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Führung & StrategieFrauenquote

Managerinnen-Barometer 2013: Frauenanteil in Spitzenpositionen steigt leicht

Vorstands- und Aufsichtsratsposten sind nach wie vor eher selten mit Frauen besetzte. Größere Zuwächse konnten jedoch in den DAX-30-Unternehmen festgestellt werden, bei denen der Anteil bei 19,4 Prozent lag.

Ein spitzer Wolkenkratzer und ein rund geformtes Holzgebäude vor blauem Himmel.

Managerinnen-Barometer 2013: Frauenanteil in Spitzenpositionen deutscher Unternehmen steigt leicht
Berlin, 07.02.2013 (diw) - Der Frauenanteil in Aufsichtsräten und Vorständen großer deutscher Unternehmen ist 2012 etwas gestiegen, verharrt aber weiterhin auf niedrigem Niveau. Das ist das Ergebnis des neuesten Managerinnen-Barometers des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Demnach waren die Vorstandspositionen der gemessen am Umsatz 200 größten deutschen Unternehmen Ende 2012 zu einem Anteil von vier Prozent mit Frauen besetzt, was einem Anstieg von einem Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr entspricht. „Insgesamt waren die Zuwächse zu gering, fanden bei zu wenigen Unternehmen statt und basierten auf zu geringen Ausgangswerten, um etwas an der überwältigenden männlichen Dominanz in Vorständen und Aufsichtsräten zu ändern“, sagt DIW-Forschungsdirektorin Elke Holst. Insgesamt müsse sich die Kultur für Frauen in Führungspositionen weiter verbessern.

Frauenanteile in Aufsichtsräten höher als in Vorständen
Etwas dynamischer war die Entwicklung bei den DAX-30-Unternehmen: Dort stieg der Frauenanteil im Vorstand von 3,7 auf 7,8 Prozent. Dies dürfe jedoch nicht mit der allgemeinen Entwicklung gleichgesetzt werden, so die beiden Studienautorinnen Elke Holst und Julia Schimeta: „Zum einen handelt es sich nur um 30 Unternehmen, und dort sind geringe Veränderungen natürlich mit größeren prozentualen Anteilen verbunden. Zum anderen stehen diese Unternehmen auch verstärkt im Fokus der Öffentlichkeit und sehen sich so mit einem höheren Handlungsdruck konfrontiert.“ Eine reine Männerdomäne bleiben die Vorstandsvorsitze: Schon seit Jahren wird kein einziges Dax-30-Unternehmen von einer Frau geführt, dies hat sich auch 2012 nicht geändert.

Im Finanzsektor stellen Frauen zwar die Mehrheit der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, an der Spitze sind sie aber nach wie vor stark unterrepräsentiert. Bei den 100 größten deutschen Banken und Sparkassen gibt es lediglich 4,2 Prozent Frauen im Vorstand, was einem Zuwachs von einem Prozentpunkt gegenüber dem Jahr 2011 entspricht. Bei den Versicherungen liegt der Anteil mit 5,7 Prozent nur unwesentlich höher.

Grundsätzlich stärker vertreten sind Frauen in Aufsichts- und Verwaltungsräten. Bei den Top-200-Unternehmen waren vergangenes Jahr 12,9 Prozent der Aufsichtsgremien weiblich besetzt, bei den Dax-30-Unternehmen lag der Anteil mit 19,4 Prozent sogar noch etwas höher. „Das liegt vor allem an den Arbeitnehmervertretungen, die noch immer häufiger als die Eigentümerseite Frauen in Aufsichtsräte entsenden“, erklärt Holst. Anteilig mehr Frauen als im Vorstand sind auch in den Aufsichtsräten im Finanzsektor zu finden: Dort waren zum Jahresende 17,8 Prozent der Aufsichtsräte bei Banken und Sparkassen Frauen, bei den Versicherungen 15,3 Prozent.

Derzeitige Anstrengungen würden für gesetzliche Frauenquoten nicht ausreichen
Im internationalen Vergleich liegt Deutschland in der Rangliste der Mitgliedsländer der Europäischen Union auf Rang 6, knapp über dem Durchschnitt. Die Spitzenreiter Finnland, Lettland und Schweden liegen jedoch in relativ weiter Ferne. Das Land mit dem größten Frauenanteil in den höchsten Entscheidungsgremien, Norwegen, realisierte sogar eine annähernd drei Mal so hohe Frauenquote wie Deutschland.

Auch deshalb fordern die DIW-Expertinnen verstärkte Anstrengungen. „Sollen in den Aufsichtsräten großer Unternehmen die politisch wie öffentlich vielfach geforderten Anteile von 30 beziehungsweise 40 Prozent Frauen in absehbarer Zeit umgesetzt werden, sind deutlich größere Schritte als bislang notwendig“, betonen Holst und Schimeta. Das laufende Jahr sei eine gute Gelegenheit, die Frauenanteile vor allem in Aufsichtsräten angesichts zahlreicher Neu- und Wiederbesetzungen weiter zu erhöhen. Zudem müsse sich die Kultur für Frauen in Führungspositionen weiter verbessern, so DIW-Forschungsdirektorin Holst: „Viele Frauen, die in Führungspositionen kommen, treffen auf Standards männlicher Lebensrealitäten wie sehr lange Arbeitszeiten. Mit diesem Pensum können aber weder Frauen noch Männer Familie und Beruf vereinbaren“, sagt Holst, zeigt sich aber zuversichtlich: „Da inzwischen auch viele Männer immer stärker ihre Kinder aufwachsen sehen wollen, gibt es mittlerweile ein gemeinsames Interesse von Männern und Frauen an einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie.“

Download Wochenbericht 3/2013 [PDF, 28 Seiten - 0,55 MB]
http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.414308.de/13-3.pdf


DIW Managerinnen-Barometer
Das DIW Managerinnen-Barometer beobachtet die Trends bei der Besetzung von Spitzenpositionen in großen deutschen Unternehmen durch Männer und Frauen. Seit 2006 wird dazu einmal jährlich die Zahl der Frauen in den Vorständen und Aufsichtsräten der 200 größten deutschen Unternehmen ausgewertet. Später kamen die DAX-30-, M-DAX- und S-DAX-Unternehmen sowie die Beteiligungsunternehmen des Bundes hinzu. Zusätzlich wird die Entwicklung im Finanzsektor, also bei den 100 größten Banken und Sparkassen sowie etwa 60 Versicherungen erfasst.

Im Forum zu Frauenquote

35 Kommentare

Frauenquote, Vor- oder Nachteil?

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 07.04.2020: Wenn man noch MINT dazu nimmt wäre eine 10% Frauenquote schon fast ein Wunder. Nur Mathe hat eine relativ hohe Frauenquote unter den Fächern. ...

76 Kommentare

Frauen

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 18.04.2020: Wäre wünschenswert. Bei uns im Konzern gibt es aber auch die typischen Quotenfrauen die dann weniger Input geben. Z.Bsp. teilen sich zwei Frauen eine ...

29 Kommentare

Pro./Cons. Frauen bevorzugt recruten

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 17.02.2019: Letztens gab es auch dazu einen Beitrag bei ZDF oder so, der dass erklärt hat. Es gibt zu wenig weibliche Vorbilder und die ganzen Geldgeber sind männlich. Es wird ...

12 Kommentare

Frauenquote - Status Quo

WiWi Gast

Sorry, aber ich glaube bei der Diskussion werden oft Ursache und Wirkung verwechselt. Ich kenne mehrere Managerinen die es schon von der Quote waren. Sie haben eines gemeinsam, sie haben keine Eltern ...

14 Kommentare

Kaum Frauen im Unternehmen

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 21.06.2018: Das ist normal, das nennt man Arbeit. Ein Konzerninterner Konkurrenzkampf ist immer da. ...

79 Kommentare

Re: Meinungen zur Frauenquote

WiWi Gast

-gIch verstehe das Geheule nicht. Es gibt de facto eine ungleiche Verteilung an Frauen und Männern in Führungspositionen. Aber davon mal ab ist nachgewiesen, dass unterschiedliche Teams (dazu gehören ...

72 Kommentare

Re: Welche Uni hat die besten Frauen?

WiWi Gast

Im Norden eindeutig Lüneburg!

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