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Premiere in Wirtschaftswissenschaften: Klausur am Laptop

Erstmals legten 180 Studierende der Wirtschaftswissenschaften an der Freien Universität Berlin ihre Abschlussklausur in der Statistik an Laptops und PCs ab.

Zwei Hände schreiben auf der Tastatur eines Laptops.

E-Learning-Premiere: Klausur am Laptop
Berlin, 14.03.2005 (idw) - Der Einsatz von E-Learning hat an der Freien Universität Berlin (FU) einen neuen Höhepunkt erreicht: Erstmals legten 180 Studierende der Wirtschaftswissenschaften ihre Abschlussklausur in der Statistik-Grundausbildung an Laptops und PCs ab. Dabei nutzten die Studierenden den Computer nicht etwa nur für einen Multiple-Choice-Test, sondern arbeiteten mit der preisgekrönten Lernsoftware »Statistiklabor«. Die interaktive Lern- und Arbeitsplattform ermöglicht eine neue und interessantere Form der Statistik-Lehre. Insgesamt bedeutet dies eine deutschlandweit einmalige Integration von multimedialen Lernmethoden in Lehre und Prüfung der universitären Statistik-Ausbildung. Sowohl die Lehrenden als auch die Studierenden sind begeistert von der Innovation. »Wenn ich die Klausur bestanden habe, dann bin ich jetzt ein richtiger Freund von E-Learning«, war die erste Reaktion eines 22-jährigen VWL-Studenten der FU, nachdem er seinen Laptop zugeklappt hatte. Diese Klausur an Laptops und PCs durchzuführen, ist der Erfolg und das Ergebnis des E-Learning-Projekts »Neue Statistik«. Das Projekt basiert auf einer mittlerweile siebenjährigen Arbeit an der Freien Universität Berlin und wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Partner waren unter anderem die Universitäten Hamburg und Bielefeld. CeDiS, das Kompetenzzentrum für E-Learning und Multimedia der Freien Universität Berlin, entwickelte dabei das »Statistiklabor«, das mittlerweile auch andere Universitäten in Deutschland in der Lehre einsetzen.

Die Software bietet eine interaktive Lern- und Arbeitsumgebung. So gestaltet sie die unter angehenden Wirtschaftswissenschaftlern oft ungeliebte Statistik-Grundausbildung völlig neu - weg von der mathematisch-dominierten Aufgabenrechnerei und hin zu einer problemorientierten Herangehensweise. »Mit dem Statistiklabor arbeiten die Studierenden mit echten Datensätzen - etwa aus realen Umfragen - und betreiben so richtige Datenanalyse. Das macht mehr Spaß und hat einen größeren Praxisbezug als nur in den Taschenrechner zu tippen und Wahrscheinlichkeitsfunktionen mit wenigen Zahlen zu berechnen«, erklärt der FU-Statistik-Professor Dr. Ulrich Rendtel, unter dessen Federführung die neue Statistik-Ausbildung mit Abschluss-Klausur am Computer für eine große Veranstaltung im Grundstudium nun Premiere hatte. Die Studierenden stimmen ihrem Professor zu. Ein 21-jähriger BWL-Student betont: »Am Anfang war ich skeptisch, was die obligatorische Nutzung des Statistiklabors während des Semesters und vor allem in der Klausur angeht. Aber alles lief wunderbar und hat mir das Leben mit der Statistik vereinfacht.«

Die Erneuerung der Statistik-Ausbildung ist nur ein Gesicht von E-Learning an der Hochschule im Südwesten der Hauptstadt mit knapp 38.000 Studierenden. Die Entwicklung und der Einsatz von E-Learning ist Teil einer umfassenden Strategie zur Modernisierung der Lehre an der Freien Universität Berlin. Schon im dritten Jahr in Folge legt die Universitätsleitung ein Förderprogramm für E-Learning-Projekte auf, es gibt eine zentrale Lernplattform, Fachbereiche erhalten Sondermittel, Initiativen werden durch das BMBF gefördert und erhielten bereits mehrfach in diesem Bereich renommierte Auszeichnungen wie den »digita« oder »Medida-Prix«. »Unser Ziel ist allerdings nicht eine Online-Universität«, verdeutlicht CeDiS-Leiter Dr. Nicolas Apostolopoulos, »sondern die sinnvolle Ergänzung der Präsenz-Lehre durch multimediale Lehr- und Lernmethoden.« Deshalb sind Taschenrechner, Papier und Bleistift auch in der Statistik-Grundausbildung der Freien Universität Berlin nicht ganz verschwunden, nicht einmal in der computergestützten Klausur.

Weitere Informationen
http://www.e-learning.fu-berlin.de
http://www.statistiklabor.de

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