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Job-Trends: ArbeitsmarktArbeitsmarkt

Beschäftigungsrekord: Arbeitsmarkt 2016 weiter auf Erfolgskurs

Im Jahr 2016 kann die Bundesagentur für Arbeit erneut einen Stellenrekord verbuchen: Die Zahl der Erwerbslosen sank auf 2.691.000 Menschen. Die Arbeitslosenquote fiel auf 5,8 Prozent. Damit stieg die Zahl der Erwerbstätigen um 1 Prozent auf rund 43,4 Millionen Personen. Damit wurde der höchste Stand nach der Wiedervereinigung erreicht.

Der Wirtschaftsteil einer Tageszeitung und eine Arbeitsmarktstatistik zur Jugendarbeitslosigkeit liegen auf einer schwarzen Computer-Tastatur.

Arbeitsmarkt 2016: Niedrigster Stand der Arbeitslosen seit 1991
Nürnberg, 12.01.2017 (ba) - Im Jahresdurchschnitt 2016 waren in Deutschland 2.691.000 Menschen arbeitslos gemeldet, rund 43,4 Millionen erwerbstätig. Im Vergleich zum Vorjahr waren das 104.000 erwerbslose Menschen weniger. Damit wuchs die Zahl der Erwerbstätigen um 1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Seit nun zehn Jahren fällt die Anzahl der Erwerbslosen stetig, sodass insgesamt für die Zahl der Erwerbstätigen 2016 der höchste Stand nach der Wiedervereinigung erreicht wurde. Damit hat Deutschland nach der Tschechischen Republik die zweitniedrigste Erwerbslosenquote aller EU-Mitgliedsstaaten.

Arbeitslosigkeit in Deutschland im Jahresdurchschnitt 2016

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit mitzählt, belief sich 2016 durchschnittlich auf 3.581.000 Personen. Das waren 50.000 weniger als im Vorjahr. Dass die Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt stärker abgenommen hat als die Unterbeschäftigung, erklärt sich mit der zunehmenden Entlastung durch arbeitsmarktpolitische Instrumente. Zuwächse verzeichneten insbesondere Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung und die sogenannte Fremdförderung, in der vor allem die Teilnahme an Integrationskursen beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erfasst werden. Rückgänge gab es bei der Altersteilzeit, deren Förderung Ende 2015 ausgelaufen ist.

„Der Arbeitsmarkt hat sich 2016 günstig entwickelt: Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist erneut gesunken, die Beschäftigung ist vor allem in der ersten Jahreshälfte weiter gestiegen und die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern hat sich nochmals kräftig erhöht.“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-J. Weise, heute in Nürnberg anlässlich der monatlichen Pressekonferenz.

Arbeitslosenquoten in Ländern und Kreisen in Deutschland im Jahresdurchschnitt 2016Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung
Von den 2.691.000 Arbeitslosen wurden jahresdurchschnittlich 822.000 oder 31 Prozent im Rechtskreis SGB III von einer Agentur für Arbeit betreut. Im Vergleich zum Vorjahr waren das 37.000 weniger. Insgesamt 788.000 Personen erhielten 2016 durchschnittlich Arbeitslosengeld, 46.000 weniger als 2015.

Entwicklung in der Grundsicherung für Arbeitsuchende
Insgesamt rund 4.310.000 erwerbsfähige Leistungsberechtigte wurden nach hochgerechneten Werten im Jahr 2016 im Rechtskreis SGB II von einem Jobcenter betreut. Gegenüber dem Vorjahr war dies ein Rückgang von 18.000. Der Anteil der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten an allen in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter lag mit 7,9 Prozent leicht unter dem Vorjahresstand. 2016 waren im Rechtskreis SGB II durchschnittlich 1.869.000 Personen (69 Prozent aller Arbeitslosen) arbeitslos gemeldet. Das waren 67.000 weniger als im Vorjahr. Ein Großteil der Arbeitslosengeld II-Bezieher ist nicht arbeitslos gemeldet. Das liegt daran, dass diese Personen erwerbstätig sind, kleine Kinder betreuen, Angehörige pflegen oder sich noch in der Ausbildung befinden.

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung haben 2016 weiter zugenommen. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Erwerbstätigkeit im Jahresdurchschnitt um 429.000 auf 43,49 Mio gestiegen. Damit erreichte die Erwerbstätigkeit ihren höchsten Stand seit der Wiedervereinigung. Wie schon in den Vorjahren hat die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung 2016 stärker zugenommen als die Erwerbstätigkeit. Im Juni 2016 waren 31,37 Mio Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren 602.000 mehr als ein Jahr davor. Die Konjunktur erklärt den kräftigen Beschäftigungsanstieg nur zum Teil. Andere Faktoren wie der sektorale Wandel, eine hohe Arbeitsmarktanspannung und Zuwanderung gewannen an Bedeutung für die Beschäftigung und führten zu einem stabilen Aufwärtstrend.

Selbstständigkeit und geringfügige Beschäftigung befindet sich weiter im Abwärtstrend
Die übrigen Formen der Erwerbstätigkeit z.B. geringfügige Beschäftigung oder Selbstständigkeit waren überwiegend rückläufig. Damit werden die Ergebnisse des Gründerreports 2016 der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) bestätigt. Die Zahl der Selbstständigen einschließlich mithelfender Familienangehöriger sank um 28.000 Personen – einem Minus von 0,6 Prozent auf 4,3 Millionen selbständige Personen.

Die Zahl der Arbeitspendler nach Deutschland nimmt zu
Im Jahres­durchschnitt 2016 war die Zahl der Erwerbstätigen, die aus dem Ausland nach Deutschland zur Arbeit pendeln nach ersten vorläufigen Berechnungen um 82.000 Personen größer als die Zahl der Erwerbstätigen mit Wohnort in Deutschland, die im Ausland arbeiten. Im Vorjahr lag die Zahl bei 78.000 Pendlern.

Dienstleistungsbereich verzeichnet größten Anstieg an Erwerbstätigen
Mit 1,3 Prozent um 426.000 Personen ist die Zahl der Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland im Bereich Dienstleistung am größten gestiegen.Den größten absoluten Anteil daran hatten die Öffentlichen Dienstleister, Erziehung, Gesundheit mit einem Plus von 200.000 Erwerbstätigen um 1,9 Prozent. Gefolgt von den Unternehmensdienstleistern mit einem Zuwachs von 2,2 Prozent um 126 000 Erwerbstätige; sowie von Handel, Verkehr und Gastgewerbe mit zusätzlichen 105.000 Erwerbstätigen und einem Plus von 1,1 Prozent. Im Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) stagnierte die Zahl der Erwerbstätigen im Jahr 2016 auf dem Niveau von 2015. Im Baugewerbe erhöhte sich die Zahl der Erwerbstätigen um durchschnittlich 20.000 Personen (+ 0,8 Prozent), in der Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei verringerte sie sich im Jahresdurchschnitt 2016 um 17.000 Personen (– 2,7 Prozent).

Haushalt der Bundesagentur für Arbeit
Die Bundesagentur für Arbeit schließt das Haushaltsjahr 2016 mit einem Überschuss in Höhe von 5,4 Milliarden Euro ab. Der Haushaltsplan für 2016 unterstellte ein Plus in Höhe von 1,8 Milliarden Euro. Die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt führte zu deutlich geringeren Ausgaben im Jahresverlauf. Die hohe Nachfrage nach Arbeitskräften führte zu einem weiteren Rückgang der Zahl der Arbeitslosen. Die Ausgaben für Arbeitslosengeld waren mit 14,4 Milliarden Euro rund 1 Milliarde Euro geringer als geplant. Die gute Konjunktur spiegelte sich auch in den Ausgaben für Insolvenzgeld wider, welche 0,3 Milliarden Euro unter den Erwartungen liegen. Die Integrationschancen für arbeitslose Menschen waren 2016 insgesamt betrachtet gut. Integrationen in den Arbeitsmarkt wurden vielfach ohne Förderung realisiert. Eine besondere Aufmerksamkeit benötigten allerdings die Menschen aus dem Ausland. Die Bundesagentur für Arbeit verstärkte daher nochmals ihre Integrationsbemühungen in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt für diese Personengruppe. Unter anderem finanzierte sie mit 0,3 Milliarden Euro die Teilnahme von über 233.000 Menschen aus Eritrea, Irak, Iran und Syrien an Sprachkursen. Für die Leistungen der aktiven Arbeitsförderung wurden insgesamt 8,1 Milliarden Euro ausgegeben. Beschäftigung und Löhne entwickelten sich im Jahresverlauf etwas positiver als angenommen. Es wurden 0,2 Milliarden Euro mehr Beiträge zur Arbeitslosenversicherung geleistet als im Haushaltsplan vorgesehen waren. Vom realisierten Ergebnis fließen rund 4,9 Milliarden Euro in die allgemeine Rücklage. Die restlichen Mittel werden den spezifischen Rücklagen für Insolvenzgeld und der Winterbeschäftigungsförderung zugeführt.

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Arbeitsmarktbericht Deutschland - Dezember und Jahr 2016

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Arbeitsmarktbericht Deutschland - Landkarten und Eckwerte 2016

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