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Deutsche Industrie am absteigenden Ast

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WiWi Gast

Deutsche Industrie am absteigenden Ast

Sind die aktuellen Entwicklungen (Einstellungsstopp, Rücklagenbildung, usw) nur die Vorboten eines dauerhaften Abstiegs der deutschen Industrie bzw des sekundären Sektors? Werden wir im Tech-/IT-Zeitalter abgehängt und haben uns zu sehr auf die inkrementellen Innovationen unserer Ingenieure verlassen? Die sich alle bald nach einem neuen Job umsehen müssen (Gewerkschaft einmal ausgeklammert)?

Ich würde sagen ja, wir befinden uns auf dem absteigenden Ast und meine Wing-Kommilitonen die alle Autobauer und -zulieferer als Berufsziel haben sind blind geworden. Wie seht ihr das?

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WiWi Gast

Deutsche Industrie am absteigenden Ast

Das hier ist der Wiwi Treff, gibt es für solche Fragen nicht irgendein Ingenieursforum? Zudem was interessiert dich, was deine Wing Kommilitonen machen?

WiWi Gast schrieb am 06.01.2020:

Sind die aktuellen Entwicklungen (Einstellungsstopp, Rücklagenbildung, usw) nur die Vorboten eines dauerhaften Abstiegs der deutschen Industrie bzw des sekundären Sektors? Werden wir im Tech-/IT-Zeitalter abgehängt und haben uns zu sehr auf die inkrementellen Innovationen unserer Ingenieure verlassen? Die sich alle bald nach einem neuen Job umsehen müssen (Gewerkschaft einmal ausgeklammert)?

Ich würde sagen ja, wir befinden uns auf dem absteigenden Ast und meine Wing-Kommilitonen die alle Autobauer und -zulieferer als Berufsziel haben sind blind geworden. Wie seht ihr das?

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WiWi Gast

Deutsche Industrie am absteigenden Ast

Ich würde es im öffentlichen Dienst versuchen :-)

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WiWi Gast

Deutsche Industrie am absteigenden Ast

Na, ganz unrecht hat er nicht.

Ich lebe im Ballungszentrum Köln und habe Freunde die überall hier arbeiten. Bei den meisten Firmen herrscht entweder Einstellungsstop oder der Vorstand muss einer Stelle explizit zustimmen.

Das gilt hier sowohl für die Versicherungen als auch für den Maschinenbau. Das einzige was gesucht wird, sind wirklich nischen MA mit reichhaltiger Industrie Erfahrung.

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WiWi Gast

Deutsche Industrie am absteigenden Ast

WiWi Gast schrieb am 06.01.2020:

Sind die aktuellen Entwicklungen (Einstellungsstopp, Rücklagenbildung, usw) nur die Vorboten eines dauerhaften Abstiegs der deutschen Industrie bzw des sekundären Sektors? Werden wir im Tech-/IT-Zeitalter abgehängt und haben uns zu sehr auf die inkrementellen Innovationen unserer Ingenieure verlassen? Die sich alle bald nach einem neuen Job umsehen müssen (Gewerkschaft einmal ausgeklammert)?

Ich würde sagen ja, wir befinden uns auf dem absteigenden Ast und meine Wing-Kommilitonen die alle Autobauer und -zulieferer als Berufsziel haben sind blind geworden. Wie seht ihr das?

Bzgl. der Automobilindustrie hängt alles davon ab inwieweit die Unternehmen die Transformation zur Elektromobilität und autonomen Fahrens erfolgreich umsetzten können. Es ist nicht mehr so, dass die deutsche Automobilindustrie alleinige Vorreiterstellung besitzt. In China, den größten Einzelabsatzmarkt der Welt, sind bereits viele neue Unternehmen entstanden und der Absatz erfolgt nicht mehr so einfach wie früher. Wenn die Branche eine Antwort finden kann, dann sieht die Zukunft wieder besser aus. Ansonsten siehts meiner Meinung nach nicht so rosig aus....

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WiWi Gast

Deutsche Industrie am absteigenden Ast

WiWi Gast schrieb am 06.01.2020:

Wenn die Branche eine Antwort finden kann, dann sieht die Zukunft wieder besser aus. Ansonsten siehts meiner Meinung nach nicht so rosig aus....

...und wenn doch, fällt der Politik mit Sicherheit etwas ein, wie man diesem Industriezweig endgültig den Garaus macht.
Ich mag meine persönliche Mobilität, ich wohne aber eben auch nicht in Berlin.

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WiWi Gast

Deutsche Industrie am absteigenden Ast

Die Zeit ist vorbei, dass Länder, wie China, nur kopieren können und der deutschen Qualität hinterher hinken. Solche Länder sind nun in der Lage selbst Produkte zu entwickeln und bei gleicher Qualität zu produzieren. Und das bei einer viel geringeren Kostenstruktur und weniger Richtlinien/Verbote.
In den nächsten Jahrzehnten werden in Deutschland noch viele Industriearbeitsplätze flöten gehen.

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WiWi Gast

Deutsche Industrie am absteigenden Ast

WiWi Gast schrieb am 06.01.2020:

Na, ganz unrecht hat er nicht.

Ich lebe im Ballungszentrum Köln und habe Freunde die überall hier arbeiten. Bei den meisten Firmen herrscht entweder Einstellungsstop oder der Vorstand muss einer Stelle explizit zustimmen.

Das gilt hier sowohl für die Versicherungen als auch für den Maschinenbau. Das einzige was gesucht wird, sind wirklich nischen MA mit reichhaltiger Industrie Erfahrung.

Ich finde du solltest zumindest den Eingangspost lesen, bevor du antwortest...
Deiner Meinung kann und will ich nicht widersprechen, aber sie hat nichts damit zu tun, dass sich die deutsche Industrie angeblich dauerhaft (!) auf dem absteigenden Ast befindet.

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WiWi Gast

Deutsche Industrie am absteigenden Ast

WiWi Gast schrieb am 06.01.2020:

Die Zeit ist vorbei, dass Länder, wie China, nur kopieren können und der deutschen Qualität hinterher hinken. Solche Länder sind nun in der Lage selbst Produkte zu entwickeln und bei gleicher Qualität zu produzieren. Und das bei einer viel geringeren Kostenstruktur und weniger Richtlinien/Verbote.
In den nächsten Jahrzehnten werden in Deutschland noch viele Industriearbeitsplätze flöten gehen.

Dabei wird mehr gearbeitet zu geringeren Kosten. Was China nicht fehlen wird, sind gut ausgebildete Arbeitskräfte. Wenn dieser Trend beibehalten wird gehen nicht nur Arbeitsplätze flöten. Die Konditionen der vorhandenen Arbeitsplätze werden sich ebenfalls verschlechtern.

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WiWi Gast

Deutsche Industrie am absteigenden Ast

Für jemanden wie mich der nicht mehr ~25 Jahre ist, klingen Threads wie diese wie ein akkustisches Deja Vu.
Es gibt auch hier im Forum einen lustigen Thread der mehr als 10 Jahre alt is, von einem der beschreibt, wie seiner Meinung nach in Deutschland alles den Bach runtergeht, und es bald 5 Mio Arbeitslose gibt,...
Diesen Thread hat vor Kurzem jemand rausgesucht. War ganz amüsant wenn man sich anschaut, dass Deutschland besser dasteht als jemals zuvor.

Mal realistisch:

  • Wird alles so bleiben wie es ist? Nö! Die Wirtschaft und Arbeitswelt verwandelt sich ständig.
  • Erleben wir eine schlimme wirtschaftliche Revolution? Nö. Was jetzt im unter dem Hype-Wort Digitalisierung summiert wird, gibt es schon seit Jahrzehnten und man kann genauso gut benefits für die deutsche Industrie aufzählen wie Risiken daraus.

Deutschland war zB schon immer wahnsinnig schlecht in allem was B2C ist. Die ganze Unterhaltungselektronik hat D nach und nach an Japan verloren. hat es uns Gesamtwirtschaftlich geschadet? Nicht wirklich. Das was früher die Unterhaltunselektronik war, sind jetzt digitale Geschäftsmodelle (Uber,...)

Industrien in denen D stark ist, sind oft nicht (negativ) betroffen. Die Chemische Industrie, Energieerzeugung, Maschinenbaue,... Viele vergessen oft, dass auch in 2030 noch Maschinen gebraucht werden um ein Auto zu bauen, oder Chemie um Lacke herzustellem...

Dann die Autoindustrie.
In den 70ern haben wir uns die Hose gemacht vor den Japanern. In den 90ern waren es dann die Korianer. Im neuen Jahrtausend die Chinesen (bis heute gibt es praktisch kein chinesisches Auto auf den Straßen im Westen).
Der aktuelle Hype ums Elektroauto ist absurd, der um Tesla noch viel mehr.
In 2019 waren weniger als 3% der neuzugelassenen PkW Elektroautos. Davon ca. 60% in China, mi weitem Abstand gefolgt von USA und Norwegen.
Was ist allen drei Ländern gemein? Dass E-Autos NOCH mit Unsummen subventioniert werden. In Ländern wo das nicht der Fall ist, will sie niemand haben
Es mag sein, dass der Trend zu E-Autos anhält, aber selbst wenn, gibt es aktuell keinerlei Grund zu glauben, dass wenn diese einen nennenswerten Anteil am Markt haben - also etwa in 5-10 Jahren, dass dann die deutschen Hersteller nicht ebenfalls mit attraktiven Produkten vertreten sein werden. Viele die in entscheidenen Positionen sind bei Tesla oder Byton sind übrigens Deutsche, manche schon wieder auf dem Weg zurück nach Deutschland.

Und selbt wenn Tesla auch in 5-10 Jahren noch einen technischen Vorsprung haben sollte, dan gibt es immer noch einen 100 Mio Auto-markt weltweit, der nicht nur durch 2-3 spezialisierte Hersteller bedient wird. Demgegenüber stehen aber die deutlich stärkeren Argumente wie "Brand Awareness", Reputation, Händlernetz, Excellenz in der Herstellung,...
Und selbst wenn, würden dann nicht erstmal die Französichen, Italienischen, Japanischen, Koreanischen oder traditionellen amerikanischen Hersteller leiden?

Die Umstellung auf E-Autos wird aber dennoch viel verändern, da die Wertschöpfung insgesamt schrumpft (kein Verbrenner, kein Getriebe, kein Abgastrakt, weniger Wartung), dafür wird es vermutlich mehr Arbeitsplätze in anderen BEreichen geben.

Kurzum, dass Thema Elektro und Tesla sehe ich als keine systemeische Gefahr für Deutschland.
Eher schon google und Apple, die die Hoheit über den immer wichtiger werdenden Bereich HMI/Daten gewinnen könnten, und somit langfristig die OEMs zu reinen Produktionsbetrieben degradieren könnten. Ich glaube, diese Gefahr wird noch gar nicht richtig erkannt.

Zum Thema autonomes Fahren: Dies ist eine Illusion, die niemals so kommen wird, wie das die Öffentlichkeit heute träumt. Und das was kommen wird, beherrschen die Deutschen sehr gut (Bosch und Conti mit unzähligen Patenten,...)

Ich bin aber auch nicht blind oder naiv. Was mich in Deutschland frustriert, ist die totale Verweigerung von Fortschritt im Bereich der öffentlichen Verwaltung, sowie des Zahlungsverkehrs.

Und ich gebe jemandem wie Frank Thelen Recht, dass Deutschland endlich mal ein Startup braucht, welches eine weltweite Plattform für etwas aufbaut (wie google, Facebook, Apple, LinkedIn,...)

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WiWi Gast

Deutsche Industrie am absteigenden Ast

Man muss sagen, dass es uns hier sehr gut geht. Als Akademiker steigt man meist mit 40 kbis 50k in den Beruf ein und kann davon - ausgenommen Stuttgart und München- gut leben.
Auch die deutsche Wirtschaft ist gut entwickelt und ingenieurwissenschaftliche Erzeugnisse, seien es Autos oder andere Maschinen, haben in Deutschland selbst, aber auch weltweit einen guten Ruf.
Ich glaube wir sind gerade auf dem Weg in eine Krise, aber nicht auf dem Weg eines dauerhaften Abstieg.

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WiWi Gast

Deutsche Industrie am absteigenden Ast

WiWi Gast schrieb am 06.01.2020:

Man muss sagen, dass es uns hier sehr gut geht. Als Akademiker steigt man meist mit 40 kbis 50k in den Beruf ein und kann davon - ausgenommen Stuttgart und München- gut leben.
Auch die deutsche Wirtschaft ist gut entwickelt und ingenieurwissenschaftliche Erzeugnisse, seien es Autos oder andere Maschinen, haben in Deutschland selbst, aber auch weltweit einen guten Ruf.
Ich glaube wir sind gerade auf dem Weg in eine Krise, aber nicht auf dem Weg eines dauerhaften Abstieg.

Ich kann Dir nur empfehlen, Dir die Einzelwerte des S&P 500 - Index durchzusehen (beispielsweise auf boerse.de) und diese mit der Unternehmenslandschaft hierzulande zu vergleichen.

Hier gibt es sicher einige hidden Champions in MDAX, TECDAX und SDAX, aber die global führenden Technologie-, Medizintechnik-, Pharmazie- und Internetunternehmen sind allesamt in Amerika und teilweise neu in China versammelt.

Deutschland (und die Schweiz) ist gut darin, Produkte des 20. Jahrhunderts für den Export herzustellen :-(

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WiWi Gast

Deutsche Industrie am absteigenden Ast

Bei den E-Fahrzeugen stimmt es, dass aktuell vorwiegend Subventionen diese Entwicklung getragen haben. Wie bei vielen technologischen Transformationen sind die Entwicklungskosten im Anfangsstadium weitaus höher als die eigentlichen Gewinne in dieser Periode. Es bleibt abzuwarten wie die Branche sich ohne Subventionen entwickelt. Aber die eigentliche Frage ist ja nicht wie viele chinesische E-Fahrzeuge in Deutschland auf den Markt kommen, sondern wie viele Fahrzeuge deutsche Unternehmen absetzen können. Hiervon hängen ja die Abeitsplätze am Ende ab. Wenn z.B. China diesen Wandel forciert, sind deutsche Unternehmen gezwungen mitzugehen oder verlieren den größten Einzelabsatzarkt. Zudem wenn China vermehrt auf eigene Marken setzen dann sinkt der Umsatz weiter und wird kaum vergangene Zahlen toppen können. Die technologischen Voraussetzungen hat China mittlerweile. Auch ist dieser Trend in Bereich Smartphones zu erkennen. Huawei hat bereits Samsung in vielen Märkten verdrängt.

Die Kernthematik bzgl. E-Fahrzeugen ist ja unter anderem die Technologie des Motors. Die Technik war bei herkömmlichen Verbrennungsmotoren so umfangreich gewesen, dass dieser nicht kopiert werden konnte. Darin bestand ein wesentlicher Vorteil deutscher Automobilunternehmen. Nun wurde dieser sozusagen übergangen und ein E-Motor ist bei weitem nicht mehr so kompliziert. Ein chinesisches Unternehmen kann das genauso gut umsetzen. Daher bleibt die Frage, was den die Wettbewerbsvorteile der deutschen Unternehmen sind.

Ebenfalls darf nicht vergessen werden, dass China weitaus mehr Ressourcen verfügt als Japan oder Korea in der Vergangenheit. Die USA versucht ja aktuell durch den Handelskrieg die Entwicklung einzudämmen aber meiner Meinung nach bereits zu spät. Daher zeigt sich hier auch keine starken Auswirkungen.

Ich möchte nichts schwarzmalen, finde diese Thematik jedoch hochinteressant.

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WiWi Gast

Deutsche Industrie am absteigenden Ast

Die technischen Anforderung an ein E-Auto sind abgesehen von der Batterie nichts was unsere Autoindustrie nicht seit Jahrzehnten drauf haette, es liegt eher am Management

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WiWi Gast

Deutsche Industrie am absteigenden Ast

Was liegt am Management?
Dass man eine Technologie, für die kein Kunde bereit ist das nötige Geld zu zahlen, und mit der man selbst kein Geld verdient, etwas vernachlässigt hat?

Da sage ich doch: Ein Hoch auf die deutschen OEM Manager!

WiWi Gast schrieb am 06.01.2020:

Die technischen Anforderung an ein E-Auto sind abgesehen von der Batterie nichts was unsere Autoindustrie nicht seit Jahrzehnten drauf haette, es liegt eher am Management

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WiWi Gast

Deutsche Industrie am absteigenden Ast

Einfach nur Danke!

WiWi Gast schrieb am 06.01.2020:

Für jemanden wie mich der nicht mehr ~25 Jahre ist, klingen Threads wie diese wie ein akkustisches Deja Vu.
Es gibt auch hier im Forum einen lustigen Thread der mehr als 10 Jahre alt is, von einem der beschreibt, wie seiner Meinung nach in Deutschland alles den Bach runtergeht, und es bald 5 Mio Arbeitslose gibt,...
Diesen Thread hat vor Kurzem jemand rausgesucht. War ganz amüsant wenn man sich anschaut, dass Deutschland besser dasteht als jemals zuvor.

Mal realistisch:

  • Wird alles so bleiben wie es ist? Nö! Die Wirtschaft und Arbeitswelt verwandelt sich ständig.
  • Erleben wir eine schlimme wirtschaftliche Revolution? Nö. Was jetzt im unter dem Hype-Wort Digitalisierung summiert wird, gibt es schon seit Jahrzehnten und man kann genauso gut benefits für die deutsche Industrie aufzählen wie Risiken daraus.

Deutschland war zB schon immer wahnsinnig schlecht in allem was B2C ist. Die ganze Unterhaltungselektronik hat D nach und nach an Japan verloren. hat es uns Gesamtwirtschaftlich geschadet? Nicht wirklich. Das was früher die Unterhaltunselektronik war, sind jetzt digitale Geschäftsmodelle (Uber,...)

Industrien in denen D stark ist, sind oft nicht (negativ) betroffen. Die Chemische Industrie, Energieerzeugung, Maschinenbaue,... Viele vergessen oft, dass auch in 2030 noch Maschinen gebraucht werden um ein Auto zu bauen, oder Chemie um Lacke herzustellem...

Dann die Autoindustrie.
In den 70ern haben wir uns die Hose gemacht vor den Japanern. In den 90ern waren es dann die Korianer. Im neuen Jahrtausend die Chinesen (bis heute gibt es praktisch kein chinesisches Auto auf den Straßen im Westen).
Der aktuelle Hype ums Elektroauto ist absurd, der um Tesla noch viel mehr.
In 2019 waren weniger als 3% der neuzugelassenen PkW Elektroautos. Davon ca. 60% in China, mi weitem Abstand gefolgt von USA und Norwegen.
Was ist allen drei Ländern gemein? Dass E-Autos NOCH mit Unsummen subventioniert werden. In Ländern wo das nicht der Fall ist, will sie niemand haben
Es mag sein, dass der Trend zu E-Autos anhält, aber selbst wenn, gibt es aktuell keinerlei Grund zu glauben, dass wenn diese einen nennenswerten Anteil am Markt haben - also etwa in 5-10 Jahren, dass dann die deutschen Hersteller nicht ebenfalls mit attraktiven Produkten vertreten sein werden. Viele die in entscheidenen Positionen sind bei Tesla oder Byton sind übrigens Deutsche, manche schon wieder auf dem Weg zurück nach Deutschland.

Und selbt wenn Tesla auch in 5-10 Jahren noch einen technischen Vorsprung haben sollte, dan gibt es immer noch einen 100 Mio Auto-markt weltweit, der nicht nur durch 2-3 spezialisierte Hersteller bedient wird. Demgegenüber stehen aber die deutlich stärkeren Argumente wie "Brand Awareness", Reputation, Händlernetz, Excellenz in der Herstellung,...
Und selbst wenn, würden dann nicht erstmal die Französichen, Italienischen, Japanischen, Koreanischen oder traditionellen amerikanischen Hersteller leiden?

Die Umstellung auf E-Autos wird aber dennoch viel verändern, da die Wertschöpfung insgesamt schrumpft (kein Verbrenner, kein Getriebe, kein Abgastrakt, weniger Wartung), dafür wird es vermutlich mehr Arbeitsplätze in anderen BEreichen geben.

Kurzum, dass Thema Elektro und Tesla sehe ich als keine systemeische Gefahr für Deutschland.
Eher schon google und Apple, die die Hoheit über den immer wichtiger werdenden Bereich HMI/Daten gewinnen könnten, und somit langfristig die OEMs zu reinen Produktionsbetrieben degradieren könnten. Ich glaube, diese Gefahr wird noch gar nicht richtig erkannt.

Zum Thema autonomes Fahren: Dies ist eine Illusion, die niemals so kommen wird, wie das die Öffentlichkeit heute träumt. Und das was kommen wird, beherrschen die Deutschen sehr gut (Bosch und Conti mit unzähligen Patenten,...)

Ich bin aber auch nicht blind oder naiv. Was mich in Deutschland frustriert, ist die totale Verweigerung von Fortschritt im Bereich der öffentlichen Verwaltung, sowie des Zahlungsverkehrs.

Und ich gebe jemandem wie Frank Thelen Recht, dass Deutschland endlich mal ein Startup braucht, welches eine weltweite Plattform für etwas aufbaut (wie google, Facebook, Apple, LinkedIn,...)

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WiWi Gast

Deutsche Industrie am absteigenden Ast

Deutschland hat einen extremen Bildungsvorsprung. So ein gutes Bildungssystem hat kein anderes Land und das ist ein Vorteil. Nachteil in DE ist die Tendenz zu 35h etc während in China 60h gearbeitet wird. Aber auch die Leute in China haben da irgendwann kein Bock mehr drauf und der Grenznutzen von viel Arbeit nimmt schnell ab. So richtig Sorgen machen ich mir also nicht, aber kurzfristig kann China schon noch gut aufholen.

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WiWi Gast

Deutsche Industrie am absteigenden Ast

Bezüglich Auto Industrie. Denkt mal kapitalistisch. Wann würdet ihr euch eins kaufen und warum? Sicherlich nicht wenn man viel fährt und keine Lust auf Ladezeiten hat. Zusätzlich muss ins Stromnetz investiert werden (laut TU München 10Mrd €) starkstrom gibts nicht überall. Geschweige Internet. VW hat Rekord zahlen gemacht, während die deutschen Medien vom Auto Untergang geschrieben haben.
Ich habe mehr Angst vor einer schwachen Außenpolitik die Arbeitsplätze verliert, weil Trump oder China sich die Produktion und Wertschöpfung durch Zölle ins eigene Land holen. Lernt man auch als BWLer dort hin zu gehen wo der Markt (Käufer). Der ist leider nicht bei uns, weil wir immer weniger uns leisten können. Früher hat der Mann gearbeitet und so viel verdient, dass die Frau Zuhause im Eigenheim bleiben konnte. Heute verdient man zu wenig, sodass 1 Person Zuhause überhaupt bleiben kann.

WiWi Gast schrieb am 06.01.2020:

Einfach nur Danke!

WiWi Gast schrieb am 06.01.2020:

Für jemanden wie mich der nicht mehr ~25 Jahre ist, klingen Threads wie diese wie ein akkustisches Deja Vu.
Es gibt auch hier im Forum einen lustigen Thread der mehr als 10 Jahre alt is, von einem der beschreibt, wie seiner Meinung nach in Deutschland alles den Bach runtergeht, und es bald 5 Mio Arbeitslose gibt,...
Diesen Thread hat vor Kurzem jemand rausgesucht. War ganz amüsant wenn man sich anschaut, dass Deutschland besser dasteht als jemals zuvor.

Mal realistisch:

  • Wird alles so bleiben wie es ist? Nö! Die Wirtschaft und Arbeitswelt verwandelt sich ständig.
  • Erleben wir eine schlimme wirtschaftliche Revolution? Nö. Was jetzt im unter dem Hype-Wort Digitalisierung summiert wird, gibt es schon seit Jahrzehnten und man kann genauso gut benefits für die deutsche Industrie aufzählen wie Risiken daraus.

Deutschland war zB schon immer wahnsinnig schlecht in allem was B2C ist. Die ganze Unterhaltungselektronik hat D nach und nach an Japan verloren. hat es uns Gesamtwirtschaftlich geschadet? Nicht wirklich. Das was früher die Unterhaltunselektronik war, sind jetzt digitale Geschäftsmodelle (Uber,...)

Industrien in denen D stark ist, sind oft nicht (negativ) betroffen. Die Chemische Industrie, Energieerzeugung, Maschinenbaue,... Viele vergessen oft, dass auch in 2030 noch Maschinen gebraucht werden um ein Auto zu bauen, oder Chemie um Lacke herzustellem...

Dann die Autoindustrie.
In den 70ern haben wir uns die Hose gemacht vor den Japanern. In den 90ern waren es dann die Korianer. Im neuen Jahrtausend die Chinesen (bis heute gibt es praktisch kein chinesisches Auto auf den Straßen im Westen).
Der aktuelle Hype ums Elektroauto ist absurd, der um Tesla noch viel mehr.
In 2019 waren weniger als 3% der neuzugelassenen PkW Elektroautos. Davon ca. 60% in China, mi weitem Abstand gefolgt von USA und Norwegen.
Was ist allen drei Ländern gemein? Dass E-Autos NOCH mit Unsummen subventioniert werden. In Ländern wo das nicht der Fall ist, will sie niemand haben
Es mag sein, dass der Trend zu E-Autos anhält, aber selbst wenn, gibt es aktuell keinerlei Grund zu glauben, dass wenn diese einen nennenswerten Anteil am Markt haben - also etwa in 5-10 Jahren, dass dann die deutschen Hersteller nicht ebenfalls mit attraktiven Produkten vertreten sein werden. Viele die in entscheidenen Positionen sind bei Tesla oder Byton sind übrigens Deutsche, manche schon wieder auf dem Weg zurück nach Deutschland.

Und selbt wenn Tesla auch in 5-10 Jahren noch einen technischen Vorsprung haben sollte, dan gibt es immer noch einen 100 Mio Auto-markt weltweit, der nicht nur durch 2-3 spezialisierte Hersteller bedient wird. Demgegenüber stehen aber die deutlich stärkeren Argumente wie "Brand Awareness", Reputation, Händlernetz, Excellenz in der Herstellung,...
Und selbst wenn, würden dann nicht erstmal die Französichen, Italienischen, Japanischen, Koreanischen oder traditionellen amerikanischen Hersteller leiden?

Die Umstellung auf E-Autos wird aber dennoch viel verändern, da die Wertschöpfung insgesamt schrumpft (kein Verbrenner, kein Getriebe, kein Abgastrakt, weniger Wartung), dafür wird es vermutlich mehr Arbeitsplätze in anderen BEreichen geben.

Kurzum, dass Thema Elektro und Tesla sehe ich als keine systemeische Gefahr für Deutschland.
Eher schon google und Apple, die die Hoheit über den immer wichtiger werdenden Bereich HMI/Daten gewinnen könnten, und somit langfristig die OEMs zu reinen Produktionsbetrieben degradieren könnten. Ich glaube, diese Gefahr wird noch gar nicht richtig erkannt.

Zum Thema autonomes Fahren: Dies ist eine Illusion, die niemals so kommen wird, wie das die Öffentlichkeit heute träumt. Und das was kommen wird, beherrschen die Deutschen sehr gut (Bosch und Conti mit unzähligen Patenten,...)

Ich bin aber auch nicht blind oder naiv. Was mich in Deutschland frustriert, ist die totale Verweigerung von Fortschritt im Bereich der öffentlichen Verwaltung, sowie des Zahlungsverkehrs.

Und ich gebe jemandem wie Frank Thelen Recht, dass Deutschland endlich mal ein Startup braucht, welches eine weltweite Plattform für etwas aufbaut (wie google, Facebook, Apple, LinkedIn,...)

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WiWi Gast

Deutsche Industrie am absteigenden Ast

Nein, dass man sich von Tesla die Show stehlen lässt

WiWi Gast schrieb am 06.01.2020:

Was liegt am Management?
Dass man eine Technologie, für die kein Kunde bereit ist das nötige Geld zu zahlen, und mit der man selbst kein Geld verdient, etwas vernachlässigt hat?

Da sage ich doch: Ein Hoch auf die deutschen OEM Manager!

WiWi Gast schrieb am 06.01.2020:

Die technischen Anforderung an ein E-Auto sind abgesehen von der Batterie nichts was unsere Autoindustrie nicht seit Jahrzehnten drauf haette, es liegt eher am Management

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TheWire

Deutsche Industrie am absteigenden Ast

WiWi Gast schrieb am 06.01.2020:

Die technischen Anforderung an ein E-Auto sind abgesehen von der Batterie nichts was unsere Autoindustrie nicht seit Jahrzehnten drauf haette, es liegt eher am Management

Dir ist schon klar, dass gerade die Batterie der wichtigste,teuerste und technisch anspruchvollste Bestandteil des E-Auto ist. Alle anderen Bestandteile sind sowas von nebensächlich.

antworten
WiWi Gast

Deutsche Industrie am absteigenden Ast

Nun wurde dieser sozusagen übergangen und ein E-Motor ist bei weitem nicht mehr so kompliziert. Ein chinesisches Unternehmen kann das genauso gut umsetzen.

Was ist der Grund, heute in Shanghai ein Spitzenmodell von Mercedes oder Porsche zu fahren? Da kannst du nie auf 200 km/h beschleunigen und das großartige Fahrverhalten ausnutzen. Trotzdem stehen die vor den guten Hotels Schlange. Oder was ist der Grund für eine Louis Vuitton Tasche? Eine billige Kopie oder eine Jutebeutel für 50 cent hat die gleiche Funktion.

Es geht nicht einfach darum, jemanden von A nach B zu bringen oder etwas in einem Beutel zu transportieren.

antworten
WiWi Gast

Deutsche Industrie am absteigenden Ast

Ich glaube, ich kann in diesem Topic etwas mitsprechen und würde gerne Stellung nehmen: Ich gebe dir vollkommen Recht, jedoch haben wir aktuell nun wirklich eine andere Ausgangssituation.

Die deutschen Hersteller hatten ein Know-How, welches sie über 100 Jahre aufgebaut haben - in der Chemie, im Maschinenbau oder in der Autoindustrie. Auch den Banken ging es hervorragend.

Die Konkurrenz aus dem Osten und Westen hat jedoch aufgeholt - Ich war beruflich schon oft in China. Während die Chinesen früher überspitzt formuliert mit einem Eisenhammer saßen und die Pfanne bearbeitet haben, stehen heute moderne Roboter in der Lagerhalle welche alles vollkommen automatisch und in bester Qualität herstellen.

Viele Länder auf der Welt haben eine lebendige Start-Up Kultur aufgebaut gemäß dem Motto "Einfach mal machen". Während man in Deutschland noch ein Meeting nach dem anderen hält, haben die Chinesen bereits einen Prototypen fertig gebaut.

Heute wird über Software verkauft - ein Terrain auf dem wir keinen Halt finden. Unsere Banken schwächeln (s. Deutsche Bank, welche quasi ein Zwerg geworden ist).

Das Problem sehe ich immer wieder als Berater in vielen Team- und Bereichsleitern: Zu alt, zu träge, zu wenig Wissen, zu arrogant.

Sollte es an dieser Stelle keinen cultural change geben, bin ich mir sicher, dass wir irgendwann die lange Werkbank der restlichen Welt sind.

antworten
WiWi Gast

Deutsche Industrie am absteigenden Ast

WiWi Gast schrieb am 06.01.2020:

Nun wurde dieser sozusagen übergangen und ein E-Motor ist bei weitem nicht mehr so kompliziert. Ein chinesisches Unternehmen kann das genauso gut umsetzen.

Was ist der Grund, heute in Shanghai ein Spitzenmodell von Mercedes oder Porsche zu fahren? Da kannst du nie auf 200 km/h beschleunigen und das großartige Fahrverhalten ausnutzen. Trotzdem stehen die vor den guten Hotels Schlange. Oder was ist der Grund für eine Louis Vuitton Tasche? Eine billige Kopie oder eine Jutebeutel für 50 cent hat die gleiche Funktion.

Es geht nicht einfach darum, jemanden von A nach B zu bringen oder etwas in einem Beutel zu transportieren.

Du wirst dich wundern, dass es heute ehr Marken wie Tesla oder NIO sind bzw. Marken die in Deutschland noch niemand kennt. Es sind bei weitem keine Kopien mehr. Audi wurde z.B. auch als Zulieferer für Regierungsfahrzeuge abgelöst. Sich daher nur aufs Branding zu verlassen ist nicht zukunftsfähig.

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WiWi Gast

Deutsche Industrie am absteigenden Ast

Danke für den klasse Beitrag.
Schön wenn jemand mal das 'big picture' sieht anstatt den täglichen Clickbaits in den den online medien zu viel Beachtung zu schenken.

WiWi Gast schrieb am 06.01.2020:

Für jemanden wie mich der nicht mehr ~25 Jahre ist, klingen Threads wie diese wie ein akkustisches Deja Vu.
Es gibt auch hier im Forum einen lustigen Thread der mehr als 10 Jahre alt is, von einem der beschreibt, wie seiner Meinung nach in Deutschland alles den Bach runtergeht, und es bald 5 Mio Arbeitslose gibt,...
Diesen Thread hat vor Kurzem jemand rausgesucht. War ganz amüsant wenn man sich anschaut, dass Deutschland besser dasteht als jemals zuvor.

Mal realistisch:

  • Wird alles so bleiben wie es ist? Nö! Die Wirtschaft und Arbeitswelt verwandelt sich ständig.
  • Erleben wir eine schlimme wirtschaftliche Revolution? Nö. Was jetzt im unter dem Hype-Wort Digitalisierung summiert wird, gibt es schon seit Jahrzehnten und man kann genauso gut benefits für die deutsche Industrie aufzählen wie Risiken daraus.

Deutschland war zB schon immer wahnsinnig schlecht in allem was B2C ist. Die ganze Unterhaltungselektronik hat D nach und nach an Japan verloren. hat es uns Gesamtwirtschaftlich geschadet? Nicht wirklich. Das was früher die Unterhaltunselektronik war, sind jetzt digitale Geschäftsmodelle (Uber,...)

Industrien in denen D stark ist, sind oft nicht (negativ) betroffen. Die Chemische Industrie, Energieerzeugung, Maschinenbaue,... Viele vergessen oft, dass auch in 2030 noch Maschinen gebraucht werden um ein Auto zu bauen, oder Chemie um Lacke herzustellem...

Dann die Autoindustrie.
In den 70ern haben wir uns die Hose gemacht vor den Japanern. In den 90ern waren es dann die Korianer. Im neuen Jahrtausend die Chinesen (bis heute gibt es praktisch kein chinesisches Auto auf den Straßen im Westen).
Der aktuelle Hype ums Elektroauto ist absurd, der um Tesla noch viel mehr.
In 2019 waren weniger als 3% der neuzugelassenen PkW Elektroautos. Davon ca. 60% in China, mi weitem Abstand gefolgt von USA und Norwegen.
Was ist allen drei Ländern gemein? Dass E-Autos NOCH mit Unsummen subventioniert werden. In Ländern wo das nicht der Fall ist, will sie niemand haben
Es mag sein, dass der Trend zu E-Autos anhält, aber selbst wenn, gibt es aktuell keinerlei Grund zu glauben, dass wenn diese einen nennenswerten Anteil am Markt haben - also etwa in 5-10 Jahren, dass dann die deutschen Hersteller nicht ebenfalls mit attraktiven Produkten vertreten sein werden. Viele die in entscheidenen Positionen sind bei Tesla oder Byton sind übrigens Deutsche, manche schon wieder auf dem Weg zurück nach Deutschland.

Und selbt wenn Tesla auch in 5-10 Jahren noch einen technischen Vorsprung haben sollte, dan gibt es immer noch einen 100 Mio Auto-markt weltweit, der nicht nur durch 2-3 spezialisierte Hersteller bedient wird. Demgegenüber stehen aber die deutlich stärkeren Argumente wie "Brand Awareness", Reputation, Händlernetz, Excellenz in der Herstellung,...
Und selbst wenn, würden dann nicht erstmal die Französichen, Italienischen, Japanischen, Koreanischen oder traditionellen amerikanischen Hersteller leiden?

Die Umstellung auf E-Autos wird aber dennoch viel verändern, da die Wertschöpfung insgesamt schrumpft (kein Verbrenner, kein Getriebe, kein Abgastrakt, weniger Wartung), dafür wird es vermutlich mehr Arbeitsplätze in anderen BEreichen geben.

Kurzum, dass Thema Elektro und Tesla sehe ich als keine systemeische Gefahr für Deutschland.
Eher schon google und Apple, die die Hoheit über den immer wichtiger werdenden Bereich HMI/Daten gewinnen könnten, und somit langfristig die OEMs zu reinen Produktionsbetrieben degradieren könnten. Ich glaube, diese Gefahr wird noch gar nicht richtig erkannt.

Zum Thema autonomes Fahren: Dies ist eine Illusion, die niemals so kommen wird, wie das die Öffentlichkeit heute träumt. Und das was kommen wird, beherrschen die Deutschen sehr gut (Bosch und Conti mit unzähligen Patenten,...)

Ich bin aber auch nicht blind oder naiv. Was mich in Deutschland frustriert, ist die totale Verweigerung von Fortschritt im Bereich der öffentlichen Verwaltung, sowie des Zahlungsverkehrs.

Und ich gebe jemandem wie Frank Thelen Recht, dass Deutschland endlich mal ein Startup braucht, welches eine weltweite Plattform für etwas aufbaut (wie google, Facebook, Apple, LinkedIn,...)

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WiWi Gast

Deutsche Industrie am absteigenden Ast

WiWi Gast schrieb am 06.01.2020:

Deutschland hat einen extremen Bildungsvorsprung. So ein gutes Bildungssystem hat kein anderes Land und das ist ein Vorteil.

Das ist hoffentlich nur ironisch gemeint?

antworten
WiWi Gast

Deutsche Industrie am absteigenden Ast

WiWi Gast schrieb am 07.01.2020:

Deutschland hat einen extremen Bildungsvorsprung. So ein gutes Bildungssystem hat kein anderes Land und das ist ein Vorteil.

Das ist hoffentlich nur ironisch gemeint?

Genau dies ist aus meiner Sicht auch die wahre Gefahr für dieses Land. Wie oben erwähnt basiert unsere Industrie wie z.B. die Chemie auf Wissen und Erfahrungen die ihre Blütezeiten zwischen 1880 und 1970 hatten. Dort gibt es immer noch riesige Markteinstiegshürden die uns wohl noch 2-3 Jahrzehnte über Wasser halten. Alleine das Haber-Bosch Verfahren oder andere Großverfahren in der chemischen Industrie bestimmen weiterhin das Verbundkonzept vieler Standorte. Viele Großanlagen und Verfahren sind längst abbezahlt und es wird ohne Entwicklungskosten produziert.

Die Gründer anderer Industriezweige wie Porsche und Bosch etc. hatten einen Erfindungsgeist der auf Wissen und Praxis fundierte. Viele dt. Wissenschaftler sind nach dem 2. Weltkrieg z.B. in die USA und haben dort Raketen, Flugzeuge und Computer mit Freude und Verstand weiterentwickelt. Deutschland ist ein Land ohne Ressourcen, wir sind auf diese Menschen angewiesen.

Wo sind diese Persönlichkeiten in der heutigen Gesellschaft? Ich habe Physik studiert und habe mit den neuen Büchern und Lehrmethoden einfach nichts mehr anfangen können. Nehmt euch mal ein Buch über Physik oder Technik aus dem Jahre 1920, 1940 oder 1960. Da war noch die Begeisterung und das tiefe Verständnis der Natur gepaart mit einem aufklärerischen Geiste in jedem Satz zu spüren. Aus meiner Sicht ist diese Art der Bildung notwendig, um auf lange Sicht eine technologisch erfolgreiche Gesellschaft beizubehalten.

Die deutschen Unis sind leider arrogant und verstaubt. Viele der Profs sonnen sich noch im Lichte ihrer Vorfahren wobei sie jedoch kaum etwas vorweisen können. Vergleicht man die Lehrinhalte deutscher Unis jedoch mit denen am MIT oder Stanford, so sind die oben beschriebenen Genies dort zu finden. Welcher Prof in Deutschland kann eine mitreißende Vorlesung wie Feynman, Susskind oder Lewin halten? Der BrainDrain und die nicht auf Bildung optimierte Einwanderung feuert das ganze weiter an.

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WiWi Gast

Deutsche Industrie am absteigenden Ast

WiWi Gast schrieb am 30.01.2020:

Deutschland hat einen extremen Bildungsvorsprung. So ein gutes Bildungssystem hat kein anderes Land und das ist ein Vorteil.

Das ist hoffentlich nur ironisch gemeint?

Genau dies ist aus meiner Sicht auch die wahre Gefahr für dieses Land. Wie oben erwähnt basiert unsere Industrie wie z.B. die Chemie auf Wissen und Erfahrungen die ihre Blütezeiten zwischen 1880 und 1970 hatten. Dort gibt es immer noch riesige Markteinstiegshürden die uns wohl noch 2-3 Jahrzehnte über Wasser halten. Alleine das Haber-Bosch Verfahren oder andere Großverfahren in der chemischen Industrie bestimmen weiterhin das Verbundkonzept vieler Standorte. Viele Großanlagen und Verfahren sind längst abbezahlt und es wird ohne Entwicklungskosten produziert.

Die Gründer anderer Industriezweige wie Porsche und Bosch etc. hatten einen Erfindungsgeist der auf Wissen und Praxis fundierte. Viele dt. Wissenschaftler sind nach dem 2. Weltkrieg z.B. in die USA und haben dort Raketen, Flugzeuge und Computer mit Freude und Verstand weiterentwickelt. Deutschland ist ein Land ohne Ressourcen, wir sind auf diese Menschen angewiesen.

Wo sind diese Persönlichkeiten in der heutigen Gesellschaft? Ich habe Physik studiert und habe mit den neuen Büchern und Lehrmethoden einfach nichts mehr anfangen können. Nehmt euch mal ein Buch über Physik oder Technik aus dem Jahre 1920, 1940 oder 1960. Da war noch die Begeisterung und das tiefe Verständnis der Natur gepaart mit einem aufklärerischen Geiste in jedem Satz zu spüren. Aus meiner Sicht ist diese Art der Bildung notwendig, um auf lange Sicht eine technologisch erfolgreiche Gesellschaft beizubehalten.

Die deutschen Unis sind leider arrogant und verstaubt. Viele der Profs sonnen sich noch im Lichte ihrer Vorfahren wobei sie jedoch kaum etwas vorweisen können. Vergleicht man die Lehrinhalte deutscher Unis jedoch mit denen am MIT oder Stanford, so sind die oben beschriebenen Genies dort zu finden. Welcher Prof in Deutschland kann eine mitreißende Vorlesung wie Feynman, Susskind oder Lewin halten? Der BrainDrain und die nicht auf Bildung optimierte Einwanderung feuert das ganze weiter an.

Ich denke der Unterschied zwischen Unis wie Stanford, MIT etc und der deutschen durchschnittsuni (die sich übrigens nicht verstecken muss, wir haben hier zwar eine Hochschullandschaft ohne die weltweit besten Unis, dafür aber ein sehr hohen durchschnittlichen Standart - jeder der mal z.b eine no name US Uni von innen gesehen weiß wovon ich rede) liegt NICHT daran dass sich irgendwelche profs in früheren Errungenschaften sonnen, sondern einfach daran dass eine US / UK Elite Uni ein Budget für Forschung hat von dem jede deutsche Uni nur träumen kann.

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WiWi Gast

Deutsche Industrie am absteigenden Ast

Man kann amerikanisch Top Unis nicht so einfach mit Deutschen Unis vergleichen. Das fängt schon mit der ganz anderen Finanzierungskultur dort an, als die die bei uns vorhanden ist. Dort z.B. ist ein fester, großer, Bestandteil der Finanzierung, die von Philanthropists stammt, die dazu neigen Dinge zu finanzieren, für die bei uns nie ein Lehrstuhl der sein Geld aus öffentlichen Steuergelder bekommt, Geld erhalten würde. Das führt dazu, das dort ganz automatisch auch häufig an viel "cooleren" oder innovativeren Dingen geforscht wird, als bei uns.

Dann kommt noch die prikäre Beschäftigungsglage von Wissenschaftlern bei uns hinzu. Schlechtbezahlt Zeitverträge und wenn man Pech hat, und keine Prof.Stelle ergattern konnte, ist man nach 12 Jahren weg vom Fenster und MUSS sich etwas auserhalb der Forschung suchen. Eine Schande, wenn man echte Talente hat. Klar, das Leute, die wirklich für ihr Fach leben, da die Biege ins Ausland machen.

Generell genießt die Deutsche Universitätsausbildung im Ausland, gerade den USA, einen sehr guten Ruf. Unterhaltet euch mal mit US Profs, aus welchen Ländern die am liebsten Forschungsmitarbeiter anstellen. Deutschland wird da meist als erstes genannt.

Engagierte Profs in der Lehre gibt es überall. Im Innland, im Ausland, an guten und an schlechten Unis.

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WiWi Gast

Deutsche Industrie am absteigenden Ast

Man kann hier immer noch gut leben, wenn man sein Kapital in den USA anlegt :-)

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