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Wie lange warten mit Kündigung? Sind Arbeitszeiten von 40h/Woche Utopie?

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Philip

Wie lange warten mit Kündigung? Sind Arbeitszeiten von 40h/Woche Utopie?

Hallo zusammen,

ich stehe gerade vor einem innerlichen Scheideweg und benötige mal eure Meinung. Sorry, dass der folgende Text länger wird:

Ich war 6 Jahre in einem Unternehmen (inklusive dualem Studium) und davon die letzten 2 Jahre in einer leitenden Position im Außendienst (inklusive Personalverantwortung von ca. 60 Mitarbeitern). Der Job entsprach an sich genau meinen Vorstellungen und hat mir echt Spaß bereitet - Vorgesetztenverhalten, Arbeitsbedingungen, fehlende Entwicklungsmöglichkeiten und nicht vertretbare Unternehmensentscheidungen, die ich an die Mitarbeitenden weitergeben musste, waren jedoch nicht mehr vertretbar. Ich hatte häufig Wochen mit mehr als 70 Wochenstunden und war an 6 Tagen die Woche unterwegs + zusätzlicher 24/7 Erreichbarkeit für meine Mitarbeiter und Vorgesetzten, die aufgrund von Corona auch häufig sonntags (den 7. Tag) in Anspruch genommen wurde. Sonntags lag ich dann völlig erschöpft auf der Couch und war für nichts zu gebrauchen. Demzufolge musste ich Partnerin, Freunde und Familie eher hinten anstellen.

Schließlich wurde ich von einem Recruiter angeschrieben, der mir eine ‚super‘ Stelle in einem Unternehmen anbot, welches ein direktes Wettbewerbsunternehmen darstellte, bei dem ich schon immer mit dem Gedanken gespielt hatte, dorthin zu wechseln.
Die Position ist quasi höher gestellt als meine damalige, deutlich besser bezahlt und VOR ALLEM: ich habe nun einen 40h Arbeitsvertrag und Work-Life-Balance sei groß geschrieben.
Aber: Für den Job müsste ich umziehen (ca. 400km von Heimat und Familie entfernt). Da es sich um ein internationales Unternehmen handelt, habe ich dann im Vorstellungsgespräch um die notwendigen Englischkenntnisse gefragt (da ich es bisher nie in meinem Leben beruflich benötigt habe und es demzufolge eher etwas eingerostet ist) - die Antwort lautete: „Schulenglisch reicht, kann schon sein, dass man mal etwas auf Englisch machen muss, ist aber eher die Seltenheit“.

Nach intensiver Absprache mit meiner Freundin ergab sich folgender Plan: das erste halbe Jahr nehme ich dort eine Zweitwohnung, im Anschluss zieht auch meine Freundin mit dorthin und sucht sich dort einen Job. Schließlich hätte ich dort dann eine 40 Stundenwoche und jedes Wochenende frei, so dass wir dort wesentlich mehr Zeit miteinander hätten und alle 2/3 Wochenenden in die Heimat fahren könnten.

Schließlich habe ich den Job begonnen. (01. März)
Der Job an Sich ist wirklich extrem spannend und ich stehe vor einer großen Herausforderung, ABER:
Arbeitszeiten täglich von 07:30 Uhr bis 20:30 Uhr, Mittag wird schnell vor dem Rechner gegessen, Freitags nur bis 18:00 Uhr (danach heißt es für mich: 4 Stunden Fahrt in die Heimat.
Den halben Tag finden geschäftliche Meetings auf Englisch statt
Es gibt keinen Zusammenhalt - jeder kämpft für sich
Enorm hohe Fluktuation
Sehr niedriger Altersschnitt, ältere Mitarbeiter gibt es in dieser Abteilung nicht
Einarbeitung getreu dem Motto: „Du darfst alles fragen, aber nur einmal“ und „Mich hat auch keiner richtig eingearbeitet und ich musste mir alles selbst beibringen“

Letztlich habe ich effektiv 36 Stunden am Wochenende für Freundin, Familie und Freunde, da ich Sonntagabend dann auch schon wieder los muss.
Es ist mittlerweile undenkbar, dass meine Freundin mit dort hin zieht, da wir letztlich auch so nur 30 Minuten voneinander am Abend hätten.

Problem ist, dass ich mich bereits nach den ersten beiden Tagen extrem von dem Unternehmen ‚ver******‘ gefühlt habe. Die 40 Stunden waren schlichtweg erlogen und auch meine Englischkenntnisse entsprechen in keiner Weise den Anforderungen.

Ich komme die Woche über nach Hause, telefoniere kurz mit meiner Freundin, esse, dusche und gehe direkt danach schlafen - ist das lebenswert?

Ich glaube, dass ich durch diesen Schritt erkannt habe, was für mich im Leben zählt und ich nicht bereit bin, für eine Karriere wirklich ALLES andere aufzuopfern.

Die Frage ist nur: Was ist am sinnvollsten/wie lange soll ich dort bleiben?
Bleibe ich wenigstens 6 Monate, damit man nicht im Lebenslauf einen kurzen Step von nur 1-2 Monaten stehen hat und sich wenigstens die Miete der Zweitwohnung zahlt? Oder gehe ich direkt, weil ich mich selbst noch nie so unglücklich erlebt habe?

Das Problem ist, dass sich selbst Bewerbungen neben dem Job als sehr schwierig darstellen würden. An das Telefon kann ich nicht gehen (im Büro) und Einladungen zu VG könnte ich auch nicht nachgehen…. Zumindest nicht ohne Krankmeldung oder vorheriger Kündigung.

Ist es wirklich naiv, an ein ordentliches Gehalt mit wenigstens ansatzweise 40 Stunden zu glauben?
Sind 40h/Woche Arbeit wirklich Utopie? Ich kenne es nicht anders, kann es mir aber kaum vorstellen.

Was denkt ihr darüber? Einfach hinschmeißen, weil ich super unglücklich bin? Arschbacken zusammenkneifen für wenigstens ein paar Monate? Oder vielleicht 1-2 Jahre durchziehen, um die Erfahrung mitzunehmen und es als Sprungbrett für die Zukunft zu nutzen?
Ich bin innerlich komplett unentschlossen.

Entschuldigt bitte den ewig langen Text und vielen Dank schon mal für euren Rat!

Liebe Grüße

antworten
WiWi Gast

Wie lange warten mit Kündigung? Sind Arbeitszeiten von 40h/Woche Utopie?

Eine schwierige Situation.

Ich würde folgendes machen:

  • Probezeit aussitzen danach
  • Kalender auf deine 40H/Woche ausrichten, dh. bspw. 8-16Uhr freihalten den rest als außer
    haus buchen. Und Meetings außerhalb der Zeit ablehnen.
  • Mit deinem Vorgesetzen die Kommunikation suchen.
antworten
WiWi Gast

Wie lange warten mit Kündigung? Sind Arbeitszeiten von 40h/Woche Utopie?

Ähnliche Situation, aber im Home Office.
Als erstes es liegt nicht an dir und du wurdest brutal verarscht. Das Unternehmen hat nur einen Ersatz gesucht und du warst der beste Kandidat. Es tut mir leid das hören, aber es ist mittlerweile die Regel geworden.

Unterenehmen sind nur noch Chaosläden und außerhalb von DAX30 oder solchen Buden ist das Leben bei weitem nicht so entspannt, zumal auch bei diesen Läden ist es teils grenzwertig. Aber der Tarifvertrag und die Gewerkschaft schützt dich etwas vor dieser AG Ausbeutung.

Einarbeitung ist heute Luxus und wird kaum noch gemacht.

Zur Situation: Du hast nur zwei Optionen.
1.) Aussitzen und Probezeit abwarten.
2.) Canceln mit AU-Schein und Arbeitslosigkeit
3.) Back to the road zu deinem alten Arbeitgeber. Kommt auf das Unternehmen etc. an. Ist gar nicht so unüblich. Aber bist dann verbannt. Quelle: Eigene Erfahrung.

Meine Empfehlungen:

  1. Aussitzen solange es geht.
  2. Bewerben.
  3. 40h max. 48h einhalten. Es kann dir niemand was, wenn du bereits am Anfang klare Kante zeigst. Weil kündigen werden Sie dich eh, wenn dein Englisch nicht signifikant besser wird bzw. du die erhoffte Leistung nicht bringst.
  4. kein Umzug von Frau oder Kinder! Es muss sich schon lohnen die Zelte abzubrechen und so wie du es beschreibst, wird es sich nicht lohnen.
  5. Betriebsrat oder Gewerkschaft inoffiziell informieren. Ggf. kannst du dann schonmal was vorbereiten.

Good Luck.

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WiWi Gast

Wie lange warten mit Kündigung? Sind Arbeitszeiten von 40h/Woche Utopie?

Eiskalt 9-17 Uhr durchziehen, außerhalb alles blocken im Kalender, Geschäftshandy aus. Easy. Wenn es deinem Vorgesetzten nicht passt, suchst dir was neues.

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WiWi Gast

Wie lange warten mit Kündigung? Sind Arbeitszeiten von 40h/Woche Utopie?

Zwei Punkte zu „echten“
40h:

  • Wie hoch ist dein Gehalt etwa? Falls >100k, dann kann bzw muss man eigentlich davon ausgehen, dass mehr als 40h erwartet werden. Alles andere ist schon fast naiv
  • Nur du wirst am Ende für deine Arbeitszeit bzw WLB eintreten. Wenn du dich nicht darum kümmerst, jemand anderes wird es meistens nicht für dich machen.

Ich bin AL in einem Tech Unternehmen mit ca. 200k all-in Vergütung. Mein Vertrag lautet auch offiziell auf 40h. Ich war vorher bei Dax IGM und mir war natürlich klar, dass es bei diesem Gehalt nicht mehr die klassischen 40h sind. Da darf man auch meiner Sicht keine falschen Erwartungen haben

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WiWi Gast

Wie lange warten mit Kündigung? Sind Arbeitszeiten von 40h/Woche Utopie?

Sorry aber in hohen Positionen arbeitet man meistens immer viel. Vor allem als leitender Angestellter. Ob UB, Konzern, KMU whatever. Ich finde, du steigerst dich da ziemlich rein. Wenn du nicht Karriere über alles andere stellen willst, dann geh in den öD, such dir eine entspanntere Position oder oder. Exit Möglichkeiten gibt es doch genügend. Vielleicht arbeitest du auch einfach ineffizient.

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WiWi Gast

Wie lange warten mit Kündigung? Sind Arbeitszeiten von 40h/Woche Utopie?

40h Woche mit ordentlichem Gehalt sind keine Utopie. Ich selbst mache nach 35h keinen Finger mehr krumm und sechsstellig ist das Gehalt bei durchschnittlicher Leistung auch.
Ich habe aber auch keine Personalverantwortung und bin glücklich damit. Für das bisschen kümmerliche Netto mehr im Monat will ich mir den Stress nicht geben.

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WiWi Gast

Wie lange warten mit Kündigung? Sind Arbeitszeiten von 40h/Woche Utopie?

nach 8 stunden feierabend machen und wenn es ihnen nicht passt, sollen sie dir kündigen. dann kassierst eben arbeitslosengeld.

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WiWi Gast

Wie lange warten mit Kündigung? Sind Arbeitszeiten von 40h/Woche Utopie?

Verstehe nicht. Mit Personalverantwortung über 60 Personen kann man doch de facto nicht von einer 40h Woche ausgehen? Insbesondere nicht am Anfang.
Wenn ansonsten alles eingespielt ist und funktioniert und du "Führung" lebst und alle Themen delegierst, könntest du die Arbeitszeit nach vorne heraus reduzieren - das bedeutet aber eine zeitliche Investition heute.

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WiWi Gast

Wie lange warten mit Kündigung? Sind Arbeitszeiten von 40h/Woche Utopie?

Es kommt ein wenig auf die Position sowie das damit verbundene Gehalt an. Natürlich kann man als Chef von 100+ Mitarbeitern nicht strikt seine 40h einhalten. Als IGM Tarifbeschäftigter mit 80k sollte das schon drin sein. Also typische Juristenantwort. Dass du von deinem Unternehmen angelogen wurdest, ist natürlich schwach. Geht mir gerade ähnlich und überlege auch wieder zu wechseln.

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WiWi Gast

Wie lange warten mit Kündigung? Sind Arbeitszeiten von 40h/Woche Utopie?

Kündigen und was Neues suchen, keine Ahnung warum die Deutschen so an ihren Arbeitgebern kleben. Du bist auch kein Berufsanfänger das man dir Unfähigkeit unterstellen könnte.

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WiWi Gast

Wie lange warten mit Kündigung? Sind Arbeitszeiten von 40h/Woche Utopie?

Führungsjob unter 50h-Woche ist glaube ich Utopie...

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WiWi Gast

Wie lange warten mit Kündigung? Sind Arbeitszeiten von 40h/Woche Utopie?

WiWi Gast schrieb am 21.03.2022:

Eine schwierige Situation.

Ich würde folgendes machen:

  • Probezeit aussitzen danach
  • Kalender auf deine 40H/Woche ausrichten, dh. bspw. 8-16Uhr freihalten den rest als außer
    haus buchen. Und Meetings außerhalb der Zeit ablehnen.
  • Mit deinem Vorgesetzen die Kommunikation suchen.

Genau so würde ich es auch machen. Dienst nach Vorschrift, aus deinen oben genannten Gründen, die dir bei der Einstellung beschönigt verkauft wurden.

antworten
WiWi Gast

Wie lange warten mit Kündigung? Sind Arbeitszeiten von 40h/Woche Utopie?

Ich habe bis jetzt noch keine Führungskraft gesehen, die wirklich nur 40h machen musste, selbst nach meinem Wechsel von der freien Wirtschaft in den ÖD nicht. Ich glaube tatsächlich ist es relativ aussichtslos, die Arbeitszeit zu reduzieren, ohne parallel auf Geld zu verzichten.

antworten
WiWi Gast

Wie lange warten mit Kündigung? Sind Arbeitszeiten von 40h/Woche Utopie?

Offensichtlich hast Du Zu viel Vertrauen in die Vertrauenszeitregelung des AG gehabt. Bei mir hat die HR Dame auch mal mit 40 Stunden geworben, aber der Manager sagte mir, real seien es 50-60. Hatte darauf keinen Bock und bin woanders hin. Habe in meiner ganzen Karriere auch nur dieses eine Unternehmen gefunden, wo Gehälter von 150tsd. Euro bei 37,5 Stunden möglich sind. Da geh ich nie mehr weg… ;)

antworten
WiWi Gast

Wie lange warten mit Kündigung? Sind Arbeitszeiten von 40h/Woche Utopie?

WiWi Gast schrieb am 21.03.2022:

Ich habe bis jetzt noch keine Führungskraft gesehen, die wirklich nur 40h machen musste, selbst nach meinem Wechsel von der freien Wirtschaft in den ÖD nicht. Ich glaube tatsächlich ist es relativ aussichtslos, die Arbeitszeit zu reduzieren, ohne parallel auf Geld zu verzichten.

Zwischen 40h Woche und dem was der TE hier beschreibt liegen aber Welten. Arbeitszeiten von 7:30-20:30 ohne richtige Pause, Freitags dann „nur“ bis 18 Uhr sind unter dem Strich über 60h pro Woche! Führungspositionen mit 80-120 T€ bei 40-50h sollten allemal drin sein. Die beschriebenen Arbeitszeiten würde ich erst bei deutlich über 120 T€ akzeptieren.

antworten
WiWi Gast

Wie lange warten mit Kündigung? Sind Arbeitszeiten von 40h/Woche Utopie?

1) Ich würde die Situation mit deinem Vorgesetzten besprechen.

Dieser war es ja vermutlich, der dir beim Vorstellungsgespräch die 40h erzählt hat. Aber auch wenn er es nicht war, sondern jemand anders, solltest du deinem Vorgesetzten klar machen, dass die 40h der ausschlaggebende Punkt für ich waren, diesen Job anzunehmen. Mach ihm klar, dass du gerne während deiner Einarbeitungszeit, also z.B. die ersten 3 Monate Engagement zeigst und z.B. 50h arbeitest, aber danach 40h arbeiten wirst so wie es im Vertrag steht. Dafür macht man ja Verträge.

2) Deine Arbeitszeit entsprechend auf 40h anpassen.

3) Entweder das wird akzeptiert oder du wirst rausgeworfen. Dann suchst du dir einen neuen Job.

antworten
WiWi Gast

Wie lange warten mit Kündigung? Sind Arbeitszeiten von 40h/Woche Utopie?

Ein paar Gedanken dazu:

40h als leitender Angestellter mit gutem Gehalt ist keine Utopie aber auch nicht gerade gewöhnlich. Zu denken, dass Du als Führungskraft nach exakt 8 Stunden den Stift fallen lassen kannst, halte ich für naiv.
Gerade in der Anfangszeit arbeitet man oft mehr, um reinzukommen. Du wirst Dir ja erstmal einen Überblick über die Abteilung, die Prozesse, die Mitarbeiter machen müssen. Das wirst Du nicht in 40h pro Woche schaffen.
Je nach Anteil Deiner operativen Aufgaben fällt die Einarbeitung auch aus. Besteht Dein Job in erster Linie in der Führung einer Abteilung, darf schon erwartet werden, dass Du die ersten Wochen eigenständig strukturierst. Natürlich musst Du wissen, mit welchen Systemen wie gearbeitet wird, aber niemand wird sich zu Dir setzen und Dir die Prozesse aufmalen.

Jetzt schon in Dienst nach Vorschrift zu verfallen, halte ich für zu früh. Du bist wahrscheinlich noch in der Probezeit und damit schnell und unkompliziert kündbar, was aufgrund der Konstellation mit doppeltem Haushalt problematisch werden könnte, wenn Du nicht direkt einen neuen Job findest. Ich würde erstmal durchhalten und an der Tagesplanung arbeiten. Vielleicht kannst Du ja die Anreise auf montags legen, dann ist der Sonntag nicht kaputt.

antworten
WiWi Gast

Wie lange warten mit Kündigung? Sind Arbeitszeiten von 40h/Woche Utopie?

WiWi Gast schrieb am 21.03.2022:

Führungsjob unter 50h-Woche ist glaube ich Utopie...

Kann ich nur zustimmen. Frage mich auch wie man glauben kann, dass das bei nem Jobwechsel als Führungskraft weniger wird.

Natürlich hat man nen 40h Vertrag, trotzdem werden 20-40h Überstunden im Monat vorausgesetzt. Auch bei IGM, OEM etc. Auch wenn der Laden läuft. Läuft der Laden nicht werden es noch mehr. Dafür sollte das Gehalt ja wohl auch 6-stellig sein.

Wer glaubt mit Mitte 30 ein 6-stelliges Gehalt zu bekommen ohne Überstunden zu machen, der ist wohl ziemlich naiv und hat keine Ahnung vom Berufsleben:

antworten
WiWi Gast

Wie lange warten mit Kündigung? Sind Arbeitszeiten von 40h/Woche Utopie?

Bis zum Ende des Monats (oder einfach direkt) kündigen, stolz sein, dass du so reif selbstreflektiert bist und dein eigenes Glück nicht hinter irgendwelchen Zwängen (a la "sieht nicht gut im Lebenslauf aus" o.Ä.) zurückstellst und dann was suchen, was dir mehr Spaß macht und zulässt, dass du dein Leben genießen kannst.

Ich habe einen Bekannten, der sich solchen Zwängen komplett unterweorfen hat und den das Leben als Resultat kürzlich ausgebremst hat (keine Sorge, sowas ist für gewöhnlich ein Langer Prozess). Das sollte man sich, erst recht mit deiner proaktiven Haltung, tunlichst ersparen. An dem Tag, an dem du nämlich wegen Burnout nicht mehr kommst, läuft das Gespräch eh nur so ab "Wo ist Herr X heute morgen? Der hatte einen Nervenzusammenbruch. Achso, wer vertritt den? Herr Y. Alles klar, weiter gehts."

antworten
WiWi Gast

Wie lange warten mit Kündigung? Sind Arbeitszeiten von 40h/Woche Utopie?

Ich halte diese Einstellung für katastrophal. Natürlich kann man Führungskraft sein, viel verdienen und sich nicht totarbeiten.

Leistung und Ergebnisse kommen nicht von vielen Stunden. Natürlich steigen gewisse Verpflichtungen und es gibt viele Meetings etc, die man im Kalender hat. Aber gerade mit vielen Mitarbeitern muss man sich Leute suchen, die den eigenen Job einfacher machen - nicht schwieriger. Wichtige Dinge selber tun, anderes delegieren. Unnötige Termine alle absagen. Lernen richtig und häufig ‚nein’ zu sagen. Seine Mitarbeiter so gut wie möglich befähigen viel Verantwortung zu übernehmen und selber zu entscheiden - da haben meistens beide Seiten am meisten von. Wenn der Laden (Firma, Bereich, Abteilung, Team) zusammenbricht, weil der Chef nicht da ist, macht der Chef nem schlechten Job. Mein Job ist dann ideal gemacht, wenn ich zwei Monate weg sein kann und es trotzdem rund läuft.

Ich verdiene mit ~8 Jahren BE etwas über 200k und arbeite 35-45 Stunden im Schnitt. Klar gibt es Phasen in denen die Hütte brennt und es ausnahmsweise 55-60 sind. Dann gibt es Phasen, in denen ich jeden Tag den Nachwuchs zur Kita bringe/hole und effektiv 25-30h arbeite.

Wichtig ist das Ergebnis, nicht die Arbeitszeit. Mein Fokus liegt auf meinen Leuten und wie ich sie am besten befähige. Wenn persönlich was bei ihnen brennt, können sie mich jederzeit anrufen - auch am WE oder im Urlaub. Aber dafür haben sie ihren Scheiss im Griff, wenn es normal läuft.

Dieses ‚Chef arbeitet viel‘ ist am Ende oft schlechtes Management, schlechte Führung, seltsames Selbstbild oder miese Kultur.

(Ich hab vorher in der Beratung gearbeitet, da war 50-70h eher normal - aber auch da wird es besser, je besser die eigenen Leute sind und je besser man managed. Seniorer = mehr Freiheiten.
Aktuell arbeite ich in einer (nicht US) Tech Firma. Perspektivisch peile ich wieder 4 Tage mit 30-35h an - bei 200k€+. Halte ich für realistisch, aber ist natürlich kein Selbstläufer.)

WiWi Gast schrieb am 21.03.2022:

Führungsjob unter 50h-Woche ist glaube ich Utopie...

antworten
Philip

Wie lange warten mit Kündigung? Sind Arbeitszeiten von 40h/Woche Utopie?

Hallo zusammen,
erstmal vielen Dank für die zahlreichen Antworten und eure Ratschläge!

Ich habe den Beitrag am Sonntag kurz vor der Fahrt erfasst - ein Grund, weshalb ich mich wahrscheinlich etwas zu sehr reingesteigert habe.

Es ist noch wichtig zu sagen, dass ich zwar vorher „Führungskraft“ gewesen bin, nun aber keine direkte Führungsaufgabe habe. Zwar bin ich jetzt Ansprechpartner für ein paar Schnittstellen, aber eben keine Führungskraft im eigentlichen Sinne, mit direkter Mitarbeiterverantwortung.
Dieser Punkt zusammen mit dem ganzen Gewerbe um WLB hat mich wohl wirklich in meiner Naivität glauben lassen, dass ich wenigstens annähernd auf eine 40 Stundenwoche komme.

Ich habe an sich auch absolut kein Problem mit langen Arbeitszeiten, wenn diese effizient genutzt werden und man am Ende des Tages weiß, was man geschafft hat.
Aber unter diesen Vorraussetzungen hätte ich auch in meiner Heimat bleiben können. Es ist sicherlich auch so, dass das alles gehen würde, wenn ich wenigstens die Abende mit meinem Partner verbringen könnte - so ist es eben nur das Zählen der Tage, bis man sich endlich wieder am Wochenende sieht. Das lässt mich daran zweifeln, ob diese Situation so als solche für mich wirklich lebenswert ist.

Anbei, das Gehalt ist vorerst bei knapp unter 100.000 angesiedelt. Für mich echt gutes Geld, der Preis ist dafür jedoch auch ziemlich hoch…

Derzeit bin ich noch auf dem Stand, dass ich wohl an den Wochenenden allmählich Bewerbungen schreiben werde und wieder zurück zu Freundin, Freunden und Familie ziehe.

antworten
WiWi Gast

Wie lange warten mit Kündigung? Sind Arbeitszeiten von 40h/Woche Utopie?

Kurz vorab: In welcher Branche arbeitest du, Philip?

Ich empfehle dir den DAX30 Tier 1-4 - Thread, dort wird dir indirekt der Weg zu WLB dargestellt. In KMU wirst du immer mehr für weniger tun müssen.

Zum Thema Führung und WLB:
Ich bin selbst Führungskraft von einer Zwischenebene von Vorgesetzten und habe zudem Direktberichtende. Ich selbst nehme ausschließlich Termine mit meinem/n Vorgesetzten an und stelle selbst nur Termine mit meinen mir Berichtenden ein. Alle Arbeitsthemen blocke ich ab und delegiere, außer im Rahmen von Eskalationen nach Fehlleistungen.
Ich glaube, ich arbeite weniger als die meisten meiner Mitarbeiter, aber wenn es schief geht, springe ich in die Bresche... meine Mitarbeiter haben ein, zwei Jahre gebraucht, um mich zu verstehen, aber heute, nach gut zweieinhalb Jahren funktioniert es für alle Beteiligten prima: Meine Mitarbeiter und deren Mitarbeiter sind zufriedener denn je, die Leistung stimmt und mein Chef ist zufrieden mit mir. Ich habe zwar mein Diensttelefon ständig an, bin aber nur von 7-15 Uhr anwesend... wenn danach Anrufe kommen, route ich direkt durch.

Hintergrund: Ich habe meine "Zielstufe" erreicht (DAX30 Tier 1 im AT), mehr Karriere hieße zwar Gehaltsverdoppelungen je Hierarchiestufe, hieße aber auch perspektivisch eine Arbeitszeitbelastung von 60 statt 30-40 Stunden und eine nicht plan- und vorhersehbare Entwicklung.

antworten
WiWi Gast

Wie lange warten mit Kündigung? Sind Arbeitszeiten von 40h/Woche Utopie?

Genieß es solange es andauert

WiWi Gast schrieb am 21.03.2022:

Offensichtlich hast Du Zu viel Vertrauen in die Vertrauenszeitregelung des AG gehabt. Bei mir hat die HR Dame auch mal mit 40 Stunden geworben, aber der Manager sagte mir, real seien es 50-60. Hatte darauf keinen Bock und bin woanders hin. Habe in meiner ganzen Karriere auch nur dieses eine Unternehmen gefunden, wo Gehälter von 150tsd. Euro bei 37,5 Stunden möglich sind. Da geh ich nie mehr weg… ;)

antworten
WiWi Gast

Wie lange warten mit Kündigung? Sind Arbeitszeiten von 40h/Woche Utopie?

stimme zu 100% zu. Machen in meinem DAX30 mittlerweile viele Abteilungsleiter (150-180k) und es ist selbst für mich sehr überraschend wie gut das klappt :-)

WiWi Gast schrieb am 21.03.2022:

Eiskalt 9-17 Uhr durchziehen, außerhalb alles blocken im Kalender, Geschäftshandy aus. Easy. Wenn es deinem Vorgesetzten nicht passt, suchst dir was neues.

antworten
WiWi Gast

Wie lange warten mit Kündigung? Sind Arbeitszeiten von 40h/Woche Utopie?

Ich bin jetzt AT geworden und halte meine 40h ziemlich gut ein. Gibt Phasen/Tage wo ich drüber liege, dafür arbeite ich Freitags eigentlich nie mehr als 7h. Als Führungskraft sehe ich eigentlich kaum eine Möglichkeit, zumindest bei mir im Konzern, unterhalb von 50h zu arbeiten. Ich finde das aber okay, die Leute verdienen alle 120k+ und kriegen dazu noch ordentlich BAV, Zuschuss für Auto etc. sodass das Gesamtvolumen eher bei 130-135k sein dürfte. Bei so viel Gehalt kann man nicht mehr von 40h ausgehen. Finde daher man muss die Arbeitszeit immer im Verhältnis zum Gehalt sehen.

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