DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
GehaltsverhandlungFirmenwagen

Mythos Firmenwagen: S-Klasse ist Chefklasse

Dienstwagen sind in Deutschland ein Statussymbol. Vorstand und Geschäftsführung haben in knapp 95 Prozent der Unternehmen Anspruch auf einen Firmenwagen, für gehobene Führungskräfte gilt dies in gut 72 Prozent und für das mittlere Management noch in 36 Prozent der Unternehmen.

Mythos Firmenwagen: S-Klasse ist Chefklasse
Frankfurt am Main, 14.05.2008 (ots) - Dienstwagen sind in Deutschland ein Statussymbol. Vorstand und Geschäftsführung haben in knapp 95 Prozent der Unternehmen Anspruch auf einen Firmenwagen, für gehobene Führungskräfte gilt dies in gut 72 Prozent und für das mittlere Management noch in 36 Prozent der Unternehmen, wie eine aktuelle Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) zeigt. Auch das Fahrzeugmodell spiegelt in aller Regel die Stellung des Mitarbeiters in der Unternehmenshierarchie wider. »Firmenwagen sind aber nicht nur Prestigeobjekte, sondern angesichts steigender Anschaffungs- und Betriebskosten auch von hohem wirtschaftlichen Wert für die Beschäftigten. Für Unternehmen stellt sich angesichts des verschärften Wettbewerbs um Führungspersonal weniger die Frage, ob sie Firmenwagen zur Verfügung stellen, sondern wie sie dies möglichst attraktiv und kostengünstig tun können«, betont Manfred Karges, Steuerberater bei PwC.

Rund drei von vier befragten Arbeitgebern stellen Mitarbeitern unabhängig von ihrer Position im Unternehmen einen Firmenwagen zur Verfügung, wenn sie diesen für ihre Tätigkeit benötigen. So steigt der Anteil der mittleren Führungskräfte mit Firmenwagen auf gut 48 Prozent, wenn die Führungskräfte im Vertrieb tätig sind. Außendienstmitarbeiter haben in 54 Prozent der Unternehmen Anspruch auf einen Firmenwagen. Für die Studie »Firmenwagen - Aktuelle Praxis und Trends 2008« befragte PwC in Deutschland 137 Unternehmen. Gemeinsam verfügen diese über 15.000 fest zugeordnete Dienstwagen sowie knapp 1.300 Poolfahrzeuge. Die weitaus meisten Unternehmen nutzen Leasing-Modelle zur Finanzierung des Fuhrparks, lediglich 26 Befragte haben gekaufte Pkw im Bestand.

Mitglieder der Unternehmensleitung fahren in 58 der befragten Firmen eine Mercedes S-Klasse, die 7er-Reihe von BMW oder eine vergleichbare Limousine der Oberklasse. Mit einem Fahrzeug der oberen Mittelklasse (BMW 5er-Reihe, Mercedes E-Klasse o. ä.) muss sich das Spitzenpersonal in 54 Unternehmen bescheiden.  Bereits auf Ebene der oberen Führungskräfte ist das Verhältnis umgekehrt: Einen Pkw der Oberklasse gibt es auf dieser Hierarchiestufe nur in sechs der befragten Unternehmen, 51 stellen ein Fahrzeug der oberen Mittelklasse zur Verfügung und in 32 Firmen gibt es lediglich einen Mittelklasse-Dienstwagen wie beispielsweise eine Mercedes C-Klasse oder einen VW Passat. Im mittleren Management ist diese Fahrzeugklasse dominierend (42 Unternehmen), während nur sieben Unternehmen auch Firmenwagen höherer Kategorie vergeben. Grundsätzlich zeigen sich Unternehmen bei der Dienstwagenzuteilung großzügiger, wenn die Führungskräfte auch Vertriebsaufgaben wahrnehmen. Die hierarchische Abstufung zeigt sich auch in der Maximalhöhe der monatlichen Leasingraten für den Firmenwagen, die bei der knappen Mehrheit (56 Prozent) der Befragten fixiert ist. So beträgt die Monatsrate für das Chefauto im Durchschnitt 994 Euro. Die Leasingrate für Firmenwagen der oberen Führungskräfte ist durchschnittlich auf 757 Euro begrenzt, Pkw für das mittlere Management dürfen höchstens 617 Euro monatlich kosten.

Die meisten Unternehmen bezahlen den Firmenwagen zusätzlich zum Monatsgehalt. Ein derartiges »On-Top«-Modell haben 107 Befragte, bei 22 Unternehmen müssen Arbeitnehmer den größeren Teil der Fahrzeugkosten selbst tragen. Auch bei der Kostenübernahme macht sich die Stellung des Beschäftigten im Unternehmen bemerkbar. So übernehmen 95 Prozent der Befragten für Spitzenkräfte die volle Leasingrate, während dieser Prozentsatz bei oberen Führungskräften auf 91 Prozent und beim mittleren Management auf 88 Prozent sinkt. Überwiegend großzügig zeigen sich die Unternehmen auch bei der privaten Nutzung. Fährt der Chef den Dienstwagen privat, kassieren nur neun Prozent der befragten Arbeitgeber »Spritgeld«, vom mittleren Management verlangt immerhin jedes fünfte Unternehmen bei Privatfahrten zumindest eine Beteiligung an der Benzinrechnung.  

Im Forum zu Firmenwagen

8 Kommentare

Umbau Firmenfahrzeug

WiWi Gast

Geht eher darum, dass ihm vorgeworfen wird, er arbeitet widerrechtlicht an seinem Firmenfahrzeug... Welcher Nachbar soll das wissen??? listrea schrieb am 26.06.2020: ...

6 Kommentare

Ideen zu Car-Deal

WiWi Gast

Verstehe das Problem nicht ganz? Du kannst vor dem Starttermin nicht an den Programmen teilnehmen = du kannst danach daran teilnehmen? Dann geht es nur um eine Woche oder wie?

5 Kommentare

Firmenwagen absetzen als 1-Mann-Unternehmer?

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 02.08.2019: Entscheidender Denkfehler: Die PKW im Konzern werden vom Arbeitgeber dem Arbeitnehmer zur Verfügung gestellt. Er gilt als Sachlohn und ist im Grunde genommen genau ...

9 Kommentare

Firmenwagen Eigenanteil

Ceterum censeo

Seufz. Meine Stimmung wechselte beim Lesen dieses Threads von Unglauben, über Unmut, bis hin zur Enttäuschung. Es ist zwar viel geschrieben worden, die relevanten steuerrechtlichen Kenntnisse vermisse ...

3 Kommentare

Firmenwagen - sinnvoll?

Ceterum censeo

Ich bin mir nicht sicher, ob ich den Text richtig verstanden habe. Was genau möchtest du wo ansetzen? Ich tippe mal, deine private Zuzahlung als Werbungskosten in deiner Steuererklärung? Falls du ...

22 Kommentare

Welcher Dienstwagen bis 45k mit Familie

WiWi Gast

wenn du dir einen Plug in Hybrid zulegst musst du nur 0,5 % vom bruttolistenpreis versteuern. Das macht netto einiges aus

9 Kommentare

DER Spesenbomber

WiWi Gast

Honda Civic 1.6 dtec Verbrauch ca so viel wie der Golf, dafür geht nichts kaputt

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema Firmenwagen

Weiteres zum Thema Gehaltsverhandlung

Nebenjob, Studentenjob,

Die Gehaltsverhandlung

Während der Absolvent vor der Gehaltsverhandlung von üppigen Gehältern träumt, wollen die Personaler die Kosten gering halten. Tipps für die Gehaltsverhandlung helfen, die eigene Vorstellung überzeugend vorzutragen.

10 Tipps für die Gehaltsverhandlung

Karriereexperte Jürgen Hesse vom Büro für Berufsstrategie Hesse/Schrader hat 10 elementare Tipps zusammengestellt, die für eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung ausschlaggebend sind.

Ein Männchen umarmt eine Geldbörse aus der Geldscheine und Münzen sprudeln.

Tipps für die Gehaltsverhandlung

Im Vorstellungsgespräch lauert die größte Hürde oft am Schluss: die Frage nach dem Gehalt. Der wichtigste Tipp für die Gehaltsverhandlung lautet, den eigenen Marktwert zu kennen und diesen selbstbewusst zu vertreten. Die eigenen Qualifikationen und die Berufserfahrung sind dafür die besten Argumente. Generell sollte in regelmäßigen Abständen über Anpassungen beim Gehalt gesprochen werden. Personalberater Thomas Marquardt gibt Tipps für die nächste Gehaltsverhandlung.

E-Book: Leitfaden »Mitarbeitergespräch und Zielvereinbarungen«

Ein E-Book als Leitfaden für Mitarbeitergespräch und Zielvereinbarungen hilft Führungskräften, die dafür notwendigen Kommunikationsabläufe sicherzustellen.

Das Harvard-Konzept

Literatur-Tipp: Verhandlungstechnik - Das Harvard-Konzept

Das Standardwerk der Verhandlungstechnik - Verhandeln ist fester Bestandteil unseres Lebens. Der gemeinsame Nutzen einer Lösung steht im Vordergrund des Harvard-Konzepts, welches sich von der Vorstellung löst, dass jeder Vorteil einer Seite einen entsprechenden Nachteil der anderen nachsich zieht. Mit über zwei Millionen verkauften Exemplaren weltweit ist das Harvard-Konzept ein Klassiker der Verhandlungstechnik.

Boxen bedeutet kampfbereit und Schlagfertigkeit.

Das Nonplusultra der Schlagfertigkeit

Die Szene: ihr seid mitten im Vorstellungsgespräch. Der Interviewer will euch antesten und stellt eine unfaire Frage. Und ihr? Ihr wisst nichts zu antworten. Zwei-, dreimal dasselbe Spiel, Vorstellungsgespräch vergeigt. Schlagfertigkeit - Die besten Techniken aller Zeiten. Von Matthias Pöhm.

Beliebtes zum Thema Gehalt

Absolventen-Gehaltsreport-2018: Absolventenhut und fliegende Geldmünzen

Absolventen-Gehaltsreport 2018/19: Höhere Einstiegsgehälter bei WiWis

Wie im Vorjahr verdienen die Wirtschaftsingenieure bei den Absolventen der Wirtschaftswissenschaften mit 48.696 Euro im Schnitt am meisten. Sie legten im StepStone Gehaltsreport für Absolventen 2018/2019 damit um 458 Euro zu. Wirtschaftsinformatiker erhalten mit 45.566 Euro (2017: 45.449 Euro) und Absolventen der Wirtschaftswissenschaften, VWL und BWL und mit 43.033 Euro (2017: 42.265 Euro) ebenfalls etwas höhere Einstiegsgehälter.

Stepstone Gehaltsreport 2018: Das Bild zeigt zwei Lego-Männchen Frau und Mann im Anzug (Wirtschaftsingenieurin und Wirtschaftsinformatiker) vor einem Computer.

StepStone Gehaltsreport 2018: Wirtschaftsingenieure und Wirtschaftsinformatiker sind Topverdiener

Fachkräfte und Führungskräfte mit einem Studienabschluss in Wirtschaftsingenieurwesen und Wirtschaftsinformatik verdienen ausgezeichnet. Mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 70.231 Euro liegen die Wirtschaftsingenieur hinter Medizin und Jura auf Platz drei der zurzeit lukrativsten Studiengänge. Die Wirtschaftsinformatiker verdienen mit 69.482 Euro ähnlich gut und sind hinter den Ingenieuren auf Rang fünf im StepStone Gehaltsreport 2018. Mit einem Abschluss in BWL, VWL oder Wirtschaftswissenschaften sind die Gehälter als Key Account Manager mit 75.730 Euro und als Consultant mit 67.592 Euro am höchsten.

Das Bild zeigt als Symbol für Reichtum und eine ungleiche Vermögensverteilung die riesen Luxus-Yacht eines Milliardärs.

Reichtum ungleich verteilt: Rekordhoch von 2043 Milliardären

Die Anzahl der Milliardäre stieg auf ein Rekordhoch von 2043 Milliardären. 82 Prozent des 2017 erwirtschafteten Vermögens floss in die Taschen des reichsten Prozents der Weltbevölkerung. Jeden zweiten Tage kam ein neuer Milliardär hinzu. Die 3,7 Milliarden Menschen, die die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung ausmachen, profitieren dagegen nicht vom aktuellen Vermögenswachstum. Das geht aus dem Bericht „Reward Work, not Wealth 2018“ hervor, den die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam veröffentlicht hat.

Screenshot vom Teilzeit-Netto-Gehaltsrechner vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS).

Teilzeit-Netto-Gehaltsrechner 2019

Mit dem Teilzeit-Netto-Gehaltsrechner des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales lässt sich das Teilzeitgehalt online berechnen. Steuerklasse, Kirchensteuer, Krankenkassenbeitrag und Soli fließen in die Kalkulation ein.

Einstiegsgehalt Wirtschaftswissenschaftler

IG Metall Gehaltsstudie 2016/2017 - Einstiegsgehälter Wirtschaftswissenschaftler

Was verdienen Wirtschaftswissenschaftler beim Berufseinstieg? In Unternehmen mit einem Tarifvertrag verdienten junge Wirtschaftswissenschaftler mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung in 2016 durchschnittlich 49.938 Euro im Jahr. In nicht tarifgebundenen Betrieben lagen die Einstiegsgehälter von Wirtschaftswissenschaftlern mit 42.445 Euro etwa 17,7 Prozent darunter. Im Vorjahr hatte dieser Gehaltsvorteil bei den Wirtschaftswissenschaftlern noch 33 Prozent betragen.

Nebenjob, Studentenjob,

Die Gehaltsverhandlung

Während der Absolvent vor der Gehaltsverhandlung von üppigen Gehältern träumt, wollen die Personaler die Kosten gering halten. Tipps für die Gehaltsverhandlung helfen, die eigene Vorstellung überzeugend vorzutragen.

Titelblatt StepStone Gehaltsreport 2017

StepStone Gehaltsreport 2017: Was Fach- und Führungskräfte mit Wirtschaftsstudium verdienen

In Deutschland verdienen Fachkräfte und Führungskräfte durchschnittlich 57.100 Euro. Akademiker verdienen im Schnitt 37 Prozent mehr. Mit einem Wirtschaftsstudium beträgt das Brutto-Jahresgehalt inklusive variablem Anteil in "BWL, VWL und Wirtschaftswissenschaften" im Schnitt 65.404 Euro, in Wirtschaftsinformatik 68.133 Euro und in Wirtschaftsingenieurwesen sogar 70.288 Euro.