrieb am 02.12.2020:

Hallo zusammen,

ich bin Medizinstudent, werde das Studium im Herbst 2021 abschließen, und erwäge, mich in den großen Unternehmensberatungen zu bewerben. Dabei stellt sich mir die Frage nach der langfristigen Karriere- und Gehaltsentwicklung.

Während die Beiträge hier im Forum sowohl die Themen "Einstieg in die UB als Arzt" (möglich) als auch "Exit allgemein" abdecken, bin ich zu meiner eigentlichen Frage - nämlich wie sich die Karriereentwicklung für Ärzte nach 3 - 8 Jahren in der Beratung darstellt - nicht fündig geworden.

Ich kenne zwei Studienfreunde von mir, die vor Kurzem diesen Schritt gewagt haben, und habe dadurch ein sehr gutes Bild von den Gehältern, die am Anfang der UB-Karriere stehen, sofern man mit Promotion einsteigt. Da ich aus einer Ärztefamilie komme bin ich mir auch über die Gehaltsentwicklung in der Medizin sehr gut im Klaren (und kann über die Phantasiezahlen, die hier teilweise gepostet werden, nur staunen). Zusammengefasst kann man sagen, dass ich das Gehalt, das ich am Anfang bei "MBB" bekäme, in der Medizin erst nach 5 - 10 Jahren harter Arbeit erreichen würde (je nach Fach, Haus und Glück). Auch der Weg in die Niederlassung ist erst nach einigen Jahren wirklich lukrativ, weil die Übernahme einer gutlaufenden Praxis gerne mal einen mittleren sechsstelligen Betrag kosten kann, wobei die Niederlassung aufgrund unseres planwirtschaftlichen Gesundheitssystems (Stichwort Kassensitze) stark reglementiert ist.

Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es einem als Arzt stets "gut" gehen wird. In der Unternehmensberatung scheint hingegen rigoroses Up-or-out zu herrschen, weswegen man eigentlich nicht damit rechnen kann, dass man in diesem Job länger als 3 - 5 Jahren bleiben kann. Wenn man hier im Forum schaut bekommt man den Eindruck, gute Exits seien sehr schwer bzw. deutlich schwerer geworden. Teilweise ist von Gehaltseinbußen von 30-40% die Rede, manch einer behauptet, nach mehreren Jahren in den großen Beratungen käme man anderswo auf ein Gehalt von gerade einmal 60-90 TEUR pro Jahr.

Deshalb die Quintessenz: Wie verhält sich das bei studierten Medizinern/Ärzten? Wie sehen da die Exitoptionen aus? Was machen eurer Erfahrung nach die Ärzte, die einige Jahre in der Unternehmensberatung gearbeitet haben, danach?

Werde Arzt, du hast den Staat/ mich eine Viertelmillionen gekostet und mMn auch eine gewisse Verpflichtung der Gesellschaft gegenüber.

Genau, damit er sein Leben lang unglücklich (und damit u.U. schlecht) praktizier, weil ihm sein Job nichts gibt.
Super Einstellung. Es gibt bereits genug verbitterte Ärzte, bei denen ich mich als Patient nicht ernst genommen fühle. Wir brauchen nicht noch mehr davon.

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WiWi Gast

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

Werde nicht Arzt, wer lieber in die UB will soll bloß von Patienten weg bleiben.

Eine UB kann dich nur brauchen, wenn sie Kunden aus dem Medinzinbereich haben. Da sind das medizinisches Wissen (und manchmal auch nur die Approbation) wichtig. Als Brain oder zum Datensammeln brauchen sie dich nicht, dafür gibt es BWLer. Also solltest du gezielt nach einer UB mit Fokus auf die Medizinbranche suchen, oder zumindest schauen, welche Gesellschaft die großen Kunden dort hat.

Was das Bashing mit dem Medigehältern soll weiß ich jetzt zwar nicht, Aber zu meiner zeit waren die Einstiegsgehälter für Newbies in den meisten UBs nicht so üppig, dass die Medis dagegen schlechter aussahen.

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WiWi Gast

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

Ich bin ja wirklich ein liberaler Mensch, aber Menschen, die ihre kostenlose (!) Ausbildung zum Arzt so verschwenden, sollten mMn ihre Studienkosten an den Staat zurückzahlen. Die Gesellschaft investiert in euch, damit ihr anderen Menschen helft! Wofür gibt es den hippokratischen Eid? Und jetzt komm mir nicht mit "ich helfe Menschen als UB", das wäre die Krönung der Farce.

  • Grüße, ein T2 Berater
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WiWi Gast

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

Muss sagen, sehr reflektierter Beitrag, aber muss mich auch meinen Vorrednern anschließen. Wenn schon nicht Arzt, dann wenigstens Pharmaforschung etc. Da hast du dein Business und die notwendigen Kenntnisse.

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WiWi Gast

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

WiWi Gast schrieb am 03.12.2020:

Ich bin ja wirklich ein liberaler Mensch, aber Menschen, die ihre kostenlose (!) Ausbildung zum Arzt so verschwenden, sollten mMn ihre Studienkosten an den Staat zurückzahlen. Die Gesellschaft investiert in euch, damit ihr anderen Menschen helft! Wofür gibt es den hippokratischen Eid? Und jetzt komm mir nicht mit "ich helfe Menschen als UB", das wäre die Krönung der Farce.

  • Grüße, ein T2 Berater

+100

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WiWi Gast

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

Genau, damit er sein Leben lang unglücklich (und damit u.U. schlecht) praktizier, weil ihm sein Job nichts gibt.
Super Einstellung. Es gibt bereits genug verbitterte Ärzte, bei denen ich mich als Patient nicht ernst genommen fühle. Wir brauchen nicht noch mehr davon.

Dann soll er sein Medizinstudium lieber abbrechen und was anderes studieren

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DerMediziner

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

WiWi Gast schrieb am 03.12.2020:

Für mich wäre die Frage weshalb die UB willst? Bzw. warum möchtest du kein Arzt sein?
UB ist für die meisten nicht das Ende der Reise sondern, so ähnlich wie die Facharztausbildung eine Durchgangsstation. Die meisten bleiben selten langfristig in der UB. Daher würde ich mich an deiner Stelle Frage was du langfristig machen willst.
Ich glaube der Vorschlag Pharma ist sicherlich interessant. Oder by the way: Rückversicherer suchen auch immer wieder Mediziner. Langfristig wird du glaube ich aber eher mit Medizin mehr verdienen.

Warum ich in die UB will:
Pushfaktoren:

  • Die Arbeitsbedingungen in der Medizin, insbesondere in Deutschland, sind katastrophal. Redet mal mit einem Assistenzarzt in der Uniklinik oder auch einem kommunalen Haus. Praktisch alle Mediziner, die ich kenne, und die seit einigen Jahren als Ärzte arbeiten, hassen ihren Job.
  • Die Arbeitsbelastung in der Medizin steht, mit Nacht- und Wochenenddiensten, in keinem Verhältnis zur Vergütung, vor allem nicht als Assistenzarzt. 3000 - 4000€ netto für eine 60-70h-Woche?
  • Die Tätigkeit eines Assistenzarztes ist extrem routinelastig und besteht mehrheitlich aus Aufgaben, die auch ArzthelferInnen etc. erledigen könnten. Die wenigsten Ärzte ziehen Befriedigung aus ihrer Arbeit. Man "hilft" nicht "Menschen", sondern schreibt Arztbriefe. Als Oberarzt korrigiert man sie dann.
  • Man ist extrem unflexibel. Als Assistenzarzt kann man kaum die Klinik wechseln, wenn man fortscht (weil dann die eigene Forschung und irgendwann auch mal erworbene Drittmittel flöten gehen). Man ist entsprechend stark auf das Gutdünken des eigenen Chefs angewiesen. Ich habe in mehreren Beispielen mitbekommen, wie motivierte, kompetente Leute auf dem Abstellgleis gelandet sind, weil ihr Chef sie nicht leiden konnte.
  • Wichtigster Punkt: Die Ökonomisierung hat inzwischen Ausmaße angenommen, die nur noch unethisch sind. Damit meine ich nicht einmal, dass Behandlungen verweigert werden, sondern, dass welche durchgeführt werden, obwohl sie eigentlich nicht indiziert sind, damit das Krankenhaus (mehr) Kohle bekommt. Auch das nimmt dem Job viel von seinem Zauber. Wenn ich wirklich das Gefühl hätte, mit meiner Tätigkeit positiv etwas bewirken zu können, würde ich den Rest ja auf mich nehmen. So stellt sich halt die Frage: Wofür?
  • Die "Durchgangsstation" Assistenzarzt dauert extrem lange. Danach kommen meist noch einige undankbare Jahre als Facharzt oder Funktionsoberarzt. Im Prinzip hätte ich dann noch einmal eine gut zehnjährige Durststrecke vor mir. Alle o.g. Faktoren (Inhalt der Arbeit, Zielsetzung der Arbeit, Perspektive, Arbeitsbedingungen, Vergütung) sprechen gegen diesen Job. Die Frage ist: Was kommt langfristig?

Pullfaktoren:

  • Aufstiegschancen (? --> darum dreht sich dieser Thread)
  • Inhalt der Arbeit (kann ich bisher nur abstrakt beurteilen)

Als Unternehmensberater würde ich auf einen Schlag so viel verdienen wie ein Oberarzt, hätte vermutlich bessere Rahmenbedingungen bei der Arbeit, würde vielleicht etwas mehr arbeiten, aber dafür wären diese Arbeitszeiten wesentlich regelmäßiger (Wechselschicht in Notaufnahme und auf Intensivstation macht keinen Spaß). Außerdem kann ich mir vorstellen, dass der Job spannender ist.

Aber dennoch, eine Karriere muss geplant sein. Auch der Arztberuf hat seine positiven Seiten, auch wenn die sich vor allem in der langfristigen Perspektive auftun. Und mein Eindruck ist halt auch, dass in der UB die Leute verheizt werden, und dann, einfach aufgrund der Beraterflut, kaum noch geeignete Jobs in der Wirtschaft finden. Als Mediziner verschärft sich dieses Problem: Ich kann ja nicht zu einem Automobilzulieferer gehen. Als Facharzt hat man hingegen immer irgendeine gute Option.

Also, was könnte ich, als studierter Mediziner, nach 3 - 5 Jahren Unternehmensberatung machen: Pharma? Biotech-Fonds? Versicherungen (das ist doch aber auch eher langweilig)?

Übrigens: Durch 7,5 Jahre Studium (mit aufwändigerer Dissertation = unbezahlte, jahrelange Laborarbeit) hatte ich enorme Opportunitätskosten. Hinzu kommt die unbezahlte Arbeit in den Pflichtpraktika; bis September/Oktober 2021 habe ich 40h-Wochen mit einem Stundenlohn von 1,50€. Ich verstehe die Problematik, dass ein Medizinstudium teuer ist, und dass erwartet wird, dass man Dinge "zurückgibt". Aber es ist nicht ganz so einseitig, wie ihr das darstellt, ist es halt doch auch nicht.

antworten
WiWi Gast

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

Arzt sollte nur werden, wer auch wirklich Menschen (medizinisch) helfen will.

Die Medizinstudienplätze sind sau teuer und sehr begehrt. Wer von vorne herein nicht im Gesundheitssektor arbeiten will, der soll es einfach sein lassen und seinem Platz jemand sinnvollerem überlassen.
Wir haben nun mal einen krassen Ärztemangel in Deutschland mit schweren Folgen für die Gesellschaft.

Ich finde auch, wenn die Gesellschaft einem die enormen Ausbildungskosten bezahlt (und das tut sie an einer staatlichen Uni nun mal) dann sollte es da auch eine (gesetzliche) Verpflichtung geben, X Jahre in Deutschland medizinisch zu praktizieren.
Aber das ist ja ohnehin ein internationaler Trend. Nach Deutschland kommen und das günstige/gratis Studium mitnehmen und dann in ein anderes Land gehen.

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WiWi Gast

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

Ich verstehe nicht warum man Arzt werden will, aber unbedingt in die UB möchte.
Ich Studiere doch auch nicht soziale Arbeit mit dem Ziel ins Consulting einzusteigen.
Diese Berufswahl ist doch bewusst und aus Überzeugung ein Mehrwert gegenüber der Gesellschaft zu leisten.

Dann studiere doch bitte direkt Pharmazie und bewerbe dich bei UB mit Schwerpunkt Pharma Branche.

antworten
WiWi Gast

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

Ich weiss gar nicht, ob das Medizinstudium so teuer ist, wie immer erzählt wird. Die Kosten werden von Medizinern berechnet, die daran interessiert sind, keine neuen Studienplätze zu schaffen. Die Kosten sind natürlich relativ hoch, aber nicht so hoch, wie dargestellt und man könnte sie auch erheblich senken. Im Studium Biochemie kostet teilweise ein Experiment mit einem Enzym für 5 Studenten auch schnell mal 1000 Euro und ist in 5 Minuten vorbei. Rückversicherer suchen fertige Fachärzte für Gutachten auf dem jeweiligen Gebiet, keine Medizinabsolventen. In der Pharmaindustrie verdienst du mehr als fertiger Facharzt.

WiWi Gast schrieb am 03.12.2020:

Ich bin ja wirklich ein liberaler Mensch, aber Menschen, die ihre kostenlose (!) Ausbildung zum Arzt so verschwenden, sollten mMn ihre Studienkosten an den Staat zurückzahlen. Die Gesellschaft investiert in euch, damit ihr anderen Menschen helft! Wofür gibt es den hippokratischen Eid? Und jetzt komm mir nicht mit "ich helfe Menschen als UB", das wäre die Krönung der Farce.

  • Grüße, ein T2 Berater
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WiWi Gast

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

Es kann euch doch egal sein, wo er seine Viertelmillionen-Ausbildung hinstecken will.
Das geht wirklich niemanden etwas an.

Hab dasselbe durchgemacht und fühle mich überhaupt nicht schlecht, weil ich nicht praktiziere.
Jedoch bin ich Facharzt geworden und habe dann aufgehört in der Medizin zu arbeiten.

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WiWi Gast

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

Alles möglich, siehe Dibelius, der erst an der Uniklinik Freiburg als Chirurg gearbeitet hat und dann eine unglaubliche Karriere in der Wirtschaft....

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WiWi Gast

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

Laut Spiegel-Artikel kostet ein Medizin-Student die Uni im Jahr etwa 31 TEUR, ein durchschnittlicher Student nur 10 TEUR. Also doch, Medizinstudenten sind extrem teuer (was man als Steuerzahler natürlich gerne zahlt ... wenn die dann auch etwas vernünftiges damit machen).

WiWi Gast schrieb am 03.12.2020:

Ich weiss gar nicht, ob das Medizinstudium so teuer ist, wie immer erzählt wird. Die Kosten werden von Medizinern berechnet, die daran interessiert sind, keine neuen Studienplätze zu schaffen. Die Kosten sind natürlich relativ hoch, aber nicht so hoch, wie dargestellt und man könnte sie auch erheblich senken. Im Studium Biochemie kostet teilweise ein Experiment mit einem Enzym für 5 Studenten auch schnell mal 1000 Euro und ist in 5 Minuten vorbei. Rückversicherer suchen fertige Fachärzte für Gutachten auf dem jeweiligen Gebiet, keine Medizinabsolventen. In der Pharmaindustrie verdienst du mehr als fertiger Facharzt.

WiWi Gast schrieb am 03.12.2020:

Ich bin ja wirklich ein liberaler Mensch, aber Menschen, die ihre kostenlose (!) Ausbildung zum Arzt so verschwenden, sollten mMn ihre Studienkosten an den Staat zurückzahlen. Die Gesellschaft investiert in euch, damit ihr anderen Menschen helft! Wofür gibt es den hippokratischen Eid? Und jetzt komm mir nicht mit "ich helfe Menschen als UB", das wäre die Krönung der Farce.

  • Grüße, ein T2 Berater
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DerMediziner

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

WiWi Gast schrieb am 03.12.2020:

Ich verstehe nicht warum man Arzt werden will, aber unbedingt in die UB möchte.
Ich Studiere doch auch nicht soziale Arbeit mit dem Ziel ins Consulting einzusteigen.
Diese Berufswahl ist doch bewusst und aus Überzeugung ein Mehrwert gegenüber der Gesellschaft zu leisten.

Dann studiere doch bitte direkt Pharmazie und bewerbe dich bei UB mit Schwerpunkt Pharma Branche.

Es soll vorkommen, dass sich Zielsetzungen und Einschätzungen im Laufe des Studiums ändern. Ich habe 2014 mit dem Studium begonnen.

Zum Thema "Kosten eines Medizinstudiums": Mir ist schleierhaft, warum mein Studium so teuer gewesen sein soll. Ich würde vermuten, dass, spätestens ab dem klinischen Studienabschnitt, ein Großteil der Kosten als "Opportunitätskosten" der für die Lehre abgestellten Ärzte zurückzuführen ist (wobei das auch ein Witz ist, wenn man weiß, wie diese Lehre erfolgt). In jedem Fall widerspreche ich aber eurer Haltung, dass ich mit Antritt meines Medizinstudiums eine Art moralischer Sklaverei eingegangen bin, die mich, trotz der widrigen Bedingungen, an den Arztberuf fesselt.

Aber dennoch, die Quintessenz meines Beitrages bestätigt sich ja in diesem Thread: Man hat als Arzt in der Beratung keine wirklich gute Exitoption und kann eigentlich sinnvoll nur wieder "auf Los" gehen, wenn sich irgendwann der Daumen der Personalabteilung über einem senkt.

Dennoch würde mich immernoch sehr interessieren, ob hier jemand aus erster oder zweiter Hand erzählen kann, was für Exits Mediziner in der Beratung so hingelegt haben.

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WiWi Gast

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

DerMediziner schrieb am 03.12.2020:

Warum ich in die UB will:
Pushfaktoren:

  • Die Arbeitsbedingungen in der Medizin, insbesondere in Deutschland, sind katastrophal. Redet mal mit einem Assistenzarzt in der Uniklinik oder auch einem kommunalen Haus. Praktisch alle Mediziner, die ich kenne, und die seit einigen Jahren als Ärzte arbeiten, hassen ihren Job.
  • Die Arbeitsbelastung in der Medizin steht, mit Nacht- und Wochenenddiensten, in keinem Verhältnis zur Vergütung, vor allem nicht als Assistenzarzt. 3000 - 4000€ netto für eine 60-70h-Woche?
  • Die Tätigkeit eines Assistenzarztes ist extrem routinelastig und besteht mehrheitlich aus Aufgaben, die auch ArzthelferInnen etc. erledigen könnten. Die wenigsten Ärzte ziehen Befriedigung aus ihrer Arbeit. Man "hilft" nicht "Menschen", sondern schreibt Arztbriefe. Als Oberarzt korrigiert man sie dann.
  • Man ist extrem unflexibel. Als Assistenzarzt kann man kaum die Klinik wechseln, wenn man fortscht (weil dann die eigene Forschung und irgendwann auch mal erworbene Drittmittel flöten gehen). Man ist entsprechend stark auf das Gutdünken des eigenen Chefs angewiesen. Ich habe in mehreren Beispielen mitbekommen, wie motivierte, kompetente Leute auf dem Abstellgleis gelandet sind, weil ihr Chef sie nicht leiden konnte.
  • Wichtigster Punkt: Die Ökonomisierung hat inzwischen Ausmaße angenommen, die nur noch unethisch sind. Damit meine ich nicht einmal, dass Behandlungen verweigert werden, sondern, dass welche durchgeführt werden, obwohl sie eigentlich nicht indiziert sind, damit das Krankenhaus (mehr) Kohle bekommt. Auch das nimmt dem Job viel von seinem Zauber. Wenn ich wirklich das Gefühl hätte, mit meiner Tätigkeit positiv etwas bewirken zu können, würde ich den Rest ja auf mich nehmen. So stellt sich halt die Frage: Wofür?
  • Die "Durchgangsstation" Assistenzarzt dauert extrem lange. Danach kommen meist noch einige undankbare Jahre als Facharzt oder Funktionsoberarzt. Im Prinzip hätte ich dann noch einmal eine gut zehnjährige Durststrecke vor mir. Alle o.g. Faktoren (Inhalt der Arbeit, Zielsetzung der Arbeit, Perspektive, Arbeitsbedingungen, Vergütung) sprechen gegen diesen Job. Die Frage ist: Was kommt langfristig?

Pullfaktoren:

  • Aufstiegschancen (? --> darum dreht sich dieser Thread)
  • Inhalt der Arbeit (kann ich bisher nur abstrakt beurteilen)

Als Unternehmensberater würde ich auf einen Schlag so viel verdienen wie ein Oberarzt, hätte vermutlich bessere Rahmenbedingungen bei der Arbeit, würde vielleicht etwas mehr arbeiten, aber dafür wären diese Arbeitszeiten wesentlich regelmäßiger (Wechselschicht in Notaufnahme und auf Intensivstation macht keinen Spaß). Außerdem kann ich mir vorstellen, dass der Job spannender ist.

Aber dennoch, eine Karriere muss geplant sein. Auch der Arztberuf hat seine positiven Seiten, auch wenn die sich vor allem in der langfristigen Perspektive auftun. Und mein Eindruck ist halt auch, dass in der UB die Leute verheizt werden, und dann, einfach aufgrund der Beraterflut, kaum noch geeignete Jobs in der Wirtschaft finden. Als Mediziner verschärft sich dieses Problem: Ich kann ja nicht zu einem Automobilzulieferer gehen. Als Facharzt hat man hingegen immer irgendeine gute Option.

Also, was könnte ich, als studierter Mediziner, nach 3 - 5 Jahren Unternehmensberatung machen: Pharma? Biotech-Fonds? Versicherungen (das ist doch aber auch eher langweilig)?

Übrigens: Durch 7,5 Jahre Studium (mit aufwändigerer Dissertation = unbezahlte, jahrelange Laborarbeit) hatte ich enorme Opportunitätskosten. Hinzu kommt die unbezahlte Arbeit in den Pflichtpraktika; bis September/Oktober 2021 habe ich 40h-Wochen mit einem Stundenlohn von 1,50€. Ich verstehe die Problematik, dass ein Medizinstudium teuer ist, und dass erwartet wird, dass man Dinge "zurückgibt". Aber es ist nicht ganz so einseitig, wie ihr das darstellt, ist es halt doch auch nicht.

Was denkst du denn, was du in der UB verdienst? :D Richtig, 3000-4000€ netto für minimum (!) 60-70 Stunden Arbeit.

antworten
DerMediziner

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

WiWi Gast schrieb am 03.12.2020:

Es kann euch doch egal sein, wo er seine Viertelmillionen-Ausbildung hinstecken will.
Das geht wirklich niemanden etwas an.

Hab dasselbe durchgemacht und fühle mich überhaupt nicht schlecht, weil ich nicht praktiziere.
Jedoch bin ich Facharzt geworden und habe dann aufgehört in der Medizin zu arbeiten.

Danke dir. Wie ist denn deine Einschätzung? Würdest du den Facharzt nochmal machen?
Siehst du für Mediziner in der Beratung eine langfristige Perspektive?

Zum Beispiel könnte ich mir - rein hypothetisch - vorstellen, dass Mediziner für bestimmte Projekte im Health-Care-Bereich so wichtig sind, dass man eher versucht, sie zu halten, als sie rauszuwerfen.

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WiWi Gast

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

Hier ein Leser:
bevor die Diskussion in Arzt-UB-Kritisierung und Rechtfertigung abdriftet möchte ich bitten beim Thema zu bleiben. Nur so nebenbei, ein Herzspezialist wurde mal zum McKinsey Deutschlandchef ernannt.
In der UB bist du trotz deines Studiums einfach nur Consultant und kämpfst um den Aufstieg wie alle anderen. Daher stellst du dich eine Stufe mit deinem vermutlich 1,0 Abi und Aufnahme in den Medizinstudiengang (was nur wenige schaffen und es deshalb im Ausland probieren) eine Stufe zurück. Das ist so die generelle Sichtweise. Ich lese heraus, dass du dir erstmal selbst klar werden sollst, was du wirklich willst, unabhängig von Prestige, Karriere und GELD!. Ich vermute familiär existiert vielleicht auch Druck? weil du erwähnst Arztfamilie. Da besteht die Gefahr, dass du gerade jetzt einen Weg einschlägst, der aus externen Faktoren und nicht aus intrinsischer Motivation resultiert.

Zum anderen. Es gibt wirklich interessante Jobs für Ärzte und Mediziner in der Forschung bei Pharmaunternehmen. Allerdings musst du dafür nicht in die UB. Suche dir Stellen bei Unternehmen (besonders Ausland) die in diese Richtung forschen. Vor allem die EU Gesetze begrenzen das Forschungsfeld in der Genetik im europäischen Raum. Da hast du mehr Forschungsspielraum (mit besserem Gehalt) in angelsächsischen Ländern.

Kannst du nicht einfach ein Praktikum zwischenlegen vor Studiumsende? bzw. das Studium deshalb in die länge ziehen?
oder einfach eine Art GAP-year nach deinem Abschluss einlegen. 1 Jahr UB.

Allerdings berücksichtige, nur weil du fast fertig bist, heißt es nicht, dass du automatisch bei den Prestige UB´s genommen wirst. Da könnte es sein, dass du, wie der normale nicht Medizinstudent die harte Bewerbungsrealität kennenlernst, die du bisher in deinem Werdegang nicht kennengelernt hast!

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WiWi Gast

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

Es geht doch nicht nur um die Studienkosten. Die Studienplätze sind limitiert, und einen Studienplatz an jemanden zu vergeben, der am Ende in die UB geht, ist aus Sicht der Gesellschaft Verschwendung, denn Ärzte werden händeringend gesucht und der Bedarf ist momentan nur durch Anwerbungen im Ausland zu decken.

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DerMediziner

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

WiWi Gast schrieb am 03.12.2020:

Alles möglich, siehe Dibelius, der erst an der Uniklinik Freiburg als Chirurg gearbeitet hat und dann eine unglaubliche Karriere in der Wirtschaft....

Natürlich ist alles möglich. Siehe Napoleon, Abkömmling verarmten niederen korsischen Adels, später Kaiser der Franzosen.

Es geht mir darum, was die Regel ist, nicht um die Ausnahme :)

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WiWi Gast

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

Naja für mich wäre das eine Grundsatzentscheidung und keine neue Zielsetzung. Schließlich hat man ja eine Art Handwerk erlangt, warum man das nicht zu Anfang einmal praktizieren möchte, ist mir schleierhaft.

DerMediziner schrieb am 03.12.2020:

WiWi Gast schrieb am 03.12.2020:

Ich verstehe nicht warum man Arzt werden will, aber unbedingt in die UB möchte.
Ich Studiere doch auch nicht soziale Arbeit mit dem Ziel ins Consulting einzusteigen.
Diese Berufswahl ist doch bewusst und aus Überzeugung ein Mehrwert gegenüber der Gesellschaft zu leisten.

Dann studiere doch bitte direkt Pharmazie und bewerbe dich bei UB mit Schwerpunkt Pharma Branche.

Es soll vorkommen, dass sich Zielsetzungen und Einschätzungen im Laufe des Studiums ändern. Ich habe 2014 mit dem Studium begonnen.

Zum Thema "Kosten eines Medizinstudiums": Mir ist schleierhaft, warum mein Studium so teuer gewesen sein soll. Ich würde vermuten, dass, spätestens ab dem klinischen Studienabschnitt, ein Großteil der Kosten als "Opportunitätskosten" der für die Lehre abgestellten Ärzte zurückzuführen ist (wobei das auch ein Witz ist, wenn man weiß, wie diese Lehre erfolgt). In jedem Fall widerspreche ich aber eurer Haltung, dass ich mit Antritt meines Medizinstudiums eine Art moralischer Sklaverei eingegangen bin, die mich, trotz der widrigen Bedingungen, an den Arztberuf fesselt.

Aber dennoch, die Quintessenz meines Beitrages bestätigt sich ja in diesem Thread: Man hat als Arzt in der Beratung keine wirklich gute Exitoption und kann eigentlich sinnvoll nur wieder "auf Los" gehen, wenn sich irgendwann der Daumen der Personalabteilung über einem senkt.

Dennoch würde mich immernoch sehr interessieren, ob hier jemand aus erster oder zweiter Hand erzählen kann, was für Exits Mediziner in der Beratung so hingelegt haben.

antworten
WiWi Gast

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

WiWi Gast schrieb am 03.12.2020:

Ich weiss gar nicht, ob das Medizinstudium so teuer ist, wie immer erzählt wird. Die Kosten werden von Medizinern berechnet, die daran interessiert sind, keine neuen Studienplätze zu schaffen. Die Kosten sind natürlich relativ hoch, aber nicht so hoch, wie dargestellt und man könnte sie auch erheblich senken. Im Studium Biochemie kostet teilweise ein Experiment mit einem Enzym für 5 Studenten auch schnell mal 1000 Euro und ist in 5 Minuten vorbei. Rückversicherer suchen fertige Fachärzte für Gutachten auf dem jeweiligen Gebiet, keine Medizinabsolventen. In der Pharmaindustrie verdienst du mehr als fertiger Facharzt.

WiWi Gast schrieb am 03.12.2020:

Ich bin ja wirklich ein liberaler Mensch, aber Menschen, die ihre kostenlose (!) Ausbildung zum Arzt so verschwenden, sollten mMn ihre Studienkosten an den Staat zurückzahlen. Die Gesellschaft investiert in euch, damit ihr anderen Menschen helft! Wofür gibt es den hippokratischen Eid? Und jetzt komm mir nicht mit "ich helfe Menschen als UB", das wäre die Krönung der Farce.

  • Grüße, ein T2 Berater

Die Bundesregierung dazu:
Laut Auskunft des Statistischen Bundesamtes vom 16. März 2020 stammen die jüngsten verfügbaren Daten zu den Kosten im Bereich Medizin aus dem Jahr 2017. Demnach beliefen sich die laufenden Ausgaben (Grundmittel) für ein Studium der Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften (ohne Lehramtsprüfungen) auf 170.500 Euro.
Da noch Bafög und so dazu und wir sind bei 250.000€, die vom Bürger gezahlt werden.
Dafür kann man über 20 Wiwi-Studenten zum Bachelor bringen (3*3900).

Und da jeder von uns das zahlt geht es uns sehr wohl etwas an.

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WiWi Gast

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

WiWi Gast schrieb am 03.12.2020:

Ich bin ja wirklich ein liberaler Mensch, aber Menschen, die ihre kostenlose (!) Ausbildung zum Arzt so verschwenden, sollten mMn ihre Studienkosten an den Staat zurückzahlen. Die Gesellschaft investiert in euch, damit ihr anderen Menschen helft! Wofür gibt es den hippokratischen Eid? Und jetzt komm mir nicht mit "ich helfe Menschen als UB", das wäre die Krönung der Farce.

  • Grüße, ein T2 Berater

Ich sehe mich als Berater definitiv als Arzt für Unternehmen. Betreibe ebenfalls Diagnostik, etc.

VG ein MBBBler

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DerMediziner

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

WiWi Gast schrieb am 03.12.2020:

Ich lese heraus, dass du dir erstmal selbst klar werden sollst, was du wirklich willst, unabhängig von Prestige, Karriere und GELD!. Ich vermute familiär existiert vielleicht auch Druck? weil du erwähnst Arztfamilie. Da besteht die Gefahr, dass du gerade jetzt einen Weg einschlägst, der aus externen Faktoren und nicht aus intrinsischer Motivation resultiert.

Dafür habe ich ja noch im Prinzip das gesamte PJ. Aber dennoch: Sollte ich mich in der Beratung bewerben wollen, muss ich mir jetzt langsam Gedanken machen. Und die Frage, ob ein Einstieg in dieser Branche überhaupt auch für die lange Frist eine gute Option darstellt, ist für die Entscheidungsfindung momentan schon zentral.

WiWi Gast schrieb am 03.12.2020:

Kannst du nicht einfach ein Praktikum zwischenlegen vor Studiumsende? bzw. das Studium deshalb in die länge ziehen?
oder einfach eine Art GAP-year nach deinem Abschluss einlegen. 1 Jahr UB.

Das ist eine ziemlich gute Idee. Ich weiß ja momentan noch nicht einmal, was ein Berater so konkret macht den ganzen Tag (vom Ärztealltag habe ich aber ein sehr gutes Bild). Dennoch bin ich auch nicht der Allerjüngste, sondern habe erst mit 20 mein Medizinstudium begonnen (ein Jahr FSJ und Vorbereitung auf den TMS). Ich werde in dem Jahr, wo ich mit der Arbeit anfange, 28. Bei "Gap Year" in der Beratung ergo 29. Ist noch ok vom Alter her, aber auch nicht unkritisch.

WiWi Gast schrieb am 03.12.2020:

Allerdings berücksichtige, nur weil du fast fertig bist, heißt es nicht, dass du automatisch bei den Prestige UB´s genommen wirst. Da könnte es sein, dass du, wie der normale nicht Medizinstudent die harte Bewerbungsrealität kennenlernst, die du bisher in deinem Werdegang nicht kennengelernt hast!

Ich weiß, ich kenne das Verfahren und die Hürden. Beide meiner erwähnten Bekannten haben sich bei allen drei "MBB" beworben. Beide wurden jeweils nur bei zweien überhaupt erst eingeladen, und bei einer am Ende genommen (aber jeweils bei unterschiedlichen...). Mehr als 20 Cases haben aber beide nicht gemacht.

WiWi Gast schrieb am 03.12.2020:

Was denkst du denn, was du in der UB verdienst? :D Richtig, 3000-4000€ netto für minimum (!) 60-70 Stunden Arbeit.

Das ist so nicht korrekt. Ich weiß, was meine beiden Studienfreunde verdienen, die nun bei "MBB" arbeiten, und das liegt um den Faktor 1,5 darüber, netto. Man sollte anmerken, dass sie die Einstiegsposition für Promovierte bekommen haben (ob das nun gerecht ist, wenn beide nur kurze klinische/statistische Dissertationen angefertigt haben, steht auf einem ganz anderen Blatt).

antworten
WiWi Gast

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

DerMediziner schrieb am 03.12.2020:

WiWi Gast schrieb am 03.12.2020:

Es kann euch doch egal sein, wo er seine Viertelmillionen-Ausbildung hinstecken will.
Das geht wirklich niemanden etwas an.

Hab dasselbe durchgemacht und fühle mich überhaupt nicht schlecht, weil ich nicht praktiziere.
Jedoch bin ich Facharzt geworden und habe dann aufgehört in der Medizin zu arbeiten.

Danke dir. Wie ist denn deine Einschätzung? Würdest du den Facharzt nochmal machen?
Siehst du für Mediziner in der Beratung eine langfristige Perspektive?

Zum Beispiel könnte ich mir - rein hypothetisch - vorstellen, dass Mediziner für bestimmte Projekte im Health-Care-Bereich so wichtig sind, dass man eher versucht, sie zu halten, als sie rauszuwerfen.

Ich habe den Facharzt gemacht, um tatsächlich eine Basis für eine spätere mögliche ärztliche Tätigkeit zu haben, da ich nicht wollte, als Mitte-40er noch einmal die Assistenzzeit durchzumachen.
Es war schon nicht einfach, aber es hat sich definitiv gelohnt.

Bin dann in eine Medizin X Pharma/Tech/Beratungsschiene geraten und bin mittlerweile Leitung eines Teams.
Kann mir aber definitiv vorstellen auch später noch mal in meinem Fach zu arbeiten.

Gehaltstechnisch ist man natürlich mit den 6 Jahren Facharzt total abgesichert.
Daher klare Empfehlung für einen Weiterbildung, außer du willst damit wirklich nichts zu tun haben, aber das kannst du dir dann auch während der Weiterbildung überlegen.

antworten
WiWi Gast

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

WiWi Gast schrieb am 03.12.2020:

Werde Arzt, du hast den Staat/ mich eine Viertelmillionen gekostet und mMn auch eine gewisse Verpflichtung der Gesellschaft gegenüber.

+1 Mediziner in der UB sind eine Verschwendung

So sieht's aus.

antworten
DerMediziner

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

WiWi Gast schrieb am 03.12.2020:

Ich habe den Facharzt gemacht, um tatsächlich eine Basis für eine spätere mögliche ärztliche Tätigkeit zu haben, da ich nicht wollte, als Mitte-40er noch einmal die Assistenzzeit durchzumachen.
Es war schon nicht einfach, aber es hat sich definitiv gelohnt.

Bin dann in eine Medizin X Pharma/Tech/Beratungsschiene geraten und bin mittlerweile Leitung eines Teams.
Kann mir aber definitiv vorstellen auch später noch mal in meinem Fach zu arbeiten.

Gehaltstechnisch ist man natürlich mit den 6 Jahren Facharzt total abgesichert.
Daher klare Empfehlung für einen Weiterbildung, außer du willst damit wirklich nichts zu tun haben, aber das kannst du dir dann auch während der Weiterbildung überlegen.

Danke dir für deine Einschätzung. Darf ich fragen, wie alt du bist und wie alt du bei den verschiedenen Schritten warst?

Ging der Sprung dann in eine größere Firma oder eine kleine, spezialisierte Beratung?

Bei mir wäre der Beginn der Assistenzzeit, wenn das mit der Beratung nach 2 - 3 Jahren schiefläuft, mit 31,32. Noch im Rahmen, aber eben auch echt nicht mehr optimal, gerade wenn es um Familie etc. geht.

WiWi Gast schrieb am 03.12.2020:

Ich sehe mich als Berater definitiv als Arzt für Unternehmen. Betreibe ebenfalls Diagnostik, etc.

VG ein MBBBler

Um mal auf meine eigentliche Frage zuzrückzukommen: Wie würdest du denn die Exitoptionen als Arzt einschätzen? Du hast das ja sicher über (ehemalige) Kollegen mitbekommen?

antworten
WiWi Gast

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

DerMediziner schrieb am 03.12.2020:

WiWi Gast schrieb am 03.12.2020:

Ich habe den Facharzt gemacht, um tatsächlich eine Basis für eine spätere mögliche ärztliche Tätigkeit zu haben, da ich nicht wollte, als Mitte-40er noch einmal die Assistenzzeit durchzumachen.
Es war schon nicht einfach, aber es hat sich definitiv gelohnt.

Bin dann in eine Medizin X Pharma/Tech/Beratungsschiene geraten und bin mittlerweile Leitung eines Teams.
Kann mir aber definitiv vorstellen auch später noch mal in meinem Fach zu arbeiten.

Gehaltstechnisch ist man natürlich mit den 6 Jahren Facharzt total abgesichert.
Daher klare Empfehlung für einen Weiterbildung, außer du willst damit wirklich nichts zu tun haben, aber das kannst du dir dann auch während der Weiterbildung überlegen.

Danke dir für deine Einschätzung. Darf ich fragen, wie alt du bist und wie alt du bei den verschiedenen Schritten warst?

Ging der Sprung dann in eine größere Firma oder eine kleine, spezialisierte Beratung?

Bei mir wäre der Beginn der Assistenzzeit, wenn das mit der Beratung nach 2 - 3 Jahren schiefläuft, mit 31,32. Noch im Rahmen, aber eben auch echt nicht mehr optimal, gerade wenn es um Familie etc. geht.

WiWi Gast schrieb am 03.12.2020:

Ich sehe mich als Berater definitiv als Arzt für Unternehmen. Betreibe ebenfalls Diagnostik, etc.

VG ein MBBBler

Um mal auf meine eigentliche Frage zuzrückzukommen: Wie würdest du denn die Exitoptionen als Arzt einschätzen? Du hast das ja sicher über (ehemalige) Kollegen mitbekommen?

Kannst du deine Insights zu den Gehaltsperspektiven eines Arztes teilen? Klinik und Eugene Praxis?

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WiWi Gast

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

DerMediziner schrieb am 03.12.2020:

WiWi Gast schrieb am 03.12.2020:

Für mich wäre die Frage weshalb die UB willst? Bzw. warum möchtest du kein Arzt sein?
UB ist für die meisten nicht das Ende der Reise sondern, so ähnlich wie die Facharztausbildung eine Durchgangsstation. Die meisten bleiben selten langfristig in der UB. Daher würde ich mich an deiner Stelle Frage was du langfristig machen willst.
Ich glaube der Vorschlag Pharma ist sicherlich interessant. Oder by the way: Rückversicherer suchen auch immer wieder Mediziner. Langfristig wird du glaube ich aber eher mit Medizin mehr verdienen.

Warum ich in die UB will:
Pushfaktoren:

  • Die Arbeitsbedingungen in der Medizin, insbesondere in Deutschland, sind katastrophal. Redet mal mit einem Assistenzarzt in der Uniklinik oder auch einem kommunalen Haus. Praktisch alle Mediziner, die ich kenne, und die seit einigen Jahren als Ärzte arbeiten, hassen ihren Job.
  • Die Arbeitsbelastung in der Medizin steht, mit Nacht- und Wochenenddiensten, in keinem Verhältnis zur Vergütung, vor allem nicht als Assistenzarzt. 3000 - 4000€ netto für eine 60-70h-Woche?
  • Die Tätigkeit eines Assistenzarztes ist extrem routinelastig und besteht mehrheitlich aus Aufgaben, die auch ArzthelferInnen etc. erledigen könnten. Die wenigsten Ärzte ziehen Befriedigung aus ihrer Arbeit. Man "hilft" nicht "Menschen", sondern schreibt Arztbriefe. Als Oberarzt korrigiert man sie dann.
  • Man ist extrem unflexibel. Als Assistenzarzt kann man kaum die Klinik wechseln, wenn man fortscht (weil dann die eigene Forschung und irgendwann auch mal erworbene Drittmittel flöten gehen). Man ist entsprechend stark auf das Gutdünken des eigenen Chefs angewiesen. Ich habe in mehreren Beispielen mitbekommen, wie motivierte, kompetente Leute auf dem Abstellgleis gelandet sind, weil ihr Chef sie nicht leiden konnte.
  • Wichtigster Punkt: Die Ökonomisierung hat inzwischen Ausmaße angenommen, die nur noch unethisch sind. Damit meine ich nicht einmal, dass Behandlungen verweigert werden, sondern, dass welche durchgeführt werden, obwohl sie eigentlich nicht indiziert sind, damit das Krankenhaus (mehr) Kohle bekommt. Auch das nimmt dem Job viel von seinem Zauber. Wenn ich wirklich das Gefühl hätte, mit meiner Tätigkeit positiv etwas bewirken zu können, würde ich den Rest ja auf mich nehmen. So stellt sich halt die Frage: Wofür?
  • Die "Durchgangsstation" Assistenzarzt dauert extrem lange. Danach kommen meist noch einige undankbare Jahre als Facharzt oder Funktionsoberarzt. Im Prinzip hätte ich dann noch einmal eine gut zehnjährige Durststrecke vor mir. Alle o.g. Faktoren (Inhalt der Arbeit, Zielsetzung der Arbeit, Perspektive, Arbeitsbedingungen, Vergütung) sprechen gegen diesen Job. Die Frage ist: Was kommt langfristig?

Pullfaktoren:

  • Aufstiegschancen (? --> darum dreht sich dieser Thread)
  • Inhalt der Arbeit (kann ich bisher nur abstrakt beurteilen)

Als Unternehmensberater würde ich auf einen Schlag so viel verdienen wie ein Oberarzt, hätte vermutlich bessere Rahmenbedingungen bei der Arbeit, würde vielleicht etwas mehr arbeiten, aber dafür wären diese Arbeitszeiten wesentlich regelmäßiger (Wechselschicht in Notaufnahme und auf Intensivstation macht keinen Spaß). Außerdem kann ich mir vorstellen, dass der Job spannender ist.

Aber dennoch, eine Karriere muss geplant sein. Auch der Arztberuf hat seine positiven Seiten, auch wenn die sich vor allem in der langfristigen Perspektive auftun. Und mein Eindruck ist halt auch, dass in der UB die Leute verheizt werden, und dann, einfach aufgrund der Beraterflut, kaum noch geeignete Jobs in der Wirtschaft finden. Als Mediziner verschärft sich dieses Problem: Ich kann ja nicht zu einem Automobilzulieferer gehen. Als Facharzt hat man hingegen immer irgendeine gute Option.

Also, was könnte ich, als studierter Mediziner, nach 3 - 5 Jahren Unternehmensberatung machen: Pharma? Biotech-Fonds? Versicherungen (das ist doch aber auch eher langweilig)?

Übrigens: Durch 7,5 Jahre Studium (mit aufwändigerer Dissertation = unbezahlte, jahrelange Laborarbeit) hatte ich enorme Opportunitätskosten. Hinzu kommt die unbezahlte Arbeit in den Pflichtpraktika; bis September/Oktober 2021 habe ich 40h-Wochen mit einem Stundenlohn von 1,50€. Ich verstehe die Problematik, dass ein Medizinstudium teuer ist, und dass erwartet wird, dass man Dinge "zurückgibt". Aber es ist nicht ganz so einseitig, wie ihr das darstellt, ist es halt doch auch nicht.

Mach mal erst ein Praktikum in einer UB. Da wirst Du feststellen, dass die Arbeitsbedingungen härter sind als im Krankenhaus, die Bezahlung kaum besser und die Tätigkeiten (PP-Slides basteln etc.) noch mehr Routinekram als es beim Arzt je sein kann.

Ach ja: Karrierechancen? Es werden doch nicht mal 1% Partner. Nach 6 Jahren sind doch weit mehr als 90 Prozent out und nicht up

antworten
DerMediziner

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

WiWi Gast schrieb am 03.12.2020:

Kannst du deine Insights zu den Gehaltsperspektiven eines Arztes teilen? Klinik und Eugene Praxis?

Klar. Allerdings nur insofern, dass es, trotz der Tarifbindung, große Unterschiede zwischen den Häusern und den Abteilungen gibt.

Grundlage ist, für Assistenz- und Fachärzte, der Tarifvertrag. Den Link für Unikliniken habe ich mal beigefügt.

https://oeffentlicher-dienst.info/aerzte/uniklinik/

Hinzu kommen einige hundert Euro für Dienste und - sehr selten - ausbezahlte Überstunden. Regel ist noch immer, dass man Überstunden nicht aufschreiben darf; das doch zu tun ist einer der Shortcuts auf das oben erwähnte Abstellgleis ;) Dann wirst du in der entsprechenden Klinik meist nicht einmal Facharzt, weil die Verträge oft auf 1 - 3 Jahre befristet sind.

Wie viel dann am Ende rumkommt kann man nicht sagen, weil nicht nur die Zahl. sondern auch die Vergütung der Dienste sich von Abteilung zu Abteilung unterscheidet und meistens ziemlich undurchsichtig ist. Ein Bekannter von mir hat schon Monate mit über 5000€ gehabt, allerdings hat der da auch konsequent jeden Samstag 24h Dienst in der Inneren geleistet (in einem Haus mit Korporationsvertrag mit einer Uniklinik, so dass die Uni-Ärzte im kleinen Haus Dienste leisten dürfen, die sehr gut bezahlt werden) und war schon im 7. Jahr als Assistenzarzt. Regel ist eher etwas über 3000€ am Anfang und knapp unter 4000€ am Ende der Facharztausbildung (netto, Steuerklasse I; es macht übrigens, aufgrund der steuerlichen Sonderbehandlung der Dienste, wenig Sinn, bei Assistenzärzten von Bruttogehältern zu sprechen).

Auch als Facharzt macht das Gehalt dann keine wesentlichen Sprünge mehr. Um das zu sehen muss man im Tarifrechner oben nur von "Ä1 Stufe 6" auf "A2 Stufe 1" gehen. Ein richtiger Gehaltssprung kommt dann erst für den Oberarzt. Anders als oft behauptet ist der Sprung zum Oberarzt nicht selbstverständlich, und auch, dass man da außertariflich verhandeln könne stimmt nicht immer. Ich kenne da auch Beispiele, die in Maximalversorgern für den Tarifvertrag knechten. Generell ist die Spanne bei den Oberärzten aber deutlich größer, durch individuelle Verträge, durch unterschiedliche Vergütung von Rufbereitschaften etc. Der Tarifvertrag - etwa 100.000€ brutto - ist hier die Untergrenze. 150.000€ werden eigentlich selten überschritten. Aber wie gesagt: Der Sprung ist nicht selbstverständlich, und es gibt auch "Funktionsoberärzte" Ende 40, die so viel verdienen wie ein Facharzt, aber die Verantwortung eines Oberarztes haben.

Bei der Niederlassung tut sich nun nun, nach Fachrichtung, Größe, Ort die komplette Bandbreite auf, von der fast defizitären pädiatrischen Praxis im Problemviertel hin zum niedergelassenen Neurochirurgen in der Nähe der Schweiz, der vorzugsweise Schweizer Privatpatienten operiert, und sicher auf eine halbe Millionen kommt. Fakt ist aber leider, dass die "echte" Niederlassung immer schwieriger wird, weil einige unternehmerisch gesinnte Ärzte die für die Niederlassung erforderlichen Kassenzulassungen aufkaufen und die Ärzte dann anstellen. Auch Private-Equity-Fonds haben dieses Geschäft schon für sich entdeckt. Insgesamt muss man damit rechnen, selbst für eine allgemeinmedizinische Praxis mit guter Location schon gut 300 TEUR auf den Tisch zu legen. Spezialistenpraxen sind noch einmal deutlich teurer. Das heißt, man ist die ersten 10 Jahre der Niederlassung - die kaum vor dem 40. Lebensjahr erfolgt, wenn man nicht Allgemeinmediziner ist - damit beschäftigt, den Kredit abzubezahlen, der notwendig war, um die eigene Niederlassung zu finanzieren. Und das alles mit dem Risiko, dass die Politik nicht irgendeinen Bockmist beschließt, und dich arm macht. Aber ja, die Niederlassung lohnt sich dennoch meistens. In der Klinik zu arbeiten nicht.

antworten
WiWi Gast

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

So ein Eignungstest vor dem Studium hätte dich und uns viel Geld erspart. Mit BWL wärst du schneller ans Ziel gekommen. Aber du musstest ja jemanden einen Studienplatz wegnehmen

antworten
DerMediziner

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

WiWi Gast schrieb am 03.12.2020:

Mach mal erst ein Praktikum in einer UB. Da wirst Du feststellen, dass die Arbeitsbedingungen härter sind als im Krankenhaus, die Bezahlung kaum besser und die Tätigkeiten (PP-Slides basteln etc.) noch mehr Routinekram als es beim Arzt je sein kann.

Ach ja: Karrierechancen? Es werden doch nicht mal 1% Partner. Nach 6 Jahren sind doch weit mehr als 90 Prozent out und nicht up

Zu den Arbeitszeiten habe ich oben etwas geschrieben. Ich erwarte nicht, weniger zu arbeiten.

Dass nur 1% Partner werden überrascht mich, aber gut. Ich kann das nicht beurteilen, aber ich weiß eben, dass es für die meisten "out" heißt. Und genau darauf zieht mein Thread hier ab: Was bedeutet das "Out" für die Mediziner? Die können nicht ins Controlling. Wenn auch 99% der Mediziner da geoutet werden und man keine vernünftige Exitoption hat (Industrie...), wäre die Entscheidung für die Beratung kurzsichtig und dumm. Das ist der Hintergrund meiner Eingangsfrage gewesen. Genau darauf möchte ich hinaus.

antworten
WiWi Gast

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

Also,
was du mit deinem Studium machst geht niemanden etwas an. Es wurde dir nicht geschenkt, sondern du hast es dir mit einem 1,0er-1,1er Abi erarbeitet (wie klug es ist dass wir anders als andere Länder immernoch hauptsächlich auf die Abi Note schauen was die Zulassung angeht ist ein anderes Thema).

Du wirst sowohl in der UB als auch als Arzt viel arbeiten und viel verdienen, dir sollte aber klar sein dass deine Arbeitszeit sobald du Facharzt bist aber deutlich entspannter wird (klar, eine 40 Stundenwoche wirst du trotzdem nicht haben), in der UB ist es ziemlich egal auf welcher Stufe du stehst, Freizeit hast du nur noch am Wochenende (und selbst das Wochenende ist hin und wieder verplant).

tldr: Mach worauf du Lust hast.

antworten
WiWi Gast

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

WiWi Gast schrieb am 03.12.2020:

Also,
was du mit deinem Studium machst geht niemanden etwas an. Es wurde dir nicht geschenkt, sondern du hast es dir mit einem 1,0er-1,1er Abi erarbeitet (wie klug es ist dass wir anders als andere Länder immernoch hauptsächlich auf die Abi Note schauen was die Zulassung angeht ist ein anderes Thema).

Du wirst sowohl in der UB als auch als Arzt viel arbeiten und viel verdienen, dir sollte aber klar sein dass deine Arbeitszeit sobald du Facharzt bist aber deutlich entspannter wird (klar, eine 40 Stundenwoche wirst du trotzdem nicht haben), in der UB ist es ziemlich egal auf welcher Stufe du stehst, Freizeit hast du nur noch am Wochenende (und selbst das Wochenende ist hin und wieder verplant).

tldr: Mach worauf du Lust hast.

Er braucht ja das 1 -1,1 Abi nur, weil so viele Medizin studieren möchten. Wenn so Leute wie er nicht Medizin studieren würden, bräuchte man auch keinen 1 - 1,1 NC. Abgesehen davon ist ein 1 -1,1 Abi noch keine Leistung, die für sich genommen zu einer 250k Eur Ausbildung berechtigt.

antworten
DerMediziner

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

Kann vielleicht noch jemand was zur Eingangsfrage sagen?

Danke schonmal :)

antworten
WiWi Gast

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

  1. Als ob wer nach den Jahren in der (richtigen) Beratung noch auf dein Medi-Hintergrund guckt. Prinzipiell kannst du danach ALLES machen, was die reinen BWLer + Consulting machen. Der Fakt, dass du das nicht siehst, zeigt, dass du dich wenig mit dem Berufsbild und den Key Learnings des Jobs auseinandergesetzt hast.

  2. bei den großen Beratungen wirst du nicht mal eben Partner. Du wirst vielleicht noch mal eben Senior Associate (nach Einstieg bei McK nach 1 Jahr), was die Consultants aus dem Leave automatisch sind. Aber selbst den EM vergeben die großen nicht an jeden Hans, eben weil er auch wesentlich bessere exits nach 2/3/4 Projektführungen erlaubt und Associates sonst in Scharen den Exit suchen.

Grüße
Ein Assoc

antworten
DerMediziner

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

WiWi Gast schrieb am 04.12.2020:

  1. Als ob wer nach den Jahren in der (richtigen) Beratung noch auf dein Medi-Hintergrund guckt. Prinzipiell kannst du danach ALLES machen, was die reinen BWLer + Consulting machen. Der Fakt, dass du das nicht siehst, zeigt, dass du dich wenig mit dem Berufsbild und den Key Learnings des Jobs auseinandergesetzt hast.

  2. bei den großen Beratungen wirst du nicht mal eben Partner. Du wirst vielleicht noch mal eben Senior Associate (nach Einstieg bei McK nach 1 Jahr), was die Consultants aus dem Leave automatisch sind. Aber selbst den EM vergeben die großen nicht an jeden Hans, eben weil er auch wesentlich bessere exits nach 2/3/4 Projektführungen erlaubt und Associates sonst in Scharen den Exit suchen.

Grüße
Ein Assoc

Danke dir!

  1. Ich wäre davon ausgegangen, dass gewisse betriebswirtschaftliche Kenntnisse, die man im Studium erlangt, auch für gewisse Exit-Optionen eine Rolle spielen. Mir haben meine beiden erwähnten Bekannten, die nun als Ärzte bei großen Beratungen arbeiten, zwar erklärt, ihnen habe man gesagt, dass man nach ein paar Jahren im Berufsalltag hinsichtlich des (sinnvollen) BWL-Wissens nicht mehr hinter den studierten Betriebswirten zurückstünden (und damit andere Dinge in den Vordergrund treten), aber mir fällt es nach wie vor eher schwer, das zu glauben. Andererseits wird man auch im BWL-Studium viel theoretischen Hintergrund lernen, den man im Berufsalltag nicht brauchen kann - aber dennoch, 5 Jahre Studium können ja nicht so einfach aufgewogen werden?! Ich hätte direkt zwei Rückfragen:

    • Was ist die/eine "richtige" Beratung? MBB?
    • Was würdest du für dich als die "Key Learnings" des Jobs betrachten?
  2. Ich weiß. Gerade deswegen möchte ich mich eben vernünftig im Vorfeld informieren; im Zweifel muss ich deshalb auch einen vernünftigen Plan B haben, wenn schon der Sprung zum "EM" nicht klappt. Andererseits wäre das nach 2 - 3 Jahren und damit noch früh genug, im Zweifel doch noch in die Medizin zu wechseln.
antworten
Krokodil2

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

Ich würde den Thread gerne nochmal aufmachen wollen.

@DerMediziner auf der anderen Seite ist das Gras immer grüner :D

Ich habe BWL an der Goethe studiert und möchte mit 25 jetzt nochmal Medizin studieren. Warum? Weil die Perspektive für einen durchschnittlichen Mediziner einfach DEUTLICH besser ist als bei jedem BWL Job, inklusive UB.

Ein Assistenzarzt bekommt zum Start laut Tarif ca 60000€ brutto bei einer 40 Stunden Woche. Durch bezahlte Überstunden, die im Übrigen mittlerweile komplett erfasst werden, und steuerfreie Schichten kommt man auf ca. 80k im ersten Jahr. Durch die steuerfreien Zuschläge eher vergleichbar mit 90k brutto. Das schlägt jeden BWL Job, auch in T1 UB (MBB) bekommst du nicht mehr zum Einstieg. (Von anderen BWL Jobs ganz zu schweigen)

Nach ca 5/6 Jahren bekommt JEDER Mediziner seinen Facharzt und kann sich selbständig machen und 200.000€+ verdienen. Die paar wenigen die es überhaupt zu MBB geschafft haben, und dann noch nach 5/6 Jahren dabei sind, bekommen auch nicht mehr! (Von anderen BWL Jobs ganz zu schweigen)

Die ersten 5/6 Jahre ist die Work/Life Balance von UB und als Arzt sicher vergleichbar, danach hat es ein niedergelassener Arzt deutlich besser.

Außerdem ein für mich subjektiv Riesen Vorteil: Als Arzt kannst du arbeiten wo du willst, du verdienst überall gleich gut. Man kann also in seiner Heimat und seinem sozialen Umfeld bleiben und muss nicht nach Berlin/Frankfurt/München wo die Lebenserhaltungskosten auch noch viel höher sind.

All in all lohnt es sich daher für mich auch nach einem fast sehr guten BWL Master an einer guten Uni nochmal Medizin zu studieren.

antworten
WiWi Gast

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

Ich habe BWL an der Goethe studiert und möchte mit 25 jetzt nochmal Medizin studieren. Warum? Weil die Perspektive für einen durchschnittlichen Mediziner einfach DEUTLICH besser ist als bei jedem BWL Job, inklusive UB.

Ein Assistenzarzt bekommt zum Start laut Tarif ca 60000€ brutto bei einer 40 Stunden Woche. Durch bezahlte Überstunden, die im Übrigen mittlerweile komplett erfasst werden, und steuerfreie Schichten kommt man auf ca. 80k im ersten Jahr. Durch die steuerfreien Zuschläge eher vergleichbar mit 90k brutto. Das schlägt jeden BWL Job, auch in T1 UB (MBB) bekommst du nicht mehr zum Einstieg. (Von anderen BWL Jobs ganz zu schweigen)

Nach ca 5/6 Jahren bekommt JEDER Mediziner seinen Facharzt und kann sich selbständig machen und 200.000€+ verdienen. Die paar wenigen die es überhaupt zu MBB geschafft haben, und dann noch nach 5/6 Jahren dabei sind, bekommen auch nicht mehr! (Von anderen BWL Jobs ganz zu schweigen)

Die ersten 5/6 Jahre ist die Work/Life Balance von UB und als Arzt sicher vergleichbar, danach hat es ein niedergelassener Arzt deutlich besser.

Außerdem ein für mich subjektiv Riesen Vorteil: Als Arzt kannst du arbeiten wo du willst, du verdienst überall gleich gut. Man kann also in seiner Heimat und seinem sozialen Umfeld bleiben und muss nicht nach Berlin/Frankfurt/München wo die Lebenserhaltungskosten auch noch viel höher sind.

All in all lohnt es sich daher für mich auch nach einem fast sehr guten BWL Master an einer guten Uni nochmal Medizin zu studieren.

hallo und willkommen in der realität. medizinstudienplätze in deutschland und eigentlich in den meisten westlichen staaten sind extrem limitiert. auf einen platz kommen meist über 10 bewerber. die ärztelobby ist natürlich der meinung dass die qualität sehr leiden würde, wenn man mehr leute zum studium zulassen würde...
deutschland bildet zwar im verhältnis zu den europäischen nachbarn und insbs den USA noch verhältnismässig viele ärzte pro einwohner aus, trotzdem fehlen an allen ecken und enden ärzte. dadurch kann faktisch jedes gehalt aufgerufen werden. ich bin als MINTLer in der autoindustrie tätig und der wettbewerb selbst um die mittelmäßigsten stellen ist schon widerlich. für das gehalt, das hier für stellen gezahlt wird die promotionen in den schwierigsten MINT fächern voraussetzen, würden fachärzte direkt den arbeitgeber wechseln.
aber so ist es eben...ärzte leisten eben auch einen wichtigen und sehr anspruchsvollen job in der gesellschaft, stehen teilweise 10 stunden am stück im OP. das ist mit einem bedeutungslosen BWL oder MINT job in einem großkonzern einfach nicht vergleichbar.

wie willst du denn eigentlich an einen zweitstudienplatz kommen? diese sind noch viel limitierer als die erststudienplätze und faktisch nur über ein sehr gutes erststudium + relevante wissenschaftliche publikationen erreichbar. hast du irgendwas davon?

antworten
WiWi Gast

Als Arzt in die UB: Langfristige Perspektive

medizin im ausland studieren trotz zweitstudium

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Horvath mit neuem Markenauftritt auf Wachstumskurs

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Horváth & Partners feiert den 40. Geburtstag mit einem Rebranding. Im Zentrum des neuen Markenauftritts steht die Verkürzung des Markennamens auf Horváth. Der Namensteil „& Partners“ entfällt. Die Doppelraute als Signet kennzeichnet künftig das Logo. Inhaltlich spielt insbesondere das stark wachsenden Geschäft der Transformationsberatung eine tragende Rolle.

Consultingbranche 2019: Beratertalente bleiben umkämpft

BDU-Studie Consultingbranche 2019: Ein Unternhemensberater liest eine Wirtschaftszeitung.

In der Consultingbranche ist der Branchenumsatz 2018 um 7,3 Prozent auf 33,8 Milliarden Euro gestiegen. Auch für 2019 sind die deutschen Unternehmensberater lautet der Branchenstudie „Facts & Figures zum Beratermarkt“ des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU) zuversichtlich. Die Jobaussichten für Beratertalente sind erneut entsprechend gut. 90 Prozent der großen und Dreiviertel der mittelgroßen Beratungen planen, in 2019 zusätzliche Juniorberater und Seniorberater einzustellen.

Managementberatung AT Kearney mit Rebranding

Die Worte AT und raus stehen für die Kürzung des Firmennamens der Beratung AT Kearney um die Buchstaben A und T.

Die aus den USA stammende globale Managementberatung AT Kearney hat ein umfassendes Rebranding angekündigt. Die neue Marke "Kearney" soll die Menschlichkeit unterstreichen, die Kunden, Kollegen und Alumni nach eigenen Angaben der Firma am meisten schätzen.

Bain übernimmt die dänische Beratung Qvartz

Übernahme der dänischen Beratung Qvartz durch Bain.

Die internationale Unternehmensberatung Bain & Company übernimmt das dänische Beratungsunternehmen Qvartz. Bain stärkt mit der Übernahme seine Führungsposition in den nordischen Ländern. Die beiden Consulting-Unternehmen arbeiten aktuell an den Einzelheiten der vereinbarten Transaktion.

Berufseinstieg im Consulting bei innogy

Das Bild zeigt den Berater Björn Selzer von innogy Consulting bei einer Präsentation.

Wie sieht ein Berufseinstieg im Consulting in der Energiewirtschaft aus? Björn Selzer ist Berater bei innogy Consulting. Er gibt Einblicke in seine ersten 100 Tage im Job bei der Beratung mit Onboarding, Bootcamp, Projekt-Hospitation und berichtet von seinem ersten Projekt.

FTI Consulting übernimmt Andersch AG

Akquisition: FTI Consulting übernimmt die deutsche Restrukturierungsberatung Andersch AG

FTI Consulting übernimmt die deutsche Restrukturierungsberatung Andersch AG. Mit der Akquisition will FTI Consulting im Segment Corporate Finance & Restructuring in Deutschland Fuß fassen.

Beraterleben: Einblicke in die Energiewirtschaft von morgen

Das Bild zeigt die Senior Beraterin bei innogy Consulting Janina Köhler bei einer Präsentation.

Janina Köhler ist Senior Beraterin bei innogy Consulting. Die Wirtschaftsingenieurin gibt Einblicke in ihr Beraterleben. In ihren Projekten erlebt sie täglich, wie Industrien durch die Energiewende verschmelzen. Smart City Konzepte gelingen beispielweise nur im Zusammenspiel von Autoindustrie und Medien, berichtet sie. In weniger als zwei Jahren hat die Wirtschaftsingenieurin bereits die Karrierestufe zum Senior Consultant erreicht. Sie spricht von einem Berufsstart und einer Beraterkarriere mit perfekter Balance.

Bain sucht weit über 200 Beratertalente für Expansion

Das Portrait-Bild zeigt den neuen Deutschland-Chef der Strategieberatung Bain Walter Sinn.

Neues Jahr, neue Herausforderung? In 2019 will Bain & Company mit weit über 200 neuen Beraterinnen und Beratern in Deutschland und der Schweiz expandieren. Daher werden ganzjährig herausragende Beratungstalente aller Fachrichtungen gesucht.

Die Strategen mit „viel Energie“

innogy Consulting: Händer halten eine Seifenblase, in der ein Stromnetz bei Sonnenaufgang zu sehen ist.

Die Energiewende ist da. Die Elektromobilität kommt. Die Energienetze werden wachsen. Sie arbeiten mit „viel Energie“ - die Strategieberater von innogy Consulting. Vor allem im eigenen Hause bei innogy und RWE gestalten sie die Energiewirtschaft von morgen. Aber auch extern beraten sie Unternehmen in wichtigen Energiefragen. Mit etwa 170 Consultants an 10 Standorten weltweit zählt innogy Consulting zu den größten deutschen Inhouse Beratungen.

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