Hallo, ich hab an einer deutschen Uni 2006 BWL mit Diplom abgeschlossen. Spezialisierung im Hauptstudium Wirtschaftsinformatik und Rechnungwesen. Ich arbeite seit mehr als 17 Jahren als ERP-Spezialist und kenne mich auch mit relationalen DBs aus. Stichwort Karriere: ich wollte nie Karriere im Sinne Gruppenleiter, Abteilungsleiter, CEO etc. d.h. Manager machen, sondern als Fachspezialist gehaltsmässig aufsteigen. Nach 3 Jahren Arbeit in Deutschland habe ich eingesehen, dass in meinem ERP-Bereich das nicht möglich war. Also hab ich 2011 Deutschland Richtung Schweiz verlassen. Und hier bin ich ein Fachspezialist ohne Führungsverantwortung und verdiene ein 6 stelliges Gehalt. Meine Ex-Komilitonen, die bei einigen Autofirmen in Deutschland als Manager anfingen verdienen heute weniger als ich. Fazit: neben dem Studium ist wichtig in welchem Land man arbeitet. Die Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg, Norwegen, USA, Katar, Saudi Arabien sind bei Löhnen und Gehältern die Champions League wohingegen Deutschland und Frankreich einfach in der 2. Liga spielen.
Die Frage ob man auswandern sollte kann ich aber für niemanden beantworten. Jeder sollte IMHO lernen rational zu entscheiden, dazu gibt es tonnenweise Literatur. Man lebt nur einmal und in der Bibel steht nirgends, dass ein Mensch unterbezahlt sein Leben lang in Deutschland verbringen muss. Ferner hat Trump gesagt, dass er die USA wieder reindustrialisieren will. Die grössten Industrienationen nach den USA sind Deutschland und Japan, der Weltmarkt ist aber schon fix aufgeteilt. D.h. wenn die USA wieder mehr auf Eigenproduktion und Ingenieurwesen sowie auf Export setzen wollen, müssen sie geopolitisch gesehen ihre Konkurrenz schwächen. Daher wird es möglicherweise in Zukunft sehr viele arbeitlose deutsche Ingenieure in Deutschland geben. Nur so als Idee zum Nachdenken!
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