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Gehaltsbiografie 2017: Gehaltserhöhungen nur bis 40 Jahre?

Regelmäßige Gehaltserhöhungen erwartet jeder. Doch bis wann können Arbeitnehmer mit Gehaltserhöhungen rechnen? Steigt das Gehalt immer weiter? Die Gehaltsbiografie 2017 der Karriereplattform Gehalt.de analysiert wichtige Parameter wie Geschlecht, Ausbildung, Firmengröße und Branche.

Gehaltsbiografie 2017 analysiert Gehaltsentwicklungen im Karriereverlauf
Berufseinsteiger aber auch Beschäftigte, die bereits seit einigen Jahren im Berufsleben sind, freuen sich auf zukünftige Gehaltserhöhungen: Wieder ist ein Jahr vorbei, also kann man doch mal vorsichtig beim Chef anklopfen und nach mehr Gehalt fragen?! Bis zu welchem Lebensjahr aber können Beschäftigte mit einer Gehaltssteigerung rechnen – oder steigt das Gehalt immer weiter? In der aktuellen Studie „Gehaltsbiografie 2017“ wurden 217.867 Gehaltsdaten analysiert und wie sich das Gehalt hinsichtlich des Lebensalters entwickelt. Hinzu kommen Parameter wie das Geschlecht, der Ausbildungshintergrund sowie die Firmengröße und die Branche.

Gehaltsentwicklungen: Wie verändert sich das Gehalt im Laufe des Berufslebens?
In einer ersten Übersicht werden die Gehaltsentwicklungskurve über alle Beschäftigten im zeitlichen Verlauf – vom Berufseinstieg bis zum 60. Lebensjahr – dargestellt. Für Fach- und Führungskräfte gilt: Bis Mitte 40 steigt das Gehalt aller Arbeitnehmer kontinuierlich an.

Betrachtet man Fach- und Führungskräfte getrennt voneinander, können jedoch Unterschiede festgestellt werden:

Gehaltsentwicklungen im Laufe des Berufslebens

Gender Pay Gap während der Karriere
Aus der Gehaltsbiografie 2017 geht hervor, dass die Entgeltlücke bereits zum Berufseinstieg vorhanden ist und sich im Laufe der Zeit vergrößert. Bei Fachkräften verdienen Frauen konstant unter dem Durchschnittsgehalt von 45.889 Euro, ab dem 35. Lebensjahr kann der Lohn sogar stagnieren. Dies begründet sich oft mit beruflichen Unterbrechungen – zum Beispiel für die Familienplanung. Oft kommen Frauen nach dem Mutterschutz und/oder der Elternzeit nicht mehr auf ihre bisherige Gehaltshöhe. Männliche Fachkräfte vergrößern in der Zeit ihren finanziellen Vorsprung. Die Lücke wird also größer. Männer erhalten zwischen dem 30. und dem 50. Lebensjahr nur geringe Gehaltserhöhungen. Insgesamt liegt ihr Gehalt konstant über dem Schnitt.

Im Vergleich dazu ist die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen in Führungspositionen noch größer. Ihr maximales Gehalt erhalten Frauen im Alter von 50 Jahren, es liegt in einer Höhe von 90.800 Euro brutto jährlich. Das Einkommen männlicher Abteilungsleiter steigt später, mit 55 Jahren, noch auf durchschnittlich 131.000 Euro jährlich.

Ausbildungshintergrund: Je höher der Abschluss, desto mehr Gehalt?
Beschäftigte, die keinen akademischen Abschluss vorweisen können, verdienen im Laufe ihres Berufslebens weniger als der Durchschnitt von 45.889 Euro brutto liegt. Wenn Fachkräfte einen akademischen Abschluss vorweisen können, verdienen sie nach rund 5 Jahren im Beruf überdurchschnittlich. Ein Bachelorabschluss schlägt für Fachkräfte mit rund 65.000 Euro im Jahr zu Buche, ein Masterabschluss liegt mit 75.000 Euro noch mal darüber.

Obwohl ein Mastertitel einen späteren Berufseinstieg zur Folge hat, haben Führungskräfte mit diesem akademischen Abschluss in ihrer Karriere die besten Gehaltsaussichten. Der Lohnunterschied zwischen Führungskräften mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung und denen mit einer Weiterbildungsqualifikation zum Meister oder Fachwirt ist nur sehr gering.

Nicht jeder Akademiker verdient überdurchschnittlich viel
Insgesamt können wir aber auch feststellen, dass es Differenzen zwischen verschiedenen Studiengängen gibt. Wir haben exemplarisch Beschäftigte mit Abschlüssen in Ingenieurs-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften miteinander verglichen.

Akademiker erhalten erst mit 31 ein höheres Gehalt als Beschäftigte ohne Studium
Das Lebenseinkommen von Akademikern im Allgemein und das Lebenseinkommen von Wirtschaftswissenschaftlern im Speziellen überholt erst mit 31 Jahren das Gehalt von Beschäftigten, die über eine Berufsausbildung verfügen. Wenn Beschäftigte studieren, macht sich die Qualifikation erst später auf dem Gehaltskonto bemerkbar. Der Vorteil von Auszubildenden, früher als Akademiker ihr eigenes Gehalt zu verdienen, kehrt sich spätestens mit 31 Jahren um. Praktische Erfahrungen, wie beispielsweise der Umgang mit Kunden, sind in einigen Berufsfeldern wichtiger als in anderen. Das bedeutet, dass Akademiker zum Teil etwas mehr Berufserfahrung sammeln müssen, ehe sie mehr verdienen als ihre Kollegen mit Berufsausbildung. Zu diesen Berufen gehören zum Beispiel der Vertrieb sowie der IT-Bereich.

Firmengröße: Welche Unternehmensgröße lohnt sich?
Der Parameter der Firmengröße hat einen wichtigen Einfluss darauf, wie sich das Gehalt von Beschäftigten im Laufe der Karriere verändert. Bereits ab einer Firmengröße von 501 Mitarbeitern können Fach- und Führungskräfte überdurchschnittliche Gehälter erhalten. Fachkräfte, die mit 20 Jahren in Großkonzernen mit über 20.000 Mitarbeiter einsteigen, verdienen bereits 59 Prozent mehr als Fachkräfte im gleichen Alter in Kleinstunternehmen mit unter 5 Mitarbeitern. Laut Auswertung fallen Betriebe mit weniger als 5 Mitarbeitern in die Kategorie „Kleinstunternehmen“. Doch es müssen keine Großkonzerne sein: Schon in Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern verdienen Fachkräfte mehr als doppelt so viel als in kleinen Betrieben.

Bereits ab einer Firmengröße von mehr als 500 Mitarbeitern können Führungskräfte mit einem überdurchschnittlichen Gehalt rechnen. Den größten Gehaltsanstieg zwischen Berufseinstieg und 60. Lebensjahr erleben sie vor allem in Unternehmen, die zwischen 5.000 und 20.000 Mitarbeiter beschäftigen.

Unterschiedliche Gehaltserhöhungen nach Branche
Die Topbranchen sind nicht zwangsläufig auch die Wirtschaftszweige, in denen Beschäftigte im Laufe ihrer Karriere die höchste Gehaltsentwicklung erleben: Fachkräfte erfahren die größte Gehaltssteigerung in der Pharmabranche, Führungskräfte dagegen in Banken. Im Einzelhandel, Hotel/Gaststätten sowie in sozialen Einrichtungen und dem Handwerk erhalten sowohl Fach- als auch Führungskräfte die geringsten Gehaltssteigerungen innerhalb ihres Berufslebens.

Download [PDF, 26 Seiten – 1,26 MB]
Gehaltsbiografie 2017


Datenbasis: Die Geschlechts- und Altersverteilung
Insgesamt besteht die Datenbasis bei dieser Studie aus 217.867 Gehaltsdaten. Die Daten setzen sich zusammen aus 60 Prozent männlichen und 40 Prozent weiblichen Beschäftigten. Bei den weiblichen Arbeitnehmern sind insgesamt 2,7 Prozent in einer Führungsposition, bei den männlichen Kollegen sind es dagegen immerhin schon 10,6 Prozent. Die Mehrheit der Beschäftigten fällt in das Alterssegment von 30-49 Jahren. Das Durchschnittsalter der Männer liegt bei 38 Jahren, das der Frauen bei 39 Jahren.

Im Forum zu Gehaltsentwicklung

19 Kommentare

Gehaltsentwicklung Big4 vs. DAX 30

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 27.01.2019: Bin letztes Jahr eingestiegen mit Master und in ...

11 Kommentare

Gehaltsentwicklung 1-2 Jahre nach Einstieg

WiWi Gast

Einstieg: 45.000 (42-45h) 3y: 48.000 (45H) (schon da hatte ich externe Kollegen mit ähnlicher Erfahrung die bei 65.000 eingestiegen sind) 4y: 52.500 (45-50h) (interner Wechsel) 5y: 70.000 (42-45h) ...

5 Kommentare

Gehaltsentwicklung nach Einstieg

WiWi Gast

Einstieg Juli 2018 IT Consulting mit Fokus auf Data Analytics (Master in WInfo) mit 56k all in Wechsel Februar 2019 70k all-in als Senior IT Consultant

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WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 23.11.2018: Sehe ich auch so, 28k war meine Spesenabrechnung für August! Wo leben wir denn hier.. ...

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Gehalt nach 5 Jahren

WiWi Gast

push

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Gehaltsentwicklung bei Einstieg <40k

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 31.10.2018: Einstieg mit 31k nach Bachelor in NRW. Beratung, aber chillig mit 40h. Nach 9 Monaten Pistole auf die Brust gesetzt und mit Wechsel gedroht -> 41k. ...

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Re: Langfristige Gehaltsentwicklung thematisieren

WiWi Gast

Wieso sollte man dir jetzt schon ein besseres (oder willst du ein schlechteres verhandeln?) Gehalt ab einem späteren Zeitpunkt versprechen? Da wird neu verhandelt und fertig.

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Gender Pay Gap: Frauen verdienen 21 Prozent pro Stunde weniger

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