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Vermeidbarer Stress - Eure Einschätzungen

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WiWi Gast

Vermeidbarer Stress - Eure Einschätzungen

Liebes Forum,

nach langer Zeit erstelle ich mal wieder einen eigenen Beitrag hier. Ich möchte euch zunächst meine derzeitige Situation schildern und freue mich dann natürlich über eure Einschätzungen und eure persönlichen Erfahrungen.

Ich bin Ende zwanzig und seit guten dreieinhalb Jahren im Berufsleben angekommen. Mit meinem derzeitigen Job bei einer großen deutschen Privatbank bin ich auch grundsätzlich zufrieden. Es ist natürlich so, dass sich mein Aufgabengebiet sukzessive erweitert hat. Mein derzeitiges Aufgabenpaket bildet auch mein derzeitiges Limit ab, was ich sinnvoll bearbeiten kann.
Mein Problem ist nun, dass ich mir gefühlt sehr viel vermeidbaren Stress und Druck auferlege. Ich benötige öfter mal für eine Aufgabe eine Weile Ungestörtheit, einfach weil die Aufgaben es verlangen. In der Zeit kommt ein Anruf rein, den ich entweder annehme und aus dem Flow komme oder ablehne und dann ein schlechtes Gewissen habe. In der Zwischenzeit trudeln neue Mails ein, etc. Mein gefühlter Stress entwickelt dann eine Eigendynamik.
Dabei ist mir jedoch bewusst, dass das alles ganz normal ist und ich auch durchaus organisiert bin. Ich weiß auch, dass dieser selbstgemachte Stress fast immer unnötig ist, da Dringendes priorisiert bearbeitet wird und der Rest auch warten kann. Allerdings fällt es mir schwer, bei einem vollen Postfach einen kühlen Kopf zu bewahren und ich habe immer den Drang, am Ende des Tages keine unbearbeiteten Mails mehr zu haben. Das ging vormals auch, mittlerweile aber nicht mehr.

Derzeit mache ich im moderaten Umfang Überstunden, das steuere ich recht streng. Ich kenne mein persönliches Limit ganz gut und weiß ab wann die Aufgaben oder ich selbst darunter leide. Meist schaffe ich es am Ende des Tages so auf unter 10-15 unbearbeitete Mails. Also eigentlich alles gut und objektiv kein Grund für diesen Stress. Der bringt ja meist auch nichts und erhöht nur die Fehlerquote.

Da ich mich vorher so nicht kannte, irritiert mich diese Situation etwas und ich würde mich über eure Einschätzungen und Erfahrungen freuen. Ist es einfach normal und Gewöhnungssache? Wie ist es bei euch? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht oder macht sie derzeit? Aussagen von Berufseinsteigern wie mich und auch von erfahreneren Kollegen fände ich sehr interessant.

Vielen Dank und beste Grüße.

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Gast

Vermeidbarer Stress - Eure Einschätzungen

Hallo,

ich verstehe was du meinst.
Aber man muss wirklich lernen, entspannt zu bleiben, da - wie du schon geschrieben hast - die Fehlerquote steigt und die Arbeit ist am nächsten Tag auch noch da. Ab einem bestimmten Level ist es sehr schwierig ALLE Mails taggleich zu bearbeiten - schau nach den wichtigsten, halte die Deadlines ein und der Rest kann meist auch noch bis zum nächsten Tag warten (dafür gibt es ja auch die Prio-Funktion in den Mails).
Es dauert eine Zeit, bis man lernt umzudenken, aber es funktioniert.

Außerdem ist eine To-Do List enorm hilfreich um einen kühlen Kopf zu bewahren.

Viel Erfolg 😊

WiWi Gast schrieb am 21.11.2023:

Liebes Forum,

nach langer Zeit erstelle ich mal wieder einen eigenen Beitrag hier. Ich möchte euch zunächst meine derzeitige Situation schildern und freue mich dann natürlich über eure Einschätzungen und eure persönlichen Erfahrungen.

Ich bin Ende zwanzig und seit guten dreieinhalb Jahren im Berufsleben angekommen. Mit meinem derzeitigen Job bei einer großen deutschen Privatbank bin ich auch grundsätzlich zufrieden. Es ist natürlich so, dass sich mein Aufgabengebiet sukzessive erweitert hat. Mein derzeitiges Aufgabenpaket bildet auch mein derzeitiges Limit ab, was ich sinnvoll bearbeiten kann.
Mein Problem ist nun, dass ich mir gefühlt sehr viel vermeidbaren Stress und Druck auferlege. Ich benötige öfter mal für eine Aufgabe eine Weile Ungestörtheit, einfach weil die Aufgaben es verlangen. In der Zeit kommt ein Anruf rein, den ich entweder annehme und aus dem Flow komme oder ablehne und dann ein schlechtes Gewissen habe. In der Zwischenzeit trudeln neue Mails ein, etc. Mein gefühlter Stress entwickelt dann eine Eigendynamik.
Dabei ist mir jedoch bewusst, dass das alles ganz normal ist und ich auch durchaus organisiert bin. Ich weiß auch, dass dieser selbstgemachte Stress fast immer unnötig ist, da Dringendes priorisiert bearbeitet wird und der Rest auch warten kann. Allerdings fällt es mir schwer, bei einem vollen Postfach einen kühlen Kopf zu bewahren und ich habe immer den Drang, am Ende des Tages keine unbearbeiteten Mails mehr zu haben. Das ging vormals auch, mittlerweile aber nicht mehr.

Derzeit mache ich im moderaten Umfang Überstunden, das steuere ich recht streng. Ich kenne mein persönliches Limit ganz gut und weiß ab wann die Aufgaben oder ich selbst darunter leide. Meist schaffe ich es am Ende des Tages so auf unter 10-15 unbearbeitete Mails. Also eigentlich alles gut und objektiv kein Grund für diesen Stress. Der bringt ja meist auch nichts und erhöht nur die Fehlerquote.

Da ich mich vorher so nicht kannte, irritiert mich diese Situation etwas und ich würde mich über eure Einschätzungen und Erfahrungen freuen. Ist es einfach normal und Gewöhnungssache? Wie ist es bei euch? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht oder macht sie derzeit? Aussagen von Berufseinsteigern wie mich und auch von erfahreneren Kollegen fände ich sehr interessant.

Vielen Dank und beste Grüße.

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WiWi Gast

Vermeidbarer Stress - Eure Einschätzungen

Als jemand, der in einer schnelllebigen Umgebung arbeitet, kann ich dir zwei Tipps geben:

  1. Richte dir Fokuszeit ein, während der du dich ausschließlich um eine einzige Aufgabe kümmerst. Markiere dir das auch für alle sichtbar im Kalender, und für dich zur Erinnerung. Solange nicht gerade irgendwo ein absoluter Notfall ausbricht, sollte dich in dieser Zeit absolut gar nichts ablenken.

  2. Lerne, auch mal "nein" zu sagen bzw. zu hinterfragen, ob eine Aufgabe nun wirklich so wichtig und dringend ist, wie man tut. Wenn du jeder Anfrage nachgehst, machst du damit NICHT den Eindruck, dass du ein fleißiger Overperformer bist, sondern den Eindruck, dass man dir problemlos unnötige Tasks rüberwerfen kann.
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