DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
Anlage, Aktien & VermögenAktien

Voreiliger Optimismus an den Börsen

Börsen-Zeitung: Kommentar von Dieter Kuckelkorn zu den Finanzmärkten

Auf einem Computer wird eine Börsentabelle  angezeigt.

Voreiliger Optimismus an den Börsen
Frankfurt/Main, 30.04.2009 (ots) - Besser hätte der Wochenausklang nicht sein können: Passend zum frühlingshaften Sonnenschein, der den angeschlagenen Finanzplatz Frankfurt am Freitag in ein mildes Licht tauchte, hat sich der Ifo-Geschäftsklimaindex, der als das wichtigste Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft gilt, im April deutlich verbessert, und zwar stärker als vom Marktkonsens antizipiert. Besonders erfreulich ist, dass sich neben den Erwartungen für die kommenden Monate auch der Teilindex, der die Einschätzung der aktuellen Lage durch die Unternehmen widerspiegelt, verbessert hat. Der Dax legte am Freitag um 3 Prozent auf 4674 Punkte zu. Gegenüber dem Tief vom März verbesserte er sich damit etwas mehr als 1000 Punkte und baute praktisch seinen Verlust im bisherigen Gesamtjahr ab.

Auf den ersten Blick erhält die überraschend kräftige Erholung des deutschen Aktienmarktes mit dem Ifo-Index ihre ideologische Untermauerung. Die Börse hat gegenüber der Konjunkturentwicklung einen Vorlauf von ungefähr einem halben Jahr, insofern - so wird argumentiert - verbreiten Aktienmarkt und Ifo-Index die gleiche Botschaft. Diese bestehe darin, dass irgendwann im zweiten Halbjahr die konjunkturelle Erholung einsetzt.

Diese Sichtweise dürfte allerdings zu optimistisch sein. Schaut man sich die Details der Ifo-Umfragen an, so wird deutlich, dass die überwiegende Mehrheit der teilnehmenden Unternehmen mit einer Verschlechterung ihres Umfelds rechnet. Die Pessimisten übertreffen die Optimisten in der Umfrage um immerhin 30 Prozentpunkte. Im April beurteilte zudem eine Mehrheit der Unternehmen ihre gegenwärtige Situation im Vormonatsvergleich als schlechter. Der Ifo-Index befindet sich zudem immer noch auf einem im historischen Vergleich sehr niedrigen Stand.

Dies alles lässt höchstens den Schluss zu, dass es in den nächsten Monaten eine gewisse Stabilisierung der Konjunktur geben könnte - freilich auf einem äußerst frostigen Niveau, denn inzwischen gehen die meisten Ökonomen davon aus, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt 2009 um ungefähr 6 Prozent einbrechen wird. Für den Aktienmarkt heißt dies, dass der Optimismus, der bis vor kurzem vorherrschte und auch am Freitag erneut aufblitzte, übertrieben ist. Der Markt hat sich zu weit vorgewagt, dadurch ist es zumindest sehr unwahrscheinlich geworden, dass es weitere Kurszuwächse gibt. So weit das positive Szenario. Es könnte auch noch deutlich schlimmer kommen. So deutet Einiges darauf hin, dass die Quartalssaison, die gerade begonnen hat, wenig erfreulich verlaufen wird. In den USA hat, wie die Aktienstrategen der WestLB ermittelt haben, mit rund 120 Unternehmen etwa ein Viertel der Firmen aus dem Standard&Poors500 Zahlen bereits vorgelegt. Dabei fielen knapp 30 Prozent der Quartalsberichte schlechter aus als vom Konsens der Analysten erwartet.

Die Zahl der negativen Ergebnisüberraschungen ist, so die WestLB, damit fast so hoch ausgefallen wie in den Vorquartalen. Das ist insofern bemerkenswert, als doch die Analysten ihre Prognosen in den vergangenen Monaten bereits kräftig zurückgeschnitten hatten. Die Korrekturen waren aber wohl noch nicht ausreichend. Dies legt den Schluss nahe, dass die Phase der zu optimistischen Markterwartungen immer noch nicht vorüber ist. Parallel ist auch für Europa zu erwarten, dass die Analysten noch eine rosarote Brille tragen.

Über dem Markt hängt neben der Quartalssaison ein weiteres Damoklesschwert: Am 4. Mai wird die US-Regierung die Ergebnisse des Stress-Tests veröffentlichen, eines Belastungstests in Gestalt von Rechenmodellen, mit denen sie die Überlebensfähigkeit der 19 größten US-Banken beurteilt hat. US-Finanzminister Timothy Geithner erklärte zwar, die Mehrheit der Großbanken sei ausreichend kapitalisiert. Allerdings scheinen die Szenarien, die die US-Regierung als Worst Case unterstellt, recht optimistisch zu sein. Der Markt könnte also zu einer deutlich pessimistischeren Einschätzung kommen. Dies könnte einer der Faktoren sein, der die überfällige Korrektur an den Aktienmärkten auslöst. 

Im Forum zu Aktien

7 Kommentare

Aktienpolitik Consulting

WiWi Gast

Bei uns (MBB) darfst du grundsätzlich beliebige Aktien und Fonds halten. Vor jedem Kauf oder Verkauf musst du aber prüfen, ob sich das gewünschte Unternehmen auf einer Liste aktueller Kunden befindet. ...

12 Kommentare

Wo langfristig Geld anlegen

WiWi Gast

Hallo hätte ein Frage, will mir ein breites Portfolio erstellen mit: iShahres Core MSCI World UCITS ETF 70% Amundi MSCI Emerging Markets 15% iShares Core DAX UCITS ETF ...

20 Kommentare

Jetzt wie 20k anlegen?

WiWi Gast

Ich kaufe zur Zeit auch nach, ca. 3.000€ pro Woche

9 Kommentare

Geld anlegen mit kurzer Laufzeit

WiWi Gast

Also es gibt diese Festfeld24-Dinger. Sehe ich jedenfalls bei meinem Broker im Depot. Aber das kann man vermutlich auch einfach sein lassen. Aktuell würde sich vermutlich nen Short-ETF auf den DAX ...

11 Kommentare

Aktien und Zinseszins?

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 28.03.2020: Nö muss man nicht, zumindest kein rational denkender Mensch. Davon gibt es hier sehr wenige. ...

20 Kommentare

Wo ist der Spezialist, der zu Aktienkauf mit Kredithebel geraten hat?

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 18.03.2020: Coronavirus ist T1 Trend. ...

24 Kommentare

Warum wird in Aktien investiert?

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 24.03.2020: Ja, Vapiano heute +18%. Wenn das mal nicht ein Beweis für die Effizienz von Märkten ist. ...

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema Aktien

Weiteres zum Thema Anlage, Aktien & Vermögen

Das Renditedreieck mit den DAX-Renditen der letzten 50 Jahre zeigt die langfristige Entwicklung der Aktienanlage in deutsche Standardwerte.

DAI-Renditedreieck

Das DAI-Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts veranschaulicht die historische Renditeentwicklung der Geldanlage in Aktien. Das Rendite-Dreieck visualisiert die Kurs- und Dividendenentwicklung in Aktien des DAX über Zeiträume von einem bis zu 50 Jahren. Historisch betrachtet lagen die jährlichen Renditen für Anlagezeiträume von 20-Jahren im Schnitt bei rund 9 Prozent. Das eingesetzte Vermögen verdoppelte sich bei dieser Wertentwicklung etwa alle 8 Jahre.

Börsenteil der Tageszeitung mit Zinssätzen und Aktienkursen.

Geldanlage: Zehn Aktien-Tipps für Anleger

Schock für Sparer: EZB-Chef Draghi hat die Zinsen abgeschafft. Das Sparen mit Tagesgeld, Festgeld oder Sparbuch lohnt sich aktuell nicht mehr. Wer risikobereit ist, sollte seine Geldanlagen in Aktien investieren. Das berichtet der Bundesverband deutscher Banken und gibt zehn wertvolle Aktien-Tipps für Anleger.

Ein Pflänzchen wächst einsam aus einem Betonboden.

Arbeitsblatt »Nachhaltige Geldanlagen«

Auch in Sachen Geldanlage wird das Thema Nachhaltigkeit immer wichtiger. Nachhaltige, grüne Geldanlagen sind mittlerweile in aller Munde. Aber was verbirgt sich dahinter?

Ein Computerbildschirm mit Börsennachrichten und Kurven.

Freeware: »JStock« Börsensoftware

Mit der Börsensoftware JStock lassen sich Aktienanlagen überwachen, verwalten und auswerten. Die Freeware ermöglicht das Erstellen einer unbegrenzten Anzahl von Beobachtungslisten und Portfolios und unterstützt die Aktienkurse von weltweit 26 Aktienmärkten einschließlich Deutschland.

Zwei Computerbildschirme mit einem Börsenüberblick.

Freeware: Aktienkurs- und Depotsoftware »trAAAde«

Mit der Aktienkurs- und Depotsoftware »trAAAde« lassen sich Kurse deutscher Aktien und die des eigenen Depots gezielt verfolgen. Das Programm beobachtet über 1000 in Deutschland handelbare Aktien und erstellt Kursstatistiken.

Vermögensstruktur: Geld, Aktien, Anleihen, Gold

Info-Forum »stabiler-euro.de«

Um die Hintergründe und Zusammenhänge der Staatsschuldenkrise zu erklären, hat das Bundesfinanzministerium das neue Info-Forum www.stabiler-euro.de geschaffen. Es erläutert die Entstehung der Krise und wie die unterschiedlichen Instrumente zu ihrer Überwindung funktionieren.

Auf einem Computer wird eine Börsentabelle  angezeigt.

Depotverwaltung mit eigener Finanzsoftware

An den Börsen in Frankfurt, Tokio und New York werden täglich Aktien und Wertpapiere im Wert von vielen Milliarden Dollar gehandelt. Die handelbaren Werte wechseln teilweise im Minutentakt ihren Besitzer und werden mit Gewinn oder Verlust verkauft. Mit einer Software zur Aktienverwaltung haben Profis und Neueinsteiger ihre Depots jederzeit im Blick.

Beliebtes zum Thema Gehalt

Absolventen-Gehaltsreport-2018: Absolventenhut und fliegende Geldmünzen

Absolventen-Gehaltsreport 2018/19: Höhere Einstiegsgehälter bei WiWis

Wie im Vorjahr verdienen die Wirtschaftsingenieure bei den Absolventen der Wirtschaftswissenschaften mit 48.696 Euro im Schnitt am meisten. Sie legten im StepStone Gehaltsreport für Absolventen 2018/2019 damit um 458 Euro zu. Wirtschaftsinformatiker erhalten mit 45.566 Euro (2017: 45.449 Euro) und Absolventen der Wirtschaftswissenschaften, VWL und BWL und mit 43.033 Euro (2017: 42.265 Euro) ebenfalls etwas höhere Einstiegsgehälter.

Stepstone Gehaltsreport 2018: Das Bild zeigt zwei Lego-Männchen Frau und Mann im Anzug (Wirtschaftsingenieurin und Wirtschaftsinformatiker) vor einem Computer.

StepStone Gehaltsreport 2018: Wirtschaftsingenieure und Wirtschaftsinformatiker sind Topverdiener

Fachkräfte und Führungskräfte mit einem Studienabschluss in Wirtschaftsingenieurwesen und Wirtschaftsinformatik verdienen ausgezeichnet. Mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 70.231 Euro liegen die Wirtschaftsingenieur hinter Medizin und Jura auf Platz drei der zurzeit lukrativsten Studiengänge. Die Wirtschaftsinformatiker verdienen mit 69.482 Euro ähnlich gut und sind hinter den Ingenieuren auf Rang fünf im StepStone Gehaltsreport 2018. Mit einem Abschluss in BWL, VWL oder Wirtschaftswissenschaften sind die Gehälter als Key Account Manager mit 75.730 Euro und als Consultant mit 67.592 Euro am höchsten.

Das Bild zeigt als Symbol für Reichtum und eine ungleiche Vermögensverteilung die riesen Luxus-Yacht eines Milliardärs.

Reichtum ungleich verteilt: Rekordhoch von 2043 Milliardären

Die Anzahl der Milliardäre stieg auf ein Rekordhoch von 2043 Milliardären. 82 Prozent des 2017 erwirtschafteten Vermögens floss in die Taschen des reichsten Prozents der Weltbevölkerung. Jeden zweiten Tage kam ein neuer Milliardär hinzu. Die 3,7 Milliarden Menschen, die die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung ausmachen, profitieren dagegen nicht vom aktuellen Vermögenswachstum. Das geht aus dem Bericht „Reward Work, not Wealth 2018“ hervor, den die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam veröffentlicht hat.

Screenshot vom Teilzeit-Netto-Gehaltsrechner vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS).

Teilzeit-Netto-Gehaltsrechner 2019

Mit dem Teilzeit-Netto-Gehaltsrechner des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales lässt sich das Teilzeitgehalt online berechnen. Steuerklasse, Kirchensteuer, Krankenkassenbeitrag und Soli fließen in die Kalkulation ein.

Einstiegsgehalt Wirtschaftswissenschaftler

IG Metall Gehaltsstudie 2016/2017 - Einstiegsgehälter Wirtschaftswissenschaftler

Was verdienen Wirtschaftswissenschaftler beim Berufseinstieg? In Unternehmen mit einem Tarifvertrag verdienten junge Wirtschaftswissenschaftler mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung in 2016 durchschnittlich 49.938 Euro im Jahr. In nicht tarifgebundenen Betrieben lagen die Einstiegsgehälter von Wirtschaftswissenschaftlern mit 42.445 Euro etwa 17,7 Prozent darunter. Im Vorjahr hatte dieser Gehaltsvorteil bei den Wirtschaftswissenschaftlern noch 33 Prozent betragen.

Nebenjob, Studentenjob,

Die Gehaltsverhandlung

Während der Absolvent vor der Gehaltsverhandlung von üppigen Gehältern träumt, wollen die Personaler die Kosten gering halten. Tipps für die Gehaltsverhandlung helfen, die eigene Vorstellung überzeugend vorzutragen.

Titelblatt StepStone Gehaltsreport 2017

StepStone Gehaltsreport 2017: Was Fach- und Führungskräfte mit Wirtschaftsstudium verdienen

In Deutschland verdienen Fachkräfte und Führungskräfte durchschnittlich 57.100 Euro. Akademiker verdienen im Schnitt 37 Prozent mehr. Mit einem Wirtschaftsstudium beträgt das Brutto-Jahresgehalt inklusive variablem Anteil in "BWL, VWL und Wirtschaftswissenschaften" im Schnitt 65.404 Euro, in Wirtschaftsinformatik 68.133 Euro und in Wirtschaftsingenieurwesen sogar 70.288 Euro.