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Kinder & KarriereFamilienfreundlichkeit

Kind und Karriere: Jobs werden familienfreundlicher

Die Vereinbarkeit von Kind und Karriere spielt eine immer größere Rolle auf dem Stellenmarkt. Die Unternehmen reagieren daher verstärkt auf die Ansprüche von Eltern, die ihre Elternzeit in Anspruch nehmen wollen. Wie der Adecco Stellenindex zeigt, werden insbesondere für die Bereiche Office Management und Verwaltung, die Gesundheitsberufe und das Finanz- und Versicherungswesen geeignete Kandidaten zur Elternzeitvertretung gesucht.

Buchstaben und Computer-Tastatur bilden die Wörter Beruf und Familie

Kind und Karriere: Jobs werden familienfreundlicher
Düsseldorf, 20.12.2017 (adecco) - Mit Kindern kann die Vorweihnachtszeit zur echten Geduldsprobe werden. Für Berufstätige umso mehr, denn der Spagat zwischen Beruf und Familie ist schließlich auch ohne die Festtage eine echte Herausforderung. Dies haben mittlerweile schon viele Arbeitgeber erkannt und versuchen mit verschiedenen Angeboten, wie z. B. flexiblen Arbeitszeitmodellen, auf die Bedürfnisse von Müttern und Vätern einzugehen. Welche das sind und wie wichtig das Thema der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zunehmend wird, zeigt der aktuelle Adecco Stellenindex.

Im Zeitraum von Dezember 2016 bis November 2017 wurden in knapp sechs Prozent (256.240 Stellen) aller veröffentlichten Stellenausschreibungen auf dem deutschen Stellenmarkt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf thematisiert. Im Vergleich zum Vorjahr (88.906 Stellen) ist die Bedeutung der familienfreundlichen Arbeitsbedingungen im Recruiting und Employer Branding deutlich gestiegen.

Elternzeit ist weiterhin überwiegend Frauen vorbehalten
Insgesamt konnten im Rahmen der aktuellen Analyse rund 18.900 Jobangebote speziell für die Elternzeitvertretung ermittelt werden. Insbesondere suchen die Unternehmen für die Elternzeit- bzw. Mutterschutzvertretung ihrer Mitarbeiter nach geeigneten Kandidaten im Bereich

Elternzeitvertretungen für handwerkliche, technische und IT-Berufe sind mit insgesamt weniger als 500 Ausschreibungen hingegen eher selten gefragt. Dies ist vermutlich darauf zurückführen, dass diese Berufe vorwiegend durch Männer besetzt sind. Dies steht auch im Einklang mit der Analyse der speziellen Angebote für werdende Väter: lediglich 20 Unternehmen veröffentlichten im Untersuchungszeitraum Stellenangebote, in denen explizit von der Möglichkeit eines „Vaterschaftsurlaubs“ die Rede war.

Christian Schulz, 36, Vater von einem Kind, Adecco Business Solutions GmbH: „Ich möchte meine Elternzeit nicht missen: Für Väter ist gerade die Anfangszeit ebenso spannend und wichtig wie für die Mütter. Das darf man nicht verpassen!“

Auch wenn Elternzeit grundsätzlich kein geschlechtsspezifisches Recht ist, sondern sowohl von Müttern als auch von Vätern in Anspruch genommen werden darf, wird es den nach Fachkräften suchenden Unternehmen zunehmend wichtiger, Work-Life-Balance- Möglichkeiten explizit zu erwähnen, um Bewerber anzulocken.

Elternzeitvertretung als Einstiegschance
Mit dem Einstieg in eine zunächst befristete Vertretungsstelle stehen die Chancen nicht schlecht, dass der Arbeitsvertrag nach Ablauf verlängert wird (840 Stellen bieten einen solchen Einstieg). In doppelt so vielen Fällen (2.000 Stellen) ist auch eine anschließende Festanstellung möglich. Damit kann die Elternzeitvertretung auch zur Überbrückung bis zu einer langfristigen Beschäftigung dienen und dem einen oder anderen gar zum Wunschberuf verhelfen.

Teilzeit als Möglichkeit für den Spagat zwischen Kind und Karriere
Wer über die Elternzeit hinaus Kinderbetreuung und Beruf vereinbaren möchten, kann auf verschiedene Teilzeitangebote zurückgreifen. In den letzten 12 Monaten standen den Jobsuchenden 336.480 Teilzeitstellen zur Verfügung. Teilzeitangebote, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie möglich machen, gibt es vor allem viele im:

Unterstützung bei der Kinderbetreuung
Ein weitaus stärker herausgestellter Aspekt in den Inseraten der Unternehmen, ist das Thema Kinderbetreuung. In diesem Zusammenhang bieten Arbeitgeber ihren zukünftigen Mitarbeitern neben Zuschüssen zur Kinderbetreuung auch ihre Unterstützung bei der Suche von Kindergartenplätzen an. Ein Anreizmodell, das immer mehr Unternehmen aufnehmen. Während dies im November 2016 in 2.545 Stellen aufgegriffen wurde, sind es im November 2017 mit 4.083 Stellenangeboten bereits fast doppelt so viele.

Einige Firmen setzen bereits auf betriebsinterne Lösungen, wie den Betriebskindergarten, um ihren Mitarbeitern den Alltag zwischen Job und Familie zu erleichtern. Allein in den vergangenen 12 Monaten warben Unternehmen in 4.581 Stellen mit einer betriebseigenen Kindertagesstätte, weitere 724 stellten Eltern-Kind-Büros in Aussicht.

Die zunehmenden betrieblichen Angebote zur Kinderbetreuung machen es insbesondere den Frauen leichter, die sich bisher zwischen Karriere und Kind entscheiden mussten.

Im Forum zu Familienfreundlichkeit

10 Kommentare

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WiWi Gast

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WiWi Gast

TE vielen Dank für die Info´s. Mal was anderes warum soll ich für die Inkompetenz meiner Eltern zahlen. Muss Ihnen sogar schon Geld leihen, damit es nicht gegen die Wand fährt. Was ist den das für ein ...

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