DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
Führung & StrategieM&A

BCG M&A-Report 2015: Akquisiteure steigern Aktionwert schneller als organisch wachsende Unternehmen

Die Boston Consulting Group (BCG) hat ihren neuen M&A-Report 2015 vorgestellt. Erfahrene Akquisiteure schaffen mehr Wert für ihre Aktionäre als organisch wachsende Unternehmen. Regelmäßige Zukäufe steigern den Umsatz und Gewinn schneller und schaffen damit langfristig einen höheren Wert für die Aktionäre. Mehr als die Hälfte aller Unternehmenskäufe vernichten jedoch Wert.

Wolkenkratzer zum Thema einer M&A-Studie 2015 der Strategieberatung BCG.

BCG M&A-Report 2015: Akquisiteure schaffen mehr Wert für Aktionäre als organisch wachsende Unternehmen
München, 05.11.2015 (bcg) – Mehr als die Hälfte aller Unternehmenskäufe vernichten Wert. Der heute von The Boston Consulting Group (BCG) veröffentlichte, elfte jährliche M&A-Report 2015 zeigt jedoch: Kaufen Unternehmen regelmäßig zu, sind sie deutlich erfolgreicher als Unternehmen, die nur einmalig oder gar nicht zukaufen, da sie deutlich stärker in Umsatz und Gewinn wachsen.

In der Studie mit dem Titel „From Buying Growth to Building Value" hat BCG den Mehrwert für Aktionäre (den sogenannten „Total Shareholder Return“, TSR, also die Summe aus Aktienkurssteigerung und Dividendenrendite) für rund 19.000 Unternehmen aus ihrer M&A-Datenbank analysiert. Dabei wurde der jährliche TSR für verschiedene Käufertypen im fünf, zehn- und 25-Jahres-Zeitraum untersucht.

Dabei unterscheidet BCG in

„Aktive Käufer und Portfoliokäufer erzielen für ihre Aktionäre einen deutlich höheren jährlichen Mehrwert als Einmalkäufer oder organisch wachsende Unternehmen“, erklärt Jens Kengelbach, BCG-Partner, Global Head of M&A und Co-Autor der Studie.

Portfoliokäufer und Aktive Käufer erreichen einen durchschnittlichen TSR von 11,6 Prozent und 8,8  Prozent über einen Zeitraum von 25 Jahren, während Einmalkäufer und organisch wachsende Unternehmen über den gleichen Zeitraum einen durchschnittlichen TSR von 3,5 und 5,6 Prozent erzielen. Ähnliche Resultate ergeben sich auch für einen Zeitraum von zehn und fünf Jahren. Die Anzahl an Einmalkäufern zieht den Durchschnitt jedoch nach unten. Eine typische Transaktion generiert einen relativen TSR von vier Prozent ein Jahr nach Bekanntgabe der Transaktion. Jedoch erzielen lediglich 47 Prozent aller Transaktionen überhaupt einen positiven relativen TSR. Einmalkäufer erreichen einen relativen TSR von zwei Prozent und nur 43 Prozent erzeugen eine Wertsteigerung für die Aktionäre. Aktive Käufer und Portfoliokäufer hingegen generieren einen relativen TSR von sechs und acht Prozent, dabei erzielen über 50 Prozent ihrer Transaktionen eine positive Wertschaffung für die Aktionäre.

Der M&A-Report 2015 von BCG zeigt noch zwei weitere, überraschende Ergebnisse

  1. Zwar benötigt man Synergien, um eine Übernahmeprämie zu rechtfertigen, aber die Studie zeigt, dass die EBITDA Marge des Käufers innerhalb von zwei Jahren um circa 1 Prozentpunkt sinkt – und das trotz Synergien.
  2. Besonders interessant ist das jedoch, weil diese Betrachtung zu kurz springt: Gerade die Serienkäufer mit mehr als fünf Transaktionen pro Fünfjahreszeitraum schaffen einen fast dreimal so hohen TSR (14,9 Prozent vs. 5,9 Prozent) wie nicht kaufende Unternehmen – und das, weil das höhere Umsatzwachstum die Margenverwässerung überkompensiert.

„Eine Akquisition wird erst durch eine gezielte und effektive Integration erfolgreich“, sagt Kengelbach, der auch das weltweit operierende Transaction Center von BCG leitet. „Im Durchschnitt prüfen Käufer zwanzig Kandidaten an, bevor sie eine Transaktion abschließen. Aber das allein ist keine Erfolgsgarantie, denn die meisten Firmen kaufen selten zu.“ Erfahrungswerte zur Integration eines gekauften Unternehmens sind laut der BCG-Studie rar; die Integration von Zukäufen ist deshalb eine der schwierigsten Herausforderungen für die Top-Entscheider. „Unerfahrene Managementteams sind oft weniger vorbereitet als sie glauben und unterschätzen die Herausforderungen eher", so Kengelbach weiter. „Hier gilt es also, systematische und rigorose Managementprozesse zu implementieren. Nur so behält man die Kosten im Griff und kann Synergien heben.“

„Akquisitionen sorgen für Wachstum und Wertsteigerung – aber nur, wenn stringente, standardisierte Prozesse verfolgt werden“, betont Kengelbach. „Die Daten zeigen, dass Zukäufe tendenziell die Margen verwässern. Je prozesssicherer ein Käufer aber ist, desto höher sind seine Chancen, die geplanten Synergien tatsächlich realisieren zu können. Die Herausforderungen sind dabei aber nicht notwendigerweise proportional zur Transaktionsgröße.“

Download [PDF, 36 Seiten - 2,9 MB]
BCG M&A-Report 2015 - From Buying Growth to Building Value

Im Forum zu M&A

14 Kommentare

Gehalt Corporate M&A

WiWi Gast

Unter 100k macht kein IBler den Exit. und wenn man sich mal auf Linkedin die Profile anschaut, dann sind das keineswegs nur BIG4 Typen

4 Kommentare

Corporate M&A / Strategy

WiWi Gast

War bei einem Automobil DAX im Strategie Praktikum, die Profile der Praktikanten waren total unterschiedlich, von vorherigen Praktika im Banking, Controlling, Personal alles dabei.

3 Kommentare

Corporate M&A Praktikum Stellenwert

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 09.06.2019: Push ...

33 Kommentare

M&A relativ humane Arbeitszeiten

WiWi Gast

Bin hier nach meinem Master mit TG8/11 eingestiegen und das sind 13x4,4k=57k und dazu noch Bonus der mindestens ein Monatsgehalt beträgt und somit 62k Herr Neunmalklug. WiWi Gast schrieb am 12.06.2 ...

2 Kommentare

Einstieg M&A Tax

WiWi Gast

Arbeitstiere werden immer gebraucht. Also einfach bewerben.

7 Kommentare

Praktikum Tier 3/4 Boutique M&A oder TAS Big 4?

WiWi Gast

Das wird mit TAS nichts. Schnitt ist viel zu schlecht, selbst wenn du mit diesen Noten an der HSG, Oxford etc. studieren würdest hättest du keine Chance.

8 Kommentare

Wichtigsten Sachen erster Tag M&A Praktikum

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 31.05.2019: 3/10 ...

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema M&A

Weiteres zum Thema Führung & Strategie

Führungseigenschaften: Kompass mit Deutschlandfahne und Manager.

Weltspitze: Deutsche Top-Manager am zukunftsfähigsten

Die Mehrheit von Investoren bewertet deutsche Top-Manager als geeignet, die Probleme der Zukunft zu lösen. In keinem anderen Land ist das Vertrauen der Investoren in die Führungskräfte größer. In China dagegen glauben 82 Prozent der Investoren nicht an die Zukunftsfähigkeit der Manager. In den USA bezweifeln dies immerhin 70 Prozent, so das Ergebnis einer Management-Studie der Personalberatung Korn-Ferry.

Karriere zum DAX-CEO: Eine junger Manager im Anzug läuft eine lange Treppe hoch.

Fast jeder zweite DAX-Chef ist Wirtschaftswissenschaftler

Die Wirtschaftswissenschaftler dominieren das Topmanagement der DAX-Unternehmen. 56 Prozent der Vorstände in MDAX-Unternehmen und 47 Prozent der Vorstände im DAX und SDAX sind Wirtschaftswissenschaftler. Von den CEOs der TecDAX-Unternehmen hat dagegen lediglich jeder dritte Wirtschaftswissenschaften studiert. Jeder fünfte Vorstandschef, der erstmals ein Unternehmen führte, war zuvor Finanzvorstand. Die CEOs waren vorher am häufigsten Unternehmensberater, wie die Lebensläufe von 170 DAX-Vorständen laut dem "Headhunter" Korn Ferry zeigen.

Jobzufriedenheit: Eine weibliche Führungskraft lacht beim Telefonieren.

Jobzufriedenheit von Führungskräften am höchsten

Führungskräfte sind häufig sehr glücklich in ihrem Job. 41,7 Prozent der Führungskräfte bezeichnen sich als "sehr zufrieden" mit ihrer Arbeit. Akademikerinnen und Akademiker sind mit 39,5 Prozent generell überdurchschnittlich zufrieden im Job. Jeder dritte Erwerbstätige ist laut Statistischem Bundesamt in Deutschland mit seiner Tätigkeit "sehr zufrieden".

Managerinnen-Barometer 2018: Erfolge mit Frauenquote

Die Frauenquote für Aufsichtsräte wirkt. Der Frauenanteil ist auf 30 Prozent gestiegen. Dennoch sind Frauen in Spitzengremien großer Unternehmen noch immer deutlich in der Minderheit. Die Vorstände sind weiterhin eine Männerdomäne. Besonderen Aufholbedarf haben Banken und Versicherungen. Das ergibt das aktuelle Managerinnen-Barometer 2018 des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).

New-York, Freiheitsstatur,

CEO Challenge 2017: Die Sorgen der Chefs

Die unsichere politische Lage rund um den Globus ist aus Sicht deutscher Unternehmen derzeit die größte Herausforderung. Das geht aus einer gemeinsamen Umfrage von IW Consult und The Conference Board hervor. Sorgen vor einer globalen Rezession sind bei hiesigen Managern dagegen weniger verbreitet als in anderen Ländern.

Zwei Manager mit Koffern am Flughafen.

Stühlerücken in Chefetagen - Viele neue Dax-Vorstände mit Digital-Erfahrung

Die Chefetagen in den Dax-Konzernen von Dax30, MDax, TecDax und SDax sind in Bewegung. Rund 120 Vorstände haben zum Jahreswechsel das Unternehmen gewechselt, stiegen auf oder haben ihren Vertrag verlängert. Mit Angela Titzrath rückt dabei eine Frau neu in den Vorstand auf. Jeder zweite neue Dax-Vorstand besitzt bereits digitale Erfahrung.

Managerinnen-Barometer 2017: DAX-Vorstände bleiben weiter Männerdomäne

Die eingeführte Geschlechterquote zeigt ihre erste Wirkung: Der Frauenanteil in Aufsichtsräten, Vorständen und Gremien ist gestiegen. Dennoch sind Frauen nach wie vor unterrepräsentiert. Das ergibt das aktuelle Managerinnen-Barometer 2017 des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Dafür hat das DIW Berlin mehr als 500 Unternehmen untersucht.

Beliebtes zum Thema Karriere

CFA-Prüfung zum Chartered Financial Analyst

Chartered Financial Analyst: Rekord von über 250.000 CFA-Prüfungen

Die Nachfrage nach der Chartered Financial Analyst (CFA) Qualifikation erreicht im Juni 2019 einen neuen Höchststand. Die Zahl der weltweiten Anmeldungen zu CFA-Prüfungen stieg im Vorjahresvergleich um 11 Prozent, gibt CFA Institute, der führende globale Berufsverband für die Investmentbranche bekannt. Besonders in den Schwellenländern wächst das Interesse an der Weiterbildung für Vermögensverwalter, Portfoliomanager, professionelle Investor und Finanzanalysten.

Führungseigenschaften: Kompass mit Deutschlandfahne und Manager.

Weltspitze: Deutsche Top-Manager am zukunftsfähigsten

Die Mehrheit von Investoren bewertet deutsche Top-Manager als geeignet, die Probleme der Zukunft zu lösen. In keinem anderen Land ist das Vertrauen der Investoren in die Führungskräfte größer. In China dagegen glauben 82 Prozent der Investoren nicht an die Zukunftsfähigkeit der Manager. In den USA bezweifeln dies immerhin 70 Prozent, so das Ergebnis einer Management-Studie der Personalberatung Korn-Ferry.

Drei Absolventenhüte symbolisieren die geplanten neuen Berufsabschlüsse Berufsspezialist, Berufsbachelor und Berufsmaster.

BBiG-Novelle 2020: Berufsbachelor und Berufsmaster gepant

Das Bundesbildungsministerium plant das Berufsbildungsgesetz (BBiG) mit Wirkung zum Jahr 2020 anzupassen. Ziel ist es, dadurch die Berufsausbildung zu stärken. Kern der BBiG-Novelle sind die drei neuen Berufsabschlüsse "Berufsspezialist", "Berufsbachelor" und "Berufsmaster". Die Hochschulrektorenkonferenz warnt vor einer Verwechslungsgefahr mit Hochschulabschlüssen.

Karriere zum DAX-CEO: Eine junger Manager im Anzug läuft eine lange Treppe hoch.

Fast jeder zweite DAX-Chef ist Wirtschaftswissenschaftler

Die Wirtschaftswissenschaftler dominieren das Topmanagement der DAX-Unternehmen. 56 Prozent der Vorstände in MDAX-Unternehmen und 47 Prozent der Vorstände im DAX und SDAX sind Wirtschaftswissenschaftler. Von den CEOs der TecDAX-Unternehmen hat dagegen lediglich jeder dritte Wirtschaftswissenschaften studiert. Jeder fünfte Vorstandschef, der erstmals ein Unternehmen führte, war zuvor Finanzvorstand. Die CEOs waren vorher am häufigsten Unternehmensberater, wie die Lebensläufe von 170 DAX-Vorständen laut dem "Headhunter" Korn Ferry zeigen.

Jobzufriedenheit: Eine weibliche Führungskraft lacht beim Telefonieren.

Jobzufriedenheit von Führungskräften am höchsten

Führungskräfte sind häufig sehr glücklich in ihrem Job. 41,7 Prozent der Führungskräfte bezeichnen sich als "sehr zufrieden" mit ihrer Arbeit. Akademikerinnen und Akademiker sind mit 39,5 Prozent generell überdurchschnittlich zufrieden im Job. Jeder dritte Erwerbstätige ist laut Statistischem Bundesamt in Deutschland mit seiner Tätigkeit "sehr zufrieden".

Das Bild zeigt passend zur Manpower-Studie "Karriereziele" einen Kompass und das Wort "Karriere"

Karriereziele 2018: Jeder Zweite wünscht sich mehr Gehalt

Aktuell machen die Deutschen ihren Job vorwiegend wegen des Geldes. Mehr Gehalt ist entsprechend der zentrale Karrierewunsch von jedem Zweiten für 2018. Wie wichtig es ist, Kenntnisse rund um die Digitalisierung aufzubauen, haben nur wenige Arbeitnehmer erkannt. 18 Prozent der Deutschen sind karrieremüde und möchten weniger arbeiten. Zu diesen Ergebnissen kommt die Manpower-Studie „Karriereziele 2018“.

Lernstress: Buchcover "Kein Stress mit dem Stress"

Broschüre: Kein Stress mit dem Stress

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales unterstützt Betriebe im Rahmen des Projekts „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt“ mit Informationen und Handlungshilfen. Neu im Angebot ist der Sammelordner „Kein Stress mit dem Stress – Lösungen und Tipps für Führungskräfte und Unternehmen“.