DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
Jobwechsel & KündigungArbeitslosigkeit

Sorge um Arbeitslosigkeit auf historischem Tiefstand

Für die Deutschen bleibt das Thema Arbeitslosigkeit zwar auch in diesem Jahr die Sorge Nummer eins, aber die Tendenz ist weiter rückläufig. So lautet ein Ergebnis der aktuellen Studie „Challenges of Europe“ des GfK Vereins, der die Bürger Europas jährlich nach den dringend zu lösenden Aufgaben in ihrem Land befragt.

Sorge um Arbeitslosigkeit auf historischem Tiefstand
Nürnberg, 23. Juli 2013 (gfk) – Die Arbeitslosigkeit bleibt das Top-Sorgenthema, jedoch ist aktuell nur noch knapp ein Drittel der Bundesbürger wegen der Lage auf dem Arbeitsmarkt besorgt. Damit wird das Ergebnis aus dem Vorjahr um zwei Prozentpunkte unterboten. Das ist der geringste Wert seit Beginn der gesamtdeutschen Erhebungen im Jahr 1990. „Diese Zahlen spiegeln die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt wider. Zuletzt war der niedrigste Arbeitslosenstand seit der Wiedervereinigung zu vermelden“, sagt Ronald Frank, Studienleiter des GfK Vereins. Deutschland sei zudem das einzige Land in Europa, in dem sich trotz Wirtschaftskrise die Zahl der Erwerbslosen spürbar verringert hat.

Ein deutlicher Unterschied besteht bei diesem Thema zwischen Ost und West: In beiden Teilen Deutschlands steht die Arbeitslosigkeit an der Spitze der Sorgenskala. Während sich jedoch in den alten Ländern nur noch 28 Prozent um den Arbeitsmarkt sorgen, sind es im Osten 44 Prozent. Und auch hinsichtlich des Themas Inflation, das auf Rang zwei steht, sind die Bürger in den neuen Ländern mit 38 Prozent wesentlich stärker beunruhigt als im Westen mit 26 Prozent.

Die anhaltende Finanz- und Schuldenkrise sorgt dafür, dass die Inflationssorgen in Deutschland insgesamt wieder etwas an Boden gewinnen. Binnen Jahresfrist ist der Anteil der Besorgten um drei Prozentpunkte auf 29 Prozent gestiegen. Damit kann Rang zwei im Sorgenranking gefestigt werden. Dies liegt auch daran, dass der bislang härteste Verfolger – die Sorge um die wirtschaftliche Stabilität – von 24 auf 16 Prozent zurückgeht.

Sorge um Bildungspolitik wächst
Den größten Sprung im Sorgenranking der Deutschen vollzieht in diesem Jahr die Bildungspolitik mit einem Plus von vier Prozentpunkten. Sie rückt damit von Rang sieben auf drei vor. Unter anderem dürfte die Veröffentlichung des Bildungsberichtes 2012 dafür sorgen, dass die Brisanz der Diskussion weiter zunimmt. Einen Zuwachs verzeichnen auch die Themen Staatsfinanzen und Kriminalität mit 10 respektive 8 Prozent. Sie steigen damit in diesem Jahr in die Top 10 auf.

Auch in Europa bleibt Beschäftigung die Sorge Nr. 1
Die Studie wurde in zehn weiteren europäischen Ländern durchgeführt, außerdem wurde in diesem Jahr Irland zusätzlich in die Erhebung einbezogen. Die durchschnittliche Sorgenanzahl liegt wie im Vorjahr bei 2,0 genannten Problemen. An der Spitze liegen erneut die Deutschen, die im Durchschnitt 2,5 Probleme nennen (2012: 2,6 Probleme). Die sorgenfreieste Nation ist und bleibt – aktuell zusammen mit Irland – Schweden mit 1,2 genannten Herausforderungen (2012: 1,1 Probleme)

Die Arbeitslosigkeit belegt auch europaweit klar die Spitzenposition – mit einem minimalen Rückgang von einem Prozentpunkt im Vergleich zum Vorjahr. In zehn der zwölf untersuchten Länder steht dieses Thema auf Rang eins. Nur in Russland und den Niederlanden dominieren mit Inflation bzw. wirtschaftlicher Stabilität andere Themen das Sorgenranking. In sieben Ländern ist die Sorge über Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich gestiegen. Höchste Dringlichkeit weist die Arbeitslosigkeit mit 72 Prozent in Spanien auf, dicht gefolgt von Frankreich mit 69 Prozent.

Rang zwei nimmt auch in diesem Jahr die Sorge um die Inflation ein. Jeder fünfte Europäer ist beunruhigt, was einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Besonders in Russland mit 31 sowie in Deutschland mit 29 Prozent sorgen sich die Bürger um die Stabilität ihrer Währung. Am stärksten verringerten sich die Inflationssorgen in Frankreich, wo der Anteil im Jahresvergleich um 13 Prozentpunkte auf 21 Prozent gesunken ist, sowie in Belgien mit einem Minus von 9 Prozentpunkten auf 13 Prozent.

Neu in den europäischen Top 10 ist in diesem Jahr das Thema Korruption, das mit 7 Prozent auf Rang 9 zu finden ist. Verantwortlich ist vor allem Spanien: Der Anteil der wegen Korruption Beunruhigten ist hier binnen Jahresfrist explosionsartig von 4 auf 27 Prozent gestiegen. Die Korruptionsaffäre, in die die spanische Regierungspartei um Premier Rajoy verwickelt ist, scheint große Teile der Bevölkerung zu erschüttern.

Keltischer Tiger in der Krise
Vor dem Hintergrund der anhaltenden Finanz- und Wirtschaftskrise wurde in diesem Jahr Irland in die Erhebung einbezogen. Wegen fehlender Vergleichbarkeit zu den Ergebnissen aus den Vorjahren wurde Irland jedoch nicht in die gesamteuropäische Berechnung integriert.

Kaum ein Land des Euroraumes wurde so schwer von der Banken- und Staatsschuldenkrise getroffen wie Irland. So sehen rund zwei Drittel der Iren Handlungsbedarf bei Themen, die direkt mit der Wirtschaftskrise zusammenhängen. Die Hauptsorgen drehen sich um Arbeitsmarktthemen: Jeder Vierte gibt an, dass mehr für Sicherung und Aufbau der Beschäftigung getan werden müsse, weitere 20 Prozent der irischen Bevölkerung zeigen sich beunruhigt wegen der Arbeitslosigkeit. Dies ist nicht verwunderlich, denn die Arbeitslosigkeit hat sich nach Angaben der OECD auf der Insel von 2005 bis 2012 mehr als verdreifacht und liegt nun bei 14,2 Prozent.

Auf Platz drei des Rankings liegt in Irland die Sorge um die wirtschaftliche Entwicklung, die von 18 Prozent der Iren geäußert wird. Im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise rutschte der einstige keltische Tiger 2008 in eine Rezession, die bis 2010 anhielt. Für dieses und kommendes Jahr prognostiziert Eurostat jedoch wieder positive Wachstumsraten.

Zur Studie
Diese Ergebnisse sind ein Auszug aus der GfK-Studie „Challenges of Europe 2013“ und basieren auf rund 13.300 Verbraucherinterviews, die im Auftrag des GfK Vereins im Februar 2013 in Deutschland, Italien, Frankreich, Polen, Österreich, Großbritannien, Belgien, Russland, Spanien, den Niederlanden, Schweden und zusätzlich in Irland durchgeführt wurden.

Grundlage der Untersuchung ist folgende offene Frage, die jedes Jahr unverändert gestellt wird: „Welches sind Ihrer Meinung nach die dringendsten Aufgaben, die heute in [jeweiliges Land] zu lösen sind?“ Die Befragten erhalten keinerlei beschränkende Vorgaben für ihre Antworten, Mehrfachnennungen sind möglich.

Im Forum zu Arbeitslosigkeit

17 Kommentare

Vereinsamung wegen Arbeitslosigkeit?

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 23.09.2019: Das ist die typisch deutsche (Un-)Kultur. Jeder für sich. Eigenbrötler. Leb mal ein Jahr im Süden und du meinst, dass du in D bisher das ganze Leben verpasst has ...

13 Kommentare

Was macht die Regierung für die Absolventen?

WiWi Gast

Heult mal nicht so rum! Was hier steht kann man ja keinem zeigen. Nehmt Euer Leben (selber) in die Hand und passt Euch an Eure Umwelt an. Wenn Ihr der Meinung seid, Ihr werdet ungerecht behandelt und ...

28 Kommentare

Arbeitslos...und jetzt??

WiWi Gast

Als erstes wirst du beim Vorstellungsgespräch, so denn eines kommt, die Kündigung nach so kurzer Zeit erkären müssen. Wäre vielleicht besser diesen 1 Monat erst gar nicht im Lebenslauf zu erwähnen. ...

16 Kommentare

gehalt nach langer Arbeitslosigkeit

WiWi Gast

p.a. = per annum = pro jahr

27 Kommentare

Was tun nach 6 Monaten Arbeitslosigkeit?

WiWi Gast

Tja wenn du Geld verdienen möchest vergiss die Touristik. Ich selber Hochschulabslovent verdiene bei einem RV 26 000 brutto,finge bald bei einem anderen an, da werde ich kanapp 30 000 kriegen.Überstu ...

37 Kommentare

Arbeitslosigkeit unter Hochqualifizierte

WiWi Gast

an den letzten Kollegen. Habe momentan, zwar nur einen zweitklassigen Job, aber stehe nicht mehr so unter Druck wie nach Ende meines Studiums. Ich suche zwar noch, kann es aber lockerer angehen lassen ...

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema Arbeitslosigkeit

Weiteres zum Thema Jobwechsel & Kündigung

Bildmaterial zum Headhunter of the Year-Award 2016

Headhunter of the Year 2016 – die Gewinner sind gekürt

Der „Headhunter oft the Year“-Award 2016 ist vergeben. Der Preis wurde verliehen in den Kategorien Best Newcomer, Recruiting Innovation, Best eBrand, Candidate Experience und Executive Search. Die Headhunter des Jahres sind: Pape Consulting Group AG, Dr. Terhalle & Nagel Personalberatung GmbH, MANNROTH GmbH & Co. KG, Dwight Cribb Personalberatung GmbH, Pentagon AG.

Bildmaterial zum Headhunter of the Year-Award 2016

Headhunter of the Year 2016 – Nominierte stehen fest

32 nominierte Unternehmen aus der Personalberatungsbranche haben es in die Endauswahl geschafft und hoffen am 2. Juni auf den Preis „Headhunter of the Year 2016“. Der Preis „Headhunter of the Year“ wird in den Kategorien Candidate Experience, Executive Search, Recruiting Innovation, Best eBrand und Best Newcomer vom Karrieredienst Experteer vergeben. Insgesamt haben sich 88 Unternehmen beworben.

Ein Arbeitsplatz mit Laptop, einer Kaffeetasse, zwei Stiften und zerknüllten Zetteln.

Personalberatung in Deutschland 2014/2015 - Führungskräfte mit IT-Know-how heiß begehrt

Der Branchenumsatz der Personalberatung stieg in Deutschland im Jahr 2014 um 5,7 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Die Prognose für 2015 liegt bei 6,2 Prozent. Heiß begehrt sind Fach- und Führungskräfte mit Know-how in Digitaler Transformation. Jobsuchmaschinen, Expertenplattformen und Social-Media-Kanälen wie Xing oder Linkedin verändern die Branche.

Ein Anschluß für Starkstrom mit einer roten Abdeckung sowie 3 blau abgedeckte Stromdosen.

BDU-Marktstudie: Personalberatung in Deutschland 2013/2014 - Starker Stellenmarkt

Der Branchenumsatz der Personalberatung in Deutschland stieg 2013 verhalten um 3,2 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Die Top-Manager identifizieren sich immer weniger mit ihren Unternehmen. Dies sind Ergebnisse der Marktstudie „Personalberatung in Deutschland 2012/2013“ vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberater.

Ein grünes Schild mit sechs weißen Männchen.

Führungskräfte bringt der Headhunter, nicht das Arbeitsamt

Bei der Rekrutierung von Führungskräften in mittelgroßen Unternehmen unterscheiden sich Ost- und Westdeutschland immer noch deutlich. Das ergab eine vom Land Thüringen geförderte Studie der Friedrich-Schiller-Universität Jena zur Personalpolitik.

Ein Briefkasten an einer Hauswand mit einem symbolische Brief im Milchglas und einer Zeitungsröhre.

Personalverantwortliche mit Headhuntern häufig unzufrieden

IT-Manager und Personalverantwortliche in Unternehmen stellen Headhuntern kein gutes Zeugnis aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der IT-Wochenzeitung COMPUTERWOCHE.

Der Blick in ein Treppenhaus durch eine Fensterwand.

Entscheidungskriterien beim Jobwechsel

Die Personalberatung Neumann International hat im Rahmen einer Studie in Deutschland und Osteuropa untersucht, worauf Kandidaten bei ihrer beruflichen Neuorientierung tatsächlich Wert legen.

Beliebtes zum Thema Karriere

Führungseigenschaften: Kompass mit Deutschlandfahne und Manager.

Weltspitze: Deutsche Top-Manager am zukunftsfähigsten

Die Mehrheit von Investoren bewertet deutsche Top-Manager als geeignet, die Probleme der Zukunft zu lösen. In keinem anderen Land ist das Vertrauen der Investoren in die Führungskräfte größer. In China dagegen glauben 82 Prozent der Investoren nicht an die Zukunftsfähigkeit der Manager. In den USA bezweifeln dies immerhin 70 Prozent, so das Ergebnis einer Management-Studie der Personalberatung Korn-Ferry.

CFA-Prüfung zum Chartered Financial Analyst

Chartered Financial Analyst: Rekord von über 250.000 CFA-Prüfungen

Die Nachfrage nach der Chartered Financial Analyst (CFA) Qualifikation erreicht im Juni 2019 einen neuen Höchststand. Die Zahl der weltweiten Anmeldungen zu CFA-Prüfungen stieg im Vorjahresvergleich um 11 Prozent, gibt CFA Institute, der führende globale Berufsverband für die Investmentbranche bekannt. Besonders in den Schwellenländern wächst das Interesse an der Weiterbildung für Vermögensverwalter, Portfoliomanager, professionelle Investor und Finanzanalysten.

Drei Absolventenhüte symbolisieren die geplanten neuen Berufsabschlüsse Berufsspezialist, Berufsbachelor und Berufsmaster.

BBiG-Novelle 2020: Berufsbachelor und Berufsmaster gepant

Das Bundesbildungsministerium plant das Berufsbildungsgesetz (BBiG) mit Wirkung zum Jahr 2020 anzupassen. Ziel ist es, dadurch die Berufsausbildung zu stärken. Kern der BBiG-Novelle sind die drei neuen Berufsabschlüsse "Berufsspezialist", "Berufsbachelor" und "Berufsmaster". Die Hochschulrektorenkonferenz warnt vor einer Verwechslungsgefahr mit Hochschulabschlüssen.

Karriere zum DAX-CEO: Eine junger Manager im Anzug läuft eine lange Treppe hoch.

Fast jeder zweite DAX-Chef ist Wirtschaftswissenschaftler

Die Wirtschaftswissenschaftler dominieren das Topmanagement der DAX-Unternehmen. 56 Prozent der Vorstände in MDAX-Unternehmen und 47 Prozent der Vorstände im DAX und SDAX sind Wirtschaftswissenschaftler. Von den CEOs der TecDAX-Unternehmen hat dagegen lediglich jeder dritte Wirtschaftswissenschaften studiert. Jeder fünfte Vorstandschef, der erstmals ein Unternehmen führte, war zuvor Finanzvorstand. Die CEOs waren vorher am häufigsten Unternehmensberater, wie die Lebensläufe von 170 DAX-Vorständen laut dem "Headhunter" Korn Ferry zeigen.

Jobzufriedenheit: Eine weibliche Führungskraft lacht beim Telefonieren.

Jobzufriedenheit von Führungskräften am höchsten

Führungskräfte sind häufig sehr glücklich in ihrem Job. 41,7 Prozent der Führungskräfte bezeichnen sich als "sehr zufrieden" mit ihrer Arbeit. Akademikerinnen und Akademiker sind mit 39,5 Prozent generell überdurchschnittlich zufrieden im Job. Jeder dritte Erwerbstätige ist laut Statistischem Bundesamt in Deutschland mit seiner Tätigkeit "sehr zufrieden".

Das Bild zeigt passend zur Manpower-Studie "Karriereziele" einen Kompass und das Wort "Karriere"

Karriereziele 2018: Jeder Zweite wünscht sich mehr Gehalt

Aktuell machen die Deutschen ihren Job vorwiegend wegen des Geldes. Mehr Gehalt ist entsprechend der zentrale Karrierewunsch von jedem Zweiten für 2018. Wie wichtig es ist, Kenntnisse rund um die Digitalisierung aufzubauen, haben nur wenige Arbeitnehmer erkannt. 18 Prozent der Deutschen sind karrieremüde und möchten weniger arbeiten. Zu diesen Ergebnissen kommt die Manpower-Studie „Karriereziele 2018“.

Lernstress: Buchcover "Kein Stress mit dem Stress"

Broschüre: Kein Stress mit dem Stress

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales unterstützt Betriebe im Rahmen des Projekts „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt“ mit Informationen und Handlungshilfen. Neu im Angebot ist der Sammelordner „Kein Stress mit dem Stress – Lösungen und Tipps für Führungskräfte und Unternehmen“.