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Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

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WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 28.01.2022:

Was mir bei dem Thema vor allem negativ auffällt (neben den ganzen Gehalts- und Statusdiskussionen die ich auch Teile), ist dass zumindest mein Arbeitgeber sich nicht mehr festlegen will und die Entscheidung über Karriere immer weiter nach hinten schiebt. Und ich habe ähnliches von Kommilitonen bei anderen Firmen gehört.

Ich bin bei einem DAX-Konzern, bin mit einem sehr guten Studium eingestiegen und es läuft auch intern sehr gut. Ich bekomme sehr gute Bewertungen, werde als High Potential geführt und bin in einem internen Förderprogramm. Mein Mentor war vor 18 Jahren am gleichen Punkt. Damals hieß das, dass er noch ein Assessmentcenter durchlaufen hat und nach erfolgreichem Absolvieren dieses ACs feststand, dass er zum Abteilungsleiter entwickelt wird. Das war natürlich auch kein Selbstläufer, aber man wurde mit einem Fokus auf die persönliche Entwicklung auf ca. 2 bis 4 Positionen gesetzt um danach dann die erste Abteilung zu übernehmen. Natürlich nur wenn man die in einen gesetzten Erwartungen erfüllte, aber das schafften ca. 90 %, die Leute wurden ja aufwendig ausgewählt.

Das alles gibt es für mich so nicht mehr. Ich bekomme zwar ein paar Schulungen und Coachings, aber darüber hinaus keinerlei Zusage oder ähnliches. Im Endeffekt heißt es nur noch, dass man mir zutraut AL zu werden, aber nicht, dass ich gezielt dahin entwickelt werde.
Ich muss mich ganz normal auf Stellen bewerben und werde nicht mehr mit dem Entwicklungsfokus einfach drauf gesetzt. Und es ist auch nicht mehr so, dass ich quasi nur dann nicht AL werde wenn ich die Erwartungen in mich nicht erfülle, sondern dass ich um jede Stufe auf dem Weg dahin kämpfen muss. Ich hätte das vorher selbst nicht gedacht, aber das macht psychisch einen riesen Unterschied.

Viel dieser Entwicklung kommt glaube ich daher, dass die Firma eine panische Angst davor hat, dass sich irgendjemand unfair behandelt oder diskriminiert fühlen könnte. Gerade weil diese Entwicklungspfade eben auch hießen, dass man für die persönliche Entwicklung auf eine Stelle gesetzt wurde, für die man vielleicht nicht die beste Wahl war, die aber wichtig war um zu lernen. Mein Mentor wurde bspw. Key Account Manager, obwohl er vorher nie Kundenkontakt hatte und es sicherlich junior Key Accounter gab, die besser geeignet gewesen wären. Aber er sollte halt Erfahrung im Kundenkontakt sammeln.

Dadurch dass man das nicht mehr macht, lässt man jetzt viel mehr Leute im Glauben, sie könnten es bis zum Abteilungsleiter schaffen, obwohl es eigentlich viel weniger Stellen gibt als früher. Ob das so sinnvoll ist weiß ich nicht. Erstmal motiviert man mit der Aussicht vielleicht ein paar mehr, wenn man dann aber realisiert dass es trotz der Anstrengung nicht klappen wird, frustriert man glaube ich noch stärker. Also zumindest bei mir sehe ich die Gefahr einer innerlichen Kündigung oder Dienst nach Vorschrift viel höher, wenn man mich 10, 15 Jahre lang einer Karotte (AL) hinterherlaufen lässt und sie mir dann wegzieht, als wenn man mir recht früh gesagt hätte, dass ich diese Karotte wohl nicht kriegen werde, und meine Karotte der Teamleiter oder Gruppenleiter oder was auch immer ist. Geplatzt Träume demotivieren mehr als nie geträumte Träume.

15 Jahre auf ne AL Stelle warten? 2-4 Positionen bevor man erste Führungsverantwortung bekommt?

Wenn du mit 25 im Beruf einsteigst (Master / Diplom), bist du 15 Jahre später 40.
Wenn du da nicht bereits AL bist, wirst du das zu 99.99% im Leben nicht mehr.

Sieh dir doch mal die Führungsriege in deinem Unternehmen an. Sind die Vorstände und Top Level Management Leute Mitte 40, Mitte 50 oder Mitte 60?
Mit Mitte 60 bzw. 65 erreichst du bei fast allen Top Konzernen die Altersgrenze für Vorstände! Der durchschnittliche Vorstand im DAX ist ca. 53.
Wenn aber erst mit Mitte 40 AL wirst, wie willst du 13 Jahre später auf einem Vorstandsposten sitzen?
Also bei meinem Konzern (DAX30, ~300k MA, 90 Mrd. Umsatz) sind es vom AL (in meinem Fall 150 Headcount, darunter 3 Gruppenleiter, darunter nochmal ~15 Teamleiter) noch 6 Stufen bis zum Vorstand, 7 zum CEO.

Wenn man Karriere machen will, und das ist für mich bei einem DAX30/40 ab der Stufe Werksleiter, BU Leiter oder zumindest Global Head of xy oder höher, dann wartet man nicht dass man mit 40 seine erste Führungsposition bekommt.
Da heißt es mit Ende 20 mind. Teamleiter, mit Anfang 30 Gruppenleiter, Mitte, aller spätestens Ende 30 Abteilungsleiter. Aber besser noch schon mit Anfang 30.

Wenn du bis 40 keine Führungsverantwortung hattest, wird keiner auf die Idee kommen zu sagen "Ah, der Herr Müller hat mal vor 15 Jahren ein AC gemacht und als Absolvent als Hipo eingestuft, dem geben wir jetzt mal die Leitung der HR/Marketing/Finance/R&D etc pp Abteilung". Da bleibst du Sachbearbeiter, ganz einfach.

Wenn du diese Zusammenhänge nicht erkennst, dann fehlt dir ohnehin der strategische Blick fürs Management und du wirst eh keine (Führungs-)Karriere machen.

Wie gesagt, schau dir die Führungskräfte in deinem Konzern an. Die sind sicher nicht alle 40+, sondern mit Sicherheit sind bis zu 50% der FK unter 40 und einige unter 30.
Auch einfach aus dem Grund, weil die unterer FK Ebenen breiter aufgestellt sind, ins Top Management wirds ja dann eng, Pyramide und so. Und viele AL / BU Leiter etc verlassen die Konzerne dann manchmal um dann einen Top Posten (z. B. GF oder CEO) bei einem Mittelständler oder anzutreten.

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WiWi Gast

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WiWi Gast schrieb am 28.01.2022:

Was mir bei dem Thema vor allem negativ auffällt (neben den ganzen Gehalts- und Statusdiskussionen die ich auch Teile), ist dass zumindest mein Arbeitgeber sich nicht mehr festlegen will und die Entscheidung über Karriere immer weiter nach hinten schiebt. Und ich habe ähnliches von Kommilitonen bei anderen Firmen gehört.

Ich bin bei einem DAX-Konzern, bin mit einem sehr guten Studium eingestiegen und es läuft auch intern sehr gut. Ich bekomme sehr gute Bewertungen, werde als High Potential geführt und bin in einem internen Förderprogramm. Mein Mentor war vor 18 Jahren am gleichen Punkt. Damals hieß das, dass er noch ein Assessmentcenter durchlaufen hat und nach erfolgreichem Absolvieren dieses ACs feststand, dass er zum Abteilungsleiter entwickelt wird. Das war natürlich auch kein Selbstläufer, aber man wurde mit einem Fokus auf die persönliche Entwicklung auf ca. 2 bis 4 Positionen gesetzt um danach dann die erste Abteilung zu übernehmen. Natürlich nur wenn man die in einen gesetzten Erwartungen erfüllte, aber das schafften ca. 90 %, die Leute wurden ja aufwendig ausgewählt.

Das alles gibt es für mich so nicht mehr. Ich bekomme zwar ein paar Schulungen und Coachings, aber darüber hinaus keinerlei Zusage oder ähnliches. Im Endeffekt heißt es nur noch, dass man mir zutraut AL zu werden, aber nicht, dass ich gezielt dahin entwickelt werde.
Ich muss mich ganz normal auf Stellen bewerben und werde nicht mehr mit dem Entwicklungsfokus einfach drauf gesetzt. Und es ist auch nicht mehr so, dass ich quasi nur dann nicht AL werde wenn ich die Erwartungen in mich nicht erfülle, sondern dass ich um jede Stufe auf dem Weg dahin kämpfen muss. Ich hätte das vorher selbst nicht gedacht, aber das macht psychisch einen riesen Unterschied.

Viel dieser Entwicklung kommt glaube ich daher, dass die Firma eine panische Angst davor hat, dass sich irgendjemand unfair behandelt oder diskriminiert fühlen könnte. Gerade weil diese Entwicklungspfade eben auch hießen, dass man für die persönliche Entwicklung auf eine Stelle gesetzt wurde, für die man vielleicht nicht die beste Wahl war, die aber wichtig war um zu lernen. Mein Mentor wurde bspw. Key Account Manager, obwohl er vorher nie Kundenkontakt hatte und es sicherlich junior Key Accounter gab, die besser geeignet gewesen wären. Aber er sollte halt Erfahrung im Kundenkontakt sammeln.

Dadurch dass man das nicht mehr macht, lässt man jetzt viel mehr Leute im Glauben, sie könnten es bis zum Abteilungsleiter schaffen, obwohl es eigentlich viel weniger Stellen gibt als früher. Ob das so sinnvoll ist weiß ich nicht. Erstmal motiviert man mit der Aussicht vielleicht ein paar mehr, wenn man dann aber realisiert dass es trotz der Anstrengung nicht klappen wird, frustriert man glaube ich noch stärker. Also zumindest bei mir sehe ich die Gefahr einer innerlichen Kündigung oder Dienst nach Vorschrift viel höher, wenn man mich 10, 15 Jahre lang einer Karotte (AL) hinterherlaufen lässt und sie mir dann wegzieht, als wenn man mir recht früh gesagt hätte, dass ich diese Karotte wohl nicht kriegen werde, und meine Karotte der Teamleiter oder Gruppenleiter oder was auch immer ist. Geplatzt Träume demotivieren mehr als nie geträumte Träume.

Früher war das halt so: Führungskraft findet jungen HiPo und zieht den komplett nach oben. Bis zu einem gewissen Level war das für ihn eigenverwantwortlich möglich und ab einem gewissen Level hat dann das eigene Netzwerk übernommen. Ist natürlich bequem, aber für die Firma öffnet das Tür und Tor für Spezlwirtschaft und rein emotionsbasierte Entscheidungen. Man will schließlich den Besten befördern und nicht den, der sich mit der FK am besten versteht. Zumal da dann auch gewisse Effekte wie "old boys club" mit reinspielen, was eben heutzutage vermieden werden soll. Daher jetzt der ganze Bullshit mit AC, x-tausend Bewertungen und Rotationen durch fremde Abteilungen. Für die allgemeine Belegschaft ist das deutlich fairer, aber für den einzelnen Kandidaten ist es halt ne Ochsentour.

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WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 28.01.2022:

Was mir bei dem Thema vor allem negativ auffällt (neben den ganzen Gehalts- und Statusdiskussionen die ich auch Teile), ist dass zumindest mein Arbeitgeber sich nicht mehr festlegen will und die Entscheidung über Karriere immer weiter nach hinten schiebt. Und ich habe ähnliches von Kommilitonen bei anderen Firmen gehört.

Ich bin bei einem DAX-Konzern, bin mit einem sehr guten Studium eingestiegen und es läuft auch intern sehr gut. Ich bekomme sehr gute Bewertungen, werde als High Potential geführt und bin in einem internen Förderprogramm. Mein Mentor war vor 18 Jahren am gleichen Punkt. Damals hieß das, dass er noch ein Assessmentcenter durchlaufen hat und nach erfolgreichem Absolvieren dieses ACs feststand, dass er zum Abteilungsleiter entwickelt wird. Das war natürlich auch kein Selbstläufer, aber man wurde mit einem Fokus auf die persönliche Entwicklung auf ca. 2 bis 4 Positionen gesetzt um danach dann die erste Abteilung zu übernehmen. Natürlich nur wenn man die in einen gesetzten Erwartungen erfüllte, aber das schafften ca. 90 %, die Leute wurden ja aufwendig ausgewählt.

Das alles gibt es für mich so nicht mehr. Ich bekomme zwar ein paar Schulungen und Coachings, aber darüber hinaus keinerlei Zusage oder ähnliches. Im Endeffekt heißt es nur noch, dass man mir zutraut AL zu werden, aber nicht, dass ich gezielt dahin entwickelt werde.
Ich muss mich ganz normal auf Stellen bewerben und werde nicht mehr mit dem Entwicklungsfokus einfach drauf gesetzt. Und es ist auch nicht mehr so, dass ich quasi nur dann nicht AL werde wenn ich die Erwartungen in mich nicht erfülle, sondern dass ich um jede Stufe auf dem Weg dahin kämpfen muss. Ich hätte das vorher selbst nicht gedacht, aber das macht psychisch einen riesen Unterschied.

Viel dieser Entwicklung kommt glaube ich daher, dass die Firma eine panische Angst davor hat, dass sich irgendjemand unfair behandelt oder diskriminiert fühlen könnte. Gerade weil diese Entwicklungspfade eben auch hießen, dass man für die persönliche Entwicklung auf eine Stelle gesetzt wurde, für die man vielleicht nicht die beste Wahl war, die aber wichtig war um zu lernen. Mein Mentor wurde bspw. Key Account Manager, obwohl er vorher nie Kundenkontakt hatte und es sicherlich junior Key Accounter gab, die besser geeignet gewesen wären. Aber er sollte halt Erfahrung im Kundenkontakt sammeln.

Dadurch dass man das nicht mehr macht, lässt man jetzt viel mehr Leute im Glauben, sie könnten es bis zum Abteilungsleiter schaffen, obwohl es eigentlich viel weniger Stellen gibt als früher. Ob das so sinnvoll ist weiß ich nicht. Erstmal motiviert man mit der Aussicht vielleicht ein paar mehr, wenn man dann aber realisiert dass es trotz der Anstrengung nicht klappen wird, frustriert man glaube ich noch stärker. Also zumindest bei mir sehe ich die Gefahr einer innerlichen Kündigung oder Dienst nach Vorschrift viel höher, wenn man mich 10, 15 Jahre lang einer Karotte (AL) hinterherlaufen lässt und sie mir dann wegzieht, als wenn man mir recht früh gesagt hätte, dass ich diese Karotte wohl nicht kriegen werde, und meine Karotte der Teamleiter oder Gruppenleiter oder was auch immer ist. Geplatzt Träume demotivieren mehr als nie geträumte Träume.

Die "Kamin-Karriere" ist an den meisten Orten dead. Sprich, man muss sich intern oder extern auf Stellen bewerben, die seinem Wunschprofil entsprechen. Stay & Pray hat ausgedient und man wird höchstens noch ausgebeutet (Stichwort Input-Output beachten). Es ist aber auch so, dass durch flache Hierarchien immer mehr Führungsstellen verschwinden oder zusammengelegt werden. Dadurch ist die Konkurrenz härter geworden bzw. die Change geringer.

Was er beschreibt ist ja gerade keine Kaminkarriere. Eine Kaminkarriere wäre sowas wie Sachbearbeiter im Controlling, Seniorsachbearbeiter im Controlling, Gruppenleiter im Controlling, Abteilungsleiter im Controlling, Leiter Controlling.
Wenn man auf verschiedene Stellen besetzt wird (wie hier Key Account um Kundenkontakt zu lernen), in deren Bereich man vorher nicht war, ist das genau das Gegenteil einer Kaminkarriere.

Ich finde es auch durchaus berechtigt anzukreiden dass die Entwicklung so läuft wie sie läuft. Wenn die Unternehmen High Potentials halten wollen, müssen sie auch Aufstiegschancen und in gewissen Grenzen Planungssicherheit bieten.

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WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

Die Firmen betreiben auch einfach Kostenoptimierung. Man spart Führungskräfte ein mit der Begründung bei flachen Hierarchien weniger zu brauchen weil die einzelnen Mitarbeiter mehr Verantwortung übernehmen. Gleichzeitig lässt man die Gehälter der Mitarbeiter aber nicht über die höhere Verantwortung steigen sondern verkauft es ihnen als Entfaltungsmöglichkeit o.ä. Somit bekommt man die gleiche Leistung für weniger Geld.

Genauso lesen sich doch auch die meisten Stellenausschreibungen. Die Kandidaten sollen intrinsisch motiviert sein, sich einbringen und etwas bewegen wollen. Auf deutsch: Sie sollen den Job von sich aus machen wollen und weniger Wert auf die Bezahlung legen.

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WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

der status hat brutal abgenommen. Teure Anzüge, Sekretärinnen, schöne Einzelbüros, große Feiern etc. gibt es in dem Ausmaß alles nicht mehr. Der Dienstwagen ist das letzte verbliebene Statussymbol und den gibt es meist eh nur für den außendienst.

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WiWi Gast

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WiWi Gast schrieb am 28.01.2022:

Was mir bei dem Thema vor allem negativ auffällt (neben den ganzen Gehalts- und Statusdiskussionen die ich auch Teile), ist dass zumindest mein Arbeitgeber sich nicht mehr festlegen will und die Entscheidung über Karriere immer weiter nach hinten schiebt. Und ich habe ähnliches von Kommilitonen bei anderen Firmen gehört.

Ich bin bei einem DAX-Konzern, bin mit einem sehr guten Studium eingestiegen und es läuft auch intern sehr gut. Ich bekomme sehr gute Bewertungen, werde als High Potential geführt und bin in einem internen Förderprogramm. Mein Mentor war vor 18 Jahren am gleichen Punkt. Damals hieß das, dass er noch ein Assessmentcenter durchlaufen hat und nach erfolgreichem Absolvieren dieses ACs feststand, dass er zum Abteilungsleiter entwickelt wird. Das war natürlich auch kein Selbstläufer, aber man wurde mit einem Fokus auf die persönliche Entwicklung auf ca. 2 bis 4 Positionen gesetzt um danach dann die erste Abteilung zu übernehmen. Natürlich nur wenn man die in einen gesetzten Erwartungen erfüllte, aber das schafften ca. 90 %, die Leute wurden ja aufwendig ausgewählt.

Das alles gibt es für mich so nicht mehr. Ich bekomme zwar ein paar Schulungen und Coachings, aber darüber hinaus keinerlei Zusage oder ähnliches. Im Endeffekt heißt es nur noch, dass man mir zutraut AL zu werden, aber nicht, dass ich gezielt dahin entwickelt werde.
Ich muss mich ganz normal auf Stellen bewerben und werde nicht mehr mit dem Entwicklungsfokus einfach drauf gesetzt. Und es ist auch nicht mehr so, dass ich quasi nur dann nicht AL werde wenn ich die Erwartungen in mich nicht erfülle, sondern dass ich um jede Stufe auf dem Weg dahin kämpfen muss. Ich hätte das vorher selbst nicht gedacht, aber das macht psychisch einen riesen Unterschied.

Viel dieser Entwicklung kommt glaube ich daher, dass die Firma eine panische Angst davor hat, dass sich irgendjemand unfair behandelt oder diskriminiert fühlen könnte. Gerade weil diese Entwicklungspfade eben auch hießen, dass man für die persönliche Entwicklung auf eine Stelle gesetzt wurde, für die man vielleicht nicht die beste Wahl war, die aber wichtig war um zu lernen. Mein Mentor wurde bspw. Key Account Manager, obwohl er vorher nie Kundenkontakt hatte und es sicherlich junior Key Accounter gab, die besser geeignet gewesen wären. Aber er sollte halt Erfahrung im Kundenkontakt sammeln.

Dadurch dass man das nicht mehr macht, lässt man jetzt viel mehr Leute im Glauben, sie könnten es bis zum Abteilungsleiter schaffen, obwohl es eigentlich viel weniger Stellen gibt als früher. Ob das so sinnvoll ist weiß ich nicht. Erstmal motiviert man mit der Aussicht vielleicht ein paar mehr, wenn man dann aber realisiert dass es trotz der Anstrengung nicht klappen wird, frustriert man glaube ich noch stärker. Also zumindest bei mir sehe ich die Gefahr einer innerlichen Kündigung oder Dienst nach Vorschrift viel höher, wenn man mich 10, 15 Jahre lang einer Karotte (AL) hinterherlaufen lässt und sie mir dann wegzieht, als wenn man mir recht früh gesagt hätte, dass ich diese Karotte wohl nicht kriegen werde, und meine Karotte der Teamleiter oder Gruppenleiter oder was auch immer ist. Geplatzt Träume demotivieren mehr als nie geträumte Träume.

Früher war das halt so: Führungskraft findet jungen HiPo und zieht den komplett nach oben. Bis zu einem gewissen Level war das für ihn eigenverwantwortlich möglich und ab einem gewissen Level hat dann das eigene Netzwerk übernommen. Ist natürlich bequem, aber für die Firma öffnet das Tür und Tor für Spezlwirtschaft und rein emotionsbasierte Entscheidungen. Man will schließlich den Besten befördern und nicht den, der sich mit der FK am besten versteht. Zumal da dann auch gewisse Effekte wie "old boys club" mit reinspielen, was eben heutzutage vermieden werden soll. Daher jetzt der ganze Bullshit mit AC, x-tausend Bewertungen und Rotationen durch fremde Abteilungen. Für die allgemeine Belegschaft ist das deutlich fairer, aber für den einzelnen Kandidaten ist es halt ne Ochsentour.

Ich finde frühe Auswahl und objektive Kriterien widersprechen sich nicht unbedingt. Er hat sich ja nicht über die Kriterien oder ein AC beschwert, sondern dass man sich nicht festlegt.

Ich finde es gut, dass sowas nicht mehr von einem Manager entschieden wird. Aber man kann es ja über Gremien und ACs machen und den Leuten dann trotzdem einen Entwicklungspfad wie früher geben.

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WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 28.01.2022:

Was mir bei dem Thema vor allem negativ auffällt (neben den ganzen Gehalts- und Statusdiskussionen die ich auch Teile), ist dass zumindest mein Arbeitgeber sich nicht mehr festlegen will und die Entscheidung über Karriere immer weiter nach hinten schiebt. Und ich habe ähnliches von Kommilitonen bei anderen Firmen gehört.

Ich bin bei einem DAX-Konzern, bin mit einem sehr guten Studium eingestiegen und es läuft auch intern sehr gut. Ich bekomme sehr gute Bewertungen, werde als High Potential geführt und bin in einem internen Förderprogramm. Mein Mentor war vor 18 Jahren am gleichen Punkt. Damals hieß das, dass er noch ein Assessmentcenter durchlaufen hat und nach erfolgreichem Absolvieren dieses ACs feststand, dass er zum Abteilungsleiter entwickelt wird. Das war natürlich auch kein Selbstläufer, aber man wurde mit einem Fokus auf die persönliche Entwicklung auf ca. 2 bis 4 Positionen gesetzt um danach dann die erste Abteilung zu übernehmen. Natürlich nur wenn man die in einen gesetzten Erwartungen erfüllte, aber das schafften ca. 90 %, die Leute wurden ja aufwendig ausgewählt.

Das alles gibt es für mich so nicht mehr. Ich bekomme zwar ein paar Schulungen und Coachings, aber darüber hinaus keinerlei Zusage oder ähnliches. Im Endeffekt heißt es nur noch, dass man mir zutraut AL zu werden, aber nicht, dass ich gezielt dahin entwickelt werde.
Ich muss mich ganz normal auf Stellen bewerben und werde nicht mehr mit dem Entwicklungsfokus einfach drauf gesetzt. Und es ist auch nicht mehr so, dass ich quasi nur dann nicht AL werde wenn ich die Erwartungen in mich nicht erfülle, sondern dass ich um jede Stufe auf dem Weg dahin kämpfen muss. Ich hätte das vorher selbst nicht gedacht, aber das macht psychisch einen riesen Unterschied.

Viel dieser Entwicklung kommt glaube ich daher, dass die Firma eine panische Angst davor hat, dass sich irgendjemand unfair behandelt oder diskriminiert fühlen könnte. Gerade weil diese Entwicklungspfade eben auch hießen, dass man für die persönliche Entwicklung auf eine Stelle gesetzt wurde, für die man vielleicht nicht die beste Wahl war, die aber wichtig war um zu lernen. Mein Mentor wurde bspw. Key Account Manager, obwohl er vorher nie Kundenkontakt hatte und es sicherlich junior Key Accounter gab, die besser geeignet gewesen wären. Aber er sollte halt Erfahrung im Kundenkontakt sammeln.

Dadurch dass man das nicht mehr macht, lässt man jetzt viel mehr Leute im Glauben, sie könnten es bis zum Abteilungsleiter schaffen, obwohl es eigentlich viel weniger Stellen gibt als früher. Ob das so sinnvoll ist weiß ich nicht. Erstmal motiviert man mit der Aussicht vielleicht ein paar mehr, wenn man dann aber realisiert dass es trotz der Anstrengung nicht klappen wird, frustriert man glaube ich noch stärker. Also zumindest bei mir sehe ich die Gefahr einer innerlichen Kündigung oder Dienst nach Vorschrift viel höher, wenn man mich 10, 15 Jahre lang einer Karotte (AL) hinterherlaufen lässt und sie mir dann wegzieht, als wenn man mir recht früh gesagt hätte, dass ich diese Karotte wohl nicht kriegen werde, und meine Karotte der Teamleiter oder Gruppenleiter oder was auch immer ist. Geplatzt Träume demotivieren mehr als nie geträumte Träume.

15 Jahre auf ne AL Stelle warten? 2-4 Positionen bevor man erste Führungsverantwortung bekommt?

Wenn du mit 25 im Beruf einsteigst (Master / Diplom), bist du 15 Jahre später 40.
Wenn du da nicht bereits AL bist, wirst du das zu 99.99% im Leben nicht mehr.

Sieh dir doch mal die Führungsriege in deinem Unternehmen an. Sind die Vorstände und Top Level Management Leute Mitte 40, Mitte 50 oder Mitte 60?
Mit Mitte 60 bzw. 65 erreichst du bei fast allen Top Konzernen die Altersgrenze für Vorstände! Der durchschnittliche Vorstand im DAX ist ca. 53.
Wenn aber erst mit Mitte 40 AL wirst, wie willst du 13 Jahre später auf einem Vorstandsposten sitzen?
Also bei meinem Konzern (DAX30, ~300k MA, 90 Mrd. Umsatz) sind es vom AL (in meinem Fall 150 Headcount, darunter 3 Gruppenleiter, darunter nochmal ~15 Teamleiter) noch 6 Stufen bis zum Vorstand, 7 zum CEO.

Wenn man Karriere machen will, und das ist für mich bei einem DAX30/40 ab der Stufe Werksleiter, BU Leiter oder zumindest Global Head of xy oder höher, dann wartet man nicht dass man mit 40 seine erste Führungsposition bekommt.
Da heißt es mit Ende 20 mind. Teamleiter, mit Anfang 30 Gruppenleiter, Mitte, aller spätestens Ende 30 Abteilungsleiter. Aber besser noch schon mit Anfang 30.

Wenn du bis 40 keine Führungsverantwortung hattest, wird keiner auf die Idee kommen zu sagen "Ah, der Herr Müller hat mal vor 15 Jahren ein AC gemacht und als Absolvent als Hipo eingestuft, dem geben wir jetzt mal die Leitung der HR/Marketing/Finance/R&D etc pp Abteilung". Da bleibst du Sachbearbeiter, ganz einfach.

Wenn du diese Zusammenhänge nicht erkennst, dann fehlt dir ohnehin der strategische Blick fürs Management und du wirst eh keine (Führungs-)Karriere machen.

Wie gesagt, schau dir die Führungskräfte in deinem Konzern an. Die sind sicher nicht alle 40+, sondern mit Sicherheit sind bis zu 50% der FK unter 40 und einige unter 30.
Auch einfach aus dem Grund, weil die unterer FK Ebenen breiter aufgestellt sind, ins Top Management wirds ja dann eng, Pyramide und so. Und viele AL / BU Leiter etc verlassen die Konzerne dann manchmal um dann einen Top Posten (z. B. GF oder CEO) bei einem Mittelständler oder anzutreten.

Hast du den Beitrag überhaupt gelesen? Er schreibt 2 - 4 Stationen zum AL. Das ist sehr realistisch, keiner springt vom Sachbearbeiter zum AL ohne Team- und/oder Gruppenleiter gewesen zu sein.

Auch 10 - 15 Jahre bis zum AL sind realistisch. Das ist Mitte 30 bis Anfang 40. Wenn du es dann nicht zumindest in Aussicht hast, wird es wahrscheinlich auch nichts mehr.

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WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 28.01.2022:

Die Firmen betreiben auch einfach Kostenoptimierung. Man spart Führungskräfte ein mit der Begründung bei flachen Hierarchien weniger zu brauchen weil die einzelnen Mitarbeiter mehr Verantwortung übernehmen. Gleichzeitig lässt man die Gehälter der Mitarbeiter aber nicht über die höhere Verantwortung steigen sondern verkauft es ihnen als Entfaltungsmöglichkeit o.ä. Somit bekommt man die gleiche Leistung für weniger Geld.

Genauso lesen sich doch auch die meisten Stellenausschreibungen. Die Kandidaten sollen intrinsisch motiviert sein, sich einbringen und etwas bewegen wollen. Auf deutsch: Sie sollen den Job von sich aus machen wollen und weniger Wert auf die Bezahlung legen.

Es gibt auch Studien die zeigen, dass die Steigerung des Gehalts durch Jobwechsel abgenommen hat. Bspw. Latzke et al. Journal of Vocational Behavior 2016. Die Führungskräfte werden halt immer mehr als normale Angestellte gesehen und genau so als Kosten optimiert, wenn nicht sogar stärker weil es keine mächtigen Gewerkschaften oder Betriebsräte gibt die sich für sie einsetzen.

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WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 28.01.2022:

der status hat brutal abgenommen. Teure Anzüge, Sekretärinnen, schöne Einzelbüros, große Feiern etc. gibt es in dem Ausmaß alles nicht mehr. Der Dienstwagen ist das letzte verbliebene Statussymbol und den gibt es meist eh nur für den außendienst.

Haben die Unternehmen denn die "teuren Anzüge" abgeschafft?

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WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 28.01.2022:

Die Firmen betreiben auch einfach Kostenoptimierung. Man spart Führungskräfte ein mit der Begründung bei flachen Hierarchien weniger zu brauchen weil die einzelnen Mitarbeiter mehr Verantwortung übernehmen. Gleichzeitig lässt man die Gehälter der Mitarbeiter aber nicht über die höhere Verantwortung steigen sondern verkauft es ihnen als Entfaltungsmöglichkeit o.ä. Somit bekommt man die gleiche Leistung für weniger Geld.

Genauso lesen sich doch auch die meisten Stellenausschreibungen. Die Kandidaten sollen intrinsisch motiviert sein, sich einbringen und etwas bewegen wollen. Auf deutsch: Sie sollen den Job von sich aus machen wollen und weniger Wert auf die Bezahlung legen.

Ja, spätestens nach einigen Jahren BE hat man das Ganze durchschaut und versucht Aufwand-Ertrag zu maximieren, sofern man keine Karriere anstrebt.

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WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 28.01.2022:

der status hat brutal abgenommen. Teure Anzüge, Sekretärinnen, schöne Einzelbüros, große Feiern etc. gibt es in dem Ausmaß alles nicht mehr. Der Dienstwagen ist das letzte verbliebene Statussymbol und den gibt es meist eh nur für den außendienst.

Und da in Zukunft auch weiterhin viel im HO gearbeitet wird, fallen auch andere Benefits weg (Kollegen/Events, Getränke/Snacks, Fitnessraum). Da kann man nur noch höhere Entlöhnung, flexible Arbeitszeiten u.a. anbieten.

antworten
WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 29.01.2022:

der status hat brutal abgenommen. Teure Anzüge, Sekretärinnen, schöne Einzelbüros, große Feiern etc. gibt es in dem Ausmaß alles nicht mehr. Der Dienstwagen ist das letzte verbliebene Statussymbol und den gibt es meist eh nur für den außendienst.

Und da in Zukunft auch weiterhin viel im HO gearbeitet wird, fallen auch andere Benefits weg (Kollegen/Events, Getränke/Snacks, Fitnessraum). Da kann man nur noch höhere Entlöhnung, flexible Arbeitszeiten u.a. anbieten.

Was ich ja traurig finde, ist dass die Arbeitnehmer sich die Benefits einfach so ohne Ausgleich wegnehmen lassen. Aber liegt wahrscheinlich an dem was oben wer geschrieben hat: Führungskräfte haben keine Lobby.

Was da eigentlich passiert sind Gehaltskürzungen gegen die niemand protestiert. Denn Dienstwagen, Firmenessen, große Büros, teure Möbel, hochwertige Trainings, besseres Equipment sind auch Teil der Entlohnung. Aber man lässt sie sich wegnehmen ohne zumindest eine finanzielle Kompensation zu verlangen.

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WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 29.01.2022:

der status hat brutal abgenommen. Teure Anzüge, Sekretärinnen, schöne Einzelbüros, große Feiern etc. gibt es in dem Ausmaß alles nicht mehr. Der Dienstwagen ist das letzte verbliebene Statussymbol und den gibt es meist eh nur für den außendienst.

Und da in Zukunft auch weiterhin viel im HO gearbeitet wird, fallen auch andere Benefits weg (Kollegen/Events, Getränke/Snacks, Fitnessraum). Da kann man nur noch höhere Entlöhnung, flexible Arbeitszeiten u.a. anbieten.

Was ich ja traurig finde, ist dass die Arbeitnehmer sich die Benefits einfach so ohne Ausgleich wegnehmen lassen. Aber liegt wahrscheinlich an dem was oben wer geschrieben hat: Führungskräfte haben keine Lobby.

Was da eigentlich passiert sind Gehaltskürzungen gegen die niemand protestiert. Denn Dienstwagen, Firmenessen, große Büros, teure Möbel, hochwertige Trainings, besseres Equipment sind auch Teil der Entlohnung. Aber man lässt sie sich wegnehmen ohne zumindest eine finanzielle Kompensation zu verlangen.

Achja, jetzt verstehe ich endlich, warum manche Führungskräfte sich so gegen HO wehren. Die haben einfach nichts anderes als den Job. Ohne das Einzelbüro und die Geschäftsessen bleibt da nicht viel für das Selbstbewusstsein. Und was hat man vom Einzelbüro, wenn keine Mitarbeiter da sind, welche das vermeintlich bewundern können? Wenn die in ihrem HO sitzen und dort auch ein Einzelbüro haben?

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WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 30.01.2022:

der status hat brutal abgenommen. Teure Anzüge, Sekretärinnen, schöne Einzelbüros, große Feiern etc. gibt es in dem Ausmaß alles nicht mehr. Der Dienstwagen ist das letzte verbliebene Statussymbol und den gibt es meist eh nur für den außendienst.

Und da in Zukunft auch weiterhin viel im HO gearbeitet wird, fallen auch andere Benefits weg (Kollegen/Events, Getränke/Snacks, Fitnessraum). Da kann man nur noch höhere Entlöhnung, flexible Arbeitszeiten u.a. anbieten.

Was ich ja traurig finde, ist dass die Arbeitnehmer sich die Benefits einfach so ohne Ausgleich wegnehmen lassen. Aber liegt wahrscheinlich an dem was oben wer geschrieben hat: Führungskräfte haben keine Lobby.

Was da eigentlich passiert sind Gehaltskürzungen gegen die niemand protestiert. Denn Dienstwagen, Firmenessen, große Büros, teure Möbel, hochwertige Trainings, besseres Equipment sind auch Teil der Entlohnung. Aber man lässt sie sich wegnehmen ohne zumindest eine finanzielle Kompensation zu verlangen.

Achja, jetzt verstehe ich endlich, warum manche Führungskräfte sich so gegen HO wehren. Die haben einfach nichts anderes als den Job. Ohne das Einzelbüro und die Geschäftsessen bleibt da nicht viel für das Selbstbewusstsein. Und was hat man vom Einzelbüro, wenn keine Mitarbeiter da sind, welche das vermeintlich bewundern können? Wenn die in ihrem HO sitzen und dort auch ein Einzelbüro haben?

Als Faktor spielt das da bestimmt mit rein, auch wenn ich glaube dass es eher ein kleiner ist.

Aber wenn ich so drüber nachdenke ist das ja wirklich ein Punkt den das Homeoffice ändert. Im Büro gibt es eine gewisse Korrelation zwischen Leistung und Arbeitsbedingungen. Nicht immer, aber grob hatten Leute die höher gestellt waren größere Büros, Einzelbüros, bessere Möbel, direkten Zugang zur Sekretärin, etc.

Das fällt im Homeoffice weg. Was das Büro dort angeht, kann es sogar alles durcheinander wirbeln. Da sind wir dann wieder beim Immobilienthema das hier so viel diskutiert wird. Denn wie viel Platz du zuhause hast, also gerade auch ob du dir ein richtiges Büro einrichten kannst, hängt nicht davon ab wie gut du verdienst, sondern wann du gekauft (oder vielleicht sogar geerbt) hast oder wie viel Geld du von zuhause mitbekommen hast.
Büroqualität wird also nicht mehr nach dem Leistungsprinzip verteilt.

Mein Abteilungsleiter arbeitet bspw. aus seinem Schlafzimmer, weil er nicht mehr Platz hat. Währenddessen haben wir einen Sachbearbeiter der Zuhause ein voll eingerichtetes Büro, größer als in der Firma hat. Im Haus das er von den Großeltern geerbt hat.

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WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 30.01.2022:

der status hat brutal abgenommen. Teure Anzüge, Sekretärinnen, schöne Einzelbüros, große Feiern etc. gibt es in dem Ausmaß alles nicht mehr. Der Dienstwagen ist das letzte verbliebene Statussymbol und den gibt es meist eh nur für den außendienst.

Und da in Zukunft auch weiterhin viel im HO gearbeitet wird, fallen auch andere Benefits weg (Kollegen/Events, Getränke/Snacks, Fitnessraum). Da kann man nur noch höhere Entlöhnung, flexible Arbeitszeiten u.a. anbieten.

Was ich ja traurig finde, ist dass die Arbeitnehmer sich die Benefits einfach so ohne Ausgleich wegnehmen lassen. Aber liegt wahrscheinlich an dem was oben wer geschrieben hat: Führungskräfte haben keine Lobby.

Was da eigentlich passiert sind Gehaltskürzungen gegen die niemand protestiert. Denn Dienstwagen, Firmenessen, große Büros, teure Möbel, hochwertige Trainings, besseres Equipment sind auch Teil der Entlohnung. Aber man lässt sie sich wegnehmen ohne zumindest eine finanzielle Kompensation zu verlangen.

Achja, jetzt verstehe ich endlich, warum manche Führungskräfte sich so gegen HO wehren. Die haben einfach nichts anderes als den Job. Ohne das Einzelbüro und die Geschäftsessen bleibt da nicht viel für das Selbstbewusstsein. Und was hat man vom Einzelbüro, wenn keine Mitarbeiter da sind, welche das vermeintlich bewundern können? Wenn die in ihrem HO sitzen und dort auch ein Einzelbüro haben?

Natürlich haben sie kaum was neben dem Job. Wenn sie das hätten, hätten sie es wahrscheinlich nicht geschafft Führungskräfte zu werden (Teamleiter, etc. mal ausgenommen). Das ist auch glaube ich einer der Hintergründe zu diesem Thread hier. Du musst viel geben, bekommst aber immer weniger zurück.

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WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 30.01.2022:

der status hat brutal abgenommen. Teure Anzüge, Sekretärinnen, schöne Einzelbüros, große Feiern etc. gibt es in dem Ausmaß alles nicht mehr. Der Dienstwagen ist das letzte verbliebene Statussymbol und den gibt es meist eh nur für den außendienst.

Und da in Zukunft auch weiterhin viel im HO gearbeitet wird, fallen auch andere Benefits weg (Kollegen/Events, Getränke/Snacks, Fitnessraum). Da kann man nur noch höhere Entlöhnung, flexible Arbeitszeiten u.a. anbieten.

Was ich ja traurig finde, ist dass die Arbeitnehmer sich die Benefits einfach so ohne Ausgleich wegnehmen lassen. Aber liegt wahrscheinlich an dem was oben wer geschrieben hat: Führungskräfte haben keine Lobby.

Was da eigentlich passiert sind Gehaltskürzungen gegen die niemand protestiert. Denn Dienstwagen, Firmenessen, große Büros, teure Möbel, hochwertige Trainings, besseres Equipment sind auch Teil der Entlohnung. Aber man lässt sie sich wegnehmen ohne zumindest eine finanzielle Kompensation zu verlangen.

Achja, jetzt verstehe ich endlich, warum manche Führungskräfte sich so gegen HO wehren. Die haben einfach nichts anderes als den Job. Ohne das Einzelbüro und die Geschäftsessen bleibt da nicht viel für das Selbstbewusstsein. Und was hat man vom Einzelbüro, wenn keine Mitarbeiter da sind, welche das vermeintlich bewundern können? Wenn die in ihrem HO sitzen und dort auch ein Einzelbüro haben?

Genau, wer auf solche Statussymbole wert legt, zieht in Zukunft den Kürzeren. Diese Spezies gehört sowieso ausgestorben und neue Entlohnungsmodelle müssen her. Ist für viele auch etwas ganz anderes ein Remote-Team zu führen als in einem Grossraumbüro den Alpha rauszuhängen. Finde ich ein positiver Aspekt dieser Pandemie und freue mich, auch in Zukunft max. 2 Tage im Office sein zu müssen. Mit dem Trend zu flachen Hierarchien ist dieser Wandel sowieso nicht schmerzhaft.

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WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

Im Vergleich zu früher lohnt sich Karriere nicht mehr. Besondere was den Lebensstandard in Relation zum Durchschnitt angeht.

Mein Großvater war in den 60ern Niederlassungsleiter bei einem Autokonzern. Er hatte zwei Sekretärinnen und ein Büro von ca. 40 - 50 qm. Wenn er zum Mittagessen nicht nach Hause fuhr, ging er auf Spesen ins Restaurant. Unterkunft wurde von der Firma bezahlt, war ein großes Haus/kleine Villa in einer der besten Lagen der Stadt, ein vergleichbares Haus wenige Straßen weiter wurde vor ein paar Jahren für knapp 2 Mio verkauft. Nur zum Vergleich: Das war eine Zeit in der viele weder Zentralheizung noch ein Badezimmer hatten. Er hatte eine Zugehfrau für den Haushalt und zeitweise ein Kindermädchen (ob selbst bezahlt oder von der Firma weiß ich nicht). Meine Oma hat nicht gearbeitet. Er hatte einen Dienstwagen mit Fahrer und einen zweiten für meine Oma ohne Fahrer. Sie haben auch ab und an Fern-/Flugreisen unternommen, ans Mittelmeer und zweimal in die Karibik.

Dass er recht zügig soweit aufsteigen konnte hängt sicherlich auch damit zusammen, dass nach dem Krieg viele der alten Garde "verbrannt" waren und ausgetauscht wurden. Aber wenn ich das mit heute vergleiche, hat er einen besseren Lebensstandard gehabt als ein Niederlassungsleiter heute. Und verglichen mit dem Durchschnitt war der Unterschied noch viel größer.
Heute bekommst du auf der Position um die 200 k, keine Dienstwohnung mehr, nur noch einen Dienstwagen ohne Fahrer. Damit lässt es sich sicherlich auch sehr gut leben, aber nicht auf dem Niveau von damals und erst recht nicht so überdurchschnittlich wie damals.

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WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 29.01.2022:

der status hat brutal abgenommen. Teure Anzüge, Sekretärinnen, schöne Einzelbüros, große Feiern etc. gibt es in dem Ausmaß alles nicht mehr. Der Dienstwagen ist das letzte verbliebene Statussymbol und den gibt es meist eh nur für den außendienst.

Haben die Unternehmen denn die "teuren Anzüge" abgeschafft?

Also bei uns indirekt ja, durch Verbot von Krawatten und Anpassung des Dresscodes.

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WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 30.01.2022:

der status hat brutal abgenommen. Teure Anzüge, Sekretärinnen, schöne Einzelbüros, große Feiern etc. gibt es in dem Ausmaß alles nicht mehr. Der Dienstwagen ist das letzte verbliebene Statussymbol und den gibt es meist eh nur für den außendienst.

Und da in Zukunft auch weiterhin viel im HO gearbeitet wird, fallen auch andere Benefits weg (Kollegen/Events, Getränke/Snacks, Fitnessraum). Da kann man nur noch höhere Entlöhnung, flexible Arbeitszeiten u.a. anbieten.

Was ich ja traurig finde, ist dass die Arbeitnehmer sich die Benefits einfach so ohne Ausgleich wegnehmen lassen. Aber liegt wahrscheinlich an dem was oben wer geschrieben hat: Führungskräfte haben keine Lobby.

Was da eigentlich passiert sind Gehaltskürzungen gegen die niemand protestiert. Denn Dienstwagen, Firmenessen, große Büros, teure Möbel, hochwertige Trainings, besseres Equipment sind auch Teil der Entlohnung. Aber man lässt sie sich wegnehmen ohne zumindest eine finanzielle Kompensation zu verlangen.

Achja, jetzt verstehe ich endlich, warum manche Führungskräfte sich so gegen HO wehren. Die haben einfach nichts anderes als den Job. Ohne das Einzelbüro und die Geschäftsessen bleibt da nicht viel für das Selbstbewusstsein. Und was hat man vom Einzelbüro, wenn keine Mitarbeiter da sind, welche das vermeintlich bewundern können? Wenn die in ihrem HO sitzen und dort auch ein Einzelbüro haben?

Genau, wer auf solche Statussymbole wert legt, zieht in Zukunft den Kürzeren. Diese Spezies gehört sowieso ausgestorben und neue Entlohnungsmodelle müssen her. Ist für viele auch etwas ganz anderes ein Remote-Team zu führen als in einem Grossraumbüro den Alpha rauszuhängen. Finde ich ein positiver Aspekt dieser Pandemie und freue mich, auch in Zukunft max. 2 Tage im Office sein zu müssen. Mit dem Trend zu flachen Hierarchien ist dieser Wandel sowieso nicht schmerzhaft.

Und wieso sollen die weg? Weil du es nicht schaffst dich auf die gleiche Stufe hoch zu arbeiten? Ich habe nie verstanden wo das Problem ist Leuten die mehr geschafft haben auch entsprechenden Respekt/Status zu erlauben.

antworten
WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

Es geht meiner Meinung nach darum, dass viele Teamleiter keinen großen Mehrwert bringen, wenn sie nicht selber echte Experten sind. Die bringen dann nur Führungsqualitäten und administrative Fähigkeiten an den Tisch und da braucht man nicht einen pro 10 MA's.

Da bringt es mehr, wenn man zwei von den drei Teamleitern einspart und dafür zwei sehr gute und dementsprechend vergleichbar zu Teamleitern bezahlte Lead Architects einstellt, die die Projekte fachlich voran bringen.

Wenn man das gesparte Geld per Gießkanne auf alle MA's verteilet, dann ist das Quark. Es muss auch in der Fachkarriere Unterschiede zwischen den engagierten Leuten geben, die sich ggf. auch außerhalb der Arbeitszeit auf dem laufenden halten, und den MA's, die auf dem technischen Stand von 2005 sind und am Freitag ab 14:00 keine Meeting mehr akzeptieren.

Ich kenne mich in der IT nicht aus. Aber ich habe das es da anders funktioniert als in den meisten anderen Bereichen, man aber aktuell versucht dieses System auf alle Bereiche zu übertragen.

Ich habe bis jetzt in F&E, Prozessoptimierung und Supply Chain gearbeitet, und nirgendwo würde Selbstorganisation funktionieren. Ich kenne aber auch keine Teamleiter die nur reine administrative Aufgaben erfüllen. Die hatten alle auch immer fachlich Ahnung und haben einen großen Teil ihrer Zeit damit verbracht zu Priorisieren, Entscheidungen zu treffen oder vorzubereiten und das Team zu motivieren und in die richtige Richtung zu lenken.

Ich will nicht abstreiten, dass das bei IT-Projekten anders aussehen kann, aber dann kommt das meiner Meinung nach durch recht einzigartige Bedingungen und Anforderungen in diesem Umfeld.

Aber warum muss man Personalverantwortung haben, um fachliche Entscheidungen zu treffen?

Wenn man die bestehenden Prozesse effizient abarbeiten will und da vielleicht noch kleine Änderungen einführt, dann funktionieren die bestehenden hierarchischen Strukturen geeignet. Aber wenn man große Änderungen voran treiben will, dann sind viele deutsche Konzerne nicht gut aufgestellt. Da gibt es riesige Widerstände und die Firmen sind wirklich langsam.

Ich habe es selber schon erlebt, dass es teilweise mehrere Jahre braucht, um überhaupt erst in die Realisierungsphase zu kommen. Während der gesamten Voruntersuchung sind viele der beteiligten Projektmitglieder nicht entscheidungsfähig, da sie sich immer mit ihrem Vorgesetzten abstimmen müssen. Die sind aber teilweise im Projekt nicht wirklich engagiert und wollen keine Entscheidung treffen. Dann wird das ganze eine oder zwei Hierarchiestufen höher eskaliert, aber da hat natürlich erst recht niemand eine echte fachliche Ahnung und man fängt an mit Entscheidungsvorlagen, Risikoanalysen, Aufwandsabschätzungen und dem ganzen Zeug, das ewig dauert.

Da geht es meiner Ansicht nach auch nicht um die Theorie. Wenn unsere Firmen bei den wichtigen Themen vorne mit dabei wären, dann müsste man nichts ändern. Aber unsere Firmen schauen drauf, wie sie im Wettbewerb aufgestellt sind, und sehen einen großen Bedarf für Änderungen.

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WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 31.01.2022:

Es geht meiner Meinung nach darum, dass viele Teamleiter keinen großen Mehrwert bringen, wenn sie nicht selber echte Experten sind. Die bringen dann nur Führungsqualitäten und administrative Fähigkeiten an den Tisch und da braucht man nicht einen pro 10 MA's.

Da bringt es mehr, wenn man zwei von den drei Teamleitern einspart und dafür zwei sehr gute und dementsprechend vergleichbar zu Teamleitern bezahlte Lead Architects einstellt, die die Projekte fachlich voran bringen.

Wenn man das gesparte Geld per Gießkanne auf alle MA's verteilet, dann ist das Quark. Es muss auch in der Fachkarriere Unterschiede zwischen den engagierten Leuten geben, die sich ggf. auch außerhalb der Arbeitszeit auf dem laufenden halten, und den MA's, die auf dem technischen Stand von 2005 sind und am Freitag ab 14:00 keine Meeting mehr akzeptieren.

Ich kenne mich in der IT nicht aus. Aber ich habe das es da anders funktioniert als in den meisten anderen Bereichen, man aber aktuell versucht dieses System auf alle Bereiche zu übertragen.

Ich habe bis jetzt in F&E, Prozessoptimierung und Supply Chain gearbeitet, und nirgendwo würde Selbstorganisation funktionieren. Ich kenne aber auch keine Teamleiter die nur reine administrative Aufgaben erfüllen. Die hatten alle auch immer fachlich Ahnung und haben einen großen Teil ihrer Zeit damit verbracht zu Priorisieren, Entscheidungen zu treffen oder vorzubereiten und das Team zu motivieren und in die richtige Richtung zu lenken.

Ich will nicht abstreiten, dass das bei IT-Projekten anders aussehen kann, aber dann kommt das meiner Meinung nach durch recht einzigartige Bedingungen und Anforderungen in diesem Umfeld.

Aber warum muss man Personalverantwortung haben, um fachliche Entscheidungen zu treffen?

Wenn man die bestehenden Prozesse effizient abarbeiten will und da vielleicht noch kleine Änderungen einführt, dann funktionieren die bestehenden hierarchischen Strukturen geeignet. Aber wenn man große Änderungen voran treiben will, dann sind viele deutsche Konzerne nicht gut aufgestellt. Da gibt es riesige Widerstände und die Firmen sind wirklich langsam.

Ich habe es selber schon erlebt, dass es teilweise mehrere Jahre braucht, um überhaupt erst in die Realisierungsphase zu kommen. Während der gesamten Voruntersuchung sind viele der beteiligten Projektmitglieder nicht entscheidungsfähig, da sie sich immer mit ihrem Vorgesetzten abstimmen müssen. Die sind aber teilweise im Projekt nicht wirklich engagiert und wollen keine Entscheidung treffen. Dann wird das ganze eine oder zwei Hierarchiestufen höher eskaliert, aber da hat natürlich erst recht niemand eine echte fachliche Ahnung und man fängt an mit Entscheidungsvorlagen, Risikoanalysen, Aufwandsabschätzungen und dem ganzen Zeug, das ewig dauert.

Da geht es meiner Ansicht nach auch nicht um die Theorie. Wenn unsere Firmen bei den wichtigen Themen vorne mit dabei wären, dann müsste man nichts ändern. Aber unsere Firmen schauen drauf, wie sie im Wettbewerb aufgestellt sind, und sehen einen großen Bedarf für Änderungen.

Deutsche Unternehmen sind nicht gut aufgestellt und die da oben haben keine Ahnung.
Lass mich raten, du arbeitest im Einkauf oder IT?

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WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

Ja, die gute, alte Zeit.

In den 1960ern gab es ein quasi unbegrenztes Angebot an Arbeitskräften bei gleichzeitig schlecht ausgebautem Sozialstaat. Reinigungskräfte, Fahrer und sonstige Hilfskräfte hat man problemlos gefunden, da es viele Ungelernte gab, die solche Jobs mangels staatlicher Leistungen einfach brauchten.
Die Ungleichheit war massiv höher. Das ist in vielen Ländern ja heute noch so.

Heute kann sich hingegen quasi jeder Bildung, Urlaub und Konsumgüter leisten. Das Existenzminimum ist staatlich abgesichert. Das ist auch gut so, auch wenn viele Karriereleute sich so kaum mehr groß von der Mittelschicht abkoppeln können oder dafür bis C-Level aufsteigen müssen. Das wirkt demotivierend auf statusbewusste Menschen.

WiWi Gast schrieb am 30.01.2022:

Im Vergleich zu früher lohnt sich Karriere nicht mehr. Besondere was den Lebensstandard in Relation zum Durchschnitt angeht.

Mein Großvater war in den 60ern Niederlassungsleiter bei einem Autokonzern. Er hatte zwei Sekretärinnen und ein Büro von ca. 40 - 50 qm. (...)

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WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 31.01.2022:

Es geht meiner Meinung nach darum, dass viele Teamleiter keinen großen Mehrwert bringen, wenn sie nicht selber echte Experten sind. Die bringen dann nur Führungsqualitäten und administrative Fähigkeiten an den Tisch und da braucht man nicht einen pro 10 MA's.

Da bringt es mehr, wenn man zwei von den drei Teamleitern einspart und dafür zwei sehr gute und dementsprechend vergleichbar zu Teamleitern bezahlte Lead Architects einstellt, die die Projekte fachlich voran bringen.

Wenn man das gesparte Geld per Gießkanne auf alle MA's verteilet, dann ist das Quark. Es muss auch in der Fachkarriere Unterschiede zwischen den engagierten Leuten geben, die sich ggf. auch außerhalb der Arbeitszeit auf dem laufenden halten, und den MA's, die auf dem technischen Stand von 2005 sind und am Freitag ab 14:00 keine Meeting mehr akzeptieren.

Ich kenne mich in der IT nicht aus. Aber ich habe das es da anders funktioniert als in den meisten anderen Bereichen, man aber aktuell versucht dieses System auf alle Bereiche zu übertragen.

Ich habe bis jetzt in F&E, Prozessoptimierung und Supply Chain gearbeitet, und nirgendwo würde Selbstorganisation funktionieren. Ich kenne aber auch keine Teamleiter die nur reine administrative Aufgaben erfüllen. Die hatten alle auch immer fachlich Ahnung und haben einen großen Teil ihrer Zeit damit verbracht zu Priorisieren, Entscheidungen zu treffen oder vorzubereiten und das Team zu motivieren und in die richtige Richtung zu lenken.

Ich will nicht abstreiten, dass das bei IT-Projekten anders aussehen kann, aber dann kommt das meiner Meinung nach durch recht einzigartige Bedingungen und Anforderungen in diesem Umfeld.

Aber warum muss man Personalverantwortung haben, um fachliche Entscheidungen zu treffen?

Wenn man die bestehenden Prozesse effizient abarbeiten will und da vielleicht noch kleine Änderungen einführt, dann funktionieren die bestehenden hierarchischen Strukturen geeignet. Aber wenn man große Änderungen voran treiben will, dann sind viele deutsche Konzerne nicht gut aufgestellt. Da gibt es riesige Widerstände und die Firmen sind wirklich langsam.

Ich habe es selber schon erlebt, dass es teilweise mehrere Jahre braucht, um überhaupt erst in die Realisierungsphase zu kommen. Während der gesamten Voruntersuchung sind viele der beteiligten Projektmitglieder nicht entscheidungsfähig, da sie sich immer mit ihrem Vorgesetzten abstimmen müssen. Die sind aber teilweise im Projekt nicht wirklich engagiert und wollen keine Entscheidung treffen. Dann wird das ganze eine oder zwei Hierarchiestufen höher eskaliert, aber da hat natürlich erst recht niemand eine echte fachliche Ahnung und man fängt an mit Entscheidungsvorlagen, Risikoanalysen, Aufwandsabschätzungen und dem ganzen Zeug, das ewig dauert.

Da geht es meiner Ansicht nach auch nicht um die Theorie. Wenn unsere Firmen bei den wichtigen Themen vorne mit dabei wären, dann müsste man nichts ändern. Aber unsere Firmen schauen drauf, wie sie im Wettbewerb aufgestellt sind, und sehen einen großen Bedarf für Änderungen.

Die meisten Fragen haben halt nicht nur eine fachliche, sondern auch eine politische Komponente. Das ist glaube ich der Grund, warum viel über die Hierarchie geht.

Wobei ich deine Beobachtungen bei meinem DAX30-Konzern nicht teilen kann. Bei uns sind die Führungskräfte eigentlich auch immer fachlich versiert, zumindest in meinem Umfeld. Gleichzeitig finde ich es aber auch sinnvoll, wenn die Entscheidungsgewalt bei einer Stelle zusammenläuft, die dann auch den Überblick hat.

Ich bin bspw. im Investmentmanagement. Ich habe noch 5 Kollegen die den gleichen Job machen wie ich. Was jeder von uns tut beeinflusst den Job der anderen. Würde jetzt jeder für sich entscheiden, gäbe das Chaos. Würden wir uns für jede Entscheidung in einer 6er-Runde abstimmen, würde es sicherlich länger dauern.
Wenn es um Sachen geht die nur meinen Bereichen betreffen, kann ich allerdings auch alleine entscheiden (oder mache es zumindest einfach, bis jetzt hat sich keiner beschwert).

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Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 30.01.2022:

der status hat brutal abgenommen. Teure Anzüge, Sekretärinnen, schöne Einzelbüros, große Feiern etc. gibt es in dem Ausmaß alles nicht mehr. Der Dienstwagen ist das letzte verbliebene Statussymbol und den gibt es meist eh nur für den außendienst.

Und da in Zukunft auch weiterhin viel im HO gearbeitet wird, fallen auch andere Benefits weg (Kollegen/Events, Getränke/Snacks, Fitnessraum). Da kann man nur noch höhere Entlöhnung, flexible Arbeitszeiten u.a. anbieten.

Was ich ja traurig finde, ist dass die Arbeitnehmer sich die Benefits einfach so ohne Ausgleich wegnehmen lassen. Aber liegt wahrscheinlich an dem was oben wer geschrieben hat: Führungskräfte haben keine Lobby.

Was da eigentlich passiert sind Gehaltskürzungen gegen die niemand protestiert. Denn Dienstwagen, Firmenessen, große Büros, teure Möbel, hochwertige Trainings, besseres Equipment sind auch Teil der Entlohnung. Aber man lässt sie sich wegnehmen ohne zumindest eine finanzielle Kompensation zu verlangen.

Achja, jetzt verstehe ich endlich, warum manche Führungskräfte sich so gegen HO wehren. Die haben einfach nichts anderes als den Job. Ohne das Einzelbüro und die Geschäftsessen bleibt da nicht viel für das Selbstbewusstsein. Und was hat man vom Einzelbüro, wenn keine Mitarbeiter da sind, welche das vermeintlich bewundern können? Wenn die in ihrem HO sitzen und dort auch ein Einzelbüro haben?

Genau, wer auf solche Statussymbole wert legt, zieht in Zukunft den Kürzeren. Diese Spezies gehört sowieso ausgestorben und neue Entlohnungsmodelle müssen her. Ist für viele auch etwas ganz anderes ein Remote-Team zu führen als in einem Grossraumbüro den Alpha rauszuhängen. Finde ich ein positiver Aspekt dieser Pandemie und freue mich, auch in Zukunft max. 2 Tage im Office sein zu müssen. Mit dem Trend zu flachen Hierarchien ist dieser Wandel sowieso nicht schmerzhaft.

Und wieso sollen die weg? Weil du es nicht schaffst dich auf die gleiche Stufe hoch zu arbeiten? Ich habe nie verstanden wo das Problem ist Leuten die mehr geschafft haben auch entsprechenden Respekt/Status zu erlauben.

Darum gehts ja gar nicht. Es geht darum, dass so etwas mittlerweile "out" ist - auch in der Gesellschaft. Statussymbole verlieren nun mal immer mehr an Wert während andere Statussymbole immer mehr an Wert gewinnen. Ist ja auch kein Problem.

antworten
WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

Das größte Statussymbol ist Zeit.

Ich kenne genug Manager, die wahnsinnig gutes Geld in den Konzernen verdienen, aber einfach nichts vom Leben haben.

Das was viele also erreichen wollen, aber am schwierigsten zu schaffen ist, ist Geld und Zeit zu haben.

antworten
WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 31.01.2022:

Das größte Statussymbol ist Zeit.

Ich kenne genug Manager, die wahnsinnig gutes Geld in den Konzernen verdienen, aber einfach nichts vom Leben haben.

Das was viele also erreichen wollen, aber am schwierigsten zu schaffen ist, ist Geld und Zeit zu haben.

Ist halt meistens eine entweder/oder Entscheidung.
Warum sind wohl so viele AN auf IGM scharf, weil sie dort mit geringem Zeitaufwand den höchsten Lohn raus bekommen.

antworten
WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

DerZynischeAnalytiker schrieb am 31.01.2022:

der status hat brutal abgenommen. Teure Anzüge, Sekretärinnen, schöne Einzelbüros, große Feiern etc. gibt es in dem Ausmaß alles nicht mehr. Der Dienstwagen ist das letzte verbliebene Statussymbol und den gibt es meist eh nur für den außendienst.

Und da in Zukunft auch weiterhin viel im HO gearbeitet wird, fallen auch andere Benefits weg (Kollegen/Events, Getränke/Snacks, Fitnessraum). Da kann man nur noch höhere Entlöhnung, flexible Arbeitszeiten u.a. anbieten.

Was ich ja traurig finde, ist dass die Arbeitnehmer sich die Benefits einfach so ohne Ausgleich wegnehmen lassen. Aber liegt wahrscheinlich an dem was oben wer geschrieben hat: Führungskräfte haben keine Lobby.

Was da eigentlich passiert sind Gehaltskürzungen gegen die niemand protestiert. Denn Dienstwagen, Firmenessen, große Büros, teure Möbel, hochwertige Trainings, besseres Equipment sind auch Teil der Entlohnung. Aber man lässt sie sich wegnehmen ohne zumindest eine finanzielle Kompensation zu verlangen.

Achja, jetzt verstehe ich endlich, warum manche Führungskräfte sich so gegen HO wehren. Die haben einfach nichts anderes als den Job. Ohne das Einzelbüro und die Geschäftsessen bleibt da nicht viel für das Selbstbewusstsein. Und was hat man vom Einzelbüro, wenn keine Mitarbeiter da sind, welche das vermeintlich bewundern können? Wenn die in ihrem HO sitzen und dort auch ein Einzelbüro haben?

Genau, wer auf solche Statussymbole wert legt, zieht in Zukunft den Kürzeren. Diese Spezies gehört sowieso ausgestorben und neue Entlohnungsmodelle müssen her. Ist für viele auch etwas ganz anderes ein Remote-Team zu führen als in einem Grossraumbüro den Alpha rauszuhängen. Finde ich ein positiver Aspekt dieser Pandemie und freue mich, auch in Zukunft max. 2 Tage im Office sein zu müssen. Mit dem Trend zu flachen Hierarchien ist dieser Wandel sowieso nicht schmerzhaft.

Und wieso sollen die weg? Weil du es nicht schaffst dich auf die gleiche Stufe hoch zu arbeiten? Ich habe nie verstanden wo das Problem ist Leuten die mehr geschafft haben auch entsprechenden Respekt/Status zu erlauben.

Darum gehts ja gar nicht. Es geht darum, dass so etwas mittlerweile "out" ist - auch in der Gesellschaft. Statussymbole verlieren nun mal immer mehr an Wert während andere Statussymbole immer mehr an Wert gewinnen. Ist ja auch kein Problem.

Dass viele Statussymbole an Wert verlieren teile ich, aber was siehst du denn im Wert steigen? Ich habe mehr das Gefühl, dass es einfach immer weniger Status gibt und sich alles zur Mittelmäßigkeit hin entwickelt.

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WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

Karriere heißt meistens, dass man sehr viel Arbeiten muss. Ob als Angestellter oder mit einer eigenen Firma. Und das heißt, man muss auf viel Privatleben verzichten. Mir persönlich sind Hobbys, Freunde, Erlebnisse und alles was das Leben schönes zu bieten hat viel wichtiger als in der Steuerprogression weiter anzusteigen. Am Ende verdienst du im Monat dann 2 oder 3 Netto mehr und was hast du davon? Das meiste wird in einen Indexfond gesteckt, Haus, Auto, Kleidung oder sonst was. Das kann man sich auch als gutbezahlter Angestellter leisten. Außerdem hast du deutlich mehr Stress, Verantwortung usw. Das geht nicht spurlos an einem vorbei. Macht lieber einen Job, der euch wirklich erfüllt mit guter Worklife Balance und nicht auf Zwang irgendwas, wo ihr meint viel zu verdienen. Die meisten schaffen es ohnehin nicht dick zu verdienen.

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WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

Das sehe ich anders: In "Karriereberufen" ist vielmehr der Mangel an Zeit ein Statussymbol. Schwanke oft zwischen Belustigung und Abscheu, wenn sich erwachsene Menschen (meistens Männer) damit brüsten, wie viel sie arbeiten und dass sie jahrelang keinen Urlaub gemacht haben. Die Bereitschaft, sich kaputt zu arbeiten, trägt zudem mehr zu einer Karriere bei als alle anderen Kriterien (Noten, IQ etc.). Im Vorstellungsgespräch muss man bei uns in der Firma eigentlich nur erwähnen, dass man 80h/Woche arbeitet und schon läuft es mit dem Jobangebot wie von selbst . Nach meiner Einschätzung zieht sich dieses Phänomen durch weite Teile der freien Wirtschaft.

Das war zwar früher auch nicht anders. Ein alter Hase erzählte mir aber einst, dass es früher dennoch entspannter war. Es wurde zwar auch lange gearbeitet. Nach Feierabend und im Urlaub hatte man aber seine Ruhe. Heute blinken die Handys aber durchgehend. Wochenende, Feierabend und Urlaub gibt es - wenn man ambitioniert ist - daher faktisch kaum noch. Interessant finde ich hier auch die Vergabe von Firmenhandys und Notebooks: Bei meinem Berufseinsteig vor einigen Jahren waren das noch Statussymbole und "elektronische Fußfesseln" für einige Spitzenkräfte. Mittlerweile bekommt jeder Berufseinsteiger bei uns diese Teile aufgedrückt.

Einen Kompromiss zwischen Zeit und Geld zu finden, erweist sich in der Tat als schwierig. Am ehesten gelingt es mE im höheren Dienst oder bei den sprichwörtlichen "Konzernbeamten". Ansonsten fehlt meistens entweder die Zeit oder das Geld. Mir fehlt zB die Zeit, aber dafür verdiene ich sehr gut. Da mir Status und Konsum jedoch wenig bedeuten, habe ich für mich das FIRE-Konzept entdeckt. Ich arbeite also einige Jahre für meinen Geschmack zu viel. Mit einem früheren Ausscheiden aus dem "klassischen" Berufsleben will ich mir die verlorene Zeit aber später wiederholen. Hoffen wir mal, dass es klappt...

WiWi Gast schrieb am 31.01.2022:

Das größte Statussymbol ist Zeit.

Ich kenne genug Manager, die wahnsinnig gutes Geld in den Konzernen verdienen, aber einfach nichts vom Leben haben.

Das was viele also erreichen wollen, aber am schwierigsten zu schaffen ist, ist Geld und Zeit zu haben.

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WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

Ja weil Karriere eben so unattraktiv ist ;)
Die Chance als Angestellter (und das sind auch alle Abteilungsleiter und "Head ofs" im Konzern) derart zu verdienen, um sich dann Zeit zu gönnen ist sehr gering. Also warum es überhaupt versuchen und sich den Stress antun?

WiWi Gast schrieb am 31.01.2022:

Ist halt meistens eine entweder/oder Entscheidung.
Warum sind wohl so viele AN auf IGM scharf, weil sie dort mit geringem Zeitaufwand den höchsten Lohn raus bekommen.

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WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

DerZynischeAnalytiker schrieb am 31.01.2022:

WiWi Gast schrieb am 30.01.2022:

der status hat brutal abgenommen. Teure Anzüge, Sekretärinnen, schöne Einzelbüros, große Feiern etc. gibt es in dem Ausmaß alles nicht mehr. Der Dienstwagen ist das letzte verbliebene Statussymbol und den gibt es meist eh nur für den außendienst.

Und da in Zukunft auch weiterhin viel im HO gearbeitet wird, fallen auch andere Benefits weg (Kollegen/Events, Getränke/Snacks, Fitnessraum). Da kann man nur noch höhere Entlöhnung, flexible Arbeitszeiten u.a. anbieten.

Was ich ja traurig finde, ist dass die Arbeitnehmer sich die Benefits einfach so ohne Ausgleich wegnehmen lassen. Aber liegt wahrscheinlich an dem was oben wer geschrieben hat: Führungskräfte haben keine Lobby.

Was da eigentlich passiert sind Gehaltskürzungen gegen die niemand protestiert. Denn Dienstwagen, Firmenessen, große Büros, teure Möbel, hochwertige Trainings, besseres Equipment sind auch Teil der Entlohnung. Aber man lässt sie sich wegnehmen ohne zumindest eine finanzielle Kompensation zu verlangen.

Achja, jetzt verstehe ich endlich, warum manche Führungskräfte sich so gegen HO wehren. Die haben einfach nichts anderes als den Job. Ohne das Einzelbüro und die Geschäftsessen bleibt da nicht viel für das Selbstbewusstsein. Und was hat man vom Einzelbüro, wenn keine Mitarbeiter da sind, welche das vermeintlich bewundern können? Wenn die in ihrem HO sitzen und dort auch ein Einzelbüro haben?

Genau, wer auf solche Statussymbole wert legt, zieht in Zukunft den Kürzeren. Diese Spezies gehört sowieso ausgestorben und neue Entlohnungsmodelle müssen her. Ist für viele auch etwas ganz anderes ein Remote-Team zu führen als in einem Grossraumbüro den Alpha rauszuhängen. Finde ich ein positiver Aspekt dieser Pandemie und freue mich, auch in Zukunft max. 2 Tage im Office sein zu müssen. Mit dem Trend zu flachen Hierarchien ist dieser Wandel sowieso nicht schmerzhaft.

Und wieso sollen die weg? Weil du es nicht schaffst dich auf die gleiche Stufe hoch zu arbeiten? Ich habe nie verstanden wo das Problem ist Leuten die mehr geschafft haben auch entsprechenden Respekt/Status zu erlauben.

Darum gehts ja gar nicht. Es geht darum, dass so etwas mittlerweile "out" ist - auch in der Gesellschaft. Statussymbole verlieren nun mal immer mehr an Wert während andere Statussymbole immer mehr an Wert gewinnen. Ist ja auch kein Problem.

Zumal der Status ja auch eine Illusion ist. Respekt, dass die Leute sich in einem Konzern aufreiben lassen für die paar Kröten, ok.
Aber wer unter 30 denkt denn heute noch an "Status" bei einer Führungskraft?

Abgesehen davon sind viele junge Leute schon im Wohlstand aufgewachsen und haben gesehen, dass der dicke Firmenwagen und Haus den Papa auch nicht glücklicher machen.
Daher wählen viele den Status Zeit.

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WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

Ist vielleicht ein wenig off topic, aber ich frage mich immer, warum so viele konsequent das Ersetzen des alten Systems (Statussymbole, Hierarchie, etc.) mit einem neuen System (flache Hierarchie, keine Statussymbole, alle gleich, etc.) fordern.
Warum muss man vom einen Extrem ins andere umschlagen?

Ja, in manchen Bereichen funktioniert agiles Management mit flachen Strukturen und egalitären Mitarbeitern sehr gut. Bspw. in Teilen der Tech-Welt. Aber nur weil es da gut klappt, muss es nicht zwangsweise für alle Bereiche ideal sein.

Genauso mit der Kultur. Es gibt viele, denen die neuen Kulturen besser gefallen. Aber es gibt auch viele, denen die alten Werte lieber sind. Und das sowohl auf Ebene der einzelnen Menschen als auch der gesamten Organisation.

Warum kann man nicht beides nebeneinander existieren lassen? Vor allem wenn sich das Alte als für die eigene Organisation besser geeignet herausstellt. Ja, man wird damit manche Talente vergraulen, aber auch andere anziehen. Wenn ich in einer eher Konservativen Branche unterwegs bin, und meinen Mitarbeitern Statussymbole wie Einzelbüros, Dienstwagen oder was auch immer anbiete, kann ich mich damit von der Masse absetzen. Ich werde damit nicht jeden begeistern können, aber das kann ich mit Jobtickets, Diensträdern oder Mittagspausenyoga auch nicht.

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WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

Ob Führungskräfte wirklich mehr Beitrag zum Erfolg leisten, nun ja..

WiWi Gast schrieb am 30.01.2022:

der status hat brutal abgenommen. Teure Anzüge, Sekretärinnen, schöne Einzelbüros, große Feiern etc. gibt es in dem Ausmaß alles nicht mehr. Der Dienstwagen ist das letzte verbliebene Statussymbol und den gibt es meist eh nur für den außendienst.

Und da in Zukunft auch weiterhin viel im HO gearbeitet wird, fallen auch andere Benefits weg (Kollegen/Events, Getränke/Snacks, Fitnessraum). Da kann man nur noch höhere Entlöhnung, flexible Arbeitszeiten u.a. anbieten.

Was ich ja traurig finde, ist dass die Arbeitnehmer sich die Benefits einfach so ohne Ausgleich wegnehmen lassen. Aber liegt wahrscheinlich an dem was oben wer geschrieben hat: Führungskräfte haben keine Lobby.

Was da eigentlich passiert sind Gehaltskürzungen gegen die niemand protestiert. Denn Dienstwagen, Firmenessen, große Büros, teure Möbel, hochwertige Trainings, besseres Equipment sind auch Teil der Entlohnung. Aber man lässt sie sich wegnehmen ohne zumindest eine finanzielle Kompensation zu verlangen.

Achja, jetzt verstehe ich endlich, warum manche Führungskräfte sich so gegen HO wehren. Die haben einfach nichts anderes als den Job. Ohne das Einzelbüro und die Geschäftsessen bleibt da nicht viel für das Selbstbewusstsein. Und was hat man vom Einzelbüro, wenn keine Mitarbeiter da sind, welche das vermeintlich bewundern können? Wenn die in ihrem HO sitzen und dort auch ein Einzelbüro haben?

Genau, wer auf solche Statussymbole wert legt, zieht in Zukunft den Kürzeren. Diese Spezies gehört sowieso ausgestorben und neue Entlohnungsmodelle müssen her. Ist für viele auch etwas ganz anderes ein Remote-Team zu führen als in einem Grossraumbüro den Alpha rauszuhängen. Finde ich ein positiver Aspekt dieser Pandemie und freue mich, auch in Zukunft max. 2 Tage im Office sein zu müssen. Mit dem Trend zu flachen Hierarchien ist dieser Wandel sowieso nicht schmerzhaft.

Und wieso sollen die weg? Weil du es nicht schaffst dich auf die gleiche Stufe hoch zu arbeiten? Ich habe nie verstanden wo das Problem ist Leuten die mehr geschafft haben auch entsprechenden Respekt/Status zu erlauben.

antworten
WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

Das sehe ich anders: In "Karriereberufen" ist vielmehr der Mangel an Zeit ein Statussymbol. Schwanke oft zwischen Belustigung und Abscheu, wenn sich erwachsene Menschen (meistens Männer) damit brüsten, wie viel sie arbeiten und dass sie jahrelang keinen Urlaub gemacht haben. Die Bereitschaft, sich kaputt zu arbeiten, trägt zudem mehr zu einer Karriere bei als alle anderen Kriterien (Noten, IQ etc.).

Im Vorstellungsgespräch muss man bei uns in der Firma eigentlich nur erwähnen, dass man 80h/Woche arbeitet und schon läuft es mit dem Jobangebot wie von selbst . Nach meiner Einschätzung zieht sich dieses Phänomen durch weite Teile der freien Wirtschaft.

Das war zwar früher auch nicht anders. Ein alter Hase erzählte mir aber einst, dass es früher dennoch entspannter war. Es wurde zwar auch lange gearbeitet. Nach Feierabend und im Urlaub hatte man aber seine Ruhe.

Heute blinken die Handys aber durchgehend. Wochenende, Feierabend und Urlaub gibt es - wenn man ambitioniert ist - daher faktisch kaum noch. Interessant finde ich hier auch die Vergabe von Firmenhandys und Notebooks: Bei meinem Berufseinsteig vor einigen Jahren waren das noch Statussymbole und "elektronische Fußfesseln" für einige Spitzenkräfte. Mittlerweile bekommt jeder Berufseinsteiger bei uns diese Teile aufgedrückt.

Einen Kompromiss zwischen Zeit und Geld zu finden, erweist sich in der Tat als schwierig. Am ehesten gelingt es mE im höheren Dienst oder bei den sprichwörtlichen "Konzernbeamten". Ansonsten fehlt meistens entweder die Zeit oder das Geld. Mir fehlt zB die Zeit, aber dafür verdiene ich sehr gut. Da mir Status und Konsum jedoch wenig bedeuten, habe ich für mich das FIRE-Konzept entdeckt. Ich arbeite also einige Jahre für meinen Geschmack zu viel. Mit einem früheren Ausscheiden aus dem "klassischen" Berufsleben will ich mir die verlorene Zeit aber später wiederholen. Hoffen wir mal, dass es klappt...

WiWi Gast schrieb am 31.01.2022:

Das größte Statussymbol ist Zeit.

Ich kenne genug Manager, die wahnsinnig gutes Geld in den Konzernen verdienen, aber einfach nichts vom Leben haben.

Das was viele also erreichen wollen, aber am schwierigsten zu schaffen ist, ist Geld und Zeit zu haben.

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WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

Moment, das sind zwei unterschiedliche Dinge.

Sich damit zu brüsten viel zu arbeiten und wenig Zeit zu haben ist eine Sache, trotzdem bleibt Zeit das Statussymbol schlechthin. Es ist in Studien erwiesen, dass die "insecure overachiever" die perfekten Arbeitsbienen sind für Consulting und all die Jobs, wo man massig Stunden versenkt. Um nicht als weniger "wertvoll" dazustehen, sitzt man eben mehr Stunden ab und erzählt sehr gerne davon. Trotzdem arbeiten auch die Personen auf etwas hin: nämlich den Schritt zu machen, ab dem sie dann weniger machen müssen. Aber sie tun es nicht bzw. können es gar nicht.

Gab mal einen super Artikel im Harvard Business Review dazu. Der Titel ist online: If You’re So Successful, Why Are You Still Working 70 Hours a Week?

Noch besser sind Personen, die damit angeben wieviel Stress sie haben.
Ok, Glückwunsch!

WiWi Gast schrieb am 31.01.2022:

Das sehe ich anders: In "Karriereberufen" ist vielmehr der Mangel an Zeit ein Statussymbol. Schwanke oft zwischen Belustigung und Abscheu, wenn sich erwachsene Menschen (meistens Männer) damit brüsten, wie viel sie arbeiten und dass sie jahrelang keinen Urlaub gemacht haben. Die Bereitschaft, sich kaputt zu arbeiten, trägt zudem mehr zu einer Karriere bei als alle anderen Kriterien (Noten, IQ etc.). Im Vorstellungsgespräch muss man bei uns in der Firma eigentlich nur erwähnen, dass man 80h/Woche arbeitet und schon läuft es mit dem Jobangebot wie von selbst . Nach meiner Einschätzung zieht sich dieses Phänomen durch weite Teile der freien Wirtschaft.

Das war zwar früher auch nicht anders. Ein alter Hase erzählte mir aber einst, dass es früher dennoch entspannter war. Es wurde zwar auch lange gearbeitet. Nach Feierabend und im Urlaub hatte man aber seine Ruhe. Heute blinken die Handys aber durchgehend. Wochenende, Feierabend und Urlaub gibt es - wenn man ambitioniert ist - daher faktisch kaum noch. Interessant finde ich hier auch die Vergabe von Firmenhandys und Notebooks: Bei meinem Berufseinsteig vor einigen Jahren waren das noch Statussymbole und "elektronische Fußfesseln" für einige Spitzenkräfte. Mittlerweile bekommt jeder Berufseinsteiger bei uns diese Teile aufgedrückt.

Einen Kompromiss zwischen Zeit und Geld zu finden, erweist sich in der Tat als schwierig. Am ehesten gelingt es mE im höheren Dienst oder bei den sprichwörtlichen "Konzernbeamten". Ansonsten fehlt meistens entweder die Zeit oder das Geld. Mir fehlt zB die Zeit, aber dafür verdiene ich sehr gut. Da mir Status und Konsum jedoch wenig bedeuten, habe ich für mich das FIRE-Konzept entdeckt. Ich arbeite also einige Jahre für meinen Geschmack zu viel. Mit einem früheren Ausscheiden aus dem "klassischen" Berufsleben will ich mir die verlorene Zeit aber später wiederholen. Hoffen wir mal, dass es klappt...

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WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

Mal ein Beitrag aus der Perspektive einer Führungskraft:

Ich bin 35, leite ein globales Team bei einem globalen Konzern. Habe dort mit 25 als Trainee angefangen bin also 10 Jahre dabei. Wurde seitdem mehrfach befördert: 2 Jahre Trainee, 2 Jahre Referent, 1,5 Jahre Projektleiter, 1,5 Jahre Teamleiter, 2 Jahre Bereichsleiter, jetzt Abteilungsleiter seit knapp 1 Jahr. In meiner jetzigen Rolle führe ich die Regional Manager in den Regionen sprich US, APAC, Japan, Oceania, EMEA und LATAM. Verdiene auf jeden Fall sehr gutes Geld, hätte vom Geld her allerdings auch als Teamleiter schon aufhören können da mir das vollkommen ausgereicht hätte.

Ich arbeite ca. 45-50h pro Woche (30-40 min Mails am Abend und WE nicht mitgezählt), da meine RMs allesamt gute Leute sind, muss ich dort eigentlich nur richtig aktiv werden bei Sondersituationen. Der Großteil meiner Arbeitszeit wird aufgefressen von Strategiemeetings, Budgetmeetings und irgendwelchen Meetings wo ich visibel sein soll. Ansonsten ist eher die Zeitverschiebung, bspw. mit Australien ein Problem welches mir Zeit raubt. Allerdings kann ich fast 100% von zuhause arbeiten und spar mir so viel Zeit. Meine Familie kommt daher glücklicherweise nicht zu kurz. Der Job macht mir dennoch sehr viel Spaß, die strategische Komponente ist super und wenn nicht gerade Corona ist würde ich sehr viel fliegen was mir persönlich sehr viel Spaß macht. Jeden meiner RMs würde ich mind. 1x pro Jahr vor Ort besuchen, wodurch ich wirklich viel sehen werde. Bisher hatte es sich neben Europa leider beschränkt auf Mexiko und US, im März folgt Singapur und falls da schon möglich Australien.

So schnell so hoch gekommen bin ich neben viel Glück und richtigen Mentoren durch ein Talentprogramm, wodurch ich auch den CXO meines Bereichs kenne, der mich gerne noch höher sehen möchte. Ich muss gestehen dass ich das eigentlich nicht möchte, da die Belastung noch vertretbar ist und ich dem mehr an Geld nichts abgewinnen kann. Ob die Aufgabe so viel spannender wird weiß ich nicht.

Ich kann trotzdem sagen für mich hat sich die Karriere gelohnt, allein wegen der Aufgabe an sich. On top sehe ich viel von der Welt und verdiene sehr gutes Geld. Und wie man an meiner Arbeitsbelastung sehen kann lässt sich Karriere auch mit akzeptabler WLB vereinbaren.

antworten
WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 31.01.2022:

DerZynischeAnalytiker schrieb am 31.01.2022:
Dass viele Statussymbole an Wert verlieren teile ich, aber was siehst du denn im Wert steigen? Ich habe mehr das Gefühl, dass es einfach immer weniger Status gibt und sich alles zur Mittelmäßigkeit hin entwickelt.

Status verliert nie an Wert, die Symbole und die Definition haben sich halt geändert. Ist sicher auch regional abhängig, aber bei uns in Köln bekommst du Respekt/Status wenn du nen kreativen Job hast, und in deiner Freizeit noch Stand-Up Comedy betreibst. Dann noch ne Weltreise im Camper und du bist ganz oben.

Es ist ja ok, wenn ein Unternehmen Führungskräfte auch entsprechend belohnt, aber ein größeres Office und ne dicke Uhr geben dir in gewissen Milieus leider eben nicht mehr an Status. Da kommt ein Lastenrad besser rüber als ein 7er BMW. Status definiert sich halt immer extrinsisch und wenn die Statussymbole in urbanen Köln nicht mehr ziehen...

Hab im privaten Umfeld auch Jungs die Karriere machen, sich reinhängen und Statussymbole erwerben. Nur bei uns kriegen die nicht mehr Status ab.

antworten
WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

Ein Hebel bezüglich Geld und Zeit ist, dass man als Paar die Erwerbsarbeit aufteilt. Bsp. 100/60% oder 80/80%. So hat man auch mit mehreren Kindern ein gutes Haushaltseinkommen und meist höher als bei einem Alleinernährer.

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WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

Aber warum muss man Personalverantwortung haben, um fachliche Entscheidungen zu treffen?

Wenn man die bestehenden Prozesse effizient abarbeiten will und da vielleicht noch kleine Änderungen einführt, dann funktionieren die bestehenden hierarchischen Strukturen geeignet. Aber wenn man große Änderungen voran treiben will, dann sind viele deutsche Konzerne nicht gut aufgestellt. Da gibt es riesige Widerstände und die Firmen sind wirklich langsam.

Ich habe es selber schon erlebt, dass es teilweise mehrere Jahre braucht, um überhaupt erst in die Realisierungsphase zu kommen. Während der gesamten Voruntersuchung sind viele der beteiligten Projektmitglieder nicht entscheidungsfähig, da sie sich immer mit ihrem Vorgesetzten abstimmen müssen. Die sind aber teilweise im Projekt nicht wirklich engagiert und wollen keine Entscheidung treffen. Dann wird das ganze eine oder zwei Hierarchiestufen höher eskaliert, aber da hat natürlich erst recht niemand eine echte fachliche Ahnung und man fängt an mit Entscheidungsvorlagen, Risikoanalysen, Aufwandsabschätzungen und dem ganzen Zeug, das ewig dauert.

Da geht es meiner Ansicht nach auch nicht um die Theorie. Wenn unsere Firmen bei den wichtigen Themen vorne mit dabei wären, dann müsste man nichts ändern. Aber unsere Firmen schauen drauf, wie sie im Wettbewerb aufgestellt sind, und sehen einen großen Bedarf für Änderungen.

Deutsche Unternehmen sind nicht gut aufgestellt und die da oben haben keine Ahnung.
Lass mich raten, du arbeitest im Einkauf oder IT?

Wenn einfach nur einige Leute keine Ahnung hätten, dann müsste man nichts an den Strukturen ändern. Dann müsste man nur ein paar Leute an der Spitze austauschen und das Problem wäre weg.

Aber die da oben schauen auf die Strukturen und sind der Meinung, dass sie nicht passen. Und daher gibt es die Änderungen, über die sich die Leute hier so aufregen.

antworten
WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 01.02.2022:

Aber warum muss man Personalverantwortung haben, um fachliche Entscheidungen zu treffen?

Wenn man die bestehenden Prozesse effizient abarbeiten will und da vielleicht noch kleine Änderungen einführt, dann funktionieren die bestehenden hierarchischen Strukturen geeignet. Aber wenn man große Änderungen voran treiben will, dann sind viele deutsche Konzerne nicht gut aufgestellt. Da gibt es riesige Widerstände und die Firmen sind wirklich langsam.

Ich habe es selber schon erlebt, dass es teilweise mehrere Jahre braucht, um überhaupt erst in die Realisierungsphase zu kommen. Während der gesamten Voruntersuchung sind viele der beteiligten Projektmitglieder nicht entscheidungsfähig, da sie sich immer mit ihrem Vorgesetzten abstimmen müssen. Die sind aber teilweise im Projekt nicht wirklich engagiert und wollen keine Entscheidung treffen. Dann wird das ganze eine oder zwei Hierarchiestufen höher eskaliert, aber da hat natürlich erst recht niemand eine echte fachliche Ahnung und man fängt an mit Entscheidungsvorlagen, Risikoanalysen, Aufwandsabschätzungen und dem ganzen Zeug, das ewig dauert.

Da geht es meiner Ansicht nach auch nicht um die Theorie. Wenn unsere Firmen bei den wichtigen Themen vorne mit dabei wären, dann müsste man nichts ändern. Aber unsere Firmen schauen drauf, wie sie im Wettbewerb aufgestellt sind, und sehen einen großen Bedarf für Änderungen.

Deutsche Unternehmen sind nicht gut aufgestellt und die da oben haben keine Ahnung.
Lass mich raten, du arbeitest im Einkauf oder IT?

Wenn einfach nur einige Leute keine Ahnung hätten, dann müsste man nichts an den Strukturen ändern. Dann müsste man nur ein paar Leute an der Spitze austauschen und das Problem wäre weg.

Aber die da oben schauen auf die Strukturen und sind der Meinung, dass sie nicht passen. Und daher gibt es die Änderungen, über die sich die Leute hier so aufregen.

Strukturen werden immer geändert. Das ist ganz natürlich. Es gibt keine Struktur die deine Anforderung zu 100 % erfüllt. Also werden Schwerpunkte gesetzt. Lebt man jetzt eine Zeit in dieser Struktur, entwickeln sich die Themen, auf die die Schwerpunkte gelegt wurden gut, während andere Themen vernachlässigt werden mussten. Das läuft eine Zeit lang gut, aber irgendwann kommt der Punkt, an dem man die Schwerpunkte verschieben und sich unorganisieren muss, um dann die vorher vernachlässigten Themen voran zu bringen, wieder auf Kosten anderer Sachen.

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WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 01.02.2022:

Mal ein Beitrag aus der Perspektive einer Führungskraft:

Ich bin 35, leite ein globales Team bei einem globalen Konzern. Habe dort mit 25 als Trainee angefangen bin also 10 Jahre dabei. Wurde seitdem mehrfach befördert: 2 Jahre Trainee, 2 Jahre Referent, 1,5 Jahre Projektleiter, 1,5 Jahre Teamleiter, 2 Jahre Bereichsleiter, jetzt Abteilungsleiter seit knapp 1 Jahr. In meiner jetzigen Rolle führe ich die Regional Manager in den Regionen sprich US, APAC, Japan, Oceania, EMEA und LATAM. Verdiene auf jeden Fall sehr gutes Geld, hätte vom Geld her allerdings auch als Teamleiter schon aufhören können da mir das vollkommen ausgereicht hätte.

Ich arbeite ca. 45-50h pro Woche (30-40 min Mails am Abend und WE nicht mitgezählt), da meine RMs allesamt gute Leute sind, muss ich dort eigentlich nur richtig aktiv werden bei Sondersituationen. Der Großteil meiner Arbeitszeit wird aufgefressen von Strategiemeetings, Budgetmeetings und irgendwelchen Meetings wo ich visibel sein soll. Ansonsten ist eher die Zeitverschiebung, bspw. mit Australien ein Problem welches mir Zeit raubt. Allerdings kann ich fast 100% von zuhause arbeiten und spar mir so viel Zeit. Meine Familie kommt daher glücklicherweise nicht zu kurz. Der Job macht mir dennoch sehr viel Spaß, die strategische Komponente ist super und wenn nicht gerade Corona ist würde ich sehr viel fliegen was mir persönlich sehr viel Spaß macht. Jeden meiner RMs würde ich mind. 1x pro Jahr vor Ort besuchen, wodurch ich wirklich viel sehen werde. Bisher hatte es sich neben Europa leider beschränkt auf Mexiko und US, im März folgt Singapur und falls da schon möglich Australien.

So schnell so hoch gekommen bin ich neben viel Glück und richtigen Mentoren durch ein Talentprogramm, wodurch ich auch den CXO meines Bereichs kenne, der mich gerne noch höher sehen möchte. Ich muss gestehen dass ich das eigentlich nicht möchte, da die Belastung noch vertretbar ist und ich dem mehr an Geld nichts abgewinnen kann. Ob die Aufgabe so viel spannender wird weiß ich nicht.

Ich kann trotzdem sagen für mich hat sich die Karriere gelohnt, allein wegen der Aufgabe an sich. On top sehe ich viel von der Welt und verdiene sehr gutes Geld. Und wie man an meiner Arbeitsbelastung sehen kann lässt sich Karriere auch mit akzeptabler WLB vereinbaren.

Ideale Karriere würde ich sagen, wo man nicht vom Job aufgefressen wird.

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WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 01.02.2022:

DerZynischeAnalytiker schrieb am 31.01.2022:
Dass viele Statussymbole an Wert verlieren teile ich, aber was siehst du denn im Wert steigen? Ich habe mehr das Gefühl, dass es einfach immer weniger Status gibt und sich alles zur Mittelmäßigkeit hin entwickelt.

Status verliert nie an Wert, die Symbole und die Definition haben sich halt geändert. Ist sicher auch regional abhängig, aber bei uns in Köln bekommst du Respekt/Status wenn du nen kreativen Job hast, und in deiner Freizeit noch Stand-Up Comedy betreibst. Dann noch ne Weltreise im Camper und du bist ganz oben.

Es ist ja ok, wenn ein Unternehmen Führungskräfte auch entsprechend belohnt, aber ein größeres Office und ne dicke Uhr geben dir in gewissen Milieus leider eben nicht mehr an Status. Da kommt ein Lastenrad besser rüber als ein 7er BMW. Status definiert sich halt immer extrinsisch und wenn die Statussymbole in urbanen Köln nicht mehr ziehen...

Hab im privaten Umfeld auch Jungs die Karriere machen, sich reinhängen und Statussymbole erwerben. Nur bei uns kriegen die nicht mehr Status ab.

Richtig erkannt, Statussymbole ändern sich im Laufe der Zeit und nicht jedes Milieu hat dieselben. Eine Familie mit 3 Kindern oder mehr, die nicht unter der Armutsgrenze in einer Grossstadt lebt, ist heutzutage auch ein Statussymbol. Generell geht die Tendenz weg vom Materiellen Richtung Stressfreiheit, Gesundheit, Soziales, Selbstverwirklichung/Entfaltung etc. Scheint mir aber im BWL-Milieu noch nicht überall angekommen zu sein, da der Shareholder/Eigentümer die Leute noch mind. 50h/Woche strampeln sehen will.

antworten
WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 01.02.2022:

DerZynischeAnalytiker schrieb am 31.01.2022:
Dass viele Statussymbole an Wert verlieren teile ich, aber was siehst du denn im Wert steigen? Ich habe mehr das Gefühl, dass es einfach immer weniger Status gibt und sich alles zur Mittelmäßigkeit hin entwickelt.

Status verliert nie an Wert, die Symbole und die Definition haben sich halt geändert. Ist sicher auch regional abhängig, aber bei uns in Köln bekommst du Respekt/Status wenn du nen kreativen Job hast, und in deiner Freizeit noch Stand-Up Comedy betreibst. Dann noch ne Weltreise im Camper und du bist ganz oben.

Es ist ja ok, wenn ein Unternehmen Führungskräfte auch entsprechend belohnt, aber ein größeres Office und ne dicke Uhr geben dir in gewissen Milieus leider eben nicht mehr an Status. Da kommt ein Lastenrad besser rüber als ein 7er BMW. Status definiert sich halt immer extrinsisch und wenn die Statussymbole in urbanen Köln nicht mehr ziehen...

Hab im privaten Umfeld auch Jungs die Karriere machen, sich reinhängen und Statussymbole erwerben. Nur bei uns kriegen die nicht mehr Status ab.

Das liegt aber auch an der jeweiligen Blase in der man sich bewegt. Ich komme auch aus Köln, und sowohl in meinem privaten Umfeld als auch in meiner Nachbarschaft übersetzten sich die klassischen Dinge wie Dienstwagen, Jobtitel bzw. Stand in der Firmenhierarchie, Kleidung, zu geringerem Maße auch Uhren/Handtaschen noch recht gut in Status. Es gibt halt nicht nur die links-grüne, woke Blase in den Großstädten, auch wenn das die ist, die am lautesten auf sich aufmerksam macht.

Aber man genießt natürlich nicht in jeder Blase den gleichen Status. Ob das früher einheitlicher war, oder ob es da genau so viele Blasen gab, die nur der historischen Verklärung zum Opfer gefallen sind.

antworten
WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 01.02.2022:

Mal ein Beitrag aus der Perspektive einer Führungskraft:

Ich bin 35, leite ein globales Team bei einem globalen Konzern. Habe dort mit 25 als Trainee angefangen bin also 10 Jahre dabei. Wurde seitdem mehrfach befördert: 2 Jahre Trainee, 2 Jahre Referent, 1,5 Jahre Projektleiter, 1,5 Jahre Teamleiter, 2 Jahre Bereichsleiter, jetzt Abteilungsleiter seit knapp 1 Jahr. In meiner jetzigen Rolle führe ich die Regional Manager in den Regionen sprich US, APAC, Japan, Oceania, EMEA und LATAM. Verdiene auf jeden Fall sehr gutes Geld, hätte vom Geld her allerdings auch als Teamleiter schon aufhören können da mir das vollkommen ausgereicht hätte.

Ich arbeite ca. 45-50h pro Woche (30-40 min Mails am Abend und WE nicht mitgezählt), da meine RMs allesamt gute Leute sind, muss ich dort eigentlich nur richtig aktiv werden bei Sondersituationen. Der Großteil meiner Arbeitszeit wird aufgefressen von Strategiemeetings, Budgetmeetings und irgendwelchen Meetings wo ich visibel sein soll. Ansonsten ist eher die Zeitverschiebung, bspw. mit Australien ein Problem welches mir Zeit raubt. Allerdings kann ich fast 100% von zuhause arbeiten und spar mir so viel Zeit. Meine Familie kommt daher glücklicherweise nicht zu kurz. Der Job macht mir dennoch sehr viel Spaß, die strategische Komponente ist super und wenn nicht gerade Corona ist würde ich sehr viel fliegen was mir persönlich sehr viel Spaß macht. Jeden meiner RMs würde ich mind. 1x pro Jahr vor Ort besuchen, wodurch ich wirklich viel sehen werde. Bisher hatte es sich neben Europa leider beschränkt auf Mexiko und US, im März folgt Singapur und falls da schon möglich Australien.

So schnell so hoch gekommen bin ich neben viel Glück und richtigen Mentoren durch ein Talentprogramm, wodurch ich auch den CXO meines Bereichs kenne, der mich gerne noch höher sehen möchte. Ich muss gestehen dass ich das eigentlich nicht möchte, da die Belastung noch vertretbar ist und ich dem mehr an Geld nichts abgewinnen kann. Ob die Aufgabe so viel spannender wird weiß ich nicht.

Ich kann trotzdem sagen für mich hat sich die Karriere gelohnt, allein wegen der Aufgabe an sich. On top sehe ich viel von der Welt und verdiene sehr gutes Geld. Und wie man an meiner Arbeitsbelastung sehen kann lässt sich Karriere auch mit akzeptabler WLB vereinbaren.

Danke für deinen Beitrag.

Ich hab einen Mentor, der einen ähnlichen Werdegang hatte wie du. Schnell aufgestiegen und dazwischen auch in einer Position, in der er viel Reisen konnte und viel gesehen hat. Er meinte, das war die schönste Position seiner Karriere (er ist altersbedingt bald raus). Er ist nach seiner Reiseposition noch 2x aufgestiegen, meinte aber, dass nur das Geld und der Stress gestiegen seien, die Reisen waren dann leider nicht mehr drin, da nicht mehr nötig.

antworten
WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 02.02.2022:

Das liegt aber auch an der jeweiligen Blase in der man sich bewegt. Ich komme auch aus Köln, und sowohl in meinem privaten Umfeld als auch in meiner Nachbarschaft übersetzten sich die klassischen Dinge wie Dienstwagen, Jobtitel bzw. Stand in der Firmenhierarchie, Kleidung, zu geringerem Maße auch Uhren/Handtaschen noch recht gut in Status. Es gibt halt nicht nur die links-grüne, woke Blase in den Großstädten, auch wenn das die ist, die am lautesten auf sich aufmerksam macht.

Aber man genießt natürlich nicht in jeder Blase den gleichen Status. Ob das früher einheitlicher war, oder ob es da genau so viele Blasen gab, die nur der historischen Verklärung zum Opfer gefallen sind.

Nochmal der Koelner,

ja das stimmt. In jeder Blase ist es anders.
Gefuehlt sind in Koeln aber 50% der Leute fernab von jedem Status, Normalos halt, 30% gruene Hipster und vlt. max. 20% klassisch statusorientiert.
In den 20% bekommt man dann sicher auch den Respekt fuer das Erreichte.

antworten
WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

Das mit den Blasen ist ein interessanter Punkt. Ich kenne die Zeit früher jetzt auch nicht, aber ich glaube dass es da weniger Blasen gab. Allein die sozialen Medien haben viel zur Blasenbildung beigetragen. Genauso der immer weiter voranschreitende Rückzug ins private (wer ist denn heute noch groß in Vereinen aktiv, geht zu Stammtischen, hat die Kneipe als 2. Wohnzimmer, etc.). Dadurch dass man früher stärker gezwungen war sich auch mit anderen Sichten auf Welt und Gesellschaft auseinander zu setzen hat man auch mehr andere Blickwinkel mitbekommen. Und ich denke das hat auch ein bisschen normalisierend gewirkt.

Jetzt nicht so, dass da jeder geil auf Statussymbole war, aber doch so, dass es ein etwas einheitlicheres Bild von Statussymbolen gab und sie auch etwas mehr akzeptiert/respektiert wurden als heute.

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WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

Also vom finanziellen her könnte man schon sagen, dass es sich lohnt wenn man den "Vorstand vs Mitarbeiter Pay Gap Ratio" sich ansieht. Laut einem Artikel der FAZ von 2018 ist das Verhältnis von 42 auf 71x gestiegen von 2005 bis 2017. Sprich ganz oben ist es deutlich besser geworden.
Man kann natürlich argumentieren, dass der Weg dorthin schwerer geworden ist und das die Mittelstufen im Vergleich schlechter zahlen als damals, dazu habe ich aber keine Statistik.

Aber basierend auf den Daten ist es attratktiver heute Vorstand zu sein als 2005. Aufjedenfall hat man relativ mehr Gehalt als damals.
Ich kann mich auch erinnern, dass man früher nicht mehr als 20x des Durschnittslohns als Vorstandsvorsitzender verdienen sollte. Das hat sich natürlich alles zu Gunsten der Vorstände entwickelt

antworten
WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

Also rein faktisch sind Statussymbole gefragt wie nie.

  • G-Klasse erst am 2025 (klar Halbleiterkrise, aber auch unglaubliche Nachfrage)
  • Uhren, egal ob Rolex, AP, Patek....teilweise für ein Standardmodell 2-3 Jahre warte Zeit (z.B. Submariner)
  • Neubau, kaum noch etwas gutes zu finden in guten Lagen (Wohntower FFM mal außenvor)

Ich glaube Statussymbole werden immer Ihren Platz haben. Die einen um Andere zu beeindrucken und die Anderen weil sie die Dinge einfach wirklich schön finden und bei allem Respekt, wer würde nicht gerne Urlaub machen wo er will ohne nur eine Sekunde darüber nachzudenken, ob es jetzt wehtut in ein schönes Restaurant zu gehen wo man für die Familie dann 300EUR zahlt?

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WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

Wie würdet ihr die Situation einschätzen, wenn Ihr ein Haus (Verkehrswert 700-800 k) vererbt bekommen habt?

Verdiene aktuell 75 k und habe 10km zur Arbeit.
40h Woche und gehe pünktlich um 16 Uhr nach Hause.

Mir wurde jetzt eine Abteilungsleitungsstelle angeboten, diese wird mit 130 k honoriert.
Jedoch mit wsl. 50-55h Woche.

Werde nicht zusagen, oder mache ich einen Fehler?

antworten
WiWi Gast

Ist "Karriere" in der heutigen Welt noch attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 07.02.2022:

Also vom finanziellen her könnte man schon sagen, dass es sich lohnt wenn man den "Vorstand vs Mitarbeiter Pay Gap Ratio" sich ansieht. Laut einem Artikel der FAZ von 2018 ist das Verhältnis von 42 auf 71x gestiegen von 2005 bis 2017. Sprich ganz oben ist es deutlich besser geworden.
Man kann natürlich argumentieren, dass der Weg dorthin schwerer geworden ist und das die Mittelstufen im Vergleich schlechter zahlen als damals, dazu habe ich aber keine Statistik.

Aber basierend auf den Daten ist es attratktiver heute Vorstand zu sein als 2005. Aufjedenfall hat man relativ mehr Gehalt als damals.
Ich kann mich auch erinnern, dass man früher nicht mehr als 20x des Durschnittslohns als Vorstandsvorsitzender verdienen sollte. Das hat sich natürlich alles zu Gunsten der Vorstände entwickelt

Ja, aber es ist wie du schon sagst, die Schere ist zwischen Vorstand oder vielleicht noch Vorstand-1 und dem Rest auseinander gegangen. Nicht zwischen Führungskräften und dem Rest. Und entsprechende Vorstände gibt es weniger als Bundesligaprofis.

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