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Wirtschaftswissenschaften studierbarer machen um Studienabbrüche zu reduzieren

Viele Abbrecher nennen die zu hohen Anforderungen des Studiums als ausschlaggebend. Dies gilt insbesondere für die Studiengänge in den Wirtschafts- und Ingenieurswissenschaften an den Fachhochschulen, bei denen die Leistungsansprüche als besonders hoch gelten.

Die Abkürzung WiWi für Wirtschaftswissenschaften an einer Mauer mit einem Daumen-Hoch als Like-Zeichen.

Wirtschaftswissenschaften studierbarer machen um Studienabbrüche zu reduzieren
Berlin, 14.01.2010 (bmbf) - Welche Ursachen und Motive führen zu Studienabbrüchen? Und wie sieht es mit den Studienabbrüchen in den neuen Bachelor-Studiengängen im Vergleich zu den herkömmlichen Studiengängen aus? Mit diesen Fragen befasst sich eine neue Studie der Hochschul-Informations-System GmbH (HIS), die am Dienstag veröffentlicht wurde. Demnach waren für nur 12 Prozent der Studienabbrecher unzureichende Studienbedingungen entscheidend für den Abbruch.

"Das ist insgesamt ein gutes Zeugnis für unser Hochschulsystem", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Dr. Helge Braun, am Dienstag in Berlin. "Dennoch müssen wir die Zahl der Studienabbrüche weiter reduzieren. Wichtig ist, dass die Studierenden besser auf ihr Studium vorbereitet werden und nicht mit falschen Erwartungen an die Hochschulen kommen."

Als Hauptgrund für einen Studienabbruch werden von 31 Prozent der befragten Studierenden Leistungsprobleme angegeben. 20 Prozent davon nennt die zu hohen Anforderungen des Studiums als ausschlaggebend für den Studienabbruch. Für 11 Prozent ist das Nichtbestehen von Prüfungen die Hauptursache.

Dies gilt insbesondere für die Studiengänge in den Wirtschafts- und Ingenieurswissenschaften an den Fachhochschulen, bei denen die Leistungsansprüche als besonders hoch gelten. Braun forderte deshalb die Fachhochschulen auf, die Studiengänge für die volkswirtschaftlich wichtigen MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) und die Wirtschaftswissenschaften studierbarer zu machen: "Es ist nicht zielführend, die Studieninhalte der früheren Diplomstudiengänge einfach unverändert in die kürzeren Bachelorstudiengänge zu übernehmen. Die Hochschulen müssen die Studieninhalte entsprechend anpassen, damit der Bologna-Prozess funktioniert. Wo Korrekturen notwendig sind, müssen sie auch vorgenommen werden."

Von ähnlich großer Bedeutung ist das vorzeitige Abbrechen des Studiums aufgrund mangelnder Motivation. 18 Prozent aller Abbrecher identifizieren sich nicht (mehr) mit ihrem Studienfach und den sich daraus ergebenden beruflichen Möglichkeiten. Aus ihrer Sicht haben sich ihre Vorstellungen vom gewählten Studiengang nicht bestätigt; sie haben sich mit falschen Erwartungen immatrikuliert. Für 19 Prozent der Befragten sind finanzielle Probleme ausschlaggebend für ihren Studienabbruch.

"Durch Verbesserungen beim BAföG und den Aufbau eines nationalen Stipendienprogramms werden wir in den kommenden Jahren entscheidend zu einer Verbesserung der finanziellen Situation der Studierenden beitragen", sagte Braun. "Finanzielle Gründe dürfen niemanden von der Aufnahme und dem Abschluss eines Studiums abhalten."

Die Studienabbruchquote in Deutschland ist insgesamt leicht rückläufig und betrug im Jahr 2006 21 Prozent (2004: 22 Prozent; 2002: 25 Prozent). Damit liegt Deutschland deutlich unter dem OECD-Durchschnitt, der bei 31 Prozent liegt. Dies geht aus einer früheren HIS-Erhebung über Studienabbruchquoten auf der Basis des Absolventenjahrgangs 2006 hervor, die 2008 veröffentlich wurde.

Vor allem in den Sprach-, Kultur-, und Sozialwissenschaften sind die Abbruchquoten erheblich zurückgegangen. Dies ist vor allem auf die Einführung des Bachelor-Studienganges zurückzuführen, der an den Universitäten zu einer klareren Strukturierung des Studienverlaufs und zu einer stringenteren Studienstruktur beigetragen hat. Der Bachelor-Studiengang hat zudem bewirkt, dass Studierende deutlich früher erkennen, ob ihre Studienentscheidung richtig war. Während Abbrüche in den Bachelor-Studiengängen durchschnittlich nach 2,3 Fachsemestern erfolgen, ist dies in den herkömmlichen Studiengängen erst nach 7,3 Fachsemestern der Fall.

Im Auftrag des BMBF hat die HIS im Studienjahr 2008 eine bundesweit repräsentative Befragung zu den Ursachen und Motiven von Studienabbrüchen des Absolventenjahrgangs 2006 vorgenommen. An der Untersuchung beteiligten sich insgesamt rund 2500 Studienabbrecher von 54 Universitäten und 33 Fachhochschulen.

  

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