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Eltern keine Akademiker - unangenehm?

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WiWi Gast

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

Kontroverses Thema: ich bin der erste in meiner Familie, der studiert. Gleichzeitig würde ich behaupten, ich habe mich mittlerweile ganz gut zurecht gefunden in Freundeskreisen aus Leuten, deren Familien seit Generationen einen Uni-Background haben. Ich bin sicher in Gesprächen, führe guten Smalltalk, kenne die unausgesprochenen Kodizes und Umgangsformen, die damit einhergehen. Kurzum: ich finde mich in akademischen Kreisen zurecht und passe mich in Chamäleon-Manier ein, ohne dass das Gegenüber bemerkt, dass meine Vorfahren kein Diplom gemacht haben.

Nun zu meiner Frage: inwiefern ist für Euch entscheidend, dass eure Partnerin/euer Partner aus akademischem Elternhaus kommt? Ich frage mich, ob es eine potenzielle Freundin abschrecken könnte, wenn ihre Schwiegereltern und -verwandschaft nicht die anspruchsvollsten Diskussionen am Esstisch führen können, nur rudimentär Englisch beherrschen, generell "einfacher gestrickt" sind? Ist sowas abschreckend, weil man später nicht in eine solche Familie hinein heiraten möchte?

Bei meiner Ex war es die gleiche Situation wie bei mir, da hat es sich erübrigt, aber viele Frauen die ich attraktiv finde kommen aus klassischen Akademikerfamilien.

Ich freue mich auf Einschätzungen!

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Voice of Reason

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

Es gibt halt Probleme, die hat man erst wenn man nach ihnen sucht!

Nein, das ist kein Problem, warum auch?

Meine Frau ist Polnisch/Kanadisch, ihre Eltern haben nicht studiert und sprechen logischerweise auch kein Deutsch.
Meine Eltern haben beide studiert vor 50-55 Jahren, sprechen aber fast kein Englisch und auch kein Polnisch.
Klar, wir müssen halt als Übersetzer fungieren, aber das geht problemlos. Und da ist niemand von dem jeweils anderen eingeschüchtert oder fühlt sich erhaben.

Fazit: wenn man aufhört sich über angebliche Probleme Gedanken zu machen, dann realisieren sich diese Probleme auch nicht!

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WiWi Gast

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

Ich kann natürlich nicht für alle sprechen, aber bin zumindest eine dieser Frauen aus reinem Akademikerhaushalt. Meine Familie besteht über mehrere Generationen und alle Zweige hinweg aus Anwälten, Bankern und Ingenieuren. Mir persönlich könnte es kaum unwichtiger sein, ob deine Eltern studiert haben oder nicht. Was ich mir von Schwiegereltern (in spe) wünsche: Dass sie mich herzlich in ihre Familie aufnehmen, ich mich in ihrer Gesellschaft wohlfühle, sie echtes Interesse an meiner Person und an einer guten Beziehung zueinander haben und – längerfristig gedacht – dass ich meine, unsere Kinder ohne jegliche Bedenken in ihre Obhut geben könnte. Wichtig ist mir, dass jemand gutes Benehmen hat und sich kultiviert, niveauvoll artikuliert. Das würde ich aber Arbeitern keinesfalls absprechen, denn Niveau geht nicht mit Bildungssprache einher. Man kann sich auch in einfacher Sprache angemessen äußern, und trotz Bildungssprache jeden Anstand vermissen lassen. Meine Schwiegereltern sind nicht mein Partner, mit dem ich möglichst viele meiner Interessen abdecken können möchte. Dann führe ich mit ihnen eben keine akademischen Diskussionen, so what? Zumal es doch den Horizont erweitert, mit Leuten zu sprechen, die einen anderen Background haben als die eigene Familie. Ich sehe da kein Problem und fände es eher bedenklich, wenn eine Akademikerin pauschal meint, sie käme mit Arbeitern nicht zurecht. Da klingt m. E. erstens einiges an Arroganz durch, zweitens spricht sie sich damit selbst soziale Intelligenz und Fähigkeiten ab.

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WiWi Gast

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

Die Beeinflussung des Elternhauses spielt schon eine charakterliche Rolle. Obwohl ich aus einem teilweise Akademikerhaushalt mit gutem Einkommen stamme, kann ich mit klassischen Akademikerfamilien häufig nicht viel anfangen. Zu viel Formalismus, zu verkopft, zu viel Stock im Arsch. Bei uns ging es rau, direkt, aber herzlich zu, was man vielleicht eher mit Arbeiterfamilien verbindet.

Mit intelligenten Gesprächen hat das aber nichts zu tun. Eher mit einer Herangehensweise ans Leben. Mehr anpacken, weniger Wahrung der Form.

Da ich selbst gebildet und intelligent bin, kann und muss ich natürlich auch beruflich mit beiden Schichten können. Im Arveiterviertel fühle ich mich aber nach wie vor heimischer als im Großstadtakademikerviertel, auch wenn da die Lebensqualität sonst höher sein mag.

Meine Frau hat einen ähnlichen Background, daher passt das ganz gut. Natürlich würde es auch anders gehen, aber spätestens bei der Erziehung würden sich die Unterschiede zeigen. Ich würde mein Kind auf den Bolzplatz schicken. Andere Eltern möglicherweise eher ins Kindertheater.

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WiWi Gast

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

Voice of Reason schrieb am 09.03.2021:

Es gibt halt Probleme, die hat man erst wenn man nach ihnen sucht!

Nein, das ist kein Problem, warum auch?

Dem ist nichts weiter hinzuzufügen.

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WiWi Gast

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

Mein Freund ich haben haben eine solche Konstellation.
Meine Familie durch und durch Akademiker, fast alle promoviert, 2 davon Profs.
Seine Familie aus dem ehemaligen Osten, fast niemand studiert, arbeiten in typischen "einfachen" Berufen.

Hat das einen Einfluss gehabt als mein Freund und ich uns kennengelernt haben? Um Gottes Willen NEIN ich habe mich in ihn verliebt, nicht in seine Familie.
Ist es jetzt manchmal ein wenig awkward, wenn die Familien zusammenkommen? Jap definitiv, da sind die Unterschiede dann schon offensichtlich. Aber das macht nichts, und bereichert eigentlich alle Beteiligten, wenn man auch mal mit Leuten jenseits der eigenen Blase zu tun hat.

Also mach dir keine Gedanken deswegen :) Ich kenne definitiv Leute, die sich für die absolute Elite halten und die das stören würde. Aber mit denen will ich auch nicht näher etwas zu tun haben, also macht das nichts ;)

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WiWi Gast

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

solange die nicht nur RTL gucken ist alles okay

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WiWi Gast

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

Da kriegt man ja Fremdschämen wenn man sowas liest.
Also ich weiss nicht wie du dir Akademiker vorstellst, aber alle die ich kenne, sind ziemlich ähnlich wie nichtakademiker, also vom Charakter her. Da wird auch über die Bundesliga oder keine Ahnung was gequatscht und nicht über Wissenschaft.

Denkst du Akademikerfamilien reden zuhause beim essen über die neusten Paper die veröffentlicht wurden? Du vergisst glaube ich, dass die meisten Leute studieren um dann einen guten Job zu bekommen, sobald die Uni vorbei ist, ist der Kram dann vergessen.

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WiWi Gast

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

Troll-Post oder ernst gemeint? Womit fühlst DU dich denn wohl? Würdest du gerne eine Freundin haben für die die akademische Laufbahn deiner Eltern ein entscheidender Faktor in der Partnerauswahl ist? Schämst du dich für deine Eltern, dass sie nicht studiert haben? Beurteilst/Bewertest du gerne Menschen anhand ihrer Herkunft? Nichts für ungut, aber aus deinem Post erscheint mir, dass du dir über ein Wertekonzept Gedanken machst, was zumindest mir persönlich extrem bitter aufschlägt.

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WiWi Gast

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

Meine Frau kommt aus sehr gutem Elternhaus (viele Richter, Anwälte, Ärzte, etc.)
Ich komme aus extrem einfachen Einwanderer Verhältnissen (Mutter Putzfrau, Vater Hilfsarbeiter).

Durch den thread hier habe ich zum ersten Mal über dieses Thema überhaupt nachgedacht...

antworten
WiWi Gast

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

Bei mir ist es ähnlich. Meine Eltern haben beide "nur" einen Volksschulabschluss (was damals normal war, wenige machten Abitur und studierten), haben mich aber bei Studium und Promotion unterstützt. Die Eltern meiner Frau kommen aus solchen "Akademikerfamilien". Natürlich ist das manchmal so, dass es auf Familienfeiern Themen gibt, über die meine Eltern nicht wirklich mit meinen Schwiegereltern auf einem Niveau sprechen können. Aber das macht nichts. Dann spricht man eben über die Enkelkinder, das Wetter oder sonst was.

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WiWi Gast

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

Sehr guter Beitrag!

Hieran merkt man, dass Du, Reason, einer anderen Generation angehörst. Die heutigen Jugendlichen (und selbst Studierende, die ja eigentlich eine "Reifeprüfung" abgelegt haben) lassen sich massiv von den identitätspolitischen Themen beeinflussen und "kirre machen".

Früher war das überhaupt kein Thema, in meinem Studium (vor 20 Jahren) war alles gemischt - die feuchten Träume der Linken, die seit den 70ern realisiert wurden (via Massenunis, BaFög, ...) waren längst wahr geworden:

Mein Kumpel M. aus Serbien, seine Eltern (Hilfsarbeiter) waren in den 80ern eingewandert.
Mein Kumpel A. aus einem Dorf in der Umgebung, seine Eltern waren Landwirte.
Die ganze "Migrantengang", einige ihrer Eltern waren studiert, die meisten nicht.
Die süße S., mit der ich nach den Partys ..., hatte auch keinen studierten Background.

Es war aber nie Thema, es hatte gezählt, ob man Leistung bringt (klar, einige haben nebenbei gejobbt - habe ich als jmd. mit akad. Background aber auch gemacht)

Es stimmt schon mit der Spaltung der Gesellschaft. Aber ich bekomme immer mehr das Gefühl, diese wird gezielt herbeigeredet gerade. Und zwar von denjenigen, die auf Stellen zur "Bekämpfung von Splatung und Unterschieden" sitzen.

Voice of Reason schrieb am 09.03.2021:

Es gibt halt Probleme, die hat man erst wenn man nach ihnen sucht!

Nein, das ist kein Problem, warum auch?

Meine Frau ist Polnisch/Kanadisch, ihre Eltern haben nicht studiert und sprechen logischerweise auch kein Deutsch.
Meine Eltern haben beide studiert vor 50-55 Jahren, sprechen aber fast kein Englisch und auch kein Polnisch.
Klar, wir müssen halt als Übersetzer fungieren, aber das geht problemlos. Und da ist niemand von dem jeweils anderen eingeschüchtert oder fühlt sich erhaben.

Fazit: wenn man aufhört sich über angebliche Probleme Gedanken zu machen, dann realisieren sich diese Probleme auch nicht!

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WiWi Gast

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

WiWi Gast schrieb am 09.03.2021:

Meine Frau kommt aus sehr gutem Elternhaus (viele Richter, Anwälte, Ärzte, etc.)
Ich komme aus extrem einfachen Einwanderer Verhältnissen (Mutter Putzfrau, Vater Hilfsarbeiter).

Durch den thread hier habe ich zum ersten Mal über dieses Thema überhaupt nachgedacht...

Bitte fang nicht an dich verrückt zu machen. Bleib wie du bist. Es ist so derbe unwichtig, ob deine Familie "studierte" sind oder nicht. Sobald das aber eine Rolle spielt, würde ich das Weite suchen. Gibt für mich nichts schlimmeres, als so pseudo-elitäre überstudierte Familien, die sich total was darauf einbilden und alle jene, die nicht studiert haben etc., als was niederes ansehen.

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WiWi Gast

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

WiWi Gast schrieb am 09.03.2021:
kenne die unausgesprochenen Kodizes und Umgangsformen, die damit einhergehen.

Was meinst du damit?

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WiWi Gast

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

Disclaimer, spreche hier für Österreich:

Du darfst hier aber nicht vergessen, dass Akademiker =! Akademiker bedeutet. Mein Vater hat "nur" Abitur/Matura gemacht aber zu der Zeit wo er Abitur gemacht hat war das mindestens so angesehen wie heute ein Bachelor Studium (er war tatsächlich der einzige aus seinem Grundschullehrgang der dann auch das Abitur gemacht hat). Vergleich das mal mit heute wo teilweise komplette Jahrgänge (mehr schlecht als recht) sogar ein Studium beginnen.

Mein Vater hatte damals mit seinem Abitur dann auch bei weitem bessere Möglichkeiten als der Durchschnitts BWL Absolvent heute mit Master (!). Er ist damals mit 19-20 direkt im öffentlichen Dienst eingestiegen und arbeitet seit dem dort: überaus zufrieden, großes Haus mit Garten und keine finanziellen Sorgen. Auch hier gilt wieder: wenn ich mir heutzutage einen ähnlichen Wohlstand aufbauen will brauche ich dafür einen absoluten Top Beruf. Ansonten reicht es maximal für eine Wohnung am Stadtrand.

Kurz um: früher war es auch nicht üblich, dass man "einfach" mal zu studieren begann. Viele hatten von früh an (gerade am Land) viel Verantwortung und mussten von Anfang an mithelfen. Wäre mein Vater in der jetzigen Zeit groß geworden hätte er mit ziemlicher Sicherheit auch studiert - es war damals halt auch einfach eine andere Zeit.

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WiWi Gast

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

Vollkommene Zustimmung , nicht zuletzt aufgrund einer ähnlichen Situation.
Interessant wo heutzutage überall Probleme gesehen werden.

Voice of Reason schrieb am 09.03.2021:

Es gibt halt Probleme, die hat man erst wenn man nach ihnen sucht!

Nein, das ist kein Problem, warum auch?

Meine Frau ist Polnisch/Kanadisch, ihre Eltern haben nicht studiert und sprechen logischerweise auch kein Deutsch.
Meine Eltern haben beide studiert vor 50-55 Jahren, sprechen aber fast kein Englisch und auch kein Polnisch.
Klar, wir müssen halt als Übersetzer fungieren, aber das geht problemlos. Und da ist niemand von dem jeweils anderen eingeschüchtert oder fühlt sich erhaben.

Fazit: wenn man aufhört sich über angebliche Probleme Gedanken zu machen, dann realisieren sich diese Probleme auch nicht!

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WiWi Gast

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

+1

WiWi Gast schrieb am 09.03.2021:

Ich kann natürlich nicht für alle sprechen, aber bin zumindest eine dieser Frauen aus reinem Akademikerhaushalt. Meine Familie besteht über mehrere Generationen und alle Zweige hinweg aus Anwälten, Bankern und Ingenieuren. Mir persönlich könnte es kaum unwichtiger sein, ob deine Eltern studiert haben oder nicht. Was ich mir von Schwiegereltern (in spe) wünsche: Dass sie mich herzlich in ihre Familie aufnehmen, ich mich in ihrer Gesellschaft wohlfühle, sie echtes Interesse an meiner Person und an einer guten Beziehung zueinander haben und – längerfristig gedacht – dass ich meine, unsere Kinder ohne jegliche Bedenken in ihre Obhut geben könnte. Wichtig ist mir, dass jemand gutes Benehmen hat und sich kultiviert, niveauvoll artikuliert. Das würde ich aber Arbeitern keinesfalls absprechen, denn Niveau geht nicht mit Bildungssprache einher. Man kann sich auch in einfacher Sprache angemessen äußern, und trotz Bildungssprache jeden Anstand vermissen lassen. Meine Schwiegereltern sind nicht mein Partner, mit dem ich möglichst viele meiner Interessen abdecken können möchte. Dann führe ich mit ihnen eben keine akademischen Diskussionen, so what? Zumal es doch den Horizont erweitert, mit Leuten zu sprechen, die einen anderen Background haben als die eigene Familie. Ich sehe da kein Problem und fände es eher bedenklich, wenn eine Akademikerin pauschal meint, sie käme mit Arbeitern nicht zurecht. Da klingt m. E. erstens einiges an Arroganz durch, zweitens spricht sie sich damit selbst soziale Intelligenz und Fähigkeiten ab.

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WiWi Gast

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

"Ich bin sicher in Gesprächen, führe guten Smalltalk, kenne die unausgesprochenen Kodizes und Umgangsformen"

Was sind das denn für Kodizes und Umgangsformen in Akademikerfamilien, die man im Freundeskreis hat?

Wenn man im Ruhrgebiet studiert ist das glaube ich überhaupt kein Thema. In fünf Jahren habe ich mich nie darüber unterhalten was denn die Eltern von anderen Studenten beruflich machen oder gar was für einen Hintergrund die haben.

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ExBerater

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

Würde für mich auch absolut nicht entscheidend sein, wobei ich mich vermutlich aber auch nie in eine Frau verlieben würde, die aus einem asozialen Elternhaus kommt. Was ich damit meine: Es gibt einen riesigen Anteil von Nicht-Akademiker Familien die hoch anständig sind, gebildet, gutes Benehmen haben,... und das an ihre Kinder weitergeben. Ich würde behaupte, ich stamme aus so einer Familie (Eltern beide Volksschule). DAS ist es was für mich zählt. Umgekehrt kann es sein, dass man Akademiker-Familien hat, die nicht anständig sind, und nur dumm daher reden und sich schlecht benehmen.

Was ich übrigens bemerkenswert finde - jetzt wo ich darüber nachdenke: Bei uns auf dem Land (und vielleicht auch "früher") scheint die Gesellschaft irgendwie homogener gewesen zu sein. Bei uns auf dem Land merkst du nicht, ob die Eltern Ärzte sind oder Fabrikarbeiter. Man redet miteinander und die Kinder gehen auf die gleiche Schule. Elitäres Denken gibt es hier gar nicht, schon allein deshalb nicht, weil fast alle in ähnlichen Einfamilienhäuser leben, in die gleichen Aldis gehen, und ähnliche Autos fahren. Da hilft es dir auch nicht, wenn du gestelzt rumschwafelst als Akademiker. Wirste höchstens ausgelacht :-)
Bei uns ist es auch so, dass es zig Weltmarktführer hier auf dem Land gibt, die fast keinen Akademiker einstellen. Die brauchen Leute die anpacken und nicht Folien malen. Von WHU, Bocconi und sonst was hat hier noch nie jemand gehört.

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WiWi Gast

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

Kommt doch immer drauf an, wie man sich verhält.
Komme auch aus einer Akademikerfamilie und kann trotzdem mit Handwerksfreunden Samstag Fußball bei einem Bier gucken.

antworten
WiWi Gast

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

Mein Vater hat , meine Mutter eine Lehre im Einzelhandel gemacht. Beide Großelternpaare haben nicht studiert. Meine Eltern sind jetzt seit über 40 Jahren verheiratet.

Ich selbst habe studiert, meine Frau hat Hauptschulabschluss und eine Lehre bei einer Bäckerei gemacht (wir sind beide Jahrgang 1979). In der Konstellation verdiene ich 95% des Haushaltseinkommens, meine Frau arbeitet Teilzeit wg. Kindern.

Wir können über alles reden, natürlich auf Augenhöhe. Wenn ich von meinem neuen Auto mit Reihensechszylinder spreche, versteht sie nur Bahnhof. Was aber nicht daran liegt, dass sie es nicht kapiert, sondern einfach kein Interesse an solch technischem Gelaber hat.
Was ich sagen will: wenn ein potentieller Partner die Anforderungen erfüllt (erwartetes Niveau, Verhaltensweise, Humor.......), ist es doch vollkommen egal, ob Akademiker(haushalt), oder nicht.

Kurz zum Thema Schwiegereltern: aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es komplett egal ist, ob nun beide Elternpaare Akademiker sind, oder Arbeiter, oder gemischt oder was auch immer. Es matcht oder eben nicht. Und ja, das kann natürlich für die eigene Beziehung belastend sein. Unterm Strich müsst Ihr aber mit Euren Partnern leben und es nicht Euren Eltern recht machen. Es ist wunderbar, wenn sich die Eltern untereinander super verstehen. Das ist aber wie auch bei Euch selbst keine Frage des "Standes".

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WiWi Gast

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

Man kann das Elternhaus vor allem heute nicht mehr wirklich als allzu entscheiden für die Persönlichkeitsentwicklung sehen. Zu einem gewissen Maß ja, aber nicht ausschließlich. Mein Vater kommt aus einer arbeiterfamilie am Dorf, ist aber selbst uni Professor geworden und lebt mittlerweile in einer ganz anderen Welt als seine restliche Familie. Meine Mutter hingegen kommt aus einem Haushalt mit deutlich mehr Akademikern, ihr Vater war auch Professor, verhält sich und denkt aber of wie jemand aus einer bildungsferneren Schicht. Oft wollen sich Kinder halt auch bewusst von den eltern abgrenzen. Würde meine Partnerwahl selbst zu 0% vom Bildungsgrad der Eltern (oder meiner Partnerin) abhängig machen. Denke aber auch das es da einen Unterschied zwischen Mann und Frau gibt. Stichwort: Frau heiratet lieber gesellschaftlich rauf als runter.

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WiWi Gast

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

WiWi Gast schrieb am 09.03.2021:

Kommt doch immer drauf an, wie man sich verhält.
Komme auch aus einer Akademikerfamilie und kann trotzdem mit Handwerksfreunden Samstag Fußball bei einem Bier gucken.

Weil man mit Handwerksfreunden nichts anderes machen kann außer Fussball gucken und Bier trinken?

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WiWi Gast

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

WiWi Gast schrieb am 09.03.2021:

"Ich bin sicher in Gesprächen, führe guten Smalltalk, kenne die unausgesprochenen Kodizes und Umgangsformen"

Was sind das denn für Kodizes und Umgangsformen in Akademikerfamilien, die man im Freundeskreis hat?

Frage ich mich auch, zumal ich einige, sehr gut situierte Akademikerfamilien kenne..

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Junior100

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

WiWi Gast schrieb am 09.03.2021:

Kontroverses Thema: ich bin der erste in meiner Familie, der studiert. Gleichzeitig würde ich behaupten, ich habe mich mittlerweile ganz gut zurecht gefunden in Freundeskreisen aus Leuten, deren Familien seit Generationen einen Uni-Background haben. Ich bin sicher in Gesprächen, führe guten Smalltalk, kenne die unausgesprochenen Kodizes und Umgangsformen, die damit einhergehen. Kurzum: ich finde mich in akademischen Kreisen zurecht und passe mich in Chamäleon-Manier ein, ohne dass das Gegenüber bemerkt, dass meine Vorfahren kein Diplom gemacht haben.

Nun zu meiner Frage: inwiefern ist für Euch entscheidend, dass eure Partnerin/euer Partner aus akademischem Elternhaus kommt? Ich frage mich, ob es eine potenzielle Freundin abschrecken könnte, wenn ihre Schwiegereltern und -verwandschaft nicht die anspruchsvollsten Diskussionen am Esstisch führen können, nur rudimentär Englisch beherrschen, generell "einfacher gestrickt" sind? Ist sowas abschreckend, weil man später nicht in eine solche Familie hinein heiraten möchte?

Bei meiner Ex war es die gleiche Situation wie bei mir, da hat es sich erübrigt, aber viele Frauen die ich attraktiv finde kommen aus klassischen Akademikerfamilien.

Ich freue mich auf Einschätzungen!

Das ist das letzte was mir wichtig ist

antworten
WiWi Gast

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

Bei meiner Freundin sind auch alle Familienmitglieder Akademiker (Arzt, Ing. , etc.) meine Eltern Handwerker und Friseuse.

Der Vorteil: Ihre Eltern konnten uns super bei Fianzierungsfragen etc unterstützen, meine beim Renovieren, bei der Elektrik, etc. Alleine Handwerkerkosten haben wir circa 20.000 Euro gespart durch meinen Vater.

Also für was sollte man sich da schämen`?! Es muss doch nicht jeder studiert haben. Schlimm wäre es wenn deine Eltern Dauer-Hartzler wären und selbst dann könntest DU nichts dafür

antworten
WiWi Gast

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

komme aus einer Akademikerfamilie, meine Freundin aus einer Arbeiterfamilie (Vater LKW Fahrer, Mutter was soziales) trotzdem spricht meine Freundin deutlich besser englisch (Studium Bachelor und Master auf Englisch an einer Tier 1 bis Tier 2 Uni laut WiWitreff) als ich (fh) und zusätzlich kann sie französisch + spanisch.

Klassische Musik juckt mich nicht die Bohne, während meine Freundin sogar seit 10 jahren oder so im Chor ist. Ich dagegen höre seit ich 13 oder 14 bin gangsterrap ala Aggro Berlin.

Tischmanieren haben wir beide. Ich kann auch Schnecken, Muscheln, Austern oder zum Teil Hummer essen. Meine Freundin ernährt sich weitestgehend vegetarisch, weshalb obige Gerichte sie nicht interessiert oder sogar stinken. Politik juckt mich nicht die Bohne, sie schon.

long Story short: erzähl halt nicht was deine Eltern machen. fertig. Die Person dated ja dich und nicht deine Eltern. Normaler Mittelstand ala Reihenhaus kannst du auch ohne Erbe werden

antworten
WiWi Gast

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

So viele "alte" Akademikerfamilien kann es gar nicht geben. Noch vor 100 Jahren, was nicht wirklich lange her ist, lag der Akademikeranteil im einstelligen Prozentbereich. Kurz vorher, im Kaiserreich, machten 1% eines Jahrgangs überhaupt nur Abitur. Und nicht alle von denen haben dann wirklich studiert. Erst nach dem zweiten Weltkrieg sind die Zahlen stark angestiegen. Aber noch in den 1970er Jahren lag der Anteil der Abiturienten eines Jahrgangangs bei ca. 15%. Wer von denen dann studiert hat, kam meistens nicht aus einer Akademikerfamilie. Schüler-Bafög, reformierte Oberstufe der Gymnasien u.s.w. haben dann zu den heutigen "Akademiker"-Zahlen geführt.

Zusammenfassend: Es gibt nur relativ wenige wirklich alte Akademiker-Familien. Die Grundschullehrerin, die früher auf einem Lehrerseminar war und nie eine Uni von innen gesehen hatte (bei meinen Lehrerinnen war das so) zählte damals ebenso wenig dazu wie der Fachschul-Ingenieur oder der Polizeikommissar. Die heutige Akademisierung der Berufe führt dazu, dass der Akademiker eine Massenerscheinung geworden ist. Nichts besonderes also. Über Standesdünkel braucht man sich da keine Gedanken mehr machen.

Voice of Reason schrieb am 09.03.2021:

Es gibt halt Probleme, die hat man erst wenn man nach ihnen sucht!

Nein, das ist kein Problem, warum auch?

Meine Frau ist Polnisch/Kanadisch, ihre Eltern haben nicht studiert und sprechen logischerweise auch kein Deutsch.
Meine Eltern haben beide studiert vor 50-55 Jahren, sprechen aber fast kein Englisch und auch kein Polnisch.
Klar, wir müssen halt als Übersetzer fungieren, aber das geht problemlos. Und da ist niemand von dem jeweils anderen eingeschüchtert oder fühlt sich erhaben.

Fazit: wenn man aufhört sich über angebliche Probleme Gedanken zu machen, dann realisieren sich diese Probleme auch nicht!

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WiWi Gast

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

Ich versteh das Problem nicht, snd Menschen die kein Hochschulstudium haben Menschen 2. Klasse? Bzw. schämst du dich für deine Eltern?

Ich würds doch anders rum drehen. Deine Eltern haben es geschafft dir als erster die Möglichkeit zu geben (zumindest die Wahl) zu haben zu studieren und einen akademischen Beruf zu ergreifen und du hast es auch geschafft (gut ist seit Bologna auch nicht mehr besonders schwierig).

Ganz ehrlich ein Studium ist so ziemlich das letzt auf was man sich was einbilden kann. Bachelor und Master in BWL und dann Sachbearbeiter im DAX30 (wie hier sehr beliebt) - was ist daran so toll im Vergleich z.B. zu Handwerksberufen.

Ich bin selbst WP/StB und verdiene ganz gut - mein ältester Freund und Trauzeuge ist Schlossermeister (korrekterweise jetzt irgendwas mit Metallbau...) mit einer eigenen Firma und 20 Angestellten die er aufgebaut hat. Gegen sein Einkommen bin ich ein armer Schlucker und er hat da wirklich was geschaffen (Arbeitsplätze, eine Firma).

WiWi Gast schrieb am 09.03.2021:

Kontroverses Thema: ich bin der erste in meiner Familie, der studiert. Gleichzeitig würde ich behaupten, ich habe mich mittlerweile ganz gut zurecht gefunden in Freundeskreisen aus Leuten, deren Familien seit Generationen einen Uni-Background haben. Ich bin sicher in Gesprächen, führe guten Smalltalk, kenne die unausgesprochenen Kodizes und Umgangsformen, die damit einhergehen. Kurzum: ich finde mich in akademischen Kreisen zurecht und passe mich in Chamäleon-Manier ein, ohne dass das Gegenüber bemerkt, dass meine Vorfahren kein Diplom gemacht haben.

Nun zu meiner Frage: inwiefern ist für Euch entscheidend, dass eure Partnerin/euer Partner aus akademischem Elternhaus kommt? Ich frage mich, ob es eine potenzielle Freundin abschrecken könnte, wenn ihre Schwiegereltern und -verwandschaft nicht die anspruchsvollsten Diskussionen am Esstisch führen können, nur rudimentär Englisch beherrschen, generell "einfacher gestrickt" sind? Ist sowas abschreckend, weil man später nicht in eine solche Familie hinein heiraten möchte?

Bei meiner Ex war es die gleiche Situation wie bei mir, da hat es sich erübrigt, aber viele Frauen die ich attraktiv finde kommen aus klassischen Akademikerfamilien.

Ich freue mich auf Einschätzungen!

antworten
WiWi Gast

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

WiWi Gast schrieb am 09.03.2021:

Voice of Reason schrieb am 09.03.2021:

Es gibt halt Probleme, die hat man erst wenn man nach ihnen sucht!

Nein, das ist kein Problem, warum auch?

Dem ist nichts weiter hinzuzufügen.

Thread closed

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WiWi Gast

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

Aus persönlicher Erfahrung muss ich leider sagen, dass es anscheinend für die Nicht-Akademiker Eltern sehr eine Rolle spielt. Es geht dabei nicht um das Tischgespräch oder wie viel Kohle in der Familie ist usw., aber ich wurde von potentiellen (Arbeiter-)Schwiegereltern sehr argwöhnisch betrachtet, "nehme den Sohn weg", gehässige Bemerkungen als ich gesagt habe wo ich wohne "wohl ganz die armen Leute", "denkt die ist was besseres", usw.

Dabei sind wir auch nur Akademiker in der 3. Generation, also nicht seit Urzeiten.

Bei meinem jetzigen Partner sind beide Eltern Akademiker und man wird mehr angenommen, heisst aber nicht, dass es so toll ist.

Eine herzliche Familie wäre halt was schönes, egal welcher Hintergrund.

antworten
WiWi Gast

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

Kann ich verstehen. Wobei Akademiker in der 3. Generation schon eine Weile ist ;)

WiWi Gast schrieb am 11.03.2021:

Aus persönlicher Erfahrung muss ich leider sagen, dass es anscheinend für die Nicht-Akademiker Eltern sehr eine Rolle spielt. Es geht dabei nicht um das Tischgespräch oder wie viel Kohle in der Familie ist usw., aber ich wurde von potentiellen (Arbeiter-)Schwiegereltern sehr argwöhnisch betrachtet, "nehme den Sohn weg", gehässige Bemerkungen als ich gesagt habe wo ich wohne "wohl ganz die armen Leute", "denkt die ist was besseres", usw.

Dabei sind wir auch nur Akademiker in der 3. Generation, also nicht seit Urzeiten.

Bei meinem jetzigen Partner sind beide Eltern Akademiker und man wird mehr angenommen, heisst aber nicht, dass es so toll ist.

Eine herzliche Familie wäre halt was schönes, egal welcher Hintergrund.

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WiWi Gast

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

Ich bin Sohn eines Handwerkers. Mein Schwiegervater war ebenfalls Handwerker.

Mir persönlich ist es vollkommen egal, ob die Eltern der Freundin meines Sohnes Akademiker sind oder nicht. Nur weil meine Frau und ich in leitenden Positionen tätig sind, heben wir nicht ab. Allerdings habe ich festgestellt, dass wir, zumindest bei uns im Ort, wohl eher eine Ausnahme sind. Da schwebt selbst die pfälzische Frisörin mit Handwerkerehemann in ganz anderen Sphären. Und der leicht gestrickte Sohn geht in ähnliche Richtung. Arroganz pur. Sowas widert mich irgendwie an.

Manche Leute haben einfach die Bodenhaftung verloren...

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Selfmade

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

Pass auf, dass du keine Komplexe entwickelst.

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WiWi Gast

Eltern keine Akademiker - unangenehm?

Sehr spannender Thread. Mein Eindruck ist, dass durchaus Akademiker unter sich bleiben wollen. Keiner will sich sozioökonomisch schlechter stellen, daher wird geschaut dass auch die Partnerseite (inkl. Eltern) Geld in die Beziehung bringen, um bspw. heutzutage noch ein Haus finanzieren zu können. Gleichzeitig wollen wohlhabende Familien ihr Vermögen sichern und sind nicht scharf drauf, wenn das was sie erarbeitet haben plötzlich schrumpft weil die andere Hälfte nichts selbst in die Beziehung einbringt. Sozioökonomischer Status korreliert stark mit dem Bildungsabschluss, ergo halte ich es für einfacher, wenn man eine akademische Partnerfamilie will, auch selbst aus einer zu kommen

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Kind und Karriere: Jobs werden familienfreundlicher

Buchstaben und Computer-Tastatur bilden die Wörter Beruf und Familie

Die Vereinbarkeit von Kind und Karriere spielt eine immer größere Rolle auf dem Stellenmarkt. Die Unternehmen reagieren daher verstärkt auf die Ansprüche von Eltern, die ihre Elternzeit in Anspruch nehmen wollen. Wie der Adecco Stellenindex zeigt, werden insbesondere für die Bereiche Office Management und Verwaltung, die Gesundheitsberufe und das Finanz- und Versicherungswesen geeignete Kandidaten zur Elternzeitvertretung gesucht.

Elternzeit: Anspruch auf zweimalige Verringerung der Arbeitszeit

Eine Küchenuhr in schwarz-weiß zeigt als Zeit 8 Uhr an.

Handeln Arbeitnehmer und Arbeitgeber eine Verringerung der Arbeitszeit während der Elternzeit aus, wird diese einvernehmliche Vereinbarung nicht auf den gesetzlichen Anspruch angerechnet. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat entschieden, dass der Anspruch auf zweimalige Verringerung der Arbeitszeit während der Elternzeit unabhängig vom der beschlossenen Vereinbarung gilt.

Beförderung zum Vicepresident: Schwangerschaft allein für abgelehnte Abteilungsleiterin keine Benachteiligung

Der Bauch einer schwangeren Frau im roten Kleid, die ihre Hände auf die Wölbung hält.

Allein die Tatsache, dass eine Frau schwanger ist, genügt nicht der geschlechtsspezifischen Benachteiligung beklagt zu werden. Darüber hinaus müssen weitere geschlechtsbezogene Benachteiligung bei einer Beförderung dargelegt werden.

Elternzeit-Rechner - Anspruch auf Erziehungsgeld berechnen

Ein Kleinkind mit einem Sonnenhut mit Blumen in rosa geht an einer Hand mit Uhr und Ring spazieren.

Ob und wie der Anspruch auf Elternzeit genutzt werden kann, hängt nicht zuletzt von der Einkommenssituation der Familie ab. Mit dem Elternzeitrechner vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend findet jede Familie für sich die beste Lösung in der Elternzeit.

Elternzeit: Urlaubsanspruch während des Mutterschutzes und der Elternzeit

Der Babybauch einer schwangeren Frau im gestreiften Kleid.

Während des Mutterschutzes oder Elternzeit müssen Arbeitnehmer keinen Urlaub nehmen. Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden, dass verbleibende Urlaubsansprüche mitgenommen und nach der Elternzeit abgegolten werden dürfen. Der Anspruch auf Erholungsurlaub darf lediglich um ein Zwölftel für jeden Kalendermonat gekürzt werden.

Karrierekiller Teilzeit: Hohe Führungspositionen meist Männern vorbehalten

Die Aufstiegschancen sind für Männer in Deutschland weiterhin deutlich besser. Obwohl fast die Hälfte der abhängig Beschäftigten Frauen sind, beträgt ihr Anteil in hohen Führungspositionen nur 31 Prozent. Der Gender Leadership Gap variiert jedoch nach Branchen stark. Fast gleichwertige Karrierechancen haben Frauen im Bereich Information und Kommunikation. Die Finanzbranche bietet dagegen zwar viele hohe Führungspositionen – davon profitieren allerdings überwiegend Männer. Das zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung.

Homeschooling - 5 Tipps für Manager-Eltern

Eine Schülerin am Notebook beim Homeschooling.

Während der Corona-bedingten Schulschließungen unterrichten viele Schulen online. In Videokonferenzen und mit elektronischen Aufgabenlisten werden den Schülern die Lerninhalte vermittelt. Doch das sogenannte "Homeschooling" stellt viele berufstätige Eltern, vor allem in Führungspositionen, vor große Herausforderungen. Einige Tipps können Manager-Eltern helfen, die Doppelbelastung aus Homeschooling und Homeworking besser zu bewältigen.

Frauen in Führungspositionen: Bundeskanzlerin Merkel unterstützt Initiative »Chefsache«

Initiative-Chefsache Frauen Führungspositionen

Bundeskanzlerin Merkel unterstützt die neue Initiative „Chefsache“ – für ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern in Spitzenpositionen. Dem Netzwerk gehören Top-Führungskräfte aus Wirtschaft, Wissenschaft, Sozialwirtschaft, öffentlichem Sektor und Medien an. Der Bundestag hat bereits im März 2015 eine gesetzliche Frauenquote für 2016 festgelegt.

E-Book: Familie UND Führungsposition

Cover des E-Book-Ratgebers "Familie UND Führungsposition" der Initative Erfolgsfaktor Familie

Der Leitfaden richtet sich an Beschäftigte mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen, die in einer Führungsposition sind und mehr Freiraum für die Familie brauchen. Er zeigt, wie sich Führungsaufgaben und Familie vereinbaren lassen und welche Arbeitsmodelle und Maßnahmen im Berufsalltag dabei helfen, Familie und berufliches Fortkommen unter einen Hut zu bringen.

Antworten auf Eltern keine Akademiker - unangenehm?

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