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Deutschland 2030 – Wo die Arbeitsplätze der Zukunft entstehen

Die Zahl der Erwerbstätigen sinkt in Deutschland bis 2030 um gut fünf Prozent und wird sich regional sehr unterschiedlich entwickeln. Vor allem in den Metropolregionen im Westen, im Großraum Berlin und im westlichen Niedersachsen werden neue Arbeitsplätze entstehen. In strukturschwachen ländlichen Regionen und in großen Teilen der neuen Bundesländer aber stehen schmerzhafte Anpassungen bevor.

Zukunft-Bunte-Streifen

Deutschland 2030 – Wo die Arbeitsplätze der Zukunft entstehen
Frankfurt am Main, 30.07.2014 (pwc) - Bis 2030 wird in 80 Prozent der Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland die Beschäftigung sinken. Die regionalen wirtschaftlichen Gegensätze verschärfen sich deshalb weiter. Wie aus einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC und des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) hervorgeht, wird der demografische Wandel dazu führen, dass die Zahl der Erwerbstätigen erheblich zurückgeht. Nur die Metropolregionen sowie wenige ländliche Kreise profitieren auch in den nächsten Jahren vom Zuzug qualifizierter Arbeitskräfte aus dem In- und Ausland. Eine positive Beschäftigungsentwicklung ist beispielsweise in den Regionen um München, Hamburg, Berlin bzw. Potsdam sowie Stuttgart, Frankfurt am Main und Düsseldorf zu erwarten. Zu den sehr wenigen ländlichen Regionen mit einer voraussichtlich steigenden Beschäftigung zählen neben anderen die Kreise Vechta und Cloppenburg mit ihrer starken Konzentration auf die Lebensmittel- und Ernährungsbranche sowie deren Zulieferindustrien.

„Der Rückgang der Beschäftigung bis 2030 ist eine unmittelbare Folge des demografischen Wandels, der durch eine verstärkte Zuwanderung aus dem Ausland allenfalls abgemildert werden kann. Die in unserer Studie berechneten Szenarien zeigen, dass sich die grundlegenden regionalen Wanderungstrends kaum beeinflussen lassen. Städte und Kreise sollten die ihnen zur Verfügung stehenden Investitionsmittel daher bereits heute so einsetzen, dass sie dem künftigen Bedarf gerecht werden. Für die Mehrzahl der Kreise geht es darum, die notwendige Konsolidierung intelligent zu managen – aufzuhalten ist sie nicht“, kommentiert Norbert Winkeljohann, Sprecher des Vorstands von PwC Deutschland.

Für Deutschland insgesamt prognostiziert die Studie einen Rückgang der Erwerbstätigenzahl um 5,2 Prozent zwischen 2011 und 2030. Bei einer Fortschreibung der bisherigen Entwicklungstrends (Basis-Szenario) werden Kreise und Städte in Ostdeutschland deutlich stärker betroffen sein (minus zehn Prozent) als im Westen (minus vier Prozent). Die Beschäftigungsprognose für die 402 deutschen Kreise und Städte beruht auf einer Modellrechnung, die das regional verfügbare hochqualifizierte Arbeitskräftepotenzial sowie die Entwicklung der Bruttowertschöpfung und Produktivität berücksichtigt.

Abwanderung ist nur schwer zu stoppen
Selbst wenn es strukturschwachen Kreisen und Städten gelänge, attraktiver für Unternehmen und Hochqualifizierte zu werden und so ihre relativen Standortnachteile zu verringern, könnten sie den Abwanderungstrend in die Metropolen kaum umkehren. Im so genannten Konvergenz-Szenario, das eine Annäherung der Entwicklungsunterschiede unterstellt, verbuchen die Metropolregionen geringere Beschäftigungszuwächse als im Basis-Szenario, während strukturschwache Städte und Kreise ihre Beschäftigungsverluste lediglich begrenzen. Im Ergebnis sinkt die Erwerbstätigkeit in Ostdeutschland um neun Prozent und damit etwas weniger stark als im Basis-Szenario. In Westdeutschland fällt das Minus mit 4,5 Prozent leicht höher aus.

Produktivitätsgewinne sichern Wachstum
Für Städte und Kreise mit einer ungünstigen Beschäftigungsprognose hält die Studie allerdings auch ermutigende Ergebnisse bereit: Ein Rückgang der Erwerbstätigkeit führt nämlich nicht zwingend zu einer geringeren Wirtschaftsleistung. Trotz eines Beschäftigungsrückgangs prognostiziert die Studie im Basisszenario bis 2030 einen Anstieg der Bruttowertschöpfung um über 26 Prozent. Ursache dieser Entwicklung ist eine Produktivitätssteigerung um 33,5 Prozent.

Selbst Sektoren, die besonders stark von einem Rückgang der Erwerbstätigkeit betroffen sind, können ihre Produktion demnach noch ausweiten. Für das produzierende Gewerbe beispielsweise prognostiziert die Studie einen Rückgang der Erwerbstätigkeit um über 15 Prozent. Dank einer Produktivitätssteigerung um nahezu 43 Prozent ergibt sich dennoch ein Zuwachs bei der Bruttowertschöpfung um knapp 21 Prozent.

„Die zukünftigen Produktivitätsgewinne gehen mit einer wachsenden Bedeutung der wissensintensiven Industrien und Dienstleistungen einher. Hierdurch wird die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit gestärkt. Dabei haben im Wettbewerb um die qualifizierten Arbeitskräfte nicht alle Regionen die gleichen Chancen. Urbane Zentren mit attraktiven Bildungseinrichtungen und einer leistungsfähigen Infrastruktur werden profitieren, während sich Regionen mit einer schwachen Entwicklungsprognose gezielt an die jeweiligen Entwicklungstrends anpassen müssen, so lange sie noch den erforderlichen Handlungsspielraum haben“, empfiehlt Thomas Straubhaar, Direktor des HWWI.

Weitere Informationen
http://www.pwc.de/dtl2030

 

Leser-Kommentare

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WiWi Gast

Re: Deutschland 2030 ? Wo die Arbeitsplätze der Zukunft entstehen

Höhere Produktivität bringt aber auch nichts, selbst wenn sie endlos möglich wäre. Was erwirtschaftet wird, wird nämlich nicht an die Arbeitnehmer weiter gegeben.
Und natürlich sind auch die Politiker die "Bösen". Die stecken doch mit drin. Die Wirtschaft regiert, nicht die Poltiker und schon mal gar nicht das Volk.

Diese Beschönigungen und all die Lügen in allen möglichen Medien regen mich so langsam nur immer mehr auf. Das grenzt schon an Propaganda und Manipulierung. Und leider ist Wiwi-Treff immer ganz vorne mit dabei, diese Artikel zu pushen.

antworten
WiWi Gast

Re: Deutschland 2030 ? Wo die Arbeitsplätze der Zukunft entstehen

Unternehmen sind nicht die einzigen Bösen, sondern Politiker.. Was meinst Du, wer die Möglichkeit gibt, überhaupt Immigranten kommen lassen und vor allem WARUM?

Immigranten kommen, arbeiten und sollen Steuer zahlen, damit Rentner was bekommen.

Allein durch die Beschäftigung jungen Deutschen wird das Problem nicht gelöst, weil wir zu wenige junge Leute haben.

Um Rente zu decken, war die ursprüngliche Idee die Beschäftigung der Frauen, aber die Politik hat gemerkt, dass Frauen doch keine Supermenschen sind. Wie sollen sie Kinder bekommen und gleichzeitig arbeiten?

Rente mit 70 und wenn man überhaupt in Rente geht, wird man Flexl-Rente (als alter S*** für billige Löhne an ner Tankstelle arbeiten) haben.

Glorreiche Zeiten sind vorbei für diejenigen, die keine reichen Eltern haben.

Außerdem gibt es kein endloses Wachstum. Um genau Rente decken zu können, muss man mehr produzieren und mehr Leistungen bringen --> Höhere Produktivität.

Viel Spaß.. Denk mal nach, warum das Thema "Nachhaltigkeit" so wichtig geworden ist......

antworten
WiWi Gast

Re: Deutschland 2030 ? Wo die Arbeitsplätze der Zukunft entstehen

Rente wird es bis dahin auch keine mehr geben, man wird sein leben lang arbeiten müssen ... dann mit 70 in rente welche vllt bei 500? grundsicherung liegt gehen.

wird halt ne umschichtung geben, die leute die vorher im einzelhandel verkäufer waren werden bei logistikern und versandriesen wie amazon & co halt sachen verpacken.
bis dort ein roboter soweit ist und das vollautomatisch macht....

sieht also düster aus als WiWi... als Itler oder Ing kannste noch was reißen...
der rest hat verloren...

antworten
WiWi Gast

Deutschland 2030 ? Wo die Arbeitsplätze der Zukunft entstehen

Der Rueckgang der Beschaeftigung koennte gestoppt werden, wenn Unternehmen sich endlich von ihrer "billig,billig,billig" Mentalitaet in Bezug auf Arbeitnehmer und ihrer Sicht auf Menschen als simple "Human Resources" verabschieden wuerden. Die Kraefte aus dem Ausland werden doch nur geholt, um die Gehaelter druecken zu koennen. Absolventen sind inzwischen froh, wenn sie einen befristeten Vertrag von 12 Monaten bekommen. Manche Unternehmen vergeben anscheinend schon Wochenvertraege.

An qualifizierten, hart arbeitenden Individuen ist doch keiner mehr interessiert. Moeglichst billig soll der Arbeitnehmer sein, Familie (vor allem bei Frauen) oder sonstiges Privatleben oder gar Hobbies bitte eher nicht haben, damit er flexibel einsetzbar ist und sich gerne 10+ am Tag ausbeuten laesst.
Ist jetzt etwas ueberspitzt formuliert, aber das ist der Trend den ich gerade beobachtete und da lass ich mich von keiner noch so zurechtgebogenen Statistik blenden.

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