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Probleme mit meinem Arbeitskollegen / Vorgesetzten

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WiWi Gast

Probleme mit meinem Arbeitskollegen / Vorgesetzten

Hallo,

ich arbeite seit Januar 2016 als Berufseinsteiger in der Automobilbranche, also seit knapp 6 Wochen.

Der Berufseinstieg ist alles andere als leicht, denn es gibt gar kein Einstiegsprogramm oder keine Einarbeitung.
Laut meiner Arbeitskollegen soll man alles "on the job" lernen - Learning by doing.

Ich fing an zu arbeiten nach dem Motto: "Wenn die anderen es geschafft haben, dann schaffe ich es auch".

Meine Position ist als Newcomer "Specialist". Dann kommt "Assistant Manager". Danach Abteilungsleiter.

Ich habe ein kleines, aber potenziell größer werdendes Problem mit meinem Assistant Manager.

Bis jetzt hat ein Specialist (seit 2 Jahren dabei) mich unterstützt und ich verstehe mich mit ihm sehr gut. Allerdings ist er seit 3 Wochen nicht im Büro aus privaten/familiären Gründen.

Seitdem übernimmt Assistant Manager die Verantwortung für mich.

Meine Probleme: Er will einfach in Ruhe arbeiten und nicht gestört werden. Er erwartet, dass ich bereits nach 6 Wochen alles kann.

  1. Er sagte vor 2 Wochen persönlich zu mir, dass er von mir genervt sei, weil ich viele Fragen stelle. Dann habe ich versucht, meine Arbeit selbstständig zu erledigen. Ohne seine aktive Unterstützung machte ich paar Fehler und er fragte mich verärgert, warum ich ihn nicht gefragt habe. Ich bin ruhig geblieben und sagte ihm, dass ich demnächst Fragen stellen werde. Nach paar Tagen stellte ich ihm eine Frage. Dann reagierte er genervt und fragte mich, ob ich überhaupt vor Fragenstellung nachgedacht habe und versucht habe, Aufgaben selbst zu erledigen.

  2. Wenn er mir etwas erklärt, dann ist er verdammt schnell. Ich habe den Eindruck, dass er so schnell wie möglich meine Fragen und Probleme abarbeiten will. Sein Blick verrät ständig, dass er von mir genervt ist und dass ich endlich alles alleine fehlerfrei erledigen soll.

  3. Einmal schickte ich eine E-Mail an einen Arbeitskollegen, der im Ausland arbeitet. Diese Mail konnte mein Assistant Manager sehen. Dann fragte er mich, ob ich überhaupt Deutsch beherrschen kann. Dann fing er an, mir zu erklären, wie man eine Geschäftsmail (Kurzer Bericht) verfasst. Nach seiner Erklärung fragte er mich, ob ich "sowas" nicht in der Uni gelernt habe. Er sagte, dass er mir Geld verlangen müsse, wenn er mir erklärt, wie man einen kurzen Bericht als Mail verfasst.

Es gibt ebenfalls eine nette Arbeitskollegin, die zwar vor ihrer Elternzeit im Unternehmen (aber in einer anderen Abteilung) gearbeitet hat, aber mit mir zusammen seit Januar 2016 in meiner Abteilung angefangen hat zu arbeiten. Selbst sie hat mit meinem Assistant Manager Probleme. Sie sagte mir persönlich, eine große Krise mit dem Assistant Manager sei auf jeden Fall vorprogrammiert.

Mein Abteilungsleiter hat keine Zeit für mich und lässt den einen Specialisten und den Assistant Manager mit mir zusammen arbeiten. Der Abteilungsleiter arbeitet nur mit uns, wenn wir jeden Dienstag wöchentlich berichten müssen oder wenn er spezielle Fragen hat.
Ansonsten will er einfach raus aus diesem Streit.
Er weiß vermutlich nicht, dass ich mit dem Assistant Manager ein Problem habe.
Würde ich dem Abteilungsleiter mein Problem schildern, dann wäre ich vermutlich im Ar***.

Nur mal zur Info: Bevor ich in Januar dort angefangen habe zu arbeiten, haben zwei Mitarbeiter (Ein anderer Assistant Manager und ein Specialist) gekündigt. Dabei ist der gekündigte Specialist mit dem Abteilungsleiter nicht klar gekommen und der Assistant Manager reichte eine Klage ein, weil er zu viel Überstunden machen musste und weil er ebenfalls mit dem Abteilungsmanager nicht zurecht kam.

Laut meiner aktuellen Kollegen behandelte unser Abteilungsmanager seine Mitarbeiter mit völlig unrealistischen Zielen, die offenbar zu Überstunden führten und sein Führungsstil war hierarchisch.

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WiWi Gast

Re: Probleme mit meinem Arbeitskollegen / Vorgesetzten

Entweder dein Vorgesetzter ist nen Arschloch oder du bist unfähig - oder ein bissel was von beidem. Könnte ehrlich gesagt beides sein, wenn man nur deinen Bericht so liest.

Aber kurze Ratschläge:

  • Macht die erst Gedanken über ein Thema.
  • Danach schreibe übrig bleibende Fragen (die man nicht ergoogeln kann) per email so knapp und präzise wie möglich an deinen Vorgesetzten.
  • Bei prinzipielleren Fragen die keine Entscheidung sondern mehr ne Erklärung benötigen, frage bei deinen Kollegen auf gleichem Level um Rat. Wirds ja sicher den ein oder anderen geben, mit dem du klar kommst.

Klar sollte er sich mehr Zeit nehmen aber manchmal hat man die Zeit im Unternehmen einfach nicht. Wenn dann jemand "dumme" Fragen stellt, ist man je nach Typ schnell genervt - und ja manche Fragen sind wirklich dumm. Ich kann natürlich null beurteilen, ob deine Fragen nun dumm waren oder doch Dinge, die du einfach nicht wissen kannst aber ne gescheite Email sollte man tatsächlich schreiben können zb.

Selbst wenn er allerdings zu 100% an der Situation schuld sein sollte und du alles richtig gemacht hast - du kannst ihn trotzdem nicht ändern und du solltest auch nicht probieren, gegen ihn vorzugehen im zweiten Monat. Das ist zum Scheitern verurteilt. Du musst lernen, mit seiner Art umzugehen oder die Probezeit für die Kündigung zu nutzen. Du hast eigentlich nur diese 2 Optionen.

Kläre wichtige Dinge ab aber versuch ihn dabei so wenig wie möglich bei seiner Arbeit zu stören - daher email.

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WiWi Gast

Re: Probleme mit meinem Arbeitskollegen / Vorgesetzten

Ich glaube, dir fehlt die Erfahrung. Aber das größere Problem ist das Unternehmen, das Leute einstellt, die unterqualifiziert und / oder unerfahren sind. Lese oft Stellenanzeigen, in denen Aufgaben eines Managers beschrieben werden, und wenn man dann die Qualifikationsanforderungen liest, dann steht da: Bachelor. Da ist die Krise schon vorprogrammiert.

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WiWi Gast

Re: Probleme mit meinem Arbeitskollegen / Vorgesetzten

Es gibt immer menschliche Pfeiffen im mittleren Management.
Aber es kann auch etwas an dir liegen.

Beobachte, aber zurückhaltend, ob auch andere Probleme haben. Versucht doch gemeinsam ein Gespräch mit ihm zu suchen. Wenn es nicht hilft, dann geht gemeinsam zum nächsten Vorgesetzten und versucht das dort zu klären. Wir hatten selbst so einen Fall hier. Das war wohl ein Tyrann, aber best buddy von einem Geschäftsfürher. Trotzdem wurde er abgesägt, nachdem sich 6 Mann geschlossen nachdrücklich beschwerten.

Dein Problem ist natürlich die Probezeit. Daher solltest du bei solchen Beschwerden nicht die treibende Kraft sein! Aber mache dir auch noch ehrliche Gedanken über eigene Schwächen.

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WiWi Gast

Re: Probleme mit meinem Arbeitskollegen / Vorgesetzten

Hört sich nach BMW an. An welchem Standort bist denn eingestiegen?

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WiWi Gast

Re: Probleme mit meinem Arbeitskollegen / Vorgesetzten

Man sagt keinem neuen Kollegen direkt, dass man von seiner Fragerei genervt ist, weil man so viele Fragen stellt. Man fragt auch keinen neuen Kollegen, ob er überhaupt deutsch beherrsche und dass man für die Hilfe bei einem Bericht eigentlich Geld verlangen müsste.

Vielleicht stellst du wirklich dumme Fragen und vielleicht kann man von einem Uni-Absolventen verlangen, fehlerfreie Mails zu schreiben. Das kann man den Betroffenen aber auch diplomatisch beibringen.

Wenn der Abteilungsleiter ein Idiot ist, dann gibt der das an die Manager weiter und die dann an Euch.

Mein Tipp: Halte dich an die ebenfalls neue Kollegin. Versuche, die Sache so gut wie möglich zu machen und halte dich weitestgehend von den Vorgesetzten fern.

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WiWi Gast

Re: Probleme mit meinem Arbeitskollegen / Vorgesetzten

Ich bin der TE.

Vielen Dank für Eure Antworten.

Ich versuche mal paar Situationen detaillierter zu schildern:

Obwohl ich seit 6 Wochen im Unternehmen arbeite, habe ich bereits 3 Großkunden übernommen. Ein nächster Kunde wird bald kommen (Erstaunlich, dass ich als Newcomer direkt 3 Kunden übernommen habe und öfters direkt zu den Kunden fliegen/fahren muss).

Es gibt Geschäftsprojekte bzw. -fälle, die Jahre lang dauern. Was vor meinem Einstieg zwischen meinem Unternehmen und meinen Kunden passierte, weiß ich nicht.

Trotzdem gibt es Fälle, die ungeklärt sind.
Falls es was zu erledigen gibt, dann werde ich einfach mal so ohne Erklärung in Cc hinzugefügt. Die Aufgabe wird dann per Mail mitgeteilt.
Was bis jetzt geschah, muss ich alle alten Mails lesen. Aber die Kommunikation fand nun mal nicht nur via Mail statt, sondern auch via Conference Call oder durch Geschäftsreise.
Genau in solchen Fällen habe ich öfters Fragen (vllt. sind meine Fragen dumme Fragen. Aber das kann ich nicht beurteilen).

Was Mails angeht:

Ich habe relativ lange Texte geschrieben und dann regte sich mein Assistant Manager auf.
Er sagte, ich solle kurz und knapp verfassen und eine Tabelle erstellen.
Er versteht es nicht, dass man sowas in der Uni nicht gelernt hat.

Meine Arbeitskollegin, die ebenfalls mit dem Assistant Manager zu tun hat:

Sie schilderte Problemsituationen, wo der Assistant Manager kein Interesse hat.
Sie fragt ihn nach etwas, dann kommen Antworten wie "Ich bin dafür nicht zuständig".

Oder er gibt ihr eine Aufgabe, für die sie ca. 2 Wochen Zeit hat.
Dann meldet er sich am nächsten Tag bei ihr und fragt, ob sie die Aufgabe vollständig erledigt hat.

In welchem Unternehmen ich arbeite, möchte ich hier nicht nennen.
Ich bitte um die Verständnis.

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WiWi Gast

Re: Probleme mit meinem Arbeitskollegen / Vorgesetzten

Naja, dass es BMW ist, steht ja fest. Frägt sich nur welche Abteilung/ Niederlassung.

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WiWi Gast

Re: Probleme mit meinem Arbeitskollegen / Vorgesetzten

Hmmm Ok damit hast du zwar mich und vermutlich auch andere Leser hier überzeugt, dass nicht du das Problem bist sondern tatsächlich der Manager. Das ändert aber irgendwie doch nichts an deinen Optionen. Wechseln oder irgendwie damit klar kommen.

Ansonsten: "Beweise" sammeln!! Nicht Beweise dass der Manager unfähig ist, wie gesagt kannst du als Neulings eh nichts gegen einen etablierten Manager unternehmen - das ist zum Scheitern verurteilt bevor du angefangen hast. Ich meine Beweise dass du deine Arbeit richtig machst. Also dass du bei unklaren Dingen nachgefragt hast, dass du um eine korrekte Einarbeitung gebeten hast usw. Falls dann später jemand kommt und dir die Fehler vorwirft, hast du die Bitte um Hilfe sowie deren Ablehnung schriftlich.

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WiWi Gast

Re: Probleme mit meinem Arbeitskollegen / Vorgesetzten

Lounge Gast schrieb:

Naja, dass es BMW ist, steht ja fest. Frägt sich nur welche
Abteilung/ Niederlassung.

Eigentlich stellt sich diese Frage hier überhaupt nicht. Er hat explizit darum gebeten, diese Fragestellung außen vor zu lassen - wieso tust du das dann nicht einfach?

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WiWi Gast

Re: Probleme mit meinem Arbeitskollegen / Vorgesetzten

Würde jetzt mich mal noch die nächsten Wochen durchbeißen vielleicht hast du ja Glück und dein eigentlicher Mentor kommt zurück oder es wird von alleine besser da du auch immer besser in die Arbeit findest.
Wenn gar nichts hilft und die Situation nicht besser wird würde ich mich ansonsten an den Betriebsrat wenden. Solltest du aber nicht direkt nach 6-8 Wochen im Betrieb machen sondern schon erst einmal ein paar Monate versuchen

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WiWi Gast

Re: Probleme mit meinem Arbeitskollegen / Vorgesetzten

Hier wurde schon vieles gesagt.

Was ich ich gerne noch Ergänzen möchte ist, dass es auch drauf ankommt, was dieser Manager zu sagen hat bezüglich das, was deine Zukunft angeht.
Entscheidet er mit, ob du die Probezeit bestehst?
Eine Gefahr die ich sehe ist, dass - wenn es ganz ganz ganz blöd läuft - dieser Manager dich einfach "entsorgen" wird.

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WiWi Gast

Re: Probleme mit meinem Arbeitskollegen / Vorgesetzten

Ich bin der TE:
Vielen Dank für Eure Antworten.

Nein. Zum Glück hat er nichts zu sagen. Letztendlich trifft nur mein Abteilungsleiter die Entscheidung.

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WiWi Gast

Re: Probleme mit meinem Arbeitskollegen / Vorgesetzten

Hör auf dich zu beschweren. Sei lieber froh, dass du in einem IGM-Vollkasko-Unternehmen mit guter Bezahlung arbeiten darfst und lern auch was dafür zurückzugeben. Da draußen sind eine Menge sehr leistungs- und leidenswilliger 1,x Absolventen die deine Probleme gerne hätten.

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WiWi Gast

Re: Probleme mit meinem Arbeitskollegen / Vorgesetzten

Wenn du von deinem Vorgesetzten tatsächlich angepöbelt wirst weil du zu viele Fragen stellt (mal vorausgesetzte deine Fragen sind nicht gerade wie man einen S-Verweiß in Excel zieht), dann bist du in der falschen Firma oder dein Vorgesetzter ist ein Arsch.

Ich wurde in den ersten Monaten regelmäßig ermutigt und aufgefordert Fragen zu stellen und das über das komplette Unternehmen hinweg.

Du bist in der Probezeit, da heißt es Zähne zusammen beißen, möglichst bis zum Ende nicht noch mehr negativ auffallen oder anecken und versuchen diese irgendwie zu überstehen. Sobald du diese überstanden hast, würde ich einfach fragen bis dein Vorgesetzter aus dem Hütchen platz und mich parallel über die Internen Stellenanzeigen weiterbewerben.

Glaub mir, bei sowas möchte man gerne das Handtuch werfen aber du wirst kaum einen anderen Arbeitgeber mit den Konditionen finden. Das Unternehmen ist groß, Kopf hoch.

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WiWi Gast

Re: Probleme mit meinem Arbeitskollegen / Vorgesetzten

Weil ein Bachelor grundsätzlich nicht zum Manager taugt?? Jetzt gehts aber los...

Zur Thematik: denke auch, dass es an beiden Seiten liegt. Der TE muss sich ein dickeres Fell "zulegen" und lernen, mit so einem Typ Vorgesetzten umzugehen.
Der Manager hat offenbar einen gewöhnungsbedürftigen Führungsstil. Das hat übrigens nichts mit dem Abschluss zu tun. Habe schon für hochdotierte A*löcher gearbeitet, aber auch für Traum-Chefs, die sich mit Ausbildung (Oh Schreck!) hochgearbeitet haben und meine Entwicklung maßgeblich gefördert haben.

Lounge Gast schrieb:

Ich glaube, dir fehlt die Erfahrung. Aber das größere Problem
ist das Unternehmen, das Leute einstellt, die
unterqualifiziert und / oder unerfahren sind. Lese oft
Stellenanzeigen, in denen Aufgaben eines Managers beschrieben
werden, und wenn man dann die Qualifikationsanforderungen
liest, dann steht da: Bachelor. Da ist die Krise schon
vorprogrammiert.

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DAX Einkäufer

Re: Probleme mit meinem Arbeitskollegen / Vorgesetzten

"Bis jetzt hat ein Specialist (seit 2 Jahren dabei) mich unterstützt und ich verstehe mich mit ihm sehr gut. Allerdings ist er seit 3 Wochen nicht im Büro aus privaten/familiären Gründen. Seitdem übernimmt Assistant Manager die Verantwortung für mich. Meine Probleme: Er will einfach in Ruhe arbeiten und nicht gestört werden. Er erwartet, dass ich bereits nach 6 Wochen alles kann."

Für einen (Assistant) Manager ist das eine seltsame Erwartungshaltung. Er sollte eigentlich eine grundlegende Vorstellung davon haben, wie man einen neuen Mitarbeiter einarbeitet und an seine Aufgaben heranführt. Die Situation scheint aber auch für ihn nicht ganz so einfach zu sein. Immerhin fehlt einer seiner "Specialist"-Mitarbeiter und er soll sich zusätzlich zur Kompensation dieses Problems auch noch um den Neuling kümmern. Ihr beide habt es also im Moment nicht ganz leicht. Du weißt außerdem nicht, welche Vorgeschichte es gibt und welchen Druck er aufgrund des Weggangs der anderen Mitarbeiter stemmen musste oder muss. Vielleicht wurde ihm diese Personalflucht sogar persönlich vorgeworfen und ihm stinkt die Gesamtsituation seit längerem. Du weißt das alles nicht.

"1. Er sagte vor 2 Wochen persönlich zu mir, dass er von mir genervt sei, weil ich viele Fragen stelle. Dann habe ich versucht, meine Arbeit selbstständig zu erledigen. Ohne seine aktive Unterstützung machte ich paar Fehler und er fragte mich verärgert, warum ich ihn nicht gefragt habe. Ich bin ruhig geblieben und sagte ihm, dass ich demnächst Fragen stellen werde. Nach paar Tagen stellte ich ihm eine Frage. Dann reagierte er genervt und fragte mich, ob ich überhaupt vor Fragenstellung nachgedacht habe und versucht habe, Aufgaben selbst zu erledigen."

Klassisches Problem zwischen Manager und Mitarbeiter. Das wird auch in ein paar Jahren nicht anders sein. Es wird übrigens auch dann nicht anders sein, wenn Du mal der Assistant Manager bist und ein anderer der Neuling. Wo Menschen aufeinander treffen und nicht miteinander über die Erwartungen sprechen und keine Vereinbarungen für die Art der Zusammenarbeit treffen, prallen Sichtweisen und Gewohnheiten aufeinander.

Mein Tipp. Stelle Deine Fragen nicht einfach zwischendurch. Bearbeite die Vorgänge möglichst selbständig bis zu dem Punkt, an dem Du nicht weiterkommst. Vereinbare täglich ein Zeitfenster von 15 Minuten, an dem Du mit dem Assistant Manager die offenen Fragen kurz und knapp durchgehst. Ab dann arbeitest Du wieder autark bis zur nächsten Fragerunde.

"2. Wenn er mir etwas erklärt, dann ist er verdammt schnell. Ich habe den Eindruck, dass er so schnell wie möglich meine Fragen und Probleme abarbeiten will. Sein Blick verrät ständig, dass er von mir genervt ist und dass ich endlich alles alleine fehlerfrei erledigen soll."

Willkommen im Leben. Ist halt so.

"3. Einmal schickte ich eine E-Mail an einen Arbeitskollegen, der im Ausland arbeitet. Diese Mail konnte mein Assistant Manager sehen. Dann fragte er mich, ob ich überhaupt Deutsch beherrschen kann. Dann fing er an, mir zu erklären, wie man eine Geschäftsmail (Kurzer Bericht) verfasst. Nach seiner Erklärung fragte er mich, ob ich "sowas" nicht in der Uni gelernt habe. Er sagte, dass er mir Geld verlangen müsse, wenn er mir erklärt, wie man einen kurzen Bericht als Mail verfasst."

Siehe Punkt 2.

Frage einen Kollegen, wie ein besonders guter Bericht aussieht und ob Du einen als Beispiel haben kannst. An diesem Beispiel orientierst Du dich.

"Es gibt ebenfalls eine nette Arbeitskollegin, die zwar vor ihrer Elternzeit im Unternehmen (aber in einer anderen Abteilung) gearbeitet hat, aber mit mir zusammen seit Januar 2016 in meiner Abteilung angefangen hat zu arbeiten. Selbst sie hat mit meinem Assistant Manager Probleme. Sie sagte mir persönlich, eine große Krise mit dem Assistant Manager sei auf jeden Fall vorprogrammiert."

Die Kollegin ist die Kollegin und Du bist Du. Verbrüdere dich nicht mit den Kollegen gegen den Manager. Du machst dir am Ende die Probleme der anderen zu Deinen eigenen. Vielleicht wirst Du sogar von den Kollegen als Alibi gegen den Chef ins Feld geführt und gnadenlos verheizt. Das solltest Du dir nicht antun. Erst recht nicht in den ersten Monaten in diesem Unternehmen.

"Mein Abteilungsleiter hat keine Zeit für mich und lässt den einen Specialisten und den Assistant Manager mit mir zusammen arbeiten. Der Abteilungsleiter arbeitet nur mit uns, wenn wir jeden Dienstag wöchentlich berichten müssen oder wenn er spezielle Fragen hat.
Ansonsten will er einfach raus aus diesem Streit.
Er weiß vermutlich nicht, dass ich mit dem Assistant Manager ein Problem habe.
Würde ich dem Abteilungsleiter mein Problem schildern, dann wäre ich vermutlich im Ar***."

Richtigerweise. Man übergeht nicht einfach so eine Führungsebene. Der Abteilungsleiter würde das auch nicht wollen. Du auch nicht, wenn Du der Abteilungsleiter wärst. Gewöhne dich erstmal daran, dass Dein beruflicher Erfolg maßgeblich vom Erfolg Deines Vorgesetzten abhängt. Steht er gut da, stehst Du auch gut da. Steht er schlecht da, kann Deine Arbeit nicht so toll gewesen sein.

"Laut meiner aktuellen Kollegen behandelte unser Abteilungsmanager seine Mitarbeiter mit völlig unrealistischen Zielen, die offenbar zu Überstunden führten und sein Führungsstil war hierarchisch."

"Hierarchisch" ist in einer Hierarchie, die ein Konzern nun mal hat, die Regel und nicht die Ausnahme. Das Wasser fließt von oben nach unten. Das hohe Gehalt in Konzernen ist ein Stück weit auch Kompensation dafür, dass Du das alles trotz guter Noten und der anderen Einstellungsvoraussetzungen mit Dir machen lässt.

"Obwohl ich seit 6 Wochen im Unternehmen arbeite, habe ich bereits 3 Großkunden übernommen. Ein nächster Kunde wird bald kommen (Erstaunlich, dass ich als Newcomer direkt 3 Kunden übernommen habe und öfters direkt zu den Kunden fliegen/fahren muss)."

Ein Zeichen dafür, dass Ihr eher unter- als überbesetzt seid. Diese Konstellation ist für den Assistant Manager schwierig. Er möchte sicherlich ein erfolgreiches Team führen, in dem nichts schief läuft, aber dafür müsste er alles selbst im Griff behalten und jede Kleinigkeit genau beobachten, was er aufgrund der hohen Arbeitslast nicht schaffen kann. Also muss er Vertrauen haben. Das ist leichter gesagt als getan. Vertrauen ist schwierig, wenn neue Leute an Bord sind und man deren Kompetenz nicht einschätzen kann. Wenn es um große Kunden geht, kann man auch nicht einfach "try and error" spielen, obwohl das manchmal der einzig gangbare Weg wäre.

"Falls es was zu erledigen gibt, dann werde ich einfach mal so ohne Erklärung in Cc hinzugefügt. Die Aufgabe wird dann per Mail mitgeteilt."

Völlig normal. Mache ich auch oft so. Vielleicht noch mit einem kleinen Hinweis am Ende der Mail, wer sich um das Thema kümmern wird und bis wann (sowie ein freundliches "danke"). Das muss als Hinweis reichen.

"Was bis jetzt geschah, muss ich alle alten Mails lesen. Aber die Kommunikation fand nun mal nicht nur via Mail statt, sondern auch via Conference Call oder durch Geschäftsreise.
Genau in solchen Fällen habe ich öfters Fragen (vllt. sind meine Fragen dumme Fragen. Aber das kann ich nicht beurteilen)."

Das ist normal. Triff Annahmen und spiele die Fälle unter den getroffenen Annahmen durch. In Konzernen geht unglaublich viel Wissen verloren, weil Menschen nicht alles haarklein aufschreiben. Das wirst Du oft haben.

"Oder er gibt ihr eine Aufgabe, für die sie ca. 2 Wochen Zeit hat.
Dann meldet er sich am nächsten Tag bei ihr und fragt, ob sie die Aufgabe vollständig erledigt hat."

Ja, der Assistant Manager ist halt nicht so gut organisiert. Das muss man aushalten. Zur Not kracht's halt mal auf der zwischenmenschlichen Ebene. Dann lernt der Chef auch mal was dazu.

Lass dich nicht einschüchtern, mache weiterhin gute Arbeit, lasse Dir die Freude an der Arbeit und den Stolz über den errungenen Job nicht nehmen. Lass dich von der netten Kollegin nicht zu sehr vereinnahmen, sie hat ihre eigene Geschichte und ihre eigene Sicht auf die Welt, auch wenn ihr persönlicher Beistand Dir momentan sicherlich sehr hilft.

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WiWi Gast

Re: Probleme mit meinem Arbeitskollegen / Vorgesetzten

Ob der TE tatsächlich dumme Fragen stellt oder nicht, stellt sich hier nicht, wenn ich seinen Text lese.

Fakt ist, dass sein Assistant Manager ein schlechter Vorgesetzter ist.
Jemand, der als "Manager" eine gewisse (auch vorübergehend) Personalverantwortung hat, sagt niemals, dass er für seine Hilfsbereitschaft Geld verlangen könnte oder dass er von vielen Fragen genervt sei.

Hat der Manager überhaupt studiert oder schon mal mit Akademikern zusammen gearbeitet?

Er muss wissen, dass das Studium letztendlich weniger relevant ist, wenn man im Berufsleben ist.

Ich denke, dass es ihm bewusst ist. Deshalb gehe ich davon aus, dass er den TE eher beleidigt bzw. provoziert.

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WiWi Gast

Re: Probleme mit meinem Arbeitskollegen / Vorgesetzten

Versuche bevor du eine Frage an den Manager stellst es dir irgendwie selbst beizubringen bzw so viel wie möglich herauszufinden. Bspw. habt ihr evtl. so etwas wie Arbeitsanweisungen, interne Datenbanken usw. oder du googelst einfach mal. Einfach mal in Ruhe über einen Sachverhalt nachzudenken kann auch weiterhelfen. Deinem Vorgesetzten präsentierst du dann dein "Wissen" und fragst ob es so richtig ist und ob du das so richtig verstanden hast. Dann muss er im Zweifel nur ja sagen.

Evtl. gibt es ja auch andere Mitarbeiter auf deiner Stufe, die du evtl. bei wirklich simplen Sachverhalten fragen kannst, von denen du glaubst, dass sie in zwei Minuten geklärt sind.

Ansonsten nochmal: Google kann wirklich sehr hilfreich sein, vor allem bei Geschäftsmail etc.

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