DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
SteuerangelegenheitenUST

Darf mir mein Zwischenhändler die Umsatzsteuer abziehen?

Autor
Beitrag
WiWi Gast

Darf mir mein Zwischenhändler die Umsatzsteuer abziehen?

Hallo zusammen,

könnt Ihr mir bei einer Steuerfrage helfen? Ich arbeite nebenbei als freiberuflicher Coach bei einem Onlineportal. Über dieses Portal finde ich meine Kunden, mit denen ich per Videochat Coachingstunden abhalte.

Das Portal schreibt dann dafür eine Rechnung an diese Kunden. Ich wiederum schreibe eine Rechnung an das Portal und bekomme so mein Geld. Der Kunde zahlt also nicht direkt an mich, sondern an das Portal als „Zwischenhändler“. Dieses zieht Umsatzsteuer und Provision ab.

Ein Beispiel:

  • Kunde zahlt 100
  • Das Portal zieht die Umsatzsteuer ab: 100 / 119% = 84
  • Das Portal zieht 33% Provision für sich ab: 84 x 67% = 56
  • Ich bekomme 56 (für die ich dann noch Einkommenssteuer zahle)

Was mich hierbei wundert: Ich falle unter die Kleinunternehmerregelung (Umsatz < 17.500 Euro) und muss gar keine Umsatzsteuer abführen. Bei der Rechenweise des Portals wird aber die Umsatzsteuer vom kompletten Betrag, den der Kunde zahlt abgezogen. Die Umsatzsteuer wird also auch von meinem Anteil abgezogen.

Auf Nachfrage des Portals sei das korrekt, weil das Portal ja der Vertragspartner des Kunden ist und nicht ich. Ich kann diese Argumentation aufgrund des Prinzips des Vorsteuerabzugs nicht nachvollziehen. Wie schätzt ihr die Lage ein? Darf mir das Portal von meinem Anteil die Umsatzsteuer abziehen?

Danke und beste Grüße

antworten
WiWi Gast

Darf mir mein Zwischenhändler die Umsatzsteuer abziehen?

Kommt auf die Vertragsgestaltung an, kann dir hier keiner pauschal sagen. Aber: Erscheint mir auf den ersten Blick richtig und sinnvoll. Du hast ja schließlich keinen Vertrag mit dem "gecoachten", sondern mit dem Portal. Ihr einigt euch auf ein Entgelt, welches grundsätzlich unabhängig davon ist, was das Portal für die Leistung vom Endkunden erhält. Dass ihr im vorliegenden Fall eine Abhängigkeit herstellt, ist euer Bier.

Dein Argument verstehe ich nicht, hat nichts mit Vorsteuer zu tun hier. Falls doch: Erkläre es bitte genauer.

antworten
WiWi Gast

Darf mir mein Zwischenhändler die Umsatzsteuer abziehen?

+1

WiWi Gast schrieb am 07.11.2019:

Kommt auf die Vertragsgestaltung an, kann dir hier keiner pauschal sagen. Aber: Erscheint mir auf den ersten Blick richtig und sinnvoll. Du hast ja schließlich keinen Vertrag mit dem "gecoachten", sondern mit dem Portal. Ihr einigt euch auf ein Entgelt, welches grundsätzlich unabhängig davon ist, was das Portal für die Leistung vom Endkunden erhält. Dass ihr im vorliegenden Fall eine Abhängigkeit herstellt, ist euer Bier.

Dein Argument verstehe ich nicht, hat nichts mit Vorsteuer zu tun hier. Falls doch: Erkläre es bitte genauer.

antworten
WiWi Gast

Darf mir mein Zwischenhändler die Umsatzsteuer abziehen?

Das Portal hat Recht. Das Portal zieht die USt ab, da es ja die USt ans Finanzamt abführt bzw. abführen muss. Und da der Kunde mit dem Portal den Vertrag schließt und das Portal kein Kleinunternehmer ist, muss das Portal die USt berechnen (Kundenrechnung mit USt ist auszustellen) und ans Finanzamt abführen.

Anders wäre es, wenn das Portal nur den Kontakt zwischen dir (dem Anbieter) und dem Kunden herstellt. Dann würdest du dem Kunden eine Rechnung OHNE USt ausstellen, da du ja Kleinunternehmer bist. Für die Vermittlungsleistung würdest du von dem Portal eine Rechnung mit USt bekommen, die du aber nicht abziehen könntest - da du unter §19 UStG fällst.

antworten
WiWi Gast

Darf mir mein Zwischenhändler die Umsatzsteuer abziehen?

Wie schon richtig geschrieben schließen die Kunden die Verträge mit dem Portal, welches wiederum kein Kleinunternehmer ist und es daher USt auszuweisen und abzuführen hat.

Wieso solltest du anteilig für diese USt Provision erhalten? Für das Portal ist das nur ein durchlaufender Posten und stellt keine Einnahme dar.

antworten
WiWi Gast

Darf mir mein Zwischenhändler die Umsatzsteuer abziehen?

WiWi Gast schrieb am 07.11.2019:

Wie schon richtig geschrieben schließen die Kunden die Verträge mit dem Portal, welches wiederum kein Kleinunternehmer ist und es daher USt auszuweisen und abzuführen hat.

Wieso solltest du anteilig für diese USt Provision erhalten? Für das Portal ist das nur ein durchlaufender Posten und stellt keine Einnahme dar.

Vorsicht! Für das Portal ist es eben KEIN durchlaufender Posten, denn dann wäre die Auffassung des TE richtig. Das Portal müsste dann nämlich keine USt in Rechnung stellen und abführen (zumindest für den Teil, der auf den TE entfällt).

antworten

Artikel zu UST

Umsatzsteuerstatistik 2012: 5,8 Billionen Euro Umsatz angemeldet

Im Jahr 2012 gaben rund 3,3 Millionen Unternehmen eine Umsatzsteuer-Voranmeldung mit einem voraussichtlichen Umsatz ohne Umsatzsteuer in Höhe von 5,8 Billionen Euro ab. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, stiegen die Umsätze und die Zahl der Steuerpflichtigen gegenüber 2011 jeweils leicht um 1,1 Prozent an.

Um­satz­steu­er­sta­tis­tik 2011: Um­sätze auf dem Höchst­stand

Im Jahr 2011 gaben rund 3,2 Millionen Unternehmen eine Umsatzsteuer-Voranmeldung mit einem voraussichtlichen Nettoumsatz in Höhe von 5,7 Billionen Euro ab. Sowohl bei der Zahl der Unternehmen als auch bei den absoluten Umsatzwerten wurden damit die seit der Wiedervereinigung erzielten bisherigen Höchststände aus dem Jahr 2008 übertroffen.

Umsatzsteuerstatistik 2007: 449 Unternehmen sind Umsatzmilliardäre

Ein Schild wie ein Kfz-Zeichen mit der aufschrift -Reich- an einem Hexenzaun gefestigt.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis der Umsatzsteuerstatistik mitteilt, erzielten im Jahr 2007 449 Unternehmen in Deutschland Umsätze von mindestens einer Milliarde Euro. Das waren 30 mehr als 2006.

Umsatzsteuerstatistik 2006: 419 Unternehmen sind Umsatzmilliardäre

Schriftzug mit dem Wort steuern.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis der Umsatzsteuerstatistik mitteilt, erzielten im Jahr 2006 419 Unternehmen Umsätze von mindestens 1 Milliarde Euro. Das waren 35 mehr als 2005.

Umsatzsteuerstatistik 2005: Erstmals über 3 Millionen Unternehmen

Wie das Statistische Bundesamt auf Basis der Umsatzsteuerstatistik mitteilt, haben im Jahr 2005 über 3 Millionen Unternehmen in Deutschland Umsatzsteuer-Voranmeldungen abgegeben.

Mehrwertsteuererhöhung dient nur der Haushaltskonsolidierung

E-Learning Investmentfonds

Die Zusatzeinnahmen aus der Mehrwertsteuererhöhung fließen unterm Strich vollständig in die Haushaltskonsolidierung, zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Umsatzsteuerstatistik 2004: 372 Unternehmen sind Umsatzmilliardäre

Dem Statistischen Bundesamt zufolge erzielten 372 Unternehmen und somit 29 mehr als 2003 Umsätze von 1 Milliarde Euro oder mehr. Diese Umsatzmilliardäre kamen zusammen auf einen Umsatz von 1.361 Milliarden Euro.

Einige Fakten zur Mehrwertsteuer

Deutscher Ökonomieprofessor und ehemaliger Ifo-Chef Hans-Werner Sinn

Die Mehrwertsteuer ist eine versteckte Lohnsteuer und kann insofern nur sehr begrenzt zur Lösung des deutschen Kardinalproblems der extrem hohen Steuern und Abgaben auf Löhne beitragen.

Mehrwertsteuererhöhung nur bei gleichzeitiger Entlastung ratsam

Ein Pfeil auf dem Boden in einer Tiefgarage sagt gradeaus.

Ökonomisch sinnvoll wäre es, den Steuersatz nur moderat anzuheben und mit den zusätzlichen Einnahmen den Solidaritätszuschlag und die Sozialbeiträge zu senken. Dadurch könnten 100.000 und mehr Jobs geschaffen werden.

Umsatzsteuer 2003: Großunternehmen erzielen 44 Prozent

Diese umsatzstärksten 1598 Unternehmen erzielten mit 1873 Milliarden Euro Umsatz 44 Prozent des Gesamtumsatzes.

Steueranmeldungen von Januar an nur noch elektronisch möglich

Eine Hand auf einer Tastatur.

Viele Unternehmen sind technisch noch nicht in der Lage, die Daten zu Umsatzsteuer und Lohnsteuer digital zu übertragen.

Soli-Ende: Es geht auch ohne Solidaritätszuschlag

Kommentar zum Solidaritätszuschlag vom INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr

Der Finanzausschuss des Deutschen Bundestags debattiert am 27. Juni 2018 über die Zukunft des Solidaritätszuschlags. Im Zentrum steht dabei die Frage, ob der „Soli“, wie von der Bundesregierung geplant, auch nach 2020 weiter erhoben werden darf und ob die geplante Beibehaltung ab 2021 für Jahreseinkommen über 61.000 Euro verfassungskonform ist.

Bitcoin-Gewinne: Nach Höhenflug droht Ärger mit Finanzamt

Zwei Bitcoin-Münzen auf einer beleuteten Computer-Tastatur.

Für viele Anleger in Kryptowährungen wie den Bitcoin oder Ethereum sprudelten im vergangenen Jahr die Gewinne. Wer die Bitcoin-Gewinne aus dem Jahr 2017 bei der Einkommensteuer nicht ordnungsgemäß versteuert, dem droht Ärger mit dem Finanzamt. Erst nach einer Haltedauer von einem Jahr unterliegen Gewinne aus dem Handel mit Kryptowährungen nicht mehr der Steuerpflicht. Gewinne aus dem Bitcoin-Mining sind ebenfalls steuerpflichtig,

Berufseinstieg: Von Anfang an Steuern sparen

Kreise-Schriftzug "STEUERN SPAREN" auf einer schwarzen Tafel.

Berufsanfänger haben viele Möglichkeiten, von Anfang an Steuern zu sparen. Zusammen mit steuertipps.de hilft WiWi-TReFF, dass möglichst viel vom hart verdienten Geld in den eigenen Taschen bleibt.

Auslandsreisekosten 2017: Neue Spesensätze & Pauschalen für Auslandsdienstreisen

Ab 2017 gelten neue Spesensätze und Pauschalbeträge für Dienstreisen ins Ausland. Das Bundesfinanzministerium hat dazu die Regeln für die steuerliche Behandlung von Reisekosten und Reisekostenvergütungen bei betrieblich und beruflich veranlassten Auslandsreisen veröffentlicht.

Antworten auf Darf mir mein Zwischenhändler die Umsatzsteuer abziehen?

Als WiWi Gast oder Login

Forenfunktionen

Kommentare 6 Beiträge

Diskussionen zu UST

4 Kommentare

Mehrwertsteuer

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 09.04.2018: Naja aber dann wird für eine Leistung ja doppelt Mwst abgeführt Die Reparaturfirma hat ...

2 Kommentare

Ort des Umsatzes

WiWi Gast

Da hilft doch glatt der Blick ins Gesetz ;) Der Verkauf ist eine Lieferung nach §3 Abs. 1 UStG, da der Verkäufer A die Verfügungs ...

Weitere Themen aus Steuerangelegenheiten