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GehaltsverhandlungGehaltserhöhung

Gehälterstudie 2012: Grundgehälter steigen in Deutschland um 2,9 Prozent

In Deutschland werden die Gehälter dieses Jahr voraussichtlich um 2,9 Prozent steigen und damit um 1,6 Prozentpunkte über der für 2012 prognostizierten Inflationsrate von 1,3 Prozent liegen. Dies zeigt eine Erhebung des Beratungsunternehmens Mercer.

Buchstabenwürfel ergeben das Wort: Gehälter, welches sich auf einer roten, glatten Oberfläche wiederspiegelt.

Gehälterstudie 2012: Grundgehälter steigen in Deutschland um 2,9 Prozent
In Deutschland werden die Gehälter dieses Jahr voraussichtlich um 2,9 Prozent steigen und damit um 1,6 Prozentpunkte über der für 2012 prognostizierten Inflationsrate von 1,3 Prozent liegen. Durchschnittlich sind in Westeuropa Gehaltssteigerungen von 2,7 Prozent zu erwarten. Spitzenreiter ist Norwegen mit 3,1 Prozent, gefolgt von Belgien, den Niederlanden, Österreich, Schweden und UK mit jeweils 3,0 Prozent. Die Schlusslichter in Westeuropa sind Irland (2,0 Prozent) und die Schweiz (2,1 Prozent). In Griechenland erwartet die Beschäftigten trotz der Eurokrise ein Gehaltsplus von 2,3 Prozent, in Portugal und Spanien ist sogar mit 2,5 Prozent zu rechnen. Dies sind die Ergebnisse einer aktuellen Erhebung, die das internationale Beratungsunternehmen Mercer im Januar 2012 durchgeführt hat.

„Um die Gehaltssteigerungen richtig einordnen zu können, müssen die erwarteten Inflationsraten berücksichtigt werden. In Irland und der Schweiz zum Beispiel profitieren die Arbeitnehmer von einer vergleichsweise niedrigen Inflationsrate. In Schweden, Dänemark und UK dagegen werden relativ hohe Inflationsraten erwartet. Das Gehaltsplus, das die Arbeitnehmer dort in diesem Jahr erhalten, wird daher kaum spürbar sein“, sagt Mercer-Experte Stefan Würz.

Unter Berücksichtigung der Inflationsraten werden die effektiven Gehaltssteigerungen am geringsten in Dänemark und Portugal (jeweils ein Plus von 0,4 Prozent) und am stärksten in Deutschland (plus 1,6 Prozent) sowie in Frankreich und Luxemburg (jeweils plus 1,5 Prozent) ausfallen.

Geschäftsführer in Italien und der Schweiz erhalten im Vergleich zu den anderen Ebenen im Unternehmen das größte Gehaltsplus
Betrachtet man die Gehaltssteigerungen bezogen auf die verschiedenen Ebenen in den Unternehmen, so ergibt sich folgendes Bild: Während in Belgien, Irland, Österreich und UK die durchschnittlichen Gehaltssteigerungen für alle Ebenen etwa gleich hoch liegen, gewähren Unternehmen in Italien (3,0 Prozent bzw. 1,4 Prozent effektiv) und der Schweiz (2,1 Prozent bzw.. 1,2 Prozent effektiv) ihren Geschäftsführern das größte Plus. Etwas geringer fallen dort die Steigerungen für Manager und Führungskräfte aus, Kollegen auf den Ebenen darunter müssen mit einem geringeren Plus rechnen. In Deutschland dürfen sich Manager und Führungskräfte über einen größeren Gehaltssprung freuen als Geschäftsführer und Mitarbeiter auf den Ebenen darunter. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in Frankreich, Luxemburg, Norwegen und Portugal.

Gesamtvergütung: Grundgehälter machen in 15 von 17 Ländern über 70 Prozent aus
In 15 der 17 untersuchten Länder Westeuropas liegt der Anteil des Grundgehalts am Gesamtvergütungspaket bei über 70 Prozent. An der Spitze liegen Finnland (92 Prozent) und Österreich (90 Prozent). In Deutschland beträgt der Anteil durchschnittlich 85 Prozent. In Portugal hingegen macht das Grundgehalt nur 48 Prozent aus. „Hier spielen Gehaltszulagen mit 25 Prozent eine große Rolle, die steuerlich für Unternehmen und Mitarbeiter äußerst attraktiv sind. Beispielsweise werden Zuschüsse zum Essen, für Kraftstoffe oder für Straßennutzungsgebühren und Parkplatzkosten gewährt“, erklärt Stefan Würz. Auffällig ist auch das Bild in Belgien: „In Belgien haben betriebliche Nebenleistungen eine große Bedeutung. Der Anteil an der Gesamtvergütung liegt bei 30 Prozent, da z. B. die Absicherung von Unfallrisiken und Tod oder auch die Altersversorgung überwiegend auf betrieblicher Basis erfolgt. Hinzu kommt die Unterstützung für medizinische Hilfeleistungen und natürlich auch der Firmenwagen“, so Würz weiter.

Mitarbeitermotivation: Unternehmen müssen verstärkt auf nicht-finanzielle Faktoren setzen
Vor dem Hintergrund der anhaltenden Wirtschaftskrise stehen den Unternehmen in Westeuropa auch in diesem Jahr nur begrenzte Budgets für Gehaltserhöhungen zur Verfügung. „Der Grundsatz „Pay for Performance“ gewinnt daher noch mehr an Bedeutung. Darüber hinaus sind Unternehmen gefordert, kreativ zu sein und verstärkt nicht-finanzielle Anreize einzusetzen, um ihre Mitarbeiter zu motivieren. Sie sollten auf Bereiche wie Karriereentwicklung, Work Life-Balance oder attraktive betriebliche Nebenleistungen setzen, um Leistungsträger und junge Talente im Unternehmen zu halten“, so die Empfehlung von Stefan Würz.

Über die Studie
In den Mercer TRS Quarterly Pulse Survey, der im Januar 2012 durchgeführt wurde, sind die Daten zu den geplanten Steigerungen der Grundgehälter für 2012 aus fast 400 multinationalen Unternehmen aus 69 Ländern in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika eingeflossen. Die Studie bietet Daten für alle Mitarbeitergruppen, von der Arbeiter- bis zur Managementebene.

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