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Steuern: News & TippsEinkommensteuer

Steuer– und Abgabenlast für Arbeitnehmer weiter gesunken

Deutschland gehörte 2010 erneut zu den Ländern, in denen die Steuer- und Abgabenlast für Arbeitnehmer stärker gesunken ist als im OECD-Schnitt. Für einen durchschnittlichen unverheirateten Angestellten ohne Kinder reduzierte sich die Gesamtbelastung um 1,84 Prozentpunkte.

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Berlin , 11.05.2011 (oecd) - Deutschland gehörte 2010 erneut zu den Ländern, in denen die Steuer- und Abgabenlast für Arbeitnehmer stärker gesunken ist als im OECD-Schnitt. Für einen durchschnittlichen unverheirateten Angestellten ohne Kinder reduzierte sich die Gesamtbelastung um 1,84 Prozentpunkte (nur Ungarn lag mit minus 6,65 Prozentpunkten noch darüber). Dies geht aus der aktuellen Ausgabe der OECD-Studie Taxing Wages hervor. Für alle untersuchten Haushaltstypen liegt die Abgabenlast nun unter dem Niveau des Jahres 2000 und das, obwohl die nominalen Durchschnittslöhne seither erheblich gestiegen sind.

In zwei von drei OECD-Ländern hat sich die Steuer- und Abgabenlast im vergangenen Jahr erhöht. In Deutschland jedoch führten höhere Kinderfreibeträge und eine leichte Anpassung des allgemeinen Steuerfreibetrages zum Rückgang der Steuer- und Abgabenlast. Auf mittlere Sicht haben vor allem kinderlose Spitzenverdiener von den Entlastungen der vergangenen Jahre profitiert. Für Alleinerziehende, die nur über die Hälfte eines Durchschnittseinkommens verfügen, lagen die Lohnabzüge dagegen in etwa auf dem Niveau des Jahres 2000.

Insgesamt wird der Faktor Arbeit in Deutschland noch immer deutlich stärker mit Sozialabgaben und Steuern belastet als in den meisten anderen OECD-Ländern. Besonders weit über dem OECD-Mittel liegt die Belastung bei alleinstehenden Geringverdienern und Alleinerziehenden. So beliefen sich in Deutschland 2010 Steuern und Sozialabgaben für einen alleinerziehenden Geringverdiener (zwei Kinder, 67 Prozent des Durchschnittsverdiensts) auf 29,7 Prozent der Arbeitskosten (Bruttoverdienst plus Sozialbeiträge der Arbeitgeber). Die Abgabenlast lag damit um 13,9 Prozentpunkte über dem OECD-Schnitt von 15,8 Prozent. Bei einen Ehepaar mit zwei Kindern und einem Erwerbstätigen mit Durchschnittsverdienst lagen in Deutschland die Abzüge bei 32,6 Prozent der Arbeitskosten. Das sind nur 7,8 Prozentpunkte mehr als der OECD-Schnitt von 24,8 Prozent.

Die Steuer- und Sozialabgabenlast auf die Arbeitskosten berechnet sich aus Einkommenssteuer abzüglich Bartransfers (z.B. Kindergeld) plus Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber. Pauschale Absetzungen von der Steuer für Werbungskosten oder Sozialversicherungsbeiträge werden ebenfalls berücksichtigt. Nicht enthalten in der Berechnung sind positive oder negative Einkünfte aus anderen Einkunftsarten (Kapital, selbständige Arbeit, Vermietung und Verpachtung etc.), Steuerabschläge, die an bestimmte Voraussetzungen gebunden sind (z.B. für Berufspendler) und Transfers, die ausschließlich für Bezieher geringer Einkommen gezahlt werden (z.B. Wohngeld). Für detaillierte Angaben zu Deutschland siehe S. 297ff Taxing Wages.

Als Durchschnittslohn wird der durchschnittliche Jahresbruttoverdienst eines kinderlosen Vollzeitarbeitnehmers in der Privatwirtschaft herangezogen. Dieser ist für Deutschland von 40.929 Euro im Jahr 2009 auf 41.750 Euro 2010 gestiegen. Ausgedrückt in US-Dollar zu Kaufkraftparitäten (US-Dollar PPP) entspricht das 51.935 US-Dollar PPP (2009: 50.802 US-Dollar PPP). Im OECD-Schnitt lag das durchschnittliche Jahresbrutto bei 35.576 US-Dollar PPP (ungewichtetes Mittel; 2009: 35.158 US-Dollar PPP).

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